Ihre Meinung zu: Arbeitsrechtsreform: Wogegen protestieren die Franzosen?

23. Juni 2016 - 15:59 Uhr

Länger arbeiten, weniger Lohn, geringere Zuschläge - das soll nach dem Willen der sozialistischen Regierung in Frankreich möglich werden. Präsident Hollande hat bereits in einigen Punkten eingelenkt. Nea Matzen stellt die Eckpunkte vor.

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Kommentare

Agenda 2010 ist das Vorbild

Die Franzosen sehen, wohin das geführt hat.
Und die cgt ist nicht so handzahm, wie die DGB Gewerkschaften.

Die Vorschläge von Präsident Hollande

sind sinnvoll in Bezug auf die wirtschaftliche Erstarkung Frankreichs. Seine Reform ermöglicht mehr Wohlstand für alle Bürger und weniger Arbeitslosigkeit.

Die Proteste sind von ökonomischer Unbildung getragen und dienen nur denjenigen, die bereits Arbeitsplätze haben und schaden allen Arbeitslosen und denen die noch Arbeitslos werden, wenn es in Frankreich keine Änderungen beim Arbeitsrecht in Richtung Lockerung gibt.

Setzten sich die Gegner der Reform durch, sieht die Zukunft Frankreichs dunkel aus.

Es ist ein Skandal

Ich finde das Hollande nicht über sein Volk richten kann wie er will, auch er muss sich an Demokratische Regeln halten und kann nicht über das Parlament hinweg einfach entscheiden das Frankreichs Arbeitnehmer
sich an Deutsche Verhältnisse gewöhnen müssen was Arbeitnehmerrechte angeht.

Frankreich ist ein Gewinner des Krieges und von daher ein stolzes Land indem es keine Weiter so Gewerkschafts Bosse gibt die ihre Klientel verraten.

Das ist egal wie es ausgeht ein weiterer Sargnagel der EU ,Frankreichs Nieder geknüppelte Demonstranten und betrogene Arbeitnehmer wissen woher das Spar Diktat kommt und von daher wird in dem nächsten EU Staat auf lange Zeit eine Rettung der EU nicht vom Volk mitgetragen

Wo bleiben die...

Wo bleiben denn die lauten Töne gegen die unangemessene Gewaltanwendung der Polizei in Frankreich? Bei der Gezi in Türkei wurde 24 Stunden live übertragen, achja das ganze geschieht ja im herzen Europas daher besser nicht so arg erwähnen. Diese Doppelmoral ist nicht mehr normal.

Vorbild Deutschland!

Auch in Frankreich hat der Rückbau des "Sozialstaates" begonnen!

Sie sehen doch was in Deutschland geschied!

Nur die Franzosen wehren sich gegen die Absenkung des Lebensstandart's.

Bei den deutschen Deppen ist noch der "Untertanengeist" tief verwurzelt und präsent!

Frankreichs Problemen sind Europas Sorgen

Wie soll denn jemals mit solchen unterschiedlichen Vorstellungen ein vereintes Europa entstehen? Wie soll denn Frankreich jemals wettbewerbsfähig werden und eine exportfähige Industrie aufbauen können? Wie soll denn Frankreich jemals seine Überschuldung abbauen können ? Wie soll den jemals auf gleicher Augenhöhe mit erfolgreichen Industrieländern verhandelt werden können ? Wie lange soll denn insbesondere Deutschland die direkte und indirekte
finanzielle Unterstützungen noch gewähren ? Dieses Europa ist von hinten aufgezäumt worden und hat so keine Zukunftchance. Es muss total reorganisiert werden. Leider gibt es in Europa keine Führungspersönlichkeit und Brüssel ist ein nicht demokratischer bürokratischer Verein.

Diese Äderungen am

Arbeitsrecht dienen nicht der Beschaffung von Arbeitsplätzen sondern der grenzenlosen Gewinnsteigerung der Anteils-Eigner und der Umverteilung von Unten nach Oben.

Diese Umverteilung als Agenda der EU ist der EU-Kommission von den Brüsseler Lobbyisten (merke: in Brüssel gibt es mehr Lobby-Vertreter als Parlament und EU-Behörden Abgeordnete und Mitarbeiter haben) klar gemacht worden.

Um diese Ziele durchzusetzen ist selbstverständlich der rückhaltlose Einsatz der Ordnungkräfte erforderlich.

