Ihre Meinung zu: Analyse von Hass-Kommentaren: Lautstarke Minderheit

20. Februar 2018 - 17:00 Uhr

Eine Daten-Analyse zeigt: Die meisten Hass-Kommentare im Netz werden von wenigen Nutzern unterstützt. Diese lautstarke Minderheit will gezielt Diskussionen manipulieren. Von Svea Eckert und Patrick Gensing.

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Kommentare

Facebook-Algorithmus ergibt eine höhere Reichweite

"Denn polarisierende Debatten, die oft erst durch koordinierte Aktionen ausgelöst werden, erhielten durch den Facebook-Algorithmus eine höhere Reichweite als sachliche Diskussionen."

Da ist ein Hauptproblem benannt.
Im Artikel kommt auch noch das andere vor: Die vom Verkauf - und ich fürchte auch die von Quoten - abhängigen Medien haben gar nichts dagegen, wenn sie durch Krawallmacher mehr Klicks, mehr Umsatz, mehr Auflage machen.

Bisher war das das "Privileg" von "Bild" und co.

Hass Neid Geiz

Wer diese Gefühle bei sich zuläßt ist verloren!

facebook

Es liegt in der Macht der Nutzer, dem ein Ende zu setzen: alle Accounts löschen, facebook facebook sein lassen.

Dafür muss man nicht bis Facebook gehen

das merkt man auch hier. Es gibt Themen, da stürzen sich sofort alle drauf, Putin, Merkel, Palästina, Flüchtlinge. Mit Haß und selbst Fakenews werden gemäßigtere und differenzierende Kommentare untergebuttert. Meinungsäußerungen in solchen Foren sind alles andere statistisch repräsentativ. Würde man hiernach gehen, hätte Merkel schon lange keine Chancen mehr bei Wahlen gehabt. Aber der Glaube an das Geschriebene in diesen Foren ist gefährlich. So können eben selbst extrem kleine Minderheiten, die professionell vorgehen, wie die russischen Agenten in der USA, sich durchaus Hoffnung machen, die Meinung der Öffentlichkeit zu beeinflussen. Fakenews finden ein Publikum. Wir müssen noch lernen und Mechanismen entwickeln, um mit diesen neuen Foren umzugehen.

ich bin überhaupt nicht bei Facebook

und weiß trotzdem, dass sich User nicht nur mit Mehrfach-Identitäten im Netz tummeln, sondern sich auch derart zeitlich und thematisch organisiert zusammenschließen, dass dahinter eine Art Kommandostruktur zu vermuten ist. Direkt hier in diesem Forum ist dies zu beobachten. Sie spielen füreinander den Stichwortgeber, bestätigen sich gegenseitig und versuchen - vergeblich - den Eindruck zu erwecken, es handele sich um eine bedeutende Zahl verschiedener Nutzer. Die Inhalte hingegen geben selten etwas vernünftiges her.

Facebook nutzt kaum noch jemand

Generell wünschte ich mir, dass die Tagesschau mal die Plattform Facebook an sich kritisch betrachtet bzw mal hinterfragt In sachen generelle Benutzerzahlen.

Ich komme aus dem Social media business und mir fällt auf ,dass diese Platform Facebook kaum noch Nutzer hat. Scheinbar werden künstlicher Traffic von Facebook direkt vorgetäuscht um eine "hohe"nutzerrate zu simulieren ( für potentielle Werbekunden) und um die FB aktionäre bei laune zu halten?
In meinem Umfeld nutzt keiner mehr Facebook und die nächste junge generation benutzt das überhaupt nicht ( laut unseres analysetool ) den wir schauen ständig bei social medias ob es sich lohnt werbung zu schalten und bei facebook macht es schon lange keinen Sinn mehr da kaum "echte nutzer" vorhanden sind.

