Griechisches Parlament billigt Rentenreform

17. Oktober 2015 - 01:42 Uhr

Alexis Tsipras hat es geschafft: Nach langer, hitziger Debatte stimmte das griechische Parlament der Kürzung der Rente, einer Erhöhung des Pensionsalters und neuen Steuern zu. Ein Paket schmerzhafter Sparmaßnahmen, die Tsipras umsetzen muss, will er die Kreditgeber zufrieden stellen.

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Kommentare

Realitaet

Tsipras scheint bereit zu sein die Realitaet der Situation zu erkennen und die notwendigen Konzequenzen zu ziehen. Das respektiere ich. Die weltfremden Traeume der Demonstranten, die scheinbar glauben dass Geld auf Baeumen waechst oder aus duenner Luft geholt werden kann, entgehen mir jeglichem Verstaendnis.

realität ??

von markusklett: Die weltfremden Traeume der Demonstranten, die scheinbar glauben dass Geld auf Baeumen waechst oder aus duenner Luft geholt werden kann, entgehen mir jeglichem Verstaendnis.

Wie verstehe ich nicht? ist doch so?
Sind diese 'Quantitative Easing' Programme der Zentralbanken nicht die Hoffnungsbäume die man in die rosane Luft von den Bankenvierteln von New-York, London, Tokyo, Peking, Seoul und Frankfurt seit 2008 gepflanzt hat ? da fallen doch die Geldscheine doch so einfach ab.
Uhpss, kehren tun leider wir nicht, das ist nur die dort ansässige vorbehalten.

Ach, Träume... die sind soviel Wert.
Warum glaubt mir niemand wenn ich sage es wird morgen soviel besser dass Ihr mir jetzt schon vorauszahlen könnt.
Hat es mich meiner Ausbildung zu tun? ich bin nicht 'glaubwürdig' genug.
Ausbildung? so viel ich weiss ist es noch immer so dass die Reiche reich bleiben und die Arme ärmer werden, und dass die Statistik der Diplomierte das genau abbildet.
Tolle Leistung.

Auch die Reichen müssen endlich zur Kasse gebeten werden!

Es ist richtig, daß das Renteneintrittsalter bei den Griechen hochgesetzt wurde wie in Deutschland. Was aber nicht einzusehen ist, daß die reichen Reeder u.a. aus dem Großkapital wieder ungeschoren davon kommen. Die Schweiz hat schon vor längerem Griechenland angeboten, daß die griechischen Konten in der Schweiz gemeldet werden können, wenn sie es wollen, leider hat aber Griechenland bis heute dies noch nicht vorgenommen.

Marionette der EU

Also steht Griechenland unter brutaler EU-Diktatur. Die sollte es abschütteln und den schädlichen Euro abschaffen! Diese Kredite haben stets nur den Mächtigen genutzt, nicht dem Volk.

@markusklett: "Tsipras scheint bereit zu sein , die Realität...

... der Situation zu erkennen und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen."

So ist es seit dem mehrheitlichen Bekenntnis der Griechen zum Euro ohne Grexit und dem erneuten Votum für die Regierung Tsipras. Der Schwenk vom Revolutionär zum Realpolitiker innerhalb von Monaten ist der katastrophalen Lage des Landes und den Auflagen der Geldgeber geschuldet.

Will GR wettbewerbs- und rückzahlungsfähig werden, geht das leider nicht ohne schmerzhafte Spar- und Strukturreformen. Es gilt, die Fehlentwicklungen von Jahrzehnten der Misswirtschaft und der Korruption zu beenden. Wirken die Reformen, wird GR gewiss auch Krediterleichterungen bekommen. Die müssen aber erst einmal verdient werden.

Das Beste das Ganze wurde

Das Beste das Ganze wurde ohne grosses internationales Getöse erreicht. Das gibt Hoffnung das man sich nun mal ans Regieren als Arbeiten und nicht wie mit Varoufakis nur Propaganda macht.

@ von Kundus

"Da kann man froh sein ,dass es den in Deutschland lebenden Menschen so gut geht"?
"Wir können alle Stolz darauf sein ,das Deutschland als Beispiel von Flexibilität..."

Meinen Sie mit "Menschen so gut geht" das es alle Menschen in Deutschland gut geht und meinen Sie mit der "Flexibilität" die Arbeitnehmer/in die auf einen vernünftigen Lohn verzichten. Arbeitnehmer/in die heutzutage von Ihrem Lohn nicht leben können, zum größtem Teil Aufstocker sind und in Altersarmut gehen werden?

