FAQ: Was der Kohle-Kompromiss bedeutet

02. Juli 2015 - 12:41 Uhr

Monatelang hat die Energiewirtschaft lobbyiert - nun ist die Kohle-Abgabe tatsächlich vom Tisch. Doch wie will der Bund die erhofften CO2-Einsparungen stattdessen erreichen? Und was genau steht drin im Kohle-Kompromiss? Ein Überblick.

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Kommentare

Da gibt es keinen Kompromiss.

Doch wie will der Bund die erhofften CO2-Einsparungen stattdessen erreichen?
Die alten AKW,s wieder ans Netz bringen, Neue bauen.
Und zwar da ,wo sie gebraucht werden.
Weg mit der weiteren Verspargelung der Landschaft mit Windmühlen und Stromtrassen.
Ich setze da auf Forschung und innotativen Fortschritt was den Müll angeht.
Vielleicht mal zur Schweiz rüberschauen. Die kümmern sich intensiv damit.

Sozial

Na gut - aber was habe ich nun von der Einigung im "Kohle-Kompromiss" außer etwas besserer Luft? Denn immerhin werde ich über Steuern und höhere Energiepreise doch wohl mehr Geld aufbringen müssen. Die Aktien der Stromkonzerne machten bestimmt deshalb Sprünge nach oben - eben weil wir nun wieder zahlen dürfen. Und nicht sie. Ist das eigentlich sozial, werte SPD?

Reduktion vom Stand 1990 an?

Ich muss mich schon wundern, das niemand hinterfragt warum der CO² Ausstoß des Jahres 1990 als Basis genommen wurde. 1990 liefen doch noch alle alten "Dreckschleudern" der ehemaligen DDR - es sollte also rein durch das Abschalten dieser Anlagen zu einer enormen Reduktion des CO² Ausstoßes gekommen sein! Ich bin der Meinung das unser deutscher Aktionismus uns in eine Sackgasse führen wird, wir werden International immer weiter abgehängt weil wir unsere Produktionsprozesse immer weiter verteuern! Des weiteren tun unsere "Nachbarn" nix was unseren Bemühungen zum Vorteil verhilft, also wenn EU - weit keine Übereinstimmung in der Energiepolitik und deren Ausrichtung vereinbart wird, sollten wir nicht so viele Ressourcen darauf verwenden (Klein Gallien). Keine einheitliche Linien in der EU -> Militär, Energie, Fiskalpolitik, Einwanderung usw......aber wir tun immer noch so als ob wir souverän wären und uns das drumherum nix an ginge! Es ist zum verzweifeln und zum heulen!

Wie putzig

"Die Aktien der Stromkonzerne machten bestimmt deshalb Sprünge nach oben - eben weil wir nun wieder zahlen dürfen. Und nicht sie. Ist das eigentlich sozial, werte SPD?"

Da scheint es echt noch jemanden zu geben, der glaubt, die SPD sei wirklich noch eine in irgendeinem relevanten Sinne "linke" Partei, der sozialer Ausgleich oder gar Umverteilung am Herzen liege. Wie süß...

13:03 von 19ikarus43

"...Die alten AKW,s wieder ans Netz bringen, Neue bauen.
Und zwar da ,wo sie gebraucht werden.
Weg mit der weiteren Verspargelung der Landschaft mit Windmühlen und Stromtrassen.
Ich setze da auf Forschung und innotativen Fortschritt was den Müll angeht. ..."

Setzen Sie lieber auf Zeit. So an die 200.000 Jahre werden wohl reichen.

Überraschend !

"Grob gesagt bittet die Bundesregierung statt der Energiewirtschaft nun die Steuerzahler und Verbraucher zur Kasse".

Damit konnte man aber nicht rechnen, nicht bei dieser lobbgesteuerten Bundesregierung, bestehend aus Merkel-CDU und Gabriel-SPD.

Experten sprechen bereits von ca. 10 Mrd. Euro, die der belogene Bürger und Wähler nun zu tragen hat.

Deutsche bzw. europäische Energieriesen dürfen ja auch wieder Projekte mit Russland realisieren, der dt. Mittelstand und die dt. Familienunternehmen hingegen - natürlich nicht. Da nehmen sowohl Merkel und Gabriel sofort wieder ihre absurd-lächerliche russophobe Haltung ein.

Man will sich ja bestimmt nicht die Karriereleiter umstoßen, diese benötigt man gerade in Kreisen von CDU und SPD schließlich noch, ...nach der politischen Karriere, gell...

WER wählt die bloß noch, herrje ?

13:51 von tibulsky

"...Da scheint es echt noch jemanden zu geben, der glaubt, die SPD sei wirklich noch eine in irgendeinem relevanten Sinne 'linke' Partei, der sozialer Ausgleich oder gar Umverteilung am Herzen liege. Wie süß..."

Ja - nicht? Irgendwie bin ich selbst überrascht von mir...! ;-)

Das Problem ist ein anderes!

