Blick in die Backstube

Ihre Meinung zu Mehr Bäcker-Nachwuchs durch andere Arbeitszeiten?

Mitten in der Nacht aufstehen, damit frühmorgens die Brötchen fertig sind - wenig attraktive Arbeitszeiten halten viele junge Menschen vom Beruf des Bäckers ab. Ein Betrieb in Köln macht es anders. Von Jens Eberl.

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117 Kommentare

Kommentare

Coachcoach

Guter Ansatz . Abläufe neu gestalten bringt nahezu überall was.

Leider fehelen Angebane zu den Kunden.

odiug

Absolut in Ordnung. Brot kann man auch um 8 Uhr backen und mittags verkaufen. Wer morgens ein Brot kaufen will, kann das vom Vortag nehmen, das schmeckt genauso gut.

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harry_up

Ebend. Nach dem Motto: 

"Wenn Sie ein Brot von heute wollen müssen Sie morgen kommen.: :-)

odiug

Nee, wenn Sie ein frisches Brot wollen, dann bekommen Sie das ab 12 Uhr. 

harry_up

Danke, das hatte ich überhaupt nicht verstanden.

Schneeflocke ❄️

"Nee, wenn Sie ein frisches Brot wollen, dann bekommen Sie das ab 12 Uhr."

 

Also nach dem Frühstück?

Kokolores2017

Odiug - Sie sind unbezahlbar! Natürlich wissen Sie, was anderen "genauso gut wie..." schmeckt!

Aber ein frisches Frühstücksbrötchen ist nun mal für viele ein Hochgenuss. Da werden auch missionarische Predigten nichts helfen.

91541matthias

Ein Gang zum Wochenmarkt plus Bäckereinkauf gehört für mich zum Samstag Morgen dazu..

Dann gutes Frühstück mit frischen Semmeln, Frischkäse vom Markt..

Nettie

"Die Lage ist schwierig, da das Angebot an talentierten und qualifizierten Fachkräften knapp ist. Beklagt wird auch die schlechtere Qualifikation im Personalangebot", sagt die Präsidentin des Verbands Deutscher Großbäckereien"

Das Problem zumindest müsste allerdings nicht sein. Wie es auch anders ginge (bzw. geht), kann man u.a. am Beispiel der in diesem Video vorgestellten Bäckerei sehen: www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/migrationskrise-eine-gemeinde-zeigt-wie-es-geht-104.html.

Fest steht jedenfalls: Die Kunden allermeisten werden ihre Brötchen wohl auch in Zukunft schon zum Frühstück wollen und nicht erst zum Mittagessen. Und das 'volle Angebot', und das frisch (dies zu "Alexander Onasch, Inhaber der Bäckereien "prôt" in Köln hat sich ein neues Konzept einfallen lassen. Er öffnet seine Filialen erst um 10 Uhr. Außerdem hat er sein Sortiment reduziert: sieben Sorten Brot, keine Snacks, keinen Kaffee, keinen Kuchen, keine Brötchen").

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R A D I O

Croissants hat er bestimmt auch nicht, höchstens am Samstag oder für, Achtung, jetzt kommts: Studierenden. Die müssen Samstags allerdings vor 14:00 Uhr aufstehen (Ladenschluss). Demnächst können wir vielleicht lesen, eine Kneipe in Berlin macht um 15: 00 Uhr auf, stellt den Betrieb um 20:00 ein, da der Wirt so seine eigenen Gewohnheiten hat und sowieso Personalprobleme. Dann wird sich der Verband und die Bierindustrie darüber auslassen: eine Lösung für alle ist das nicht.

Sisyphos3

meine Güte

 

wie qualifiziert/talentiert muß man denn beim Brotbacken sein ?

die nehmen nen Sack Backmischung, gießen Wasser rein wie es drauf steht und schalten das Rührgerät ein .....

mal überspitzt formuliert

klar haben sie recht, der Kunde möchte sein Backwaren zum Frühstück ......

spax-plywood

Naja, da sind ja schon einige cheimische Reaktionen, Enzymsysteme, usw....Und aich Rühren will gelernt sein, sonst kommt "Klatsche raus". Und selbst gleiche Mehlsorten haben veränderliche Verarbeitungs- Eigenschaften. 

harry_up

Lieber Sisyphos3,

sagen Sie das einem Handwerks-Bäckermeister, der wird Ihnen entrüstet die leere Tüte übern Kopf ziehen. 

mispel

Coole Sache. Manchmal muss man alte Konzepte eben an neue Gegebenheiten anpassen. Hier passt das Angebot eben nicht mehr zur ja durchaus vorhandenen Nachfrage. Wie heißt es so schön: wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Und der Erfolg gibt ihm Recht.

