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Neu?

"Dort hat das Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken eine Art Musteretage eingerichtet, die demonstrieren soll, wie das neue Arbeiten nach der Pandemie funktioniert. Persönliche Schreibtische sind hier nicht mehr vorgesehen. Wer ins Büro kommt, muss sich jeden Tag einen neuen Schreibtisch suchen - und diesen dann so hinterlassen, wie er ihn vorgefunden hat. "Clean Desk" nennt die DZ Bank dieses Konzept."

Das hab' ich in England schon vor mindestens 15 Jahren in der Praxis erlebt....., da brauchte es keine Pandemie.

Das Prinzip

finde ich gut, zumindest für diejenigen, die das möchten und die Möglichkeit haben Homeoffice zu machen.
Vorsichtig wäre ich bei Neuerungen wie kontaktlosen Toiletten und ähnlichem. Leider steht im Artikel nicht wie das funktioniert, aber heutzutage würde ich davon ausgehen, dass es dafür Energie braucht, die man aufgrund der Klimakrise doch einsparen sollte.

Wie sieht das Büro nach Corona aus ??

Das ist eine Frage. Wie es aussieht, wie sich daß entwickelt, daß entscheidet das Kräfteverhältnis zwischen Gewerkschaften/Personal und den Unternehmen. Und das sieht nicht gut aus.

Aber die Arbeitswelt besteht nicht nur aus der Realität im Büro. Für Paketboten, Ernte- und Gastronomie-Beschäftigte sieht es noch schlechter aus. Unabhängig davon, ob zum Beispiel die DHL im ersten Halbjahr 2020 den Umsatz um 26 Prozent gesteigert hat und auch für das laufende Jahr Steigerungen erwartet (Teletext n-tv).

Viel zu pauschale Sichtweisen

Büroarbeit ist nicht gleich Büroarbeit. Es gibt Leute, die arbeiten praktisch nur online, alle benötigten Informationen sind online verfügbar. Andere benötigen ganze Schränke mit, leider derzeit und noch lange, nur auf Papier verfügbarer Literatur. Manche Leute sprechen praktisch die ganze Arbeitszeit, über Telefon oder mit Kollegen. Andere arbeiten hochkonzentiert allein an komplexen Lösungen für komplexe Fragestellungen unter Verwendung von Literatur. Manche Menschen stört es nicht, wenn dabei Trubel um sie herum ist, andere Menschen können schon nicht konzentiert arbeiten, wenn noch jemand im Zimmer ist oder Geräusche von außen auftreten. Bei Mathematikern z.B. gibt es grob zwei Sorten, solche die sich am besten im Sitzen oder Liegen konzentrieren können und solche, die dafür rumlaufen müssen. Bei zwei der zweiten Art in einem Büro sind Zusammenstöße vorprogrammiert ... Deshalb wird es auch immer noch Einzelbüros geben müssen.

Hoffentlich...

...erweist sich dieses Konzept als so erfolgreich, wie es der Bericht vermuten lässt.

Kein Zweifel, dass sich home office auch weiterhin großer Beliebtheit erfreuen wird, daher ist die Verkleinerung der Büroflächen eine logische Konsequenz.

Und wenn es nicht zum allmorgendlichen Wettrennen führt um seinen Lieblingsplatz am Fenster, neben dem sympathischen Arbeitskollegen oder den nächstgelegenen zu Kantine, Klo oder Notausgang - alles gut.

Mir wäre “mein“ fester Arbeitsplatz zwar lieber, doch mag eine täglich wechselnde Perspektive vom neuen Schreibtisch aus ja auch ihre Reize haben.

Kein fester Arbeitsplatz, bewegliche Kameras und ...

... Deckenmikrofone wären für mich ein NoGo! HomeOffice ist für meinen Platz ebenfalls undenkbar, da ich sehr viele Dinge drucken muss, was zu Hause nicht erlaubt ist. Zudem benötige ich diverse Unterlagen für die tägliche Arbeit, die in Schränken untergebracht sind und jederzeit greifbar sein müssen.

Ich hoffe, dass die betroffenen MA der DZ Bank über die Datenschutzmaßnahmen aufgeklärt und informiert wurden, wenn gemeinsame Arbeitsplätze, Kameras und Mikros genutzt werden. Und auch wenn die Nachfrage groß sein soll, wird in so mancher Firma sicherlich noch einiger Handlungsbedarf in Abstimmung mit dem Personalrat notwendig sein, bevor dieses "neue Arbeiten" Standard wird.

