Kommentare - Kommentar zu "PP": Reicht's nicht langsam? Nein, tut es nicht!

06. November 2017 - 20:35 Uhr

"LuxLeaks", "Panama Papers" und nun "Paradise Papers" - Sebastian Schöbel fragt sich, ob die Empörung über immer neue Enthüllungen von Steueroasen und ihren Nutznießern nicht langsam verpufft ist. Nein, meint er, im Gegenteil.

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Kommentare

jedesmal wieder interessant

---"ob die Empörung über immer neue Enthüllungen von Steueroasen ... nicht langsam verpufft ist" ... Nein, weiter so! Die Schlichen der Steuervermeidung sind nicht einfach zu verstehen und nachzuvollziehen, je mehr anschauliche Berichte es gibt, desto besser. Heute sehe ich auch die Banken in einem ganz anderen Licht als früher.
Seit dem ersten Auftauchen der Schwarzgeldsünder-CDs finde ich diese Berichte sehr aufschlussreich, ich würde mir aber wünschen, dass auch über den Fortgang der Ermittlungen immer wieder berichtet wird. Was ist aus den Anklagen der Staatsanwaltschaften geworden? Wurden die Hinterzieher zur Kasse gebeten? Haben sie Deals aushandeln können?

Bock zum Gärtner

sagt man bei der Bekämpfung dann wohl. Dieselben Interessenvertreter, die für die "Schlupflöcher" in der bisherigen Gesetzgebung gesorgt haben, treiben sich noch heute in den Lobbies herum. Der fachlich und vom Umfang überforderte gewählte Volksertreter ist doch dankbar über kompetente Zuarbeit. Die Legalität dieser Steuerhinterziehung wird uns noch lange erhalten bleiben, wetten ?

Wunderbar

was da in den letzten 'leak'-Jahren so alles als Gegenmaßnahme ins Gespräch kam, oder wieder kam, oder/und immer noch ist. Alles nach dem Motto: gut, dass wir drüber gesprochen haben.
Und dann ist die Legislaturperiode vorbei und alles geht wieder von vorne los. Und der große Steuervereinfacher Juncker ist dann immer noch Kommisionsvorsitzender und der ehrenwerte Herr Schäuble jetzt ein besonders ehrenwerter Mann.
Und Herr Maaß, Justizminister auf Abruf, ruft nach neuen Gesetzen, wo er die alten schon nicht durchsetzen konnte wegen eines total kaputtgesparten Justizapparates.
Und dann wundern sich unsere Politiker, wenn viele Bürger für sie nur noch Verachtung übrig haben.

welche maasnahmen, herr schöbel?

unsere politische elite hat doch dafür gesorgt, daß diese geschäfte möglich und legal sind. Kollege Juncker ist doch der erfinder der ministeuern. andere länder haben ihm nachgeeifert.

und nur nebenbei. vor 30 jahren galt schon der spruch; es ist sinnvoller über steuervermeidung nachzudenken, als einfach draufloszuarbeiten.

"Zutiefst unsoziales Verhalten"

Ja, das ist es.

Nur leider wird mit zweierlei Maß gemessen. Auch und gerade bei den Medien. Denken Sie an den bekannten Fall aus Bayern. Da wurde jmd verurteilt der so richtig gegen Gesetze verstoßen hat. Aber wurde gerade ihm nicht sein ach so soziales Engagement zugute gehalten? Bekam er nicht genau deshalb nicht nur einen Bonus bei der Strafe an sich sondern auch noch Extras in der Haft? Wurde er nicht sogar aus höchsten Kreisen der Politik gelobt?

Über die Paradies Papers werden viele nur müde lächeln oder gar als Neiddebatte abtun. Denn was haben sie gemacht: nichts weiter als das System zu ihren Gunsten genutzt.

Und wer glaubt denn ernsthaft, dass sich das System ändert?

Der Kommentator hat im Prinzip schon recht.

Nur, schauen wir uns das bei uns an: Da hat abgeordnetenwatch.de durch eine Klage gegen den Deutschen Bundestag erzwungen, dass die Lobbykontakte veröffentlicht werden müssen .
Und Schäuble will immer noch nicht nachgeben.

