Kommentare

Dirigismus

Wie kann eine Regierung denn die eigene Währung einfach so abwerten? Was wäre, wenn die Amerikaner das direkt hinterher auch machen würden?
Ergibt sich der Wechselkurs nicht aus dem Handel am freien Markt?

Eigenständigkeit

Ist die chinesische Notenbank selbständig, so wie bei uns die EZB? Oder ist sie abhängig von Weisungen des kommunistischen Staates?

Billig Billig Billig

Nungut - wenn es zu teuer wird, wertet man also die eigene Währung ab. So einfach kann es gehen.
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Für uns wirds also billiger und die Chinesen ... nungut, was solls, die können sich eben weniger leisten.
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Da das Land vom Export lebt, muss man eben gucken, wie man die Quote wieder hoch bekommt.
Unternehmen aus Deutschland werden sich jetzt wohl mit eher weniger Einnahmen zufrieden geben müssen.
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Denn wenn das Geld weniger Wert ist - schwindet auch die Kaufkraft.

Schall und Rauch

die chinesische Währung bleibt weiterhin stark, China kann, vorallen in Europa, Hochtechnologie und Lebensmittel günstig kaufen, chinesische Produkte sind wegen der Erhöhung der Produktivität und der Verbesseung der Qualität weiterhin günstig.....

@11:09 von Franz.Graumann

die chinesische Währung bleibt weiterhin stark

Die chinesische Währung ist genau so stark, wie die Regierung sagt, dass sie ist.

Währungsbindung kann immer zu willkürlichen Kurssprüngen führen, nämlich dann, wenn die Bindung geändert oder aufgehoben wird (siehe z. B. Schweiz).

@MrEnigma

Dann fragen Sie doch mal den deutschen Arbeiter nach seinen Lohnerhoehungen der letzten 10 Jahre. Deutschland ist das europaeische China geworden. Wir sind sogar noch abhaeniger vom Export und muessen den Laendern Kredite einraeumen um bei uns zu kaufen.

Wenig wirksam

Ich denke, diese Abwertung wird wenig Wirkung haben. Die Mindestlöhne haben sich in den letzten 7 Jahren von ca 1000 CNY auf 3000 CNY erhöht, dazu hat die chinesische Währung gegenüber dem Euro um ca 30 % an Wert gewonnen. Wenn es um wirklich lohnintensive Fertigung geht hat schon vor Jahren die Verlagerung der Produktion nach Vietnam begonnen. Für den Rückgang der chinesischen Exporte sind aber auch andere Urachen verantwortlich: Zum einem ist der chinesische Binnenmarkt stärker geworden und es gibt viele Fabrikanten, die sich aus dem Export zurückziehen. Zum anderen gibt es inwischen von einigen grossen Handelskonzernen Produktanforderungen besonders in der chemischen Zusammensetzung, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen und es gibt teilweise in China dann die Materialien garnicht, um diese Produkte zu fertigen.

Wer eine eigene Landesbank hat, kann auch den

Kurs der eigenen Währung bestimmen. Soweit ist doch alles in Ordnung.
Was die Handelsbilanz Chinas angeht:
Da wurden in den vergangenen Monaten jeweils zweistellige Milliardenbeträge generiert. Eine Handelsbilanz eines Landes sollte aber nach Möglichkeit ausgeglichen sein. Sonst ist das eine ungesunde Situation für die Weltwirtschaft. Und nun, im März 2015 ist die Handelsbilanz Chinas angeblich von ca. 60 Milliarden auf ca. 3 Milliarden US-Dollar zurückgegangen...... Diesen Tatbestand muss man hinterfragen. Also, warum ist das so?
MfG

Ein guter Zug - leider können

Ein guter Zug - leider können die Griechen das nicht machen, weil sie in der Euro Falle sitzen

@ Baumgart - völlig richtig

Allerdings sehen wir in den letzten Jahren auch eine Änderung im Produktportfolio Chinas. Vor 10 Jahren haben die noch deutsche Hochgeschwindigkeitszüge gekauft. Inzwischen stehen sie kurz davor, dort selber zum Global Player zu werden. Im Automotive-Bereich dürften wir in den nächsten 5 Jahren eine ähnliche Entwicklung sehen.