Nach wie vor kann ich mir auch nicht vorstellen, dass in jeder Familie HO möglich ist, da die Ablenkung je nach Wohnungsgröße doch erheblich sein dürfte.

Ich darf zum Glück weiterhin in der Firma arbeiten, wenn auch inzwischen in einem sicheren Einzelbüro.

@ 09:43 von sonnenbogen

Das gibt es auch in Deutschland schon seit vielen Jahren und funktioniert, je nach Art der Arbeit, genauso gut oder schlecht wie in England. Da habe ich auch schon in England in solchen Büros gesessen und gesehen, dass die Mathematikerkollegen dort kaum konzentriert arbeiten konnten. Kommunikation ist nicht alles, viele Leute werden nicht dafür beschäftigt, dass die sie Lösungen aus anderen Menschen herauskitzeln, sondern dafür, dass sie sie selber finden. Irgendwo müssen Ideen ja herkommen. Es ist bezeichnend für unsere Zeit, auch gerade in England, dass die Lösungen immer seichter werden. Das liegt auch teilweise an den Bedingungen am Arbeitsplatz, wo Leute, die sich hochkonzentriete Arbeit wohl gar nicht vorstellen können, die zu Kommunikationsplattformen verkorksen.

@ Bernd Kevesligeti, um 10:00

Aus dem, was Sie schreiben/befürchten werde ich gerade gar nicht schlau.

Es geht hier um Büros bzw. Bürokonzepte, das hat doch mit DHL, Paketboten oder Erntehelfern überhaupt nichts zu tun.

Man merkt es auf der

Man merkt es auf der Autobahn. Es sind schon wieder zu viele Menschen unterwegs.
Es wäre für alle Beteiligten besser, Homeoffice würde zur Normalität. Wäre auch für die Umwelt besser. Usw.
Einfaches verwalten muss man nicht in großraumbüros machen.

Nun sitzen ja

die meisten Menschen nicht im Büro, sondern in Firmen wo etwas hergestellt wird, oder Handwerksbetriebe und Dienstleistungen, also mehr oder weniger Arbeit mit der Hand.
Sicher kann man solche Büros als Projekt mal testen, mein Ding wäre es nicht, jeden Tag einen anderen Platz ohne eigenen Teetopf und Wasserkocher.
Aber es wäre gut, wenn ganze Gebäude eingespart würden, und Wohnungen daraus werden, wir haben in den Städten zu viel der besten Plätze mit Bürotürmen besetzt.
Aber das ist eben ein Problem der Großstädte, ob die Firmen am Ende wirklich was einsparen, wird sich zeigen.

Man übersieht dabei aber einiges ...

Es gibt Menschen, die auf Duftstoffe allergisch sind.
Es gibt Menschen, die aufgrund Asthma oder COPD oft husten und sich räuspern müssen.
Duftstoff-Allergiker können nicht mit anderen in einem Raum sitzen, weil irgendeiner ein Deo, Rasierwasser oder Parfum verwendet, gegen das ein Duftstoff-Allergiker allergisch ist.
Hinzu kommt, dass sich viele Parfums auch durchs Lüften nicht so schnell verflüchtigen.
Das kann Stunden dauern bis der Geruch weg ist, nachdem der Verursacher den Raum verlassen hat.

Menschen, die mit Asthmatikern oder COPD´lern in einem Raum sitzen müssen, fühlen sich durch deren "Geräusche" womöglich gestört.
Mit zunehmendem Alter nehmen die oben geschilderten Probleme zu oder sie entstehen erst mit fortgeschrittenem Alter.

Ich finde aus den vorgenannten Gründen Büros, in denen mehrere Menschen zusammen etliche Stunden verbringen sollen, keine gute Idee.
(Kleine) Einzelbüros wären immer optimaler.

Politikversagen beim Thema Mobiles Arbeiten

Bisher gibt es keinen vernünftigen Rechtsrahmen für das mobile Arbeiten. Es wurde vom Staat zur Pandemie bewältigung verordnet, jedoch fehlt es an echtem Willen in der Politik verbindliche rechtliche Normen für das mobile Arbeiten zu schaffen. Man muss sich nur die Wahlprogramme der Parteien anschauen. Alles nur Floskeln. Einzig bei der SPD findet man etwas Konkretes: 24 Tage pro Jahr. Aber das hat doch nichts mit echtem mobilem Arbeiten zu tun. Alle zwei Monate einen Tag Home Office ist total weltfremd und einfach nur lächerlich. Das kann man doch nicht ernst nehmen!

