Ihre Meinung zu: Interview: "Der Spitzensport ist angezählt"

30. November 2015 - 18:28 Uhr

Nach dem Nein zu Olympia sieht Sportwissenschaftler Nieland einen Schatten auf Deutschland. "Die Sorgen der Bevölkerung wurden nicht ernst genommen", sagt er im tagesschau.de-Interview. Das werde dem Spitzensport schaden.

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Kommentare

Brauchen wir nicht!

Wir brauchen keinen Spitzensport, wir brauchen Breitensport. Für letzteren ist kein Geld da, also warum sollten die Hamburger zustimmen das für ersteren massig Geld da ist?

NO Olympia and NO Spitzensport

"Der Spitzensport ist angezählt"

Fantastisch, hoffentlich auch endlos K.O.!

Dieser sollte nicht nur am Boden liegen bleiben, sondern ganz von der globalen Bildfläche verschwinden!

Die Sonne geht auf

von Schatten keine Spur. Endlich versteht ein großer Teil der Bevölkerung, dass von den sportlichen Veranstaltungen auf Kosten der Steuerzahler nur ein kleiner Personenkreis seinen Profit zieht. Für den Normalbürger sind Eintrittskarten wesentlich zu teuer obwohl alles aus Steuergeldern finanziert wird. Der ganze Aufwand dient nur zur Profilierung einiger Politiker. Gut, dass dies nun zumindest in Hamburg die Mehrheit der Bevölkerung das erkannt hat.

Der Spitzensport ist also angezählt

na wenn wir in Deutschland sonst keine Probleme haben, dann ist ja alles traumhaft.

Aber im Ernst, warum hinterfragen sich die Entscheider eigentlich nicht mal etwas selbstkritischer. Hamburg und eine kleine Gruppe von Profiteuren plant Großes und der Rest Deutschlands soll dafür zahlen. So weit so gut, aber selbst die Hamburger wollen dieses großartige "Geschenk" nicht haben. Die Frage ist warum?
Vielleicht weil die Allgemeinheit einfach genug hat von korrupten Sportverbänden, überbezahlten Spitzensportlern und Politikern, die sich irgendwelche Denkmäler setzen wollen?

"third village"

"Was Hamburg entgeht - als second city einen Image-Gewinn zu erzielen". Ja, das stimmt! Selbst im traditionell föderal geprägten Deutschland laufen zunehmend die Aktivitäten auf Berlin hinaus - hier hatte sich Hamburg mit sehr, sehr viel Mühe mal durchsetzen können. Ob das in den nächsten 50 Jahren noch mal gelingen wird?

Die Entscheidung passt - so fürchte ich - in das neue kleinkarierte Denken: Und, wenn mich das eine Tasse Kaffee kostet? Nein, dann lieber kein Olympia. Dann lieber keine Rettung von Ertrinkenden im Mittelmeer.

Die Bundesrepublik verstand sich viele Jahre als Mitgliedstaat in der EU, in der letzten Zeit wird nun so oft der Begriff "national" verwendet, einen trennender, ein isolierender Begriff.

Wir müssen aufpassen, das wir uns selbst nicht als dritte Wahl (wie Ungarn) abhängen lassen. Noch denken viele offener, sollten aber aus Hamburg unbedingt die Erfahrung ziehen: Nur, wer zur Wahlurne geht, kann positiv mit gestalten.

Jetzt kommen die Erklärungen

Jetzt kommen die Erklärungen der zahllosen Experten, warum die Bürger in Hamburg falsch abgestimmt haben. Man liest von Terrorgefahr und Flüchtlingsströmen, leider nichts von korrupten Sportfunktionären und fehlenden Finanzierungen. Die versprochenen Infrastrukturverbesserungen waren schon auf die lange Bank geschoben, da Planungskapazitäten für Olympia selbst gebraucht wurden.
Hier aber kommt der Brüller: "Zudem war vielen die Finanzierung nicht ganz klar." Wem bitte war die Finanzierung klar? In einer Stadt, in der das Großprojekt Elbphilharmonie eine Kostensteigerung von 79 auf 780 Mio. Euro erlebt hat (und immer noch nicht fertig ist), hört der Bürger schon genau hin. Und vielleicht war ja die fehlende Zusage des Bundes das Zünglein an der Waage.

haben wir...

...keine anderen probleme ? ernsthaft ??