Wenn wir unseren Politikern nicht den Geldhahn durch Lobbyisten etc. zudrehen, werden wir immer Gesetze mit offensichtlich vorgesehenen Schlupflöchern erhalten.

das Gegenteil ist ebenso zwielichtig

Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, das ist klar, es ist Betrug am Staat und an seinen Bürgern.
Trotzdem: Bitte berichten Sie auch einmal über das Gegenteil: Über die maßlosen Einnahmen, die unser Staat erzielt, indem hier illegal erworbenes Geld z.B. aus Prostitution und Drogenhandel, in Spielhöllen und Wettbüros "gewaschen" wird. Unser Staat lässt es zu, dass illegal erworbenes Geld als Wetteinsatz anonymer Spieler deklariert und "verspielt" wird, dann von den Spieletablissements versteuert und somit als legale Einnahme "weiß gewaschen" wird. Ich finde das moralisch ebenso verwerflich wie Steuerhinterziehung, auch wenn unser Staat davon profitiert.

es trifft immer die Schwachen

Ja natürlich ist einiges passiert - aber wen treffen denn die neuen Gesetze? Auch wieder die "kleinen". Die Bürokratie wird immer mehr, alles komplizierter, teurer für kleine Firmen, immer mehr Nachweispflicht bis auf den letzten Cent , die sogar veröffentlicht werden müssen. Die Großen juckt das nicht, weil die das alles über Briefkastenfirmen umgehen.
Die Politik sagt, sie tut was dagegen, und ja, die "kleinen" spüren" das, aber ändern tut sich wenig. Wie sagte Schäuble: wenn man der Hydra einen Kopf abschlägt wachsen 2 nach. Auch wenn seine Gesetze das eher förderten als bekämpften.
Bei ausländischen Firmen gehört vielleicht der in D (oder EU) erzielte Umsatz besteuert.

"Reiche"

entziehen der Allgemeinheit das nötige Geld. Diese Handlung ist zu tiefst amoralisch und a-sozial, leider. Warum ist es so erstrebenswert "reich" zu sein? Und warum wird man angesehen und "angebetet" für diese a-sozialen Handlungen? Ich verstehe es nicht...

Die Verpuffung von sozialem Sprengstoff

Die Empörung über Steuervermeidung und die damit verbundene soziale Ungerechtigkeit in unserem Lande verpufft nicht. Ganz im Gegenteil, sie hat erst vor wenigen Wochen einen Höhepunkt erreicht, der sich im Wahlergenis der BTW wiederspiegelt. Die Bürger trauen den Parteien nicht mehr zu, ihre Interessen zu vertreten, und haben sie zum ersten Male derartig abgestraft, das es ihnen nicht gelingt, eine stabile Regierung zu bilden. Ich befürchte, das die Situation viele ernster ist, als bislang angenommen wird. Die Steuervermeidung, und die damit einhergehende Verarmung ist sozialer Sprengstoff von ungeahntem Ausmaß. Lange Schlangen vor den Suppenküchen, und immer mehr Obdachlose (auch immer mehr Frauen) sind ein untrügerisches Zeichen dafür, das unsere Gesellschaft aus dem Lot geraten ist. Die auseinanderklaffende Schere zwischen arm und reich schneidet tiefe Wunden in unsere Gesellschaft. Wenn diese Steueroasen nicht schnellstens ausgetrocknet werden, drohen uns schlimme Zeiten.

Wo ist eigenlich das Problem.

Wo ist eigenlich das Problem. Die Aktieninhaber versteuern die Gewinne doch mit ihrem persönlichen Steuersatz. Warum sollen die Unternehmen das Geld doppelt versteuern. Im Grunde sollte die Unternehmenssteuer komplett abgeschaft werden. Das wäre gerecht.

Es gibt zu viel Geld in den Händen weniger

Ich sehe das Problem woanders: Einige wenige erhalten einfach zu viel Geld, und wer so viel Geld hat , sieht darin einen Grund, es zu behalten. Ich will das Geld gar nicht, bin deshalb auch nicht neidisch. Aber es ist immerhin da so ein motto: "Eigentum verpflichtet", zB soll Geld technisch gesehen immer im Umlauf sein. Man könnte tausend Bücher schreiben, über logische Argumente, und nur ein Buch über Neid.

Das Problem sind nicht die

Das Problem sind nicht die Nutzer legaler Steuervermeidungskonzepte, sondern Länder, die solche Möglichkeiten anbieten, also die Niederlande, Malta, oder Inselchen wie Isle of Man, Jersey, Guernsey usw. Hier muss viel mehr Druck ausgeübt werden ( Wollte nicht Steinbrück schon mal die Kavallerie dafür einsetzen ? ).

Gute Arbeit, ohne Belohnung

Die Herausschleuser der Daten, die Journalisten gute Arbeit für die Gemeinschaft.

