Arbeitgeber wollen Acht-Stunden-Tag kippen

23. Juli 2015 - 11:48 Uhr

"Zu starr" finden Arbeitgeber den gesetzlich festgelegten Acht-Stunden-Tag und verlangen flexiblere Arbeitszeiten. Ihre Forderung: Weg von der täglichen und hin auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Das Arbeitsministerium sieht allerdings derzeit keinen Handlungsbedarf.

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Kommentare

36 Stunden Woche

Aus meiner Sicht ist nichts gegen eine 36 Stunden Woche einzuwenden!

Super Idee von den Arbeitgebern

Mit dem Wegfall des 8-Stunden-Tages könnten endlich legal deutlich mehr Überstunden gemacht werden.

Es glaubt doch wohl niemand, dass ein Mitarbeiter, der von Montag bis Mittwoch schon 36 Stunden gearbeitet hat, am Donnerstag gegen Mittag ins Wochenende gehen darf.

Da ist dann immer noch genug zu tun, um Donnerstag 10 und Freitag mindesten 8 Stunden zu arbeiten.

Den 8-Stundentag gibt es doch auch nur, soweit ich weiß, in Betrieben mit 3-Schicht-System, weil einer geht, wenn der andere übernimmt. Naja und in Behörden vermutlich.

In unseren Arbeitsverträgen steht jedenfalls. "Die Mindestarbeitszeit pro Tag beträgt 8 Stunden (ohne Pausen). Reisezeiten zählen nicht als Arbeitszeit." Der letzte Satz verstößt gegen geltende Gesetze, das weiß ich auch, daher interessiert er mich nicht.

Da unsere Mitarbeiter viel unterwegs sind, will man mit der Klauses sicherstellen, dass sie früh (um 5 oder 6 Uhr) losfahren, 8-9 Stunden beim Kunden sind und dann noch (2-3 Std) zurück fahren.

Flexibel ist Trumpf!

Also so: Wenn jeder von 8 bis 16 00 arbeitet, kann niemand niemand mehr aufsuchen: Die Mitabeiterin, die sich scheiden lassen möchte, läuft nach 16 Uhr ebenso vor eine geschlossene Tür bei ihrem Rechtsanwalt, wie ihr Kollege, der zur technischen Untersuchung zur KfZ-Prüfstelle muss. Schon diese Beispiele zeigen: Heute finden beide Termine außerhalb ihrer Arbeitszeit. Das setzt aber bei anderen Unternehmen andere Arbeitszeiten voraus.
Hinzu kommt, dass in den anderen Betrieben auch Eltern mit Kindern arbeiten, die sich z.B. nach der Kindertageseinrichtung richten müssen.
Wenn die SPD die 24-Std.-Kita nicht als (politischen) Selbstzweck, sondern als ein Instrument der Flexiblisierung einbettet, dann sollte Frau Nahles sich mal die dynamisch gewordene Realität anschauen! Warum kein Arbeitsvertrag für 26 oder für 36 Stunden? Mit der Arbeitszeit dann, wenn die Arbeit anfällt? - Wobei Frau Nahles zuzugestehen ist: Zumindest in (zu) engen Grenzen herrscht auch heute schon Fleixibilität.

find ich gar nicht so schlecht

für meine Arbeit wäre ein Wochenkontigent möglich. Da arbeitest Du mal etwas mehr und bleibst zu Zeiten wo du keine Termine hast einfach weg - wenns passt und auch während des Tages und nicht wie bei der flexibeln Zeit nur morgens oder abends!

Warum nicht gleich

Eine Jahresarbeitszeit? Ist diese im Juni oder Juli erreicht, hat man den Rest des Jahres Urlaub, natürlich bei vollen Bezügen. ;-)

Richtig so

Es gibt genügen Montageunternehmen die bei einem Maschinenumbau 80-90 Wochenstunden von Ihren Monteuren abverlangen.
Der Zeitdruck wird von den Großunternehmen vorgegeben und ein ausweichen ist leider nicht möglich.
Die Rechnung 1 Mann = 100 Stunden oder 100 Mann = 1 Stunde funktioniert halt nur in der Theorie.
Obwohl dies gegen gesetzliche Regelungen verstößt wird dies sowohl von den Gewerbeaufsichtsämtern wie auch von den Gewerkschaften notwendigerweise akzeptiert und toleriert.