Frust

"Es ist eine schöne Sache, wenn man sich in Kommentarspalten über ein politisches Thema austauschen kann. Es wird nur dann schwierig, wenn die jeweilige Diskussion von einer bestimmten Richtung dominiert wird, die das nutzt, um ihre Propaganda zu verbreiten."

In letzter Zeit habe ich hier häufiger Kommentare gelesen, die eine gewisse Frustration zum Ausdruck brachten, dass die Propaganda in Beiträgen einiger Teilnehmer überhand nehmen würde, trotz Moderation. Ich denke, die TS sollte ruhig konsequenter Gebrauch von ihren AGBs machen und für Ausgewogenheit und Fairness sorgen.

Mir persönlich gefalllen auf Facebook die Memes

mit irgendeiner meist völlig unrealistischen (meist unwahren) oder fremdenfeindlichen politischen Botschaft besonders gut, die dann auf den Text enden. "Wetten Du bist zu feige, dies zu teilen!"

Da könnte ich jedes Mal einen Anfall bekommen, besonders wenn ich dann sehe wer im Bekanntenkreis nicht zu feige war, den Schwachsinn zu teilen.

@ich bin überhaupt nicht bei Facebook 19:10 von frosthorn

Dabei ist Facebook ja nur eins der Vielen.
Dasselbe läuft auf twitter, snapchat,instagram,reddit um nur Einige zu nennen.

Die Agenda ist dieselbe wie in allen 'social media':
Die 'Vernünftigen' zuzutexten bzw. zu diffamieren.
In ihren Handbüchern (Infowar & Co.) steht genau, wie sie andere mundtot machen sollen.

Als nicht Nutzer

von FB würde ich sagen die Plattform einstellen, da hätten die Erfinder und Nutznießer aber sich was dagegen.

Gruß

facebook nutzt niemand mehr

Dann sind die Zahlen wohl alle Fakenews:

Facebook hat 2,1 Milliarden aktive Nutzer
1,4 Milliarden nutzen die Plattform jeden Tag
277 Millionen nutzen Facebook jeden Tag in Europa
Fast 13 Milliarden US$ Umsatz hat Facebook im 4ten Quartal 2017 gemacht
WhatsApp wird von 1.5 Milliarden Menschen genutzt
60 Milliarden Nachrichten werden jeden Tag über WhatsApp verschickt
70 Millionen Unternehmen nutzen Facebook, 6 Millionen Werbeaccounts
25 Millionen Unternehmen sind auf Instagram aktiv (November 2017)
(Quelle: allfacebook.de)

//Facebook belohnt

//Facebook belohnt polarisierende Beiträge//
.
Ja, das ist ein Problem, da FB eine riesige Reichweite hat und sich viele v.a. Jüngere ausschliesslich über FB informieren und, anders als im Forum hier, die Beiträge dort nicht freigeschaltet werden müssen.

hm

Kreißel: "Es ist eine schöne Sache, wenn man sich in Kommentarspalten über ein politisches Thema austauschen kann. Es wird nur dann schwierig, wenn die jeweilige Diskussion von einer bestimmten Richtung dominiert wird, die das nutzt, um ihre Propaganda zu verbreiten."

Tja, was soll man als langjähriger Nutzer von meta.tagesschau.de dazu sagen? Da kennt man die totale Übernahme von Diskussionen ebenso, wie die Übermoderation von Themen ...

Ich weiß auch nicht, wie man das lösen soll.

Danke für diesen Artikel und

Danke für diesen Artikel und ein Danke an die Polizei Berlin, dass sie sich ausdrücklich mit der "#Ichbinhier solidarisiert . Dass die Polizei für diesen Kommentar Dutzende Anfeindungen von Profilen aus dem AfD- und Pegida-Umfeld bekommen hat, zeigt, dass sie richtig gehandelt hat. Denn gerade diese Nutzer wollen die Polizei immer wieder für ihre rechtspopulistischen Ziele in Stellung bringen - ganz nach dem Motto - wir stehen doch auf der gleichen politischen Seite. Dass dem nicht so ist, hat die Polizei mit der Unterstützung von #ichbinhier deutlich gemacht. Darüber erregen sich die AfD Fans und Identitären, weil sie ja meinen, die Polizei sei ihr natürlicher Verbündeter. Umso wichtiger ist die Unterstützung von #ichbinhier durch die Polizei.