Das ist wohl

der Hauptgrund für das neue Bürosystem.
#
Dass Firmen auf diesem Weg die Kosten senken, ist inzwischen ein breiter Trend in der Wirtschaft. Wie die Unternehmensberatung PwC in einer Studie herausfand, planen 60 Prozent der deutschen Unternehmen, ihre Büroflächen zu reduzieren - durchschnittlich um ein Fünftel.
#
Bei der Umsetzung des neuen Büro werden auch die Gewerkschaften ein Wort mitreden.

Alles gut und schön. Doch

Alles gut und schön.
Doch für die Mehrheit der AN völlig unpraktikabel.

Vielleicht sollte man zuerst einmal definieren, was die klassische Büroarbeit überhaupt ausmacht.

Wie sieht das Büro nach Corona aus?

je nach dem
verstaubt
vielleicht - wenn man die Kaffeetasse nicht gewaschen hat ,ist Schimmel drin.
Auf jeden Fall gibt es viel mit den KollegenInnen zu plaudern

Die Zwischenüberschrift...

..."Weniger Büroflächen, weniger Kosten" sagt doch alles aus. Dabei ist es den Unternehmen völlig schnuppe, ob sie tatsächlich unnötige Kosten einsparen oder die Gelegenheit nutzen, eigentlich selbstverständliche Betriebsausgaben geschickt auf die Beschäftigten abzuwälzen.
Strom, Heizung, Internet, Schreibmaterial und sonstige Arbeitsmittel bezahlen die nämlich im Homeoffice schön selbst.

Insgesamt unausgegoren

Was sagen denn die Gewerkschaften dazu?
Was passiert denn mit den freiwerdenden Büroflächen?
Werden die zu Wohnungen umgebaut?
Praktischerweise für die Angestellten im Homeoffice?
Die könnten sich dann auch den selteneren Weg zur Arbeit sparen, weil sie nebenan wohnen.
Oder machen einige Immobilienfirmen pleite, weil sie weniger vermieten können und durch das größere Angebot sinken dann auch noch die Mietpreise für Büros?
Wenn für die Angestellten nur noch knapp 50% der Büros zur Verfügung stehen, sie aber nur an 30 Tagen von woanders arbeiten dürfen, was machen sie, wenn keine Büroarbeitsplätze frei sind, obwohl sie dorthin müssten?
Müssen die dann in Schichten arbeiten?
Dann sind auch die weltweiten Zeitunterschiede nicht mehr wichtig.
Win-Win. Da werden sich die Büroangestellten sicher freuen.

09:43 von sonnenbogen

Persönliche Schreibtische sind hier nicht mehr vorgesehen.
......

das begann in meiner Firma vor 10 Jahren ....
jeder hatte so nen persönlichen Container
den schob er unter irgendeinen freien Schreibtisch
sein Laptop noch drauf ... bingo
dann habe ich gekündigt
(wobei es gab noch den einen oder anderen Grund)

Wie das Büro der Zukunft

Wie das Büro der Zukunft aussieht hängt auch eine wenig davon ab wo der oder die betreffende Person wohnt. Noch immer gibt es in Deutschland Gegenden da ist an Homeoffice gar nicht zu denken. Vielleicht sollten wir uns erstmal Gedanken machen wie wird die digitale Infrastruktur nach Corona aussehen. Natürlich hat es während Corona vermehrt Homeoffice gegeben, in vielen Fällen aber mehr schlecht als recht. Hier muss endlich mal Kompetenz ran, Gesetze geschaffen werden die durchsetzen das der jeweils größte Anbieter in der Gegend auch abgelegene Häuser versorgen muss. Genau müssen Standards geschaffen werden die eine Vernetzung möglich machen. Im Moment kocht doch jede Behörde ihr eigenes Süppchen.

"Wie sieht das Büro..."