@Uwe Joswig

Sie werfen hier alles durcheinander: "Frankreich ist Gewinner des Krieges", "Haushaltsspardiktat" - Was hat denn das mit den Arbeitsmarktgesetzen in Frankreich zu tun?

Sie können natürlich seitens der Regierung die zulässige Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auch auf 10 Stunden begrenzen, müssen sich dann aber vermutlich damit abfinden, das ihre Arbeitszeit dann künftig 0 Stunden sein wird.

@meta.plus

Ich sehe in D keine "Absenkung des Lebensstandarts" Dem widersprechen alle Statistiken. Und wo wird denn in D der Sozialstaat abgebaut?

Irgendwie müssen Sie von einem anderen Deutschland sprechen...

Gegen Lohndumping kann man sein..

Gegen Lohndumping kann man sein und streiken.

friedrich Peter 17:09

Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag. So eindeutig, wie Sie hier für den Neo-Liberalismus und die Verarmung der Bevölkerung eintreten, kann man es selten lesen.

Bitte erklären Sie mir aber, wieso "dieses Europa" von hinten aufgezäumt wurde? Und was verstehen Sie unter einer totalen Reorganisation?

die franzosen

wollen halt nicht soviel arbeiten, wie es notwendig wäre, um ihr land nach vorne zu bringen.
arbeitslose sind übrigens den kommunistischen in frankreich gewerkschaften egal. es geht um besitzwahrung

hoffe, nun ist es besser und kollidiert nicht mehr mit....

@17:57 von Niemand

"So eindeutig, wie Sie hier für den Neo-Liberalismus und die Verarmung der Bevölkerung eintreten, kann man es selten lesen."

Der neoliberale Wirtschaftsminister Ludwig Erhard hat West-Deutschland mit seiner neoliberalen Wirtschaftspolitik immerhin zu einem der führenden Wirtschaftsnation gemacht und Wohlstand für alle ermöglicht. Ich kann daher nicht nachvollziehen, wenn Sie meinen, der Neoliberalismus würde die Verarmung der Bevölkerung herbeiführen. Das Gegenteil ist der Fall.
Noch besser als neoliberale Politik wäre übrigens nach meiner Überzeugung, wenn libertäre Vorstellungen realisiert würden, das gäbe die Möglichkeit für ungeahnt hoher Lebensqualität und Wohlstand aller Bürger.

friedrich peter, 17:09 - Freud & Leid

Gehe ich recht in der Annahme, dass die französischen Lohnabhängigen traktiert werden müssen, indem die Arbeitszeit verlängert wird, der Kündigungsschutz gelockert wird und die Überstundenzuschläge gekürzt werden, damit das französische Marktwirtschaftssystem effizienter wird, sodass die französischen Unternehmer ihre Gewinne mittels Warenexport maximieren können, wogegen jedoch die französischen Lohnabhängigen widerspenstig demonstrieren und streiken, sodass man den Schluss ziehen, dass des Unternehmers Freud des Lohnabhängigen Leid ist?

Weiß eigentlich jemand

was die 10% Arbeitslosen und die noch viel mehr jungen Arbeitslosen von den Streiks (um es mal nett zu formulieren, man könnte auch Gewerkschaftskrawalle als Bezeichnung zulassen) halten?

@friedrich peter

"Es muss total reorganisiert werden."

Damit es wieder international wettbewerbsfähig wird, von China lernen heißt Siegen lernen.

Heil Mammon

@Hugomauser

"Sie können natürlich seitens der Regierung die zulässige Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auch auf 10 Stunden begrenzen, müssen sich dann aber vermutlich damit abfinden, das ihre Arbeitszeit dann künftig 0 Stunden sein wird."

Warum? Bitte erkären Sie diesen Zusammenhang, den Sie hier herstellen!

Frankreich braucht Arbeitsmarktreformen um mehr Jobs zu schaffen

Logisch gesehen ist es eine digitale Gegenüberstellung:

- das bisherige System hat eine wachsende Zahl von Verlierern geschaffen. Dazu gehören nicht nur die 10%+ Arbeitslose sondern insbesondere die überproportional betroffenen jungen Menschen. "Weiter so" ist keine Option

- das neue System flexibilisiert den Kündigungsschutz, das Tarifsystem und die Wochenarbeitszeit, schafft aber Schutzbestimmungen nicht komplett ab.

