Kommentare - Finanzminister Tsakalotos: Lampenfieber statt scharfer Rhetorik

06. Juli 2015 - 22:09 Uhr

Griechenlands neuer Finanzminister Tsakalotos will weiter mit den Gläubigern verhandeln. Er gilt als zurückhaltender als sein Vorgänger Varoufakis. Seine Ernennung kann als Zugeständnis an die Eurogruppe verstanden werden.

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Kommentare

Die Pläne liegen doch schon

Die Pläne liegen doch schon seit Monaten vor, nur hat die EU kein Interesse daran auch nur einen schritt auf die Griechen zu zugehen. Die Griechen haben aber auch zurecht keine Lust einfach nur abzunicken was die eurogruppe vorlegt.

Keine ELA-Liquidität mehr

Die EZB darf die ELA-Kredite auf keinen Fall aufstocken. Wenn die Griechen an den Geldautomaten mit der Kreditkarte gegen die Stabilität ihres eigenen Gemeinwesens stimmen und ihren eigenen Banken den Boden unter den Füßen weg ziehen, dann kann es nicht sein, dass wir dafür gerade stehen sollen.

re davidw.

Zitat: "Die griechische Bevölkerung die hier an den Geldautomaten Schlange steht, plündert nicht die Konten,
sie braucht die paar Euro, welche die Automaten noch ausspucken, dringend zum nackten Leben."

Das ist ja nicht strittig. Innerhalb der letzten Monate haben sich die griechischen Konteninhaber aber eine Gesamtsumme von fast 90 Milliarden Euro genehmigt und sich in bar zuhause gehortet oder ins Ausland transferiert. Um diese gigantischen Summen geht es in Wirklichkeit und dieses unsolidarische Verhalten zerstört gerade die Liquidität sämtlicher griechischer Geschäftsbanken.

weiter verhandeln?

man sieht, es spielt keine Rolle was das Volk will. Die Demokratie in der EU ist auf das Niveau einer Bananenrepublik gesunken.
Wir werden ja auch nicht gefragt, ob wir weiter zahlen wollen -
die Sozialisten in Europa - einschl. BRD - wissen halt immer besser als das Volk, was mit dem Volksvermögen zu passieren hat. Das Blanko-Scheckheft ist schon gezückt. Wird Zeit das Deutschland den € verlässt.

Was soll man noch verhandeln.

Was soll man noch verhandeln. Es darf keinen weiteren Schuldennachlass geben. Vielmehr wäre es sinnvoll, wenn Griechenland die Drachme wieder einführen würde. Dabei kann man ihnen helfen.

Warum sollen wir an der griechischen Misere Schuld sein? Warum müssen wir unter der künstlichen Geldentwertung leiden. Ich habe nicht ein Leben lang gespart, um damit fremde Völker zu retten.

Wenn die Griechen keinen Bock auf einen stabielen Euro haben, dann ist die Drachme doch genau die richtige Wahl. Aber sie sollen aufhören zu behaupten, daß der Euro Schuld an ihren Problemen ist. Schuld sind die, die Schulden gemacht haben nicht die Gläubiger. Viele Menschen haben von den Staatsschulden profitiert, insbesondere die vielen Staatsbediensteten. Und was man an sonsten so über Griechenland hört, Vetternwirtschaft, Steuerhinterziehung, Oligarchen ...

Es mag ja stimmen, daß es auch arme Griechen gibt, aber was haben wir damit zu tun? Wir sind KEINE Sozialunion. Keine Schuldenübernahme!

dieser Bericht ist so schlecht,

da kommt mir das Grausen, nur ein Bsp. "Während Varoufakis - auch in Kleidungsfragen - einen lässig-provokanten Stil pflegt, hat Tsakalotos mit Starallüren nichts im Sinn." Was sollen denn solche Phrasen für einen Informationswert haben? Ist das wirklich noch die Tagesschau? Ich bin fassungslos. Oder der holländische Finanzminister: "Das "Nein" der Griechen zum Sparpaket erschwert nach Ansicht von Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem die Lösung der Finanzkrise zusätzlich. Er wolle sich weiter dafür einsetzen, dass Griechenland in der Eurozone bleiben könne" Das steht überhaupt nicht zur Debatte, so eine Aussage muss doch von der Journaille hinterfragt werden.

