Kommentar zur Sterbehilfe: "Sternstunde im Bundestag"

02. Juli 2015 - 13:14 Uhr

Es ist selten, dass Debatten im Bundestag eine Gänsehaut auslösen, meint Martin Mair. Heute ist so ein Tag: Es sei eine würdige und ernste Diskussion gewesen, jenseits von Parteizwängen, Plattitüden oder politischem Geschacher.

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Kommentare

Gradwanderung..

Es ist eine Gradwanderung,auf die sich die Politik hier begibt. Man muss aufpassen,dass man bei solchen Dingen nicht die Büchse der Pandora öffnet!

Als Fachkrankenpfleger für Psychiatrie und Vater von 2 geistig behinderten Söhnen sehe ich die Gefahr,dass sich Depressive oder Wahnhafte,die oft mit dem Wunsch nach einer "Todesspritze" Hilfe bei uns suchen,in die Fänge von "Hilfsorganisationen" fallen bzw. eines Tages wieder eine Diskussion über "unwertes Leben" beginnt.

Falscher Ansatz

"...wenn die Schmerzen zu groß oder die Lebenslust zu klein ist."
.
Gegen große Schmerzen und fehlende Lebenslust gibt es natürliche Mittel deren Anwendung & Erforschung seit Jahrzehnten von den regierenden Parteien in Zusammenarbeit mit den Pharmakonzernen untersagt wird, dort sollte man ansetzen.

Hilfe

Auch ich hoffe Sterbehilfe zu bekommen wenn "es so weit ist". Ich habe bis jetzt "in Würde" gelebt, ich möchte auch in Würde sterben.
Ich habe jahrelanges Sterben 3 mal miterlebt, und hoffe nicht so enden zu müssen.
In Belgien, wo ich herkomme, ist es, meiner Meinung nach, gut geregelt. Ärzte, Patient oder Familie können nicht frei entscheiden, sondern man entscheidet zusammen. Antrag wird gestellt und geprüft, und landet eventuell beim Gericht wo eine Kommission aus (fach)Ärzte und Juristen entscheidet.

Mag sein das die Diskussion von

Sachlichkeit und nicht von parteipolitischen Geschwätz(wie so oft) dominiert war. Was ausdrücklich zu begrüssen ist. Allerdings schon erstaunlich wieviele oder besser wenige Abgeordnete dieses wichtige Thema interessiert, wenn man sich den halbleeren Sitzungsaal anschaut.

Wär einmal

Sterben gesehen hat d as über Monate,bzw. Jahre ging, weiß was er möchte.Und da macht er bestimmt keine Abstriche.

Sternstunde mag sein, aber trotzdem fragwürdig...

Ich finde es vollkommen unangebracht, dass eine Kleinst-Stichprobe von ca.600 Menschen (Abgeordneten) darüber entscheidet,ob 83.000.000 Menschen ihrem Leben im Zweifel aus eigener Entscheidung mit fremder Hilfe ein Ende setzen können dürfen od nicht.

Ich finde es unerträglich und widerspricht dem Geiste der Verfassung,auf dessen Grundlage jeder Bürger frei ist über sich selber und sein Leben zu entscheiden.

Es braucht rechtliche Abklärungen WIE das ganze dann formal ablaufen soll,aber es darf kein OB ÜBERHAUPT geben.

An solchen Entscheidungen sieht man einmal mehr,dass die rein repr. Demokratie ein Modell des vorletzten Jarhunderts ist,wo die Bürger nicht alle komplett gebildet und Infos nur schwer zugänglich waren.

Ist das ein moderner Staat,der NUR auf die Entscheidung einer Herrscherklasse setzt (auch wenn diese in kleinen Teilen austauschbar ist)?

Nein,er atmet noch den Geist des Obrigkeitsstaates,der in Deutschland leider stark präsent ist.

Grüsse aus d freien Schweiz

das einzige , was ich mir wünsche,...

