Ihre Meinung zu: 34 Cent mehr Mindestlohn für Arbeitnehmer

28. Juni 2016 - 14:38 Uhr

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland steigt Anfang 2017 auf 8,84 Euro. Das legte die Mindestlohnkommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Berlin fest. Derzeit liegt die Lohnuntergrenze bei 8,50 Euro.

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Kommentare

Wie der Nobelpreisträger Gary

Wie der Nobelpreisträger Gary Becker einmal sagte: "Es gibt kaum etwas unsozialeres als einen Mindestlohn." Entscheidend ist die Grenzproduktivität der Arbeit. Ein Mindestlohn liegt entweder unter der Grenzproduktivität der Arbeit - dann bewirkt er absolut nichts. Oder er liegt über der Grenzproduktivität der Arbeit - dann erhöht er die Arbeitslosigkeit für einen Teil der bisherigen Arbeitnehmer. Leider trifft ein Mindestlohn immer die Ärmsten und Schwächsten in der Gesellschaft.

Mindestlohn bei 30 Stunden Woche

30 Stunden × 4,4 Wochen × 8,84 € = 1.166,88 € BRUTTO

Viel Spaß nach den steuerlichen Abzügen!

Lächerlich...

Dieser Mindestlohn ist vor allem eines: Lebensfremd ! - Wer rechnen kann, der weiß schon heute, dass Menschen, die den Mindestlohn bekommen später an Altersarmut leiden werden und der Allgemeinheit zur Last fallen.

34 cent

GEWALTIG.... nach Abzug Steuern dürften dass dann noch um die 17 Cent sein... da hat man sich ja richtig ein Bein ausgerissen. Naja immerhin bekommt man dafür ein halbes nicht belegtes Brötchen... einfach Grandios... ich kann nicht mehr vor Lachen.

gute Nachricht

Nach den Brexit-Nachrichten ist dieses mal eine gute Nachricht!

@MRedZac

Der Mindestlohn ist nicht "lächerlich" wie sie schreiben.
Es gibt in Deutschland einige 100 Tausend Arbeitnehmer, die zu einem Lohn von über 8 EUR die Stunde von keinem Unternehmen beschäftigt werden können, weil ihre Produktivität sehr gering ist. Jede noch so geringe Erhöhung des Mindestlohnes bringt diese Arbeitnehmer der Arbeitslosigkeit ein Stück näher.

Verkehrte Welt...

Ja ich weiß, man kann alles sachlich diskutieren und vielleicht sogar begründen. Manchmal aber, wenn manche Nachrichtenmeldungen sich gegenüberstehen, ergreift einen Kopfschütteln...
_
Da zahlt VW in den USA 14,7 Mrd. Euro als Folge des "Abgasskandals", gleichzeitig aber auch seinen Managern satte "Erfolgsboni"... Und die EZB kauft fortlaufend wertlose Staatsanleihen zuhauf, um damit EU-Pleitestaaten und den Euro zu retten...

... und in Deutschland wird ab 2017 der staatliche Mindest(Stunden-)lohn um sage-und-schreibe 34 Cent erhöht...

... dazu fällt mir nix mehr ein.

@optional

"30 Stunden × 4,4 Wochen × 8,84 € = 1.166,88 € BRUTTO Viel Spaß nach den steuerlichen Abzügen!"

Zwei Überlegungen: 1. Stellen sie sich vor sie sind ein Arbeitnehmer dessen Grenzproduktivität unter 8,84 EUR die Stunde liegt. Dann verdienen sie den Lohn nicht, sondern erhalten ihn als Geschenk - kein übles Geschenk oder?
2. Bei 40 Stunden sind es 1555.84 EUR pro Monat. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von gut 1900 EUR auch nicht so schlecht.

15:06 von dahorst

"34 cent, GEWALTIG.... nach Abzug Steuern dürften dass dann noch um die 17 Cent sein.."
.
8,84 x 37 Stunden/Woche x 4,35 Woche/Monat = 1.422,80 €. Lohnsteuer darauf (Steuerklasse 1) = 69,00 €.
.
8,50 x 37 Stunden/Woche x 4,35 Woche/Monat = 1.368,08 €. Lohnsteuer = 57,66 €.
.
Differenz an Steuern = 11,34 €, geteilt durch die 161 Arbeitsstunden = 0,07 €.
.
Ganz so schlimm, wie Sie behaupten, ist unser Steuersystem auch nicht...

Jep, ich wusste es..

Bald ist für alle Arbeitnehmer genügend Geld für ein ganzes Brötchen mehr ausser der Reihe da.
Ich freu mich sowas von.... Ironie aus.

An alle derzeitigen 8,50 € die Stunde verdienenden hab noch ein Geheimtip.
Es gibt eine Bäckerrei in Deutschland die Ihre Mitarbeiter ( sowenig wie möglich in einem Laden und so billig wie möglich Vergütet)
Da gibt es riesengroße Brötchen. :-)
Ok die sind innen hohl aber von aussen schön knusprig.
Also eine richtig schöne Verpackung halt.
Mit diesem enormen Aufschlag kann man sich dann möglicherweise sogar 2 essbare Wurst/Käse/ oder Marmeladenbehälter leisten.
;-)

15:02 von MRedZac ..wer ein wenig ...

von der chronisch nötigen "Umverteilung" erhält und die damit gewonnenen Mittel dann flugs wieder zu Markte trägt fällt nicht per se der Allgemeinheit zur Last. Vorenthaltene Investitionen, die ins Ausland verschoben werden oder Anlagearten, die das Pendant zu Omas Kopfkissen für Reiche und Superreiche darstellen schon eher - Umverteilung findet ja auch auf und durch dem Markt selbst statt - die wird als "natürlich angenommen" ist es aber ebenso wenig, wie jene, die der Sozialstaat vornimmt, beide Formen basieren auf der Anwendung einer Form von Macht und beide Formen sind ebenso bedingt funktional gerechtfertigt, wie manchmal schwer zu vermitteln.

Ok liebe Freunde der

Ok liebe Freunde der Grenzproduktivität.
Eine Frage an euch:
Warum sollte es Arbeitsplätze deren Grenzproduktivität unter einem Lohn ist, von dem man leben kann, überhaupt geben? Was spricht für diese Arbeitsplätze?
Ich meine man muss die Menschen doch nicht einfach nur Beschäftigen um des Beschäftigenswillens und sie dann aber auch bitteschön nur mit Hungerlöhnen vergüten, weil sie ja (angeblich) mehr nicht erwirtschaften.
Auf Jobs, die einen Lohn von 3-4 Euro erwirtschaften kann man doch auch gut und gerne verzichten.
Und wenn dann die Arbeitslosigkeit steigt, dann sollte man vielleicht mal daran denken, die Wochenarbeitszeit in den Bereichen, die gut bezahlt werden können (und wo die Löhne deutlich unter ihrer Grenzproduktivität liegen) senken, damit mehr Menschen dort beschäftigt werden können und die Löhne dort auf ein angemessenes Niveau heben.

