Ihre Meinung zu: EU-Datenschutz beim Hausarzt: Mehr Papierkram, weniger Zeit für Patienten

18. Mai 2018 - 11:50 Uhr

Nicht nur große Unternehmen müssen sich um den neuen EU-Datenschutz kümmern, auch Hausärzte bereiten sich auf die Regeln vor. Sie müssen besonders aufpassen, da sie sensible Daten verwalten. Von Karin Bensch.

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Kommentare

Was haben Sie denn? Der Nachbar hört mit

In der Theorie klingt das gut.
Wie sieht es aber in der Arztpraxis oft aus?
In Abwesenheit lauschender weiterer Patienten wird gefragt :
"Was haben Sie denn?
Name? Geburtsdatum?"

Und während man in einem Untersuchungsraum auf den Arzt wartet, gibt ein Blick auf den Monitor oder die noch liegende Akte evtl. die Krankengeschichte des zuvor Untersuchten preis.
In der Apotheke erklärt jemand dann gerade dem Kunden/Patienten, wie oft er das "Mittel" höchstens nehmen sollte.
Datenschutz ist oft ein schöner Begriff.
Die "CDU Hannover" hat gerade 900 Mailadressen "irrtümlich" preisgegeben.
Nicht irrtümlich nimmt der Sevicetechniker den PC des Arztes oder Apothekers zur Reparatur mit. "Versehentlich" sieht er dann...?

Weniger Zeit für Patienten ?

Weniger Zeit für Patienten ? Nein, denn da muss doch nur jemand eingestellt werden, der sich darum kümmert.

Mal wieder gut gemeint und schlecht gemacht ...

Der bürokratische Mehraufwand, der hier zu Recht bemängelt wird, belastet viele Institutionen, die zwar mit Daten zu tun haben (z.B. Universitätsbetrieb), denen aber bislang kein kommerzieller Datenmissbrauch vorzuwerfen war. Gerade Ärzte haben Patientendaten immer sehr vertraulich behandelt, ich kenne auch keine Universität, die mit den Prüfungsdaten Ihrer Studenten Handel betreibt. Die Argumente der EU mit Begründung eines besseren Datenschutzes sind in vielen Bereichen unglaubwürdig und führen wieder mal zu mehr Bürokratie.

Mehr Sicherheit der Daten?

Das Ganze ist so lächerlich. Mit der Ganzen DSGVO wird überhaupt nicht sichergestellt, das die Daten sicherer sind. Wir sind gerade dabei mit unserem Datenschutzbeauftragten den Mist gesetzestreu umzusetzen. Denn es wird zum Beispiel überhaupt nicht wie sicher das Firmennetzwerk tatsächlich geschützt ist - von wem auch? Hui, da werden Angaben vom Verantwortlichen gemacht, wie, ja wir verwenden eine Firewall, oh wir haben eine Einlasskontrolle, sicher sind unsere Webeisten per https geschützt - und? Was ist mit den ganzen anderen millionen möglichen Schwachstellen eines Unternehmens? Sicherheit der Webapplication, Rechner der Mitarbeiter usw. usw.? nicht wird überprüft, kontrolliert. Rechner im Behandlungszimmer eines Arztes sind jedem Patienten offen zugänglich. Die Liste ist unendlich. Nix ist oder wird mit der DSGVO sicherer.

12:12 von Werner40

Weniger Zeit für Patienten ?

Weniger Zeit für Patienten ? Nein, denn da muss doch nur jemand eingestellt werden, der sich darum kümmert.
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Also sorgt der Datenschutz für Verteuerung oder wer bezahlt den kümmerer "Jemand"?

Es muss wohl richtig heißen:

"auch Hausärzte bereiten sich auf die Regeln vor -statt auf-"

Die Kritik ist berechtigt. Ein Bürokratiemonster wurde geboren. Mehr Sicherheit wird es wohl nicht bringen. Denn für Ärzte sind "Daten" nicht " ein "Kerngeschäft". Um die, die mit den Daten handeln, treffen zu können, bedarf es anderer Mechanismen. Das ist aber nicht gewollt. Mit der jetzigen Regelung werden personeller und finanzieller Mehraufwand produziert. Danke.

Endlich Datenschutz

Wir werden vor dem millionenfachen Datenmissbrauch bei Ärzten geschützt. Jeden Tag gab es einen Skandal in Arztpraxen mit privaten Daten, die zu Wahlkampfzwecken missbraucht wurden. Bewundernswert die Zielstrebigkeit und Effektivität mit der die EU die drängendsten Probleme angeht. Ein bisschen mehr Wartezeit beim dokumentierenden Arzt und erhöhte Kassenbeiträge werden sicher gerne für diesen umfassenden Schutz vor den Big Data Ärzten in Kauf genommen.