Nur die Belohnung wird in sehr kleiner Münze bezahlt werden.
Manche Wähler, die überlegen wen sie das nächste mal wählen sollen. Aber wen?
Politiker, die die Gesetze geschaffen haben, die sie selbst, Reiche und Konzerne begünstigen? Die sich von den Nutznießern die Gesetze formulieren lassen?
Und die nächste Generation von Politikern? Kein bisschen besser. Der gleiche egoistische Funktionärstyp, der unbeliebte Beruf, den niemand freiwillig macht, der nicht aus Machtgier und erhofftem geldwerten Vorteil dazu gedrängt wird.

Demokratie im Griff einer narzistischen Elite. Demokratie auf die niemand mehr rechte Lust hat. Journalisten in verlorenem Land.

Internationales Problem

Die Bekämfung dieser globalen Steuervermeidung kann nur auf internationaler Ebene erfolgen. Es muß daher ein Gipfel ins Lebens gerufen werden, ähnlich dem Klimagipfel, denn Steuerhinterziehung vergiftet das soziale Klima. Die Hinterzieher, besonders Firmen und Konzerne, müssen öffentlich bekannt gemacht werden, und das Thema muß täglich in den Schlagzeilen bleiben. Steuerhinterzieher dürfen nicht mehr zu Ruhe kommen.

( 21:51 von Werner40

( Wollte nicht Steinbrück schon mal die Kavallerie dafür einsetzen ? ).
.
nicht ganz :-)

Am 25. Februar 2009 äußerte Müntefering beim Politischen Aschermittwoch
der baden-württembergischen SPD in Ludwigsburg in Bezug auf Länder mit niedrigerem Steuersatz als in Deutschland: „Früher hätte man dort Soldaten hingeschickt
.
der kesse sicherlich nicht all zu ernster Spruch kam weder im Schweizer Parlament
noch in Luxemburg beim Junkers gut an

Thomas Wohlzufrieden

Die Verpuffung von sozialem Sprengstoff
Die Empörung über Steuervermeidung und die damit verbundene soziale Ungerechtigkeit in unserem Lande verpufft nicht. Ganz im Gegenteil, sie hat erst vor wenigen Wochen einen Höhepunkt erreicht, der sich im Wahlergenis der BTW wiederspiegelt.

Ja? Welchen denn?
Mit der AfD ist doch nur eine weitere unternehmerfreundliche Partei rein gekommen.

es stellt sich die Frage

ob durch so Enthüllungen sich etwas ändern wird
mir scheint Politiker und Wirtschaft arbeiten da eng zusammen
und die Medien irgendwie auch

Erinnert sich noch Jemand

an die mortgage-Krise und den folgenden Zusammenbruch namhafter Banken wie Lehmann-Brothers u.v.a.? Damals hatten wir einen Minister Peer Steinbrück, der für mehr Steuertransparenz, Transaktionssteuern und engere Risikokontrollen drängte. Wer hat es blockiert? Schäuble und die CDU. Deutschland und Großbritannien gehören zu den größten Bremsern, was Bankenregulierung, Transparenz und -Schließung von Steuerschlupflöchern angeht und Mutti's Adjutanten immer vorneweg

Schandfleck für die Politik

Da es sich hier um keine Steuerhinterziehung handelt, sondern um die Ausnutzung ganz legaler Steuerschlupflöcher sind für mich nicht die Steuervermeider (ich würde es auch so machen) die bösen Buben, sondern die Politiker, die schlampig Steuergesetze - oftmals mit heißer Nadel gestrickt - erlassen haben. Diese haben offensichtlich zur Steuervermeidung scheunentorgroße Schlupflöcher. Und es ist m.E. ganz undgar nicht unmoralisch, diese auch zu nutzen.

es hat sich in wahrheit effectiv null geaendert

herr schoebel, wer beraet eigentlich Sie,bzw. wer hilft Ihnen bei der recherche ¿

es ist naemlich so,dass ich die "hauspostillen" der grossen vier wirtschaftsprueferfirmen lese und auch sonst so mitbekomme,was da so laeuft-inhaltlich&athmosphaerische.

da laeuft das gleiche wie immer.
die schreiben mit an den neuen gesetzen mit den dann neuen schlupfloechern,durch die ihre "mandanten"dann schluepfen.

der artikel von hr. schoebel scheint gute ansaetze zu haben,aber vom ergebnis her ist er augenwischerei.

nichts hat sich bisher getan.
schaeubles,merkles,junkers bedienen nach wie vor die genannten und die,die dahinterstehen.

whistleblower wandern nach wie vor in den knast,wenn sie sich erwischen lassen,oder haben andere erhebliche nachteile zu vergegenwaertigen.

weshalb man sich schon fragt,ob die journalistenaktion jetzt-wie ernst genau gemeint ist?
oder meinen dies schon irgendwie ernst,werden aber als feigenblatt genutzt und eingebremst,wenns wirklich um die wurscht geht?

