Kommentare

"Ich bin gegen einen Grexit"

Welch merkwürdiges Statement. Man könnte auch sagen: "Ich bin gegen schlechtes Wetter." Wenn man die Ursachen nicht beeinflussen kann, sind solche Aussagen sinnfrei und im speziellen Fall dazu geeignet, den griechischen Hasardeuren einen Erfolg ihres Handelns in Aussicht zu stellen.

was bei Tsipras verständlich ist ...

... nämlich sich gegen den unvermeidlichen Grexit auszusprechen, um seine Verhandlungsposition zu verbessern, ist bei Juncker eher als bösartig zu bewerten, da Griechenland ohne Grexit und Schuldenschnitt auf seinem gewählten politischen Pfad niemals vorankommen kann. Junker fordert also faktisch eine Unterwerfung Griechenlands, oder er betreibt die Zerstörung des Euro-Bundes, der mit Griechenland keinerlei Glaubwürdigkeit mehr besitzen würde.

Die Mehrheit der Europäer ist gegen einen Grexit.
Die Mehrheit der Griechen ist gegen einen Grexit.

Um diesen zu verhindern sind radikale Reformen in Griechenland nötig. Der ineffiziente Staatsapparat und das Ausmaß destruktiver Faktoren (Korruption, Vetternwirtschaft,...) ließen alle Unterstützung der Vergangenheit im Sande versickern.

Europa kann da noch so viel Geld reinpumpen - so lange es in GR bleibt wie es ist wird auch dieses Geld in die gleichen Kanäle abfließen in die es in der Vergangenheit geflossen ist.

Griechenland muss seinen Teil zur Lösung beitragen. GR muss seine Probleme angreifen. Nicht die Schulden sind das Problem - das Ausbleiben von Reformen ist das Problem.
Das muss Griechenland erkennen und offen benennen. Und es muss das als oberstes Ziel formulieren (und dafür gerne um Hilfe bitten, da würde GR offene Türen einrennen).
Griechenland braucht einen funktionierenden Staatsapparat. Alles andere kann man irgendwie von außen lösen (EU, EZB, IWF,...)

Luxemburger

Als Luxemburger schützt Juncker natürlich die Interessen der Zocker und Finanzhasardeure, die bei einem Grexit Verluste einfahren würden.

Und wenn auch viele Investoren sich schon lange aus Griechenland verabschiedet haben und das Risiko an die europäischen Staaten und damit Steuerzahler weitergereicht haben, sitzen doch viele Hedgefonds auf Milliarden schweren Wetten auf einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone.

Juncker will um jeden Preis Verluste dieser "Investoren mit Casinomentalität" verhindern.

Herrn Junckers Plädoyer

ist wohl mehr die Angst vor dem eigenen Scheitern vor dem Hintergrund einer eklatanten, auch seiner eigenen Fehlentscheidung, Griechenland in die €-Gruppe aufzunehmen.
In Wahrheit wird damit ein Präzedenz-Fall geschaffen, den Europa sich aber nicht noch einmal leisten kann, finanziell.
Und auch dieses Mal klappt das nur, weil Banker meinen, das Zahlensystem beginne eigentlich erst bei einer Billion.

Das ist verständlich,

aber Hr. Juncker möchte bitte auch eine Lösung anbieten, die umsetzbar ist.

Eine Möglichkeit wäre, wenn die Großkonzerne der Luxemburg-Affaire dafür zur Kasse gebeten werden und ihre Steuern vollumfänglich nachzahlen. Die Deutsche Bank ist ja wohl auch bei diesem erlauchten Kreis dabei gewesen.

Mit diesem Geld, das den Staaten vorenthalten wurde, könnte einiges bewegt werden.

Hat eigentlich

Hat eigentlich schon irgendjemand daran gedacht das gerade die griechische Oberschicht, im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten, viel zu geringe Steuern zahlt.

Heuchelei

"Die Banken (Investoren), nicht die Griechen wurden gerettet". In der Folge wurde den ganz normalen Steuerzahlern in der EU-Währungsunion deren Haftung von den Politikern übergestülpt.
Weder eine Verelendung des normalen Griechen noch seiner EU Kollegen wurde damit beseitigt - im Gegenteil.
Solange die verursachenden Heuchler an den Schaltstellen der Macht sitzen bleiben und die Pfründe für sich und ihrer begünstigten mehren können, wird sich nichts an dieser verfehlten Politik ändern.
Sieht wirklich niemand die Gefahr, dass sich das GR-Nein zu einem EU-Nein vervielfältigen könnte?