Maxi.Beckmann

Die Faulheit deutscher Arbeitnehmer gegenüber den Branchen mit "unattraktiver" Arbeitszeit ist legendär und wird zunehmen. Hotellerie, Gastronomie, Bäckereien, Alten- und Krankenpflege, Erntearbeit etc. : Kein Interesse wegen anstrengender Arbeit, unattraktiver Arbeitszeit. Ohne ausländische Mitarbeiter kaum noch möglich. Deutschland ist im Vergleich mit vielen anderen Ländern eine Dienstleistungswüste. Besserung nicht in Sicht. Da ist wenigstens der Bäcker Onasch mit seinem Arbeitsangebot ein kleiner Lichtblick.

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Bender Rodriguez

Völlig falsch analysiert. Nicht faul. Viele können sich diese Jobs nicht mehr leisten. Was will man mit nur 1100€ anfangen? Da lohnt das Aufstehen nicht. Man bleibt arm.

nie wieder spd

Das hat nicht zwangsläufig mit Faulheit zu tun. Viele Jüngere haben sich mitansehen müssen, wie sich ihre Eltern ein Leben lang kaputtmalocht haben und trotzdem nie viel Geld dafür bekamen. Warum also sollte man es ebenso machen, wenn man doch jetzt ausnahmsweise mal als Arbeitnehmer in einer vorteilhaften Lage ist, Forderungen und Bedingungen zu stellen. Gerade bei den unattraktiven handwerklichen Berufen, einschließlich der Pflegeberufe, ist Homeoffice nicht möglich. Also müssen die Arbeitszeiten gekürzt werden. Außerdem haben wir insgesamt sicher um die 10 Millionen Arbeitslose und Unterbeschäftigte. Wenn die alle einen Halbtagsjob hätten, aber trotzdem voll bezahlt werden, geht es allen besser. Denn die Qualität der Arbeit nimmt zu, wenn weniger gearbeitet wird.

Kaneel

Es geht m.E. nicht ausschließlich um unattraktive Arbeitszeiten, sondern um den Wunsch nach einem attraktiven Umfeld und attraktiven die Arbeit anerkennenden Strukturen. Die junge Generation von heute ist insofern anspruchsvoller, in dem sie für sich beansprucht an der Tätigkeit auch Spaß haben zu wollen, in einem netten Team eingebunden zu sein, und sich sowohl während der Ausbildung als auch in der späteren Berufstätigkeit selbstbestimmt einbringen zu können. Ich finde das nicht verwerflich. Beispiele wie es funktionieren kann:

https://www.ardmediathek.de/video/die-story/wie-wir-wieder-fachkraefte-…

Anna-Elisabeth

"Die junge Generation von heute ist insofern anspruchsvoller, in dem sie für sich beansprucht an der Tätigkeit auch Spaß haben zu wollen, in einem netten Team eingebunden zu sein, und sich sowohl während der Ausbildung als auch in der späteren Berufstätigkeit selbstbestimmt einbringen zu können. Ich finde das nicht verwerflich." 

Natürlich ist das nicht verwerflich, aber alles zusammen haben zu wollen, ist in vielen Bereichen doch nur Wolkenkuckucksheim. Da ist es auch kein Wunder, dass viele ihre Lehre vorzeitig abbrechen. Als Lehrling sollte es einem doch wichtiger sein, zu lernen, als sich "selbstbestimmt einzubringen". Nicht dass man den Mund halten soll oder nicht nachfragen darf, aber bitte doch erst einmal zuhören, lernen, üben und auch Kritik aushalten. Wer das nicht kann, muss scheitern.

Kaneel

Ich kenne ein junge Frau, die eine Ausbildung abgebrochen und sich dann im gleichen Bereich in einem anderen Betrieb ohne Ausbildung hochgearbeitet hat. Grundsätzlich bin ich auch dafür eine Ausbildung zu beenden. Aber offensichtlich war es für die junge Frau der falsche Betrieb oder sie hat einen anderen für sie machbaren und auch erfolgreichen Weg gewählt. Die Frage ist ja wo die Gründe für das Abbrechen von Schule oder Ausbildung liegen, und ob es bessere Ansätze gibt. Die Ursachen dafür ausschließlich auf Seiten der jungen Menschen zu sehen, halte ich für nicht erfolgversprechend.