Die rechten Hetzer sind nicht das Volk, sondern nur eine kleine Minderheit aus dem Volk. Längst nicht jeder AfD Frustwähler ist ein rechter Hetzer, so dass man die AfD Wahlergebnisse nicht mit solchen Hetzern ala Poggenburg gleichsetzen darf

Hass stoppen

Wer stoppt die Hassenden und die Frustrierten auf Facebook, Twitter und in Foren?

Kant 2.0 Facebook nutzt kaum noch jemand

stimmt, aber dann sind es eben andere neue Plattformen, die sich etablieren. Das Ergebnis bleibt das Gleiche, denn es ist egal, wo das stattfindet.

@geme

In sachen Nutzerzahlen:

Ja es sind fakenutzerzahlen direkt offiziell von facebook als reale Nutzer zahl .
Ein vorgetäschter Nutzer wird als Nutzer bei Facebook gezählt. Ein Boot is ein Nutzer, wenn ein Boot 1 million mal postet dann ist es/er 1 million mal Nutzer (be-nutzer)

Jetzt Rechnen sie mal:-)

Diese Platform is leider kaum noch der Rede wert.

Wesentlich zu einfache Sichtweise

Zitat von oben: "Kreißel betont, dass die politische Ausrichtung von aktiven Profilen bei moderierten Diskussionen eher ausgeglichen sei. "

Und genau hier liegt der Hund begraben - und offenbar sieht das niemand. Die "moderierte Diskussion" ist bei allen großen Plattformen Usus und eine täglich geübte Form der Zensur - ganz ohne sogenannten Hass. Denn für manche Leute ist "Hass" alles, was nicht Ihrer Meinung entspricht.

Ähnlich sieht es mit "kuratierten" Bestsellerlisten aus Hamburg aus.

Machen Sie einen einfachen Test: Widersprechen Sie in 6 großen Mainstreammedien-Foren in deutlichen Worten der Redaktionsmeinung, bleiben höflich und beleidigen niemanden. Ergebnis: In 4 von 6 Fällen wird Ihr Beitrag "wegmoderiert", also unterdrückt. Das kann jeder auf der Stelle ausprobieren und bestätigen las

Wäre es nicht genau dieses Thema, würde bei Ihnen auch dieser Beitrag "wegmoderiert". Das ist allgemein bekannt und der o.a. Artikel wird im Netz überwiegend ein müdes Lächeln hervorrufen

@GeMe, 19:21

Mir persönlich gefalllen auf Facebook die Memes
mit irgendeiner meist völlig unrealistischen (meist unwahren) oder fremdenfeindlichen politischen Botschaft besonders gut, die dann auf den Text enden. "Wetten Du bist zu feige, dies zu teilen!"

Ich bin nicht bei Facebook, umso interessanter sind für mich Ihre Erfahrungsberichte, die Sie hier immer wieder einstreuen. Ihr Beispiel finde ich besonders erhellend, zeigt es doch, dass man mit Floskeln, die sich kaum von einem platten Werbespruch unterscheiden, versucht, nach Unterstützern zu fischen. Und recht anschaulich wird auch das intellektuelle Niveau, auf dem man die gewünschten "Zielgruppen" zu finden hofft.

@paddi

Früher hat das erreichte gezählt
Heute reicht das erzählte...