Grexit

Viele Monate hat Griechenland die Nachrichten dominiert. Ich finde es reicht.
Wenn die EU zur Versorgungseinheit für Griechenland verkommen ist, dann sehe ich keine rosige Zukunft für diese Organisation.
Junker ist ein alter Mann, der nicht einsehen will, dass seine Träume geplatzt sind.
Ich glaube auch in Luxemburg ist das Sprichwort über alte Männer bekannt:
Sie machen mit dem Hintern das kaputt, was sie in der Jugend mit dem Kopf aufgebaut haben.

@10:06 von Einfach Unglaublich Luxemburger

"Juncker will um jeden Preis Verluste dieser "Investoren mit Casinomentalität" verhindern."

Nur noch mal zur Erinnerung. Auslöser der ganzen Krise war der Verkauf von Ramsch Papieren durch Amerikanische und Englische Banken. Diese Schuldscheine konnten nicht zurückgezahlt werden und es brach die Kreditvergabe für die beteiligten Banken zusammen. Daraufhin wurden die Ramschpapiere wertlos und alle Investoren (Sparer) mussten einen Haircut hinnehmen. Nein halt nicht alle. Bei manchen sprangen die Regierungen ein und verstaatlichten die Banken oder kauften ihnen die Ramschpapiere zu ueberhoehten Preisen ab. Seit dem drucken die Zentralbanken der beteiligten Staaten neues Geld um die Verkürzung der Bilanz auf der Aktivseite zu verhindern und die Sparer werden schleichend durch null-Zinsen enteignet. Griechenland hat gesagt Schluss damit. Junker sagt, weiter so.

Juncker - Hör auf mit den Spielchen!

Bleiben wir doch mal bei den Tatsachen.

Die griechischen Banken werde spätestens übermorgen illiquide, d.h. es gibt kein Bares mehr aus dem Automaten.

Die griechischen Vorräte für Lebensmittel/Benzin etc. reichen durch Hamsterkäufe noch ca. 10 Tage. Daher ist es momentan noch relativ ruhig im Land. Bei Lieferengpässen, insb. Importware, werden die Preise massiv steigen und Unruhen in der Bevölkerung auslösen.

Ärztliche Versorgung ist katastrophal, da Krankenhäuser kein Geld für Medikamente haben.

Erste Ankündigungen eines Bail-In kursieren im Netz. Sparguthaben über 8000 EUR sollen rasiert werden.

Und was machen die Politiker? Schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu, wer zuerst irgendwelche Hausaufgaben machen muss.

GRE ist pleite und wird gerettet werden. Es geht momentan nur darum, dem deutschen Michel das so zu erklären, dass die Politikerkaste keinen Schaden nimmt. Immer mehr Leute verstehen das, was auch die schlechter werdenden Beliebtheitswerte von Mutti zeigen.

Aber der d Gabriel hat das

Aber der d Gabriel hat das böse Wort schon benutzt „Schuldenschnitt“ ups da werden wieder die kleine belastet, na toll.
Eine gezielte Inflation wo alle zu gleichen Teilen zur Kasse gebeten werden kommt ja für Banken und Reiche nicht in Frage, so kann es auch nicht von der GroKo vertreten werden.

Mit solchen Aussagen spielt

Mit solchen Aussagen spielt Herr Junckers mit dem Feuer und riskiert ein wahres EURO-Erdbeben, sollte es sich herausstellen, dass eine LINKS-Regierung in Europa sich der Schulden sowie Finanz-Stabilitätskriterien durch Volksentscheid entledigen zu können. Ich hätte mehr Sachverstand und emotionale Kontrolle von Hr. Juncker erwartet.

re LiNe

"Eine Möglichkeit wäre, wenn die Großkonzerne der Luxemburg-Affaire dafür zur Kasse gebeten werden und ihre Steuern vollumfänglich nachzahlen.

Auf welcher Rechtsgrundlage soll man die zu Nachzahlungen verdonnern?

Wenn sie legale Möglichkeiten zum Steuernsparen genutzt haben kann ihnen niemand weitere Zahlungen aufdrücken.

