Diskriminierung: Jobcenter bevorzugen "leichte" Fälle

29. Juni 2017 - 15:09 Uhr

In Deutschlands Jobcentern und Arbeitsagenturen existieren laut einer Studie "teils gravierende Diskriminierungsrisiken". Weil Arbeitsvermittler leichtere Fälle bevorzugten, blieben Alleinerziehende, Migranten oder Behinderte oft auf der Strecke.

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Kommentare

Die neoliberalen Betriebswirtschaftler sind Schuld.

Da werden dann Pseudo-Effektivitätskriterien angewandt.

Der Sachbearbeiter wird gedrängt, möglichst viele erledigten "Erfolgsfälle" zu generieren. Problematische Fälle, für die er gerade dasein sollte, sind da hinderlich und mindestens nicht karrierefördernd.

Wir müssen wieder zu dem idealerweiser nur der Sache und dem Staat verpflichteten Beamten zurückkehren.

Jobcenter bevorzugen "leichte" Fälle ...

Wenn denn die Mitarbeiter tatsächlich Vorgaben zu erfüllen haben - wie sonst? Natürlich lassen sich bei "leichten Fällen" im Zweifel auch leichter Erfolge erzielen.
Was das eigentlich fragwürdige ist, insofern die Tätigkeit der JC Mitarbeiter noch zu großen Teilen aus einer Fragwürdigen Praxis des FORDERNS und förderns besteht (wobei das Fördern immer noch in weiten Teilen aus dem Zuweisen in noch fragwürdigere Maßnahmen der Harzindustrie besteht)(Heute z. T. auch klangvoll als "soziale Teilhabe am Arbeitsleben tituliert), könnte man als sog. Diskriminierter schon mal froh sein, solange dergleichen Nonsens an einem vorbei geht.
Was aber in vielen fällen eben nicht stimmt, weil die Leistungen nach dem ALG2 so knapp bemessen sind, dass sie nie für die vorgesehenen Zwecke reichen und der karge Zuverdienst eben für viele unverzichtbar bleibt. Und so und insofern diese Zuverdienst Möglichkeiten an den Problemgruppen vorbei gehen, sind diese dann tatsächlich diskriminiert.

Diskriminierung oder effektives Arbeiten?

Wenn ich die Wahl hab, entweder 10 leichten Fällen wieder Arbeit zu beschaffen oder mich um einem Problemfall zu kümmern, was ist dann sinnvoller?

Im ersteren Fall hab ich 10 Menschen wirklich geholfen, im letzteren Fall wird evtl wieder nichts aus dem Jobangebot und es ist keinem geholfen, ich hab mich aber immerhin um einen bemüht.

Es stimmt, was im Artikel steht

Aber die Diskriminierung geht noch weiter.
Derzeit sind z.B. mehrerer 1000 Klagen gegen regionale Jobcenter anhängig, weil diese ärztlich Gutachten (teils vom Bund anerkannt) einfach ablehnen, weil sie die Mehrkosten nicht tragen wollen.
Dies mit mitunter gefährlichen Konsequenzen wie Fehlernährung weil sich die Betroffene Person ihre Krankheitsbedingte Sonderkost nicht mehr leisten kann.

Des weiteren werden die Zahlungen, wenn eine Person von einer in eine andere Kostenstelle wechselt oft verschleppt.
das führt mitunter dazu, das Personen 3 Monate ohne Versorgung da stehen.

An dieser Stelle muss dringend nachgebessert werden.

Ungeheurlich

Diskriminierung von Amtswegen. Da hat das Qualitätsmanagement auf ganzer Linie versagt. Ich frage mich schon seit Jahren , warum es freie Arbeitsplätze gibt und trotzdem Millionen von Arbeitslosen? Was passiert dort eigentlich mit der Weiterbildung?

Diskriminierung sollte verhindert werden.

jedoch geht die größte Diskriminierung vom Staate aus, weniger von privaten Arbeitgebern.
z.B. Beamter kann nur werden wer Deutscher oder EU-Ausländer ist, max. Alter ist vorgegeben. Bestimmtes Geschlecht wird vorgegeben usw.
Ein privater Arbeitgeber stellt jeden ein der für die Arbeitsstelle passt.
Das Jobcenter sollte für dauerhafte Vermittlung einen schwierigen Falles eine Provision dem Vermittler zahlen, dann läuft es besser.