Gesetzgeber erhöht Mindestlohn

Stehen Steuererhöhungen ins Haus ?

Bezahlung

Woher kommt die Bezahlung in der Wirtschaft und sonst?

Unternehmen müssen Gewinn abwerfen. Sonst haben die Inhaber (soweit das Unternehmen die Existenz darstellt) kein Geld zum Leben bzw. (soweit das Unternehmen nicht existenzsichernde Kapitalerträge erwirtschaften soll) keine nachhaltiges Interesse an einer Investition in diese Firma.
Die Gewinne resultieren aus einer Faktorkombination zur Schaffung von marktfähigen Produkten oder Dienstleistungen. Mitarbeiter können diese Faktorkombination begünstigen und erwirtschaften Arbeitnehmereinkommen.

Behörden beschließen Bezüge. Diese werden durch Steueraufkommen - und soweit nicht ausreichend - durch öffentlichen Verschuldung finanziert.

Insoweit reibt man sich schon die Augen, wer in dieser "einstimmigen Kommission" so alles sitzt.

Auch der "Bäckermeister von der Backstube um die Ecke?"

3,2%! Wenn das Schule macht, müßte das eigentlich die Inflation anheizen. - In meinem Business kann ich keine 3,2% Preiserhöhung durchsetzen. Bitter!

@dahorst

Von 34 cent bleiben bei Ihnen also 17 cent übrig? Na, Sie sollten Finanzminister werden! Also zahlt eine Mindestlohn-Empfänger insgesamt 50 % an Steuern und Abgaben! Das ergibt einen Abgabensatz, den nicht einmal Superreiche in Deutschland zahlen!

Man kann sich auch wirklich alles schlecht rechnen!

Zu den Kommentaren...

14:49 von Economist70
Ich bin nicht der allergrößte Verfechter des Mindestlohns, allerdings wird hier zum Teil von falschen Prämissen ausgegangen. Die Arbeitnehmer sind häufig in einer schwierigeren Verhandlungsposition, weshalb sich viele unter Wert verkaufen. Hier kann der Lohn durchaus helfen.

@14:56 von optional
Wer nur 30 Stunden pro Woche zum Mindestlohn arbeitet muss sich natürlich nicht wundern, wenn dabei nicht viel rumkommt. Eine volle Stelle liegt im Regelfall stundentechnisch drüber

@15:09 von erster Realist
Die Arbeitnehmer in Deutschland partizipieren lohntechnisch unterschnittlich vom Wirtschaftswachstum des Landes. Es handelt sich wenn ich mich nicht täusche um eine Lohnsteigerung von 4%. Es gibt Tarifabschlüsse die schlechter waren.

Man muss einfach bedenken, dass der Mindestlohn ein Mindestlohn ist. Weniger geht (offiziell) nicht. Es ist also egal wie niedrig die Qualifikation ist, tiefer darf man nicht fallen.
Es könnte schlimmer sein.

@Economist70

"Bei 40 Stunden sind es 1555.84 EUR pro Monat. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von gut 1900 EUR auch nicht so schlecht."

der Vergleich hinkt, die 1900,-€ im Monat sind für dieses/unser Land ein Armutszeugnis..........P.S. & für selbständige Einzelpersonen (Ich-AG) sieht es noch schlechter aus................

Na endlich!

Hurra!!! Jetzt können die Putzfrauen endlich so richtig die Sau raus lassen. Und wenn die Preise noch ein wenig fallen, dann reichts sogar für einen ganzen Liter Milch.

Es gibt keine Grenzproduktivität.

Es gibt keine messbare Grenzproduktivität. Deswegen lagen auch alle, die basierend auf dieser Grenzproduktivitätstheorie den Wegfall 900'000 Arbeitsplätzen durch den Mindestlohn vorhersagten, falsch. Allen voran unser Bildzeitungs-Professor Hans-Werner Sinn.

@ Economist70: Brutto nicht mit Netto verwechseln

"1. Stellen sie sich vor sie sind ein Arbeitnehmer dessen Grenzproduktivität unter 8,84 EUR die Stunde liegt. Dann verdienen sie den Lohn nicht, sondern erhalten ihn als Geschenk - kein übles Geschenk oder?
2. Bei 40 Stunden sind es 1555.84 EUR pro Monat. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von gut 1900 EUR auch nicht so schlecht."

Lieber "Economist70", egal wo ich nachschaue, liegen die Durchschnittsgehälter bei 3400 - 3600 Euro monatlich. Wie Sie auf 1900 Euro Brutto kommen, ist mir ein Rätsel. Ich vermute, dass Sie das Nettodurchschnittsgehalt in der BRD mit dem Bruttogehalt eines Arbeitnehmers zum Mindestlohn vergleichen, also 1555,84 Brutto gegen 1900 Euro Netto - da sieht das Verhältnis doch gleich anders aus.
Und was Ihre ausdauernd bemühte Grenzproduktivität betrifft: Wollen Sie ernsthaft behaupten, dass Arbeitnehmer nach Leistung bezahlt werden? Und Niedriglöhner ihr Gehalt geschenkt bekommen, weil sie nicht so wertvolle Arbeit leisten? Im Vergleich zu wem? Zu Ihnen? Grüße

@Am 28. Juni 2016 um 15:45 von phase3

Zitat:Gesetzgeber erhöht Mindestlohn

Stehen Steuererhöhungen ins Haus ?

Antwort: Nein!
Es stehen Diäten ins Haus .... Diäten für den kleinen Mann! ;-)
Eingewickelt in ein Geschenkpäckchen der Mindestlohnerhöung!

Gar nich dumm die großen da oben was?!

@eio86

"Und was Ihre ausdauernd bemühte Grenzproduktivität betrifft: Wollen Sie ernsthaft behaupten, dass Arbeitnehmer nach Leistung bezahlt werden? Und Niedriglöhner ihr Gehalt geschenkt bekommen, weil sie nicht so wertvolle Arbeit leisten? Im Vergleich zu wem? Zu Ihnen? Grüße"

Kein privatwirtschaftlicher Arbeitgeber kann dauerhaft jemanden beschäftigen dessen Lohn über der Grenzproduktivität liegt. Anderenfalls zahlt der Arbeitgeber mehr an Lohn als ihm die Beschäftigung des Arbeitnehmer einbringt. Also ja, nur der Staat kann dauerhaft Arbeitnehmer beschäftigen die weniger einbringen als sie kosten.

setzten 6!

