Ihre Meinung zu: EU-Klage gegen US-Zölle: Kein Handelskrieg - noch nicht

1. Juni 2018 - 16:58 Uhr

Die EU wehrt sich gegen die Sonderzölle der USA und reicht Klage bei der WTO ein. Von einem Handelskrieg will EU-Kommissarin Malmström dennoch nicht sprechen. Klar ist nur: Die EU hat große Sorge. Von Ralph Sina.

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Kommentare

Es hat nicht gerade etwas "Zermalmendes"

wenn Frau Malmström ihrer Naivität freien Lauf läßt. Ob das Bluff ist oder echt, hat mir noch niemand beantworten können.

Trumps Plan-Wirtschaft ?

"Die Trump-Regierung blockiert aber seit Monaten systematisch das Auswahlverfahren für die neuen Richter des WTO-Gremiums zur Streitschlichtung."

Clever: ohne Richter kein Richterspruch und also keine drohende Verurteilung.
Nicht dass sich das peinliche Chaos und juristische Hin und her des Muslim-Banns nochmal wiederholt.

Das wäre auch vor den Wahlen blöd, obwohl ich kaum annehme, dass die WTO so schnell arbeitet.

Auch die Gegenmaßnahmen der EU haben es in sich: sich spezielle Produkte herauszupicken, um gezielt die demokratischen Wahlen in diesen Bundesstaaten zu manipulieren und den Republikanern zu schaden - dagegen sieht Putins angebliche Wahlbeeinflussung wie ein Schulbubenstreich aus.

Mal ehrlich: warum treffen sich diese Streitparteien eigentlich zum G7-Gipfel, wenn man sich wirtschaftliche und politisch an die Gurgel will?

Vielleicht sollte man Putin als Vermittler und Streitschlichter einladen ...

Verzicht auf US Waren

Ich werde genau darauf achten, woher die Waren kommen. Apple, Bose, Levi's und Co kommen nicht in die Tüte! Leider weiss man oft nicht, woher die Sachen kommen. Aber statt Erdnüsse sollten wir lieber Oliven und Schafskäse aus Griechenland naschen. Bin gespannt, wann der erste Trump Comic erscheint!

Levis jeans?

Zur Information der Brüsseler Anzugsträger. Levis Jeans werden in der Masse in Mittelamerika produziert. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keine in der USA produzierte Levis gesehen und ich (71) trage nur Levis Jeans

Ich denke man muss mit den Gegenmaßnahmen Maß halten.

Das macht die EU schon ganz richtig so!

Widerspruch Handelskrieg und Verbündete.

Es ist erfreulich wenn Frau Malmström noch keinen Handelskrieg sieht. Denn ein Handelskrieg ist auch ein Krieg mit zweckmäßigeren Mitteln für eine Finanz- und Wirtschaftsorientierte Gesellschaft. Trotzdem, wenn es zum Handelskrieg kommen sollte, stellt sich die Frage warum wir uns noch als Verbündete und im Nato Verbund betrachten. Es würde keinen Sinn mehr machen. Und damit auch jede militärische Kooperation oder gar Unterstützung die die bestehende Machtverhältnisse der USA stärken aber die EU wirtschaftlich und finanziell schwächen.
Dies ist zu klären.

Ich wünschte mit die EU würde

Ich wünschte mit die EU würde nach außen etwas mehr Stolz und Gelassenheiten zeigen und sich nicht wie ein Hühnerhaufen aufführen. Vielleicht ist es aber auch nur die viele Berichterstattung, da so viele nationale und EU-Politiker etwas zu sagen haben und natürlich alles zu lesen ist. Die Welt hat 7,4 Milliarden Einwohner, die USA 320 Millionen. Die USA braucht den Rest der Welt, um zu funktionieren, aber alle haben zu viel Angst um ein paar Prozent schrumpfenden Einnahmen. Wir können das locker verkraften und die Jahre mit Trump gehen schnell vorbei.

Längerer Hebel

Ich sehe es eigentlich gelassen. Es stimmt ja das die Eu höhere Zölle auf Autos als umgekehrt erhebt. Aber wenn man sich anschaut wieviel % des Exports Medien wie Filme,Musik und spiele den USA als einbringt und sich dann den Zoll darauf anschaut, dann wäre ich als Trump lieber leise und würde es weiterlaufen lassen:) hinzu kommt natürlich noch die legale steuerhinterziehung von Apple, Facebook und co. Man sieht wir als eu haben mehr als genügend Maßnahmen und zurück zu schlagen

Handelkrieg?

Ungewiss ist die weitere Entwicklung, weil die Sachfragen längst hinter dem Wunsch nach Gesichtswahrung zurück getreten sind. Falls die Beurteilung des Trump als Egomane stimmen sollte, muss mit Zuspitzung gerechnet werden. Allerdings können weder Europa noch Dt. einen Zangengriff auf ihre Exportwirtschaft dulden. Die beiden Klinken der US-Zange sind einerseits die aktuellen Abschottungsbestrebungen und andererseits die Boykottzwänge für Vasallen. Beide werden durch hausgemachtes Unvermögen provoziert: Der Protektionismus durch Verlust an Wettbewerbsfähigkeit; die Boykottzwänge als Folge des Verlusts an Diplomatiefähigkeit. Vor 20 Jahre hätte sich einen solchen Niedergang niemand vorstellen können. Damals hatten die USA Führungskraft, die aus eigener innerer Stärke und Wertstabilität resultierte.