Hach - komfortabel bleibt zu hoffen.
Nach Corona? Nach dem Klimawandel? Nach der Einführung der Robotisierung weiterer allgemeiner Bürotätigkeiten ... alles wird schicker, neuer, autonomer, das muss. Wenn wir hoffentlich bald mal wieder weniger werden und die Arbeitskraft damit wertvoller.

von harry up 10:10

Das stimmt, deshalb ist ja da auch ein Absatz gemacht worden.
Der Tagesschau-Artikel hat noch die kleine Überschrift "Veränderte Arbeitswelt". Diese besteht aus Büros, aber auch aus anderen Bereichen....

@ sonnenbogen

Zitat: "Clean Desk" nennt die DZ Bank dieses Konzept."
#
Das hat meine (EX) Firma auch 2018 eingeführt (ich bin in Pension). Es gibt nur noch für 60 % der Mitarbeiter einen unpersönlich Schreibtisch. Wer kommen möchte, kann "reservieren", sich in einen Plan eintragen. Die anderen, meist Ma. in Teilzeit oder mit längerer Anreise arbeiten von zu Hause aus. Dann sind da auch noch die auf Dienstreise befindlichen oder die in leitenden Positionen, die müssen sich gesondert absprechen.
Alles in allem funktioniert das Prima da es keine ortsfesten Rechner mehr gibt, sondern nur noch Laptops, hat jeder "seins" immer dabei ... inkl. Voice over IP.
An Stellen hat die Fa. ganze Büroetagen aufgekündigt.

Einzelbüro mit Namensschild ? Klar doch!

Solche Büros sind auf Mitarbeiterebene schon lange vor Corona Vergangenheit gewesen.

Echte Einzelbüros (mit „Vorzimmer“) bei Banken gibt es dagegen - wie vorher auch - weiterhin ab der Abteilungsleiterebene. Schon wegen der Vertraulichkeit der dort geführten Gespräche und Telefonate.

Der Artikel differenziert leider zu wenig.

Das „Clean Desk“ Konzept ohne feste Arbeitsplätze gibt es schon länger in USA und führt zu einer weiteren Entfremdung der Mitarbeiter voneinander und von ihrer Firma. Ein Trend, der schon mit der Verbreitung befristeter Verträge begonnen hat.

Mit Corona hat das nur mittelbar zu tun.

Schade auch, dass der Artikel nicht den Zusammenhang erwähnt das Firmen und Banken mit spitzem Bleistift rechnen, welche Präsenzquote der Mitarbeiter ihnen die höchste Produktivität bei minimalen Kosten sichert.

Folge: die Mitarbeiter müssen jetzt NOCH flexibler werden. Das heißt: die, die noch da sind. Denn Corona hat auch einen Personalüberhang fast überall offengelegt.

Am 30. August 2021 um 10:07 von Autograf

"Das liegt auch teilweise an den Bedingungen am Arbeitsplatz, wo Leute, die sich hochkonzentriete Arbeit wohl gar nicht vorstellen können, die zu Kommunikationsplattformen verkorksen."

Naja, vielleicht kriegen wir ja irgendwann den Schichtleiter, Oberaufseher zurück ins Grossraumbüro, oder auf neudeutsch:
Ein Motivator oder Motivatorin.
Setzt uns 100 Jahre zurück, aber hey, kennt ja niemand mehr und heisst dann Zukunft.

@nie wieder spd, 10:39

"... sie aber nur an 30 Tagen von woanders arbeiten dürfen..." -

Das steht so nicht im Artikel. Was im Artikel steht: nebem dem Home Office (also der Arbeit zu Hause) dürfen die Arbeitnehmer 30 Tage im Jahr weltweit irgendwo arbeiten. Also am Strand in Griechenland, auf der Alm in Österreich oder wo sie es sonst wollen.

10:45 von Sisyphos3

das begann in meiner Firma vor 10 Jahren ....
jeder hatte so nen persönlichen Container
den schob er unter irgendeinen freien Schreibtisch
sein Laptop noch drauf ... bingo
dann habe ich gekündigt
(wobei es gab noch den einen oder anderen Grund)
#
Ich fand es auch besser im Büro der alten Art.Der persönliche Kontakt zu den Kollegen war mir doch wichtig.

Interessant, ...