...ist, mein Leben selbstbestimmt beenden zu dürfen, wenn ich es für richtig empfinde! Wenn ich selbst es nicht mehr kann, soll mein Wille gelten! Ich will keinen Arzt haben, der mir oder meinen Angehörigen Skrupel aufdrängt, oder uns gar abweist, wenn i c h den Wunsch habe, m e i n Leben zu beenden, der mich in die Psychiatrie schickt oder an die Schläuche.... Ich will keine Juristen, die gegen meinen Willen argumentieren. Ich will keine Gesetze, die mich zum "Selbstmörder" machen. Ich will nicht, dass meine Angehörigen beschuldigt werden, oder die, die mir helfen. Ich will keinen Priester, der mir seinen Zuspruch deswegen verweigert und mich ausserhalb des Friedhofs einquartiert..... Ich will respektiert werden, insbesondere, wenn ich meinen letzten Willen persönlich formuliert habe. Ich will wenigstens in diesem einen Punkt als Bürger Deutschlands individuelle Akzeptanz!

Suizid

war in der Antike eine völlig normale Methode FREIWILLIG aus dem Leben zu scheiden,immer mit dem Hintergedanken :Es ist mein Leben und damit kann ich machen was ich will.
Unser Heutiges Problem mit Suizid kommt
1. Von der Christlichen Religion und den Kirchen (dein Leben gehört dir nicht)
2. wie schon 91541matthias schrieb "Unwertes Leben uswusw".Woher das kommt wissen wir alle aus unserer Geschichte.
Nichtdestotrotz gilt das nur für Nichtselbständig Entscheidungsfähige, wer kann schon für seinen nächsten entscheiden.
Ich aber im Vollbesitz meiner Geistigen Kräfte und Geistigem Zustand muss die Möglichkeit haben für mich zu entscheiden ,und da muss ein Staat mir die Möglichkeit geben Menschenwürdig aus dem Leben zu scheiden und mich nicht zwingen mir irgendwo her eine Knarre oder ähnliches zu besorgen.Wenn ich überhaupt noch Körperlich dazu in der Lage bin.
Dafür das ich Lebe war nicht meine Entscheidung aber wie ich abtrette sollte schon in meiner Zustädigkeit liegen

Es gibt keine wirklich

Es gibt keine wirklich richtige Antwort auf die Frage. Man kann bestenfalls feststellen, bei welcher Lösung die Gefahr des Missbrauchs am kleinsten ist.

Ich glaube, die Nöte und

Ich glaube, die Nöte und Gründe für ein Ausscheiden aus dem Leben sind so vielseitig wie es Menschen gibt.
Wenn ich die Krankheit als Grund einmal aussen vorlasse, bleiben fast ausschliesslich sozial-Gesellschaftliche übrig, wie z.B. Einsamkeit oder die von der Gemeinschaft festgelegte materielle Lebensqualität, wo ein zehrender und aufopfernder Weg und Drang, etwas zu erreichen, einfach scheiterte...
Wo gibt es dort Anlaufstellen, klar, schnell sagt man Psychiater, oder die dogmatischen abgedroschenen Phrasen von Religionen... aber da ist auch noch die Scham...
Nein, ich glaube, wir benötigen einfach neue Werte des Gemeinsamen, lebenswerte...

Subjektiver Eindruck

Angesichts der immens steigenden Kosten für die diversen Euro-Rettungsprogramme und die Flüchtlinge ist die Erleichterung der Sterbehilfe nicht nur ein komplexes ethisches Problem, sondern – leider - auch ein konsequenter Akt zur Kostensenkung.

Den alten Deutschen wird beim Sterben „geholfen“, damit man sich um andere besser kümmern kann.

Mein subjektiver Eindruck: Ein Zynismus ohnegleichen, der sich ein humanitäres Mäntelchen umhängt.

