Hand hält ein Programmheft des Evangelischen Kirchentags in die Höhe

Ihre Meinung zu Kirche und Krieg: Was ist aus der Friedensbewegung geworden?

Die evangelische Kirche steckt in einem Dilemma. Zwischen dem Anspruch, Konflikte ohne Gewalt zu lösen, und der Solidarität mit der Ukraine. Beim Kirchentag in Nürnberg wird das offen diskutiert. Von Tilmann Kleinjung.

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141 Kommentare

Kommentare

Coachcoach

Das Problem ist: Frieden schaffen - haben viele gesagt, aber wer hat es gemacht? Keiner! Wer 1989 gesagt hat: Das gibt Kriege in Europa! wurde als Nörgler, Fantast oder schlimmer bezeichnet.  Dann gab es Jugoslawien (Ja, die bösen Serben, sagen die einen, Genscher die anderen), bei der EU/NATO-Osterweiterung sagte Verheugen: Muss sein - was meckern die Russen.

Und es gibt ja nicht nur Europa.

Und wer schafft Frieden? Nach Brandt/Bahr fällt mir keiner mehr ein - nach der Wende zum Neoliberalismus scheint das aus der Mode.

...und Frau Baerbock droht China. Das bringt's auch nicht in Bezug auf Frieden.

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Diabolo2704

Unter der Regierung Brand betrugen die Ausgaben für die Bundeswehr noch 3,5 % des Bruttoinlandprodukts. Weil Herr Brand sehr genau wußte, woran er mit den Russen war. Was würden bloß alle diejenigen sagen, die sich heute auf die Rezepte von Herrn Brand berufen, wenn das heute so wäre ?

Möbius

Das Kritiker wie Margot Käßmann in der Kirchenleitung überhaupt kein Gehör mehr finden und der Bundespräsident sogar das Motto des Kirchentags aufgreift um aufzurufen das „Jetzt die Zeit für Waffen“ sei, finde ich schon sehr sehr bedenklich. Ich bin übrigens selbst Protestant. 

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Adeo60

Erschreckend finde ich, dass Patriarch Kyrill den Krieg gegen die UKR vorbehaltlos unterstützt, nicht einmal schweigt, sondern sich zum Sprachrohr und Erfüllungsgehilfen von Putin macht. Wer Teil eines Machtapparates war, sollte diesem nicht als Kirchenoberhaupt dienlich sein.

Tremiro

>>Ich bin übrigens selbst Protestant.<<

Das glaube ich nicht! Ein Protestant würde die russischen Verbrechen gegen die Ukraine verurteilen und nicht stets russische Propaganda verbreiten.

 

Adeo60

Das sehe ich allerdings genauso. Mit einem christlichen Menschenbild ist dieser mörderische, völlig sinnlosen Krieg, von Putin initiiert, in kleinster Weise kompatibel. Es geht dabei auch um die vielen russischen Soldaten, die dem imperialistischen Machtanspruch des Diktators geopfert werden.

Möbius

Ich möchte versuchen es Ihnen zu erklären, da Sie ja noch zu den Vernünftigeren hier gehören: 

 

In Russland ist der christliche Glaube VIEL tiefer verwurzelt als in Deutschland und prägt das humanistische Menschenbild von Kindesbeinen an. Der Glaube hat weitgehend die kommunistische Ideologie ersetzt.  Wenn der Verteidigungsminister am „Den Pobedi“ die Parade abnimmt, bekreuzigt er sich zuerst. 

 

 

Diese Religiosität bedingt ein starkes Gerechtigkeitsempfinden: für die Russen ist es dasselbe Unrecht, egal ob ein Zivilist in der Ukraine durch die Regierungstruppen und ihre Milizen getötet wird, oder derselbe Zivilist innerhalb der Grenzen Russlands lebte. 

