Ihre Meinung zu: Tödlicher Raserunfall: BGH beanstandet Bewährungsstrafen

6. Juli 2017 - 11:32 Uhr

Im April 2015 lieferten sich zwei Raser in Köln ein illegales Autorennen. Dabei starb eine 19-jährige Studentin. Der BGH kassierte jetzt die Bewährungsstrafe des Landgerichts. Die Männer kommen nun wohl doch in Haft. Von Gigi Deppe.

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Kommentare

Dieses Urteil hat auch kaum jemand verstanden.

Es handelte sich ja hier nicht um das zufällige Zusammentreffen eine Autos und eines Fußgängers, nach dem der Fahrer psychisch betreut werden muss.

Sehr gut

Es wird höchste Zeit dass diesen Rasern heftige Strafen drohen, so etwas ist nicht mit einer Bewährungsstrafe abgetan.
Unschuldige lassen ihr Leben oder werden so schwer verletzt, somit leiden müssen weil jemand aus Fan mal eben das ganze Leben verändert.
Damit muss Schluss sein, das ist eine vorsätzliche Straftat, wo leichtfertig mit dem Leben unschuldiger Menschen gespielt wird.

Na endlich

Das die Richter den Rechtsfrieden hoch einstufen und endlich Verständnis für das Empfinden der Bürger in Bezug auf Bewährungsstrafen zeigen, stimmt mich ein wenig versöhnlicher.
Sobald diese Sichtweise auch auf andere Gewalttaten angewendet wird nimmt die Anzahl der Gewaltdelikte vielleicht doch einmal ab.
Straftaten mit körperlicher Gewalt dürfen nur in absoluten Ausnahmefällen zur Bewährung ausgesetzt werden. Prügeln, Treten, körperlich Bedrohen muss zur Inhaftierung führen.

Gerechtigkeitsempfinden...

Die Entscheidung des BGH finde ich richtig - wobei es mir weniger um die juristische Würdigung der Sache in unsererm nominellen Rechtsstaat geht.
_
Viel wichtiger finde ich die gesamtgesellschaftliche Signalwirkung. Schließlich sind alle Rechtsvorgänge im Land nicht nur Sachentscheidungen, sondern haben auch eine Außenwirkung im Sinne der "systemischen Rechtspflege". Soll heißen, daß Gerichtsurteile auch einem sich stets weiterentwickelnden, gesellschaftlichen Gerechtigkeitsempfinden entsprechen sollten. Und sollte im vorliegenden Fall auch heißen: Wohin wollen wir innerhalb eines immer enger, und damit potenziell aggressiver werdenden Gesellschaftsumfeldes? Sind strikte Maßnahmen gegen Allgemeingefährder (Raser) im Straßenverkehr vielleicht längst überfällig? Und dazu natürlich "politische Entschärfungen" potenzieller Aggressionsgründe...

Sprachlos

Dieses Landgericht kann und will ich nicht verstehen, was ist das für eine Rechtssprechung. Es ist gut dass der BGH hier nicht so blind wie dieses Landgericht ist.
Für die Eltern der verstorbenen Frau durch diese bescheuerten Raser soll wenigstens von gerichtlicher Seite her gerecht verurteilt werden. Die Entscheidung des Landgerichts muss für die armen Leute wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein.!!!

Richtige Entscheidung

Wer meiner Meinung nach auf Grund von Rücksichtslosem Verhalten den Tod eines Menschen verschuldet, darf nicht mit Bewährung davon kommen, sondern muß zwingend eine Haftstrafe verbüßen. Von daher begrüße ich die Entscheidung des BGH ausdrücklich.

Denn sie wissen, was sie tun

Es ist die einzig richtige Entscheidung des BGH, das Urteil des Landgerichts zu kassieren. Es ist schwer vorstellbar bzw. zu vermitteln, dass Menschen zu Tode kommen und ein Urteil auf Bewährung ausgesprochen wird. Das kann und darf es nicht geben - für Menschen, die wissentlich die Gefährdung von unbeteiligten Menschen in Kauf nehmen.

Für wie lange müssen die

Für wie lange müssen die Raser dann ins Gefängnis?
Wird die Bewährungsstrafe angerechnet, oder wird nun die volle Strafe vollzogen?

Mordfrage ungeklärt

Damit haben sich die obersten deutschen Strafrichter allerdings immer noch nicht zu der Frage geäußert, ob illegale Straßenrennen mit tödlichem Ausgang auch als Mord anzusehen sind.

Und das ist gut so, da man das, wie so vieles im Strafrecht, nicht pauschalisieren kann.
Würde man bei einem illegalen Autorennen mit seinem Wagen gezielt auf Personen zuhalten, dann ist es natürlich Mord.
Kommen bei einem illegalen Autorennen Personen unfallbedingt zu Tode, dann ist das "bedingter Tötungsvorsatz" und "billigende Inkaufnahme". Hier liegt es an der altersbedingten geistigen Reife, ob "fahrlässige Tötung" oder "Mord" angeklagt werden kann.