Das Mittelmeer und die Sterbehilfe

So liberal, so selbstbestimmt, so wertvoll wie eine kleine Drohne auf politsiches Rezept.

Und: Zahlen die ges. Kassen den Tod auf Rezept gegen Zusatzbeitrag oder nur die Privatversicherten?

Ist Sterben wirklich alternativlos unter Merkels Regierung oder ist das Leben nach dem Tode wegen der himmlischen Vielweiberei nicht eigentlich verlockender für islamische deutsche Männer?

Haben wir nicht zu viele Rentner, demografisch gesehen und müssen wir nicht von Rentenpolitik zu aktiver Sterbehilfe umschalten? Mit Abwrackprämie oder ohne?

Ja. bissig. Aber sollten wir uns nicht um das Dasein die Lebenden kümmern, für möglichst spätes Sterben und viel mehr neues Leben mehr Geld ausgeben und die private Entscheidung über das Ende den schwerstkranken Sterbenden überlassen? Bisher hat noch kein Selbstmörder das Gericht gefragt und wurde auch nicht posthum verurteilt. Treue Katholiken und Muslime sterben ohnehin nur durch Vorsehung und brauchen die Diskussion nicht.

Dass in Zeiten, wo enorme

Dass in Zeiten, wo enorme Ausgaben für Grexit und die ständigen Zunahme Rentenanträgen die Finanzlage im Land immer kritischer werden lassen, ist allen klar. Da können dann schon mal alte Ideen zur Gesellschaftsdiskussion wieder so langsam hervor geholt werden. Sie werden dann in die Öffentlichkeit lanciert und endlich werden aus den Ideen Problemdiskussionen, die nun umgehend angegangen werden sollen. Jetzt ist endlich eine der neuen Diskussionsthemen die Sterbehilfe. Klar kennen viele Fälle, in denen Sterbehilfe für einen Menschen besser gewesen wäre, als das was er bis zuletzt durchmachen musste. Aber irgendwie ist's mir unwohl bei der Diskussion. Geht's da nur um die Humanität oder vielleicht auch schon bald, im Hinblick auf die Belastungen des Staatssäckels, z.B. um das viel zu lange Rentnerleben, das man, natürlich nur mit mehr Humanität, in neue aber auch kürze Bahnen lenken möchte? Ein unmöglicher Gedanke, ich weis, aber hoffentlich bleibt er das auch?

14:35 von hoheshaus

uneingeschrämkte Zustimmung. Danke.

Sehr guter Kommentar

Habe mich jetzt extra angemeldet, nur um meine Freude über den Kommentar von Martin Mair kund zu tun. Danke Herr Mair! Davon wünsche ich mir mehr hier auf tagesschau.de. Ein ehrlicher und ausgewogener Kommentar mit persönlicher Note, sehr schön.

Oh wie schön

Unsere Politker zeigen Emotionen!

Naja kein Wunder, die sind vom Alter ja auch näher am Thema dran als die meisten von uns.

Da man ja nicht übers Meer nach Afrika flüchten muss, braucht man ja keine Epathie für Flüchtlinge zeigen, das kann ja keiner richtig nachvollziehen was die da machen...

Ich dachte lange die Tagesthemen wären vom Wähler bezahlt?!
Warum so pathethische Schleimartikel über einen Haufen egoistischer Wirtschaftsmarionetten?

Ach ja in einer Demokratie ist ja immer das vera%% Volk selber Schuld, wie praktisch.