Schneeflocke ❄️

"Die Ursachen dafür ausschließlich auf Seiten der jungen Menschen zu sehen, halte ich für nicht erfolgversprechend."

 

Ich habe das jetzt nicht so aufgefasst, dass Anna-Elisabeth gemeint hätte, die Ursache läge ausschließlich bei den jungen Menschen. Es ist aber doch so, dass man zu Beginn des Berufslebens lernen muss, mit negativen Befindlichkeiten umzugehen und nicht immer sofort aufzugeben. Es wird nicht gelingen, die gesamte Arbeitswelt konfliktfrei und ohne Unlustgefühle zu gestalten. Wenn man da jederzeit Rücksicht drauf nehmen müsste, würde die Arbeitswelt schnell unzuverlässig. Fängt doch schon mit der täglichen Qual des unausgeschlafenen Aufstehens an.

Anna-Elisabeth

"Die Ursachen dafür ausschließlich auf Seiten der jungen Menschen zu sehen, halte ich für nicht erfolgversprechend."

Natürlich nicht ausschließlich aber eben auch. Die junge Frau, von der Sie sprechen hat ja nicht aufgegeben. Das ist aus meiner Sicht die Hauptsache.

nie wieder spd

Dem Brot an sich ist sicherlich gleichgültig, zu welcher Uhrzeit es gebacken wird. Von daher ist die Umstellung der Arbeitszeiten sicher ok. Vor allem, wenn dann auch mehr interessiertes Personal zu finden ist. 

Mich wundert ja, dass normale Bäcker überhaupt noch ein Geschäft mit Brot machen können. Die Qualität von Brot vom Bäcker ist schon seit Jahren genauso schlecht, wie beim Brot von Großbäckereien, welches man in Supermärkten kaufen kann. 

Das Brot, dass ich mir gelegentlich über das Internet von einem Bäcker zuschicken lasse, ist mit dem anderen Ramsch aus normalen Bäckereien und Supermärkten nicht zu vergleichen. Es schmeckt gut, macht satt und lässt sich lange lagern, ohne das es schimmelt. Leider ist es sehr teuer, so dass ich es mir nur 1 oder 2 mal im Jahr leisten kann. 

Auf ARTE gab es im letzten Jahr mal eine mehrteilige Dokumentation zu Brot. Leider ist mir der Titel entfallen. 

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harry_up

Ein- oder zweimal im Jahr wohlschmeckendes Brot vom Bäcker übers Internet- da muss ich 'ne Weile drüber sinnieren...

Naja, wenn es sich ein halbes Jahr hält ohne zu schimmeln - passt.

nie wieder spd

Ich muß ja nichtbjeden Tag Brot essen.

harry_up

Klar, Kuchen tut's zur Not auch. (Scheeerz)

Sisyphos3

man wundert sich gelegentlich schon, wie das "Normale" Bäcker preislich machen

1 Euro für ne Brezel und 1,60 für nen Croissant scheint ja zwischenzeitlich normal, da fragt man sich schon ob einem das wert ist oder nicht 1/3 des Preises beim Aldi/Lidl zahlt

Bender Rodriguez

In der  Großbäckerei dürftexes wohl egal sein, ob das Brot nen 3/4 tag älter ist, oder ob die ihre Teiglinge später einfrieren. 

Was stimmt ist,  dass zu viele Kinder studieren wollen/müssen. 

Man könnte einfach mal eunen Schnitt bri dem Akademikergehältern machen, die seit 20 jahren der Qualifikation enteilen.

Dann passts wieder.

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SirTaki

Was glauben Sie denn, wie anspruchsvoll manche Kundschaft ist. Da ist nix mit altbacken. Da muss der Ofengeruch und die Wärme frisch sein. Sonst kauft man nicht.

Hören Sie sich mal das Genöle an, wenn Kundschaft meckert.

Die Betriebe sitzen da auch zwischen den Stühlen. Wenn weniger übrig bleibt am Abend, spart das Geld, Abfall und vertane Arbeit. Das wirkt sich auch auf Einsatz, Planung von Personal und Arbeitszeit aus.

Und wäre vielen zu empfehlen, das neu aufzubauen, wie im Artikel erklärt.

w120

Das mag daran liegen, dass viele noch den Urtyp eines Brotes oder Brötchens kennen.

Das waren diese Dinger, die man sogar noch abends und, fast ein Wunder, am nächsten Tag essen konnte.

 

Einfrieren und bei Bedarf auftauen geht noch.

w120

Das ist eine unternehmerische Entscheidung, die entweder zum gewünschten Erfolg führt oder halt nicht.