Wäre es ein Geschenk, dann läge seine GRP bei 0... wie Sie schon korrekt anmerkten, würde fast niemand jmd zu einem Lohn über GRP einstellen. Lohn=GRP stimmt sowieso nur in ökonomischen Modellen, deren Annahmen fernab jeglicher Realität anzusiedeln sind! Oder warum verdient die Näherin in Bangladesh nur 1€ am Tag, ihre GRP ist um ein vielfaches höher. Solche Zustände gilt es durch staatliches eingreifen zu verhindern. Solange die Arbeitslosigkeit ein niedriges Niveau hat, ist gegen eine moderate Erhöhung des Mindestlohns nichts einzuwenden. Die Lebenssituation von Millionen wird wenigstens ein bisschen verbessert... bzw. die Teuerungsrate abgefedert.

@Economist70

Entscheidend ist die Grenzproduktivität der Arbeit.

---

Ist sie m. E. nicht, genauso wenig wie die Fokussierung auf die Produktivität allgemein zielführend ist. Wie messen Sie denn allgemeingültig die Produktivität? Wie soll das bspw. bei der städtischen Müllabfuhr funktionieren? Sind die VW-Manager produktiver als unser Postbote? Was ist mit Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht eine geforderte Produktivität erbringen können, aber trotzdem arbeiten wollen und können?

Wir leben gemeinsam in einer Gesellschaft, und jeder ist auf jeden angewiesen. Dieser Tatsache wird der Grenzproduktivitätsgedanke nicht gerecht.

Au Backe!

Dass die so einen gewaltigen Hieb nach vorne machen, haut mich echt um! Glatte 4%! Inflation 2015/2016 = 1,1%. Also netto 2,9% geteilt durch 2 Jahre = 1,45%!
.
Nehmen wir mal 21 Arbeitstage á 8 Stunden = 169 Stunden mal Lohnsteigerung um 34 Cent = macht 57,12 Euro im Monat mehr. Da gab ich aber die Inflation und die Kalte Progression vergessen.
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Ein Bundestagsabgeordneter bekommt "NATÜRLICH" 2,7% mehr = 245 Euro. Dabei wollen wir nicht vergessen, dass die Abgeordneten sich zuvor ihre Diäten um den Betrag erhöht hatten, den sie "plötzlich" für Sozialabgaben und Steuer zahlen sollten. Und "Natürlich" steigen sowohl seine Aufwandsentschädigungen als auch seine Pensionsansprüche "angemessen". Also, es wird Zeit, dass sich die EU um WOHLSTAND FÜR ALLE auch tatsächlich kümmert.

0,34 Cent Brutto mehr da kommt Freude auf, oder?

0,34 Cent Brutto mehr. Ein Gericht hat sogar beschlossen das der Mindestlohn inkl. Urlaubs, Tantiemen, Weihnachtsgeld usw. ist. Da kommt Freude auf. Nun müssen wir nur nur sehen was mit den Arbeitnehmer/in die den Mindestlohn nicht mal bekommen und auch nie bekommen werden ist. Eronie aus!

P.S. Mindestlohn = Altersarmut

So nicht!

Der Mindestlohn muss in Deutschland mindestens 15 Euro betragen. Von weniger kann man nicht leben, da noch Steuern, Sozialabgaben, abgezogen werden und der Bürger zusätzlich mit Rundfunkgebühren, Abfallgebühren u.ä. belastet wird. Bei uns in Brasilien ist der Mindestohn zwar viel weniger, aber selbst meine Hilsarbeiter, die nur 1,5 Mindestlöhne (salário minimo) erhalten können sich ein Eigenheim, und oft ein Fahrzeug (Auto, Motorrad) leisten. Oben genannte Gebühren incl. Kirchensteuer gibt es bei uns nicht. Dafür wird der Müll täglich, ausser Sonntags, abgehohlt.

Gruss aus Brasilien, K.A.v.H. de Melanda

Nachsatz zum Mindestlohn

Ich weiss, dass das Angebot und Nachfrage Kartoffelmarktmodell ja sehr beliebt ist unter deutschen (Hobby) Ökonomen, um den Arbeitsmarkt zu erklären.
Leider vergisst man dabei immer, dass Kartoffeln von ihrem Preis keine Produkte kaufen sollen. Daher ist diese Angebotsorientierte Erklärung leider für den Arbeitsmarkt vollkommen unzureichend und verfälschend vereinfacht.

Wenn die Löhne sinken, will der Arbeitgeber mehr produzieren, denn die Produktionskosten sinken, korrekt. Aber wenn die Löhne sinken, fällt die Gesamtwirtschaftliche Nachfrage ebenfalls. Einfach mal die Mikro anwerfen und durchrechnen was denn mit dem optimalen Konsumbündel passiert, wenn man die Budgetmenge eines Haushalts reduziert!
Ergebnis: fallende Nachfrage. Wenn es allerdings keine Nachfrage gibt, gibt es auch keinen Grund viel zu produzieren. Und wenn es keinen Grund mehr gibt, viel zu produzieren, dann entlässt man Angestellte und die Arbeitslosigkeit steigt. Bestes Beispiel hierfür: Griechenland!

Die deutsche Wirtschaft wird in die Knie gehen

Ein stetig wachsender Anteil von Arbeitnehmern im Niedriglohnsektor - DAS ist das deutsche Jobwunder.
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Wenn jetzt der Mindestlohn - den die neue "soziale" CDU ja eh niemals wollte - um 3,8 Prozent steigt, dann müssen die Unternehmen natürlich noch mehr Menschen in den Niedriglohnsektor drücken. Ist doch logisch!
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Die deutsche Wirtschaft basiert in den letzten 10 Jahren auf Ausbeutung. Der Mindestlohn ist ja die direkte Folge einer Fehlentwicklung, die durch den Mindestlohn zumindest aufgehalten worden ist. Ansonsten sollten die Arbeitnehmer wohl bald für 2,60 arbeiten.
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Da kann sich die SPD jetzt auf die Schultern klopfen. Jene SPD, die mit ihrer Politik und HARZ IV Gesetzen diese Entwicklung erst ermöglicht hat. Jipieeee

@WiPoEthik

"Die Arbeitnehmer sind häufig in einer schwierigeren Verhandlungsposition, weshalb sich viele unter Wert verkaufen. Hier kann der Lohn durchaus helfen."