Zeitspiel und Ballhalten - auch DE's Taxe-in naht

Was da alles aus den erlauchten Mündern der EU- und Eurogranden schwappt hat schon pathologische Züge.

Ein Euroland ohne Euros soll Euroland bleiben und nicht vorhandene Euros einsparen um vorhandene inzwischen fiktiv gewordene Euroschulden mit vielen Arbeitslosen abzuarbeiten und Vorschläge machen, wie man das Märchen umschreibt.

Inzwischen geht durch von der EZB erzwungene Kapitalverkehrskontrollen die Geldzirkulation den Bach runter, Ausgaben werden nicht mehr zu Einnahmen und die ausgebremste Warenzirkulation führt zu Stagnation, dann weiterer Rezession, Deflation und Massenarbeitslosigkeit.

Deutschland wird bald den Austeritätsexport reimportieren müssen, dank seiner Enthaftung der Banken für deren misslungene Kreditvergaben, die dann verbürgt vom Staatenbund der Steuerzahler bis Papua-Neuguinea und Vanuato als IWF-Mitglied fortgesetzt wurden.

"Schuldenschnitt nein!" - sagen dann die Banken uns Haftungsbürgern und dieses Gespenst füttert die Münder der EU- u. Eurogranden.

Das Griechische Volk hat für alle Europäer gesiegt!

Die Frage über dem Volksendscheit am 5.7.15 ist „nur“ die Frage gewesen, wie wir leben wollen?

Diese Frage haben die Griechen für uns Alle gestellt! Und sie habe gleichzeitig eine starke Antwort gegeben! Als selbst bestimmte Menschen, ohne ökonomische Zwänge und nicht eingepresst in der Logik des: zu viel ist nicht genug. Für Griechenland speziell heißt das: Ein ja im Referendum hätte bedeutet ja zu Austeritätspolitik, die komplett gescheitert ist, also ja zu Allem was die Institutionen durchsetzten wollten!
Ein nein bedeutet, die Volkssouveränität Griechenlands und die gleichberechtigte Teilnahme in der EU. Und ein nein zu der gescheiterten Austeritätspolitik von Frau Merkel und co. und vor allem der schwarzen Null!

PS Natürlich sind die Griechen gegen einen Grexit! Und sie lassen sich nicht erpressen!!!

14:43, karwandler

>>re LiNe
"Eine Möglichkeit wäre, wenn die Großkonzerne der Luxemburg-Affaire dafür zur Kasse gebeten werden und ihre Steuern vollumfänglich nachzahlen.

Auf welcher Rechtsgrundlage soll man die zu Nachzahlungen verdonnern?

Wenn sie legale Möglichkeiten zum Steuernsparen genutzt haben kann ihnen niemand weitere Zahlungen aufdrücken.<<

Das ist ja das Problem bei der ganzen trickreichen Steuerhinterziehungskultur. Man macht sich Gesetze zunutze.

Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, in denen man sein Geld bar über die Grenze nach Luxemburg brachte. Der Geldtransfer war nach deutschem Recht illegal. Wenn die Kohle dann erst mal in Luxemburg war, dann war sie nach Luxemburger Recht legal. Schwierig wurde es dann wieder, wenn man sie nach Deutschland schaffen wollte, um sie auszugeben.

Ich kann mich an viele spannende Geschichten meiner Tanten und Onkels erinnern, die mit dem deutschen Zoll zu tun hatten.

Ich rede übrigens von den 60ern.

Tragische Verirrung der Gläubiger

Was mich fuchsig macht, ist die ständig von Gläubigerseite, besonders von deutscher Seite, vorgebrachte Forderung nach Vorschlägen der griechischen Regierung. Aber Vorschläge hat die griechische Seite längst gemacht. Sie wurden nur mit einem "umgekehrten Corleone" (Paul Krugman) beantwortet: mit einem Angebot, das Tsipras nicht annehmen konnte. Die mit Infamie gepaarte Irrationalität der "Ecclesia militans" der Austeritätsgläubigen nimmt wirklich tragische Züge an:

„Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, jedoch der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn.“

Friedrich Schiller (Werk: Das Lied von der Glocke)

14:19, Schaefer

"Junker ist ein alter Mann, der nicht einsehen will, dass seine Träume geplatzt sind."

Der alte Mann ist eineinhalb Jahre älter als ich und ein halbes Jahr jünger als unsere Kanzlerin....