Diskriminierung durch Arbeitsgerichte

Ich wurde von einer Tochtergesellschaft eines Konzern in der Probezeit als schwerbehinderter AN (hatte es dem AG mitgeteilt) unter Druck gesetzt weit über 10 Std. zu arbeiten. Dadurch erlitt ich massive körperliche Schäden und verlor meine Erwerbsfähigkeit komplett. Das Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht prüften weder die Einhaltung des Arbeitszeitgesetz (AG hatte keine Arbeitszeiterfassung), noch wurden die Zeugen gehört bzw. überprüft, schriftliche Beweise von mir wurden ignoriert und ein ärztliches Gutachten wurde nicht in Auftrag gegeben. Die Behauptungen des AG wurden einfach übernommen ohne Beweise dafür zu verlangen. letztendlich wurde mir einfach pauschal unterstellt "irgendwas verheimlicht zu haben", weil ich schwerbehindert bin, und deshalb wäre ich alles selber schuld und ein Überprüfung des Arbeitgebers wäre gar nicht notwendig. Ich habe jegliches Vertrauen in unseren (Un-) Rechtsstaat verloren und Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht!

16:06 von nie wieder spd

warum es freie Arbeitsplätze gibt und trotzdem Millionen von Arbeitslosen?
.
das fragt sich ein Freund von mir auch
der sucht händeringend nach 2 Werkzeugmachern und findet keine ...
auch Lehrlinge sind Mangelware

Ich glaube, dass viele

Ich glaube, dass viele Menschen mit Behinderung diese Erfahrung leider machen mussten.
Ich rechne dies aber tatsächlich der Minderausbildung der Angestellten in den Jobcenter zu, die ja das Sozialgesetzbuch (Bücher) gar nicht mehr richtig lernen.
Mit dem Rezitiert 3er §§ kann man komplexe Zusammenhänge nicht abhanden!
Weiteres ist der Sinn, Fördern und Fördern seit langem umgedreht damit Nichts aber auch gar Nichts gesetzeskonform bezahlt werden muss.
Jobcenter gehen am wirklich Bedürftigen Bürger vorbei!

Da müsste es dann für schwer

Da müsste es dann für schwer vermittelbare eine höhere " Punktzahl " geben.

re nie wieder spd

" Ich frage mich schon seit Jahren , warum es freie Arbeitsplätze gibt und trotzdem Millionen von Arbeitslosen?"

Wnn in Frankfurt ein Klempner gesucht wird und in Rostock ein Elektriker arbeitslos ist dann haben wir eben 1 freien Arbeitsplatz und 1 Arbeitslosen.

Ist das schwer zu verstehen?

Die Mitarbeiter im Jobcenter

Die Mitarbeiter im Jobcenter sind ein besondere Klientel die extra eingestellt wird um bestimmte Dinge durchzuführen.
Da gehört Diskriminierung wohl weniger dazu als Schickane und Macht auf Schwächere und Gehandicapte auszuüben.

Ich tippe, damit die unterste Schicht in Deutschland nicht auf die Idee kommt und auf die Straße geht um mehr Rechte einzufordern, was binnen Monaten machbar wäre, aber wer Existenzangst hat, ist nicht stark genug um noch zu demonstrieren.

@ um 16:54 von karwandler

Momzgibtvesbca 1 Millionen freie Arbeitsplätze und ca 2,5 Millionen Arbeitslose. Wenn es eine vernünftige Weiterqualifizierung gäbe, gäbe es "nur" 1,5 Millionen Arbeitslose. Und da sich alles über die ganze Republik verteilt, müsste diese Rechnung in etwa genau so aussehen. Abgesehen davon, dass man die Arbeitslosenverwaltung um 1,5 Millionen Arbeitslose entlasten könnte, indem man sie in Rente schickt, da es sowieso keine freien Arbeitsplätze für sie gibt. Jetzt werden sie nur sinnlos mit sehr wenig Geld schikaniert.

@ um 16:25 von Sisyphos3

Einfach schon für Lehrlinge gutes Gehalt zahlen. Dann klappt das mit der Personalfindung.

