FAQ: Das soll sich bei der Steuererklärung ändern

12. Mai 2016 - 09:56 Uhr

Der Bundestag soll heute die geplanten Änderungen bei der Steuererklärung beschließen. Dabei geht es um Vereinfachungen und neue Fristen. Wer die Formulare selbst ausfüllt, soll künftig mehr Zeit dafür haben. Was ändert sich? tagesschau.de gibt einen Überblick.

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Kommentare

Es wird undurchschaubar bleiben

Das Steuersytem ist m. E. verfassungswidrig, weil ein normaler Bürger nicht mehr in der Lage ist, alles zu überblicken. Selbst die Steuerberater klagen, dass nur noch abgezockt wird.

Die Steuererklärung sollte viel mehr

vereinfacht werden. Hat nicht einmal ein CDU Politiker gesagt sie sollte auf einen Bierdeckel passen ? Wer war das noch mal ?

Unterschiedliche Fristen sind ungerecht

Es ist durch nichts zu rechtfertigen, warum jemand, der sein Steuererklärung selbst erstellt, z.B. mit Hilfe einer Steuersoftware, eine wesentlich kürzere Abgabefrist hat als derjenige, der die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nimmt. Das soll m.E. nur die Privilegien der Steuerberaterzunft schützen. Nach meiner Erfahrung kommt man auch als Selbstständiger mit einem guten Steuerprogramm (mit dem man die Buchhaltung gleich mit erledigen kann) genauso gut zurecht wie mit einem Steuerberater. Mein Arbeitsaufwand ist fast gleich geblieben, weil ich auch für den Steuerberater die Belege erfassen und sortieren musste. Die Softwarelösung ist aber viel preisgünstiger.

Eine Verallgemeinerung wäre angebracht.

Wer kann was absetzen und warum die anderen nicht????
Die einen können die Abwesenheit von mehr als 8 Stunden geltend machen, und die meisten Anderen aber nicht?!
Die einen können die Hin und Rückfahrt absetzen und die meisten anderen nicht, warum?!
Warum gilt der Gleichheitsparagraph nicht auch im Steuerrecht?
Steuergerechtigkeit wird niemals von unseren momentanen Eliten eingeführt.

Normalbürger...

... sollten nicht mehr als 10 Klicks benötigen um die Steuererklärung zu machen.

Steuererklärung

Als pensionierter Finanzbeamter, der in der Veranlagung (=Bearbeitung der Steuererklärungen) tätig war, kann ich mir wohl doch ein glaubwürdiges Urteil erlauben! Es geht doch garnicht um die Frage "Digitalisierung oder Nicht", "Nutzung der EDV oder Nicht " usw. ! Es ist leider bis heute nicht erkannt worden, daß die Steuergesetze schon lange nicht mehr der Steuererhebung oder Gleichmäßigkeit der Besteuerung dienen, sondern schleichend, aber in einem immer größeren Umfang nur noch als wirtschaftspolitisches und konjunkturpolitisches Instrument mißbraucht werden! Das ist der wahre Grund für die ganzen Ausnahme- und Sonderregelungen, die der Bürger fast nicht mehr versteht und vor denen langsam aber sicher auch die Steuerberater und Finanzbeamten kapitulieren! Das zeigt aber auch, wie dämlich Politiker waren und sind, die fordern, daß eine Steuererklärung auf einen Bierdeckel passen müsse ! Da war und ist Herr Friedrich Merz nicht der Einzige !

Doppelbesteuerung Renten

Was muss man eigentlich tun, um gegen die (vom BVG "untersagte") Doppelbesteuerung der Renten vorzugehen? Ich habe früher mein gesamtes Einkommen versteuert, auch die Rentenbeiträge. Jetzt erhalte ich aus diesen Pflichtzahlungen eine Rente, die ich erneut, zumindest teilweise, versteuern muss.

Irgendwann wird das wohl wieder beim BVG landen. Aber wie kann ich mich jetzt schon gegen diese erneute Versteuerung meiner Rente wehren und sicherstellen, dass ich, wenn das BVG entschieden hat, meine Steuern für die Rente auch nachträglich zurück bekomme?

@christophnn um 11:36 Uhr

Versteuert wurde bei Renten nur der sogenannte Ertragsanteil, d.h. der Teil der Rente, der eben nicht auf eigenen Beitragszahlungen beruht, sondern auf einem fiktiven Zinsgewinn, der die Rente eben auf die entsprechende Höhe anhob und der teilweise aus Steuern oder Zinsgewinnen der Rentenkasse, also nicht durch eigene Beiträge finanziert wird. Im Gegensatz dazu müsen pensionierte Beamte, Soldaten, Richter usw. jeden Cent ihrer Pension voll versteuern 1 Die langsame Angleichung der Besteuerung der Renten hat übrigens auch ein Vorspiel beim BVG gehabt!