Tritt China aber gegen Deutschland im High-Tech-Bereich an, statt gegen Vietnam im Elektronik- und Textilbereich, sind 3-8k RMB Gehälter immer noch ein klarer Standortvorteil. Zumal diesen Gehältern eine gute Infrastruktur, und ein generell recht guter Bildungsstand gegenübersteht.

Klar, den meisten Hochschulabsolventen fehlt die praktische Erfahrung, und Kreativität wird in China noch effizienter verhindert als hier, aber das sind Probleme, die man mit wenigen gut platzierten Expats, und einigen chinesischen Absolventen deutscher Unis leicht in den Griff kriegen kann.

Strukturprobleme vs. monetäre Lösung

von Masse zur Klasse ist es ein weiter Weg. Der eben nicht mal durch kurzfristige monetäre Lösungsansätze abgekürzt werden kann. Während Zinsen sehr gut als Bremse fungieren, damit die Wirtschaft nicht gegen die Wand rauscht, passiert andersrum dann wenig. Denn schneller wird man nur wenn man tritt (Fahrrad) und nicht wenn man nur die Bremse loslässt.
Und da liegt das Problem! Chinas Wirtschaft versucht nun einen neuen Tritt zu finden. Wenn man so will einen neuen Gang, der von der schieren Massenproduktion zur nachhaltigen Produktion kommen will und muss. Das das nicht von heute auf morgen kommt, weiß der Westen und Japan nur zu gut. China wird sich wohl (eine Weile?) vom gewohnten Wachstum verabschieden müssen, und wir vom gewohnten Wachstumsmarkt China.
Was wohl nicht heißt das es nun mit China bergab geht. Nein es geht erst mal über eine weite Ebene, wohin auch immer.

Irgendwann kommt

halt die Zeit wo immer weniger diese Billigen Imitate wollen.
Zudem schwächelt es auch in anderen Ländern und nicht alle sind so dass sie meinen billig ist besser!!!!
Sieht man dann noch was diese mit ihrer Umwelt machen, na dann gute Nacht.
Die die in China große Gewinne gemacht haben, haben diese ganz schnell in USA und EU investiert.
Jede Blase platzt irgendwann mal, auch diese wird eines Tages platzen.

Weltweiter Wettbewerb

China wird konfrontiert mit dem vollen weltweiten Wettbewerb als Global Player. Dabei sind die Lohn-und sonstige Kosten schneller und mehr gestiegen als die Produktivität und das technische Know How ihrer Angebotspalette. Hinzu kommt dass die Automatisierung im Facharbeiter und Mittel-Managementbereich die bestehende Anbieter im Westen wesentlich wettbewerbsfähiger machen und andererseits neue agressive Anbieter, nicht nur Vietnam, sehr kostengünstig den Chinesen Marktanteil abnehmen. Die Unternehmen die zu sehr in Absatz und Produktion auf die Chinesische Karte gesetzt haben werden es genau so spüren wie China.

um 10:50 von Bastjan Kastenlaurig

"Wie kann eine Regierung denn die eigene Währung einfach so abwerten?"
Ganz einfach, sie tut es. Das ist global gang und gäbe und gelegentlich auch sinnvoll. Da China das noch nie - oder jedenfalls schon lange nicht mehr - gemacht hat, führt das nun allen vor Augen, dass die chinesische Wirtschaft in der Tat ein Problem hat, was z. B. zu einem kleinen Kurssturz an der Frankfurter Börse führte. Die Realitätsverweigerer, die immer noch glaubten, China sei die endlich gefundene Ausnahme, das einzige Land auf Erden, in der die Konjunktur immer kräftig bleibt, werden jetzt eines schlechteren belehrt. China hustet, die Welt kriegt die Grippe.

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