Ziel der sogenannten "Energiewende" war es die AKW`s abzuschalten. Von den Kohlekraftwerken war noch keine Rede. Und wer sich die Energiemengen ansieht der weiß, dass es eine Illusion ist in naher und mittlerer Zukunft alle Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen. Man dachte dass moderne Gaskraftwerke an deren Stelle stehen werden, doch sind die zu teuer im Unterhalt und können auch mit modernen Kohlekraftwerken nicht mithalten.
Es ist schon witzig dass diese Kohlekraftwerke nun als Reserve dienen sollen. Sie müssen einsatzbereit gehalten werden, damit man immer wiederkehrende Zeiten mit wenig regenerativer Energie abfedern kann. Das allein ist eigentlich schon der Offenbarungseid der Energiewende, die es noch immer nicht geschafft hat entsprechende Speichermedien zu schaffen. Statt dessen verschenken wir unseren Strom und kaufen ihn dann teuer wieder zurück. Das ist der eigentliche Skandal.

Wer trägt die Kosten?

Zitat.
"Wer trägt die Kosten?

Grob gesagt bittet die Bundesregierung statt der Energiewirtschaft nun die Steuerzahler und Verbraucher zur Kasse.
Ende Zitat"

Diese Fragestellung aus dem Fragenkatalog war doch wohl rhetorisch gemeint ?

Wieviele Arbeitsplätze wären eigentlich "gefährdet".

@Am 02. Juli 2015 um 13:09 von foeddie

„Ich muss mich schon wundern, das niemand hinterfragt warum der CO² Ausstoß des Jahres 1990 als Basis genommen wurde. 1990 liefen doch noch alle alten "Dreckschleudern" der ehemaligen DDR - es sollte also rein durch das Abschalten dieser Anlagen zu einer enormen Reduktion des CO² Ausstoßes gekommen sein!“

Da muss ich Sie enttäuschen. Erstens haben wir in der Braunkohleverstromung gerade wieder den CO2-Ausstoß von 1990 erreicht – es ist also egal ob wir uns auf 1990 oder heute beziehen – und zweitens sind die meisten DDR-Anlagen nach der Wende bereits abgeschaltet oder aber umfassend saniert und teilweise sogar völlig neu gebaut worden. Es dürfte sich dort also, von einzelnen Ausnahmen vielleicht einmal abgesehen, um den eher moderneren Teil des deutschen Braunkohle-Kraftwerkspark handeln, der von Gabriels ursprünglichen Plänen wohl gar nicht oder allenfalls kaum betroffen gewesen wäre.

@ Wie putzig

Was ist nur aus dieser SPD unter Gabriel geworden? Wenn ich sehe, wie nach der Rede von Gabriel die Kanzlerin zustimmend nickt und wohl "Sehr gut" oder ähnliches gesagt hat und sich Gabriel darüber freut, bekomme ich eine Gänsehaut.
Herbert Wehner muss in seinem Grabe wohl seit einiger Zeit unablässig rotieren.

muss man das als wählender Bürger verstehen?

DIe großen Energiekonzerne haben nach den ersten Bschlüssen zur Minderung der CO2 Gase noch großartig auf die Produktion von Strom aus Kohle gesetzt. Obgleich es nachweislich klar war, das so die Energieziele nicht erreicht werden konnte, aber es war eine günstige Art und Weise Gewinne zu Maximieren. Und nun, kein
als Strafabgabe, sondern die Einsparungen sollen über die Extraforderung von Eigenheimen und Mehrfamilienhäusern aus Steuermittel zur Energiesanierung bekommen. Sorry, Gewinner sind all die Bürger, welche Mietshäusser besitzen, oder Anteilseigner bei Energieunternehmen sind, der Rest zahlt die Zeche für einige Wenige.

Und zukünftig sollen die Konzerne nicht mehr Energiesparten abspalten umsich dier Haftung für den rückbau der AKW´s zu entziehen. Sorry Herr Minister.. Ihr Gesetzt gilt nicht Rückwirkend, und die Konzerne sind mit der Abspaltung bereits fertig.

Hier einige Anmerkungen zu dieser Einigung

Zu dieser Einigung einige Punkte:

1. Kohle bleibt nun länger als nötig erhalten. Warum?? Wer bitte braucht die Kohle noch??
Richtige Antwort: niemand!! Außerdem wird damit noch mehr CO2 in die Luft gepufft und damit das Klima noch mehr aufgeheizt = noch mehr Flüchtlingsströme!

2. warum die Förderung von unnötigen Gaskraftwerken für Fracking-Gas?? Warum die Erlaubnis zu dieser Trinkwasser-Vergiftung (§ 314 StGB)?? Wieso bekommt Seehofer hier seine Gaskraftwerke?? Wieso darf der hier diese EU-Sanktionen gegen Russland unterlaufen??

Herr Gabriel: sowas ist NICHT sozial! Sowas ist asozial.