Es geht einfacher, allerdings nur mit Vertrauen

Ein deutlich einfacheres Steuersystem funktioniert gut in Norwegen. Man erhält eine e-Mail mit der Aufforderung, die bereits ausgefüllte Steuererklärung zu überprüfen, eventuell zu korrigieren und digital zu signieren. Das ganze dauert in der Regel weniger als 15 Minuten und ist ziemlich einfach zu verstehen.
Das ganze funktioniert aber nur deshalb so einfach, weil der norwegische Staat einfach alles über einen weiß. Selbst jede kleine Spende wird automatisch dem Finanzamt mitgeteilt. Die gezahlten Steuern eines jeden Bürgers können von jedem anderen Norweger eingesehen werden. (http://www.skatteetaten.no/en/Person/Tax-settlement/Search-in-the-tax-l…)
Die Norweger vertrauen ihrem Staat. Da in Deutschland das Vertrauen in staatlichen Institutionen nicht derart vorhanden ist, ist es nunmal dort komplizierter mit der Steuererklärung.

Steuer zahlen ist okay;

sich mit den Steuererklärungen (Einkommen, Umsatz, Gewerbe, Zusammenfassende Meldungen) auseinanderzusetzen ist nicht sexy - und stiehlt kostbare Lebenszeit.

Doppelbesteuerung von Renten

Der Bericht von Plusminus gestern abend
zeigte auf, das 2005 beim Urteilsspruch unserer Verfassungsrichter (anlässlich des Überganges zur nachgelagerten Besteuerung) ausdrücklich aufgezeichnet wurde, dass es keine Doppelbesteuerung geben dürfe. Dieser rechtswidrige Sachverhalt wurde von einschlägigen Experten wurde bereits 2007 unserem Finanzminister vorgetragen, von diesem jedoch ignoriert.
Aussage gestern abend in Plusminus: "da müsste mal ein betroffener Rentner klagen". Diese jedoch verstehen meistens den Zusammenhang bzw. Sachverhalt nicht.
Hier wäre doch wirklich mal ein Punkt, wo unsere Sozialverbände in die Pflicht genommen und mal wirklich zugunsten von Rentnern tätig werden könnten.

Online-"Angebot"

"Die Nutzung des erweiterten Online-Angebotes soll vollkommen freiwillig sein."

Sie ist es schon heute nicht - wer einen Gewerbeschein für Nebeneinkünfte hat, muß beispielsweise die Umsatzsteuer elektronisch anmelden, per Papier geht schon seit Jahren nicht. Elektronisch bedeutet hier: Mit Elster Formular, nicht etwa online. Und da Elster Formular ausschließlich auf MS Windows (ab Vista) läuft, bin ich als Gewerbetreibender gezwungen, mir einen PC mit MS Windows als Betriebssystem anzuschaffen, auch wenn ich sonst einen Mac oder Linux benutze - oder einen Steuerberater damit zu beauftragen, was preislich auf das Gleiche hinauslaufen dürfte.

reicht nicht; unglaubwürdig

"Das Steuersytem ist m. E. verfassungswidrig, weil ein normaler Bürger nicht mehr in der Lage ist, alles zu überblicken."

Es reicht nicht, dies zu behaupten. Nur das Bundesverfassungsgericht kann entscheiden. Andere sind sicher schon auf den Gedanken gekommen, aber ein entsprechendes Urteil gibt es nicht.

"Selbst die Steuerberater klagen, dass nur noch abgezockt wird."

Sehr unglaubwürdig, denn die Steuerberater leben davon, dass das System kompliziert ist. Wer mit Übertreibungen wie "nur noch abgezockt wird", kann nicht erwarten, in einer Diskussion ernst genommen zu werden.

Merz

"Wer war das noch mal ?"

Friedrich Merz, der geklagt hatte, weil er sein Bundestagsmandatsdiät voll kassieren wollte, obwohl dies nicht der Mittelpunkt seiner beruflichen Tätigkeit war. (Dieser Mittelpunkt war und wahrscheinlich noch ist die Verwaltung von Briefkastenfirmen.)

Bitte klagen!

"Mit Elster Formular, nicht etwa online. Und da Elster Formular ausschließlich auf MS Windows (ab Vista) läuft, bin ich als Gewerbetreibender gezwungen, mir einen PC mit MS Windows als Betriebssystem anzuschaffen, auch wenn ich sonst einen Mac oder Linux benutze - oder einen Steuerberater damit zu beauftragen, was preislich auf das Gleiche hinauslaufen dürfte."

