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SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hat sich festgelegt: Rot-Grün oder nichts. Sekt oder Selters. Spitzengenossen freut's - sie erinnern sich noch zu gut an die Wahlklatsche nach der Großen Koalition. Die Grünen freut`s auch. Und die CDU? Die freut's auch. Man habe eh keine Lust auf Steinbrück.
Die mühsame Kandidatenfindung und der Holperstart sind vergessen: Die SPD steht fast geschlossen hinter Peer Steinbrück. Die Delegierten des Sonderparteitags wählten ihn mit 93,5 Prozent zum Kanzlerkandidaten der SPD. Zuvor hatte Steinbrück 105 Minuten lang für sich geworben.
Die CDU sei zu einer "Machtmaschine" verkommen, die Kanzlerin spreche in "Popcornsätzen": Seine 105-minütige Bewerbungsrede zum SPD-Kanzlerkandidaten hat Steinbrück mit scharfzüngigen Angriffen auf Schwarz-Gelb gespickt. Sein Ziel: Ein "ganzer Regierungswechsel, kein halber" - ein klares Bekenntnis für Rot-Grün. Die Delegierten waren begeistert.
In Hannover hat der Sonderparteitag der SPD begonnen. Einziger Programmpunkt: Die Wahl Peer Steinbrücks zum Kanzlerkandidaten. Mehr als 90 Prozent der Delegierten werden für ihn stimmen, prophezeit die Parteispitze. Dafür muss Steinbrück in seiner Rede vor den Genossen überzeugen. Heikle Themen will er aber nicht aussparen.
Seine Kür zum SPD-Kanzlerkandidaten nannte Steinbrück selbst eine "Sturzgeburt". Seidem scheint er mehr Getriebener als Macher zu sein. Seit Wochen steht er wegen seiner Nebeneinkünfte in der Kritik. Auf dem Parteitag soll Steinbrück nun offiziell nominiert werden. Ein Porträt von Ute Welty.
Für die SPD kommt die Nachricht zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Steinbrück hält erneut einen bezahlten Vortrag bei einer Privatbank - kurz vor seiner Kür zum Kanzlerkandidaten. Die SPD-Spitze ist wenig amused, ärgert sich aber nicht öffentlich. Steinbrücks Sprecher versteht die Aufregung nicht.
Nach der Kritik an den Nebeneinkünften von Peer Steinbrück will der Bundestag strengere Regeln für Abgeordnete auf den Weg bringen. Die Union fordert, dass Nebeneinkünfte nach mindestens sechs Stufen veröffentlicht werden - die Grünen sind für noch mehr. Die Linkspartei will Transparenz "ab dem ersten Euro".
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück wehrt sich gegen die Kritik an seinen Nebeneinkünften. Seine Gegner würden die Debatte für einen Angriff auf seine Person nutzen, um seiner Glaubwürdigkeit zu schaden. Die Kritik aus allen Parteien an den Nebentätigkeiten Steinbrücks hält unvermindert an.
Der Druck auf den designierten SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück wegen Nebeneinkünften und eines Vortrags bei einer Beraterkanzlei nimmt zu. Die Linkspartei fordert eine parlamentarische Untersuchung, die CSU verdächtigt Steinbrück, ein "Produkt der Finanzindustrie" zu sein.
Peer Steinbrück legt los. Im Herbst 2013 soll er für die SPD Angela Merkel aus dem Kanzleramt vertreiben. Mit welcher Strategie der Mann der klaren Worte gegen seine Ex-Chefin siegen will und welche Rolle die Bankenhonorar-Frage spielt, darüber debattieren die Sozialdemokraten intern, aber auch öffentlich.