Kommentare

100 Milliarden Euro für ...

... einen Marshallplan in Afrika wären sinnvoll und möglich. Die "soziale Hängematte" in Deutschland ist m. E. ein nicht zu unterschätzender Beweggrund für die überbordende Migration nach Europa. Das muss geändert und das ersparte Geld zielgerichtet in Afrika investiert werden.

Was soll dieser "Gipfel"?

Statt mit den Afrikanern über das Selbstverständliche übereinzukommen, nämlich dass jeder seines Schicksals eigener Herr ist, ziehen sich europäische Regierungschefs Schuhe an, die nicht ihre sind.

Es ist nicht Europas Aufgabe in Afrika "Jobs zu schaffen", oder die dortigen Gesellschaften in irgendeine Richtung zu schubsen. Der Glaube Politik könne Jobs schaffen, ist eh völlig abstrus.

Es ist die Aufgabe unserer Regierungen unsere Grenzen zu schützen. Dazu erweisen sie sich aber leider weder willens noch in der Lage.

Der Kommentar von Isabelle

Der Kommentar von Isabelle Shayan (wdr) in den Tagesthemen bringt es präzise auf den Punkt. Der Begriff "Fluchtursachen bekämpfen" ist ein Etikettenschwindel, solange wir nicht wirklich die Interessen Afrikas und der AfrikanerInnen ernst nehmen. Hörenswert!

Hier hat es Fr. Merkel auf den Punkt gebracht

"Ich habe den Vertretern der Afrikanischen Union gesagt, dass die selbstbewusste Jugend auf diesem Kontinent nicht zögern wird, das, was sie aus der Digitalisierung und von ihren Smartphones erfährt, ihren Regierungen zu sagen." Was bedeutet: Eine gute Regierungsführung gehöre dazu. Ansonsten würden die Regierungen "große, große Schwierigkeiten haben".
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Da kann ich Merkel nur zu sprechen. Mein Freund der schon über viele Jahren in Afrika Entwicklungshilfe mach ,sagt mir immer wieder warum es die jungen Leute nach EU zieht. Sie sehen mit ihren Smartfon eine wunderbare Welt in EU wo sie natürlich eine für sie besserer Zukunft sehen.

Zimbabwe - Paradebeispiel für das Versagen Afrikas!

Das ehemalige British-Rhodesien war ein prosperierendes, friedliches Land, die Kornkammer Afrikas.

Seit der Machtübernahme durch Mugabe musste die UN 50 Mio. Tonnen Getreide nach Zimbabwe importieren, um Hungersnöte zu verhindern.

Zimbabwe ist ein Paradebeispiel für das Versagen Afrikas!

Korrupte Herrschercliquen, die das Land ausbeuten, keine Investitionen in die Infrastruktur, Bildung, Unternehmen etc.
Farmen verkommen, weil die Neubesitzer zu faul und/oder zu unfähig sind, die Arbeiten zu erledigen und einen Betrieb zu führen.

Und dann wundert man sich über Armut und Hungersnöte in Afrika?

Sprüche für die Presse

"Es geht um Jobs, um Jobs, um Jobs - das heißt, um Perspektiven für die jungen Leute. Die schafft man, wenn sie gut ausgebildet werden und gut bezahlte Arbeit finden."

Sowas gefällt den Medien. Nur davon werden keine Smartphones, Autos, Stahlträger, Maschinen, Babynahrung... in Afrika mit afrikanischen Arbeitskräften hergestellt. Die Einfuhr per Freihandel aus China, USA und Europa ist einfacher, profitabler, effektiver.
Gegen diese Konkurrenz ist in Afrika kein Kraut gewachsen.
Für die, die nicht die stärksten sind ist Freihandel die auf Ewigkeit zementierte Armut mit Almosen der Reichen fürs pure Überleben.

Nichteinmischung - oder Kolonialismus

"Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung Afrikas ist unter 25 Jahre alt. Das ist eine Chance.
Aber es ist auch ein Risiko, wenn man diesen jungen Menschen nicht eine Ausbildung, Jobs und Hoffnung gibt."
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"wenn man" .... wer ist "man"
das ist weder unsere Chance noch unser Risiko
das ist das Problem eines souveränen Afrikas
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>bei der Ausbildung helfen<
mal überlegen von welchen Größenordnungen wir sprechen !
lt. UN hat Afrika bis 2050 etwa 2,3 Mrd Menschen
übernehmen wir uns da nicht ?

Hr. Alzoumas Erwartungen ...

Zitat: "Zumindest sollten die Staatschefs mal daran denken, wie er denn in Zukunft seine Familie ernähren soll, findet er."

Ich kann Hrn. Alzouma nicht verstehen.
Wie kommt es, dass Hr. Alzouma erwartet, dass irgendwelche Staatschefs sich darum kümmern sollen, wie sie denn in Zukunft seine Familie ernähren sollen? Wieso kümmert sich Hr. Alzouma nicht selber darum? Wie das jeder andere Familienvater der Welt es auch tun muss?

"Das erwartet Afrika von Europa"

Zitat: "Das erwartet Afrika von Europa"

Es wäre wohl das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass ein Land oder ein Mensch mit einer Erwartungshaltung zu Wohlstand kommt.

Ohne einen Leistungswillen, ohne den Willen das eigene Land aufzubauen, wird nichts ...

