Ihre Meinung zu: Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn

8. Februar 2018 - 16:18 Uhr

Vor der Tarifrunde Ende Februar in Potsdam haben ver.di und ihre Partnergewerkschaften erste Zahlen veröffentlicht. Sie fordern sechs Prozent mehr Lohn für die Angestellten von Bund und Kommunen.

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Kommentare

Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn

Das ist zwar keine schlechte Forderung,doch:
Es muß befürchtet werden,daß am Ende dabei 6 Prozent herauskommen aber auf zwei bis drei Jahre,also nur 2 bis 3 Prozent pro Jahr,wie bei ver.di-Lufthansa.Bsirske,Hoffmann und Co.
stehen fast symbolhaft für diese Linie.

Selbst der Internationale Währungsfond fordert kräftigere Lohnerhöhungen für Deutschland als die meisten Gewerkschaften,daß will schon was heißen.

6% für wieviel Jahre

Am Ende werden es 6% für 3 Jahre werden.

Selbst wenn nur 4% verteilt

Selbst wenn nur 4% verteilt auf 2 Jahre herauskommen, wird die soziale Komponente einiges herausholen. Gerade für die unteren Einkommensgruppen. Und hier wird sich die Gewerkschaft nicht sehr weit herunterhandeln lassen. 2014 wurde z.B. mindestens 100€ mehr als soziale Komponente gefordert. Herausgekommen sind schließlich 90€. Und mit der Kritik, dass es immer auf 2 Jahre aufgeteilt wird, muss man es auch mal so sehen, dass auch etwas Verhandlungsspielraum da sein muss. Auch die Gewerkschaften können nicht alles bekommen, was sie fordern. Hier geht man halt einen Kompromiss ein und verteilt dies auf 24 Monate. So kommt man den Arbeitgebern entgegen und setzt das durch, was wirklich zählt. Mehr Lohn. Die Forderungen sind meiner Meinung nach gut angesetzt und eine soziale Komponente sollte man auch öfters in die Verhandlungen mit einbauen.

Tropfen auf den heissen Stein

Der öffentliche Dienst bekommt kaum noch gutes Personal. Zu niedrig die Einkommen, zu lang die Arbeitszeiten (40h-Woche!!).
Da ist die freie Wirtschaft ist da besser dran.
6% schlußendlich auf viele Monate verteilt ist da viel zu wenig.
Offensichtlich vertritt diese Gewerkschaft nicht ihre Mitglieder!

6% oder mind. 200€ ??

Da muss ja jemand schon mal fast 3500€ im Monat haben, damit diese Rechnung aufgeht!!

Laut Verdi hier das Beispiel eines Bankkaufmann/frau TG 6/7-8 Berufsjahr mit €2.607,00.

Find ich nicht nur verwirrend ..

Mehr wäre besser

Der ÖD musste ab ~ 2005/2006 unglaubliche Kürzungen hinnehmen. Beide Berufsgruppen (Beamte und Tarifkräfte) verdienen mindestens 20 % zu wenig. Deshalb kann eine Forderung (nachdem wiederholt Steuereinnahmen in Rekordhöhe erwirtschaftet wurden) nur lauten:
Tarifkräfte: Rücknahme der Besitzstände und Integration des Verdienstes in ordentliche Lohngruppen plus Anhebung dieser Lohngruppen um mindestens 8 % Laufzeit 12 Monate.
Beamte: Rückführung der 41 Stunden-Woche auf 38,5. Vollständige Rückgabe des 13. Monatsgehaltes. Anhebung der Besoldung um mindestens 8 % Laufzeit 12 Monate. Anhebung der Laufbahngruppen im Einfachen Dienst von A3-A5 nach A3-A7. Im Mittleren Dienst von A5-A9 nach A7-A11. Im Gehobenen Dienst von A9-A13 nach A11-A15. Im Höheren Dienst von A13-A16 nach A15-B3....und das ist dann immer noch ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Diese magischen 6% werden nie umgerechnet...

Das ist schon eine eigenartige Kumpanei zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, wenn plakativ über 6% (oder wieviel auch immer) debattiert wird, also von den Arbeitgebervertretern diese "kaum zu verkraftende Höhe" beklagt und von den Gewerkschaften der "tolle Erfolg" bejubelt wird, aber niemand ehrlich sagt, daß 6% auf 3 Jahre tatsächlich gerade mal 2% jährlich bedeuten.
Für Arbeitgeber und Gewerkschaften eine Möglichkeit, so zu tun, als ob die Arbeitnehmer (also diejenigen, die das erwirtschaften, was die o.g. Personen nutzen) großzügigste (bis an oder über die Leistungsgrenze der Betriebe) Verbesserungen erhielten. ... und das glauben auch viele Arbeitnehmer noch... kaum zu glauben

6 % mehr Lohn

Also persönlich würde ich statt 6 % mehr Lohn einfach die VBL (Pflichtversicherung für öffentlich Beschäftigte) abschaffen. Dann habe ich netto mehr davon, als wenn ich 6 % brutto mehr bekomme.
Das wollten zwar die Arbeitgeber beim letzten Mal, aber nicht die Gewerkschaften. Leider kann ich dem Arbeitgeberverband nicht beitreten.

unberechtigt?