Ich finde ihn gut

den Kommentar. Weil er genau den Kern trifft. Wenige sparen Steuern, die durch viele kompensiert werden. Es muss ein Ende haben mit dieser Raffgier, dem Egozentrismus. Mögen noch viele leaks kommen.

21:46 von OrwellAG

"Eigentum verpflichte
.
das mag bei H. Mustermann gelten,
wenn es ums Enteignen von einem Grundstück für ne Straße geht
bei größeren Projekten besitzen die Lobbyisten ganz andere Möglichkeiten der Einflußname
z.B. politisch Verantwortliche in Aufsichtsräte oder als Berater unterzubringen

Diskrepanzen

Es wird sich ohne Zweifel sehr viel Mühe gegeben um die gesellschaftlichen Diskrepanzen, welche durch die dauerhafte Steuer"vermeidung" eingetreten sind ein zu dämmen.
Doch genau so steigt der Widerstand.
Lange Zeit hatte z. B.: Herr Schäuble, die Oberherrschaft über die Weigerung zum deutschen Immobilienregister.
Ob das jemals kommt , ist eine Frage.

So setzt sich doch die Mauer des Widerstandes zusammen.
Hier ein deutscher Stein , da ein Britischer, dort ein ...
Was soll man dazu sagen, dass der Maschinen gesteuerte Hochfrequenzhandel, EU weit , keinen gesellschaftlichen und politischen Regeln unterworfen wird, die dafür sorgen dass ein Teil dem Allgemeinwohl zu Gute kommt ?

Der politische Widerstandes von konservativen und liberalen EU - Abgeordneten ist auch hier recht groß.

Ich schenke allen Beteiligten Aufklärern zu Weihnachten, auf jeden Fall, einen Ersatznussknacker. Falls sie eine Nuss zu hart sein sollte. Dran bleiben !

die taeter lachen offen ueber die steuerzahler

ist kein witz.
war grad kuerzlich auf veranstaltung,wo einer(pseudonym hakelmacher)vor versammelten dax-leuten&wirtschaftspruefern eine launige spassrede mit ebensolchem inhalt hielt.
die selbstbeweihraeucher haben herzlich gelacht.
nur einige schauten etwas betreten drein.
gesagt hat keiner was.
ausser mir.
meine ehefrau war stinksauer,hab mich da voll peinlich geoutet.
das geht aber gleich gar nicht.
die bevoelkerung brutalst systemisch betruegen.
das geht allerdings immer.
luxleaks,offshore-leaks.
wie kann das sein,da werden die deutschen buerger seit jahrzehnten andauernd um mittlerweile billionen betrogen,
und das ist auch schon seit jahren durch wikileaks,whistleblower etc. bekannt.
das geld fehlt fuer gesundheit,rente,bildung,gesundheit,infrastruktur, etc.
ist vlt nur alibithema?
merkel macht,mit junker macht mit,die grossen wirtschafts"pruefer"firmen -das ist ein einziger grosser sumpf der "oberklasse"?
macht die"presse"jetzt was,oder muessen wir uns weiter auslachen lassen?

@ werner40

"Das Problem sind nicht die Nutzer legaler Steuervermeidungskonzepte, sondern Länder, die solche Möglichkeiten anbieten ..."

Ich weiß nicht so recht: Bei der illegalen Zwangsprostitution hat man immer genau umgekehrt argumentiert: Das Problem sind nicht die Bordelle, sondern die Kunden.

@wenigfahrer:die hoffnung stirbt zuletzt ?