Ein neuer Minister wird wenig verändern

Es ist nicht so wichtig wie der Finanzminister in Griechenland heißt.
Es ist wichtig ob die Tsipras-Regierung endlich bereit ist die Vorgaben der Gläubiger zu akzeptieren und sich nicht mit unrealisitischen Forderungen in den Grexit zu steuern.
Allerdings lässt das Vorgehen Tsipras eher vermuten dass er diesen Weg gerne möchte, denn alles was er in den letzten 5 Monaten getan hat führt das Land genau dort hin!
Tsipras dürfte eigentlich gelernt haben dass die anderen Euro-Länder nicht mit sich spielen lassen. Gerade die Länder die ebenfalls Probleme haben oder hatten drängen ganz besonders auf die Einhaltung der Reformvorgaben. Wenn Tsipras und sein neuer Finanzminister das nicht akzeptieren ist der Weg in den Grexis (leider für das griechische Volk) vorgegeben.

Scheinbar nichts anders ...

>>
Griechenlands neuer Finanzminister Tsakalotos will weiter mit den Gläubigern verhandeln. Er gilt als zurückhaltender als Varoufakis. Seine Ernennung kann als Zugeständnis an die Eurogruppe verstanden werden ..
<<

Warum das ein Zugeständnis sein soll verraet uns der Autor leider nicht.

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Der neue griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos hat sich für eine Fortsetzung der Verhandlungen Athens mit seinen Gläubigern ausgesprochen. "Ich denke, dass sich etwas in Europa ändern kann", sagte der 55-Jährige kurz nach seiner Ernennung am Abend in Athen. Die Griechen hätten bei dem Referendum am Sonntag deutlich gemacht, dass sie "Besseres verdient haben" und eine "nicht-lebensfähige Lösung nicht akzeptieren" könnten.
<<

Mit anderen Worten, genau den gleichen Ansatz wie Varoufakis. Auch Tsakalotos ist scheinbar der Meinung die Griechen haetten das Recht selbst bestimmen wieviel Geld wir ihnen geben muessen und zu welchen Bedingungen.

So wird das garantiert nichts, Herr Tsakalotos

Der neue griechische Finanzminister ist

ein Keynesianer. Dann vertritt er sicher auch die Ansicht, dass es nicht vorteilhaft ist, wenn die Währung eines Landes die Weltleitwährung ist, weil diesem Land hierdurch ein erheblicher Vorteil beschert wird. Es kann Geld drucken und alle anderen Staaten müssen dieses Geld benutzen.
Des Weiteren sollte man seitens der Eurogruppe nicht versuchen, den neuen griechischen Finanzminister über den Tisch zu ziehen, nur weil er nicht so aggressiv vorgeht wie sein Vorgänger. Es sieht aber leider danach aus. Peinlich.....
Und zu guterletzt frage ich mich, warum es Geldgeber geben muss. Warum haben die soviel Geld, dass sie es verleihen oder Geben können? Warum sind Staaten darauf angewiesen?
MfG

you made my day: Denn diese

you made my day:

Denn diese hätten niemals erklärt, dass Athen kein Geld mehr bekomme, wenn es die Reichen nicht besteuere.

na der fängt ja gut an...... ich dachte die wollten das kindergartenniveau hinter sich lassen

Griechenland braucht ...

Luft zum atmen.
Die griechische Regierung braucht Handlungsspielraum. Es reicht nicht das man stets Forderungen stellt und dann je nach politischer Ansicht diesen zustimmt, oder diese ablehnt.
Die griechische Regierung muss man auch etwas eigenen Spielraum lassen.
Wenn man sich alles absegnen lassen muss, dann ist die Regierung überflüssig und innerhalb der Bevölkerung wächst der Unmut gegen die Fremdbestimmer. Dies ist leider nun schon längst vorhanden. Zum einem zwar auch durch Stimmungsmache, aber auch stark durch das politische Agieren der Gläubiger.
Ich weiß es stehen 2015 noch Wahlen an z.B. in Spanien und man wird wohl alles tun, das dort keine linke Regierung gewählt wird.

Denn es geht nicht mehr um Griechenland, es geht um die politische Richtung innerhalb von Europa, dafür ist man bereit ein Volk zu opfern. Ich würde dies als uneuropäische bezeichnen.

"Ich denke, dass sich etwas

"Ich denke, dass sich etwas in Europa ändern kann"

Was soll sich den noch ändern. Wir wollen keine europäische Lira, wir wollen eine harte Währung.

"In früheren Berichten wird Tsakalotos als überzeugter Keynesianer beschrieben. Das bedeutet: Er glaubt daran, in einer wirtschaftlichen Notsituation Schulden zu machen, ..."

Jetzt wird es religiös. Sie wollen Schuldenerleicherungen um neue Schulden machen zu können, die in ein paar Jahren wieder nicht mehr getragen werden können.
Er will die Geldverbrennung weiter anheizen, bis wir alle pleite sind.