Es entscheidet sich also an der Frage, ob der Fahrer (es sind fast nur Männer) zum Zeitpunkt der Tat die Folgen seines Handelns hätte absehen können.

"Dummer Junge" = Fahrlässige Tötung
Intelligent (auch schon ab 18 Jahren) = Mord

immerhin...

Es ist zwar schade, dass hier mit dem "Rechtsfrieden" argumentiert wurde, und nicht mit bedingtem Vorsatz, wie es bei illegalen Rennen im Stadtbereich sinnvoll wäre, aber immerhin ist diese unsägliche Idee, die Täter mit Bewährung davonkommen zu lassen, vom Tisch.

Gewünscht hätte ich mir die Aussage, dass für die Sicherheit das Allgemeinheit in solchen Fällen den Tätern permanent der Führerschein zu entziehen sei.

Denn im Endeffekt lässt sich nichts vorbringen gegen die Argumentation, Rennen im Stadtbereich zu fahren sei wie blind eine Pistole in der Fußgängerzone abzufeuern - man *beabsichtigt* vielleicht nicht, jemanden zu töten, aber man weiß, dass es vermutlich darauf hinauslaufen wird und tut es trotzdem.

gut so

Eine Verurteilung mit Gefaengnis - Minnimum wegen Totschlags +
Fuererscheinentzug auf Lebzeiten.

Es wird Zeit !

Leider wird Raserei immer noch als Kavaliersdelikt gesehen. Wer bewusst in kauf nimmt andere Verkehrsteilnehmer zu verletzen oder tödlich zu verletzen gehört aus dem Verkehr gezogen . Haftstrafen , Führerscheinentzug auf Lebenszeit und das Tatwerkzeug , sprich der PKW sollte eingezogen werden. Vielleicht hilft das !

"Hier ging es nur um fahrlässige Tötung."

"Nur"? Reicht das nicht?

Ich kann es kaum glauben, dass man noch darüber redet, ob Raser für die fahrlässige Tötung von Personen ins Gefängnis müssen oder auf Bewährung freikommen. Immerhin hat sich jetzt das BGH gegen die Entscheidung des Landgerichts gestellt.

In Deutschland wird zu milde geurteilt, denke ich. Es geht ja nicht darum, die Raser lebensländlich einzusperren. Aber ein Quasi-Freispruch läuft völlig gegen mein persönliches Rechtsempfinden. Ein paar Jahre sollten es schon sein und das vlt. kombiniert mit der Arbeit in einer Notfallaufnahme?

Es ist schwierig...

Ich bin froh kein Strafrichter zu sein. Bei solchen Fällen werden von der Öffentlichkeit oft drakonische Strafen gefordert und die Debatte ist oft emotional geführt, wobei oft vergessen wird, dass auch Täter Menschen mit Rechten und Zukunftswünschen sind.

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass der Tod eines Menschen nicht zwangsläufig zu einer Freiheitsstrafe führen muss. Bsp: nicht genügend beim Abbiegen und Überholen abgesichert, jemand im toten Winkel, unfall mit Todesfolge. Also bei Fahrfehlern, die schon jedem passieren können.

Hier denke ich aber, dass der BGH richtig entschieden hat. Natürlich wollten die jungen Männer niemanden verletzen und natürlich werden sie gedacht haben jeder Situation gewachsen zu sein. ABER sie sind ganz bewusst erheblich zu schnell gefahren und auf rationaler Ebene hätte Ihnen die Gefahr bewusst sein müssen. Wer aber für den eigenen Lustgewinn schwere Unfälle in Kauf nimmt, darf nicht auf allzuviel Milde hoffen.

Leider nicht ganz richtig

Das Urteil des BGH ist in einem Punkt nicht richtig wiedergegeben: Über die Höhe der Strafen wird nicht neu verhandelt werden. Diese hat der BGH nicht beanstandet. (Zitat aus der Pressemitteilung: "Die Bemessung der Freiheitsstrafen [...] war aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden.") Es wird daher nur über die Aussetzung zur Bewährung neu zu verhandeln sein.

„...wobei oft vergessen wird,

„...wobei oft vergessen wird, dass auch Täter Menschen mit Rechten und Zukunftswünschen sind.”

Wer den Tod eines Menschen billigend in Kauf nimmt, verwirkt dieses Recht.

„Natürlich wollten die jungen Männer niemanden verletzen...”

Mutmaßung. Selbst wenn sie es nicht wollten, so war es ihnen aber auch mindestens egal.

@ Otto Flott

Vielen Dank für Ihren Hinweis! Der Fehler wird korrigiert.