Diese Grenze zwischen Russland und der Ukraine existiert in den Köpfen der Gläubigen Russen NICHT! Unrecht bleibe Unrecht und müsse gesühnt werden! 

schabernack

➢ In Russland ist der christliche Glaube VIEL tiefer verwurzelt als in Deutschland und prägt das humanistische Menschenbild von Kindesbeinen an. Der Glaube hat weitgehend die kommunistische Ideologie ersetzt.  Wenn der Verteidigungsminister am „Den Pobedi“ die Parade abnimmt, bekreuzigt er sich zuerst.

Die Russisch Orthodoxe Kirche unter Zar Kyrill I. ist die Kirche des Krieges und der Mörder. Pazifismus und Kyrill I. sind weiter voneinander entfernt als die Erde von der nächsten Galaxie.

Die Russisch Orthodoxe Kirche ist die Ideologie des Krieges und des Zaristischen Kolonialismus.

Tremiro

>>Diese Grenze zwischen Russland und der Ukraine existiert in den Köpfen der Gläubigen Russen NICHT! Unrecht bleibe Unrecht und müsse gesühnt werden! << 

Das heißt Sie sprechen sich dafür aus dass der Kriegsverbrecher Putin sich vor dem internationalen Strafgerichtshof verantworten muss. Das wundert mich wenn ich Ihre sonstigen Kommentare lese.

Mauersegler

für die Russen ist es dasselbe Unrecht, egal ob ein Zivilist in der Ukraine durch die Regierungstruppen und ihre Milizen getötet wird

Wäre es so, wie Sie schreiben, müssten die gläubigen Russen aber mit aller Vehemenz gegen diesen Krieg protestieren, indem zahllose Zivilisten in der Ukraine von russischen Regierungstruppenund ihren Milizen getötet werden. 

artist22

"bekreuzigt er sich zuerst. "

Ja, wahrscheinlich wegen seiner Kriegsverbrechen. Mannomann.

Neueste Nachrichten gehört?

Möbius

Ich verbreite keine „Propaganda“ sondern vertrete meinen ganz persönlichen Standpunkt aus Überzeugung und auf Basis der mir bekannten Fakten. 

 

Wenn das für Sie „Propaganda“ ist, dann bin ich gerne Propagandist! 

Nettie

"Ich verbreite keine „Propaganda“ sondern vertrete meinen ganz persönlichen Standpunkt aus Überzeugung und auf Basis der mir bekannten Fakten"

Nach meiner persönlichen Überzeugung ist das eine glatte Lüge und sind die Ihnen bekannten 'Fakten' sowie Ihr Beitrag selbst Bestandteil der Propaganda des Putin'schen Machtapparats.

Mauersegler

Entschuldigen Sie, aber das ist eine Lüge. Ihre "Fakten" sind in den allermeisten Fällen Fantasien und schlichte Behauptungen, was auch bei anderen Themen auffällt. 

Konfrontiert man Sie mit den echten Fakten oder fragt nach Belegen, herrscht Schweigen im Walde oder bestenfalls noch "ich weiß es besser, aber ich darf ja nichts sagen". 

wie-

>> Das Kritiker wie Margot Käßmann in der Kirchenleitung überhaupt kein Gehör mehr finden und der Bundespräsident sogar das Motto des Kirchentags aufgreift um aufzurufen das „Jetzt die Zeit für Waffen“ sei, finde ich schon sehr sehr bedenklich.

Das ist aus Ihrer hier tagtäglich erklärten pro Putin-Haltung sehr nachvollziehbar.

Zufriedener Optimist

Und, lehnen Sie als Christ Herrn Putins Eroberungsfeldzug ab?

Verurteilen Sie Massenmord, Massenvergewaltigung und Kindesentführungen?!

Möbius

Sie wollen an mein Christliches Gewissen appellieren, ja? 

 

Sagen Sie mal, warum verwenden Sie dann Begriffe die ich das letzte mal im „Völkischen Beobachter“ gelesen habe als dort von den „barbarischen bolschewistischen Horden“ die Rede war ? 