D-Behoerden fordern Einsicht.warum?ist nach letzten Enthüllungen was geschehen was Geld eingetrieben hat oder wurden Löcher abgedichtet?
War nach Prüfung fast alles legal.
Wird diesmal auch nicht anders"
na ja,war auch einiges illegal,
gab aber niemanden,der wirklich durchgedrungen ist&dinge zu ende verfolgt hat.
es ist mit dem bewusstsein der "allgemeinheit"wie mit nem kessel auf der heissen platte.
wird der druck zu hoch,stellt man den kessel mal kurz beiseite&laesst eh weng dampf ab,damit nix durchknallt.
so ist das-man gibt den leuten ab&zu zucker,damit sie meinen"eh schau,unsre demokratie,unsre presse funktioniert ja doch,jetzt tut sich was"?
ist aber nur der lokomotiv-trick?
"man"setzt sich an die spitze des(protest)zuges&veroeffentlicht was eh nicht mehr geheim zuhalten ist?
kraft guten rufes&vervielfaeltigungshoheit?
wenn dann der druck vom kessel ist,die leute mit brot&spiele sich"der neuen sau durchs dorf"zuwenden,wird die lok von vorne abgebremst?
unmerklich"unheimlich?

@um 22:10 von Sisyphos3

Der Spruch mit der Kavallerie kam schon von Steinbrück, gegen die Schweiz gerichtet.

Der ist nicht nur im Schweizer Parlament nicht gut angekommen (das ginge ja noch...), sondern vor allem auch bei der Bevölkerung. Da hat Steinbrück definitiv keine Imageförderung betrieben indem er auf diese historisch erprobte Art und Weise der Konfliktlösung durch Deutschland verwiesen hat.

Zum Thema: Es ist natürlich absolut inakzeptabel, Menschen die sich rechtlich nichts haben zu schulden kommen lassen öffentlich an den Pranger zu stellen und zu suggerieren, dass sie sich eben rechtlich etwas haben zu schulden kommen lassen. Auch wenn das ein populistisches Thema ist das sich medial gut verkaufen lässt.

Grüsse aus der Schweiz

Die Schere geht weiter auseinander

Soziale Gerechtigkeit zu fordern und das Auseinanderdriften der Gesellschaft zu bejammern, da haben sich unsere Politiker im vergangenen Wahlkampf fast überboten. Dagegen etwas zu unternehmen scheint jetzt nach der BT-Wahl kein Thema mehr zu sein. Im Gegenteil. Die Klientel-Politik zugunsten von Banken, Stromkonzernen oder erinnern wir nochmal an das Mövenpick-Gesetz der FDP nimmt eher zu statt ab. Der/die arbeitende und Steuern zahlende Angestellte/Arbeiter haben offenbar keine Lobby bei unseren Politikern.

Und so überbieten sich selbst in Europa die Länder darin, Steuervergünstigungen für Superreiche anzubieten. Dass z.B. die britischen Kanalinseln den europäischen Steuerzahlern diese enormen Ausfälle bescheren, sollte spätestens mit dem Brexit bereinigt werden.

andere Sichtweise

Ob oder dass das irgendwann mal Wirkung zeigen muss, steht zweifelsfrei fest. Allerdings nicht nur so, wie es der Autor gerne hätte. Ich denke, je mehr den "kleinen Leuten" dieses Gebahren der "Großen" vorgeführt wird, wird natürlich eine gewisse Empörung auftreten aber ich denke, es gibt auch die steigende Energie, es nicht doch irgendwie mal zu verseuchen getreu dem Motto "was die können...".

Und in der Tat scheint das bereits stattzufinden. Es gibt Handelsplattformen asiatischen Ursprungs, auf denen für den Normalo erschwingliche Produkte, die jedoch oberhalb von Höchstgrenzen für EUSt-Freigrenzen oder Zoll-Freigrenzen angeboten werden mit dem einen oder anderen Hintertürchen. Soll heißen, man kann da z.B. Smartphones für z.B. 100 Euro kaufen und man hat trotzdem nichts mit Steuer und Zoll zu tun obwohl es aus Asien kommt. Und wenn mal was schief läuft bei diesen dubiosen Transaktionen, dann kommt raus, wie perfide die Vorgehensweise der Versender ist.

Echt, jetzt?

Echt, jetzt? (Multi-)Millionäre aus Sport, Show-Business etc. und weltberühmte, von vielen heißgeliebte Unternehmen üben sich tatsächlich in Steuervermeidung? Wer hätte denn so was gedacht? Die Bösen die!!! {{Ende des Sarkasmus}} Sorry, aber das ist ja nun nicht neu! Die ganzen Rekordgewinne & riesigen Bargeldbestände von Swoosh, Apfel und Konsorten basieren seit jeher auf diesem Konzept. Und in Berlin, Brüssel und Washington weiß man das auch schon längst. Kann ja jeder nachlesen, siehe Beispiel Nike: Laut "Annual Report 2017" hat man allein 39 (!) Tochterfirmen in den Niederlanden und 14 im US-Steuerparadies Delaware. Weil man dort so viele Sneakers verkauft? Honi soit qui mal y pense... Bleibt nur zu hoffen, dass die Medien jetzt mit den "Paradise Papers" endlich mal dauerhaft Druck machen (anstatt übermorgen schon wieder das neueste iPhone zu hypen), bis die Politik reagiert.