Ein Unding. Bitte dagegen klagen! Man könnte dies auch anders lösen, wie im Onlinehandel: du brauchst einen Browser, Betriebssystem usw. sind egal.

Merkwürdig, dass der Staat manchmal MicroSoft wegen Monopols kritisiert, aber auch dazu beiträgt.

Renten werden immer mehrfach besteuert

Steuern sind nicht nur das,was unmittelbar "Steuern" genannt und dann abgezogen oder eingefordert wird.

Steuern sind auch alle die Beträge, die sich der Staat auf andere Weise beschafft, z. B. zweckentfremdete Gelder aus der Rentenkasse oder an den Staat geleistete Zwangsdarlehen, für die der Staat keine Zinsen zahlt. Weiterhin muß man auch die an die Chefetagen fließenden exorbitant hohen Vergütungen als eine getarnte Steuer ansehen und natürlich auch alle die Steuern, die noch einmal dort erhoben werden, wo die Rentenkasse die angesammelten Gelder angelegt hat.

@ um 12:18 von riewekooche bzgl.Elster und Linux

Elster Formular ist seit Jahren ein Standard-Angebot in Ubuntu. Hierzu einfach die Anwendung "PlayOnLinux" installieren, die eine blöd betitelte WINE(windows-Emulation)-Oberfläche ist. Hier ist in der Rubrik "Büro" das gewünschte Programm mit den lauffähigen Voreinstellungen.
Da Sie Linux nutzen, gehe ich davon aus, dass Sie mit allen Linux typischen Aufgaben Erfahrung haben und sich bei Komplikationen dank Google nötigenfalls weiterhelfen können.
Aber Sie haben Recht. Eine Installationsdatei für Standard-Distributionen ist überfällig.
Schöne Grüße

Das Steuersystem empfinde ich

Das Steuersystem empfinde ich als ein reines "Betrugssystem"..... Warum?....Aufgebaut ist dieses System nach folgenden Chema: Gib mir bitte von Deinem Einkommen oder Deiner Rente einen großen Teil als Steuer!..... Nur wenn Du die zahlreichen Ausnahmeregelungen kennst und die entsprechenden Quittungen sammelst und mir vorlegst erstatte ich Dir einen Teil davon zurück. Dies ist vor allen für ältere Menschen unmöglich. Nur der Finanzbeamte kennt, wenn überhaupt, diese Regeln und wendet diese im Sinne höherer Staatseinnahmen an.

Warum nicht gleich so?

Warum nicht gleich so? Es war schon lange bekannt, dass manche Daten für die Einkommensteuererklärung nicht schon Ende Mai zur Verfügung standen, z.B. Abrechnungen bei Vermietung oder bei selbstgenutzen Wohnungen. Da wurde die Frist 31.5. gelegentlich zur Machtdemonstration der Finanzämter genutzt. Sowas ist vollkommen unangemessen, besonders wenn Steuererstattungen zu erwarten sind. Gleichwohl ist mir das schon so passiert.

Mit Halbwahrheiten kommt man nicht weiter

"Nur wenn Du die zahlreichen Ausnahmeregelungen kennst und die entsprechenden Quittungen sammelst und mir vorlegst erstatte ich Dir einen Teil davon zurück. Dies ist vor allen für ältere Menschen unmöglich."

Der typische Rentner hat kaum etwas, was er abziehen kann. Für ihn ist es also nicht zu kompliziert. Man kann darüber streiten, wie hoch die Steuersätze sein sollen (und dadurch auch, was der Staat leistet, auch für Rentner). Übrigens, wenn man etwas absetzt, heißt dies nicht, dass man Geld zurück bekommt, weil man über Geheimwissen verfügt, sondern weil Gewinn, nicht Umsatz, versteuert wird. Es kann durchaus sein, dass eine Betrieb Umsatz hat, der 100 mal höher ist als Gewinn (also Umsatz abzüglich Kosten). Natürlich muss man Gewinn versteuern, nicht Umsatz, und genau so muss man berecchtigte Sachen abziehen dürfen.

re emil66

"Wer kann was absetzen und warum die anderen nicht????"

Weil es unterschiedliche Steuertatbestände sind?

re christopnn

"Was muss man eigentlich tun, um gegen die (vom BVG "untersagte") Doppelbesteuerung der Renten vorzugehen?"

Eine gute Idee wäre, sich erstmal richtig über den Sachverhalt zu informieren. Stichwort nachgelagerte Besteuerung.

@ 10:49 von schiebaer45

Hat nicht einmal ein CDU Politiker gesagt sie sollte auf einen Bierdeckel passen ? Wer war das noch mal ?