Mauersegler

Beantworten Sie doch bitte die Frage des Foristen, statt sich in Unterstellungen zu flüchten. 

Kaneel

Sind Ihnen die Argumente ausgegangen? Eine solche Antwort wirkt mehr als hilflos.

Diabolo2704

Im Ernst ? Seit dem "Völkischen Beobachter" hat keiner mehr die Massenmord, Massenvergewaltigung und Kindesentführung verwendet ? Und wie würden Sie diese Taten der Russen in der Ukraine denn bezeichnen ? So aus Ihrem ganz persönlichen Standpunkt aus Überzeugung und auf Basis der Ihnen bekannten Fakten ?

Jimi58

Ich bin Christ.

FakeNews-Checker

Na  dann  protestieren  Sie  mal  dagegen  als  Protestant.

ich1961

Zuerst mal: ich habe mit Kirche/Religion "nichts am Hut", meine Erziehung aber schon.

Aber "die Friedensbewegung" von früher hat mit der heutigen (für mich) nichts mehr zu tun. Der kalte Krieg war eine andere Zeit. Und leider haben "wir  Europäer" geglaubt, das es niemals wieder einen Angriffskrieg in Europa geben wird. Weil Russland ja in die europäische Gemeinschaft eingebunden wurde. Das das bei dem Größenwahnsinnigen nicht angekommen ist, ist halt blöd. Da müsste vielleicht noch mal genau evaluiert werden, warum das so ist.

Der User ""BotschafterSarek• 08:23 Uhr"" hat das vorher gut beschrieben: Frieden ist so viel mehr, als nur die Abwesenheit von Krieg. Das habe ich für mich jedenfalls seit Kriegsbeginn in der Ukraine festgestellt.

 

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nie wieder spd

„Weil Russland ja in die europäische Gemeinschaft eingebunden wurde.“?

Putin hat vor mehr als 20 Jahren in einer Rede im deutschen Bundestag alle Türen geöffnet. 

Gedankt wurde ihm mit Ignoranz und Verachtung. Und mit böswilliger Rache, weil er Russland vor ausländischen Heuschrecken schützen wollte.

Friedenspolitik ist auch ein langwieriger Prozess. Der Westen hat diesen Prozess zerstört. Nicht Putin und nicht Russland.

ich1961

Sehe ich anders. 

Vor über 20 Jahren hat der werte Herr bereits Gedanken zu dem Thema öffentlich gemacht.

Ignoranz und Verachtung sehen für mich auch anders aus.

 

Glasbürger

Diese nachprüfbare Wahrheit ist heutzutage nicht sehr opportun. Aber es ist schön zu sehen, daß sie nicht vergessen wird.

Nettie

"Frieden ist so viel mehr, als nur die Abwesenheit von Krieg"

Stimmt. Die einzige Möglichkeit, Krieg zu verhindern ist die gemeinsame Schaffung einer menschenwürdigen Umwelt.

Glasbürger

Das Problem, das sowohl die Kirche, wenn sie es denn ernst mit Bemühungen um Frieden meint, sowie die Friedensbewegung hat besteht darin, daß man heute in Deutschland immer und ausschließlich für eine Seite Partei ergreifen muß, wenn man nicht sofort als irgendwas schlimmes diffamiert werden will. Selbst wenn es in so einem Krieg naturgemäß keine "gute" Seite gibt. Positioniert man sich dann jedoch politisch korrekt, braucht man nichts mehr von Frieden erzählen, weil man als Unterstützer einer Seite dann unglaubwürdig ist. Vermutlich wird es nur dann wieder eine Friedensbewegeung geben, wenn dieser unsägliche vorauseilende Gehorsam gegenüber dem politischen "Mainstream" endlich endet. Erfreuliche Tendenzen diesbezüglich sind ja durchaus zu sehen. Das läßt hoffen. Denn wie im Film "Unsere Mütter, unsere Väter" so treffend bemerkt wurde: "Der Krieg wird nur das Schlechteste in
uns zum Vorschein bringen."

