Kommentare - One Billion Rising: "Gewalt gegen Frauen wird heruntergespielt"

14. Februar 2017 - 17:25 Uhr

In zahlreichen Städten gehen heute Frauen und Männer auf die Straße, um gegen Gewalt gegen Frauen zu protestieren. Denn das Problem sei nach wie vor sehr aktuell, sagt die Aktivistin Sabine Mairiedl im Gespräch mit tagesschau.de. Und zwar, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, überall auf der Welt.

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Kommentare

Dieses Thema ist eines der

Dieses Thema ist eines der essentiellsten überhaupt:

Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Das findet kulturübergreifend, unabhängig von religiöser Zugehörigkeit und weltweit statt.

Wenn sich dieses Thema etablieren kann, bei uns und überall auf der welt, wenn Frauen, wissen wie sie dagegen angehen können, dann besteht insgesamt die Chance auf ein allgemein friedlicheres und toleranteres Zusammenleben.

Ich denke, dieses Gewalt und Unterdrückungsthema ist die Wurzel, für so viele Schieflagen auf höcheren Ebenen sozialen Zusammenlebens.

Der biologische Unterschied muss ausgeglichen werden.

Demgegenüber stehen auch die Männer in der Pflicht.
Und insbesondere die Politik, die mittels Gesetzgebung maßgeblich in die Handlungsebene des gesellschaftlichen Zusammenlebens prägend eingreifen kann.

Gedankengang?

"Das Problem lässt sich nur lösen, indem man zeigt, welche Systematik dahintersteckt, die es den Tätern so leicht macht. Daraus leitet sich dann die Forderung an die Politik ab, dass die Strafen höher werden müssen. Dass es für die Opfer leichter werden muss, die Täter anzuzeigen."

Von einer Systematik (?), die es den Tätern leicht macht, zu höheren Stafen (wieso ändern die die genannte Systematik?) und endend mit leichter die Täter anzuzeigen (sollen das die höheren Strafen bewirken?).

Das klingt ziemlich wirr.

oje

Genitalverstümmelung ist zwar eine der krassesten Formen von Gewalt gegen Frauen, wird aber nun mal durchweg auch von Frauen durchgeführt. Insofern finde ich das Beispiel unglücklich gewählt.

Ungeachtet dessen gehört das Thema natürlich jetzt und in Zukunft auf die Tagesordnung. Ich erinnere mich an eine Diskussion in diesem Forum über Strafverschärfungen für Vergewaltigung und an den Beitrag eines Foristen, der tatsächlich der Meinung war, wenn das durchkäme, dann bräuchte man sich "auch nicht wundern, dass Deutschland eine der niedrigsten Geburtenraten weltweit" habe. Solange solche Absonderungen gesellschaftsfähig sind, haben wir noch viel vor uns.

Gewalt gegen Frauen

ist immer zu verachten und zu bestrafen, unabhängig, ob sie von Männern oder Frauen ( wie bei der Genitalverstümmelung) ausgeht. Das sollte keine Vorlage für verstärkten Geschlechterkampf werden, sondern eine Selbstverständlichkeit für aufgeklärte Menschen

Karwandler

"Von einer Systematik (?), die es den Tätern leicht macht, zu höheren Stafen (wieso ändern die die genannte Systematik?) und endend mit leichter die Täter anzuzeigen (sollen das die höheren Strafen bewirken?)."

Finde ich jetzt nicht verwirrend.

Systematik ist Totschweigen oder überhaupt schweigen. Schweigen ist ein Ausdruck von Ohnmacht.
Deshalb gehört das Thema wie, Frosthorn sagt, auf die Tagesordnung.
Das wäre der erste Schritt. Wenn ein Thema an Brisanz gewinnt, wird e s als gewichtig wahrgenommen und Verbrechen in die Richtung als empfindlicher und schlimmer wahrgenommen, infolgedessen kann über eine Strafverschärfung nachgedacht werden.
Dazu muss aber erst ein Bewusstsein geschaffen worden sein. So und infolge dieses Bewusstsein sowie die Reaktion der Gesetzgeber erleichtert den Betroffenen einen leichteren Zugang ihre Rechte einzufordern, recht auf Unversehrtheit (körperl und psychisch).
Es muss normal werden seine Rechte zu fordern insbesondere gegen Täter zu agieren.
Der Ge

Der Gesetzgeber sollte sich

Der Gesetzgeber sollte sich verpflichtet fühlen, Frauen zu helfen aus der Opferrolle rauszukommen. Er muss den Frauen und auch Kindern helfen mit dem Finger auf Täter zu zeigen.

Das Recht auf Unversehrtheit muss eine Selbstversändlichkeit werden.

Deutlch

"Das sollte keine Vorlage für verstärkten Geschlechterkampf werden, "

Genau das muss es aber.