Aufheben der

Aufheben der Rußlandsanktionen, Handelsvertrag mit dem Iran. Hohe Steuern auf alle Us Produkte, dann wird die USA sehen was sie vom Handelskrieg haben. Was die EU Kommission macht ist lachhaft

Trump handelt im Interesse seines Landes,

und das ist völlig ok. Denn dafür wurde er gewählt. Das Herumjammern und die gespielte Aufregung der Europäer dient nur dazu, den Menschen hier etwas vorzugaukeln. In den USA ist jetzt ein Präsident gewählt, der den ungleichen Handel nicht mehr akzeptiert.
Die EU exportiert wesentlich mehr in die USA als umgekehrt die USA in die EU (Verhältnis 3:2) Das will Trump ändern, er will einen ausgeglichenen Handel. Wer will ihm das verdenken? Und wegen dieser ungleichen Handelsbilanz wird ein "Handelskrieg" nur einen Gewinner haben. Das weiß Trump, und das wissen auch die EU-Politiker. Das Herumjammern des deutschen Finanzministers mit "Aber das ist ungesetzlich" ist da schon kabarettreif. Das europäische, speziell das deutsche Exportmodell könnte stark reduziert werden, denn hinzu kommen noch die Russland-Sanktionen und die neuen Iran-Sanktionen (die ebenso primär gegen Europa gerichtet sind, denn Russland, Indien und China werden die US-Vorgaben nicht befolgen). Was nun EU?

re blueturtle1898

"Zur Information der Brüsseler Anzugsträger. Levis Jeans werden in der Masse in Mittelamerika produziert. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keine in der USA produzierte Levis gesehen"

Zu Ihrer Information: Levi Strauss & Co. ist ein Unternehmen mit Sitz in Kalifornien. Also gilt der Strafzoll einem US-Konzern.

PS. Ihr Einwand würde für jeden großen Konzern gelten. Auch Boeing Flugzeuge werden zu großen Teilen nicht in den USA hergestellt.

@ Rudolf Berens

Ich fürchte, da werden Sie in Zukunft auf sehr viele Produkte in den Supermarkt-Regalen verzichten müssen. Procter & Gamble (US-Konzern) ist über viele Beteiligung in so ziemlich jedem Warensegment vertreten.

Btw: Erdnüsse gibt's auch in China... ;)

Besonnenheit ist gefragt

Man kann nur hoffen, dass die EU besonnen reagiert und auf weitere Handelskriegsrhetorik verzichtet. Die Einfuhrzölle treffen zunächst einmal nur die amerikanischen Verbraucher und erst später und in zweiter Linie die EU Stahlproduzenten.

Abwarten heißt die Devise, anstatt mit vorschnellen Reaktionen die Zollspirale schneller zu drehen. Erstmal gar nichts unternehmen. Die EU kann geringere Stahlexporte ohne nennenswerte Probleme verkraften.

Trump ist jemand, der Aufmerksamkeit zum Leben braucht, gern provoziert und der den Ärger, den andere mit ihm haben, offenbar zum Frühstück isst und genießt; daher gilt auch ihm gegenüber "Don't feed the troll". Weniger Aufmerksamkeit wäre sehr wohltuend und würde ihn vermutlich mehr ärgern als sinnlose Drohungen mit der zahnlosen WTO. Und natürlich sollte man die USA durch Geschlossenheit und Handel mit anderen, verlässlicheren Partnern stärker isolieren.

re altersimpel

"Auch die Gegenmaßnahmen der EU haben es in sich: sich spezielle Produkte herauszupicken, um gezielt die demokratischen Wahlen in diesen Bundesstaaten zu manipulieren und den Republikanern zu schaden - dagegen sieht Putins angebliche Wahlbeeinflussung wie ein Schulbubenstreich aus."

Im Krieg (also auch im Handelskrieg) versucht man den Gegner dort zu treffen, wo's ihm weh tut.

Alles andere wäre doch widernatürlich.

Der Vergleich mit Putins Wahlbeeinflussung passt daher gar nicht.

Very unfair...

nennt Trump sein Handelsdefizit von 560 mrd. Dollar mit dem Ausland im letzten jahr.
Er möchte die übrige Welt wie China (350mrd.) oder die EU (160mrd.) dafür verantwortlich machen, dass die Usa viel mehr einkauft als verkauft.
Da der deutsche Exportanteil in die Usa gerade mal bei 11% liegt, bei Stahl 7% des exports und 5mrd.
dürften die befürchteten Stellenstreichungen, wenn überhaupt ziemlich mässig ausfallen.
Zahlreiche amerikanische Fachleute haben allerdings schon vor wahrscheinlichen Preissteigerungen in der verarbeitenden Metallindustrie gewarnt.

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