Egal von und bei wem.

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fathaland slim

daß man heute in Deutschland immer und ausschließlich für eine Seite Partei ergreifen muß, wenn man nicht sofort als irgendwas schlimmes diffamiert werden will.

 Was für ein Unsinn. Aber viele Zeitgenossen stilisieren sich gern zum armen Opfer.

Glasbürger

Vertreter des benannten "Mainstreams" sehen solch abweichende Meinungen natürlich als Unsinn an. Verständlich und logisch folgerichtig.

ich1961

Sie sehen immer noch keinen Unterschied in Angreifer und Angegriffenen?

////....  daß man heute in Deutschland immer und ausschließlich für eine Seite Partei ergreifen muß, wenn man nicht sofort als irgendwas schlimmes diffamiert werden will.////

Es gibt sicher Situationen, da ist es schwer, sich für eine Seite zu entscheiden - keine Frage. Aber bei dem Krieg Russlands gegen die Ukraine sehe ich das nun mal anders. Für mich gibt es "nur eine Seite" die meine Unterstützung - und zwar uneingeschränkt - hat.

////Selbst wenn es in so einem Krieg naturgemäß keine "gute" Seite gibt. ////

Für mich ist es eindeutig: der Aggressor ist der Böse!

////wenn dieser unsägliche vorauseilende Gehorsam gegenüber dem politischen "Mainstream" endlich endet.////

Ihre "Mainstream - Märchen" können Sie gerne weglassen.

////Erfreuliche Tendenzen diesbezüglich sind ja durchaus zu sehen.////

Welche? Für mich ist die Solidarität mit den UkrainerInnen   DIE   erfreuliche Tendenz!

 

1970JohnDoe

Was ist denn Ihre sogenannte Unterstützung? Hier nur Worthülsen verbreiten wird der Ukr. kaum helfen. 

Glasbürger

Nachtrag:

Ich sollte wohl besser meine Brille aufsetzen. Das war eine klassische Fehladressierung. Verzeihung!

Glasbürger

Unbenommen des oder der Täter, solange es immer nur darum geht sich zu "verteidigen", was übrigens immer beide Seiten von sich behaupten zu tun, wobei Kriegsverbrechen immer nur die anderen begehen, wird kein Krieg dieser Welt enden. Es braucht ein gänzlich anderes oder überhaupt ein Denken, Handeln und letztlich auch eine andere Politik um solche Kriege, es laufen ja aktuell noch einige mehr, von denen wir nur nicht viel erfahren, enden zu lassen und sie künftig zu verhindern. Was aktuell unter dem Deckmantel der Solidarität betrieben wird, hat mit einer Friedenspolitik leider nichts zu tun. Eine Friedensbewegung, meinetwegen auch mit den Kirchen, wie es sie in den 80ern gab, ist wohl unverzichtbar, wenn es denn wirklich um Frieden geht. 

Tremiro

>>Selbst wenn es in so einem Krieg naturgemäß keine "gute" Seite gibt.<<

Hat die Ukraine Russland überfallen? Haben Ukrainer in Russland Frauen und Kinder vergewaltigt und ermordet? Hat die Ukaine Teile des russischen Staatsgebietes annektiert? 

Diese ständige Relativierung der russischen Verbrechen k.... mich dermaßen an! 

Glasbürger

Dann schlage ich vor, einen Eimer zu nutzen.

Mir geht es mit der ewigen, einseitigen Sichtweise der Dinge und dem resultierenden handeln daraus ebenso.

Tremiro

Aber auf meine Fragen wissen Sie keine Antwort und schwurbeln hilflos drum herum.

Kaneel

Ich widerspreche Ihnen. Wenn in einem s.g. Friedensmanifest die ukrainische Regierung und die Nato stärker verurteilt werden als der russsiche Angriff, sehe ich darin alles andere als eine objektive und neutrale Haltung. Eine solche kann ich hier bei so gut wie keinem User erkennen. Wieso sprechen Sie Menschen, die sich für Waffenlieferungen aussprechen, die eigene Überzeugung ab? Sie würden es doch vermutlich auch nicht richtig finden, wenn ich behaupte, dass Sie Ihre Meinung aufgrund des Mainstreams in russischen Medien gebildet hätten. 