Lieber RS1957,
Die Unberechtigtheit der Forderung hat sich mir auch durch einen Blick auf die Entgeldtabelle nicht erschlossen. Im Gegenteil, die Hungerlöhne der unteren Gruppen unterstreichen die Notwendigkeit gerade des Sockelbetrags. Was ist eigentlich Ihr Problem mit einer „Nivellierung“ (von der wir sehr sehr weit entfernt sind)?

16:03 von Bernd Kevesligeti

und wer leitet den IWF? richtich, eine abgesandte von macron. das sagt alles.

dann soll Verdi mal besser verhandeln als die IGM

ich bin selbst Metaller, aber über unseren Tarifabschluß gespalten. Real gerechnet sid es knapp 3,5% je 12 Monate. Dabei dann Einmahlzahlungen die nicht Tarifdynamisch sind. Von Forderung und Gedöns bei IGM ist nicht viel übriggeblieben. Einfach mal beim Arbeitgeberverband Südwestmetall nachschauen. Dort wird der Abschluß als sehr gut für die Arbeitgeber verkauft. Da wäre also noch etwas mehr drinnen gewesen.

Lächerliche Forderungen!

Verdi fordert nur 6% für 12 Monate Laufzeit. Da kommt dann heraus: 4% für 24 Monate Laufzeit.
Also höchstens wieder mal nur der Inflationsausgleich.
Unter 10% pro Jahr sollten die Forderungen nicht liegen und natürlich muss Verdi dem Beispiel der IG-Metall folgen und eine umfangreiche Arbeitszeitverkürzung fordern. Also 10% mehr Lohn und die 28 Stunden-Woche. Das wäre eine gute Verhandlungsgrundlage.

IGM

Nach dem es die IGM versiebt hat, habe ich hier auch wenig Hoffnung. Mehr kommt hier auch nicht raus. Bei den meisten DGB-Gewerkschaften ist Hopfen und Malz verloren.

re von Karl Napf

Richtig,die wirtschaftsliberale Frau Lagarde leitet den IWF.
Aber es muß doch zu denken geben,wenn selbst sie höhere Löhne fordert,die die Binnenkonjunktur befördern würde.Grotesk,wenn selbst sie für Lohnabhängige in Deutschland mehr anmahnt als manche Gewerkschaftsführungen und erst recht deutsche Politiker.

Am 08. Februar 2018 um 16:16 von Denkerist

" Der öffentliche Dienst bekommt kaum noch gutes Personal. Zu niedrig die Einkommen, zu lang die Arbeitszeiten (40h-Woche!!).
Da ist die freie Wirtschaft ist da besser dran.
6% schlußendlich auf viele Monate verteilt ist da viel zu wenig.
Offensichtlich vertritt diese Gewerkschaft nicht ihre Mitglieder! "

Also ich weiß ja nicht wo sie beim öffentlichen Dienst arbeiten, aber die Angestellten im Stadtdienst haben zu mindest hier einen ordentlichen Lohn der sich sehen lassen kann.
Und 40 Stunden ist Regional gesehen die normale Arbeitszeit auch in der wenig vorhanden Wirtschaft.
Was Sie schreiben ist also nicht allgemeingültig, sonder Regional oder Bundesland abhängig.

Gruß

@Denkerist

Recht haben sie. Und die Entwicklung würde sich noch weiter verschärfen, wenn aus populistischen Erwägungen die verfassungsmäßigen Rechte der Beamten noch weiter eingestampft werden sollten, so wie es ja Wirtschaftsverbände vor kurzem bezüglich der Pensionen gefordert haben.

Dabei sieht man beispielsweise an der Berliner Polizei sehr gut was passiert, wenn man einen solchen Kurs fährt und die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst zu schlecht werden lässt..

re karl napf

"und wer leitet den IWF? richtich, eine abgesandte von macron. das sagt alles."

Christine Lagarde ist Direktorin des IWF seit 5.7. 2011

Macron gewann die Präsidentschaftswahl am 7.5.2017

Das sagt alles - dass Sie die Chronologie nicht voreinander bringen.

Lohnerhöhungen

Ich bin der Meinung, das die Lohnerhöhungen daran gekoppelt sein sollten, wieviel teuer alles so im Durchschnitt wird Jahr für Jahr. Beachtet werden sollten die Grundbedürfnisse, welcher jeder so hat: Miete, Gas, Strom, Grundnahrungsmittel, Kraftstoffpreise etc....