Ähnliches hier im Forum

Eine ganz ähnliche Situation kann ich auch hier im Forum der tagesschau.de feststellen.
Eine gute handvoll User (die Pseudonyme dürften allen bekannt sein) treten hier mit immer gleichen oder sehr ähnlichen Formulierungen auf:
'Alle' sind der Meinung ...
'Keiner' will, dass ...
'Das Volk' sollte gehört werden ...
'Wir' sollen mitreden dürfen ... usw.
Sie erwecken damit den Eindruck, die Meinung einer großen Mehrheit wider zugeben. Bei genaum Hinsehen entdeckt man aber sehr schnell, dass es immer die gleichen Absender sind.
Von der Moderation würde man sich dabei gelegentlich wünschen, dass nicht auch noch die 37. Variante der gleichen Nudel durchgewunken wird, sondern dass Posts, die neue Sichtweisen und Gedanken einbringen, zusätzliche Aspekte oder Ideen beitragen der Vorzug gegeben wird.

@ Kant 2.0

Ich habe massive Zweifel an Ihrer Aussage, dass Facebook kaum jemand nutzt.
Auch frage ich mich, wie jemand, der von sich behauptet, aus dem "Social media business" zu kommen, Begriffe wie "Bot(s)" nicht geläufig sind.
Man kann sich ja mal vertippen - aber in einem einzigen Beitrag gleich zweimal "Boot" statt, wie es richtig wäre, "Bot" zu schreiben, gibt einfach nur Anlass zu erheblichen Zweifeln.
Auch diese Ihre Aussage ist eines Menschen aus dem "Social media business" unwürdig:
>>...Ein Boot is ein Nutzer, wenn ein Boot 1 million mal postet dann ist es/er 1 million mal Nutzer (be-nutzer)...<<
Wenn ein und der selbe Bot 1000x postet, ist er immer noch nur ein einziger Nutzer.
Und wenn sich bei Facebook bald nur noch Bots herumtummeln würden, deren Betreiben schließlich Geld kostet - wen sollen sie dann Ihrer Logik zufolge dann noch erreichen?
Etwa andere Bots...? Die paar Wenigen, von denen Sie reden...?

Joe_66

Wie hätten Sie es denn gern?Links karwandler 3 mal. Rechts breiter bart 3 mal.Unfug demokratieschue... 3 mal. Schwierig. Die Einordnung ist meine persönliche Meinung!

alte Mechanismen in neuem Gewand

Man erinnere sich nur an die Ereignisse um die Startbahn-West. Eine kleine Minderheit hat durch die damals möglichen Methoden der Erlangung von Aufmerksamkeit die Debatte bestimmt, viel Hass und Agression erzeugt - bis zu den Schüssen auf Polizisten.
Kleine Gruppen von Fanatikern wollen großes erreichen.
Alte Mechanismen in neuem Gewand.
Auch damit wird die Gesellschaft fertig.

@19:54 von pankratius: "wegmoderiert"

Entspräche Ihre Sichtweise der Wahrheit, dann gäbe es im Tagesschauforum sicher nicht so viele Beiträge, die meiner Meinung nach sehr rechtslastig sind.

Manche Diskussionen hier werden von Rechten quasi gekapert. Schreibt man dann etwas kritisches dazu, wird man wie Sie sagen "wegmoderiert". Vielleicht sitzt an solchen Tagen auf die AfD in der Moderation *augenzwinker*

Auch ich bekomme immer wieder Beiträge gesperrt. Leider bekommt man keinen Hinweis warum. Da müsste TS mal etwas machen und wenn es nur ein Hinweis in Form eines Häkchens ist: z.B. Off-topic, Beleidigung/Hasskommentar, persönlicher Angriff, Quelle fehlt oder so etwas in der Art.