Wenn ein wertvolles Gut wie Arbeit "unter Wert" verkauft wird, dann müssten viele Nachfrager zuschlagen. Wenn irgendwo Fernseher, Autos, Erdöl oder Gold "unter Wert" verkauft wird, dann gibt es sofort Nachfrager die den Preis korrigieren. Schon richtig, Arbeit ist nicht so flexibel. Aber dauerhaft wird auch sie nicht "unter Wert" verkauft.

Dann lieber arbeitslos!!

€ 8,84 pro Stunde? Dann lieber arbeitslos!!

Wie berechne ich

denn bitte die 'Grenzproduktivität' einer Altenpflegerin ? Hat würdevolles Leben inzwischen auch schon einen Geldwert ?
Was ist denn die 'Grenzproduktivität' eines Polizisten ?
Mir scheint, hier geht es eher um 'Grenzzynismus', der alles auf einen Geldwert für Unternehmer und Kapitaleigner reduziert !

lebendsfremd

Ich gebe Ihnen vollkommen recht! Habe eben mal in meinen alten ( hebe das gerne auf ) Gehaltsbezügen nachgesehen und festgestellt das mein Tariflich festgelegter Lohn bei 6,90€ in der Stunde war. Das war 1987!!!! Nun jeder der rechnen kann , wie teuer ist zwischenzeitlich alles geworden, sollte mal überlegen ob 8,74€ Mindestlohn nicht zu wenig sind? Übrigens war dies der bei mir der Netto-Stundenlohn.

@Der Ökonomist

"Oder warum verdient die Näherin in Bangladesh nur 1€ am Tag, ihre GRP ist um ein vielfaches höher. Solche Zustände gilt es durch staatliches eingreifen zu verhindern."

Sie können nicht wissen, wo die Grenzproduktivität der Näherin in Bangladesch liegt. Das weiss im Übrigen auch nicht der Staat. Die Näherin hat vermutlich die Wahl zwischen 1 EUR als Näherin oder 50 Cents als Bäuerin. Wenn ihre Grenzproduktivität bei 8.50 läge wäre sie vermutlich als Sekretärin beschäftigt.

@Am 28. Juni 2016 um 16:27 von Tee

Teilzitat:Ergebnis: fallende Nachfrage.
Die Nachfrage sinkt nicht unbedingt.
Problem ist wohl eher das das nötige "Kleingeld" zur Erfüllung fehlt die "Nachfrage" zu kompensieren!
Wer nicht genug verdient wird sich schlicht die Dinge die zum Angebot stehen nicht leisten können.
Wer also Nachfrage und Angebot ins gleichgewicht bringen will muss sich im klaren sein die Löhne so zu ebenen das sich das Angebot mit der Nachfrage deckt oder was meinen Sie?

16:26 von Melanda

Sie koennen doch nicht Ihr Land mit Deutschland vergleichen !!!!!
Und wenn ich lese : Dafür wird der Müll täglich, ausser Sonntags, abgehohlt.
Klar, bei soviel Muell wie in Brasilien am Strassenrand steht, muss er ja pro. Tag abgeholt werden !!!! Oder wollt ihr ersticken in dem Muell ???
Bei uns in Fl wird der Muell nur 2x/Woche abgeholt - aber es sieht immer noch sauberer aus als in Brasilien - leider aber schmutziger als in Deutschland.

@Nny

"Es gibt keine messbare Grenzproduktivität. "

Grenzproduktivität muss man nicht messen, man kann sie direkt beobachten. Es ist einfach der Lohn, zu dem jemand gewinnbringend beschäftigt werden kann. Einen Einarmigen können sie nicht gewinnbringend als Elektriker beschäftigen. Seine Grenzproduktivität ist in diesem Job sehr gering.

@ 15:37 Tagesgeschehen

In München bekommen sie an den wenigsten Ecken ein Brötchen (bzw. eine Semmel) für 34 Cent - allenfalls in den Backshops, die mit dem Bäckerhandwerk ungefähr soviel zu tun haben wie VW mit sauberen ehrlichen Abgaswerten... In den Backshops arbeiten dann die Leute, die sich gerade über sagenhafte 34 Cent freuen dürfen. Und die Schere klafft weiter munter auseinander zwischen Spitzenverdienern und Niedriglohngruppen. Und das gesellschaftliche Klima heizt sich auf. Toll.

re optional

Zitat: "30 Stunden × 4,4 Wochen × 8,84 € = 1.166,88 € BRUTTO
Viel Spaß nach den steuerlichen Abzügen!"

Mit Mindestlohn kommt man monatlich etwa auf 1400 Euro brutto. Steuerliche Abzüge wird es da keine geben, wenn nicht noch andere Einkommen hinzu kommen.

Mindestlohn

Unsere Politiker sollten mal ein Jahr lang vom Mindestlohn leben müßen und zwar alles von dem üppigen Lohn bestreiten.

von 34 ct mehr Lohn kann sich niemand ernähren.

Da der Arbeitgeber allerdings 30,74% Zwangsabgaben, lt Rechner der Minijobzentrale an die Knappschaft abführen muss, summiert sich das bei 1 Mio Mini-Beschäftigten zu einem Milliardenbetrag für die von der Verarmung bedrohten Krankenkassen, sowie die Sozialversicherung.
Dann wird da wieder ein Schuh draus.

@Economist 70

wenn Sie nur mit der Grenzproduktivität argumentieren greift das entschieden zu kurz. Wie würden Sie die Produktivität eines Polizisten oder eines Richters beurteilen? Wie begründen Sie das unterschiedliche Einkommen?
Die Millionen im Niedriglohnsektor und die Hartz IV-Bezieher haben doch überhaupt keine Wahl. Wenn sie unterbezahlte Jobs nicht annehmen, werden die Hartz IV -Bezüge gekürzt. Und diese industrielle Reservearmee wird von den Unternehmen zu Dumpinglöhnen ausgebeutet

@deutlich

"Wie würden Sie die Produktivität eines Polizisten oder eines Richters beurteilen?"

Ihr Punkt ist durchaus gut. Allerdings gilt auch für Polizisten und Richter in gewisser Weise das Mass der Grenzproduktivität. Ein Richter könnte in der freien Wirtschaft als Anwalt arbeiten. Das Anwaltsgehalt bildet für ihn eine Art Erwartungsgehalt an dem er sich orientiert, wenn er sich für den Richterberuf entscheidet, bzw der Staat ihn anstellen will. Natürlich spielen auch andere Dinge eine Rolle, wie Job-Sicherheit, die aber auch monetär bewertet werden könnten.

re eio86

Zitat: "Lieber "Economist70", egal wo ich nachschaue, liegen die Durchschnittsgehälter bei 3400 - 3600 Euro monatlich."