Unser aktueller

Unser aktueller Bundestagspräsident war doch in dieser Frage der maßgebliche Bremser. Deutschland hat gegen Reformen immer wieder Veto eingelegt

ja, warum nur?

Vielleicht fängt es bei Jedem Einzelnen von uns an?
Wer dem Hungernden vor Laden "X" nen 5er in seinen Hut legt is nicht grade intelligent (ich drücke es so aus, damit der Kommentar veröffentlicht wird).
Aber wer nen 5er - oder ein ähnliches Fahrzeug - sein Eigen nennt, der muß was leisten und intelligent sein. Ob's dann wirklich sein Eigentum is oder der Bank gehört interessiert Keinen. Und wie die Person zu so viel Taschengeld gekommen is noch viel weniger.
Aber ob nun vorgetäuschter oder tatsächlicher Reichtum - wo auch immer reich beginnt: Reichtum bedeutet viel zu oft Ansehen.

Ein neuer Ansatz gegen Steuervermeidung

Ich frage mich warum man das ganze Thema nicht ein bisschen "Meta" behandelt: statt immer wieder neue Gesetze zu erlassen und zu versuchen Schlupflöcher zu stopfen, erklärt man einfach den -Versuch- der Steuervermeidung für illegal: komplizierte Unternehmensstrukturen die offenbar zur Steuervermeidung geschaffen werden, werden so automatisch illegal, selbst wenn sie streng genommen legal sind, weil ihre Schlupflöcher nicht über Gesetzte gestopft werden.
Unternehmen die so arbeiten bekommen dann jährliche , empfindliche Strafen aufgebrummt bis sie endlich die angemessenen Steuern zahlen.
Für Steuerberater die für solche Ausweichmethoden verwantwortlich sind stellt man internationale Haftbefehle aus und erteilt Berufsverbote.
So ein "Meta-Ansatz" erscheint mir sinnvoller als immer den Steuersünder mit immer komplexeren Gesetzen hinterher zu rennen.
Aber vielleicht haben die Politiker ja auch kein Interesse an einen Ansatz der durchgreifend funktionieren könnte.

@b_m

"
Am 06. November 2017 um 21:45 von b_m

Wo ist eigenlich das Problem.

Wo ist eigenlich das Problem. Die Aktieninhaber versteuern die Gewinne doch mit ihrem persönlichen Steuersatz. Warum sollen die Unternehmen das Geld doppelt versteuern. Im Grunde sollte die Unternehmenssteuer komplett abgeschaft werden. Das wäre gerecht."

.

Wo werden in Ihren Augen Unternehmen doppelt besteuert?

Nicht das Bewusstsein bestimmt das Sein.

Sondern anders herum.
Wie bekannt (spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts) bestimmt das Sein das Bewusstsein.
Nur in einer Gesellschaft wie unserer (globalen), muss der immer größer werdende Reichtum und der immer größer werdende Wohlstand auch zu immer mehr Gier und immer größer werdenden "Bedürfnissen" führen. Eine Endlos-Spirale der Hölle wird sich in Zukunft offenbaren.
Wenn wir dann die völlige Kontrolle unseres Bewusstseins aufgrund unseres "erhabenen" Ich-bezogenen Seins (Daseins) verloren haben werden, wird alles zu spät sein. (Auf diesem Planeten.)
Erinnert sei an die Kollabierungen:
- Osterinsel-Völker
- Ägypter
- Maya
- China-Dynastien
- Sozialismus/Kommunismus
...

Wir brauchen härtere Gesetze

Wir brauchen härtere Gesetze .. aber keine Mitarbeiter in Behörden, die diese duchsetzen. Um die hinterzogenen Steuern ein wenig zu kompensieren, könnte man doch noch ein paar Stellen in Finanzämtern und Aufsichtsbehörden einsparen. Oder ?

Wenn große Firmen und damit ...

... große Arbeitgeber etwas dafür tun, um steuerlich möglichst günstige Bedingungen zu schaffen, habe ich dafür durchaus Verständnis, denn durch die vielen Arbeitnehmer wird ja durchaus ein nicht zu unterschätzender Geldkreislauf geschaffen.