Wenn ein mittelständisches Unternehmen auf eine anhaltende Veränderung seiner Auftragslage nicht mit einer Anpassung seiner Kapazitäten antworten kann, dann geht es in die Insolvenz, mit der Konsequenz, dass ALLE Arbeitsplätze perdu sind.

Vor diese Perspektive getellt, stellt ein Unternehmen - wenn überhaupt - nur sehr verhalten neue Arbeitskräfte ein.

Die CGT macht Krawall für die Arbeitsplatzbesitzer. Mit Arbeitslosen und Arbeit suchenden Jungendlichen gibt es keine Solidarität.

17.57@Niemand - Neo-Liberalismus -

Ein starres festhalten an der bisherige Arbeitspolitik, also Arbeitszeiten, Entlohnung, sonstige Konditionen usw., hat dazu geführt das in solchen Länder wo dies der Fall war es zu einer Verlagerung der Industrieansiedlung und damit zu einer Verlagerung der Arbeitsplätzen kam. Es kam zu einer stetig steigende Arbeitslosigkeit aber vor allem zu einer drastische Jugendarbeitslosigkeit, da einerseits keine Neuinvestitionen und andererseits in verstärkte Automatisation investiert wurde. Da wo die Arbeitspolitik gelockert wurde war dies nicht der Fall.Ebenso trat keine Verarmung der Bevölkerung ein. Wohl hat es durch die Automatisation eine Strukturänderung der arbeitende Bevölkerung gegeben und damit auch in Teilbereichen Einkommensänderungen. "Man geht davon von aus das durch Automatisierung und Robotisierung 40 bis 60 % der Arbeitsplätze sich ändern wird. Nichts tun heisst Massenarbeitslosigkeit und Verarmung. Statt zuerst die Euro einzuführen wäre eine gemeinsame Arbeitspolitik nötig.

19:22 von karwandler

>>Wenn Sie Belege haben, wie der Lebensstandard in Deutschland sinkt, können Sie die gerne vorlegen. Strammes Behaupten gilt aber nicht als Beleg.<<

Wenn ihnen der Beleg genügt, dass mittlerweile jeder 4. Arbeitsplatz in Deutschland im Niedriglohnsektor angesiedelt ist mit steigenden Tendenzen, - die Aufstocker erwähne ich nicht, wie auch die Zunahme von Rentnern in Armut.....dann freue ich mich für sie.

Wenn nicht, dann weiß ich nicht, was sie als Lebensstandard bezeichnen.

Sozialstaat Deutschland

Vollkommen richtig @MehrheitsBürger

Warum sind denn Skandinavien und Deutschland bei Flüchtlingen so beliebt? Weil dort wie hier die Sozialstaaten locken (ansonsten könnte man ja auch nach Polen oder Portugal gehen).

16:47 von meta.plus

Vorbild Deutschland!

Auch in Frankreich hat der Rückbau des "Sozialstaates" begonnen!

Sie sehen doch was in Deutschland geschied!

Nur die Franzosen wehren sich gegen die Absenkung des Lebensstandart's.

Bei den deutschen Deppen ist noch der "Untertanengeist" tief verwurzelt und präsent!
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Und den Betrachtern fällt nicht auf, das überall in der EU meistens Staatsdiener oder Privilegierte der privatisierten Betriebe streiken.
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Weil Sie mehr vom Kuchen haben wollen, welcher von den in der freien Wirtschaft produktiv Arbeitenden gebacken wird.

Der Euro führt in die Schulden-Union, zwangsläufig!

D hat nach dem Reißen der Maastricht-Kriterien mit der Agenda 2010 den Arbeitsmarkt mit Erfolg reformiert. Dieser Erfolg trägt heute unseren wirtschaftlichen Aufschwung und zwingt die anderen EU-Partner nach zu ziehen.
Leider ist aber auch die Kehrseite der Medaille zu beleuchten, denn durch diese Agenda wurden dem neoliberalen Spektrum Tür und Tor geöffnet, prekäre Lohnverhältnisse zu implementieren. Erinnert sei nur an Leiharbeit, Werksverträge, Ein-Euro Jobber.
Was diese - teilweise Lohndrückerei - anrichtet, sehen wir in der Zukunft, wenn diese Politakteure ihren "verdienten leistungslosen" Wohlstand genießen.
Das eigentliche Problem aber wird der Euro bleiben, denn D zwingt seine Nachbarn, da diese nicht mehr abwerten können, dieser neoliberalen Globalisierung zu folgen. Und hier kommt die Mentalität der Länder ins Spiel, die früher mit der eigenen Währung den Unterschied (Lohn- und Sozialkosten) durch Abwertung ausgleichen konnten. Die Nivellierung erfolgt durch Schuldenunion

@ 17:09 von friedrich peter...