@ frosthorn

Aussagen in den Memes, wie von @GeMe angeführt, sind noch nicht mal das große Problem.
Das Problem ist vielmehr die Art und Weise, wie Facebook dem Nutzer Artikelvorschläge macht. Das läuft wie im Internet "personalisiert" ab. Wenn Nutzer A Seiten aufgesucht hat, die sich mit kriminellen Flüchtlingen beschäftigen, bekommt er Vorschläge, die in die gleiche Richtung gehen.
Dadurch werden diese Leute zusehends in eine Filterblase gesteckt, das negative Weltbild verdichtet sich bis hin zum Punkt des geistigen "NoReturns".
Organisierte Szenen (Identitäre und andere rechtsgerichtete Gruppen) versuchen, parallel die Kommentarspalten in den Onlinemedien zu überschwemmen und den normalen Leser, der sich ihnen in den Weg stellt, mit Hass, Anfeindungen, Gelächter mundtot zu bekommen. Unter Zuhilfenahme von Bots, denn nur mit Menschenkraft ist das nicht zu stemmen.

Man muss aber schon unterscheiden.

Hass und Stimmungsmache im Internet ist eine Sache, die Stimmung in der Bevölkerung eine andere. Man sollte hier nicht Äpfel mit Birnen vermischen. Wenn man sich die neueste Wahlumfrage anschaut, nach der die AfD die SPD bereits als Volkspartei abgelöst hat, kann man sich kaum vorstellen, dass das alles Trolle sein sollen. Auch in diesem Beitrag wird wieder gegen die AfD gehetzt, wobei man das Gegenteil dessen erreicht was man erreichen möchte, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist.

Was ist ein Hasskommentar ?

Natürlich gibt es massenhaft Meinungsmache und "Fake News" im Internet. Eventuell gibt es gar "Kampagnen", obwohl ich bezweifle das die Reichweite dieser Kampagnen Bundestagswahlen beeinflussen kann. Man muss aber sehen das es lange Zeit erwünscht war und gar gefördert wurde das "Influencer" von Wirtschaftsunternehmen oder Parteien oder "Pressuregroups" das Konsumverhalten oder die öffentliche Meinung beeinflussen. Ich vermute das eigentliche Problem liegt darin das die Deutungshoheit und das Meinungsmonopol klassischer Medien ins Wanken geraten ist. Es ist garnicht die Zahl der Follower entscheidend sondern der Schneeballeffekt: die richtige Idee zur richtigen Zeit kann eine ganze Lawine auslösen und die öffentliche Meinung kippen lassen. Und das ist doch eigentlich etwas Gutes, wenn sich die besseren Argumente oder Ideen durchsetzen, oder ?

Es ist heute wieder schwierig

seine Meinung vertreten zu können, wenn diese vom vorgebeteten Mainstream abweicht.
Ich bin mir sicher, dass es diesen Hass zum Teil nur deshalb gibt, weil man sich oft weigert, einen Diskurs zu führen und Dissensen auszudebattieren. Oft haben Menschen inzwischen damit ein Problem, wenn man sich in seiner Meinung vom Mainstream ablöst und mutig seine Meinung vertritt ( obwohl dies in einer Demokratie nun wirklich möglich sein müsste).
Diese enttäuschten und zurückgewiesenen Menschen werden sich dann wütend und grob äußern und sich andere Kanäle suchen.

Damit bin ich der Meinung, dass der heutige Journalismus eine Verantwortung dafür trägt, dass der Hass einiger so explodiert.
Diese ideologisch und ethisch geschwängerte Politik und der Journalismus engen Menschen ein und entmündigen sie.

Es gibt auch ein Recht auf Wut und ein Recht darauf, seine Wut in Worte zu fassen, solange man nicht beleidigt. Was ich sehe:
Andere Meinungen werden oft geblockt, obwohl sie keinen Hass enthält.

Und was ist nun ein Hasskommentar?

Ich bin doch sicher, dass nach Verabschiedung des NetzwerkDG man sich doch zumindest jetzt eine ausreichend explizite, konkrete und eindeutige Festlegung für den Begriff "Hass-Kommentar" vorgenommen hat. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man bei der Ausarbeitung des NetzwerkDG derartig stümperhaft und handwerklich schlampig vorgegenagen ist, dass diese begriffliche Definition noch immer nicht vorliegt.