Das ist aber sehr hoch gegriffen. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der durchschnittliche Stundenlohn aller Arbeitnehmer zwischen 15 und 64 Jahren in Deutschland 15,54 Euro (brutto). In den neuen Ländern liegt er nur bei 12,37 Euro.

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten
/Indikatoren/QualitaetArbeit/Dimension2/2_5_Stundenlohn.html

@eio86, 16:11

"Und Niedriglöhner ihr Gehalt geschenkt bekommen, weil sie nicht so wertvolle Arbeit leisten? Im Vergleich zu wem? Zu Ihnen?". Genau so sehe ich das auch. Ich weiss das, da ich der (unteren) Oberschicht angehöre. Meine Einkünfte und mein Vermögen steigt "automatisch" jedes Jahr, ohne dass ich zusätzliche Leistung bringen müsste, im Gegenteil: ich bringe immer mehr Zeit für Poltik auf, das ist aber keine Erwerbsarbeit, sondern "Hobby". Trotzdem steigen meine Einkünfte und die meiner "Schichtskollegen", während die Reallöhne der "echten Arbeiter" gerade bei uns z.Z. fallen. Erwähne ich das auch nur mal auf "Festen" von "Meinesgleichen", werde ich als "Nestbeschmutzer" betitelt. Ich sehe es wenigstens ein, dass meine Einkünfte nicht zu 100% "verdient" sind.

Gruss aus Brasilien, K.A.v.H. de Melanda

In % umrechnen...

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, ist das eine Anhebung um 4 %. Das klingt doch gleich viel besser!! Fragen Sie mal Frau Nahles.

Zwei-Klassen...

Wir fördern mit einem Mindestlohn von etwas mehr als 8 Euro immer mehr die Zwei-Klassengesellschaft. Und darüber entscheiden ausgerechnet Politiker, die zu den höchstbezahlten Menschen im Land gehören. Demokratie geht völlig anders. Aber das hat die BRD längst verlernt. Es ist einfach nur peinlich, für wie wenig Geld hier im Land die größte Drecksarbeit geleistet wird. Wir sollten uns in Grund und Boden schämen. Und dann redet man noch von Erhöhungen im Mikrobereich. Peinlich ist sogar noch stark untertrieben. Andere Worte würden nicht gedruckt.

@Bayerr

"...denn bitte die 'Grenzproduktivität' einer Altenpflegerin ? Hat würdevolles Leben inzwischen auch schon einen Geldwert ?
"

Altenpflegerinnen verdienen relativ wenig weil es davon so viele gibt. D.h. ein Altenheim kann einer Pflegerin für ihre zweifellos sehr wertvollen Dienste nicht 50 oder 100 EUR pro Stunde zahlen, weil es sonst insolvent wäre. Natürlich kann die Gesellschaft dies über Steuern subventionieren oder wenn Sie mal selber eine Pflegerin brauchen können sie ihr freiwillig mehr bezahlen.

@Karawanke

Stimmt, die 3400 bis 3600 euro pro Monat von re eio86 sind viel zu hoch gegriffen. Laut Destatis sind es rund 2000 euro pro Monat netto. Da beim Mindestlohn kaum Steuern anfallen ist dieser mit rund 1400 bis 1500 pro Monat durchaus vergleichbar.

Am 28. Juni 2016 um 16:46 von andererseits

Eigentlich schade das sie meinen Sarkasmuss nicht erlesen haben.

Ich habe Sie allerdings gut verstanden.

Ach ja und Münschen ist nicht ganz Deutschland, da ticken die Uhren noch mal ganz anders!

Nichts für Ungut aber München hat so eine ganz andere Schere zwischen Arm und Reich.

Die Münchener haben meiner Meinung nach zwei Scheren.

Wenn die SPD es wirklich erst meint,

dann würde Frau Nahles das Ergebnis ablehnen.
Für Deutschland sind 8,84€ Mindestlohn ein Witz und sorgt nur dafür das in 20 oder 30 Jahren eine beachtliche Zahl von dann Rentenempfängern in Altersarmut leben müssen und auf staatliche Unterstützung abgewiesen sind.
Also wieder eine Quersubvention für sprudelnde Unternehmensgewinne.
Untergrenze Mindestlohn für ungelernte mindestens 10€!!!!
Selbst damit wird keine Riesenrente erreicht, aber zumindestens ein menschenwürdiges Dasein.

Es sind immerhin brutto...

...über 65 Euro mehr, auch mit Abzügen ist das erheblich mehr als beispielsweise der HartzIV/Grusi-Satz steigt. (Bei einer 40-h-Woche). 2x gepflegt Essen gehen beim Griechen oder Chinesen sind damit drin.

Arbeitslos wird davon niemand, da ja die Konkurrenz auch den Mindestlohn zahlen muss. Außerdem sind die Billigjobs ausgerechnet diese, die man nicht ins Ausland verlagern kann, wie zum Beispiel Wachschutz, Leiharbeiter und Friseur. Ich zahl gern beim Friseur einen Euro mehr damit der Mitarbeiter einen ordentlichen Lohn bekommt.

@Tee

"Warum sollte es Arbeitsplätze deren Grenzproduktivität unter einem Lohn ist, von dem man leben kann, überhaupt geben? Was spricht für diese Arbeitsplätze?"

Weil leben nicht gleich leben heisst. Nehmen sie einen Behinderten oder einen Studenten der einen Nebenjob machen möchte für den er 6 oder 7 EUR die Stunde erhält, weil ein Arbeitgeber ihn zu diesem Lohn beschäftigen kann.

Die lieben Ökonomen

Wie Grenzproduktiv sind die eigentlich ?
Wenn diese Berufssparte mal eine Woche körperliche Arbeit verrichten müssten, wäre der Taschenrechner längst im Klo gelandet.
Am liebsten wäre es ihnen, die Arbeitnehmer bringen am Monatsende noch was mit...
/sarkasmus off

@16:31 von utopos "Dann lieber arbeitslos!!