Und zwar so lange, wie Gewalt gegen Frauen UND Kinder ausgeübt wird.

Schöne Grüße

Quellen? Gewaltbegriff?

Gewalt gegen Frauen ist scheußlich und ein Problem, das angesprochen werden muss.

Allerdings würde mich in diesem Zusammenhang interessieren, auf welche Quellen sich Zahlen wie diese stützen:

"Jede dritte Frau weltweit war bereits Opfer von Gewalt, wurde geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt."

Welche wissenschaftlichen Studien liegen dieser Aussage zugrunde? Auf welcher methodologischen Basis wurden sie erstellt, wie wurde dort der Gewaltbegriff definiert? Was heißt "in anderer Form misshandelt"? Bei manchen dieser Studien reicht es schon, einmal im Streit angeschrien oder auf einem Volksfest von einem Betrunkenen angerempelt worden zu sein, und man ist "Opfer von Gewalt".

Ich möchte nicht unterstellen, dass dies in diesem Fall so ist. Aber es wäre eben interessant gewesen, im Interview auch etwas über die Quellen zu erfahren, damit man das Thema genauer studieren kann. "Jede dritte Frau" klingt jedenfalls erschreckend.

@StöRschall

"Demgegenüber stehen auch die Männer in der Pflicht.
Und insbesondere die Politik, die mittels Gesetzgebung maßgeblich in die Handlungsebene des gesellschaftlichen Zusammenlebens prägend eingreifen kann."

Dann macht mal Vorschläge.
Wie kann man es denn verbessern? Höhere Strafen? Schnellere Verfahren? Wie die AfD es wünscht?
Ich würde eine Kampagne vorschlagen zur Ermutigung der Frauen und Kinder. Denn ohne den Willen jemanden anzuzeigen können wir uns die Bestrafung auch ersparen.
Und auch in der christlichen Kultur wurde stets die Rolle der Frau herunter gespielt. Dieser Geist muss zerstört werden und das geht eben nur zu einer Ermutigung des weiblichen Geschlechts.
Es ist ja nicht so als wären Frauen zu dumm dafür, das würde ja den Statistiken widersprechen das Frauen bildungstechnisch besser abschließen als ihre männlichen Kontrahenten.
Aber auch dies kann sich später zu einem Grund für Unterdrückung entwickeln und auch da muss gegen gesteuert werden.

Was Frauen in dem

Was Frauen in dem Zusammenhang Frauen antun, entsteht auch auf mangelndem Bewusstsein.

Wenn Menschen in einer Kulur der Gewalt groß werden, wird Gewalt gelernt und als zum Leben dazugehörend empfunden.

Da es bei Gewalt immer ein Machtgefälle entsteht, kann das nicht mit dem Gedanken und dem Wissen vereinbar sein, dass auch Menschen die im Machtgefälle ganz unten. Stehen, das Recht haben, dieses Gefälle für sich zurückzuweisen.
Das passt nicht zusammen.

Gewaltlosigkeit funktioniert nur auf einer partnerschaftlichen Ebene, auf der übrigens auch Demokratie anzusiedeln ist.
Diese setzt UNBEDINGT Achtung und Rücksicht voraus und das Sprechen und Diskutieren.
Das wissen um die eigene Begrenztheit ist eine notwendige Fähigkeit, damit das gelingen kann.
Das Wissen wo meine Grenze aufhört und die eines Anderen beginnt.

Eines Anderen Menschen, der eigene andere Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse hat als ich.

@18:48 von frosthorn

"Genitalverstümmelung ist zwar eine der krassesten Formen von Gewalt gegen Frauen, wird aber nun mal durchweg auch von Frauen durchgeführt. Insofern finde ich das Beispiel unglücklich gewählt."

Warum ist es ein unglückliches Beispiel? Weil es nicht die richtigen Täter sind?
Ist Gewalt von Frauen an Frauen denn weniger berichtenswert und kritikwürdig als Gewalt von Männern an Frauen? Obwohl es Ihrer Meinung nach eine der krassesten Formen der Gewalt gegen Frauen ist und obwohl es sowohl bleibende körperliche als auch seelische Schäden hinterlässt?

Mit dieser Widersprüchlichkeit macht man Opfer von Gewalt erst recht unsichtbar.

@StöRschall

"Es muss normal werden seine Rechte zu fordern insbesondere gegen Täter zu agieren."

Glauben sie wirklich das wenn man die Strafe erhöht das zugleich die Anzeigenrate steigt?