 

Wann und wie der Teig produziert wird, das sollte vor allem eine handwerkliche, der Qualität des Produktes, unterworfene Entscheidung sein.

 

Aber im Zeitalter des Aufbackens chinesischer Teiglinge wird Qualität nur überbewertet.

 

Früher gabs die Brötchen schon um 5.30 in der Backstube.

Alleine der Duft der frischgebackenen Waren, war schon ein Hit für das Frühstück.

 

Aber bald gibt es den Backrobi, der wird uns wieder eine schöne Brötchenwelt bescheren.

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nie wieder spd

Teiglinge gibt es auch aus China? Echt? Werden die jeden Tag frisch eingeflogen oder sind die tiefgefroren?

Sisyphos3

ich hörte aber dass die aus Ungarn kommen (keine Ahnung ob es stimmt) und während der Fahrzeit der Teig geht

w120

Kommen Ihre Aufbacksemmeln auch aus China?

Nicht nur viele Fertig-Backwaren bei uns kommen aus China - auch viele andere Lebensmittel, wie etwa Honig, Nüsse, Apfelmus, getrocknete Zwiebeln oder Mandarinen und Tomaten aus der Dose stammen aus der Volksrepublik. Wie auch immer mehr Bio-Produkte. Als Verbraucher bekommen wir das oft gar nicht so genau mit - und dass wir deshalb oft erstmal misstrauisch reagieren, ist durchaus verständlich. Warum Bio-Lebensmittel aus China einerseits besser sind als ihr Ruf, andererseits aber auch nicht - darum geht's in dieser Podcast-Folge

https://www.br.de/mediathek/podcast/umweltkommissar/kommen-ihre-aufback…

Früher kamen noch viel mehr, dann wurde wohl vermehrt umgestellt.

 

Werden die jeden Tag frisch eingeflogen oder sind die tiefgefroren?

Keine Ahnung, aber ich schätze da ist Chemie genug drin, sodass weder Schimmel noch Ungeziefer eine Überlebenschance haben."g"

SirTaki

Die Brotvielfalt und gute, klassische Rezepte mit angemessenen Preisen wird man kaum mit schlecht bezahlten Aushilfskräften erhalten.  Es ist doch der entscheidende Punkt, ob man Bäcker einstellt oder reine Servicekräfte mit rudimentärem Fachwissen.

Der Bäcker ist die Kraft, die die Brotrezepte und Herstellung bis Endprodukt bestimmt. Alles andere sind Helfer.

Wer gute Zutaten und billige Preise will, schafft das Handwerk ab. Und was die Betriebe an Innenleben bieten, wirkt sich auf Mitarbeit und Bewerber aus. Da ist noch viel Luft nach oben. Denn nicht alle Bäcker sind betroffen von Rückgang und Personalmangel.

Auch Auszubildende müssen sich am Zeitrahmen Backen orientieren. Wer ausschlafen will, ist in dem Beruf falsch. 

Das die Vergütung für Auszubildende besser sein kann, ist im Handwerk in manchem Gewerk und Beruf auch ein Punkt, der zu lösen ist.

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mispel

Auch Auszubildende müssen sich am Zeitrahmen Backen orientieren. Wer ausschlafen will, ist in dem Beruf falsch.

Aber wenn es doch möglich ist, warum sollte man dann die Zeiten nicht ändern? Ich sehe jedenfalls keinen Grund, es nicht zu tun.

Sisyphos3

andere Arbeitszeiten ?

warum nicht frühstücke ich eben um 10:00, wenn der Herr Bäcker erst so spät aufsteht und backt, bzw kauf mir Backrohlinge im Supermarkt und back die selber auf

null problemo

wobei wenn das Schule macht,

kann man echt nur hoffen dass man nicht spät in der Nacht oder am Wochenende nen Herzinfarkt kriegt oder sich was bricht, weil um die Zeit der Doktor oder die Krankenschwester nicht berufen fühlt zu arbeiten

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mispel

Also ihre frischen Brötchen sind nun wahrlich kein Menschenrecht. Und übrigens kann man auch selber backen. Das müssen nicht andere für einen tun :)

Sisyphos3

jetzt schalten sie mal nen Gang zurück !