@simeht: Sieg oder Schuss in den Ofen?

"Das Griechische Volk hat für alle Europäer gesiegt!"
Ich bin gespannt, wie die griechische Regierung jetzt begründet, dass die griechischen Banken seit einer Woche geschlossen sind und die Bankautomaten nur noch 60 € pro Kontoinhaber geben. Die Banken in Griechenland werden bald kein Geld mehr haben und dann muss der Staat zurück zur Drachme. Dazu sagen dann einige Foristen, die Griechen hätten mit dem Referendum die besseren Karten gezogen - wenn die Schlangen an den Bankautomaten immer länger werden? Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut der Griechen stecken. In Deutschland wird es einem Hartz4-Empfäner bald noch besser gehen als einem kleinen „Mann“ in Griechenland. War dann der Wahlsieg ein Erfolg oder nur ein Schuss in den Ofen?

re simeth

" Natürlich sind die Griechen gegen einen Grexit! Und sie lassen sich nicht erpressen!!!"

Den Grexit kann man nicht wählen oder ablehnen. Wenn bestimmte Bedingungen eintreten dann ist Grexit. Ob man's will oder nicht.

Man nennt es auch den Zusammenprall mit der Realität.

@Simeht "Das Griechische Volk

@Simeht

"Das Griechische Volk hat für alle Europäer gesiegt!"

Nicht ganz: das Griechische Volk hat für Griechenland gesiegt und nun wäre es demokratisch, die anderen europäischen Völker zu befragen, oder?

War doch klar, dass Herr

War doch klar, dass Herr Junker weiterhin das Portmonee aufmacht für die Griechen, solange hauptsächlich wir Deutschen und nicht die das große Volk der Luxemburger u.ä. "Staaten" das zahlen müssen. Übrigens finde ich diese Abstimmung der Griechen gerade das Gegenteil als ein Zeichen für Europa. Mag sein, dass die Griechen damit Gleichberechtigung und Souveränität gezeigt haben, aber wieso soll ich das denn bezahlen? Wo ist den da meine Souveränität? Bin ich da ein Mensch mit weniger Rechten, oder sind da andere gleicher als gleich? Hätten die Griechen besser Souveränität bei der Ehrlichkeit gezeigt, dann hätten wir den ganzen Quatsch nicht. Ich lade aber alle Geldverschenker, die ständig meinen es sei noch nicht genug, die Kosten doch mal selbst zu übernehmen. Schließlich sagen die doch dauernd, wir sind so reich, dann sollen diese Herrschaften doch dann was von ihren riesigen Reichtümern verschenken. Aber dann endlich an die kleinen Leute und nicht wieder an Staat und Banken.

Umsetzung statt Vorschläge!!

Warum redet man bezüglich der Sparprogramme eigentlich niemals von der Umsetzung der Vorschläge. Von schönen Plänen ändert sich nichts in Griechenland.
Liebe Griechen, zeigt doch mal, dass ihr auch was umsetzen könnt, anstatt immer nur um Zeit zu betteln und neue Vorschläge zu unterbreiten!!

Griechenland reformunfähig?

Ich kann die Griechen verstehen. Im Gegenteil, ich verstehe einige Forderungen der EU nicht z.B. die Forderungen zur Erhöhung der Umsatzsteuer und eine weitere Absenkung des Mindestlohnes, welcher derzeit bei unter 4 EUR liegt. Solche Massnahmen dienen nicht dem Ziel, Griechenland zu stärken und in die Lage zu versetzen, ihre Schulden irgendwann begleichen zu können.
Es wäre hilfreich, wenn (auch mit Hilfe der Medien!) die Streitpunkte zwischen EU und Griechenland transparent gemacht würden. Die Wiederholung von allgemeinen Phrasen wie z.B. "die Griechen seien reformunfähig" führt zu einer verzerrten Perspektive auf die Sachlage.

Eurozone

Niemand hat etwas dagegen, dass Griechenland in der Eurozone verbleibt. Aber es darf nicht sein, dass weiterhin Milliarden in das reformunwillige Land fließen. Das macht die Bemühungen anderer Länder lächerlich; daran wird Europa dann wirklich scheitern. Herr Juncker ist nicht autorisiert, Unmengen an Steuergeldern zu vernichten. Das Bundesvefassungsgericht in Karlsruhe hat immerhin angemahnt, dass durch den Rettungsschirm das nationale Haushaltsrecht nicht zu sehr beeinträchtigt sein darf: Auszug aus dem Urteil: "Allerdings müsse das Parlament der Ort bleiben, an dem eigenverantwortlich über Einnahmen und Ausgaben entschieden werde, auch im Hinblick auf internationale und europäische Verbindlichkeiten."