Sisyphos3

Die evangelische Kirche steckt in einem Dilemma

 

nachvollziehbar

kann man sich Jesus mit einer Maschinenpistole vorstellen

doch eher nicht

da fallen einem Dinge wie andere Wange hinhalten  ein

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Möbius

Niemand verlangt doch von der Kiewer Regierung zu kapitulieren. Aber wie wäre es mit verhandeln? 

 

Es gibt immer mehr Friedensinitiativen, zB jetzt die von sieben afrikanischen Staatsoberhäuptern. Es wird zB gefordert, so auch von Brasilien, dass man in den strittigen Gebieten unter UN Kontrolle abstimmt über die Zugehörigkeit dieser Territorien, anstatt eine militärische Rückeroberung anzustreben. 

 

Was wäre denn gewonnen gewesen zB wenn 2008 Georgien Südossetien und Abchasien zurückerobert hätte - was sicher auch gelungen wäre, hätte sich Russland nicht eingemischt ? Wären die Südosseten und Abchasier mit ihrem Schicksal dann auch glücklicher, oder nur der Westen ? 

Tremiro

>>Niemand verlangt doch von der Kiewer Regierung zu kapitulieren. Aber wie wäre es mit verhandeln?<<

Bitte verbreiten Sie keine Lügen! Als Insider, der Sie doch offensichtlich sind, wissen Sie ganz genau dass Putin nach wie vor, nur über die Kapitulation der Ukraine verhandeln will. Und eine Abstimmung in Gebieten in denen ein Großteil der Bevölkerung vertrieben oder ermordet wurde ist sinnlos.

Carlos12

1.) Selbst wenn Russland in einem Kompromissvorschlag die eroberten Gebiete behalten darf. Wie sollen die Garantien aussehen, dass sich das russische Regime nach einer Erholungsphase nicht noch weitere Gebiete holt? Das russische Regime hat mit dem Krieg alle Verträge über den Haufen geworfen.

2.) Mit welcher Legitimation soll abgestimmt werden? Ein Aggressor erobert fremdes Land und als Friedensvorschlag soll abgestimmt werden, ob er es behalten darf.

3.) Wer soll eigentlich abstimmen? Bei den gefakten Abstimmungen der vier Oblaste durften anwesende Bewohner und nach Russland geflohene Bewohner abstimmen, was nur ein Bruchteil der Vorkriegsbevölkerung ist. Das 94% nach der Zerstörung, Mord, Folter und Filtration zugstimmt haben sollen ist so was von absurd. Wenn aber die in die freie Ukraine geflohene Mehrheit abstimmen  darf, ist das Ergebnis klar. Somit wird Russland niemals zustimmen

Möbius

Sie behaupten also die Mehrheit der Menschen im Süden und Osten der Ukraine (gar der Krim ?!) stünden hinter der ukrainischen Regierung ?

 

Na dann sollten Sie und andere doch keine Angst haben vor einer demokratischen Abstimmung ! 

BotschafterSarek

Die evangelische Kirche steckt in einem Dilemma

nachvollziehbar
kann man sich Jesus mit einer Maschinenpistole vorstellen
doch eher nicht
da fallen einem Dinge wie andere Wange hinhalten  ein

 

Kann jeder, der das für sich so entscheidet, gerne tun. Ob dieser Vers aus der Begpredigt aber auch für staatliches Handeln eine geeignete Leitlinie sein kann, wage ich zu bezweifeln. JHWH (der Vater Jesu) wird im Ersten Testament übrigens auch als Herr der Heerscharen bezeichnet, weil er sein Volk durchaus im militärischen Kampf (!) gegen seine Bedränger unterstützt hat. Und wenn wir als Christen sagen, dass Gott sich nicht wandelt, warum kann Gewalt gegen Aggressoren dann heute keine christlich-ethisch-vertretbare Option mehr sein?