Religiös motiviertes Diktat von oben

Die zu erwartenden/bestehenden Regelungen zum Themenkomplex Sterbehilfe sind das Resultat einer nicht-repräsentativen protestantisch-katholisch-konservativen "Volksvertretung", die der Bevölkerungsmehrheit ihre religiösen "Gefühle" und persönliche Meinung aufoktroyiert, verpackt Laienargumentationen voller logischer Fehlschlüsse. Wir brauchen Regelungen in Annäherung an die BeNeLux-Staaten. Und auch Herrn Hintzes Einstellung im Gesamtkontext (akt. Sterbehilfe bei entspr. Patientenverfügung) ist davon weit entfernt.
Leider regt sich von Seite der bevormundeten Bevölkerung kaum Widerstand (Tabu/Angst). Palliativmedizin ist evident kein Wundermittel für alle Fälle.
Und warum erhalten religiöse Minderheiten Privilegien (Beschneidung, Schächten, Diskrimierung v. Homosexuellen usw.),Menschen mit humanistisch-utilitaristischer Weltanschauung aber nicht? M.E. ein schwerwiegender authoritärer Übergriff auf meinen Körper u. meine ethischen Überzeugungen.

normalerweise

...müsste es das Problem weitestgehend nicht geben. Einen älteren Menschen, ggf. mit Vorschädigungen, zwar wiederbeleben, aber absehbar zum Pflegefall zu machen, sollte einfach keine Option sein! Was mich jedoch wütend macht, ist die Tatsache, dass, trotz persönlicher Erklärung, sogar trotz offizieller Patientenverfügung, trotz Vollmachten...offenbar Ärzte in den Notaufnahmen, oder behandelnde Ärzte, dieses nicht zur Kenntnis nehmen, wenn es nicht ad hoc, notariell versiert, exclusiv, vorliegt...(die Aussagen eines Notarztes erschrecken)...weshalb eine ältere Frau sich bereits ihren "letzten Willen" als Tatoo auf die Brust eingravieren liess: "Lasst mich sterben!"...

absurd, einfach absurd

finde ich die Argumentation einiger, mit der Legalisierung der Sterbehilfe wolle man in Wirklichkeit demographische Probleme lösen. Wer hat was von einer Pflicht zum Ableben gesagt?
@vanPaten: nicht bissig, nein, abwertend ist Ihr Post, denjenigen gegenüber, die sich für ein selbstbestimmtes Lebensende stark machen. Sie verkehren die tatsächliche Frembestimmung (andere entscheiden, wie lange ich zu leben habe) lediglich (andere enstcheiden, wann ich zu sterben habe) und entmündigen die Betroffenen ein weiteres Mal.
Ob hinter der Diskussion wirtschaftliche Interessen stecken: mag bei einigen so sein, es gibt durchaus Politiker, denen ich das zumindest zutrauen würde. Wenn mein Stündlein geschlagen hat, ist mir das aber egal. Selbstbestimmung. Das ist das Thema, ganz einfach.

15:02 Demokratie-Jetzt

Wer Sterbehilfe in Verbindung bringt mit Rettungsprogramme und Flüchtlinge beleidigt sowohl Flüchtlinge wie Sterbewillige. Beide haben ihr Schicksal nicht gewählt.
Zu sagen das Sterbehilfe aus Kostengründen erlaubt wird ist unter jeder Niveau. Es geht nicht darum das man Menschen umbringen will, es geht darum das Menschen "DIE ES WOLLEN" human aus dem Leben scheiden können.

Am Ende zählt nur Vernunft.

Der Ergriffenheit von Herrn Mair (MDR), angesichts eines halbleeren Plenarsaales sowie auch in der Sache, nicht folgen. Zumal die heutige BT-Sitzung eine Aussprache ohne konkrete Folgen war/bleibt. Außerdem ging es nicht aktuell um Milliarden oder 5 €uro mehr für Rentner, was den Umgangston auch milderte.
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Richtig ist allerdings Herrn Mairs Hinweis, daß "der Tod immer mit am Tisch sitzt". Deshalb hilft auch kein Verdrängen oder ein Abwälzen der Frage "Was soll sein, wenn...?" auf den Einzelnen oder auf Angehörige.
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Meine Idee wäre eine 2-Stufen-Lösung, und zwar: Stufe 1 = Generell wird davon ausgegangen, daß jeder Patient überleben will und die bestmögliche "Apparatemedizin" erhält. Stufe 2 = Ist eine Rekonvaleszenz nicht mehr zu erwarten, entscheidet eine Ethikkommission (i.d.Klinik oder auf Kreisebene, besetzt mit Ärzten, Juristen, Sozialarbeitern / keine Kirche, weil Glaube = Privatsache) über die Sterbehilfe.
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Denkbar auch eine soziale Vorabstufe zur Hilfe für Suizidgefährdete.

