Ihre Meinung zu: Öffentlicher Dienst: Erste Fortschritte im Tarifstreit

15. April 2018 - 20:17 Uhr

In den Tarif-Gesprächen für den öffentlichen Dienst hat es erste Annäherungen gegeben. In Einzelfragen gibt es aber nach wie vor Differenzen. Bis heute sollten Arbeitsgruppen Lösungsvorschläge ausarbeiten.

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Kommentare

Tarifpolitik

Das Problem ist weniger die Entlohnung der unteren Klassen, dort werden tatsächlich bereits höhere Löhne als in der freien Wirtschaft bezahlt. Der ÖD ist speziell für hochqualifizierte Menschen kein attraktiver Arbeitgeber mehr. Die gezahlte Entlohnung ist bis zu 50% niedriger als in der Industrie; zudem werden viele Stellen befristet. Weder ver.di noch der Bund scheinen ein echtes Interesse zu haben diesen Umstand zu ändern. Wer sich schon einmal fragte warum sich z.B. die IT im ÖD noch immer in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts befindet, findet hier eine Antwort.

Zur Gewerkschaftsgeschichte

Ver.di-Chef Frank Bsirske war der Mann, der GdL Chef Schell dazu aufforderte sich der Transnet unter Gewerkschaftchef Hansen einzugliedern (2007).
Hansen wurde in der Folge zu einem Vorstand der Dt.Bahn bestellt (3.Mio. Gehalt), was die Bezahlung war, für maßvolle Abschlüsse über Jahre.
Im Gegensatz zu Schell war Bsirske nie ein Gewerkschafter, auch heute nicht.
Da wird ein bisschen Kosmetik betrieben, vor den Wahlen, um so zu tun, als wäre man noch Urgestein.
Wer einem anderen Gewerkschaftsboss solchen Rat gibt, der weiß warum. Die Beitragszahler von Verdi tun mir leid.

überzogene Forderungen

Viele Menschen im öffentlichen Dienst wissen nicht, wie gut sie es haben. Wir haben hohe Schulden auf Kommunal- Landes- und Bundesebene. Diese gilt es abzubauen. Ich kann nicht Geld verteilen, was nicht da ist. Vor allem traut sich niemand, das Pensionsmodel zu überarbeiten, welches selbstherrlich und teuer ist. Beamte sollten die gleichen Rentenbezüge bekommen, wie normale Arbeitnehmer, dann wäre es auch gerechtfertigt, die Tarifabschlüsse auf die Beamten zu übertragen. Bezahlen tun es nämlich die Menschen aus der freien Wirtschaft. Und die träumen von den Arbeitsbedingungen in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes.

BAT und TVöD/TV-L

Im Vergleich mit dem bis 2005/2006 geltenden Bundes-Angestelltentarifvertrag (BAT) sind die Gehälter für Neueinstellungen mit dem seit 2005/2006 geltenden TVöD bzw. TV-L um ca. 1/4 bis 1/3 nach unten gekürzt worden. Grund hierführ ist die ersatzlose Streichung der ehemals im BAT geregelten Zulagen sowie die Umstellung von Lebensaltersstufen auf Erfahrungsstufen. Diese Kürzung bzw. Lücke sollte durch sog. Leistungszulagen ausgeglichen werden. Diese Leistungszulagen sind bis heute nicht vereinbart bzw. nicht einmal verhandelt worden. Auch nun sind Leistungszulagen kein Verhandlungsgegenstand. Da das beamtenrechtliche Zulagensystem weiterhin Bestand hat, bleiben die teilweise beachtlichen Einkommensunterschiede zwischen Beamten und Angestellten weiterhin bestehen bzw. geht die Schere zwischen den Beamten und Angestellten weiter auseinander. Die durch die Umstellung von BAT auf TVöD bzw. TV-L entstandene Kürzungslücke wird auch weiterhin nicht geschlossen.

Mit dem hier hat Verdi recht - Lohnabstände verkleinern!