Menschenrechte ??

ich kann zur Not selber backen, stimmt

aber es ist auch nicht unbedingt ein Menschenrecht wenn einer auf Stütze macht statt zu arbeiten

und ob es um den Bäcker geht, den Schlosser, Arzt oder oder den Elektriker auch da fordert es kein Menschenrecht dass es die Tätigkeiten gibt und ausgeführt werden muß

mispel

aber es ist auch nicht unbedingt ein Menschenrecht wenn einer auf Stütze macht statt zu arbeiten

Sie machen hier einen Gegensatz auf (um 1 Uhr aufstehen zum Backen oder Stütze), der so nicht existiert.

und ob es um den Bäcker geht, den Schlosser, Arzt oder oder den Elektriker auch da fordert es kein Menschenrecht dass es die Tätigkeiten gibt und ausgeführt werden muß

Und wenn sich keiner findet, der diese Tätigkeit ausführt, weil er keine Lust hat, um 1 Uhr aufzustehen? Soll der dann gezwungen werden, nur damit Sie ihre frischen Brötchen bekommen? Es gibt ja offensichtlich Leute, die backen wollen, nur halt nicht zu diesen Bedingungen. Also muss ich das Angebot an die Nachfrage anpassen.

Neutrale Stimme

Der makt wird es regeln. Ich bin mir sicher das die Baeckereibegriebe am besten wissen ob das mit den geaenderten Zeiten funktioniert. 

Schneeflocke ❄️

"Er öffnet seine Filialen erst um 10 Uhr. Außerdem hat er sein Sortiment reduziert: sieben Sorten Brot, keine Snacks, keinen Kaffee, keinen Kuchen, keine Brötchen."

 

Mit dem neuen Konzept wird aber nicht nur das Sortiment reduziert, sondern auch der Kundenkreis. Und dann noch die zusätzlichen Energiekosten wegen der Kühlung. Klingt für mich jetzt auf Anhieb nicht sehr rentabel...

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R A D I O

Ist rentabel, dies geben die Berichte und die Selbstzeugnisse her. Der Herr mit der Backstube im Belgischen Viertel von Köln dürfte sorgfältig eine Marktanalyse, einschl. Kundensegmentierung vorgenommen haben, seine Produktpalette und Produktpreise und Öffnungszeiten und begleitend die Werbung und PR darauf abgestimmt haben. Er ist ein guter Unternehmer, einer von denen, die es auch gibt. Manche legen einfach los, und wundern sich hinterher, wieso die Kunden nicht wollen. 

Schneeflocke ❄️

Mich hat das hier vorgestellte neue Konzept nicht überzeugt - weder von der Seite der Auszubildenden, noch von Seitens der Kunden und erst Recht nicht von der Rentabilität für den Bäcker. Aber das muss der Unternehmer ja selber wissen.

TapferSchneiderlein

Ich meine es sind nicht die Arbeitszeiten! Es ist die Wertschätzung!

Ein uraltes Handwerk wurde in den letzten Jahrzehnten industrialisiert,  die Produkte verloren ihre originären Unterschiede an eine Industrie-Einheitsware. Billig zählt - leider auch im Geschmack 

Was helfen 20 Brötchensorten wenn die dann doch alle gleich schmecken?.  Früher konnte man an Brot und Brezel den Bäcker erkennen. Heute nicht mal mehr Lidl von Aldi unterscheiden.

Früher gabs den Bäcker um die Ecke. Heute den im Supermarkt der nächsten Kreisstadt.

Die volle Auswahl der gleichschmeckenden Vielfalt um 20.00 Uhr hat uns direkt in die Lebensmittelverschwendung geführt - was für ein Irrsinn!

Die Lösung kann hier nur im Rüclschritt liegen. Auch wenn es erheblich teurer wird! Wertschätzung bekommen wir nicht geschenkt.

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nie wieder spd

Das Problem beim teurer werden ist, dass zu viel Geld nach oben fließt, das unten dringend benötigt wird. Wir können uns „die“ Reichen nicht mehr leisten. Da sollte unbedingt und ganz schnell gespart werden. Und dann können alle Menschen mit halben Stellen arbeiten und so gut bezahlt werden, dass sie sich die nötige Qualität leisten können.

maskerade

Da haben Sie Recht. Es ist schon ein Irrsinn, wenn abends beim Bäcker (im/vor dem Supermarkt oder in eine einzelnen Filiale) um 20.00 Uhr noch immer die Regale mit 20 verschiedenen Sorten Backwaren gefüllt sind und der Bäcker dafür Google-Bewertungen mit 5 Sternen bekommt. Im Gegenteil, er hat falsch kalkuliert, dafür müsste er 0 Sterne bekommen. Der Rest wird dann entsorgt.  Hoffentlich an die Tafeln (bei denen ich ehrenamtlich tätig bin). Und wenn dann selbst die Tafeln noch säckeweise Backwaren wegwerfen müssen (bei uns bekommen es die Schweine eines lokalen Bauren), dann stimmt doch wohl bei uns im Lande des Überflusses etwas nicht. 