Schon heute liegt das Strafmaß bei einer Vergewaltigung bei mindestens (das Wort ist wichtig) 2 Jahren.
Aber man muss aber stets den juristischen Grundsatz verfolgen der eben aussagt das die Unschuld solange besteht, bis die Schuld bewiesen wurde. Und wie viele Verbände die sich für den Schutz der Frau einsetzen sagen das eben eine Vergewaltigung am ehesten beweisbar ist, wenn die Anzeige zeitnah erfolgt. D.h. nicht Tage, oder Wochen warten.
Und hier muss die Frau handeln, ihr Umfeld kann sie maximal dazu ermutigen und hier liegt den Punkt, wo wir den Hebel ansetzen können.
Eine Ermutigung, um zeitnahe Anzeigen zu ermöglichen, aber auch eine bessere Versorgung für das vermeindliche (ich muss es so nennen) Opfer.

Karwandler

Sexismus ist übrigens auch ein ganz probates Mittel, um schon mal auf mentaler Ebene ein Machtgefälle zu erzeugen!

Dahinter steckt auch ein system.

um 18:29 von StöRschall

"Der biologische Unterschied muss ausgeglichen werden."

Im Endeffekt ist er das längst
Die Möglichkeit Gewalt gegen Schwächere auszuüben endet ganz radikal wo es zur Gewaltausübung nur einer kleinen Bewegung des Zeigefingers bedarf.
das schaft ein Dreijähriger (qed)
das ist also nicht das Problem
Das Problem ist ein rein Psychisches
Die Akzeptanz von Gewalt gegen schwächere
auch durch die Opfer
Fahradfahrermentalität
Rollenspiele

@StöRschall

"Wenn Menschen in einer Kulur der Gewalt groß werden, wird Gewalt gelernt und als zum Leben dazugehörend empfunden."

Oh da hat uns aber etwas ganz großes davor bewahrt solche Praktiken bei uns einzuführen.

Nicht auszudenken was in der gewaltätigen Kultur Europas nicht alles hätte passieren können. Europa lebt mal gerade seit ca 70 Jahren in "Frieden", davor war Europa von Gewalt nur so gezeichnet. Man könnte es glatt als Kultur der Gewalt bezeichnen.

"Da es bei Gewalt immer ein Machtgefälle entsteht, ..."

Es ist andersherum. Bei einem Machtgefälle entsteht Gewalt. Beispiele dafür sind Kriege jeglicher Art, Sklavenaufstände und Revolutionen.
Bei einer ausgeglichen Machtwaage wird es kaum Gewalt geben, da man sich einem Sieg nicht sicher ist.

Shantuma

"Dieser Geist muss zerstört werden und das geht eben nur zu einer Ermutigung des weiblichen Geschlechts."

Sie können eine Mentalität nicht zerstören, Sie können aber die schwächere Mentalität stärken, z. B. durch offene Diskussion.

Indem Frauen ermutigt werden, zu ihrem Leid das ihnen angetan wurde zu stehen. Sie stärken, dass der Täter die Schuld trägt.
Sie ermutigen zueinander zu stehen und für einander einzustehen, wie schon im Artikel erwähnt. Besonders das für einander einstehen finde ich, ist die kostbarste Errungenschaft.
So können Sie daran arbeiten Mentalitäten auszugleichem ...

Gewalt gegen Frauen,

(Kinder) wird doch schon seit Jahren Diskustiert,passiert ist bis jetzt nichts.Mädchen im jungem Alter,werden doch schon von Ihren Eigenen Angehörigen durch Beschneidung Vergewaltigt.Da müßen nicht nur Männer vor Gericht,sondern auch die Eigenen Eltern.Eine Frau sollte so bleiben wie Sie gebohren wurde.

@StöRschall

>"Das sollte keine Vorlage für verstärkten Geschlechterkampf werden, "

Genau das muss es aber.<

Genau wir brauchen einen Kampf, mehr Gewalt, MEHR ...

Als hätten Kämpfe jemals Kämpfe verhindert bzw vorgebeugt.
Was man braucht ist eine Verständigung und zugleich eine Ermutigung.

20:22Shantuma

"Oh da hat uns aber etwas ganz großes davor bewahrt solche Praktiken bei uns einzuführen."

Bei uns?

Sie wissen, wie es in jeder einzelnen Familie aussieht??
Und wie das hier so läuft??

Ich weiss, dass Sie das nicht wissen.

Bei einem ausgeglichenen Machtverhältnis gibt es auch keine Gewalt.

Gewalt fängt schon in der Art zu sprechen an.
Wie mit Kindern gesprochen wird ... Wie autoritär oder eben partnerschaftlich ohne dabei die Reife aus dem Blick zu verlieren.