Bürokratisches Monster

Es wurde ein bürokratisches Monster geschaffen, dass Großunternehmen und einfache Webseitenbetreiber gleichermaßen beachten müssen. Amazon, Google und Co haben Ihre Rechtsabteilungen arbeiten lassen. Der User unterschreibt nun seitenlange Passagen und es bleibt alles wie es war. An Verbote traut sich die EU ebenso wenig ran, wie Einkommenssteuer von diesen Firmen zu verlangen oder Amazons Beihilfe zu Produktpiraterie zu verfogen. So werden Mittelständler und Webseitenbetreiber mit einem bürokratischen Monster konfrontiert. Eben praktische EU Politik

Wenn ich immer lese

""DATENSCHUTZ"" geht ein leichtes Grinsen über mein Gesicht.Diese Experten in Brüssel sollten sich mal mehr auf die Strasse begeben.Dort hin wo sich viel Menschen aufhalten.Was man da so alles hört,den Herrschaften würden die Ohren weh tun.
Datenschutz ist nur ein Mäntelchen für ein ruhiges Gewissen.

Noch weniger Zeit für den

Patienten bedeuted eine noch schlechtere Diagnose und eine größere Gefahr für Fehlbehandlungen. Ich habe den Eindruck das auf den Ärzten ein sehr hoher Druck lastet. Von den letzen 4 Ärzten haben 3 nicht die richtige Diagnose erstellt. Leider muss man alles nachkontrollieren (Geht wegen priv. KraKa zu Glück) und Gegenchecken. Da ich leider nicht an Standardproblemen leide ist eine fast komplette Eigenbehandlung angesagt und meide jeden nicht akuten Arztbesuch. Vorsorgebesuche sind so gut wie sinnlos und zumeist ver-Igelt und haben dadurch leider keinen Nutzen. Das eigentliche Zuhören an was der Patient leidet findet in Prinzip nicht mehr statt. So bleibt einem nichts anderes übrig als sich selbst zu helfen...

EU Verdrossenheit...

...macht sich da immer weiter breit. Aus der einstmals guten Idee der europäischen Union, ist längst ein Moloch geworden, der sich bis in kleinste Bereiche gedrängelt hat und das Leben in dieser "Gemeinschaft" nicht schöner, sicherer und einfacher, sondern immer komplizierter, schwieriger & teurer macht! Komme mir da niemand mit dem "bescheidenen" EURO, wegen dem man in den teilnehmenden Ländern ja nicht mehr sein Geld umtauschen müsse.
Die immer größere Frustration sehr vieler europäischer Bürger, wächst auch aufgrund solcher neuen Gesetze, die uns allen aufoktroyiert werden.
Nicht nur die Ärzte sind hier betroffen, sondern fast allen Berufszweigen wird durch diesen ganzen Mist das (Über-) Leben immer schwerer gemacht. In meinem z.B. haben die Briten seinerzeit die neue, ab dem 01.07. diesen Jahres dann gültige "Pauschalreiserichtlinie" auf den Markt gebracht. Ein "gesetzlicher Abfall" der seinesgleichen sucht! Die werden die EU aber 2019 verlassen und wir dürfen damit leben!

Von wegen

Der Arzt behauptet, man vernachlässige nun die Patienten, weil man nun alles aufschreiben müsse.

Das wage ich zu bezweifeln. Wenn man wirklich bereits DSGVO konform arbeitet, sollte es nicht so viel Aufwand sein die Prozesse und Daten zu dokumentieren. Das könnte höchstens für eine kurze Zeit einen Mehraufwand bedeuten.

Hierfür könnte man ggf. auch übergangsweise jemanden einstellen, der sich in die Materie DSGVO nicht erst einarbeiten muss.

Wer natürlich bisher einfach "irgendwie" gearbeitet hat, darf nebst der Dokumentation auch seine Prozesse umstellen. Das wiederrum ist meiner Meinung nach gut so und hilft uns allen.

Zuletzt möchte ich betonen, dass man nicht erst seit letzter Woche weiß, dass die DSGVO diesen Monat in Kraft tritt.

Bürokratische Endlosspirale der Kosten

Schon jetzt beträgt der bürokratische Aufwand eines Arztes ca. 30 % der Arbeitszeit.
Wenn die neuen gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden sollen, kann der Arzt entweder weniger Patienten behandeln, oder er muss eine Fachkraft für Datenverarbeitung einstellen.
Letzteres kostet den Arzt wieder Lohn- und Lohnnebenkosten, Einrichtung des Arbeitsplatzes usw.
Dafür müssen in der Praxis erst Erträge erwirtschaftet werden.
Also werden die Gesundheitskosten weiter steigen und steigen und die Kassen - die ja auch Gewinne machen müssen - werden immer weniger bezahlen, bzw. zu Individuellen Gesundheitsleistungen machen und die Beiträge kräftig erhöhen.