Adeo60

Oberster Grundsatz muss sein, dass Konflikte nicht durch völkerrechtswidrige Angruffskriege gelöst werden dürfen. Und um diesen Grundsatz umzusetzen muss in letzter Konsequenz das Opfer eines solchen Krieges gemäß den strikten Vorhaben des VölkerR finanziell, ggf. auch durch die Lieferung von Militärgerat unterstützt werden.

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amran.juli

Gibt es völkerrechtsgültige Angriffskriege? Nein, Kriege sind grundsätzlich ein Verbrechen, egal was auf irgendeinem Papier steht.  Und jeder, der sich aktiv am Krieg beteiligt, Krieg unterstützt oder vorbereitet, ist ein Mörder - ohne Ausnahme. 

PeterK

Da meine vorherige Antwort "ausgeixt" wurde versuche ich es mal anders. 

Mir fällt nach Brand/Bahr noch der hoffnungsvolle Versuch der Jahre 1989/1990 ein, als die damalige Sowjetunion (sicher auch aus eigener wirtschaftlicher Schwäche) den "Ostblock" weitgehend reibungslos aus ihrem Machtbereich entließ. Dies geschah unter anderem unter dem Eindruck der Aussage vom damaligen Außenminister Genscher nach einem Treffen mit dem US Außenminister Baker der versammelten Weltpresse wörtlich sagte: (Zitat) "Wir waren uns einig, dass nicht die Absicht besteht das Nato Verteidigungsgebiet auszudehnen nach Osten. Das gilt nicht nur für die DDR, die wir da nicht einverleiben wollen, sondern ganz generell." (Zitat Ende)

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ich1961

Und für Sie ist das Verlangen der Staaten in die NATO aufgenommen zu werden - besonders unter den aktuellen Gegebenheiten - völlig unverständlich?

Die "Ostblock - Staaten" wissen jedenfalls, was ihnen droht. Das können Sie an den Ländern sehen, die jetzt möglichst schnell in die NATO wollen.

Übrigens ist dieser Satz über 30 (!) Jahre her, da ist viel Wasser den Rhein runter gelaufen.

 

PeterK

Die Halbwertzeit der Gültigkeit des Satzes war wesentlich kürzer als 30 Jahre.

schabernack

➢ Außenminister Genscher …wörtlich sagte: (Zitat) "Wir waren uns einig, dass nicht die Absicht besteht das Nato Verteidigungsgebiet auszudehnen nach Osten. Das gilt nicht nur für die DDR, die wir da nicht einverleiben wollen, sondern ganz generell." (Zitat Ende)

Wohin hätte sich die NATO auch ausbreiten sollen. Überall im Osten von der DDR aus war Warschauer Pakt. Niemand hat 1989 oder 1990 Aussagen über Staaten getroffen, die es damals noch gar nicht gab. Wie auch, der Zerfall der UdSSR war später.

Dennoch lebt das untote Märchen, Genscher oder die NATO hätten versprochen, die nicht existierenden Baltischen Staaten werden niemals NATO sein. Geschichtsanalphabetismus.

TapferSchneiderlein

Ich meine es ist nicht Aufgabe von Kirchen, Konflikte zu lösen. Kirchen sind Gemeinschaften Gläubiger. Widersprüche zwischen Glaube und Realität sind eine Grundvoraussetzung für Kirchen.

Der Einfluß der Kirchen auf das politische Geschehen sollte sich beschränken auf die Darstellung der Glaubensinhalte und entsprechende Aufrufe an die Gläubigen. Verrenkungen um den jeweiligen Machthabern zu gefallen sind Fehler!

Tremiro

Die Absicht bestand auch nicht. Genscher sagte die Wahrheit. Die Länder Osteuropas wollten von sich aus in die NATO. Und warum, das sollte der Dümmste spätestens seit dem 24.02.2022 begriffen haben. 