Weiterhin kann ich dem hier von der Verdi mit den Lohnabständen:

Ver.di-Chef Frank Bsirske hatte zuvor gewarnt, die Abstände der Entgelte im öffentlichen Dienst zur Privatwirtschaft dürften nicht immer größer werden. "Der öffentliche Dienst muss attraktiver werden." Das gelte besonders auch für Auszubildende. Seehofer habe offenbar dieser Verständnis dafür, dass gerade die unteren Einkommen bessergestellt werden sollten.

nur vollumfänglichst zustimmen. Ja, die Schere zwischen Arm und Reich darf nicht noch weiter aufgehen und die Lohnabstände muessen deutlich spuerbar verkleinert werden. Weiterhin kann es nicht sein, dass solche Bundesländer wie Berlin dauerhaft auf Kosten der anderen leben.

Ich hatte ja schonmal Vorschläge dazu unterbreitet, wie man locker von derzeit 16 Bundesländern auf 10 oder sogar 8 Bundesländer runterkommen könnte. Und mit dieser Idee von mir wuerde massiv Geld frei werden und könnte umverteilt werden.

Scheint ja alles schon

Scheint ja alles schon verabredet zu sein zwischen dem Gewerkschaftanführer der Bosse und dem Heimatmuseumsbeauftragten
Hoffentlich stimmen die Gewerkschaftsmitglieder gegen das abzusehend alberne Ergebnis, wenn es nicht mindesten die Forderungen in völliger Gänze erfüllt.
Für einen Kompromiss, der auf lächerliche 2% hinauslaufen wird, hätte man nicht streiken müssen.

@weites Land, 21.12

Auch Ihnen noch mal ins Stammbuch geschrieben: diese Tarifauseinandersetzung dreht sich nicht um "Staatsbedienstete", sondern um Arbeitnehmer, die nach den Tarifbedingungen des öffentlichen Dienstes beschäftigt werden. Zum Beispiel um mich. Und ich bin Angestellter eines kommerziellen Unternehmens. Ich werde keine Pension erhalten, sondern eine stinknormale gesetzliche Rente. Ich bin jederzeit kündbar, nix mit sicherem Arbeitsplatz. Ihre Tariferhöhungen bezahle ich über die Preise mit, wie jeder andere auch. Gerne denke ich darüber nach, "wie gut ich es habe", wenn Sie es mir einfach mal erklären.
Danke im Voraus.

re weites land

"Viele Menschen im öffentlichen Dienst wissen nicht, wie gut sie es haben."

Z. B. der Lehrer, dessen Zeitvertrag vor den Sommerferien ausläuft und der nach den Sommerferien wieder mit Zeitvertrag eingestellt wird. In den Ferien kann er ja von dem leben, was er von seinem fürstlichen Gehalt angespart hat.

Nee, der weiß wirklich nicht, wie gut er es hat.

Ich bin gegen die prozentuale

Lohnerhöhung, denn davon profitieren vor allem die, die ohnehin mehr verdienen. Die Einkommensschere klafft nur noch weiter auseinander. Viel sinnvoller ist ein fester Betrag, um den sich die Gehälter erhöhen.

Verwaltung digitalisieren

Verdi will 6% mehr, u.A. weil mehr Steuern eingenommen werden
. Was hat der öffentliche Dienst dazu beigetragen?
Die Verwaltung ist völlig aufgebläht, weil unfähige Juristen in der Regierung, den Parlamenten und den Verwaltungen immer kompliziertere Gesetze und Verordnungen fabrizieren. Inzwischen ist es gelungen, selbst die wirren Regeln der Einkommensteuer auf den Computer zu bringen. Die Länder im Baltikum zeigen,dass viel Verwaltung automatisierbar ist, wenn wie dort historisch bedingt, Gesetze einfach und logisch sind.
Natürlich macht es Sinn,dass ein Richter ein maschinell vorgeschlagenen Urteil überprüft. Erzieher, Lehrer,
Feuerwehr und Polizei braucht es auch weiterhin und mit fairer Bezahlung.
In vielen Bereichen der Verwaltung kann man aber sparen.