Insofern wiederhole ich meine Frage: Was ist ein "Hass-Kommentar"™?

@20:13 von silk: Meine Zustimmung

zu Ihrer Antwort auf Kant 2.0. Ich stehe jeden Morgen vor an einem großen Keisverkehr vor einer Schule im Stau. Überall laufen Smombies (Schüler die auf ihr Smartphone starren) um die Autos herum. Erhascht man zufällig mal einen Blick auf eines der Geräte, dann sieht man facebook, whatsapp und natürlich Musik-Apps.
Bei unseren Lehrlingen und wir haben viele davon, ist es in den Pausen nicht anders. Da wird sich sofort bei facebook eingeloggt, um mit den Freunden Neuigkeiten zu tauschen.
Ich weiß, dass das nicht repräsentativ ist, aber für einen Dienst, den angeblich keiner mehr nutzt, sind es doch recht viele.
Nebenbei gefragt, welcher andere Dienst sollte zur zeit facebook ersetzen? StudiVZ vielleicht?

Hass nicht gleich Meinung nicht gleich schnelles Kippen

Du vermischst:
"Haß" (wohl vom US-englischen Gebrauch von "hate"?!) - oft gemeint sind Respektlosigkeit, Beleidigungen, Intoleranz usw. bis hin zu tatsächlichem Haß. Ja, die zunehmende Enthemmung in diesem Sinne finde ich gefährlich, weil sie eben einem respektvollen Miteinander, Augenhöhe, der Bereitschaft zum Austausch (Zuhören!) und letztlich der Demokratie entgegenstehen.

Gegensätzliche Meinungen sind auf respektvoller Grundlage und bei Bereitschaft zum Austausch in einer Demokratie willkommen!

Schnell kippende Meinungen haben leider selten mit "besseren Argumenten" zu tun, ganz im Gegenteil oft mit fehlender Auseinandersetzung, mit undifferenzierter Schnell-Übernahme von oberflächlichen Argumenten und schlicht mit kurzfristigen Trends und Empörungs-Hypes. (Warum ginge es sonst so schnell? Weil niemand die "besseren Argumente" vorher kannte? Warum kippen Meinungen dann auch oft schnell zurück, wenn die Argumente gut sind?)

Was ist Repräsentativ?

Auch mit dem ARD Forum habe ich so meine Probleme:

Ich würde gerne hier kommentieren - und bin selbst eher links-liberal - arbeite halt leider unter der Woche bis 20:00 Uhr. Bis dahin sehe ich zu 60% Kommentare, bei denen ich nur den Kopf schütteln kann.

Versuche ich dann was zu veröffentlichen heißt es: Moderation überlastet, Kommentierung beendet oder es wird nicht veröffentlich, weil kein Moderator Zeit hat.

So entsteht selbst in diesem Forum ein völlig falscher Eindruck der "Meinung", weil diese Art der Moderation nicht fair im spieltheoretischem Sinne ist.

Ich habe deswegen auch schon mal eine Beschwerde-Mail an die ADR geschrieben, aber die scheinen das Grundproblem des fairen Zugangs nicht zu verstehen...

Es wäre wesentlich sinnvoller, wenn die Moderation Kommentare nicht freigeben müsste, sondern nachträglich sprerren würde, falls sie gegen die Spielregeln verstößt.

Es ist auch eine lautstarke Minderheit, die ...

.. vorschreibt was gedacht und gesprochen werden soll und darf.
.
Die Empörungswellen in Netz- und Medienwelt haben immer den selben Ursprung. Dafür braucht es kein Facebook.

Wenn man Hass mit Hass begegnet, wird nichts besser

Auf den Straßen gibt es auch Demos von Konservativen und auch von Rechten.
Wer hier Hass wittert und entdeckt, geht in Gegendemos oft mit selbigem Hass vor.
Es wird mit Flaschen geworfen, gepöbelt und getreten.
Jüngst in Berlin gab es den Frauenmarsch.
Man kann anderer Meinung sein, aber man darf die Meinungsfreiheit und das Demonstrationsrecht dieser Menschen nicht einengen oder gar verhindern.
Man zahlt mit gleicher Münze zurück und macht sich selbst zum Hasser.