Kopfrechnen Fehlanzeige!

6% oder wenigstens 200,-€ pro Monat mehr, d.h. 240,-€ bei 6% oder 5% auf eine Summe von 4000,-€ Brutto !!! Wer und wie viele bei Verdi verdienen das, und wo muss ich mich bewerben!?

Sockelbeträge verschärfen das

Sockelbeträge verschärfen das Problem qualifiziertes Personal zu finden, da es dann viel zu wenig Differenzierung in der Bezahlung gibt. Es sollte daher genau anders herum sein. Niedrig qualifizierte Bewerber gibt es dagegen genügend.

ver.di

Wie in den vergangenen Jahren wird das mit den DGB-Gewerkschaften, allen voran die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di wieder nichts. Diese Gewerkschaft vertritt ihre Mitglieder einfach nicht mehr.

@Denkerist

"Zu niedrig die Einkommen, zu lang die Arbeitszeiten (40h-Woche!!).
Da ist die freie Wirtschaft ist da besser dran."

naja, meine Arbeitswoche ist öfter über 80 Stunden als bei 40... -in der freien Wirtschaft.

Ich bin immer verblüfft wenn ein 8 Stunden Tag als zu lang eingeschätzt wird.

16:15 Rocky82

Das mit der sozialen Komponente finde ich auch gut und richtig. Bisher hat es so etwas in den letzten 40 Jahren leider nur einmal gegeben.

Ich lass mich mal wieder...

...überraschen mit welchem Verhandlungsergebnis Verdi dieses Mal völligst enttäuscht...

Was soll ich mit einer Taschengeld für 5 Jährige Erhöhung die noch nicht mal den Inflationsausgleich bzw die Strom- und Spritkostenerhöhung abfängt ???

Statt diesen bescheuerten X % sollten die Verhandlungen mal um REINE NETTOZULAGEN gehen !!!

Wieso nicht einfach mal:

Untere Gruppen sollen UNTERM STRICH 300 - 600 Euro MEHR auf dem Konto bekommen, OBERE Gruppen halt nur 100 - 300 !

Unsere "Chefs" in Berlin haben sich ja schließlich auch einen GEWALTIGEN AUFSCHLAG ihrer Diäten GENEHMIGT - UND DAS NOCH BEVOR SIE ÜBERHAUPT RICHTIG AM REGIEREN WAREN !!!

Ich wette Ihr zensiert diesen Beitrag - wenn nicht Chapeaux !!!

Zu niedrige Forderungen

Man/frau/* kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Gewerkschaften inzwischen den Job der kapitalistischen Ausbeuterseite unternehmen. Hieß es früher, "Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will", wird nun mit den Kapitalisten verhandelt. Selbst die Forderungen der Gewerkschaften zeigen, dass diese sich ihrer moralischen Rechtfertigung und tatsächlichen Macht der werktätigen Klasse gar nicht bewusst sind. Warum werden lediglich 6% mehr Lohn gefordert? Tatsächlich müssten es 60% mehr sein, um damit Inflation, schwere Arbeit und das Leiden der Werktätigen in einer kapitalimperialistischen Gesellschaft zumindest teilweise auszugleichen.

@skywalker

80 Stunden? Sie wissen schon, dass so etwas absolut nicht erlaubt ist?
Oder sind Sie selbstständig?

Ganz zu schweigen davon, dass Sie sich vielleicht mal überlegen sollten, ob das Leben für Sie nichts anderes noch bereithält.

Skywalker 20:01

„na ja, meine Arbeitswoche ist öfter über 80 Stunden als bei 40...-in der freien Wirtschaft.“
Da sollten sie aber auch ihr Gehalt mit angeben. Wenn Sie ehrlich sind werden die meisten die 40 Stunden arbeiten vermutlich lachen vor Hohn

@ um 20:35 von Jaroslaw P

Seit der Agenda 2010 fungieren die Gewerkschaften auch nur ich als Pöstchenbeschaffer für die Funktionäre und als verlängerter Arm der Wirtschaftsbosse.
Wirklich etwas für die Arbeitnehmer erreicht haben die schon lange nicht mehr.

Super

dann haben wir bald einen Inflation von 7%.
Links rein Rechts raus. Harz4, Rentner Pech gehabt, Tafel.
Das System funktioniert nicht mehr und die Automatisierung kommt erst noch.
Es wird stürmisch werden in Deutschland.

20:35 Jaroslaw P und 20:59 nie wieder sps

Meine Zustimmung! Diese lächerlichen 4% auf 2 Jahre werden zum Beispiel von Ver.di auch noch als Erfolg bezeichnet.

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