Wenn aber Einzelpersonen anfangen, ihr großes(!) Vermögen an der Steuer vorbei zu manövrieren, dann geht mein Verständnis gen Null. Allein diese Millionensummen, die für einzelne Sportler verschoben werden, bringen mich ehrlich gesagt auf die Palme.

Das Problem ist, dass "das System" da keinen Einhalt gebietet, sondern sogar diese Möglichkeiten als Anreiz schafft. Na ja ... und so lange dem keiner Einhalt gebietet (wie auch, wenn die "Elite" am Steuer sitzt?), erwarte ich leider keine Änderung. Da nützen nachhaltig auch diese paar "Enthüllungen" (darf man eigentlich noch von Enthüllungen sprechen, wenn es eh schon jeder wusste?) nichts.

Ist halt eine in vielerlei Hinsicht verrückte Welt :-(

Steuervermeidung

Es gab doch schon mal die Idee der Bierdeckelsteuerklärung.
Ganz einfach:
bis 10.000 - 0 %
bis 50.000 - 5 %
bis 100.000 - 10 %
bis 500.000 - 20 %
bis 1.000.000 - 30 %
über 1.000.000 - 40 %
Firmen, die für mehr als 1.000 Euro Waren in Deutschland verkaufen müssen entsprechend ihres Gewinnes aus den Deutschland-Geschäften Steuern in Deutschland bezahlen.
Gewinn ist dabei Verkaufspreis abzüglich Einkaufspreis, Mitarbeitergehälter, Miete, Pacht, ...
Beträge beziehen sich auf Jahresgehälter bzw. Jahresgewinne.
Promis, die "plötzlich" im Ausland wohnen, damit sie keine deutschen Steuern zahlen werden ausgebürgert. Ich pfeife - und sch***e - auf einen deutschen "XY-Weltmeister" - der in der Schweiz oder sonstwo wohnt, damit er nich nur den Wasserhahn sondern auch noch die berühmte Schüssel aus Gold haben kann.

Ehrliche Steuerzahler?

Wenn die großen Aktiengesellschaften so viel Steuern bezahlen würden wie die Selbstständigen, wären sie am anderen Tag pleite. Das System Aktiengesellschaft funktioniert nur ohne Steuern. Diese Firmen könnten den gierigen, geldgeilen Vorständen keine Provisionen zahlen, desshalb betrügen sie den Staat und damit uns. Ihre Gewinne sind Gelder die mit aller Gewalt nicht in die Bilanz passen, dafür bezahlen sie dann auch keine Steuern. Wenn sie von den Gewinnen Steuern zahlen würden, würde ihr Betrug auffallen. Damit betrügen sie auch ihre Aktionäre. Sie betrügen uns alle.

Informanten bezahlen für mehr Infos

Hoffentlich stumpft niemand ab. Es kommt nun darauf an, dass Journalisten mindestens einmal pro Woche bei den zuständigen Behörden nachfragen, wie weit die Ermittlungen gediehen sind - von Luxleak und Panama hört man zB nichts mehr. Da muss jede Einzelheit berichtet und jeder Politiker bei jeder Gelegenheit damit belästigt werden. Wirklich etwas ändern aber könnten die Medien vielleicht, wenn sie sich Investigativ um einzelne Verdächtige kümmern und versuchen, soviel wie möglich an Steuerstraftaten Öffentlich zu machen. Einfach mal Informanten suchen und gut bezahlen.
Grundsätzlich müsste jeder, der als Berufspolitiker unterwegs ist, seine Steuererklärung veröffentlichen und auch seine gesamten Privatkonten. Das müsste Gesetzlich geregelt werden. Leider wird es daran scheitern. Aber auch da könnten investigative Journalisten helfen. Für die Steuerterroristen der freien Wirtschaft sollten unbedingt die Geheimdienste eingesetzt werden. Da können sie sich wirklich Nützlich machen!

Steuersystem ändern der einzige Weg

Steuersystem in ganz Europa vereinfachen ! Jeder ob Privatmann oder Firma ..zahlt in dem land Steuern wo das Geld erwirtschaftet wird ! und dann ganz klare transparente zahlen ohne Ausnahmenund 100000 klauseln, ....z.b 10000p.a sind steuerfrei 10000-50000 z.b 10 % steuer 50000-250000 15% 250000-1000000 20% usw usw über die Prozentzahlen muss man sich international einigen, und auch klar das da jede Art von Einnahme mitberechnet wird Zins genauso wie Mieten, Aktien Boni usw usw das wäre endlich mal ein Weg zur viel gelaberten Gerechtigkeit !