€ 8,84 pro Stunde? Dann lieber arbeitslos!!"
-
Geht nicht!
-
Da Hartz4 Gesetz!
-
Der Staat sorgt dafür, dass der Druck auf Arbeitslose aufrecht erhalten wird!
-
Hartz4 abschaffen!
-
Das alte Arbeitslosengesetz wieder her und der Druck auf die unteren Einkommen erledigt sich fast von allein!
-
Mit dem Justieren einiger weiterer Stellschrauben, wird sich dann endlich für viele millionen Menschen, auch mit Bildungsferne, Arbeit wieder lohnen!
-
Mit den Tätern der Hartz4-Parteien, wird das aber nicht erreicht werden!
-
Auch die AfD wird weiter für ein Arm und Reich sorgen, allerdings, mehr auf Ablehnung von Ausländern.
-
Nun bleibt nichts mehr übrig, außer eine Partei!
-
Mit der es die vielen millionen Abgehängten, schaffen könnten!

Mal ein Tipp

Allen, die 8,34 für zu wenig halten, sei gesagt dass sie einfach selber ein Unternehmen gründen und ihren Angestellten 20 Euro in der Stunde zahlen können. Ich vermute mal, das ist den meisten aber zu stressig und die, die es tun würden, sähen das dann wahrscheinlich plötzlich ganz anders...

Aber klar, ein Mindestlohn von 15 Euro wäre möglich. Das würde einen mächtigen Rationalisierungs- und Automatisierungsschub zur Einsparung von Arbeitskraft auslösen. Das wäre gut für die Industrie, aber schlecht für die, die dann arbeitslos werden.

re ollido

Zitat: "Wenn die SPD es wirklich erst meint, dann würde Frau Nahles das Ergebnis ablehnen.
Für Deutschland sind 8,84€ Mindestlohn ein Witz und sorgt nur dafür das in 20 oder 30 Jahren eine beachtliche Zahl von dann Rentenempfängern in Altersarmut leben müssen und auf staatliche Unterstützung abgewiesen sind."

Das ist doch eine Milchmädchenrechnung, der Mindestlohn ist dafür überhaupt nicht verantwortlich. Da die Firmen das Geld nur einmal ausgeben können, bedeutet ein höherer Mindestlohn auch mehr Arbeitslose. Die müssen natürlich auch staatlich unterstützt werden.

@karawanke

Bei der Annahme, dass man ca. 165 Std. /Monat arbeitet erhält man bei St.Kl. I ohne Kinder und kein Kirchenmitglied in Niedersachsen ein Bruttogehalt von 1458 €.
Davon erhält man Netto dann 1080 €.
Natürlich muss man bei diesem Lohn Abgaben zahlen.
Soli = 0€
Lohnsteuer = 76€
Rentvers. = 136€
Arbeitslosenvers. = 22€
Krankenvers. = 122 €
Pflege = 21 €

Für mich sind das Abgaben. Das einzigste was wegfällt ist der Soli. Der macht aber sowieso den kleinsten Anteil an Abgaben aus.

Ich weiß ja nicht in welchem Bundesland Sie leben, aber bei einem Bruttolohn von 1400 € bzw. 1458 € fallen Abgaben an.

Und von 1080€ kann man nicht leben und braucht staatl. Zuschüsse.

Vielleicht in Mecklenburg-Vorpommern nahe der polnischen Grenze in irgend einem kleinen verlassenen Dorf mit einem Tanteemma Laden und einer 1 Zimmer Wohnung.
Ja da kann man evtl. davon leben.
Aber nur wenn der Arbeitsgeber im Dorf seine Fa. hat. Ein Auto ist dann nicht mehr drin.

@americafl 16:42

"Sie können doch nicht Ihr Land mit Deutschland vergleichen!!!!" Da sind wir absolut einer Meinung. Deshalb sagte ich ja auch, der Minderslohn in Deutschland ist für "deutsche Verhältnisse" zu niedrig.

Gruss aus Brasilien, K.A.v.H. de Melanda

1 Cent mehr kann schon zu viel sein !

Ein Unternehmer rechnet, muss rechnen, ob sich bei höheren Lohnkosten ein Automat oder eine Auslagerung der Arbeit lohnt. Was wurde aus den vielen Menschen, die früher Mülltonnen an die Abfuhrfahrzeuge heranbrachten ? Selbstladefahrzeuge haben sie weitgehend überflüssig gemacht.
In den Schlachthöfen wird man stärker (Schlacht-) Automaten einsetzen, wenn diese (noch) günstiger sind als die "billigen" Arbeitskräfte aus Osteuropa.
Kühe werden künftig wohl nur noch von Melkrobotern gemolken und mit "Kraftfutter" versorgt.
Kurzum, je höher der Lohn, desto "überflüssiger" werden immer mehr Menschen, besonders die mit geringer Qualifikation.
Schöne neue Welt ?

wo liwgt das Problem

Warum kann man in unserem Land nicht einen Gehalt zahlen,
der es ermöglicht dass ein Mensch (Familie) davon leben kann
Es ist doch nicht Aufgabe der Gesellschaft über Hartz4 einen Gehalt aufzusubventionieren
Wenn ein Friseur behauptet er könne keine 12 (wie auch immer) Euro bezahlen,
dann soll er eben den Preis erhöhen, der Verbraucher wird es zahlen (müssen)
wenn der Staat die Steuern erhöht muß man ja auch bezahlen ....

@eio86

Ich sehe das auch so, dass sich der User Economist70 da ein wenig vertut.
Alleine schon das Argument der Grenzproduktivität hier einzubringen, bringt nichts.

Ich habe das Gefühl, dass er oder sie meint den Leuten die für diesen Hungerlohn arbeiten geht es noch zu gut.
Ferner werden auch für viele dieser Tätigkeiten zu diesen (H)Lohn ein Lehrberuf vorausgesetzt.
Also nicht nur putzen oder Laub fegen.

15:06 von dahorst

nach Abzug Steuern dürften dass dann noch um die 17 Cent sein
.
vermute mal bei dem Lohn, ist keine Steuer fällig

Economist70, 16:17

"Kein privatwirtschaftlicher Arbeitgeber kann dauerhaft jemanden beschäftigen dessen Lohn über der Grenzproduktivität liegt"-

Doch, kann er. Wenn er genug andere Mitarbeiter hat (inkl. Sich selbst), deren Lohn unter ihrer Grenzproduktivitaet liegt und er ein wenig sozial eingestellt ist, dann kann er das. Aus ihren Kommentaren spricht deutlich das, was ich die letzten Jahre ueberall sehe: der Uebergang von Personalabteilungen zu HRD - von Menschen, mit denen man es zu tun hat zu resourcen. Manchmal beginnt es mich zu ekeln....