@WiPoEthik

Genitalverstümmelung ist ein grausames Verbrechen, dass es Tradition hat und mit mangelnder Aufklärung einhergeht, ändert daran nichts. Und selbstverständlich ist sie berichtenswert, zu ächten und jedes Versuches würdig, sie zu beenden. Für ein unglückliches Beispiel halte ich sie deshalb, weil dadurch m.E. gerade eine Hintertür für die Männer geöffnet wird, sich aus der Schuld zu stehlen, "seht her, die meiste Gewalt gegen Frauen geht ja von Frauen aus ...".
Hier in Europa kann nicht ausgerechnet die Genitalverstümmelung der Hauptangriffspunkt sein, um Frauenrechte durchzusetzen. In unserer Gesellschaft muss die - geduldete - Gewalt von Männern gegen Frauen und Kinder im Mittelpunkt stehen. Es könnte sonst der Eindruck entstehen, wir könnten das Gewaltproblem "lösen", wenn wir nur erfolgreich die Genitalverstümmelung bekämpfen. Ach ja, "nicht die richtigen Täter": ich selbst habe als Kind sehr viel Gewalt erfahren, und bei den Tätern halten sich die Geschlechter die Waage ...

18:32 von karwandler

Seit diesem Beitrag von ihnen, verstehe ich warum Sie immer Beitraege von Anderen zerstueckeln und nur das wiuedergeben, was ihnen passt.
Dieser Beitrag von TS ist sooo einfach.
Verstehen Sie was ich meine?
Nicht -- auch gut.

Wipoethik

"Warum ist es ein unglückliches Beispiel? Weil es nicht die richtigen Täter sind?
Ist Gewalt von Frauen an Frauen denn weniger berichtenswert und kritikwürdig als Gewalt von Männern an Frauen? "

Ganz im Gegenteil!

Auch diese Frauen sind mit den gleichen (Selbst-)Erfahrungen aufgewachsen.

Wenn sie lernen, dass sie nicht das Recht haben über ihren Körper zu bestimmen, dass sie nicht das Recht haben auf ein schmerzfreies Leben, weil sie eine Frau sind, dann werden sie das glauben, wenn ihr Umfeld davon überzeugt ist. Und sie geben ihre Überzeugung vielleicht aus Überzeugung weiter oder aus irgend einem anderen agrund odef sie hinterfragen ihn und kommen zu einer anderen überzeugung ...
Oder jemand hinterfragt es für sie oder mit ihnen zusammen ...

Auch hier hilft das stärken des Bewusstseins unter Frauen und/oder knallharte Bestrafung bei Folter und vorsätzlicher Körperverletzung.

Denn selbverständlich hat auch keine Frau das Recht einer anderen Frau Gewalt anzutun!

Spießroutenlauf

Als Mutter war es für mich extrem schwierig überhaupt eine Anzeige machen zu können. Es ist unvorstellbar schwer. Das eigene Kind raushalten und dann viel Zeit und Geduld bei der Polizei aufbringen. Dort kam ich mir vor, als wolle man mich Spießrouten laufen lassen. Mein Onlineanzeige war verschwunden, auf Nachfrage wurde ich weggeschickt und jedes Mal muss man wieder daran denken und kann die Sache nicht abschließen und nicht neu anfangen. Höhere Strafen würden sicherlich auch das Bild in der Öffentlichkeit ändern. V.a. die starke Abhängigkeit im ökonomischen Sinne, die viele Mütter trifft, macht es extrem schwer sich aus einer Gewaltbeziehung zu befreien. Als Studierende war ich von Hartz4 ausgeschlossen. Das ist eine schreckliche Situation. Es braucht in dem Bereich wirklich noch mehr Aufmerksamkeit und Hilfsangebote.

Shantuma

"Da es bei Gewalt immer ein Machtgefälle entsteht, ..."

Es ist andersherum. Bei einem Machtgefälle entsteht Gewalt. "

Also nochmal:

Gewalt ist ein Mittel, das eingesetzt wird, UM ein Machtgefälle zu erzeugen.
Um eine gleichberechtigte Beziehungsgrundlage zu verhindern/vermeiden.

Ich hab das alles schon live erlebt ...

Shantuma

"Genau wir brauchen einen Kampf, mehr Gewalt, MEHR ...

Als hätten Kämpfe jemals Kämpfe verhindert bzw vorgebeugt."

Ich sprach, wie Sie richtig wiedergaben, von "Kampf" ... Nicht von Gewalt.

Wobei ich letzteres niemals ausschliessen würde, wenn jemand mir gegenüber Gewalt anwenden wollte.
Denn auch Selbstverteidigung, dh. Die Anwendhng von Gewalt im Notfall, ist mein Recht.

Und ja, leider waren es tatsächlich ziemlich gewaltvolle Kämpfe sogar von Frauen um ihre Rechte für sich und andere zu erkämpfen.
Also auch diesbezüglich würde ich Gewalt nie ganz ausschließen. Auch wenn ich es generell ablehne.