Das interessiert doch niemand

in der Schweiz wurden auch Winterspiele geplant und schon in der Region Graubünden von der Bevölkerung abgelehnt bevor es überhaupt zur Abstimmung im ganzen Land kam. Hat davon jemand in Deutschland Notiz genommen?

Irgendein China oder Russland lässt sich von den Sponsoren und dem IOC gerne befehlen was man alles tun muss damit die Herren Ihre dicken Saläre einstreichen können. Eventuell wäre ja mal ein Anfang dass man die Gewinne die man einstreicht auch in dem Land versteuert? Die IOC Verträge sind Knebelverträge die Gesetze aushebeln und sich kaum noch ein normaler Bürger aufzwingen lässt.

Mein Olympia-Traum

2036 richtet Berlin die Olympischen Spiele aus. Es sind gemeinsame Spiele behinderter und nichtbehinderter Sportler. Vor derselben Tribüne, auf der vor 100 Jahren Adolf Hitler, der Mann, der das menschliche Leben in wert und unwert einteilte, damals die Spiele eröffnete, wird ein behinderter Sportler das Olympische Feuer entzünden, als Fanal des Sieges der Menschlichkeit über die Unmenschlichkeit!

Mich stimmt das "Nein" nicht sonderlich traurig...

...gestehe aber, dass vielen deutschen Athleten durch das "Nein" eine Einnahmequelle per Volksentscheid vorenthalten wurde, denn nur ein Athlet, der auch international Erfolge vorweisen kann, kann Sponsoren auf sich vereinen. Und dass der Heimvorteil in allen Sportarten wirkt, ist kein Märchen. Wenn aber unsere Athleten nur noch im Ausland dran dürfen, weil die Deutschen keine Lust mehr auf große Sportveranstaltungen im eigenen Land verspüren, dann wird's nicht mit dem Heimvorteil... internationalen Erfolge sind dann noch schwerer zu erlangen... Sponsoren haben dann auch keinen Bock mehr auf die kleinmütigen Deutschen... Und derart demotiviert, wird auch der Leistungssport in Deutschland allgemein an Niveau verlieren, mit dem Effekt, dass sich dann u.a. nur noch weniger gute Trainer finden, die unsere fettleibigen Kinder auf Trab bringen.

Schatten?

Warum eigentlich ein 'Schatten auf dem Sportland Deutschland'? Das muss nicht sein! Die Milliarden könnten doch sinnvoll in den Breitensport investiert werden. Kaum auszudenken, was hiermit alles möglich wäre. Und aus gut ausgestatteten Vereinen wird sich der eine oder andere Topathlet rekrutieren lassen.
Aber vielleicht geht's ja doch nicht um den Sport an sich, sondern um die Profilierungsneurosen diverser Politiker und 'Sportfunktionäre'.

Haben ...

... wir es nötig uns über den Spitzensport zu definieren????

Sind die olympischen Spiele überhaupt in dieser Form noch zeitgemäß????

Was hat ein nationaler Medaillen Spiegel mit dem olympischen Gedanken zu tun???

Als Frankfurt sich seinerzeit für Olympia bewerben wollte wurden Prestige-Sportanlagen aus dem Boden gestampft (Ballsporthalle), während gleichzeitig Schulsporthallen verfallen sind und teilweise nichtmal mehr nutzbar waren!

Deshalb:
Förderung des Breitensports jederzeit gerne.
Alimentierung einiger Spitzensportler - wozu???

Wie kann "Spitzensport" in irgendeiner

Form "angezählt" sein, wenn ein sportliches Grossereignis nicht im eigenen Land stattfindet?
Werfen denn Olympische Spiele einen Schatten auf alle anderen Länder, in denen diese eben nicht ausgetragen werden?
Quark!

Danke Hamburg

Ihr habt uns allen viel Geld gesparrt.

Schatten???