mokdo

Wenn ich bei meinem Bäcker um 19 Uhr kein Brot mehr bekomme gehe ich zu dem nebean der noch Brot hat. Bäckereifilialen gibt es wie Sand am Meer. Bei uns im Vororort gibt es sieben Bäckereifilialen und 4 Discounter/Supermärkte mit Backstationen. Und es gibt gute Brötchen zum aufbacken. (Markenware) So ist das.

Schneeflocke ❄️

"Um 18 oder 19 Uhr abends ins Bett gehen, um dann um eins in der Backstube zu stehen - das wollen viele nicht mehr", sagt Onasch. Und das auch noch bei einer schlechten Bezahlung. Im dritten Ausbildungsjahr bekomme ein Azubi gerade mal 1.000 Euro netto im Monat, da sei die Motivation gering, mitten in der Nacht aufzustehen."

 

😒 Das klingt aus Sicht der Azubis ja auch nicht gerade verlockend. Zudem die Arbeitsplatzunsicherheit in der Zukunft. Ob kleine Betriebe bei den Energiekosten überhaupt eine Chance haben?... Das ist eher ein Beruf für Leute, die wirklich mit Leib und Seele Bäcker werden wollen, die anderen brechen die Ausbildung sonst eh nur ab. Als Arbeitgeber würde ich nach diesen "Perlen" suchen und ansonsten auf Azubis verzichten. Lieber ein Trüppchen Bäcker-Renter einstellen, z.B. pro Person 1-2 Tage die Woche, oder anderweitig Interessierte, z.B. arbeitssuchende Köche, Verkäufer - Hauptsache fleißig und von alleine motiviert.

Sokrates

Die Idee der Kölner Bäckerei könnte gar nicht besser sein. Das Ergebnis zeigt es ja, daß sich dort junge Leute für den Beruf Bäcker interessieren!

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Schneeflocke ❄️

"Immer wieder melden sich Auszubildende anderer Betriebe, die gerne zu ihm wechseln möchten."

 

Abbrecher, Quengelfurt & coKg 🙁

maskerade

Oh je - besser rechtzeitig die Reißleine ziehen und wechseln (ist ja sogar im gleichen Beruf!), als dann erst nach Jahren festzustellen, dass der Beruf eben doch nichts ist. Vorher hat man dann meist unmotiviert schlecht gearbeitet. Lasst die jungen Leute ihre Berufsideen ausprobieren. Und wenn es halt dazu führt, dass man zu anderen Bedingungen den gleichen Beruf ausführen kann, so what?

Schneeflocke ❄️

"Vorher hat man dann meist unmotiviert schlecht gearbeitet."

 

Ach du lieber Himmel, was für Zustände... Lernt die Generation Z denn nicht mehr, wie man sich selber motiviert und am Ball bleibt, wenn es mal keinen Spaß macht? Immer locker die Flinte ins Korn werden? Ne, finde ich geht gar nicht. Man muss sich vorher informieren, ob Vorstellung und Realität zusammen passen. Z.B. vorher Praktikum in den Schulferien machen. Wenn man etwas angefangen hat, auch zu Ende machen. Umorientieren und Weiterbildung geht danach auch noch. Und in jedem Beruf gibt es mal Phasen, die keinen Spaß machen. Die angehenden Azubis darauf entsprechend vorzubereiten, ist auch Sache der Eltern, also dass man was durchziehen muss, wenn es Gegenwind gibt. Mit der Haltung Ausschlafzeiten und ist eh alles zu anstrengend, wird sich der Fachkräftemangel in Zukunft noch verstärken, fürchte ich.

sebo5000

Ja kar früher gab es ausschließlich fleißige Menschen und heute nur noch Taugenichtse.

Pauschaler gehts wohl nicht. Überdenken Sie mal Ihr Weltbild. 

Schneeflocke ❄️

"Ja kar früher gab es ausschließlich fleißige Menschen und heute nur noch Taugenichtse."

 

Hab ich nichts von geschrieben und auch nicht gemeint. Da geht es auch nicht drum.

sebo5000

Doch haben Sie: anbei eine kleine Kostprobe Ihres Posts, dessen Inhalt Sie offensichtlich beteits wieder vergessen haben:

 

"Ach du lieber Himmel, was für Zustände... Lernt die Generation Z denn nicht mehr, wie man sich selber motiviert und am Ball bleibt, wenn es mal keinen Spaß macht? Immer locker die Flinte ins Korn werden? Ne, finde ich geht gar nicht...."