@16:14 von frosthorn

Sie reden von "Selbstbestimmung" und gehen dabei wohl sicher davon aus, daß "im Fall der Fälle" Ihrer "selbstbestimmten Willenserklärung zwecks Sterbehilfe" vom Arzt/Äzten in einer Klinik o.ä. selbstverständlich Folge geleistet würde. Was aber, wenn Arzt/Ärzte oder die Einrichtung sich z.B. aus ethischen Gründen weigern? Fremdärzte beiordnen? Schwierig. Klinik oder Einrichtung wechseln? Noch schwieriger. Und währenddessen wimmert oder diriliert der Sterbenskranke vor sich hin... Ich habe das genau so, quasi machtlos verzweifelt und bis zum bitteren Ende eines nahen Angehörigen erlebt.
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Deshalb plädiere ich für eine unanhängige Ethikkommission (in der Klinik oder auf Stadt- oder Kreisebene, besetzt mit Ärzten, Juristen, Sozialarbeitern), die der Klinik o. Einrichtung die Entscheidung abnehmen. Und zwar in jedem Einzelfall, ob mit oder ohne Patientenverfügung. Und immer OHNE Kirche, um z.B. vorhandene Verfügungen nicht evtl. nachträglich umzudeuten.

es ist ein Irrtum zu meinen

mit dem Sterben wäre alles vorbei.

Es gibt einen zweiten Tod (z.B. Bibel, Offenbarung, Kapitel 20, Vers 14 oder auch Kapitel 21, Vers 8)
im Feuersee.

Und auch Jesus Christus hat so oft vor der Hölle gewarnt. Oder auch findet sich im Alten Testament der Hinweis im Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 66, Vers 24 -

Diese Illusion von Grabesstille/Ruhe/Frieden ... hatte ich auch mal.

Gott sei Lob und Dank aber für Jesus Christus, welcher den Tod besiegt hat, und nun die Schlüssel des Todes und des Hades hat!

(Offenbarung, Kapitel 1, Vers 18)

Gewiss, auch ist in der Offenbarung beschrieben, ein Ort, an dem es keine Klage, keine Quaelerei, keine Schmerzen mehr gibt.

Auch:
"(... ) und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen."
Elberfelder Bibelübersetzung, 2002 / Offenbarung, Kapitel 7, Vers 17

Randbemerkungen

Es ist doch, liebe Leser, längst gängige Praxis in den Krankenhäusern, dass Sterbehilfe geleistet wird.

Der Vorgang ist ganz einfach z.B. bei einem beatmeten Patienten:

Es wird die Sauerstoffzufuhr reduziert und gleichzeitig eine etwas höhere Dosis von Morphium gespritzt, welches die Sauerstoffumwandlung in der Lunge nochmals reduziert.

Ergebnis: Der Patient schläft ruhig ein und gleitet hinüber in eine hoffentlich bessere Welt.

Geschieht sicherlich hunderte Male in Deutschland jeden Tag.

Niemand kann belangt werden, denn das Morphium wird gegeben um den Patienten Schmerzen zu ersparen und bei der Sauerstoffzufuhr war man halt der Meinung, dass die Dosis ausreicht.

Somit wird unsägliches Leid von Menschen vermieden.

Euer

H.v.B.