Mit freundlichen Grüßen
Die Moderation

Nachdem es immer wieder zu

Nachdem es immer wieder zu Todesfällen bei diesen 'Autorennen' unter der Bevölkerung kommt, müßte man doch einmal Ursachen forschung betreiben. Dazu gehört, zu eruieren, wie und warum eigentlich die enormen Gelder für die enormen Preise dieser PS-Boliden zusammen kommen, zumal diese ausgerechnet in den Volksgruppen aufgebracht werden, die uns immer als wirtschaftlich ungerechtfertigt schwach durch unfaire Bildungschancen geschildert werden. Daher frage ich, wer oder was gibt einem neunzehn bis zwanzigjährigen Fahranfänger immer wieder 400 bis 600PS Boliden an die Hand? Wen man hier aber komischerweise gar nicht sieht, sind die kritischen sonst allgegenwärtigen progressiven Autogener mit ihren typischen Stellungnahmen zu einem gefährlichen PKW-Adusus, oder hängt deren Schweigen doch wohl mit der zur Diskussion stehenden Klientel zusammen. Also, will man, um weitere Tote zu vermeiden, hier zu Sachklärungen beitragen oder nur Schlagzeilen kreieren, dann wird dieser Text wohl gesperrt.

Bewährungsstrafen

sind gar keine!!
Und auch kaum noch zeitgemäß - fairplay und ein "schlechtes Gewissen" sind ebenfalls mega-out.
Strafen müssen aber sowohl als Strafe empfunden werden, als auch Nachahmer abschrecken!!

Unfassbar...

"Hätte er Sorge, Empathie und Mitgefühl gezeigt, wäre das ein Grund gewesen, die Strafe zu mildern."

Unfassbar. Die beiden Raser haben 21 bzw. 24 Monate B e w ä h r u n g bekommen! Und da hätte das Gericht noch weiter gemildert? Wären die jungen Männer dann ohne Abendbrot ins Bett geschickt worden?!

Einfach nur unfassbar.

Hamses gewusst, hamses nicht gewusst?

Natürlich kann man von einem normal gebildeten jungen Weißen nicht erwarten, dass er weiß, er riskiert Menschenleben, wenn er mehr als doppelt so schnell durch die Innenstadt brettert. Denn wer hört schon im Physikunterricht oder in der Fahrschule zu, wenn erklärt wird, dass die Aufprallenergie mit dem Quadrat der Geschwindigkeit anwächst.
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Allerdings ist solchen Leuten bewusst, dass die Polizisten, welche das Unfallgeschehen mittels Farbspray markieren, auch ihre teuren Felgen beschmutzen könnten. Natürlich ranzen sie dann die Polizisten an, sie mögen gefälligst aufpassen, die Felgen hätten 2.000 Euro gekostet. Soweit ich erinnere war dieser Tatbestand, welcher erst nach dem Urteil bekannt wurde, Anlass für die Anrufung des BGH. Man erkennt hieran auch, wieviel die nachträgliche Entschuldigung wert ist.

Kein Mitleid mit Raser.

Ich begreife etwas nicht. Ob ich jemand umbringe mit Pistol, Messer, Axt, Gif, Schwert, oder ein Auto, das Ergebnis ist dasselbe: Das Opfer ist TOT. Hieraus folgt: Ein Auto (PKW oder LKW) oder ein anderes Motorfahrzeug ist auch eine Waffe. Wenn also, jemand durch schwere Schuld wie Alkohol, Drogen, zu Schnell, Misachtung des Handyverbots, ohne Führerschein u.z.w jemand Totfährt ist er/sie zu verurteilen wie vorsetzlicher Mord und darauf steht nur eine Strafe: Lebenslange Gefängnisstrafe. Ich bekomme hierzulande immer mehr das Gefühl, dass ein Menschenleben hier wenig wert ist und dass die Justiz mehr Mitleid mit den Tätern hat als mit den Opfern. In Kanada wurde ein LKWFahrer zu 35 Jahre Haft verurteilt weil er mit seinem Handy während des Fahrens beschäftigt war dadurch nicht mehr rechtseitig bremsen konnte und 3 Mensche totgefahren hat. So ist es richtig und das sollte bei uns auch so sein. Kein Mitleid mit Raser.

@Hepheistos

Wie kommen sie darauf, dass hier enorme Gelder für "PS-Boliden" aufgebracht werden mussten? Der eine Beschuldigte fuhr einen BMW mit 170PS, gekauft für 3000€.
Für heutige Verhältnisse ist das alles andere als außergewöhnlich. Als Student fahre ich vermutlich das gleiche Auto - eine BMW mit 170PS für damals knappe 3000€ - dank Abwrackprämie wurden solide Kleinwagen zur Rarität bzw. unbezahlbar, während dieses "PS-Monster" mit deutlich höheren Sicherheitsstandards und dafür etwas höherem Verbrauch einem - eben deswegen - hinterhergeworfen wurde.
Wie dem auch sei, es braucht keine starken Autos, um Rennen zu fahren und tödliche Unfälle zu verursachen. Ein Polo mit /h ist für einen Fußgänger ebenso fatal wie alles andere. Das ganze also auf die (hier gar nicht genutzten) starken Autos zu schieben, ist völlig am Thema vorbei.
Hier verstehen junge Erwachsene nicht, dass Regeln nicht zum allgemeinen Ärgernis, sondern zum Schutz der Menschen da ist.

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