Gruss

08:25 von Helmut Baltrusch

"...So ist es seit dem mehrheitlichen Bekenntnis der Griechen zum Euro ohne Grexit und dem erneuten Votum für die Regierung Tsipras. Der Schwenk vom Revolutionär zum Realpolitiker innerhalb von Monaten ist der katastrophalen Lage des Landes und den Auflagen der Geldgeber geschuldet. ..."

Ich muss zugeben, dass ich persönlich von Tsipras bisheriger "Leistung" enttäuscht bin. Von "linker" Politik scheint keine Spur mehr und er setzt um, was ihm die Gläubiger vorschreiben. Vor den letzten Wahlen schrieb ich allerdings auch, dass es auf die Ergebnisse ankommen wird, die er "seinen" griechischen Wählern zeigt. Sind die für für die Syriza-Parteigänger ausreichend und findet sich weiter eine Mehrheit im Volk - das ist Demokratie. Aber - aber: wenn der Erfolg ausbleibt und die Armut weiter steigt (wovon ich ausgehe, weil Sparen der falsche Weg ist), dann erleben wir bald einen zweiten Tsipras. Nur wird der noch radikaler sein, als der erste eher sozialdemokratische.
Dann kommen Sozialisten.

re denkerundlenker

"die Arbeitnehmer/in die auf einen vernünftigen Lohn verzichten. Arbeitnehmer/in die heutzutage von Ihrem Lohn nicht leben können, zum größtem Teil Aufstocker sind und in Altersarmut gehen werden?"

Das "zum größten Teil" beginnt ab 50%. Wenn Sie ernsthaft behaupten, dass über 50% der AN Aufstocker sind, dann haben Sie echt ein Problem mit der Realitätswahrnehmung.

09:05 von denkerundlenker .. Altersarmut und ...

Löhne unter der Subsistenzgrenze gab es in Griechenland auch schon vor der Finanzkrise, da braucht es den Verweis auf deutsche Armutsberichte nicht. Ein griechischer Armutsbericht würde hingegen ein wahres und wirkliches Desaster enthüllen (besser also es gibt ihn nicht).
Ob irgendwann in ferner Zukunft etwas besser wird in Süd Osten der EU, bleibt dahin gestellt, jetzt bleibt nur der Umstand das ohne nachhaltigen Schuldenschnitt ein Land der EU langfristig von Eigenständigkeit und Demokratie abgeschnitten bleibt, dafür aber den Grenzschützer und Büttel der EU geben darf.
Was passiert, wenn zu viele Leute über einen Acker den selben Weg nehmen, kann man vielerorts sehen, es bleiben Spuren über lange Zeit.
Wir alle täten gut, nicht so zu tun, als wäre der "deutsche Weg" durch das Tal des "HARZ4" eine zu verallgemeinernde Kur, die so zusagen zur Gesundung führt.

09:19 von Seacow

"...Das Zeitalter der Verschwendung endet.
Langfristig wird Griechenland das helfen, wieder auf die Beine zu kommen."

Das ist griffig behauptet. Aber was meinen Sie mit "Verschwendung"? Wer verschwendet was? Sie sehen das ja wohl generell, also nicht nur auf Griechenland bezogen...

Alle Hinweise ...

Auf das Ende eines Lebens in Saus und Braus und das das Sosein muss sind allenfalls ein Teil der Wahrheit.

Wie jeder geschwächte Organismus ist auch Griechenland anfällig für Krankheiten.
Die Krankheit in diesem Fall heißt Liberalisierung.

Es wird privatisiert und den Märkten zur möglichst gewinnbringenden und unregulierten Verwertung vorgeworfen, was nicht niet und nagelfest ist.

Standards auf allen Ebenen gesenkt.

Wenn das in Griechenland durchgezogen wurde und ohne größeren Volksaufstand angegangen ist.
Wenn man weiß, was man Menschen alles zumuten kann.

Dann gibt es diese "Reformen" auch im Rest Europas.
Ganz im Sinne von TTIP und anderen fragwürdigen Projekten unserer Eliten.

Griechenland ist auch ein Versuch, festzustellen, was man sich gegenüber Menschen erlauben kann.

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