Schuldenschnitt auf keinen Fall !

... weil ein geopolitisch interessantes Land wie Griechenland "ohne Altlasten/Schulden" für Übernahme-Interessenten ( z. B. Russland, China, ... ) sehr interessant wäre und sich Investitionen lohnen könnten.
Das Interesse an einem Land, dass mit hohen Schulden mit der EU verheiratet ist wird sich sehr in Grenzen halten.
Das trägt zur geostrategischen Ruhe für die erforderlichen Reformen bei und ruft nicht auch noch die Hyänen auf den Plan.

Ökonomischer Sachverstand vs neoliberalen Betonköpfen

Ökonomieprofessoren aus den Elite-Universitäten in Harvard, Oxford und Paris appellieren in einem offenen Brief an die EU und Merkel. Jetzt ist der richtige Moment die gescheiterte Austeritätspolitik zu überdenken.

Als Alternative nennt die globale Professoren- Elite einen notwendigen Schuldenschnitt.

Die Boygroup aus Griechenland hat bis jetzt eine gute Show geliefert. In nur zwei Wochen hat Tsipras mangelnde Unterstützung in den eigenen Reihen in eine breite Unterstützung des Volks und der Opposition verwandelt. Tsipras tritt aus einer gestärkten Position in Europa auf. Demokratie verleiht macht.

Merkel schrumpft zugleich von der "mächtigsten Frau" zur "Trümmerfrau Europas". Ihre radikale Austerität ist ökonomisch und demokratisch gescheitert. Ihr parteiinterner Rückhalt bröckelt und Merkels Kanzlerschaft wackelt.

Die neoliberalen Ideologen der EU müssen sich endlich bewegen oder es scheitert der Euro. Dann scheitert Merkel.

15:03 von fathaland slim

Das ist ja das Problem bei der ganzen trickreichen Steuerhinterziehungskultur. Man macht sich Gesetze zunutze.

Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, in denen man sein Geld bar über die Grenze nach Luxemburg brachte. . Wenn die Kohle dann erst mal in Luxemburg war, dann war sie nach Luxemburger Recht legal. Schwierig wurde es dann wieder, wenn man sie nach Deutschland schaffen wollte, um sie auszugeben.
Ich kann mich an viele spannende Geschichten meiner Tanten und Onkels erinnern, die mit dem deutschen Zoll zu tun hatten.
Ich rede übrigens von den 60ern.
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Ich habe 1962 eine Banklehre begonnen war 40 Jahre selbständig und Steuerehrlichkeit.
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Ich bin hellauf begeistert mit welchen Realismus hier die Experten, mit Geschehen aus den 60ern, an dem angekündigten Rückzahlungsbetrug hochziehen!
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Griechenland hat nachzuweisen, wie Sie mit neuen Hilfen die ständig außufernde Verschuldung zurückführen können!
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Sonst aus die Maus, ohne Schiller und Goethe!

Das griechische Weimar?

Die Weimarer Republik (1919-33) ging bekanntlich durch den Sparkurs der Regierung Brüning in den "Weixit". Dann kam Hitler mit seinen "Reformvorschlägen" (Autobahn, Aufrüstung, Annektierung) und das Resultat ist allgemein bekannt. Der Vergeich mit dem "Grexit" hinkt zwar, doch Schulden können nun einmal nicht mit neuen Schulden bezahlt werden. Daher ist jetzt der GAU des Staatsbankrotts eingetreten. Na und? Das haben wir ja bei Argentinien und anderen Staaten auch schon erlebt, deren Bevölkerung dadurch nicht Hungers ausgestorben ist. Fazit: Schuldenschnitt, Neuanfang mit einem Investitionsprogramm unter strikter Kontrolle der EU, die Vollmacht über die Projekte und den Kapitaleinsatz erhält. Vielleicht hilft auch das "savoir-faire" der Vignerons aus dem Bordelais damit auch der griechische Wein einmal zum Preis eines Grand Cru Bordelais exportiert werden kann!