Persönliche erbrachte Arbeitszeit waren 42 Stunden am Stück unterbrochen lediglich zur Nahrungsaufnahme.

Ui.. Sich selbst

Ui..

Sich selbst organisierende Mitarbeiter...
Null-Stunden Arbeitsverträge...
Arbeit auf Abruf...
Bereitschaftsdienst ohne Bezahlung...

Unsere Arbeitswelt wurde schon genug zerschossen!

Es hat nichts, aber auch gar nichts mit "modern oder zeitgemäß" zu tun, es geht nur um Lohndruckerei.

Arbeitgeber wollen Acht-Stunden-Tag kippen

Und wieder zulasten der Beschäftigten.

"Flexiblere Beschäftigungsmodelle" bedeutet nichts anderes, als ständig für die lieben Arbeitgeber verfügbar sein zu müssen.

Wer wohl ausschließlich davon profitiert?

Zu wessen Vorteil das wohl ist?
Schichtzulage weg?
Überstunde erst weg wenn 36 Std. gearbeitet? Arbeitsbeginn-Ende heute so morgen so dann entstehen erst gar keine Überstunden oder Zulagen jeglicher Art u. wenn die Maschienen erst mal laufen brauch ich gar keine Schicht mehr usw.?

was für ein Versuch

normal würde ich den Argumentern der Arbeitgeber erst einmal Recht geben.

Aber ich kenne die Praxis.
Faktisch übernimmt die Arbeit bereits dank Mobiltelefon und Internet weite Bereiche meiner Freizeit.
Überstundenkonten - wo vorhanden - laufen ins Uferlose.

Auch Vertrauensarbeitszeit (wovon das vorgeschlagene Modell ja praktisch eine Abwandlung darstellen könnte) hat gezeigt das der Arbeitnehmer nur sich selbst mehr ausbeutet, sprich mehr Stunden arbeitet.

Diese Änderung würde nur dazu führen, das weniger Leute die selbe Arbeitslast zu tragen hätten.

Derartige Modelle sollen mal schön drüben in Amerika bleiben. Bei uns ist alles ganz gut so wie es ist.

Warum nicht?

In einigen Bereichen würde diese Regelung meiner Meinung nach Sinn machen.

Wenn ich eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden habe (5*8Std) und mir diese einteilen könnte wie ich möchte wäre ich Zufrieden. Wenn ich mit einer Aufgabe beschäftigt bin und einfach 10 oder 11 Stunden Arbeiten kann ist der Auftrag erledigt und ich muss nicht am nächsten Tag weitermachen. Dafür könnte Ich mir aber einen Freitag oder Montag frei nehmen bzw. Später kommen / früher gehen. In Stressigen Zeiten fallen natürlich immer mal ein paar Überstunden an, das ist klar.
Auch für Wochenendpendler wäre dieses Modell in meinen Augen sehr Attraktiv.

Es ist auch Klar das dieses Modell zum Beispiel im Schichtbetrieb beim Autobauer oder bei Servicehotlines nicht funktioniert, aber wenn es realisierbar ist, warum nicht. Meine Familie würde sich über mehr Papa am Wochenende freuen.

Das Arbeitszeitgesetz

gibt bereits massivst Flexibilität her. Acht Stunden am Tag sind bei weitem nicht das Limit.

Demzufolge liegt hier entweder massive Unkenntnis dieses Gesetzes vor oder die reine Absicht den Arbeitnehmerschutz auszuhöhlen und den Weg zu mehr Ausbeutung zu ebnen.

Nicht alle Arbeitnehmer sind in der Lage die dann resultierenden 45 oder 50h-Wochen zu leisten.
Die Folge wird eine Benachteiligung von unflexibleren Personengruppen (z.B. Familienvätern / Müttern) sein.

...

Wer kann von sich behaupten, daß er 8 stunden am tag arbeitet oder gar 36 Stunden die woche? Ich habe einen Arbeitsvertrag in dem steht das ich 173 Stunden im Monat arbeite. In der Realität komme ich auf 200 Stunden im Monat (ohne Überstunden)...