@ Shantuma

"Es ist andersherum. Bei einem Machtgefälle entsteht Gewalt. Beispiele dafür sind Kriege jeglicher Art, Sklavenaufstände und Revolutionen. Bei einer ausgeglichen Machtwaage wird es kaum Gewalt geben, da man sich einem Sieg nicht sicher ist."

Gehört nicht unmittalbar zur Diskussion, aber: diese These lässt sich empirisch nicht stützen.

Es hat in der Geschichte immer wieder Reiche und Staaten gegeben, die anderen den Krieg erklärt haben, obwohl sie deutlich weniger mächtig waren und eigentlich keine Chance hatten, die Auseinandersetzung zu gewinnen. Ein Beispiel ist die Kriegserklärung der Japaner gegen die USA im Jahr 1941.

Die Psychologie von Kriegen und Konflikten ist hochkompliziert. Alles auf Machtgefälle reduzieren zu wollen, greift zu kurz.

@20:09 von StöRschall

"Wenn Menschen in einer Kulur der Gewalt groß werden, wird Gewalt gelernt und als zum Leben dazugehörend empfunden."

Das sehe ich ähnlich. Aus diesem Grund finde ich diese Aktion auch so widersinnig. Es handelt sich eben nicht um ein Problem das ausschließlich Frauen (und Kinder) betrifft, sondern alle Menschen.

Frauen sind nicht häufiger von Gewalt betroffen als Männer.
Wenn wir aber mit Parolen wie "Gewalt gegen Frauen ist immer abzulehnen" kommen, Gewalt gegen Männer aber stillschweigend hinnehmen, wächst die Hälfte unserer Bevölkerung in einer Kultur auf, in der Gewalt gegen sie niemanden interessiert.
Die Gewalt die sie dann erfahren geben sie weiter, womit wieder die gesamte Gesellschaft betroffen ist.

Warum diese Spalterei bei einem Thema das alle betrifft? Gewalt ist abzulehnen. Punkt! Egal gegen wen.
Täter gehören bestraft und ggf. verhaltenstherapiert, Gewaltkreisläufe sind aufzubrechen und Opfer verdienen Hilfe. Das ist kein Genderthema, das ist ein Menschenrechtsthema.

Der Lenz

"Das Problem ist ein rein Psychisches
Die Akzeptanz von Gewalt gegen schwächere"

Ich meinte damit, dass der biologische Unterschied eben psychisch ausgeglichen werden muss.
Ich denke, ein Ausgleich hätte dann auch grundlegend zur Folge, dass Gewalt gegen Schwächere in dem Mass gar nicht mehr auftreten würde. Deshalb bezieh ich auch gerne in das Thema Kinder mit ein, weil die noch mal mehr schwächer sind ...

Shantuma

"Als hätten Kämpfe jemals Kämpfe verhindert bzw vorgebeugt.
Was man braucht ist eine Verständigung und zugleich eine Ermutigung."

Ich geb Ihnen voll recht.
Nur gibt es leider auch Menschen, die nicht verstehen wollen oder können ... Was macht man mit denen?

@ StöRschall

@ deutlich: "Das sollte keine Vorlage für verstärkten Geschlechterkampf werden"

@ StöRschall: "Genau das muss es aber. Und zwar so lange, wie Gewalt gegen Frauen UND Kinder ausgeübt wird."

Auch Frauen üben Gewalt aus. Zwar nicht so oft wie Männer, aber auch nicht zu knapp. Manchen Studien zufolge geht Gewalt gegen Kinder in der Familie genauso oft von Frauen wie von Männern aus.

Mit einfachen Täter-Opfer-Rollen wird man dem Problem also nicht gerecht. Und ein "Geschlechterkampf" ist, wie jede andere Art von Stammesdenken, absolut kontraproduktiv.

Shantuma

Naja ... Es gibt ja glücklicherweise nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch Wortgewalt und Staatsgewalt;)

Hier verurteilen ist zwar richtig,

bin mir aber nicht sicher ob das am Ausführungsort ankommt?
Ob die Frauen die es im wesentlichen betrifft, je von diesem Artikel erfahren?
Schön wäre es, noch besser wäre es wenn es diesen Frauen zugute kämme.

@ StöRschall

"Bei uns? Sie wissen, wie es in jeder einzelnen Familie aussieht?? Und wie das hier so läuft??"

Wollen Sie behaupten, dass in Deutschland in jeder Familie Gewalt ausgeübt wird? Das hat meines Wissens noch keine seriöse wissenschaftliche Studie behauptet, und ich kann Ihnen auch aus ganz persönlicher Erfahrung mindestens ein Gegenbeispiel nennen - meine eigene Familie.

"Gewalt fängt schon in der Art zu sprechen an. Wie mit Kindern gesprochen wird ..."