@15:56 von motiv7

"Und warum erhalten religiöse Minderheiten Privilegien"
Sehe ich

Dieses Land hat eine christliche Prägung (Reformation, Aufklärung [eigene Entscheidungen aus der Vernunft zu treffen], Christliche Präambel im Grundgesetz, säkularer Staat -nicht laizistischer mit ansonsten Enteignung der Kirchen und ihrer Diakonie/Hospize/Kitas usw.)

Beschneidung, Schächten, Diskriminierung von Menschen mit Hs. Neigung ist kein Teil der Bibel, mit dem heute relevanten Neue Testament. Das höchste Gebot der Nächstenliebe sieht das auch nicht vor.

In der Sterbehilfe-Debatte zu prüfen, wie Folgen einer institutionell-ökonomischen Handhabung sind, auch die Folgen eines "Danach" zu erörtern, halte ich für sehr wichtig. Viele Ergebnisse der Sterbeforschung (v. Pim van Lommel, Nl.) weisen klar auf ein Bewusstsein nach dem Tode hin. So weit konnte niemand blicken, aber ein Gericht ist lt. Bibel vorausgesagt.

Tendentiell stehe ich für eine seelsorgerliche und ganzheitliche Begleitung bei einem Sterbewilligen.

@Zwicke, 17:12

Ich verstehe Ihren Ansatz, und ich bin auch der Überzeugung, dass man niemanden in den Konflikt bringen darf, Sterbehilfe zu leisten, der das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann. Das wäre ein absolutes NoGo.
Ich halte es aber für zumutbar, z.B. Kliniken zu verpflichten, für solche Fälle vorzusorgen und sicherzustellen, das für die Umsetzung einer PV Fachkräfte zur Verfügung stehen, die dazu bereit sind.
Das mit der Kommission macht mir eher Angst. Wer maßt sich an, meinen Willen noch zu diskutieren, womöglich mit einer mehrheitlichen Abstimmung darüber, ob er respektiert werden soll? Ich wäre wiederum ausgeliefert und fremdbestimmt.

Wer da?

Wie viele Parlamentarier waren anwesend während dieser "Sternstunde"?

@'Friedrich, 18:17

Religiöse Argumente greifen ausschließlich für religiöse Menschen. Wer sein Gewissen danach ausrichten möchte, kann das gerne tun, aber eine Verpflichtung für andere daraus abzuleiten, ist absurd.
Obwohl ich Ihren Hinweis auf ein Bewusstsein nach dem Tode gar nicht leugnen will (ich kann mir dieses vorstellen, sehe aber keinen zwingenden Zusammenhang mit der Bibel oder deren Ideen), ist das noch lange kein Grund, das "diesseitige" Dasein (anderer!) nach Kräften zu verlängern.
Und bitte, führen Sie die Aufklärung nicht als Beispiel für die christliche Prägung des Abendlandes an, das verdreht die geschichtlichen Tatsachen völlig. Und mit der christlichen Präambel des Grundgesetzes kann ebenso wenig argumentiert werden. Es ist nun mal eine Präambel. Sie ist kein Rechtsgut und somit für die Gesetzgebung irrelevant.

@18:17 von frosthorn

Danke für Ihre Antwort. FRAGE: Und wie wäre das nach Ihrer Diktion "zumutbare" Verfahren zur Verpflichtung von Kliniken bzw. Fachpersonal, wenn KEINE PV vorliegt... zum Beispiel bei Unfallopfern, wenn der sterbenskranke Patient zu jung ist und das Thema verdrängte, oder sich im Alter mit dem Thema überfordert fühlte...?
_
17:48 hat User Heinrich von Braun die heute übliche Klinikpraxis schon recht gut beschrieben. Deshalb - es geht bei der Sterbehilfe sicher weniger um medizinische Akutfälle, sondern eher um relative "Langzeitfälle", wo ein langes Leiden / Siechtum zu erwarten ist/wäre.