Der 8-Stundentag war und ist...

eine soziale Forderung!
Dafür haben Arbeiter und Gewerkschaften schon vor 100 und mehr Jahren gekämpft!!
Immer wieder kommen die "Arbeitgeber" (besser Kapitalisten) und wollen die erkämpften sozialen Ziele zu Gunsten höherer Renditeziele abbauen.

Es gibt bereits eine

Es gibt bereits eine wöchentliche Höchstarbeitszeit, nämlich pro Werktag 8 Stunden, also 48 Stunden. Da die meisten nur 5 Tage pro Woche arbeiten, also durchschnittlich 9,6 Stunden pro Tag. Die maximale Arbeitszeit pro Tag ist auf 10 Stunden begrenzt.

Ich verstehe daher nicht, was "die Arbeitgeber" damit nun erreichen wollen. Vermutlich 12 Stundentage, und sich dann beschweren, dass die Leistung nachlässt...

Aufweichung

Es handelt sich hier um eine klare Aufweichung der ohnehin bereits sehr aufgeweichten Arbeitszeitregelungen. Viele Unternehmen gehen durch Gleitzeiten und verkürzten Kernzeiten abweichende Wege. Zwar sind derlei Vereinbarungen zumeist eine historisch gewachsene Firmenkultur westdeutscher Bundesländer und in den östlichen Bundesländern vergleichsweise seltener anzutreffen, aber im Kern ist es das bereits eine Aufweichung.

Das Abstellen auf eine Wochenarbeitszeit würde einer 6 - in Einzelfällen auch 7 - Tagewoche die Flügeltüren öffnen. Nicht permanent, aber ich sehe hier eine überdeutliche Verschiebung hin zu neuen prekären Arbeitsverhältnissen.
Als Personalcontroller sehe ich tagtäglich die Irrsinnsblüten aufgeweichter Arbeitszeiten. Mag zwar in 7 von 10 Fällen weniger Kosten und Flexibilität erzeugen - und auch die Arbeitsmarktstatistiken schönen - aber das macht die Menschen körperlich und seelisch kaputt.

Das wären Verhältnisse wie im 19. Jahrhundert.

Von mir ein klares Nein!

Acht Stunden sind kein Tag

Was Arbeitgeber möchten, ist grundsätzlich für den Arbeitnehmer falsch. Darum Hände weg, von der acht Stundenregelung. Die Arbeit darf niemals das Leben beherrschen, soll heißen, nach einer Phase der Arbeit muss eine wesentlich längere Phase der Erholung und Freizeitgestaltung folgen. Die Arbeit ist für den Menschen da, nicht umgekehrt.

herrlich

Schön zu sehen,wie sich Arbeitgeber Sorgen um die Arbeitnehmer und deren Familien machen. Nur irgendwie bezweifele ich,dass es um deren Wohl gehen soll.

Wenn gleichzeitig die wöchentliche Höchstarbeitszeit gesenkt werden soll,könnte man natürlich nochmal drüber reden.
Schlimm genug,dass sich da in den letzten Jahrzehnten nicht getan hat. Das hat man sich früher sicher anders vorgestellt...

Es ist schon interessant, wie

Es ist schon interessant, wie AGs immer "mehr Flexibilität" verlangen, aber nicht bereit sind, selbst dafür etwas tun.
-
Zumal diese Tages-Arbeitszeit-Flexibilität de-facto bereits existiert. Ein guter Arbeitgeber regelt das nämlich auf einer persönlichen Ebene... mündlich... auf eine Geben-und-Nehmen Art.
-
Eine gesetzliche Regelung, wie sie den AGs vorschwebt ist vielmehr ein Instrument zur Ausbeutung, nichts anderes.

Liebe Arbeitgeber, was fordern Sie, es ist

mit Gleitzeit: Flexible Arbeitszeitgestaltung? -Einfache Gleitzeit -Qualifizierte oder variable Gleitzeit oder Gleitzeit ohne feste Kernarbeitszeit schon heute möglich! "Sie müssen, wenn es in Ihrem Betrieb möglich ist, einführen!!!!!!!!!!!!!!!!!"