Das ist nicht Neu

viele haben die gleichen Erfahrungen gemacht, ich war zweimal kurzzeitig Arbeitslos. Nachdem ich mir jedes mal selber neue Arbeit besorgt hatte bekam ich einen Schreiben vom Jobcenter, in dem stand dann Sinngemäß. Wir freuen uns Ihnen einen neuen Arbeitsplatz vermittelt zu haben, nur hatten Sie dazu nichts getan und es war auch keiner der Adressen die man bekommt von dem Laden.
Und das zu einer Zeit wo die Arbeitslosigkeit extrem hoch war.

So ungefähr funktioniert dieser Laden.

Gruß

Das hier zu Recht

Das hier zu Recht beanstandete Kennzahlensystem ist wohl nicht zufällig implementiert. Es ist Ausdruck der Hypertrophierung, der Überdehnung, wirtschaftlicher Prinzipien, in diesem Fall das Effizienzprimat, auf die Sphäre des Menschlichen, in der es nur Einzelfälle und keine rationalisierbaren, quantifizierbaren Strukturen gibt, denen man mit einem ausgeklügelten Algorithmus beikommen kann. Es braucht wohl unzählige einschlägie sozialwissenschaftliche Studien, die belegen, dass das gesamtgesellschaftlich zu einer Minderung der Effizienz, und damit zum Gegenteil des Angestrebten führt, bevor die Politik ihre neoliberale Prokrustes-Brille ablegt und sich zu wirklich wirksamen Systemkorrekturen bereitfindet.

17:23 von nie wieder spd

Einfach schon für Lehrlinge gutes Gehalt zahlen. Dann klappt das mit der Personalfindung
.
nach Tarif !
aber vielleicht ist der Druck nicht hoch genug was zu suchen
wenn es ohne Arbeit auch geht / über die Runden zu kommen
.
Mindestlohn ist ne unmögliche Situation aber die relativer Leichtigkeit
an staatliche Unterstützung zu kommen, auch

@ nie wieder spd

"Was passiert dort eigentlich mit der Weiterbildung?"

Welche Weiterbildung? Für Akademiker, hieß es seitens des Jobcenters in Freiburg, gäbe es in den ersten 6 Monaten keine Weiterbildung.

Was mich ärgert. Ich habe aufgrund meiner Eigeninitiative schließlich eine Arbeit gefunden, aber trotzdem hat sich meine Arbeitsvermittlerin für ihre Untätigkeit einen Vermittlungsbonus einstreichen dürfen.

@ nie wieder spd

Ihre Kritik am User Karwandler ist unzutreffend, denn der User hat mit seiner Analyse Recht. Tatsächlich sind die meisten der schwer vermittelbaren Arbeitslosen gleichzeitig auch kaum bis überhaupt nicht flexibel bzw. sie sind ortsgebunden. Es bringt dann fast nie etwas, wenn - wie Karwandler richtig ausführt - ein Elektriker in Rostock Arbeit sucht und in Frankfurt eine Stelle frei ist.

@krittkritt

""Wir müssen wieder zu dem idealerweiser nur der Sache und dem Staat verpflichteten Beamten zurückkehren.""

Volle Zustimmung...
Das Problem zieht sich durch die komplette staatliche Verwaltung. Beim Finanzamt zum Beispiel ist das ganz ähnlich. Der leichte Fall wird geprüft und abgeschlossen. Der komplizierte "lohnt" den Zeitaufwand nicht, weil man in der Zeit dem Chef drei abgearbeitete Fälle präsentieren kann. Unterm Strich für dem Staat ein minus Geschäft.