Junckers bester Dienst an Europa - Der Rücktritt -

Herr Juncker ist auf breiter Front politisch gescheitert. Schon der Start als Europa-Chef war besudelt durch die gigantische Steuerhinterziehungspraxis, initiiert und dann promoted durch ihn selbst, wobei die Gewinner die globale Banken und multinationale Unternehmen waren. Die Verlierer waren die mittelstándische Unternehmen und die gewöhnliche Steuerzahler. Alles wurde unterm Tisch gekehrt und trotz eine weltweiter Skandal lustig weiter gemacht unter dem Motto - Wir sind die Demokratie -. Und so schlitterte man , mir nichts, dir nichts, im Griechenskandal. Unvollständig informiert, inhaltlich völlig falsch operierend, zeitliche Aspekte nicht einschätzend und mit einem Auftritt der äusserst peinlich war.
Die Sache ist gescheitert, die Scherben werden zusammengekehrt, die Regierungschefs versuchen noch das beste draus zu machen und Juncker bester Dienst aN Europa ist der Rücktritt.

15:18 von pkeszler – Kein Schuss in den Ofen

Mit dem "Nein" haben die Griechen der kalten Marktrationalität die Stirn geboten und zwingen die Führer Europas zum Offenbarungseid: Was zählt letztendlich in Europa, der Primat der (Finanz-)Märkte oder der Primat der Politik!

Nun ja, er fürchtet um seinen

Nun ja, er fürchtet um seinen Posten. Aber dann soll er jetzt auch etwas dafür tun, nicht nur schwatzen.

genau Friedrich Peter

wer sowenig Menschenkenntis und Sachkenntis hat sollte zurücktreten. Oder hat Luxenburg Schattenbanken mit Griechenwetten über große Hebel zu laufen. Unser Herr Schulz begreift es nicht und Frau Merkel ist die personifizierte Wareschleife die sich hier von T. hinhalten lässt. Aber den Juncker habe ich nicht so naiv eingeschätzt.

16:03, Boris.1945

"Griechenland hat nachzuweisen, wie Sie mit neuen Hilfen die ständig außufernde Verschuldung zurückführen können!"

Ich habe noch nichts davon gehört, dass Griechenland die Staatsverschuldung erhöhen möchte. Es geht meines Wissens um Refinanzierung fälliger Kredite.

Ein Land, welches Schulden abbaut, müssen Sie mir nennen. Ich kenne keins.

Im übrigen hatte mein Kommentar, auf den Sie sich beziehen, mit Steuerflucht und nur mittelbar mit Griechenland zu tun. Er bezog sich auf das traditionsreiche Luxemburger Steuervermeidungsmodell, welches entgegen populärer Meinung nicht auf Juncker zurückzuführen ist. Der war in den 60ern nämlich noch ein Kind.

Es ging darum, dass man an das Geld der Reichen, auch der reichen Griechen, so gut wie nicht rankommt und die Gründe, warum das so ist, und nicht um irgend einen wie auch immer gearteten Rückzahlungsbetrug.

16:48 von fathaland slim

16:03, Boris.1945
"Griechenland hat nachzuweisen, wie Sie mit neuen Hilfen die ständig außufernde Verschuldung zurückführen können!"
Ich habe noch nichts davon gehört, dass Griechenland die Staatsverschuldung erhöhen möchte. Es geht meines Wissens um Refinanzierung fälliger Kredite.
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Das war gerade mein Anliegen, festzustellen, das der Artikel nicht den Grexit 1980 behandelt.
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Außerdem hat Griechenland mit unseren Hilfen keine Einnahmeverbesserung erzielen können, sondern die Staatsverschuldung regelmäßig gesteigert!!
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17:02, Boris.1945

"Das war gerade mein Anliegen, festzustellen, das der Artikel nicht den Grexit 1980 behandelt"

Was meinen Sie mit "Grexit 1980"?

"Außerdem hat Griechenland mit unseren Hilfen keine Einnahmeverbesserung erzielen können, sondern die Staatsverschuldung regelmäßig gesteigert!!"

"Unsere Hilfen" waren an Bedingungen geknüpft, die die griechische Wirtschaft um 25% einbrechen ließen, weswegen sich die Staatsverschuldung in Relation zum Bruttosozialprodukt erhöhte.

In absoluten Zshlrn stagniert sie auf hohem Niveau bzw. ist nach dem raschen Anstieg nach dem letzten Schuldenschnitt nur noch unwesentlich gewachsen.