3. Warum ist diese Thüringen-Kohle-Trasse für die Kohle aus der Lausitz nötig?? Warum müssen noch mehr Menschen dort ihre Heimat an die Kohlebagger verlieren?? Wann bitte kommt endlich ein Grundrecht auf Heimat??

4. Warum werden bei der Finanzierung nicht beide Seiten gleichermaßen - also sowohl die Energiewirtschaft wie auch die Verbraucher - herangezogen?? Warum diese Einseitigkeit??

Korrupt

Auf irgendeine Weise ist jeder Politiker korrumpierbar. Nur traurig, dass immer das Volk und nie die Unternehmen bezahlen müssen.

...genauso unsozial wie das EEG

Die Stromgestehungskosten neuer PV-Anlagen sind bereits unter 0,10 €/kWh. Mir scheint das wissen nur sehr wenige in Deutschland, da ihnen das EEG etwas anderes vorgaukelt. Die Politik hat beschlossen die Energiewende durch die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten zu finanzieren. Wir brauchen so etwas wie die solar investment tax credits in den USA. Das wäre wesentlich sinnvoller. Keep it simple!

Es macht mich fassungslos...

..wie unsere Politiker ein ums andere mal die Klimakatastrophe verharmlosen, die Reduzierung des CO2 Ausstosses verschleppen und damit das Leben zukünftiger Generationen aufs Spiel setzen um der Kohle-Lobby in den Allerwertesten zu kriechen... immer mit dem Argument Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern.

Mit dem selben Argument liesse sich auch Werbung für Schnaps und Zigarretten in Kindergärten rechtfertigen.. danke Herr Gabriel.

Die Kosten der Energiewende müssen die tragen, die jahrelang vom Raubbau profitiert haben! Nehmt die Energiekonzerne in die Pflicht!

und wieder siegt der Lobbyismus

was bei dieser "ReGIERung" auch kein Wunder ist!
Ja, die (angebliche) Gefährdung von Arbeitsplätzen zieht immer, obwohl auch hier zu Fragen wäre, wieviele prekär Beschäftigte betrifft es? Haben wir nicht schon genügend,
die in "atypischen" Arbeitsverhältnissen stecken (über 7 Millionen).
Letztendlich geht es aber darum, die Gewinne der "großen Vier" weiter auf Kosten der Steuerzahler sicher zu stellen, statt diese direkt für die Umweltzerstörung (auch Naturschutzgebiete leiden unter dem Braunkohle-Abbau) in Haftung zu nehmen.
Zudem ist die Reduzierung des CO2-Ausstosses nicht erst seit gestern bekannt, so dass sich die Stromkonzerne schon längst darauf hätten einstellen können. Mal wieder siegt die Wirtschaft über Volksinteressen, welches dafür auch noch zahlen "darf".
Der Neoliberalismus gehört endlich gestoppt!

Immer weiter so...

Das sind wir ja schon gewohnt. Die teuren, schmutzigen Erzeugungsarten werden hintenherum finanziert. Die inzwischen günstigste, regenerative Erzeugungsart wird über das EEG immwer mehr ausgebremst**. Langsam sollten auch die externen Kosten für die Berechnung der Preise herangezogen werden! Aber das alte Stromkartell schafft es immer wieder, die teure, umweltschädigende Stromproduktion weiter zu verlängern.

** Zur Erklärung. Inklusive externer Kosten, für Umweltschäden, Entsorgung ect., lagen die Vollkosten neuer Kraftwerke 2014 bei (Angaben in Cent/kWh):

Atom..................18,5 - 49,8
Steinkohle..........14,7 - 16,7
Braunkohle........12,6 - 14,1
Erdgas................10,6 - 12, 9
Wind onshore....5,1 - 8,7
Wasser................4,7 - 19, 3
PV ......................10,4 - 17, 1
(Quelle FÖS)

Arbeitsplätze sichern?

Heute waren es am Polarkreis in Sibirien 37.1 Grad Celsius! Der Planet erwärmt sich rasend schnell. Wenn nicht sofort Weltweit gemeinsam gehandelt wird um Treibhausgase zu reduzieren, wird es bald kein Leben auf diesem Planeten mehr geben (ausser vielleicht einige anaerobe, hitzeresistente Microorganismen).

Mann oh Mann, Gabriel

Ein historischer Pakt für neuen Wohlstand und die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie? Was haben Sie den bitte wirklich erreicht? Die Stromkonzerne nehmen ein paar Blöcke vom Netz – gut möglich dass es sich dabei um Altanlagen handelt, deren Unterhaltung demnächst eh zu teuer geworden wäre und die daher ohnehin auf der Abrissliste standen – lassen sich die auch noch versilbern, der Stromkunde und Steuerzahler zahlt die Rechnung und am CO2-Ausstoß ändert sich unterm Strich nichts. Die heutigen Börsenkurse sprechen doch wohl Bände. Eine ganz tolle Leistung!

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