Neue Schulden um die Wirtschaft anzuschieben ist als wenn ein Spieler im Casion Haus und Hof verspielt hat und dann einen Kredit aufnimmt in der Annahme, damit alles zurückzugewinnen. Das funktionniert nur in Hollywood aber nicht im richtigen Leben.

Überhaupt sollte man die ganzen Keynes Beführworter zum Teufel schicken. Sie leben noch im Jahr 1929. Geld drucken gegen den Börsencrash. Schuß damit! Die Ersparnisse müssen gerettet werden.

Zitat: Die Ablehnung der

Zitat:
Die Ablehnung der bisherigen Reform- und Sparvorschläge der Gläubiger habe aber "unglücklicherweise die Kluft zwischen Griechenland und anderen Ländern der Eurozone vergrößert".

Das wäre doch jetzt echt spannend, was die Bevölkerung (und nicht die Politiker) der "anderen Länder" über den bisherigen Reformkurs und dessen Erfolg denkt.

Die Ernennung von Euclid Tsakalotos

sollte, so warnen einige britische Medien, gerade nicht als Zugeständnis an die Eurogruppe gewertet werden. Varoufakis, der sowohl als Keynesianer wie Marxist gilt, hatte "Grexit" ausgeschlossen,
Tsakalotos ist da weniger bestimmt weil er genau weiss, einen Grexit kann sich Deutschland nicht leisten.
Denn ein Austritt aus dem Euro kommt letztlich einem grossen Schuldenschnitt gleich, da hilft es gar nichts, wenn de jure Griechenland die Schulden in Euro dann halt in Drachmen abtragen muss, Griechenland wird de facto gar nichts abtragen. Also ein kleiner Schuldenschnitt ist wesentlich billiger. Davon wird Tsakalotos nicht abweichen. Im Gegensatz zu Varoufakis ist Tsakalotos nicht nur promovierter Ökonom, sondern auch Politik-Profi.

Wirtschaftskompetenz?

Aus dem Artikel:
>> In früheren Berichten wird Tsakalotos als überzeugter Keynesianer beschrieben. Das bedeutet: Er glaubt daran, in einer wirtschaftlichen Notsituation Schulden zu machen, um einen Aufschwung zu initiieren. <<

Werte Tagesschauredaktion,
glauben Sie mir, Keynesianismus ist ein kleines bisschen komplizierter. Im Idealfall spielen da feste Wechselkurse, niedrige Zinssätze, "schlafende" Aktienbörsen und eine aktive Wirtschaftspolitik eine Rolle, die das Gewinnstreben auf unternehmerische Aktivitäten lenken und der Finanzalchemie eine Absage erteilen. Falls Sie es nicht wissen sollten, das "goldene Zeitalter des Kapitalismus" (Kriegsende bis etwa Mitte der 1970er Jahre) wurde vom Keynesianismus dominiert.

Prof. Tsakalotos bringt ökonomischen Sachverstand

Die Polit-Boygroup stellt nun Prof. Tsakalotos ins Rampenlicht. Bis jetzt haben die Reformpolitiker eine gute Show hingelegt. Merkel wurde im Zerrspiegel der Medien von der "Mächtigsten Frau der Welt" zur "Trümmerfrau Europas" degradiert. Nicht die neue Reformregierung in Griechenland wackelt sondern die Kanzlerschaft Merkels. Tsipras sitzt fest im "Sattel" und strotzt innenpolitisch vor Kraft. Er hat gegen den Willen der EU die Demokratie auf europäischer Ebene durchgesetzt und gewinnt immer mehr Anhänger für einen Schuldenschnitt.

Merkel verliert zugleich immer mehr Zustimmung. Wäre ihr großzügiges Angebot angenommen worden, hätte sie wohl ohne Kanzlermehrheit dagestanden. Ihr immer wieder wiederholte Versprechen, der deutsche Steuerzahler zahle nicht für Griechenland, entpuppt sich als bewusste Täuschung. Wie ein NSA - Protokoll zeigt wusste Merkel bereits 2012, dass nur eine Schuldenschnitt oder eine Transferunion in Frage kommt. Ein Haircut kann Merkel nicht vertuschen.

ein wenig dünn

'Tsakalotos hat sich den Kampf gegen Steuerbetrug und Bestechung sowie für bessere Verwaltungsstrukturen auf die Fahnen geschrieben.'

Da dürfte er bei den Geldgebern aber ebenfalls auf Granit beißen, weil die einen feuchten Schmutz dafür tun werden, dass jemand ihre Renditen schmälert.

Pest oder Cholera?

Griechenland hat sich vorerst erfolgreich gegen die "Zucker und Peitsche - Politik" der Banken - EU gewehrt. Ich fürchte aber dass das griechische Volk ohne "Zucker" von den Banken, trotz der neu gewonnenen Freiheit nicht überleben kann...