Letztendlich wird doch der Patient alleine gelassen und darf dafür noch zahlen...

@ werner40 zu "Nur jemand eingestellt werden"

ich gehe davon aus, Sie kennen jemand den man einstellen könnte. Ich kenn jedenfalls viele Ärzte die einstellen würden, aber keinen finden der diese Art von Tätigkeit machen möchte.
Somit ist es leichter gesagt wie getan.

Und vermutlich würden Sie diese Personen (falls gefunden) dann aus aus der Staatskasse bezahlen, den höhere Beiträge sind sicher auch nicht in Ihrem Sinne.

Nur wer ist der Staat ??

Datenschutz

Hurra, endlich mehr Datenschutz beim Arzt, Sportverein oder kleinen Handwerksbetrieb. Alles die Schwerverbrecher, die bisher durch unbändigen Datenmissbrauch aufgefallen sind. Was bringt das Gesetz: mehr Bürokratie, neue Geschäftsfelder für Abmahnanwälte und vermutlich kaum bessere Datensicherheit. Diejenigen, welche es mit der Datensicherheit nicht so genau genommen haben, werden das in Zukunft sicherlich auch nicht ernst nehmen. Dort wird das Gesetz sicherlich mit juristischen Spitzfindigkeiten und genügend anwältlicher Unterstützung bestmöglich umgangen. Das Gesetz ist sicherlich gut gemeint aber schlecht gemacht.

Einfach nur unglaublich

Es ist einfach nur unglaublich, was da wieder für ein Bürokratiemonster in Brüssel geschaffen wurde.
Es verursacht unnütze Aufwände z.B. bei kleinen Arztpraxen: Befunde können nur mit erheblichem zusätzlichen bürokratischen Aufwand angefordert werden, Telefonanrufe von Patienten können vom Empfangspersonal der Praxis nicht mehr ohne weiteres angenommen werden, der Papierkrieg nimmt weiter massiv zu, u.v.a.m.
Alles muss endlos dokumentiert werden, über alles muss belehrt werden, aber am Datenschutz ändert sich faktisch überhaupt nichts.
Noch eine Anmerkung: Frau Vera Jourova, die hierfür verantwortlich zeichnet, ist studierte Kulturanthropologin. Hätte sie Jura studiert oder mal in einem Unternehmen gearbeitet, wüsst sie vielleicht, was sie mit dieser Vorschrift anrichtet.

Und wer zahlt dessen Lohn?

Wenn der Lohn dieses Neueingestellten dann auch von der EU gezahlt würde, wäre es ja vielleicht noch ok. Dem ist aber nicht so.
Folge: Der erhöhte Aufwand muss bezahlt werden, und zwar letztendlich vom Patienten mit seinen Krankenkassenbeiträgen.

Also ich im Vertrieb

bekomme echt Probleme wenn ich auf Messen Visitenkarten bekomme. Ärzte haben auch Probleme, Internetfirmen - eigentlich jeder. Nur die Kommunen dürfen meine Daten jederzeit und ungehindert weitergeben, gegen Bares. Der Grundsatz des konkludenten Willenserklärung gilt nicht. Ich stelle es mir lustig vor bei einer Polizeikontrolle nach den persönlichen Daten befragt zu werden.

Oder darf der Bürger den Staat nicht auf 4% des Steueraufkommens oder gar des BIP verklagen, hat dieser also wieder sein billigeres Extrawürschen??

Die Lösung für diese DV-Probleme wäre ganz einfach:

In der Hausarztpraxis wird keine elektronische DV verwendet. Aber mit dem Digitalisierungswahn von Europ. Kommission und Bundesregierung wird ja auch verhindert, dass man per se diese unzuverlässige und unsichere Internettechnologie (erinnert sei an Meltdown und Spectre!) nicht benutzt. Stattdessen werden alle, auch Ärzten gezwungen, Patientendaten, Befunde usw. mit dieser unsicheren Digitaltechnik zu erfassen und zu übermitteln, um sie gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung und privater Abrechnungsportale wie Helmsauer abrechnen zu können.
Wir leben hier einer komplett absurd gewordenen Welt!

@ Werner40 12:12 Uhr

"Weniger Zeit für Patienten ? Nein, denn da muss doch nur jemand eingestellt werden, der sich darum kümmert."
Sie haben vergessen wer diese Kosten tragen soll.
Der Versicherte = Beitragserhöhung?
Der Gesetzgeber = Steuermittel?