@hammer

"für meine Arbeit wäre ein Wochenkontigent möglich. Da arbeitest Du mal etwas mehr und bleibst zu Zeiten wo du keine Termine hast einfach weg..."
.
Das könnten Sie problemlos individuell mit Ihrem AG vereinbaren.
Oder: In vielen Betrieben existieren Gleitzeit-Modelle.
In der Kernzeit besteht dann Anwesenheitspflicht - zB 10-15 Uhr bei Bürotätigkeit. Rahmenzeit von 7-20 Uhr.
Flexibilität ist so gegeben, für beide Seiten.
.
Interessanter ist übrigens die derzeit gültige Begrenzung der Regelarbeitszeit auf 10 Stunden täglich, diese stellt wohl (noch?) niemand in Frage.

@GeMe

"Es glaubt doch wohl niemand, dass ein Mitarbeiter, der von Montag bis Mittwoch schon 36 Stunden gearbeitet hat, am Donnerstag gegen Mittag ins Wochenende gehen darf."

Natürlich- bei uns ist das automatisch so. Die Mitarbeiter stempeln elektronisch. Am Jahresende muss das Zeitkonto auf Null stehen. Ob der Mitarbeiter dann ab "Donnerstag gegen Mittag" Zeitausgleich einreicht oder in 3 Wochen eine ganze Woche zu Hause bleibt ist seine Sache. Grundsätzlich sollen aber keine solche exzessiven Zeitverschiebungen stattfinden, da Abteilungen dauernd besetzt sein müssen. Das ist dann eine Sache der internen Kommunikation.

Die leitenden Angestellten sind nicht in der Zeiterfassung, arbeiten alle (ohne Zwang) meist 50-60h pro Woche, verdienen aber dementsprechend hoch.

Max 10h Durchschnitt 8h

Ich bin echt froh, dass ich nicht unter das Arbeitszeitgesetz falle. Wenn ich unterwegs beim Kunden bin und dann noch 8h, die ich eigentlich noch arbeiten könnte im Hotel sitzen müsste, würde ich meine Arbeit kaum schaffen und meine Familie hätte noch weniger von mir. So kann ich aber bereits nach 3 Tagen wieder nach Hause fahren und habe mehr bewirkt, als wenn ich die ganze Woche max 10h beim Kunden sein darf.

tiberius gracchus

Und, was soll daran neu sein? Schauen Sie sich einmal die Tarifverträge der DB an. Dort ist die Jahresarbeitszeit Vertraglich fest gelegt und wie Sie die abarbeiten bleibt Ihnen "weitestgehend" selbst überlassen. Und ja die Jungs draußen auf der Montage haben diese teilweise "schnell" erledigt und bummeln die im Winter ab, wenn sie draußen nicht arbeiten können. Wir im Büro haben eine Kernarbeitszeit von, bis die eingehalten werden muß und länger als 10Std am Tag darf nicht, den Rest können Sie gleiten. Versand und Warenannahme sind wieder anders geregelt, da dort eben das Lager entsprechend besetzt sein muß. Oder schauen Sie sich den Einzelhandel an Teilweise von 07:00 - 22:00Uhr geöffnet (die möchten Sie aber sicher nicht an einem Stück arbeiten). Flexibilität ist keine Scifi sondern schon Realität. Nur sind hier die Gewerkschaften gefragt wie die Flexibilität angewendet und VERGÜTET wird. Davor wollen sich die Arbeitgeber drücken um auf gesetzlichem Wege Kosten zu sparen.

@Thomas Wohlzufrieden

"Die Arbeit darf niemals das Leben beherrschen, soll heißen, nach einer Phase der Arbeit muss eine wesentlich längere Phase der Erholung und Freizeitgestaltung folgen. Die Arbeit ist für den Menschen da, nicht umgekehrt."

Ja ne, is klar... und Schlafen, Haushalt, Essen und Körperpflege gehört für Sie vermutlich nicht zu "Erholung und Freizeitgestaltung". Wie viele Angestellte haben Sie denen Sie ein auskömmliches Gehalt zahlen, die dafür nach einem Tag Arbeit erst mal 2 tage frei haben müssen?

Grundsätzlich wird der Arbeitgeber das bezahlen was gearbeitet wird, nicht umsonst gibt es den Begriff der Stundenlöhne. Auf der Basis kann doch jeder selbst entscheiden ob ihm das Geld eines Teilzeitjobs reicht.

Jeder Arbeitnehmer sollte auf Abruf und dann auch

mehr als 10 Stunden am Stück arbeiten müssen. Wir müssen uns Anpassen!
Ironie aus
Die Frage ist, an wen müssen wir uns anpassen? Es ist Zeit für eine Art Französische Revolution. Nur dieses Mal erhebt sich der Pöbel.
MfG

Arbeitszeitgesetz

Es gibt bereits ein Arbeitszeitgesetz, das sowohl die tägliche als auch die wöchentliche Höchstarbeitszeit regelt: wöchentlich max. 48 Stunden, täglich max. 10, wobei nach 6 Stunden Arbeitszeit 30 Minuten Pause einzulegen sind und nach 9 Stunden nochmals 15 Minuten.
Außerdem ist zwischen zwei Schichten eine Ruhezeit von 11 Stunden einzuhalten.
Wundert mich, dass die Arbeitgeber das nicht kennen...

@ tiberius gracchus: Nachtrag

Zulagen zu WE, Nacht usw. gibt es trotzdem, aber genau das ist es was die Arbeitgeber nämlich mit Kippen des 8Std Tages erreichen wollen Zulagen für Arbeiten zu ungünstigen Zeiten sparen und nicht die "Flexibilität" der Arbeitszeiten bzw der Arbeitnehmer erhöhen. Im Übrigen können wir unsere Arbeitszeit gerne auf 36Std/Wo VERKÜRZEN (zur Zeit 39Std/Wo) und es gibt noch genug Firmen, die offiziell die 42Std/Wo fahren.

@phase3

Das deuten sie aus der Forderung, aber es steht nicht drin. Und das wird man sicherlich gesetzlich regeln können, dass dies nicht möglich ist.

@12:53 von Thomas Wohlzufrieden

"Die Arbeit darf niemals das Leben beherrschen" und "Die Arbeit ist für den Menschen da, nicht umgekehrt" - dieses Prinzip wird m.E. "erfolgreich" in einem südöstlichen EU-Land gehandhabt, welches derzeit wegen eben dieses "Erfolgs" die Medien beherrscht.
Im übrigen verstehe ich die ganze Diskussion nicht. Wir hatten schon im letzten Jahrhundert Gleitzeit und mußten u.a. dafür unterschreiben, pro Tag nicht länger als 10 Stunden im Büro zu sein. Dazu haben sich "13:06 von peter04" und "13:07 von Skywalker" schon sinngemäß geäußert.
Doch Interesse an der Arbeit zu haben und Lust (!) an dem Tag etwas zu Ende führen zu können kommt Ihnen sicher nicht in den Sinn. Sollte es aber.

@GL_sputnik

Wenn sie am Anfang der Woche jeden Tag 10 oder 11 Stunden durcharbeiten, dann ist ihre gelieferte Arbeitsleistung nicht die gleiche, wie bei einer Aufteilung der 8 Stunden auf 5 Tage.

Die Leistung lässt nämlich mit der Zeit nach und mit so einer Regelung würden sie für die gleiche Zeit weniger Leistung erbringen.

Ich hätte nichts gegen eine sehr flexible Arbeitsregelung, aber die sollte dann nicht dazu führen, dass die Arbeitnehmer in den ersten drei Tagen der Woche 12 h am Stück arbeiten und sich am Donnerstag Nachmittag und den ganzen Freitag dann frei nehmen.

Richtmaß sollten 8 h pro Tag sein, aber wann diese Zeit unterbrochen wird, die sollte frei nach angefallenem Aufwand wählbar sein, so dass man auch mal Behördengänge und ähnliches problemlos durchführen kann ohne jedes mal eine Erlaubnis dafür einholen zu müssen.

Ausnahmen müssen die Regel bestätigen

Generell ist ja nichts gegen einen 8-Stunden-Arbeitstag auszusetzen, aber es müssen praxisnahe Ausnahmeregelungen geschaffen werden, die Rechtssicherheit geben und nichts mit Ausbeutung zu tun haben.

Beispiel: Silvesterparty - 23:30h - Liebe Gäste, wir müssen jetzt schließen, unsere Mitarbeiter haben bereits 7 Stunden gearbeitet und müssen gleich noch aufräumen... praxisnah? Ich glaube, Frau Nahles würde sich am meisten aufregen, wenn Sie aus ihrer Feierlokalität "verwiesen" würde.

"Grundsätzlich wird der

"Grundsätzlich wird der Arbeitgeber das bezahlen was gearbeitet wird, nicht umsonst gibt es den Begriff der Stundenlöhne. Auf der Basis kann doch jeder selbst entscheiden ob ihm das Geld eines Teilzeitjobs reicht."

In Bürojobs ist es nicht unbedingt nachweisbar, was in einer bestimmten Zeit wirklich gearbeitet wurde. Man hört von zahlreichen Privaterledigungen während der Arbeitszeit.

40 Stunden - egal wann

Bei uns auf Arbeit ist das bereits gelebte Praxis. Hauptsache 40 Stunden von Montag bis Freitag, der Rest ist freie Arbeitseinteilung des Angestellten, nennt sich Zeitsouveränität.

Wozu brauch es da ein neues Gesetz?

SOSO!

Hat irgendeiner der Herren die derlei Forderungen aufstellen mal 8 Stunden am Stück ein Dach gedeckt?
Oder in einer Küche gearbeitet und bei 35° C acht Stunden lang gekocht?

Ich kenn beides. Ich kenn auch beides mit 12h. Sogar mit 15h.

Dann aber weil ich das will und nicht weil irgendwelche Schlaumeier-Funktionäre das gern so festlegen wollen.

Bin gespannt, wann gefordert wird, das Mindestalter wieder zu senken, so auf 8 Jahre oder so.
Weil die lieben Kleinen ja heute so gut entwickelt seien...

In Krankenhäusern und bei der

In Krankenhäusern und bei der Bundeswehr gibt es 24 h Schichten.
An Hochschulen kann die Arbeitsbelastung bis zu 100 h pro Woche betragen (38,5 h bezahlt).
Es gibt Branchen wo man zu Belohnung um 16:00 am Samstag nach Hause gehen darf wenn das Projekt für Montag fertig ist.
Es gibt natürlich auch Leute die soviel arbeiten das sie irgendwann tot umfallen (z.B. Praktikanten bei Investmentbanken).

Es gibt also genügend Möglichkeiten das Gesetz umzugehen in Branchen wo es nötig ist. Für flexible Arbeitszeiten ist der Arbeitgeber verantwortlich.

Tricks vom Arbeitgeberverband

Wenn Arbeitnehmer flexible Arbeitszeiten wünschen, können sie das schon heute mit Arbeitgebern vereinbaren. Dafür braucht es keine Gesetzesänderung.
Was die Arbeitgeber wollen: Flexibilität nach ihren Interessen. Und wie der Arbeitnehmer das mit seiner Planung vereinbaren soll, ist dann allein sein privates Problem. Die ganze Familie des Arbeitnehmers muss sich dann darauf einstellen, wann der Arbeitnehmer arbeiten soll. Bei zwei Berufstätigen muss jeder sein Leben allein meistern. Aufeinander abstimmen lässt sich dann nichts mehr, weil der Partner selbst gar nicht entscheiden kann, sondern er sich nach seinem Arbeitgeber richten muss.
Dann ist für Familienleben kein Platz mehr. Wer Familienleben will, hat sich dann eben für Hartz IV entschieden.
Der Trick ist mE: Wer so was fordert, bestimmt die Richtung der Diskussion. Was wir am Arbeitsmarkt brauchen, ist ein sicherer Rahmen, um den herum Menschen ihr Leben außerhalb von Arbeit frei gestalten können.

um 13:27 von Klabautermann 08

Das freut mich natürlich für sie. Ich persönlich bin Standbauer auf selbstständiger Basis. Somit falle ich nicht unter das Arbeitszeitgesetz, arbeite aber zuweilen fast 100 h pro Woche. Überstundenzuschlag gibt's für mich natürlich nicht, da ich vorher ein Angebot abgegeben habe (wobei das darin enthalten ist, genauso wie ggf Hotelkosten, Auslöse etc.).
Allerdings achte ich darauf, daß ich nach Beendigung eines Auftrags genügend Erholungszeit habe. Kann also vorkommen, daß ich 2-3 Monate alles ablehne und Urlaub mache(soweit finanziell möglich).
Grundsätzlich jedoch ist das Ansinnen des Arbeitgeberverbandes durchschaubar. Es wird versucht Schicht- und Feiertagszuschläge auszuhebeln. Dem muß rigoros entgegengetreten werden.

@ D.Menz

Ihre letzten drei Sätze gefallen mir, das ist eine gute Grundlage für neue Gesetze.

Arbeitgeber wollen Acht-Stunden-Tag kippen

Das AZG ist eigentlich voll ausreichend. Gerne können Arbeitgeber kürzere tägliche Arbeitszeiten mit Ihren Mitarbeitern per TV festlegen. Die wöchentl. AZ sollte tats. auf max. 32 Arb.-Std. (max. 8 Arbeitsstd./Arbeitstag) und einer max. 5 Tagewoche begrenzt werden. Durch ein solches flexibles Arbeitszeitmodell könnte man Vollbeschäftigung erreichen. Zusätzlich könnte man die Mitarbeiter_Innen am Unternehmensgewinn (z. B. 50 %) - neben einem existenzsichernden Einkommen - beteiligen. So kommt Geld in die Steuerkasse und Sozialversicherungsbeiträge in die Sozialkassen. Auch ist ein solches Modell familienfreundlich. Das v. g. Modell sollte der DIHK und die Arbeitgeberverbände mal in Erwägung ziehen !

Eventuell könnte....

ein bedingungsloses Grundeinkommen diese Diskussion in den Gedanken der Menschen etwas beflügeln. Somit kann man dann mit den Arbeitgebern verhandeln das man ohne hin nur noch eine Stundenhöchstdauer pro Woche, Monat,Jahr benötigt um als Mensch sein Leben zu gestallten. Sicherlich ist das Thema viel komplexer. So ein Gesetz darf auch nicht den Menschen bestrafen der gerne 31Tage*24Stunden = 744 Tagesstunden arbeiten möchte. ;-) Doch im Rahmen der immer stärkeren Automatisierung muss sich der Mensch fragen, wie soll die Arbeitswelt von morgen aussehen? Der Mensch muss sich wohl erst einmal selbst finden - bevor er über ein Arbeitszeitmodel nachdenkt das schon jetzt die Zukunft nicht berücksichtigt.

Ich weiss nicht ob ich heulen

Ich weiss nicht ob ich heulen oder Schreien soll bei solchen Ideen.
Es gibt heute kaum noch Arbeitsplätze mit einer 5 Tage Woche. Conti Schichten sind normal. Auch mal gerne 3 Wochen durch Arbeiten. Was sonst noch? Leben kann man von Deutschen Löhnen sowieso nicht mehr. Nur Überleben.

Arbeitgeber wollen Acht-Stunden Tag kippen.......

Ein besonders menschenfreundlicher Vorschlag.Er kommt von Leuten die den Hals nicht voll kriegen.
Gestützt auf so eine Arbeitsproduktivität wird man dann auch Exportweltmeister und drückt andere über die Handelsbilanzüberschüsse Deutschlands in Handelsbilanzdefizite wirtschaftlich an die Wand.

gleitende Arbeitszeiten

sind bei Behörden schon ganz normal.

Ab Freitag um 12......

Oder - Papa hat Mittwoch 14:00 einen Zahnarzttermin. Dann eben Montag und Dienstag statt bis 16:00 bis 18:00 arbeiten, schon ist das Problem gelöst.

Und die Idee ist wirklich grundsätzlich gut; es kommt schlußendlich nur darauf an, was daraus gemacht wird.

Sicher gibt es Arbeitsstellen zuhauf, bei denen das nicht möglich ist. Aber das wäre wohl auch keine Verpflichtung.

Und Thema Überstunden - um die zu machen, braucht es keine gleitende Arbeitszeit.

alles viel zu starr

Wöchentliche Höchstarbeitszeit? Wie wäre es mit Lebenshöchstarbeitszeit. Ein junger Mensch kann leicht viel länger arbeiten als ein älterer Mensch. Im Alter könnte dann gut durch Verkürzung der Arbeitszeit ein angespartes Arbeitszeitkonto aufgezehrt werden.

was denn noch?

Was für ein Unfug die Arbeitgeber da doch verlangen. Das wird doch genauso mißbraucht werden wie bisher, nur in anderer Form, womöglich sogar noch heftiger. Am Ende werden weiterhin Überstunden verlangt und wenn's ganz dicke kommt, ohne jeden Ausgleich. Dass man nich nach einer Wiederbelebung des Sklaventums fragt, ist ja doch noch erfreulich.

Die Arbeitszeitrichtlinien könnten ruhig noch strenger werden. Keine maximalen zehn Stunden mehr. Acht Stunden, Aus die Maus. Wenn mehr Arbeit anliegt, soll der Chef halt mal Flexibilität zeigen und sich Leute besorgen dafür - es gibt doch zig Arbeitnehmerüberlasser, de haben vielleicht noch ein paar Leute übrig. Arbeitgeber verlangen immer mehr Flexibilität, dabei sind sie selbst so starr wie gute deutsche Eichen.

Wirklich merkwürdig, früher kam man mit 35 oder 40 Stunden aus und alles hat funktioniert. Aber man muss ja heute wohl die 24-Stunden-Gesellschaft komplett auf die Spitze treiben.

einen an der Waffel

zumeist junge Medienschaffende machen sich völlig kaputt, weil sie sich oder sonstwem iwas beweisen wollen - und viele Arbeitgeber versuchen für sich soviel wie möglich aus diesem Wahnsinn rauszuholen. Wer den Crunch noch als besonderen Anreiz sieht und tatsächlich die Überstunden auch noch macht, die einem durch die Blume abverlangt werden, weil es in den meisten Klitschen überhaupt keine Planungsphasen mehr gibt, der zeichnet sich durch ein völlig ungesundes Verhältnis zur Arbeit aus.

Die Menschen müssen dazu

Die Menschen müssen dazu angehalten werden, nach 8 Stunden auf der Arbeit gefälligst heimzugehen. Die gesetzlichen Bestimmungen diesbezüglich müssen nicht gelockert, sondern erheblich verschärft werden.

Ahhhh, Sommerloch! Jetzt

Ahhhh, Sommerloch!
Jetzt werden wieder die Parolen ausgegraben, damit das Wahlvolk was zum Diskutieren hat.
Betriebliche Notwendigkeiten, wenn ich das schon höre, von einem der noch nie gearbeitet hat, sondern sein Geld mit Sprüchen verdient. Verdient, ist da vieleicht auch nicht das richtige Wort!
Was ist denn mit den familiären Notwendigkeiten? Die gleichen Nasen regen sich dann wieder auf, wenn der Nachwuchs fehlt, oder die Scheidungsrate zu hoch ist, und und und.
Ich kann dieses gesülze nicht mehr hören!
Irgendwann muss doch auch die größte Profitgier einmal gestillt sein, oder?
Ich sehe es schon Vater Montags frei, weil war ja am Sonntag arbeiten. Und die Frau am Montag in der Spur, hatte ja Sonntag frei!
Wann bekommt das Lobbyistenpack endlich einmal Zutrittsverbot bei politischen Entscheidungen?

Ja, aber...

wie bekommt man dies dann in Zukunft mit dem Zweit- oder gar Drittjob geregelt?
Zwei Jobs a acht Stunden bekommt man ja noch unter, aber bei 2x10 Stunden, plus Fahrzeit heim und zur Arbeit sieht einen das Bett dann nur noch im Vorbeilaufen.
Bei drei Jobs müsste dann gleichzeitig auch noch der 30-Stunden-Tag eingeführt werden. Ja, wenn's die Wirtschaft doch brauch...!

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