Richtig...

ist der Beitrag und es wundert immer wieder, wie wenig über die Zustände der Job- und Arbeitsvermittlung an die Öffentlichkeit dringt.
Fakt ist, das es bei Beiden nicht darum geht, Menschen in Arbeit zu bringen. Sondern die Arbeitslosenzahlen nach unten zu drücken, systematisch und möglichst rational. Dafür werden die Mitarbeiter massiv unter Druck gesetzt, wehe dem, der die Zahlen nicht erfüllt. Jede Woche werden die "Erfolgsquoten" ermittelt und von vorgesetzter Führung ständig Druck auf die Vermittler gemacht. Vermitteln um jeden Preis, ob sinnvolle Förderung oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Gerade im Wahlkampf werden Mittel verschleudert, Hauptsache die Zahlen gehen nach unten. Um jeden Preis. Nochmal, die Zahlen sind das Ziel, nicht Menschen in Arbeit zu vermitteln.
Wir wissen doch alle, das die Arbeitslosenzahl nicht den tatsächlich arbeitslosen Menschen entspricht. Die Medien ignorieren das, täglich.
So sind in diesen Behörden auch Zustände, die niemand hinterfragt.

17:23 von nie wieder spd

@ um 16:25 von Sisyphos3

Einfach schon für Lehrlinge gutes Gehalt zahlen. Dann klappt das mit der Personalfindung.
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Ich habe als Selbständiger bei überwiegend langjährig Beschäftigten, nur zweimal Output des damaligen Arbeitsamtes erleiden müssen.
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Aber wer glaubt wenn aus Anstallten Agenturen werden, würde sich bei den "gleichen Insassen"(BAMF & Co.) etwas ändern?
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Vorschriften, das erst gefördert wird, wenn die Langjährigkeit erreicht ist, wenn Eigensuche trotzdem über Vermittler abgerechnet wird.
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Dann haben wir Bürokratur in Reinkultur.
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Selbstbefriedigung, bei der nur der Bürger stört, der auch Versicherungsleistung erwartet, für seine Beträge.
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Aber betrügen kann man nur denjenigen der eingezahlt hat, wie bei Renten?

ausgrenzung und unterdrückung sind programm

menschen in schubladen zu stecken, zu fällen und kennzahlen zu degradieren, zu unterdrücken, auszugrenzen und zu sündenböcken zu erklären ist der kern des vierten gesetzes für moderne dienstleistungen am arbeitsmarkt, es war das ziel von "hartz IV" und es hat funktioniert.

die sachbearbeiter durch erfassugn und überwachung ihrer sog. "vermittlungen" unter druck zu setzen, die dann logischweise betroffene mit größeren hemmnissen ganz aufgeben und stattdessen nur die leichter vermittelbaren in die zeitarbeit zu pressen, das ist kein versehen, sondern das ist im jobcentersystem das programm.

der versuch jetzt mit irgendwelchen maßnahmen oder studien jetzt dort dagegen zu steuern muss scheitern.

die kritik an der "diskrimierung" trifft am kern der sache vorbei, die gesamte politische des neoliberalismus und der (angeblichen) leistungsgesellschaft sind das problem.

was lernen wir?

grundintention der hartz-reformen war der politische wille, einen niedriglohnsektor zu etablieren, in den man menschen durch staatliche sanktionen zwingen kann, weil freiwillig sich niemand fuer solche modernen ausbeuterjobs hergeben wuerde.

grundannahme war auch, dass es maximal ein viertel der bevoelkerung treffen wuerde, was bedeutet, dass die mehrheit des dreiviertel der bevoelkerung nicht direkt betroffen, aber die latente "(be)drohung" durch hartz sofort verstanden hat und sich entsprechend verhaelt, also unsolidarisch, was sich auch in der oeffentlichen debatte zeigt, die von einer allgemeinen herablassung und diffamierung aller menschen, die sich mit den jobcentern und ihren kriterien herumschlagen muessen.

das sind dann die immer gleichen unterstellungen, wie: selbst schuld, zu faul, zu anspruchsvoll, zu waehlerisch, zu renitent usw.

die propaganda durch die gehirnwaescheanstalt "initiative neue soziale marktwirtschaft" war erfolgreich.

und nun ist man erstaunt.

toll!

@ um 18:00 von Sisyphos3

Nach Tarif? Das heißt seit ca 30 Jahren keine reale Lohnsteigerung! Heutzutage müsse Arbeitgeber auch etwas flexibler sein, was die Lohnhöhe angeht. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Vielleicht sollte ihr Freund mal den Tariflohn verdoppeln.