Man hatte 2 Jahre Zeit sich

Man hatte 2 Jahre Zeit sich darauf vorzubereiten und Prozesse anzupassen, wer jetzt erst kurz vor 12 anfängt sich damit zu beschäftigen hat es selber verschuldet. Bei uns in der Agentur wurde niemand neu eingestellt sondern zwei Mitarbeiter in den letzten 2 Jahren zu "unserem" Datenschutzbeauftragten" berufen die sich damit beschäftigt haben und unsere Prozesse in der Hinsicht angepasst haben.

Hier wird die kostbare Zeit...

... von medizinischem Personal zur Dokumentation von Datenschutzmaßnahmen vergeudet. Auf der anderen Seite passieren solche Dinge, wie das Durchreichen von Einwohnermeldedaten an die GEZ. Einfach absurd, dieses ganze Datenschutztheater!

gerade in Deutschland...

... gibt es eigentlich kein Grund panisch zu reagieren. Das BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) gilt hier schon sehr lange und die DSGVO ist eine daran orientierte Verordnung fuer alle europaeischen Laender (Harmonisierung). Wer in D also bisweilen den Datenschutz entsprechend beruecksichtigt hat, der hat jetzt gar nicht so viel zu tun. Regelmaessige Schulungen fuer alle Angestellten, die personenbezogene Daten verarbeiten, werden - vielleicht - erstmalig eine Aufmerksamkeit dafuer erzeugen, wie man mit diesen Daten (diesem Wissen) umgehen darf.

Die Festschreibung der Datensparsamkeit, das Loeschen von Daten die nicht laenger benoetigt werden sind in unserer aktuell grassierenden Datengier fuer alle von groesster Bedeutung.

Bevor hier also munter auf diese Thematik mit Stammtischparolen eingedroschen wird, bitte ich alle Forenten sich mit den Rahmenbedingungen (nicht mit dem Gesetzestext) auseinanderzusetzen, nachzudenken und neu zu bewerten. Dies passiert in Ihrem vitalen Interesse!

Und die gute Nachricht darin ...

... auch Regierungen und Behoerden muessen sich an diese Vorgaben halten:

- Plaene zur eGK (Krankenversicherungsausweis) und der Telematik gehoeren dann unmittelbar beendet.

- Videoueberwachung im privaten und oeffentlichen Raum muss neu ueberdacht werden.

- biometrische Merkmale duerften nicht mehr erfasst und zentral gespeichert werden.

- die eAkte der Bevoelkerung gehoert unmittelbar auf den Muellhaufen der schlechten Regierung.

- das Bankgeheimnis gehoert sofort wieder eingesetzt.

- Staatstrojaner verbieten sich von selbst.

- anlasslose Ueberwachung und jegliche Datenaufzeichnung ist schlicht verboten.

- das Mitschneiden von jeglichem traffic IP-basierter Dienste (incl. chats, e-Mail und IP basierter Telephonie) ist zu untersagen.

Datensparsamkeit: weil nur was nicht gesammelt wird auch nicht misbraucht werden kann (vor allem wenn der Misbrauch in Gebrauch besteht). Man bedenke stets (aus Buergersicht) die Moeglichkeiten, die sich ergeben.

Resourcenverschleuderung

Leider haben uns jetzt Hirnspender einen sogenannten Datenschutz beschert. Für meine Praxis bedeutet dies, in Zukunft muss sich jeder Patient seine Wiederholungsrezepte selber abholen, deutlich erhöhte und zusätzliche Softwarekosten, keine Datenpflege ohne Patientenkontakt im Quartal, keine Beantwortung irgendwelcher Rentenanträge oder Krankenkassenanfragen ohne vorherige persönliche Schweigepflichtsentbindung und besondere Aufklärung, keine Terminvereinbarung für Patienten (Hierzu müssen patientenbez. Daten herausgegeben werden)., Konsile mit Kollegen nur nach schriftl. Schweigepflichtentbindung.... Ein Moloch an unbezahlter Mehrarbeit, Zeit und Resourcenverschwendung und für viele Patienten auch nicht einsehbar. Die ärztliche Schweigepflicht existiert für Laien nur dann, wenn es um die eigenen Belange geht und nicht um die des Partners oder der Eltern, hier ernte ich regelmäßig völliges Unverständnis wenn ich auf diese hinweise, das Beichtgeheimnis gilt mehr.

Ich bin fassungslos

Unfassbar, dass Bürokratieabbau seit Jahren nötig ist, und es in diesem Einzelfall (Nachweise was mit Daten geschieht) auch noch total unnötig erscheint, diese Bürokratie zu leisten. Die Ärzte und anderen Personen sollen einfach aufpassen, dass sie die Daten nicht unbefugt weitergeben, und das ist doch dann strafbar, und das muss genügen. Ich bin fassungslos.

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