Ach Gott...

....die sollen halt alle ein paar Millionen zahlen wie damals Herr Bernie Ecclestone.
Dann erledigt sich die Strafverfolgung von selbst. Wenn das bei meinen Bußgeldern wegen Falschparkens nur auch so wäre.
Ich müsste einsitzen und wäre es nur wegen 20 Euro.

@um 23:05 von Bernd66

Irgendwo sollte man aber auch mit dem besteuern von Reichen nicht absolut übertreiben, den niemand bezahlt gerne mehr, als wie er es muss und auch wenn er sich zu Unrecht zu hoch besteuert fühlt, dann kann er sich aus dem Acker machen, das kann niemand jemand anderem verbieten, da es sein Geld ist und er damit machen kann, was er selber möchte? Übertreibt man, dann hauen die Reichen wirklich ab und mit denen dann eine gewisse Anzahl an Arbeitsplätzen gar vielleicht? Es gibt viele Länder, welche Investoren anbieten so und so lange steuerfreiheit zu gewähren oder andere Vorteile, damit die eben dafür sorgen, das es mehr Arbeitsplätze gibt. Steuergesetze stehen fest und dann sollte jeder selber entscheiden dürfen, ob er in diesem Land bleiben will oder nicht, aber nicht Steuern hinterziehen, dann macht man sich eben strafbar.

@21:51 von Marcus2

"Demokratie im Griff einer narzistischen Elite. Demokratie auf die niemand mehr rechte Lust hat. Journalisten in verlorenem Land."
Ich kann jeden Satz, den Sie hier schreiben unterstreichen.
Ich bin geneigt von Demokratie im "Würgegriff" zu sprechen. Unsere Demokratie leidet schon seit längerem unter Sauerstoffmangel. Und wenn die Bürger dieses Landes Einblick in die letzten Winkel der Kulissen hinter der politischen Bühne hätten, würde vermutlich niemand mehr zur Wahlurne gehen.

@22:46 von Norddeutscher22

Die größten Blockierer bzgl. Steuerreformen in der EU sitzen/saßen in UK. Die sind wir als Entscheidungsträger ja nun mehr oder weniger los. Ihre Steueroasen ham wa trotzdem noch ander Backe.
Jetzt könnte man tatsächlich handeln - ich bin gespannt.

@um 23:00 von LifeGoesOn

"Da nützen nachhaltig auch diese paar "Enthüllungen" (darf man eigentlich noch von Enthüllungen sprechen, wenn es eh schon jeder wusste?) nichts."

Also es macht schon einen Riesenunterschied, ob man etwas glaubt zu wissen oder es aber mit Zahlen und Fakten belegen zu können.

Ich erinnere mich an diese

Ich erinnere mich an diese üble Angelegenheit (nachzulesen im Internet, SZ)

"14. Dezember 2015, 18:49 Uhr

Psychiatrisches Gutachten
Zu Unrecht pensionierte Steuerfahnder bekommen Schadenersatz
Waren sie paranoide Querulanten? Oder einfach nur gewissenhaft? Vier Steuerfahnder aus Hessen erfahren vor Gericht späte Genugtuung."

Unsere Politiker wollen sicher keine wirksame Änderung - für die Reichen.

Kommentar von Hackonya2 um 23:05

Wenn Aktienunternehmen AZ meint hier in Deutschland keine Steuern zahlen zu wollen - können und sollen sie doch auswandern und hier keine Waren mehr verkaufen. Hab ich gar kein Problem mit!
Dann können für dieses eine Steuer-Betrugsunternehmen vielleicht 20 kleine Unternehmen gegründet werden, die ähnliche bzw. gleiche Produkte herstellen. Und für die Mitarbeiter nicht nur Kostenfaktoren sind wie für sehr viele Aktiengesellschaften und GmbH's und ... Und die dann auch ordentlich hier in D Steuern zahlen.
Kleiner Rückblick Bankenkrise:
Versuch doch mal heutzutage ne Bank aufzumachen. Die Großen würden in einen "ruinösen" Wettbewerb treten und ordentlich Zinsen zahlen - nur damit Du Pleite machst. Hätten wir die Großen damals alle über'n Jordan gejagt - und nur die Einlagen der Sparer bis zu einem Betrag X gerettet - es hätten sich neue Banken gründen können; die anständig mit dem Geld der Anleger umgehen.
"... Alternativlos ..." (Zitat Frau Merkel) is nämlich GAR NICHTS!

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