Ich gebe Herrn Nieland in einigen Punkten sicher recht aber das Ergebnis von Hamburg ist erstens nicht neu, (siehe auch Oslo und Kattowitz) und könnte auch zum "Hallo wach Effekt" bei den Organisationen führen! Was passiert wenn den Organisationen die Bewerber ausgehen??? Will man wirklich die Olympischen Spiele oder die Fußball WM`s an Höchstanbieter vergeben? Dann bleiben tatschlich nur Kandidaten wie Quatar, Kuweit oder China bzw. Russland übrig! Deutschland hätte sicher die besten Voraussetzungen auch für die EM 2024, aber vielleicht ist man tatsächlich besser beraten dies nicht zu tun! Bedingt durch viele äußere Umstände und aktuelle Einflüsse muß sich etwas ändern bei den Organisationen! Würde der TS gern eine Wette anbieten das die WM im Fußball 2026 in China stattfinden wird!
HG

8 Milliarden?

Nach den Erfahrungen mit der Kostentransparenz bei ähnlichen Vorhaben kann man getrost vom Doppelten ausgehen. Um dann noch, wie so gerne versprochen, als Gesellschaft davon zu profitieren(!) müssten also mindestens 16 Milliarden während und nach der Veranstaltung rüberkommen. Ja wie denn? Sicher, Gewinner wird es schon geben, aber das werden nicht die Hamburger Einwohner sein, die zahlen nämlich drauf, ebenso wie der bundesdeutsche Rest.
Irgendwie erinnert mich das an die "blühenden Landschaften".

Massen Doping in der Leichtathletik macht Olympia uninteressant

Das allein wäre für mich ein Grund gegen die Olympiade zu stimmen. Es gibt dort kein ehrlichen Sport mehr und warum soll man sich dann die Olympiade anschauen? Einer hat das bessere Wundermittel als der andere und das entscheidet über Sieg oder Niederlage. Das ist ja so als würde Bayer gegen BASF antreten. Vollkommen uninteressant das ganze, genau wie die Tour. Erst wenn die Zeiten wieder zurückgehen, erkennen wir, dass der Sport ehrlich geworden ist.

Wiso bin ich bei einer "Sportnachricht" gelandet

Weil der Leistungssport so kommerzalisiert ist, dass er sich allmählich "selbst abschafft". Den Hamburgern war der "Prestigegewinn" nicht so viel wert, angesichts der fnanziellen Belastungen für den Steuerzahler und satter Gewinne für ein paar Wenige.

Vernunft siegt über unrealistisches Träumen

Das einheitliche Gemecker von allen Spitzensportler über das "Nein" von Hamburg verkennt die Tatsache, dass Hamburg niemals eine Favoritenrolle hatte. Selbst die (wahrscheinlich) erfolglose Bewerbung hätte Unsummen von (Steuer-) Gelder verschlungen, ohne erkennbares Zweck.

Pro und Contra in der Bewertung

"Ganz allgemein ist es den Bewerbungsgesellschaften nicht gelungen, die Vorteile, die ein solches Ereignis auch für das Sportland Deutschland haben würde, ..."

Wieso werden hier eigentlich ständig Vorteile unterstellt.

Warum schreibt die Tagesschau nicht:
"Den Kritikern ist es überzeugend gelungen, die Nachteile einer derartigen Veranstaltung für die Stadt Hamburg zu unterstreichen."

Viele Milliarden Euro Kosten

Bei so einer Olympiade werden viele Milliarden Euro benötigt. Diese Kosten trägt der Steuerzahler. Das Geld ginge dann, wie immer, in die Kassen derer, die jetzt schon irrsinig reich sind. Das wäre, wie immer, die Sozialisierung der Kosten und die Privatisierung der Gewinne. Man sollte eben nicht die, die die Kosten tragen müßten fragen.

Kommentar Herr Nieland

Es gibt kein "diffuses Unbehagen" sondern die konkrete Erfahrung der Bürger, dass kein Großprojekt der letzten Jahrzehnte auch nur annähernd so realisiert wurde wie versprochen. Trotz einer übermächtigen Werbetrommel sind die Bürger realistisch geblieben.

Das Budget wird generell um ein Vielfaches überschritten. Wenn das Projekt begonnen ist, sind alle Schleusen für weitere unbegrenzte Schulden offen. Durch die immer stärkere Verschuldung würden die Ausgaben z.B. im Sozialbereich noch weiter gekürzt.

Der Nutzen von Olympia etc. besteht oft nur für wenige Reiche, korrupte Manager und die beteiligten Großkonzerne. Der Verdrängungswettbewerb auf dem Wohnungsmarkt wird weiter angeheizt und nur Wohlhabende können sich noch innerstädtisches Wohnen leisten. Und nach der Olymiade bleiben Stadien die zu groß für eine normale Nutzung sind.

Man tut so als hätte Hamburg den Wettbewerb ganz sicher gewonnen, obwohl es 3 weitere Bewerber gab. Kling mir etwas überheblich.

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