Entwicklung der Löhne

Interessanter Link um Die Entwicklung der Löhne im Öffentlichen Dienst, der Gesamtwirtschaft und der Metaller zu vergleichen.
http://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entwicklung1/
Im ÖD gab es einen Reallohnverlust. Die Schere geht seit Jahren immer weiter auseinander.
Angestellte im ÖD sind Arbeitnehmer wie viele andere auch. Vorteile gegenüber der Privatwirtschaft fallen mir spontan nicht ein

@ Bayerndödel

Ich bin gegen die prozentuale Lohnerhöhung, denn davon profitieren vor allem die, die ohnehin mehr verdienen.

Die Geringverdiener mögen es so sehen, die besser verdienenden höheren Angestellten dürfen aber auch anderer Meinung sein.

Globalisierung macht stark steigende Löhne notwendig

Die provinzielle Betrachtungsweise greift zu kurz. Kommunen und Länder hätten nicht genug Geld.

Die USA wollen die deutsche Wirtschaft mit Zöllen belegen. Grund: Lohndumping. In den letzten drei Jahrzehnten sind die Reallöhne nur um ein paar mickrige Prozentpunkt angestiegen. Zugleich ist die Wirtschaft um rund 50% gewachsen. Die arbeitende Bevölkerung wurde aber von ihrerem Mehr an Leistung ausgeschlossen. Eine kleine Gruppe aus Politikern, Unternehmern und Superreichen hat das Mehr an Wachstum eingestrichen.

Die Fetten Jahre für die Superreichen sind vorbei. Deutschland muss seine „exzessiven“ (IWF) Exportüberschüsse endlich abbauen und wieder einen eigenen Beitrag zur globalen Nachfrage und Kaufkraft liefern. Wachstum und neue Arbeitsplätze können nicht länger nur über ausländische Nachfrage erzeugt werden.

Der Staat muss mit guten Beispiel voran gehen. Kräftige Lohnerhöhungen die deutlich über der Inflationsrate liegen sind alternativlos.

@ Weiteres Land

Viele Menschen im öffentlichen Dienst wissen nicht, wie gut sie es haben.

So gut, dass in der Finanzverwaltung des Bundeslandes Hessen über 40 Stellen nicht besetzt werden können, weil qualifizierte Mitarbeiter in die Privatwirtschaft wechseln.

20:36 von Jus

>> speziell für hochqualifizierte Menschen kein attraktiver Arbeitgeber mehr <<
Am Geld lag es nicht, dass ich den ÖD verlassen habe. Dank Bonuszahlungen verdiene ich in der freien Wirtschaft zwar in Summe mehr, auf die Stunde runtergebrochen schenken sich die beiden Bereiche aber nicht viel.

>> warum sich z.B. die IT im ÖD noch immer in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts befindet <<
Das liegt eher daran, dass der ÖD veraltete, langatmige und streng hierarchische Strukturen hat. Zudem starke Betriebsräte/Gewerkschaften, die dynamische Mitarbeiter oft ausbremsen und Veränderungen blockieren/verlangsamen.

Angepasste Lohnerhöhungen

sind richtig. Wenn dann aus den Lohnforderungen der Gewerkschaften von 6 % am Ende 3 - 4 % wirklich heraus kommen,so ist es doch gerecht. M.M.

@ Weiteres Land

Viele Menschen im öffentlichen Dienst wissen nicht, wie gut sie es haben.

Erzählten Sie das bitte einem jungen Bauingenieur, den wir im Landratsamt einstellen würden, der sich bei der Bezahlung aber gar nicht erst bewirbt, sondern lieber zu einem privaten Unternehmen geht.

Öffentlicher Dienst? So kommen wir nicht weiter.

Jeder Bürger hat im Ehrenamt tätig zu sein - und nur dort!
Niemals darf einer von seiner erbrachten Leistung eine Gegenleistung (Gehalt oder Lohn) erwarten, vielmehr sollten sämtliche Bürger uneigennützig arbeiten. Einfach aus ihrem ureigensten Trieb heraus, - tätig zu sein, - völlig ohne Gegenleistung.
Okay - das ist das/mein Ideal. Aber warum denn nicht?

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