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PeterK

Zu einem NATO Beitritt gehören zwei, einer der beitreten will und einer der beitreten lässt (und das einstimmig).

Mal abgesehen davon, war  und ist der NATO Beitritt von Staaten, die zu annährend 100% mit sowjetischen Waffensystemen ausgerüstet waren nicht zuletzt ein riesen Geschäft für  die einschlägige europäische und amerikanische Rüstungsindustrie. Was da alles in NATO Standard umgerüstet, angepasst, ersetzt werden musste, durfte diese sich einfach nicht entgehen lassen.

Kaneel

Ich finde es wichtig, dass es auch Stimmen gibt, die sich zu Waffenlieferungen kritisch positionieren. Ich kann denen zuhören, die mir das Gefühl vermitteln die Lage der Ukrainer:innnen zu sehen und wichtiger zu nehmen als die Putins. 

Und Frau Käßmann hat mich nicht überzeugt, auch weil sie ein Manifest unterzeichnet hat, in dem die ukrainische Regierung und die Nato schärfer verurteilt werden, als der Angriff Russlands. Wenn aber mehr Verständnis für die angebliche Bedrohungslage Russlands durch den Westen gezeigt wird (m.E. besteht die eher in innerstaatlichen Konflikten), bin ich draußen. 

Und dann ist da der Widerspruch, dass sich viele Friedensbewegte zwar zu Recht gegen (vergangene) Invasionen der USA positionieren, gleichzeitig aber nicht gegen die Invasion Russlands in der Ukraine. Was soll das für ein Frieden sein, wenn die Bedürfnisse eines Aggressors oder die eigenen ganz oben stehen, und der Wunsch nach Souveränität seitens der Angegriffenen ganz unten?

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Kaneel

Korrektur: Ich finde es legitim und wichtig, dass ...

Seebaer1

Ich denke, so lange noch keine Waffen gesegnet werden, ist alles vertretbar....

FakeNews-Checker

Dient  sich  die  Kirche  dem  Staat  an  oder  der  Staat  der  Kirche  ?    Diese  Frage  hat  sich  doch  schon  immer  gestellt,  so  auch   in  Rußland,  welchen  Druck  die  Orthodoxe  Kirche  auf  Putin  ausübt  für  den  Ukrainekrieg.   Und  weil  in  jedem  Dorf  eine  Kirche  steht,  aber  kein  Staatsparteibüro,   kann  man  diese  Frage  leicht  beantworten,  wer  den  meisten  Einfluß  ausübt.  

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BotschafterSarek

Patriarch Kyrill spielt tatsächlich eine sehr unchristliche Rolle in diesem Konflikt, indem er Putins Angriffskrieg unterstützt. Ob er Putin zu diesem erst verleitet hat, wie Sie es darstellen, weiß ich nicht. Dass Putin am liebsten die Macht und Größe der Sowjetunion restaurieren möchte, ist ja nichts Neues, dazu brauchte er glaube ich keine Anstifung von Kyrill. Ich glaube eher, die beiden brauchen sich gegenseitig für ihren Machterhalt oder -ausbau. 

Diabolo2704

Teile der Friedensbewegung sind in der Wirklichkeit angekommen. Andere verharren aus nicht nachvollziehbaren Motiven in ihren bisherigen Denkmustern.

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Schirmherr

Aber die Lösung des Problems ist doch, mit den erstklassichen Verbindungen einfach, einfach den Herrn der ja allmächtig alle Antworten kennt, fragen. 