Damit gewinnt man nichts; auf keiner Seite.
Im Gegenteil: Druck erzeugt Gegendruck!
Die Regel ist so alt, dass man langsam daraus gelernt haben sollte.
Man sollte argumentativ vorgehen und wenn man darin unterliegt, sollte man Wahrheiten nicht vertuschen, sondern anerkennen und Problemlösungen suchen, statt dem Hass (gegen seine politischen Gegner gerichtet) ebenso bedrohlicher Weise Lauf zu lassen.

Ich finde es entsetzlich, wenn man Menschen mundtot machen möchte und mit Trillerpfeifen eine Rede verhindern möchte.

@BreiterBart 21.29

gute Frage, würde ich auch gerne genau wissen- aber das ist ja der Sinn der Sache. Man weiß, es ist dünnes Eis und deshalb äußern dann Einige oder Viele ihre Meinung nicht. Und genau das scheint gewollt zu sein. Beispiel: wenn ich schreibe "ein besseres Land als Deutschland findet sich überall. Dieses freudlose Volk wird Niemand fehlen"- das ist dann köstliche Satire. Wenn ich jetzt, je nach Gusto "Deutschland" mit einem andern Land ersetze, z.B. eine freudlose Monarchie mit viel Öl und viel Sand, in dem Frauen wenig zählen und Menschen noch für Küssen ausgepeitscht werden- dann wäre es keine Satire mehr.

@the_aa

"So entsteht selbst in diesem Forum ein völlig falscher Eindruck der "Meinung", weil diese Art der Moderation nicht fair im spieltheoretischem Sinne ist."
.
Sie glauben gar nicht wie schwer es ist hier Meinungen veröffentlicht zu bekommen die nicht der Redaktionslinie entsprechen. ... auch wenn sie keiner der hier geltenden Spielregeln widersprechen.

@BreiterBart, 21:29

Insofern wiederhole ich meine Frage: Was ist ein "Hass-Kommentar"™?

Nun ja, Antworten auf Ihre Fragen gehen entweder unter, als seien sie niemals erfolgt, oder Sie quittieren Sie mit "das verstehe ich nicht". Die Wiederholung Ihrer Frage wird also für Sie keine neuen Erkenntnisse bringen.
Und wenn "Hass-Kommentar" für Sie schon ein eingetragenes Markenzeichen ist ("TM" ), wer im freien Markt könnte oder wollte da schon eine Antwort geben?

Am 20. Februar 2018 um 19:35 von Phonomatic

Tja, was soll man als langjähriger Nutzer von meta.tagesschau.de dazu sagen? Da kennt man die totale Übernahme von Diskussionen ebenso, wie die Übermoderation von Themen ...

Ich weiß auch nicht, wie man das lösen soll.

Sehe ich auch so!

@joe66, 19:19

Falls Sie mit Ihrer etwas umständlichen Formulierung meinen, dass die Redaktion noch mehr unliebsame Kommentare sperren soll, muss ich Ihnen deutlich widersprechen.

Auch mir sind diese Kommentare aus der (extremen)rechten Ecke mehr als unlieb. Dennoch bin ich der Meinung, dieses Problem kann in demokratischen Gesellschaften nicht über Kommentarsperrungen gelöst werden.

Dann muss man den rechtsradikalen Armleuchtern halt widersprechen!

Mich wundert vielmehr, wie gewisse Kommentatoren aus dieser Ecke hier mit offensichtlich auf der Festplatte gespeicherten und immer wieder hervorgeholten politischen Pamphleten "herummüllen" dürfen. Ebenso die Frage der Mehrfachidentitäten (wobei die natürlich schwer nachzuweisen sind).