@Zwicke, 19:13

Nun, die von Ihnen angeführten Beispiele haben ja gemein, dass man den Willen des Patienten nicht kennt. Und dann hat man natürlich ein echtes Problem. Es wird ja dann gern auf den "mutmaßlichen" Willen ausgewichen, was ich schon für sehr gewagt halte. Ich habe auf diese Fragestellung, ehrlich gesagt, auch keine Antwort. Allerdings würde eine Ethikkommission vor demselben Problem stehen.
Die aktuelle Debatte, wenn ich sie richtig verstehe, dreht sich allerdings um die Assistenz zum Selbstmord für Mediziner oder Pflegekräfte. Und Assistenz impliziert ja bereits, dass der Patient eine Entscheidung getroffen hat. Dies dann unter Strafe zu stellen, ist und bleibt eine unverantwortbare Entmündigung. Und das noch mit dem Patienteninteresse zu begründen, ist paradox.

Der Vorschlag von Brand und Griese

Unbeeindruckt von den schweren Bedenken von 140 deutschen Strafrechtlern, wird wohl die Mehrheit für den amateurhaften Vorschlag von Brand und Griese stimmen. Dann wird auch Schwerstkranken kaum noch ein Arzt bei Suizid helfen. Viele Alte werden dann gegen ihren Willen lange und furchtbar leiden. Andere werden vergeblich oder auf grauenvolle Weise oder vorzeitig versuchen, ihrem Leid ein Ende zu setzen. Der Hauptgrund für diesen Schritt in Richtung Mittelalter ist das Fortwirken religiöser Indoktrination und die mangelnde Trennung von Kirche und Staat.

@18:53 von frosthorn

"Verpflichtung für andere [..] ist absurd."

Grundsätzlich leitet sich das Evangelium aus einer Freiwilligkeit ab. Das ist das Besondere gegen eine ansonsten von Zwängen durchsetzten Welt. Eher würde ich einen Lebensstil der freiwilligen Entscheidung im Evangelium sehen, jedoch keine Verpflichtung.

"[..]noch lange kein Grund, das "diesseitige" Dasein (anderer!) nach Kräften zu verlängern."

Leiden ist Teil dieser gefallenen Welt, jedoch unter das Gebot der Liebe/Barmherzigkeit gestellt. Entsorgt man Liebe zugunsten der Ökonomie, kommt etwas Eisiges dabei heraus. Die Diskussion darüber, das Letzteres nicht akzeptabel ist, erleben wir gerade.

Zur Aufklärung: Diese beseitigte die institutionelle aus machtpolitischen Gründen fehlwirkende Staatskirche (Ablass ua.) und legte den Grundstein für eine aus dem Verstand wirkende Entscheidung. Diese ist auch nötig für eine wahrhaftige Hinwendung zu Gott.

Die GG Präambel ist vollumfänglich verfassungsrechtlich relevant, wie alle anderen Artikel

@'Friedrich, 21:07

Leiden ist Teil dieser gefallenen Welt, jedoch unter das Gebot der Liebe/Barmherzigkeit gestellt. Entsorgt man Liebe zugunsten der Ökonomie, kommt etwas Eisiges dabei heraus.
Es ist eine der absichtlichen Fehlinterpretationen dieser Debatte, dass der assistierte Tod aus ökonomischen Gründen hoffähig gemacht werden soll.
Zur Aufklärung: Diese beseitigte die institutionelle aus machtpolitischen Gründen fehlwirkende Staatskirche (Ablass ua.) und legte den Grundstein für eine aus dem Verstand wirkende Entscheidung.
Dann sind also auch Diktaturen gesellschaftlich sinnvoll, weil sie den Grundstein für demokratische Bewegungen legen?
Die GG Präambel ist vollumfänglich verfassungsrechtlich relevant, wie alle anderen Artikel
Die Präambel ist nun mal kein Artikel des GG. Sonst wäre er als Artikel formuliert. Jede Betriebsvereinbarung enthält eine Präambel. Rechtsansprüche lassen sich jedoch nur aus den Vertragsinhalten ableiten.

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