Mit Verlaub: das ist der übliche Soziologen-Unsinn. Wenn schon die Art zu sprechen Gewalt ist bzw. "Gewalt dort beginnt", und jede Art von Machtgefälle, und Armut, et cetera, dann ist irgendwann alles Gewalt und der Begriff wird somit völlig beliebig und sinnentleert.

Eben weil Gewalt ein Problem ist, plädiere ich für einen restriktiveren Gewaltbegriff.

21:02 wipoethik

"Als hätten Kämpfe jemals Kämpfe verhindert bzw vorgebeugt.
Was man braucht ist eine Verständigung und zugleich eine Ermutigung."

Klar richten Männer nicht ausschliesslich Gewalt gegen Frauen. Sie richten sie auch gegen ihre Artgenossen.

Statt "Gewalt gegen Frauen" könnten Sie auch gleich sagen "männliche Gewalt"

Das ist damit gemeint. Dann wissen Sie aber immer noch nicht gegen was sich die Gewalt richtet. Also heißt es " Gewalt gegen Frauen"

Damit ist klar wer gemeint ist und gegen wen sich die Gewalt richtet.

Und die Aggressoren in der Welt sind nunmal Männer.

@frosthorn

"Genitalverstümmelung ist zwar eine der krassesten Formen von Gewalt gegen Frauen, wird aber nun mal durchweg auch von Frauen durchgeführt. Insofern finde ich das Beispiel unglücklich gewählt" Am 14. Februar 2017 um 18:48 von frosthorn

Ganz und gar nicht. Die Eltern (meist der Vater) können die Tochter besser verheiraten und mehr bekommen, weil der Mann und die (ist wohl wirklich so) Schwiegermutter sie besser unter Kontrolle halten können.
Warum soll es keine Gewalt gegen Frauen sein, wenn Frauen zu den Tätern gehören?

Das gibt es auch in der Zwangsprostitution.

21:51 laskaris

"Wollen Sie behaupten, dass in Deutschland in jeder Familie Gewalt ausgeübt wird?"

Ne, will ich nicht.

"Sinnentleert":

Gewalt heißt jemanden zwingen.

Z.B. gegen seine eigenen Impulse, Bedürfnisse, Befindlichkeiten, sein Wohlergehen zu handeln.

Sie können problemlos verbal Gewalt anwenden ...
Drohen, hetzen, verleumden, ...

Mit Verleumdung können Sie übrigens ganz prima das soziale Umfeld von einer Person, von der die Person schließlich auch abhängt, komplett zerstören ...

Tschuldigung : DAS IST Gewalt.

Ich jedenfalls finde das mehr als griffig und niemals sinnentleert

Wo ist die Ursachenforschung

für die Gewalttätigkeit der Männer. Warum werden die Ursachen nicht öffentlich diskutiert?

Laskaris

Ach und übrigens ...

Obwohl Sie beim Drohen eine Drohung aussprechen ist es kein Sprechakt.
Fällt also nicht in die "Kategorie" Kommunikation.

Geht auch gar nicht, weil eine Drohung eben eine Gewalthandlung ist.

Und somit korrekterweise strafbar.
Genauso wie Verleumdung etc.pp.

@ StöRschall

Ja, Drohen, Hetzen und Verleumden ist Gewalt. Sie hatten allerdings geschrieben: "Wie mit Kindern gesprochen wird..." Und das war mir in der Form zu allgemein oder zumindest erläuterungsbedürftig.

"Gewalt heißt jemanden zwingen. Z.B. gegen seine eigenen Impulse, Bedürfnisse, Befindlichkeiten, sein Wohlergehen zu handeln."

Wenn ein Kleinkind den Impuls hat, auf eine heiße Herdplatte zu greifen oder auf eine vielbefahrene Straße zu laufen, und wenn man das Kind am Arm festhält oder hochnimmt, um dies zu verhindern, dann ist das auch eine Form von Zwang - und für das Wohlergehen des Kindes absolut sinnvoll.

Manche Formen von Zwang sind gerechtfertigt und sogar überlebensnotwendig, andere sind abzulehnen. Und darin, dass die hier im Artikel geschilderte Gewalt gegen Frauen abzulehnen ist, sind wir uns ja einig.

Es gibt einen Teilaspekt, den

Es gibt einen Teilaspekt, den ich wohl nie verstehen werde.

In einigen Kulturen werden Mädchen/junge Frauen auch durch Frauen unterdrückt.

Sobald sie dann aber selbst in die Mutterrolle schlüpfen, haben sie scheinbar jede Pein vergessen und gehen gegen ihre eigenen Töchter "entsprechend" vor.

Beispiel Beschneidung junger Frauen: Die "Täter" sind doch Frauen?!

Warum wird dieser Kreislauf nicht durchbrochen?