Bei solchen (formalen) Verstößen sind Kommentarsperrungen angebracht. Aber nicht bei inhaltlichen Debatten!

@21:27 von yolo: Meinung abseits des Mainstreams

Immer wieder lese ich: "Weil ich eine Meinung abseits des Mainstreams vertrete...."
Die allermeisten Kommentare, die ich im Internet lese und die so beginnen, sind rechtspopulistisch bis rechtsextrem.
Man umschreibt es nur schöner, indem man die Formulierung "abseits des Mainstreams" verwendet.
Ich bin ein ziemlich toleranter Mensche und auch Rechtsextremisten haben ein Recht auf Meinungsfreiheit. Leider gestehen sie dies denen, die nicht ihrer Meinung sind, nicht zu.
Auf die meisten trifft auch folgendes Einstein-Zitat zu:
"Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt."

21:41 von yolo

"Ich finde es entsetzlich, wenn man Menschen mundtot machen möchte und mit Trillerpfeifen eine Rede verhindern möchte."
So weit so gut.
Aber - jetzt mal ganz ehrlich - finden Sie das wirklich grundsätzlich entsetzlich, oder ist es nicht dann - zumindest ein klein wenig - entsetzlicher, wenn Ihre Meinungsrichtung betroffen ist ...

Leider werden kritische

Leider werden kritische Kommentar-Anmerkungen zur Vollständigkeit der Berichterstattung der eigenen Seite Tagesschau.de nicht veröffentlicht.
Lieber beschäftigt man sich mit Kritik an privaten Nutzern auf privaten Seiten.
Über diese Strategie und wer dieser Seite noch irgendeinen Glauben schenkt, kann man nur rätseln.
An Kritik im öffentlichen Raum bringt Tagesschau.de nur noch das, was ohnehin am Vortag schon in sämtlichen überregionalen Zeitungen zusammen stand

"Facebook belohnt polarisierende Beiträge"

Dies ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal von Facebook. Auch in den klassischen Medien findet man vorwiegend Beiträge über extreme Ereignisse, extreme Persönlichkeiten und extreme Meinungen. Diese bringen nun mal höhere Auflagen/Click-Zahlen/Einschaltquoten und damit höhere Werbeeinnahmen. Und falls der Inhalt eines Beitrags nicht extrem genug ist, wird in den Schlagzeilen und Teasern gerne mit passenden Formulierungen, maßlosen Übertreibungen oder gar unwahren Aussagen nachgeholfen.

Leider ist meiner Meinung nach auch die Tagesschau diesbezüglich kein Vorbild (mehr?). Dabei finanziert sich die Tagesschau gar nicht durch Werbung!?!

@um 21:47 von GeMe

Ich bin ein ziemlich toleranter Mensche und auch Rechtsextremisten haben ein Recht auf Meinungsfreiheit. Leider gestehen sie dies denen, die nicht ihrer Meinung sind, nicht zu.
---
Durch Ihre Formulierung schicken Sie mich in eine rechtsextreme Ecke. War das Ihre Absicht, oder haben Sie das gar nicht bemerkt?
Nur weil ich, "Weil ich eine Meinung abseits des Mainstreams vertrete....", gebrauche, gehöre ich nicht zum rechtsextremen Spektrum. Genau dahin verfrachten Sie mich aber. Das ist doch schon mal wieder eine Schublade. Weil die Menschen genau das ständig erfahren, kommt doch irgendwann auch mal die Wut auf.
Nein, ich wähle nicht AfD. Nein, ich bin nicht rechtsextrem. Ja, ich bin konservativ und wähle die Mitte.
Und wo haben Sie mich hineingesteckt?

Weil Menschen so agieren und Menschen gerade so in Ecken verfrachten, begehren diese Menschen auf; verständlich.
Dass ich anderen die Meinung nicht ließe, entnehmen sich sicher nicht meinen Kommentaren. Ich diskutiere vielmehr gern.

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