Keynes

... und Keynes geht eben nicht von einem total überschuldeten Staat aus, wenn er in der Krise deficit spending - also zur Not auch schuldenfinanzierte Nachfrageerhöhung des Staates - fordert. Griechenland erfüllt nicht die Voraussetzungen, von denen die Theorie Keynes' ausgeht.

Alles wird verdreht.

Alles wird verdreht. Unglaublich :
Ja gibt es denn dort keine Steuergleichheit?
Ja die reichen Griechen konnten sich zum Schaden ihrer Mitbürger "verflüchtigen"

Doch auch Tsakalotos wirft den Gläubigerinstitutionen vor, mitverantwortlich für anhaltende Steuerhinterziehungen zu sein. Denn diese hätten niemals erklärt, dass Athen kein Geld mehr bekomme, wenn es die Reichen nicht besteuere.

Prima Art der Geldverschiebung

@ Initiative Neue
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Gute Analyse.

Tsakalotos zum Finanzminister zu ernennen, ist ein schlauer Schachzug. Sehr medienwirksam quer durch Europa. In wenigen Wochen wird die Troika noch lächerlicher dastehen.
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Nicht etwa, dass ich das ungerecht fände. Denn das Spiel läuft so: Nominell bekommt Griechenland 100%. Faktisch sind es 8%, denn 92% sind für die Banken. Und die müssen das natürlich auch bekommen. Wenn Griechenland das nicht schultern kann (welche Überraschung!), zahlen das halt die Steuerzahler des restlichen Europas.
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Merkt ja keiner, denn mit Griechenland hat man einen prima Sündenbock, an dem sich der - berechtigte - Volkszorn entladen kann. Da wird sich kaum einer die Mühe machen, genauer hinzuschauen, nicht wahr?
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re kleinermuck2012

Zitat: "Dann vertritt er sicher auch die Ansicht, dass es nicht vorteilhaft ist, wenn die Währung eines Landes die Weltleitwährung ist, weil diesem Land hierdurch ein erheblicher Vorteil beschert wird. Es kann Geld drucken und alle anderen Staaten müssen dieses Geld benutzen."

Diese Aussage suggeriert, dass die Volkswirtschaft, zu der die Leitwährung gehört, davon profitiert, dass andere das Geld benutzen. Das ist aber in Wirklichkeit Quatsch. Wie soll dieses Profitieren denn aussehen? Dazu müsste es ja eine Art internationale Umsatzsteuer geben. Die gibt es aber offensichtlich nicht.

"Während Varoufakis - auch in

"Während Varoufakis - auch in Kleidungsfragen - einen lässig-provokanten Stil pflegt, hat Tsakalotos mit Starallüren nichts im Sinn. "
Es ist nicht entscheidend wichtig, aber doch symptomatisch. Auch nach seinem Rücktritt geht es an den Mann und nicht - um die ewige Spielmetapher einmal ein bisschen anders zu verwenden - den Ball. Das ist und bleibt unschön und ist definitiv nicht Bestandteil eines Qualitätsjournalismus.

" 'Es gibt keinen leichten

" 'Es gibt keinen leichten Weg aus der Krise', sagte der für den Euro zuständige Vizepräsident der Kommission, Valdis Dombrovskis.
Das ist erstens banal und zweitens unterstellt es den griechischen Verantwortlichen simples Denken. Mithin ist dieser Satz Ausdruck einer ganz und gar unangebrachten Arroganz, und zwar nicht nur, weil er auf den Sprecher selbst zurückweist, sondern auch, weil die Situation nun äusserste Sachlichkeit erfordert und keine tendenziell beleidigenden Sprechblasen.

re b_m

Zitat: "In früheren Berichten wird Tsakalotos als überzeugter Keynesianer beschrieben."

Das passt jetzt aber gar nicht zusammen.
Tsakalotos ist führendes Mitglied der Syriza, einer linksextremen sozialistischen Partei. Und auf der anderen Seite war der britische Ökonom John Maynard Keynes in seinen Kernaussagen marktwirtschaftlich orientiert und ungefähr der am weitesten von sozialistischen Ideen entfernte Wissenschaftler in der Geschichte der Ökonomie.

re beamtenfreund

Zitat: "Varoufakis, der sowohl als Keynesianer wie Marxist gilt, ..."

Ob er als Marxist gilt, kann ich nicht beurteilen. Marx war ein wichtiger Philosoph, seine ökonomischen Theorien sind allerdings überholt.
Nur eines gebe ich Ihnen schwarz auf weiß, in der Tradition von Keynes steht Varoufakis sicher nicht. Ob er Keynes überhaupt verstanden hat, muss bezweifelt werden.

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