Seit Antritt der teuflischen Tsipras-Regierung gar nicht mehr.

Ich will auch endlich abstimmen können.....

Noch ca. 5 Jahre, dann lasse ich mich in der Schweiz einbürgern. Dann darf ich auch mit entscheiden und nicht nur Frust abladen, wenn mir was nicht passt.
MfG

@Rosbaud

"Mit dem "Nein" haben die Griechen der kalten Marktrationalität die Stirn geboten und zwingen die Führer Europas zum Offenbarungseid: Was zählt letztendlich in Europa, der Primat der (Finanz-)Märkte oder der Primat der Politik!"
Was nutzt aber den linken Griechen der Sieg beim Referendum, wenn sie trotzdem kein Geld haben, die Wahlversprechen zu realisieren. Die reichen Griechen haben ihr Geld ins Ausland geschafft und die armen Griechen bleiben auf den Schulden sitzen und müssen vor den Bankautomaten Schlange stehen. Der Sozialismus ist nur solange ein erstrebenswertes Ziel, solange genügend Geld in der Kasse ist. Das hat doch der Untergang der DDR uns allen bewiesen.

Wieso ist Hr. Juncker gegen den Grexit?

Solange Griechenland im Euroraum ist, gibt es nur zwei Optionen:
Option A: die EU setzt ein EU-Spardiktat (zum ersten Mal) durch. Folge: der schwache Rest der griechischen Wirtschaft wird auch noch wegbrechen. Aus eigener Kraft wird sich Gr. nicht retten können, solange es im Euroraum ist. INAKZEPTABEL!

Option B: Gr. wird weiterhin ein nicht verdienter Lebensstandard durch die europ. Steuerzahler finanziert. INAKZEPTABEL!

Wieso ist also Hr. Juncker gegen die einzige Lösung: ein Grexit? Das würde bedeuten, dass
1. die EU auf der ganzen Linie gescheitert ist (ist ja schon eingetreten)
2. die EU Macht und Kompetenzen wieder zurück an die nationalen Parlamente geben müsste

Das ist natürlich inakzeptabel für die EU-Bürokraten. Lieber ein auf realitätsfernen Wunschdenken basierenden Projekt wie den Euro weiterführen, egal, wie viel Billionen Euro Steuergelder aus dem Norden verschwendet, egal, wie hoch die Arbeitslosigkeit und Schulden im Süden sein werden.

17:16 von fathaland slim

Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, in denen man sein Geld bar über die Grenze nach Luxemburg brachte. Der Geldtransfer war nach deutschem Recht illegal. Wenn die Kohle dann erst mal in Luxemburg war, dann war sie nach Luxemburger Recht legal. Schwierig wurde es dann wieder, wenn man sie nach Deutschland schaffen wollte, um sie auszugeben.
Ich kann mich an viele spannende Geschichten meiner Tanten und Onkels erinnern, die mit dem deutschen Zoll zu tun hatten.
Ich rede übrigens von den 60ern.
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*
Pardon.
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Sie haben bei Ihrer verständnisvollen Schilderung, der sicherlich auch aus Griechenland stattfindenden Zollgeschichten, das Jahrzehnt um 1960 zitiert.
*
Insofern waren meine Ausführungen gegenstandslos?

17:21, kleinermuck2012

"Ich will auch endlich abstimmen können.....
Noch ca. 5 Jahre, dann lasse ich mich in der Schweiz einbürgern. Dann darf ich auch mit entscheiden und nicht nur Frust abladen, wenn mir was nicht passt.
MfG"

Ich glaube nicht, dass Sie das Schweizer System richtig verstanden haben.

Sie dürfen dort beileibe nicht über alles, was Sie gerade bewegt, abstimmen.

Auch da bleibt Ihnen oft nichts anderes übrig als Frust abzulassen....

Verlierer sind die Steuerzahler auf allen Seiten

Egal wie es ausgeht, Verlierer haben wir auf allen Seiten, bei den Griechen genauso wie bei den anderen 18 EU Staaten. Wer zahlt denn die Zeche des politischen und finanziellen Missmanagement am Ende - Steuerzahler auf allen Seiten. Das Geld ist weg und irgendwoher muss es ja kommen.