20:59 laskaris

"Die Psychologie von Kriegen und Konflikten ist hochkompliziert. Alles auf Machtgefälle reduzieren zu wollen, greift zu kurz."

Das ist ja letztlich auch wieder Mittel zum Zweck, nämlich zum Ausbau der eigenen Herrschaft, das Durchsetzen-können der eigenen Vorstellungen, Anspruch und Ausbeuten von Ressourcen ...

Wenn ein Stärkerer einem Schwächeren den Krieg erklärt, dann interpretiere ich das als förmliche "Nettichkeit".
Dann hat der Schwächere wenigsten noch die Chance sich gleich zu ergeben. Gefragt wurde er jedenfalls nicht.

Tja ... Was wollen Sie machen

Tja ...

Was wollen Sie machen gegen die "Männlichkeit".

Wenn ich jetzt mit "Erziehungsstilen " anfange, werde das sicher von so manchem Mann als sozio-päd. Unfug abgetan ...

Es gibt aber acuh ganz ganz tolle, einfühlsame, fürsorgliche, liebenswürdige Männer ... Also es gibt sie!

Da muss doch was zu machen sein ...

Gewalt gegen Frauen

geht doch überwiegend von Männern aus. Und diese können nicht einsehen das Frauen eine geistige Stärke besitzen denen diese Männer nicht gewachsen sind. Deshalb und nur deshalb üben diese Männer durch ihre natürliche körperliche Stärke Gewalt gegen Frauen aus.

Laskaris

"Wenn ein Kleinkind den Impuls hat, auf eine heiße Herdplatte zu greifen oder auf eine vielbefahrene Straße zu laufen, und wenn man das Kind am Arm festhält oder hochnimmt, um dies zu verhindern, dann ist das auch eine Form von Zwang - und für das Wohlergehen des Kindes absolut sinnvoll."

Da hab ich ganz oben geschrieben, ... Unter Berücksichtigung auf die Reife.

Manche Erfahrungen können sie Kinder schon machen lassen.
Aber klar, gibt es Situatuionen, die ein Kind aufgrund mangelnder Reife nicht richtig einschätzen kann.
Und wenn es um die Sicherheit für Leib und Leben geht, gibt es keine Disussionen.
Das sind Dinge, von denen sie sich wünschen, dass es das Kind verinnerlicht z.B. Anschnallen im Auto ... Das steht nicht zur Debatte.

Ander Entscheidungen können und müssen sie dem Kind überlassen, es soll ja auch entscheiden dürfen und können dürfen z.B. welchen Pizzabelag es auf seiner Pizza haben möchte.

Beim Festhalten, bevor es auf die Straße rennt tun sie dem Kind keine Gewalt

@22:02 von StöRschall

"Statt "Gewalt gegen Frauen" könnten Sie auch gleich sagen "männliche Gewalt""

Könnte man. Damit würde man aber die Opfer ignorieren die zwar Opfer von Gewalt, nicht aber von "männlicher Gewalt" geworden sind. Und wie sie selbst sagten richtet sich männliche Gewalt auch gegen Männer. Weibliche aber ebenso.

"Das ist damit gemeint. Dann wissen Sie aber immer noch nicht gegen was sich die Gewalt richtet. Also heißt es " Gewalt gegen Frauen" Damit ist klar wer gemeint ist und gegen wen sich die Gewalt richtet."

Womit Sie dann wiederum Kinder und auch männliche Opfer ausblenden.

"Und die Aggressoren in der Welt sind nunmal Männer."

Damit wäre dann unser einfaches Weltbild komplett.
Wenn man willkürlich einen Teil der Täter und einen großen Teil der Opfer ausgeblendet hat ist alles was bleibt ein Zerrbild der Realität. Auf dieser Grundlage die Ursachen für Gewalt und die dahinterliegende Systematik zu analysieren ist unmöglich. Realistische Lösungen lassen sich so nicht finden.

@ StöRschall

"Wenn ein Stärkerer einem Schwächeren den Krieg erklärt, dann interpretiere ich das als förmliche 'Nettichkeit'. Dann hat der Schwächere wenigsten noch die Chance sich gleich zu ergeben. Gefragt wurde er jedenfalls nicht."

Ich habe den Eindruck, Sie haben meinen Kommentar nicht aufmerksam gelesen. Es ging um ein Beispiel, wo ein Schwächerer einem Stärkeren den Krieg erklärt hat.

Shantuma hatte - jedenfalls implizit - die These aufgestellt, dass immer nur der Stärkere dem Schwächeren den Krieg erklärt. Dagegen habe ich ein historisches Beispiel gebracht. Man könnte noch zahlreiche andere finden.

22:27 traurigerdemokrta

"Beispiel Beschneidung junger Frauen: Die "Täter" sind doch Frauen?!