Schneeflocke ❄️

Und wo soll ich geschrieben haben, dass es früher ausschließlich fleißige Menschen gab?

'Pegasus7000

Offenbar lässt die Bereitschaft, eigene Bedürfnisse dem Berufsbild anzupassen, immer mehr nach. Wer sich für den Bäckerberuf entscheidet, sollte die spezifischen Arbeitszeiten eines solchen Betriebes kennen. 

Ein Bäcker, der erst am Vormittag öffnet, wird nicht lange überleben. Im Übrigen finde ich die Preise beim klassischen Bäcker inzwischen für zu hoch. Ein normales Schnittbrötchen kostet dort mittlerweile zwischen 45 und 50 Cent, hergestellt wie im Supermarkt aus Fertigmischungen und oftmals unter Verwendung von Zusatzstoffen. Also wird verständlicher Weise zunehmend beim Discounter gekauft.

NWDM

Hier weisen aufgeschlossene Bäckermeister Mut zu neuen Wegen nach. Hoffentlich finden viele Innungskollegen bald den Anschluss! Das Personal und auch die Kunden dürften von den Neuerungen profitieren und der gebrauchte Nachwuchs in diesem Handwerk dürfte sich so finden lassen. Bleibt die Frage, warum erst jetzt?

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Sokrates

Warum erst jetzt? Das kann ich leider nicht beantworten. Aber der neue Weg des Kölner Bäckermeisters zeigt es doch auf, daß es einen Weg gibt der zudem auch noch funktioniert und dem Bäckerhandwerk unter die Arme greifen zu können! Warum das die Innungskollegen nicht wirklich begreifen wollen und dafür wenig Akzeptanz für ihren Kölner Backermeister Kollegen haben, ist schon recht dämlich. Sind mittlerweile so betriebsblind geworden und haben nur Angst vor neuen Wegen die ihnen den Erhalt ihres Handwerks aufzeigen?

wenigfahrer

Wenn die Kunden weniger werden weil das Angebot so dünn ist, kann ich die anderen Bäcker schon verstehen, mal sehen wie der Versuch ausgeht, viele nehmen Morgens Frühstück mit und Kaffee, das würde wegfallen, die kommen dann nicht wieder, sondern kaufen wo anders.

Der Kunde geht dort einkaufen wo das beste Angebot zum besten Preis ist.

sebo5000

Also ich kaufe dort, wo es am besten schmeckt. Weiss aber nicht, ob das die breite Masse auch so macht. 

w120

Wie schmeckt das "Pröt" Brot?

 

Mein Lieblingsbäcker hat montags geschlossen.

Ist doch egal, wenn es an den anderen Tagen schmeckt.

Schneeflocke ❄️

"...auch die Kunden dürften von den Neuerungen profitieren..."

 

Hhm...☹️ Inwiefern das denn? Der Laden ist auf dem Weg zur Arbeit noch geschlossen und öffnet erst nach Ende der Frühstückspause. Kaffee und Brötchen gibt es auch nicht mehr. ... Ach so! 😃 Jetzt habe ich es verstanden, juhu. Der Kunde profitiert, weil er sich das Geld für das Frühstück sparen kann.

wenigfahrer

Das geht auf Dauer nicht auf.

" Er öffnet seine Filialen erst um 10 Uhr. Außerdem hat er sein Sortiment reduziert: sieben Sorten Brot, keine Snacks, keinen Kaffee, keinen Kuchen, keine Brötchen. "

Dann kann ich ja gleich in Supermarkt oder Discounter Morgens um 7 das alles mitnehmen, und 1000 Netto in der Lehre ist ist gerade wenig, wenn ich daran denke was wir für eine Vergütung in der Lehre erhalten haben.

Dann such ich mir einen anderen Bäcker, wenn das nicht geht, dann eben bei den oben genannten, was machen den Betriebe die Schichten fahren und um 6 Uhr anfangen, und man hat 1-2 Stunden Arbeitsweg, da ist auch zeitiges Aufstehen angesagt.

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Anna-Elisabeth

"Dann such ich mir einen anderen Bäcker, wenn das nicht geht, dann eben bei den oben genannten, was machen den Betriebe die Schichten fahren und um 6 Uhr anfangen, und man hat 1-2 Stunden Arbeitsweg, da ist auch zeitiges Aufstehen angesagt."