Nur fasst uns natürlich keiner sofort in die Tasche - dass das Geld fehlt, merken wir an geringeren Investitionen in alle sozialen Systeme, insbesondere die Renten die bis 2025 (Babyboomer sind dann 60+) richtig unter Druck geraten und infolge höhere zu zahlende Beiträge der arbeitenden Bürger. Und die Steuern werden erhöht - dann 21% statt 19% MwSt, KFZ Steuer, Erbschaftssteuer - dass Feld ist weit.

Wie gesagt, es wird eine große Zahl Verlierer geben, relativ gesehen nur wenige Gewinner.

Das Geld ist futsch und im Grunde geht's nur drum, wo man die größeren Verluste vermutet. Insofern ist es fast ein Ratespiel, ob Grexit sinnvoll ist oder nicht. Am Ende vmtl. eine Ideologiefrage.

Schöne neue Welt

Was hier gerade abgeht

Aus dem Ticker:
"Vor dem Sondergipfel äußert sich ein sichtlich müder Jean-Claude Juncker über Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras: "Ich bin immer froh, wenn ich Herrn Tsipras sehe. Ich hatte ihn heute Nacht am Telefon, ich weiß nicht um wie viel Uhr", sagte der Kommissionspräsident."

Egal was, aber man kann niemandem mangelnde Leistungsbereitschaft vorwerfen. Aus Politikersicht ist die Lage unglaublich spannend. Irgendwie wäre ich gerne dabei.

17:50, Mounteneer

"Sie haben bei Ihrer verständnisvollen Schilderung, der sicherlich auch aus Griechenland stattfindenden Zollgeschichten, das Jahrzehnt um 1960 zitiert.
*
Insofern waren meine Ausführungen gegenstandslos?"

Meine Schilderung der deutschen Steuerhinterziehungspraktiken der 60er waren nicht verständnisvoll, sondern beschrieben die Realität, die viele Foristen hier, die sich über die Griechen erheben, nicht wahrhaben wollen. Da Luxemburg und Griechenland nie eine gemeinsame Grenze hatten, stellte sich die Lage für griechische Steuerhinterzieher technisch ein wenig anders dar.

Ich habe nichts davon geschrieben, dass Ihre Ausführungen gegenstandslos wären. Welche auch immer. Aber ich verstehe wieder mal nicht so richtig, was sie mit dem, was ich schrieb, zu tun haben.

Und ich weiß immer noch nicht, was "Grexit 1980" ist.

17:31 von pkeszler – Wer redet denn von Sozialismus?

Hätten sich die Griechen tatsächlich weiterhin demütig einer stupiden Austeritätspolitik unterwerfen, und damit den Karren noch weiter in den Sumpf fahren lassen sollen? Warum? Weil es der deutschen Leitung der Brüning-Festspiele wohltun würde?
Als die Regierungen von den Schwesterparteien von CDU/CSU und SPD gestellt wurden, waren die Forderungen nach einem funktionierenden Katasterwesen und effizienten Steuerbehörden nicht so drängend wie bei der jetzigen Regierung. Da reichte es, wenn die Reformen hauptsächlich die unteren Stände beutelten. Von der neuen Regierung erwartet man jetzt aber, dass sie binnen weniger Monate, sozusagen im Schweinsgalopp, den Verhau beseitigt, der von den Vorgängerregierungen in vier Jahrzehnten geschaffen wurde. Aber wenn's um Linke geht, verfällt der deutsche Bürger gerne in eine Art Denkstarre.

Ich würde das gerne verstehen???

Dieser Mann scheint die Begrifflichkeit und Standfestigkeit eines ausgelutschten Kaugummis zu haben.
Was ist da so schwer zu verstehen? Die Griechen haben sich entschieden und zwar gegen das luxemburger Kaugummi und seinen Plan.
Man möge ihnen diese Souveränität zugestehen und akzeptieren wie die Mehrheit demokratisch entschieden hat anstatt jetzt wieder weiter an Rettungspaketen zu schrauben, die weder auf Seiten der Gläubiger, noch auf Seiten der Griechen akzeptabel sind.

"Niemand darf die Griechen hinauswerfen wollen." - Wetten doch?!

Herr Tsipras, senden Sie Herrn Juncker doch mal eine SMS. Inhalt "Isch over. Jetzt Souveränität und GREXIT".

Dann bleibt auch der Michel ruhig, wenn übergangsweise Unterstützung geleistet wird. Ehrensache!

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