"Wie soll denn Frankreich jemals wettbewerbsfähig werden und eine exportfähige Industrie aufbauen können? "

Würden wir dann nicht unseren deutschen Vorteil verlieren?

Müssten wir nicht wiederum nachlegen ... ;)

meag

ich verstehe dich nicht
aber hier in deutschland ging es den bürgern nie besser, auch den rentnern nicht.
ok, wer nie gearbeitet hat, der hat auch jetzt keine besseren chancen als vor 40 jahren.

21.21@ traurigerdemokrat- Wettbewerbsvorteil-

Traurigerdemokrat Sie fragen "Würden wir nicht unseren deutschen Vorteil verlieren ".
Ja, aber nur zum Teil. Frankreich steht ja nicht nur in Wettbewerb mit Deutschland, sondern mit der ganzen Welt. Dazu kommt das die sehr hohe Exportüberschüsse von einigen Ländern wie Deutschland,Holland usw. auf Dauer problematisch sind. Deutschland muss Industrieinvestitionen und Arbeitsplätze exportieren statt FLüchtlinge aus der ganzen Welt einzuladen, die dann ein vielfaches mehr an sozialen Kosten verursachen. ABER, wenn ich Arbeitsplätze nach Frankreich exportiere müssen die wettbwerbsfähig sein.....

Sachliche und themenorientierte Diskussion erwünscht

Sehr geehrte NutzerInnen von meta.tagesschau.de,

wir möchten Sie bitten, zu einer sachlichen und themenorientierten Diskussion zurückzufinden. Persönliche Auseinandersetzungen sind nicht erwünscht.

Mit freundlichen Grüßen
Die Moderation meta.tagesschau.de

P.S. Diese Mitteilung gilt allen TeilnehmerInnen dieser Diskussion.

um 18:11 von Ernst

Leider ist von der erhardtschen Politik in Agenda 2010 Zeiten nicht viel über geblieben. Der Marktradikalismus hat die soziale Marktwirtschaft Erhardts abgelöst.

Lohnkürzung bei "variablen" Arbeitsverträgen

Bis zu 46 Stunden in der Woche arbeiten, aber die Überstundenzuschläge werden von 25 % auf 10 % gekürzt. Dieses Ziel wurde in Deutschland viel subtiler angegangen, jedoch wären französische Arbeiter damit noch besser als wir gestellt.

Die Lockerung des Kündigungsschutzes ist doch das eigentliche Problem! Frankreich hat noch den Kündigungsschutz, den wir vor 20 Jahren hatten. Das mag man begrüßen oder bedauern, aber es ist Fakt. Als Unternehmer muss ich dadurch sehr viel genauer Mitarbeiter/ -innen auswählen. Dass das deutsche Modell der Arbeitsverträge in Frankreich übernommen werden soll, wird von Gewerkschaften und Arbeiter zu Recht kritisiert. Dass variable Tarifverträge nur "aus betrieblichen Gründen" erteilt werden, glaubt doch wohl kein vernünftiger Ökognom?!

@ 16:24 von Ernst-

Die Proteste sind von ökonomischer Unbildung getragen und dienen nur denjenigen, die bereits Arbeitsplätze haben und schaden allen Arbeitslosen und denen die noch Arbeitslos werden, wenn es in Frankreich keine Änderungen beim Arbeitsrecht in Richtung Lockerung gibt.

Weise Worte, das könnte man tatsächlich so sehen... Allerdings fällt mir immer wieder Deutschland als Beispiel ein.
Was ist hier passiert? "Gemeine" Arbeiter und Angestellte haben kaum noch die Chance, unbefristete Arbeitsverträge zu bekommen. Der gelockerte Kündigungsschutz hier führte zu einem "Job- Karussell" und daran werden jüngste Bestrebungen des Arbeitsministeriums auch nichts ändern, was Frau Nahles eigentlich wissen müsste. Man braucht nicht viel Phantasie, um zu erahnen, dass es in Frankreich genauso wie hier kommen wird.

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