Wir beide sind wohl zu alt, um das noch verstehen zu können. Work-Life-Balance war kein Thema. Gott sei Dank...

sebo5000

Sie gönnen es den jüngeren Generationen also nicht, dass diese über mehr Flexibilität bei der Ausübung ihrer Jobs verfügen?

Bin ich froh, dass meine Eltern und Großeltern da modernere Ansichten als Sie haben/ hatten. 

Anna-Elisabeth

"Sie gönnen es den jüngeren Generationen also nicht, dass diese über mehr Flexibilität bei der Ausübung ihrer Jobs verfügen?"

Das ist keine Frage des Gönnens. Tatsächlich bin ich aber der Ansicht, dass es vielen Jugendlichen heute an Arbeitsmoral fehlt. Ausdrücklich ausgenommen jene, die sich für uns alle - also auch für Sie und (andere?)  "Work-Life-Balancer" im Niedriglohnsektor den Dingsbums aufreißen. Aber die führen diese Vokabel auch nicht großspurig im Mund. Tja - moderne Gerechtigkeit.

sebo5000

Ich wüsste nicht was dagegen einzuwenden ist, wenn die Leute egal ob jung oder alt durch ein augewogeneres Verhältnis von Arbeit und Freizeit - nicht mehr und nicht weniger bedeutet Worl-life-Balance übrigens bessere Leistungen erbringen und dabei noch ordentlich bezahlt werden.

Aber wie gesagt, dass muss man den anderen Menschen eben auch gönnen können, selbst wenn man selbst nicht diese Vorteile genießen konnte.

Keine Ahnung, ob Sie das verstehen.

Anna-Elisabeth

"Ich wüsste nicht was dagegen einzuwenden ist, wenn die Leute egal ob jung oder alt durch ein augewogeneres Verhältnis von Arbeit und Freizeit - nicht mehr und nicht weniger bedeutet Worl-life-Balance übrigens bessere Leistungen erbringen und dabei noch ordentlich bezahlt werden."

Es kommt darauf an, was man unter "ausgewogen" versteht. Nicht nur Arbeit und Freizeit sollten in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, sondern auch Arbeitsleistung und Gehalt. Und genau hier stimmen die Verhältnisse in vielen Bereichen nicht. Die Leistung der Niedriglöhner hatte ich genannt. Aber es gibt eben auch jene, die unrealistiche Ansprüche haben. Es gibt viele Arbeitgeber, die darüber berichtet haben. Und ich fand Kollegen, die 15 bis 30 Minuten vor Feierabend schon mal die Arbeit einstellten, schon immer furchtbar. 

Schneeflocke ❄️

"Und ich fand Kollegen, die 15 bis 30 Minuten vor Feierabend schon mal die Arbeit einstellten, schon immer furchtbar."

 

Das sind meistens die gleichen Mitarbeiter, die große Teile ihrer Arbeitszeit mit dem Smartphone in der Faust und ner Zigarette im Schnabel im Klo verbringen... und abends jammern, dass sie so einen stressigen Tag hatten.

sebo5000

Und Sie gehören genau dem Kreis von Kollegen an, die so einen Mist über andere Kollegen verbreiten, obwohl Sie es selbst auch nur von irgendwoher aufgeschnappt haben... 

Kaneel

Leider habe ich den Beitrag  über engagierte junge Pflegekräfte nicht wiedergefunden, die für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gehen, darunter auch Menschen aus der LGBTQ+Bewegung. Mein Eindruck ist, dass Sie gelegentlich Gegensatzpaare und Unvereinbarkeiten aufmachen, die in der Realität zusammenfallen. Die ist möglicherweise vielfältiger, als Sie, warum auch immer, behaupten.

Anna-Elisabeth

"Mein Eindruck ist, dass Sie gelegentlich Gegensatzpaare und Unvereinbarkeiten aufmachen, die in der Realität zusammenfallen. Die ist möglicherweise vielfältiger, als Sie, warum auch immer, behaupten."

Meine Ansichten speisen sich aus Berichten in den Medien, Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis und eigenen Erfahrungen. Mit der LGBTQ+Bewegung kann ich allerdings nicht aufwarten und ich weiß auch nicht, was die damit zutun hat.

Kaneel

Nun, es könnte sein, dass ein Mensch Ihr Brot und Ihren Kuchen herstellt, der auch in der LGBTQ+Bewegung aktiv ist. Ich sehe da keinen Widerspruch.