@um 23:00 von El Chilango

Irgendwann hat man das so toll gelobte British-Rhodesien von Ihnen jemanden hinterlassen und vielleicht jemandem, der mit einem dann alles teilt einfach und nun ist wer daran dann wohl schuld? Meinen Sie das Volk steht auf solche korrupte Herrschercliquen oder wie wollen Sie uns das erklären? Am besten weiter Kolonie führen und die Menschen sollen niemals was zu melden haben? Irgendwann ist sicherlich alles auch mal leer gesaugt und das war wohl eventuell nach der Kolonialzeit so? Oder haben die da Kolonien einfach nur aus Jux erstellt, wo es doch nichts zu holen gab?

Kommentar am 29.11.2017 von Isabel Shayani zum Afrika-Gipfel

Der erste exzellente Kommentar einer Tagesschau-Kommentatorin, den ich zu den europäisch-afrikanischen Beziehungen gehört habe. Frau Shayani benennt klar das Fehlverhalten der EU gegenüber den afrikanischen Staaten. Ich wünsche mir mehr Beiträge von Frau Shayani.

@um 23:55 von El Chilango

Ich glaube das Sie da ganz vergessen haben, wie nach dem 2. Weltkrieg erst Deutschland wieder aufgebaut wurde, der Wille allein reichte damals aus?

@ um 23:54 von El Chilango

Oh ich kenne viele Familieväter, die es nicht hinbekommen würden, wenn da welche (der Staat) nicht aufstocken würden in Deutschland und die haben alle einen Vollzeitjob. Seien Sie einfach glücklich, das Sie wohlmöglich nicht zu denen gehören und die Welt immer so einfach sehen. Was wäre wohl China ohne die ganzen Aufträge von außen?

@Am 29. November 2017 um 23:58 von Hackonya2

Zitat: " Meinen Sie das Volk steht auf solche korrupte Herrschercliquen oder wie wollen Sie uns das erklären? "

Freiheitlich-demokratische Strukturen, politische stabile Verhältnisse, freie Marktwirtschaft, Wissenschaft, Unternehmertum, Forschergeist, etc. sind alles Produkt eines generationenlang dauerndes Abmühen, Kämpfen, Streiten und Strebens. Das wird Afrikanern niemand abnehmen können.

Wer ist gefordert? Wir!

Russland oder China sehen nur ihren Profit, die Amerikaner sind auch nicht viel besser. Wenn jemand in Afrika wirklich von Herzen helfen kann, dann sind es wir Europäer. Auf uns ruht die Hoffnung eines ganzen Kontinents, wir sollten Afrika nicht enttäuschen und uns selbst auch nicht. Das ist die nötige Erneuerung der EU, unser Aufbruch.

@Am 30. November 2017 um 00:02 von Hackonya2

Zitat: "Ich glaube das Sie da ganz vergessen haben, wie nach dem 2. Weltkrieg erst Deutschland wieder aufgebaut wurde, der Wille allein reichte damals aus?"

Nein, der Wille alleine reichte damals nicht aus. Es bedurfte auch Fleiß, Wissen, Lern-. und Wissbegierde, Ausdauer, Verlässlichkeit ... also etwas, was man -- jetzt müssen sie stark sein -- "deutsche Tugenden" nennt.

Aus dem Marshallplan, auf den Sie höchstwahrscheinlich so süffisant anspielen, hatte D von 1948-1954 sage und schreibe 1,4 Mrd. USD (Zeitwert heute? 15 Mrd. EUR?) erhalten.

Gemessen daran, hätte Berlin schon 50 Mal, Griechenland schon 200 Mal, Afrika schon 1000 Mal ein "WIrtschaftswunder" feiern müssen.

Politik hat sich aus Investitionsentscheidungen herauszuhalten

Zitat: "Mehr Investitionen - nur für was?"

Mehr Investitionen - nur für was??

Die Fragestellung alleine ist schon grundfalsch.
Politiker und die Regierung haben sich gar nicht mit dieser Frage zu stellen bzw. noch nie in der Geschichte der Menschheit wurden erfolgreiche und wohlhabende Volkswirtschaften dadurch aufgebaut, indem Politiker vorgegeben haben, in was "investiert" wird.

Volkswirtschaften werden dadurch wohlhabend, indem viele Menschen ihre Kreativität frei entfalten können. Viele Menschen und Unternehmen müssen dezentral viele Tausende, Millionen, wenn nicht Milliarden Entscheidungen. In Gänze ergibt das, zusammen mit viel Fleiß, Mühen und Arbeit, am Ende des Tages Wohlstand!

Wohlstand kommt nicht von allein, es sei man ist ein erdölproduzierendes Land wie Saudi-Arabien!

@Am 29. November 2017 um 22:36 von DLGPDMKR

ZItat: "Es ist nicht Europas Aufgabe in Afrika "Jobs zu schaffen", oder die dortigen Gesellschaften in irgendeine Richtung zu schubsen. Der Glaube Politik könne Jobs schaffen, ist eh völlig abstrus"

Darüber hinaus ist dieser Ansatz auch schon zum Scheitern verurteilt bzw. ist das Ergebnis der Entwicklungspolitik in diesem Bereich dürftig.
Entwicklungsmilliarden lassen sich sehr schnell und einfach nach Afrika transferieren. Die Hilfe zur Selbsthilfe, die viel beschworene, ist genau eine Kunst, die selten gelingt!

Es bedarf stabiler Strukturen, nichtkorrupter politischer Institutionen, die das Fundament dafür sind, dass sich nachhaltiger Wohlstand entwickelt.

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