@Economist70

Sie irren sich gewaltig. Gerade die gering Bezahlten sind es, die oftmals von früh bis spät Malochen, damit sie wenigstens auf ein halbwegs erträgliches Einkommen verfügen. Gerade die Zeitarbeit ist dafür ein gutes Bespiel.
Während die Stammbelegschaft einen geregelten Tarifvertrag hat und zum Feierabend in ihre neuen Autos steigt um Heim zu fahren, wartet der Zeitarbeiter spät abends an der Bushaltestelle, weil er sich oftmals kein Auto leisten kann. Naja und die Wochenendschichten dürfen natürlich auch die Zeitarbeiter machen. Der Lohn am Ende des Monat liegt dann bei 950 Euro netto - für die gleiche Arbeit, welche die Festangestellten auch machen. Ich weiß wovon ich rede und habe diesen Unsinn lange genug mitgemacht. Also reden Sie hier bitte nicht von Produktivität, das ist albernes Ökonomengewäsch! Ein Job ist dazu da, sein Familie zu ernähren, nicht um sich die lange Weile zu vertreiben. Ansonsten liebe Arbeitgeber - selber machen.

@Economist70

Ihre Aussagen stimmen leider so nicht. Wir haben z.B. hier in der Schweiz "Mindeststundenloehne" (per Gesetz gibt es keinen) von ca 25Sfr. =22,50€ im Durchschnitt und trotzdem werden die Schweizer Produkte ueberall in der Welt gerne gekauft. Ich bezahle selbst meiner Putzfrau diesen Stundenlohn und empfinde es als mehr als fair. Wir haben ein 3 Saeulen Rentensystem und man bekommt fuer jedes Arbeitsjahr ca 50Sfr Rente im Monat. Der Rest muss privat vorgesorgt werden. Ein Mindestlohn von 8,84€ ist fuer einen grossen Wirtschaftsstandort wie Deutschland unwuerdig.

Wie so.. ist doch Easy davon zu leben... oder..

Rechnen wir mal. Lt. dt. Arbeitsgesetzt darf man maximall 10 Stunden am Tag arbeiten, macht 60 Stunden in der Woche.
60 Std. +3 Monate/13Wochen = mtl. 260 Stunden.
260 Stunden * 8,84 ergibt € 2298,40

Oder anders ausgedrückt ein Netto von ca. 1544 Euro.
Das sollte doch reichen für eine kleine Wohnung, ein Ticket für den Nahverkehr und eine Ehefrau, die nur halbtags 20 std. 5 Tage arbeitet um auf das Kind aufzupassen. Die frau verdient € 604, der Mann 1544 und 190 Euro Kindergeld.
sind immerhin knapp € 2300 ,--
Alos kleine Wohnung in HH oder M, B, K... und die ersten 900 Euro sind weg. Kindergarten, Turnverein und und die nächsten 250 Euro sind weg. Lebenshaltung für 3 Kopfe lt. Bank ca. 1000€ ! Na bitte passt doch... und Private rente.. bei der Arbeitsleistung.. ne wirklich nicht.. bis 70 hält das keiner durch, die kann man sich sparen.
Achtung IRONIE!!!

Grenzwertige Argumentation

Bei allem Respekt, das Argument mit der Grenzproduktivität ist in dieser Form realitätsfremd. Wenn ein Arbeitgeber glaubt, dass sein Arbeitnehmer den Mindestlohn nicht erwirtschaftet, müsste er den Arbeitsplatz also streichen – was nur geht, wenn er ihn z. B. durch Automatisierung ersetzen kann, denn sonst müsste er seinen Betrieb zusperren. Dann entspricht die Grenzproduktivität den Kosten der Automatisierung, und das Argument ist korrekt. Wenn der Arbeitsplatz aber für den Betrieb nötig ist und der Lohn nur durch ein Überangebot an Arbeitskräften niedrig sein könnte, muss der Arbeitgeber die Kosten des Mindestlohns auf die Preise seiner Produkte/Dienste aufschlagen, und seine Konkurrenz auch. Dann geht der Arbeitsplatz durch den Mindestlohn nicht verloren. Und genau so ist es anscheinend bei der Einführung des Mindestlohns geschehen.

@18:06 von Ignoranz_HH

Wie so.. ist doch Easy davon zu leben... oder.. Rechnen wir mal. Lt. dt. Arbeitsgesetzt darf man maximall 10 Stunden am Tag arbeiten, macht 60 Stunden in der Woche.

Kleiner Vorschlag: Bevor man rechnet, ignoriert man besser nicht das deutsche Arbeitszeitgesetz. Nach § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer acht Stunden nicht überschreiten. eine Verlängerung auf bis zu zehn Stunden ist nur zulässig, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Also: Frohes Neuberechnen...

@ Economist70

> Dann verdienen sie den Lohn nicht, sondern erhalten ihn als Geschenk - kein übles Geschenk oder?

Im Endeffekt hat jeder Bundesbürger Anspruch auf das Lebensminimum, auch derjenige, welcher nur eine geringe Produktivität hat. Ob dies nun durch einen Mindestlohn realisiert wird oder durch Sozialbeiträge ist egal, die Allgemeinheit muss so oder so einen Ausgleich bezahlen.

Ich selbst kann die 900 Euro Kosten, welche ich monatlich durch Miete, Nebenkosten, Strom, Telekommunikation, Lebensmittel und Kleidung / Hygieneartikel / Haushaltskosten habe, auch nicht durch die eigene Arbeit selbst erwirtschaften. 450 Euro bekomme ich über den Mindestlohn aus Arbeit und 450 Euro durch Zuschüsse (Wohngeld) vom Jobcenter / der Kommune. PS: Ich habe einen IHK-Abschluss als Fachinformatiker, finde aber keinen hochwertigen Job mit meiner medizinischen Vorgeschichte.

-> Es wird immer Menschen geben, deren Grenzproduktivität nicht zum Leben reicht und die auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Jetzt kann aber einmal ein

Jetzt kann aber einmal ein Fass aufgemacht werden.Diese gigantische Erhöhung läßt den Niedriglohnsektor jubeln.Endlich kann man sich den Kleinwagen leisten.Für die Kinder sind ab und an auch mal Markenturnschuhe drin nicht immer nur Aldidas.
Alle 2 Jahre kann dann die 4 Köpfige Familie auch mal 4 Tage Camping machen.Die Frau kann evt. von der Halbtagsstelle auf einen 450 € Job wechseln.
Evt. fällt die nächste Erhöhung wieder so bombastisch aus dann aber raus aus der 2.5 Zimmer Sozialwohnung im 4 Stock.
Wie sagte Merkel :Hauptsache man hat Arbeit.

Am 28. Juni 2016 um 19:54 von MKir13

...ohh da kennt sicht jemand sehr gut aus...
aber anstatt sich nur über das reine Rechenwerk aufzuregen.. wäre es zu raten auch meinen Beitrag bis zum Ende zu lesen...