Wenn ich mich recht entsinne, war das Guido Westerwelle (FDP) im Bundestagswahlkampf 2009.

Ja, das hätte was... Ist aber nicht gewünscht, da dann Betreiber von Briefkastenfirmen arbeitslos werden ;o)

Steuern sind extrem ungerecht!

Wie soll der etwas ungebildete das extrem komplizierte System verstehen? Und wie soll er um die Dinge, die er mindernd gelten machen könnte wissen? Damit bereichert sich der Staat ungerechtfertigt! Ist das so fair?
Und der sowieso schon Reiche nimmt sich einen Spezialisten und zahlt minimal...

Ein Armutszeugnis für ein scheinbar (!) entwickeltes Land!

Scheinverbesserungen - endlich real vereinfachen!

Das sind doch nur Augenwischereien... und dann schieben wir in ein paar Jahren manches wieder minimal ein wenig anders...

Ein System wie es Kirchhof vorgeschlagen hat, würde es vereinfachen, verständlich und gleichzeitig gerechter machen.

re matthiass

"Wie soll der etwas ungebildete das extrem komplizierte System verstehen? Und wie soll er um die Dinge, die er mindernd gelten machen könnte wissen?"

Dann kann er sich für kleines Geld bei einem Lohnsteuerhilfeverein beraten lasen.

Und da der "etwas Ungebildete" i.d.R. auch der etwas einfachere Steuerfall ist kann er alle folgenden Steuerkärungen nach dem gleichen Muster selbst machen.

Man hätte sich besser mal

Man hätte sich besser mal das komplizierte und ungerechte Steuersystem in D mal vorgenommen !

@ Karwandler 13:21 Uhr

Sehr geehrter Herr Karwandler! korrektes Informieren darf ich Ihnen auch empfehlen. Es geht darum, dass 2005 (bei Einführung der nachgelagerten Besteuerung) alle Bestandsrenten, die ausschließlich aus versteuerten Einnahmen bestanden, sofort mit 50 % steuerpflichtig wurden. Dieser zu versteuernde Anteil wächst seitdem jährlich um 2 %, bis die 100% erreicht sind. Das bedeutet, dass bei Renteneintritt 2016 72% aus bereits überwiegend versteuertem Einkommen nochmals versteuert werden. Besonders betroffen davon sind die rentennahen Jahrgänge.
Das BVG hat 2005 darauf hingewiesen, dass keinesfalls eine Doppelbesteuerung bei Einführung der nachgelagerten Besteuerung erfolgen soll. Diesen Passus des BVG haben unsere Politiker geflissentlich ignoriert.

Bildung nötig?

"Wie soll der etwas ungebildete das extrem komplizierte System verstehen? Und wie soll er um die Dinge, die er mindernd gelten machen könnte wissen?"

Vorausgesetzt, dass man lesen kann, steht in der Anleitung alles, was man als Normalbürger wissen muss. Wenn man wirklich mehr Ausnahmetatbestände in Anspruch nehmen kann, dann hat man einen Angestellten, der das erledigt.

Kirchhof?

"Ein System wie es Kirchhof vorgeschlagen hat, würde es vereinfachen, verständlich und gleichzeitig gerechter machen."

Vereinfachen? Ja. Veständlich? Nur wenn man auch seiner Meinung ist. Gerechter? Auf keinen Fall.

Westerwelle

Westerwelle ist kurz vor seinem Tod, wegen seiner Krankheit, nachdenklicher und klüger geworden. Das will ich ausdrücklich anerkennen. Er sagte auch, vieles, was er in der Vergangenheit gesagt hatte, würde er heute nicht mehr sagen.

In der Steuerdebatte aber war er aber besonders listig. Erst Beispiele aus der Steuererklärung bringen, wo es um Ausnahmetatbestände geht, die zugegeben kompliziert sind, dann für sein 3-Säulen-Modell werben, das damit gar nichts zu tun hat, sondern die Steuersätze für das zu versteuernde Einkommen einfacher (aber ungerechter) berechnen soll (von der anderen Gesamthöhe abgesehen). Dies ist aber heute kein Problem: man schaut in einer Tabelle nach, oder benutzt ein 2-Zeilen-Programm. (Schwierig ist es, das zu versteuernde Einkommen zu berechnen.) Volksverwirrung und bewußte und absichtliche Täuschung im großen Stil.

Es ändert nichts an der Tatsache,

dass bei dem Steuerwesen längst kein Mensch mehr durchsteigt. Der Computer macht's irgendwie, aber ob das, was ich jedes Jahr überweise, tatsächlich stimmt, kann niemand mehr fehlerfrei nachvollziehen.

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