FakeNews-Checker

Wenn  die  Kirche  nicht  schon  der  Background   und  Hauptstützpfeiler   des  Dritten  Reichs    gewesen  wäre  zur  Beseitigung  der  jüdischen  Religionskonkurrenz,    dann  wäre  es  für  die  Kirche  ein  No-Go  gewesen,  all  die  Verbrechen   der  NSDAP   von  der  Todesstrafe  bis  zum  Weltkrieg   einzusegnen.  Und  so  segnen   nun  auch  wieder  Pfarrer  beiderseits  der  Front  den  Ukrainekrieg  ein.  Weil  die  Kirche  vom  Staat  dazu  gezwungen  wird  ?  Nein,  weil  es  der  Kirche  um  die  Mehrung  von  Macht,  Besitz  und  Immobilen  geht.

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bolligru

Heute weniger um Mehrung als Erhalt...

bolligru

Krieg als Mittel der Politik

Die einfache Frage: "Was würde Jeshua dazu sagen und wie würde erhandeln?" stellt in den christlichen Kirchen seit langem kaum noch jemand. Wen interessiert das schon!

"Wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen" (Mt 26, 52)

Nein, nicht nur Jesus sagte zum Thema Krieg und Frieden Kluges. 

Willy Brandt sagte 1971 bei seiner Rede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises:

„Der Krieg darf kein Mittel der Politik sein. Es geht darum, Kriege abzuschaffen, nicht nur, sie zu begrenzen. Kein nationales Interesse lässt sich heute noch von der Gesamtverantwortung für den Frieden trennen. Jede Außenpolitik muss dieser Einsicht dienen. Als Mittel einer europäischen und weltweiten Sicherheitspolitik hat sie Spannungen abzubauen und die Kommunikation über die Grenzen hinweg zu fördern. Krieg ist nicht mehr die ultima ratio, sondern die ultima irratio.“ 

Account gelöscht

In einem Dilemma steckt die evangelische Kirche bestimmt nicht. Sie befürwortet Aufrüstung, stellt seit Jahrzehnten die Militärpfarrer in der Truppe. 

Kirchentagspräsident ist der ehemalige Verteidigungsminister de Maizere.

Eine Ausstellung zum 75. Jahrestag der Nakba (Vertreibung der Palästinenser) ist abgelehnt worden. 

Und was die Friedensbewegung an geht, so mobilisiert sie ab 10. Juni zu Protesten(Webseite Netzwerk Friedenskooperative).

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das ding

"Die Kirche sollte nicht mehr zweigleisig fahren, sondern ganz auf die gewaltfreien Methoden setzen", fordert er. (Bericht)

Die Kirche versagt nicht. Sie ist schlicht nicht die Antwort auf die brennenden Fragen unserer Zeit. Egal welche Glaubensrichtung, ob katholisch oder evangelich oder orthodox und was es sonst noch gibt, inklusive der ganzen bizzarren Vielfalt in den USA. Man koennte sagen, wenn man von der Kirche Antworten erwartet, dass man in der falschen Bibliothek ist, bzw. knapp (ist auch daneben) an der richtigen vorbei. Wo die ist, sag ich hier nicht.

SirTaki

Plan A und Plan B sind ein Ziel, um Frieden und Kriegszeiten zu begegnen. Das machen moderne, liberale Staaten, die in Jahrzehnten lernten, Frieden bringt mehr: Handel, Austausch, Kontakt, gutes Leben. Man hat sich an die Zeiten des hohen Standards gewöhnt.

Anders als in den 60er und 70er Jahren, als man Vietnam und andere langjährige brutale Kriege erlebte, die die Kirchen mit Aufruf zu Frieden und freundlichen Botschaften begleiteten. Heute ist der Frieden vor der Haustür wie eine Blase geplatzt und wir sitzen in einer Situation, die Krieg in der Unkraine zeigt, mörderische Auswirkungen und Bedrohung mit neuer atomarer Schlagkraft. Und weil ein Land überfallen wurde, stehen nun Kirchen und manche Friedensbewegungen im Dilemma, was man nun predigen und machen soll.

Friede ist in einem Land möglich, wenn der Nachbar einschlägt, muss man sich verteidigen. Das widerspricht nicht Christentum, sondern ist als Lektion des Lebens zu sehen. Frieden müssen alle wollen, nicht nur wir.

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