Warum wird dieser Kreislauf nicht durchbrochen?"

Es ist erstaunlich und kaum zu glauben, aber in manchen Gesellschaften treten Frauen sogar für die Unterdrückung der Frauen ein.
Klingt schräg, ist aber leider traurige Realität.

Obwohl die selbst meist aus höheren Gesellschaftsschichten kommen, die das selbst gar nicht betrifft.

Warum die das machen???

Ich habe keinen blassen Schimmer ...

Vielleicht zu helfen, ein schlechtes und mieses System am Laufen zu halten ???

um 22:26 von Laskaris

"Wenn ein Kleinkind den Impuls hat..."
Hat der Erwachsene es in der Hand was er dem Kind vermittelt:
Warum wird sein Impuls gebrochen?
Weil der Andere Größer und Stärker ist und es kann?
Wenn es das ist was ankommt...

Auch Erwachsene haben oft dumme Impulse und leider nie deren Kontrolle gelernt, oft weil jetzt eben kein größerer stärkerer mehr da ist, weil ausser diesem kein Grund zur Kontrolle erlernt wurde;
das ist dann ein Problem.

ps
wer erzieht meistens?

@ StöRschall

"Wenn ich jetzt mit 'Erziehungsstilen' anfange, werde das sicher von so manchem Mann als sozio-päd. Unfug abgetan ..."

Von so mancher Frau vermutlich auch.

"Es gibt aber acuh ganz ganz tolle, einfühlsame, fürsorgliche, liebenswürdige Männer ... Also es gibt sie!"

Und es gibt ganz tolle, toughe, selbstbewusste Frauen. Warum sind Sie eigentlich so auf das Geschlecht fixiert?

Wie ich oben bereits schrieb: Gewalt gegen Frauen und Kinder geht nicht ausschließlich von Männern aus, sondern auch von Frauen. Keines der Geschlechter hat Gewalttätigkeit oder Moral für sich allein gepachtet.

@Airad

Hallo und vielen Dank für ihre offenen Worte.
Sie haben mein Mitgefühl. Das klingt nach einer sehr schwierigen Situation und es tut mir leid zu hören, dass sie so viele Probleme hatten, mit ihrer Anzeige gehört zu werden. Es macht mich traurig mir das vorzustellen.
Würden sie vor mir stehen, würde ich sie fragen ob ich sie umarmen darf.

Zum Thema:
Genau solche Erlebnisse und Erfahrungsbericht sind es, die uns zeigen, wo Verbesserung nötig ist, wo Hindernisse es schwierig machen, sich Gehör zu verschaffen.

Ich finde die Bewegung OneBillionRising gut, denn ich glaube dass noch viel Aufmerksamkeit notwendig sein wird um vielen Menschen klar zu machen dass es ein Problem ist und dass es sehr wohl mit unserer Gesellschaft zu tun hat.

Meine persöhnliche Sicht war mal, dass ich alles alleine schaffen muss und ich mir keine Hilfe holen darf. Aber die Botschaft muss raus, muss an alle gesendet werden, dass es ok ist sich Hilfe zu holen. Ich wünschte, man hätte es mir damals gesagt.

@ Der Lenz

"Hat der Erwachsene es in der Hand was er dem Kind vermittelt: Warum wird sein Impuls gebrochen? Weil der Andere Größer und Stärker ist und es kann? Wenn es das ist was ankommt..."

Verantwortungsvolle Eltern werden das dem Kind natürlich nicht vermitteln. Sie werden dem Kind stattdessen nachher erklären, warum das, was es gerade tun wollte, gefährlich war, und warum es in Zukunft besser aufpassen sollte.

Haben Sie Kinder? Dann wissen sie aus eigener Erfahrung, dass liebevolles, geduldiges Erklären und Warnen das Ideal ist, aber nicht immer ausreicht. Gerade kleine Kinder können Gefahrensituationen oft noch nicht erkennen oder richtig einschätzen. Und manchmal muss man dem Kind eben - damit man ihm nachher überhaupt noch etwas vermitteln kann - das Leben retten, indem man es davon abhält, auf die Straße zu rennen...

Der Lenz

"wer erzieht meistens?"

Ich kann mir schon denken, auf was Sie anspielen.

Dummerweise, und da werde ich Sie jetzt vermutlich enttäuschen,
Lernen Männer das "Mann-Sein" von Männern.
Und von denen lernen sie dann eben leider auch alle möglichen und unmöglichen Unarten ...

Laskaris

Weil das ganz klar ein geschlechtsspezifisches Problem ist.
Es gibt auch gewalttätige Frauen, keine Frage.
Das Verhältnis beläuft sich allerdings deutlich zu Lasten der Männer ... Tut mir leid ... dafür kann ich auch nichts.

Darstellung: