Ihre Meinung zu: Dalai Lama ruft zur Einheit Europas auf

12. Juli 2015 - 16:54 Uhr

Zeitlich passender hätte es kaum sein können: Während Europa sich im Ringen um die aktuelle Eurokrise zu zerstreiten droht, erinnert der Dalai Lama daran, was der eigentliche Wert der europäischen Einheit ist.

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Kommentare

im Grunde

Im Grunde hat er recht, nur ist das Problem, dass Europa in nahezu allen Belangen eben nicht einig ist. Jedes Land unterwirft sich zwar den Basis-Spielregeln der EU, hält diese mehr oder weniger gut ein, aber das war's doch dann auch. Ich finde, der Fehler im Grundsätzlichen liegt schon mal darin, dass die Länder wenig gemein haben bis auf den Euro und selbst da sind ein paar EU-Staaten auch nicht mal dabei. Es gibt unterschiedliche Gesetze, Steuern etc. pp.
Hier hätte man bei Gründung der EU darauf achten müssen, dass eines der obersten Ziele ist, dass solche Punkte harmonisiert, wenn nicht sogar überall gleich zu sein haben.
Ich glaube, hätte man hier von Anfang an darauf geachtet, hätten sich einige Dinge heute in der Form erst gar nicht ergeben oder einige Staaten wären vielleicht erst gar nicht beigetreten.

Einheit

der Herr Lama soll sich doch bitteerstmal um den Himalaya kümmern.

Lebenswerk des Dalai Lama

Es wäre schon schade, wenn der Dalai Lama beizeiten das Zeitliche segnet und ungehört in der westlichen Welt verhallt. Bisher war er immer offen zu unserem Kulturraum und hat mit seinem Hintergrund recht objektiv seine Sicht kundgetan. Auch wenn in religiösen Feinheiten die buddhistischen Schulen sich nicht immer eins sind, war der Dalai Lama trotzdem ein verbindliches Sprachrohr als Papst der östlichen Hemisphäre. Wünschenswert wäre vielleicht so etwas wie ein Zusammenschnitt seiner Sicht in akutellem Zeitgeschehen. Vielleicht findet sich ja jemand mit Zugang zu entsprechenden Quellen. Es wäre sicherlich ein Segen für die Weltgemeinschaft.

Einheit Europas

Einheit Europas gerne.
Gemeinsame Währung..... Nein.

Er meint es gut und hat auch recht....

aber wie soll man sich mit einem Land einigen das sich nicht einigen will? Die EU hat bereitwillig versucht Griechenland zur Seite zu stehen. Aber kein Land hat etwas zu verschenken, damit das "fordernde Land" seinen Schlendrian weiterführen kann. Es ist auch sehr schwer willig zu geben, wenn der Empfänger sich zum Dank unverschämt und beleidigend zeigt. Wenn man mit Griechenland eine Einigung erreichen will bedeutet dies, wir geben ihnen Geld ohne Ende und nehmen dafür Ihren Undank hin.

Sein Appell geht eigentlich an Griechenland

Was er ausdruecken will ist, dass sich alle mit Respekt behandeln sollen. Dies ist ja bei Griechenland ganz klar nicht der Fall gewesen, da sie alle ihre "Partner" ständig zum Affen gemacht haben. Wenn also jetzt Griechenland (hoffentlich) aus dem Euro geht (wenigstens zeitweise), dann will der Lama, dass sich der Rest Europas nicht davon kaputt machen lässt, dass die Vernünftigen als Terroristen bezeichnet werden, nur weil sie sich ans Gesetz halten anstatt es zu brechen.

Dalai Lama versus Edmund Stoiber

Erst neulich bei Günther Jauch hat Edmund Stoiber in der Sendung aufgebracht laut gebrüllt: "Europa ist *keine* politische Union", "Europa ist lediglich eine *Wirtschaftsunion*", und dies mehrmals im Laufe der Sendung wiederholt.
Ich fand es seltsam, dass ein Unionspolitiker nicht nicht am hehren Bild der politischen Vereinigung Europas festhält, sondern offen ausspricht, dass die EU mit ihrem kommisionsbasierten Gesetzgebungsverfahren vor allem eine Lobbyvereinigung für Wirtschaftsinteressen ist.

Naja, trotz alledem: Der europäische Gedanke an sich ist super, nur sollte er sich auch in entsprechenden EU-Strukturen wiederfinden, die insbesondere die Rechte des demokratischen Parlaments gegenüber den anti-demokratischen Kommissionen ausweitet.

Der gute Mann überbewertet das heutige Europa

Ja, mit den Wurzeln der heutigen EU, der EGKS, hatten Schumann und Adenauer und später die weiteren Gründungsmitglieder den ebenso einfachen wie bestechenden Gedanken verknüpft, daß Nachbarn einander nicht mehr ans Leben gehen, wenn es sie selbst mehr kostet als der Nachbar verlieren könnte. Wer mit dem Nachbarn gemeinsamen Handel betreibt, wird diesen nicht bekriegen wollen, weil er dabei eine Einnahmequelle verlöre.

Die Nachkriegspolitiker schon der zweiten Generation (nach Adenauer und Schumann) haben sich, getrieben von Lobbyisten, auf einer Pervertierung eingelassen und den Fokus allen Handelns eindeutig auf GELD gelegt, auf Zugewinn an Barem.

Der Gedanke an Frieden und GEMEINSCHAFT ist längst dem Profitstreben gewichen. Wer kostet, der fliegt. Wer keine Vorteile einbringt (z.Bsp. billige Arbeitskräfte), der fliegt.

Es ist Zeit für das Ende DIESER Union.

Was geht den Hann Europa an -

Was geht den Hann Europa an - hat er nicht genug eigene Probleme?

Eine äußere Perspektive

Ich bewundere die Sicht auf das Große und Ganze, die er an den Tag legt. Denn etwas beschämt muss ich persönlich feststellen, dass ich abgesehen von einigen Einzelheiten kaum etwas über Tibet oder den Buddhismus weiß... Er hingegen erkennt -im Gegensatz zu vielen Europäern, selbst im "alten Europa"- die historische Dimension, die Einzigartigkeit und das grundsätzliche Potenzial der EU mit deutlichen Worten an. Viele hierzulande oder anderswo auf diesem Kontinent scheinen sich in den Reibereien und Problemen der Alltagspolitik aufzulösen und die EU als überflüssiges, bürokratisches Monster ohne jeden Sinn hinzustellen. Daher finde ich es sehr erfrischend einmal die Meinung einer außenstehenden wichtigen Persönlichkeit zu hören. Es ist traurig, dass er sieht was so viele hier nicht mehr sehen (wollen). Hoffentlich kehrt in seiner Heimat auch irgendwann einvernehmlicher Frieden ein.

@ dierichter

"... der Herr Lama soll sich doch bitteerstmal um den Himalaya kümmern."

Der Papst ist gerade in Südamerika. Sollte der sich - nach Ihrer Sichtweise - nicht lieber bitte erst mal um die Alpen kümmern?

Wie "kümmert" man sich eigentlich um ein Gebirge?

Mal ganz davon abgesehen, dass der Himalaja mit dem Dalai Lama etwa so viel zu tun hat, wie Kuchen backen mit A...backen - der Amtssitz des Dalai Lama liegt nicht im Himalaja, sondern im Hochland von Tibet.

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