Und anstatt nur frohes neu berechnen zu wünschen lebt eine Diskussion auch von den Ansichten der anderen Teilnehmer...

Wie stehen Sie den dazu?

Sehr geehrter Herr Economist

Ihre menschenverachtende Grenzproduktivität ist auch in der Realität blanker Hohn.

Ich z.B. arbeite für einen großen (einen der größten) Fernsehsender - zum Mindestlohn. Dieser Sender macht Milliardengewinne; ich wäre äußerst froh, würde ich nach meiner Grenzproduktivität bezahlt werden. Und damit bin ich (nicht nur in dieser Branche) nicht allein.

Betrachten Sie sich doch mal die Reallohnentwicklung in D in den letzten 20 Jahren contra der Entwicklung der Produktivität und der Unternehmensgewinne - vielleicht erhöht das ihren wirtschaftswissenschaftlichen Horizont!

Und für all Jene, die mit der "gigantischen" Prozentualen Steigerung argumentieren:
1. Liegt die Inflation für untere Einkommensgruppen in D weit über der statistischen - da fast das gesamte Einkommen für Miete und Essen drauf geht.
2. Ist diese Steigerung auf zwei (2!) Jahre zu rechnen - denn solange hat es gebraucht, bis der Mindestlohn angepasst wurde.
3. Ist +X% von sehr Wenig immer noch: sehr Wenig.

@krawanke 17.30Uhr

Natürlich ist der Mindeslohn dafür verantwortlich, weil durch den aktuellen Mindestlohn der Rentenanspruch trotz Vollzeitarbeit unterirdisch ist.
Klar können Firmen das Geld nur einmal ausgeben, an Aktionäre, Geschäftsführer oder es nach Panama schaffen. *ironie aus
Also ist in deinen Augen der Mindestlohn zu hoch?
Du bist weiter dafür, das Menschen aufstocken müssen?
Das der Steuerzahler, also auch du, dafür aufkommt nur um Unternehmen entweder am Leben zu halten oder deren Gewinn zu sichern?

Nach der Methode dürfte es nie Lohnerhöhungen geben, weil es ja dann automatisch mehr Arbeitslose gibt. Das klassische Argument von Unternehmen, welches man immer gebetsmühlenartig hört.

Es ist ein Armutszeugnis für Deutschland, das Menschen die VOLLZEIT arbeiten auf Unterstüzung angewiesen sind, egal welchen Job sie machen. Jemand der im Lager kommissioniert in 3-Schicht-System trägt wahrscheinlich mehr zum Geschäftserfolg bei, als so mancher anderer.

Die Deutschen haben immer noch nicht gemerkt, das sie die Löhne umverteilen müssen. Steuern hoch fuer alle die ueber 80.000 Euro verdienen im Jahr. Begrenzung der Spitzenloehne. Nur ein Anstieg der Mindestlöhne kann die Rentenkasse so stabilisieren das zukünftige Generationen eine gerechte Rente bekommen, von der sie leben können. Die Rechtspopulisten erhalten ja immer mehr Zulauf ,wenn es nicht zu einer mehr solidarischen Gesellschaft kommt. Alle werden an dieser Entwicklung verlieren. Die Geschichte hat es ja die Deutschen schon mal erleben lassen ,wo eine rechtspopulistische Politikentwicklung hinführen kann.

Das Problem

ist doch, das in den letzten 10-15 Jahren der Fokus der Politik nur auf den Bereich der Arbeitgeber gelegt wurde, einschliesslich der SPD. Darum steht die SPD in Umfragen ja auch bei 20%.
Es wurde alles getan damit Unternehmensgewinne steigen in der Hoffnung das dadurch Arbeitsplätze entstehen. Nur ist der Schuss nach hinten losgegangen und das Lohnniveau gesunken, die Unternehmensgewinne gestiegen.
Ich sehe es ja an mir selber, abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, Fachkaufkaufmann und was bekommt man für Stellenangebote 8,50€/h. Fachkräftemangel?? Wohl kaum, oder höchstens ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften die bereit sind für so einen Lohn zu arbeiten.

Was in Deutschland verloren gegangen ist, ist die SOZIALE Marktwirtschaft, die Verantwortung auch von Unternehmen.
Gutes Zeichen dafür die OT-Mitglieder in Arbeitgeberverbänden.

@Daleimoc Rorvic

Sie sehen das zu einseitig. 4% ist ein großer Sprung! Vielleicht nicht für den Arbeitnehmer, da gebe ich Ihnen Recht. Aber für den Arbeitgeber. Ich habe 26 Personen angestellt in meinem Café. Schon vor dem Mindestlohn haben wir 8,50 pro Stunde bezahlt. Als Inhaber kann ich mir 3 Jahre nach der Gründung immer noch selbst nicht den Mindestlohn auszahlen, sondern habe bei 50-60 Stunden pro Woche unter 1500 netto am Monat übrig, obwohl das Café sehr gut angenommen wird. Nun werden wir die Preise erhöhen (die Deutschen sind viel zu niedrige Gastronomie-Preise gewöhnt) und wollten unsere Mitarbeiter daran teilhaben lassen, weil wir eigentlich mehr als Mindestlohn zahlen möchten. Wir sind schließlich auch bei 4% gelandet. Das kostet uns im Jahr aber über 4.000 Euro und damit ist die Hälfte der Preiserhöhung schon wieder aufgefressen. Ab 2017 sind wir damit aber wieder auf Mindestlohn-Basis. So sieht das aus Unternehmer-Seite aus.

@ 17:10 Tagesgeschehen

Ich habe Ihren Sarkasmus gut verstanden und wollte ihn lediglich beflügeln...

Toll

Der Mindestlöhner kann nach der kläglichen Erhöhung am Zahltag mit seiner Familie in eine standartisierten Frittenbude Einkehr halten.
Das konnte er sich vor der Erhöhung wahrscheinlich nicht leisten.

Ironie off!

Wer Geschäftsmodelle auf Ausbeutung oder auf Arbeit, wovon man nicht leben kann, aufbaut, gehört aus dem Verkehr gezogen, da er u.a. drauf baut, dass der Staat seine Beschäftigten durch Aufstockung der Gehälter indirekt subventioniert. Bei diesem viel zu geringem Mindestlohn wird genau am Ende wieder vom Staat subventioniert gerade bei Wohnkosten in angespannten Ballungsräumen und bei folgenden Armutsrenten, wo die Arbeiter noch bei der Antragsstellung entwürdigt wird. Darum mindestens zur Grundsicherung 12 EUR.

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