Arge, da kann jeder was erzählen

Seit einem Jahr bin ich Rentner und froh, daß ich mit dem Gesocks nichts mehr zu tun habe. Mein vorletzter Arbeitgeber wurde insolvent und 300 wurden arbeitslos. Zwei Sachbearbeiter kamen in die Firma, um die Anträge auf Insolvenzgeld entgegenzunehmen. Mein Nachbar hatte mir einen neuen Job besorgt, für den ich aber einen Staplerschein brauchte. Auf meine Frage nach einem diesbezüglichen Lehrgang, sagte mir eine der Beiden:"Mit der Qualifikation haben wir genug , wir schicken einen von denen hin. " Damals war ich 56 und hatte auf dem Arbeitsmarkt absolut keine Chancen mehr.

@ um 18:17 von RoyalTramp

Flexibilität kann man auch bei den Arbeitgebern vorraussetzen. Also Umzug bezahlen, ne schöne Whg besorgen und evtl Kindergartenplätze. Und natürlich ein sehr gutes Gehalt bezahlen.

17:47 von pnyx

Es ist schon gut, dass der Arbeitsvermittler nicht zeitgleich Sozialarbeiter ist und dass dessen Arbeit aus diesem Grunde auch Effizienskriterien unterliegt. Mit Neoliberalismus hat das nichts zu tun, sondern sinnhafter Aufgabenteilung.

16:57 von holyknights_returns

In jedem der beiden Absätze finden sich jeweils eine unwahre und eine unlogische Behauptung.

Fehlanreize

klar, einen jungen gut ausgebildeten Arbeitslosen zu vermitteln, der auch noch flexibel ist, das geht sicher einfacher. Und es schönt die Statistik sofort. Nur, der bräuchte mit etwas Eigeninitiative überhaupt kein "Jobcenter" für die Vermittlung. Es sind aber nicht nur die günstigen, willigen, jungen Wunscharbeitslosen da, sondern auch gesundheitlich Angeschlagene, Ältere, Arbeitslose mit familiären Verpflichtungen wie pflegebedürftigen Eltern oder schulpflichtigen Kindern. Die ziehen dann eben nicht gleich von Ostfriesland an den Bodensee. Und die Kehrseite der Medaille ist die: bei der erwarteten Flexibilität werden Kinder später oder gar nicht geboren und wer schafft sich eine Eigentumswohnung an, wenn er ständig umziehen sollte? Nachher kommen dann die Klagen über mangelnde Eigentumsquoten oder das Demographieproblem

@deutlich, 21:08

Stimme Ihnen zu 100% zu.

Nachher kommen dann die Klagen über mangelnde Eigentumsquoten oder das Demographieproblem

Das ist der Punkt: nachher. In der Bedarfsanalyse im Neoliberalismus ist Nachhaltigkeit kein Kriterium. Da ist entscheidend, welche Erfolgszahlen man im nächsten Quartal vorweisen kann. Da machen die staatlichen Stellen wie Job-Center oder Arbeitsagentur keine Ausnahme.

JobCenter

Ich habe einen Bachelor in England gemacht mit dem ich mich hier vergebens beworben habe - nach Aufbrauchen von Erspartem war das Jobcenter für mich zuständig- ich hätte gerne eine Ausbildung mit Chancen auf einen Job gemacht- die Antwort: "Das können wir Ihnen doch nicht sagen was in drei Jahren gebraucht wird " - stattdessen wurde ich in die JobFabrik gesteckt um meinen Lebenslauf zu optimieren und aus der Statistik rauszufallen- geholfen hat das nichts -

@15:50 von Frank65 - Diskriminierung oder effektives Arbeiten?

"Wenn ich die Wahl hab, entweder 10 leichten Fällen wieder Arbeit zu beschaffen oder mich um einem Problemfall zu kümmern, was ist dann sinnvoller?"

Und jetzt rechnen wir noch mal wie ein Staat... wenn ich 11 Personen in Arbeit vermitteln soll, aber meine Kapazitäten dazu nicht ausreichen, dann wird einer von 11 zum Sachbearbeiter, um den verbliebenen 10 zusammen mit seinen bisher überlasteten Kollegen zu helfen.

Sie haben da eine pseudo-Zwangslage (10 gegen einen) geschaffen, die es auf staatlicher Ebene so nicht gibt.

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