... wie Menschen hier probieren ihren liebgewonnenen festen Schreibtisch mit Bildchen von Frau und Sohnemann zu verteidigen. Da werden Mathematiker, die sich nur laufend konzentrieren können, genannt. Oder Dufststoffe, die doch nun wirklich Einzelbüros immer optimaler machen. Gewerkschaften, die das ja sowieso nicht wollen. Oder das beste: es wird mal eben (ohne Begründung) behauptet das dies 'für die Mehrheit der AN völlig unpraktikabel' ist. In Bewerbungen wird immer gesagt, wie flexibel man doch ist. In diesem Thread wird deutlich, das dies für viele Arbeitnehmer scheinbar nicht so zutrifft.

Wie üblich

wird hier fast nur gemeckert. Es gibt doch auch positive Aspekte. Manch einer ist vielleicht froh, dass er sich zumindest an ein paar Tagen einen langen Arbeitsweg sparen kann oder sich seine Zeit besser einteilen kann, etwas flexibler sein. Evtl zuhause mit den Kindern Mittag essen, nicht einen Tag Urlaub nehmen müssen, wenn man einen Handwerker bestellt hat usw.
Sicher geht das nicht bei jedem, aber dass es jetzt zumindest vermehrt möglich ist, empfinde ich als Fortschritt.

@ LifeGoesOn, um 10:07

Ihre Bedenken kann man durchaus teilen, und ganz sicher sind die Bedürfnisse und Voraussetzungen an vielen Arbeitsplätzen unterschiedlich.

Genau das, so denke ich, haben die Arbeitgeber und Einrichter zuvor analysiert und sind nicht einfach hergegangen und haben 0/8/15-Arbeitsplätze geschaffen.
Die Beschreibung im Artikel hat auch in mir das Bild dieser geklonten Schreibtische emporkommen lassen, doch für so naiv halte ich die denn doch nicht.

Aber Glückwunsch zu Ihrem “sicheren“ Einzelbüro - womit auch immer Sie das gesichert haben mögen :-).

@ Hansi2012, um 10:25

“Vielleicht sollte man zuerst einmal definieren, was die klassische Büroarbeit überhaupt ausmacht.“

Sie glauben doch nicht im Ernst, dass das nicht längst geschehen und bekannt ist - oder glauben Sie, die genannten Unternehmen bauten milliardenteure Luftschlösser?

Da wo's geht, wird es gemacht - wo nicht, wird optimiert; aber man wird sicher nichts Unsinniges und damit Kostspieliges kreieren, da bin ich ziemlich sicher.

Viele wollen?

Aber noch viel mehr können nicht.
Das wird die berufe mit Präsenzpflicht noch weiter schwächen.

Vom Maurer, Busfahrer, Polizist bis zum Feuerwehrmann und Pflegekräfte werden immer schwerer Nachfolger bekommen.

@ Sisyphos3, um 10:45

“...dann habe ich gekündigt
(wobei es gab noch den einen oder anderen Grund)“

Glaub ich Ihnen aufs Wort :-)

Ob Einzelzelle bis zum Freigehege, wem es gefällt findet dort sicherlich seinen Platz.
So anonym, loyalitäts- und identifikationslos wie möglich.
Sobald das Logo wechselt wird die Signatur per mail getauscht.

10:03 von Autograf

Schließe mich Ihren Ausführungen zu den unterschiedlichen Menschen- bzw. Arbeitstypen vollumfänglich an. Die eine Person wünscht absolute Ruhe, die sie im Homeoffice bekommt, die nächste bekommt zuhause einen Koller, weil der Austausch mit KollegInnen fehlt. Manche haben aufgrund der Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort bereits vor Corona ein Hybridmodell praktiziert.

Auf einen solche Erklärung bin ich aber bisher nicht gekommen:

Bei Mathematikern z.B. gibt es grob zwei Sorten, solche die sich am besten im Sitzen oder Liegen konzentrieren können und solche, die dafür rumlaufen müssen. Bei zwei der zweiten Art in einem Büro sind Zusammenstöße vorprogrammiert ... Deshalb wird es auch immer noch Einzelbüros geben müssen.

Klasse, danke! :-)

@ 10:12 von Bender Rodriguez

Das ist richtig, die Frage des Büros sollte im Gesamtzusammenhang gesehen werden. Meine Idealvorstellung ist, dass zur Vermeidung von Verkehr möglichst viele zuhause arbeiten und damit auch eine umfassende Flexibilität der Arbeit möglich ist. Noch besser wäre es, wenn Arbeitgeber für Betriebswohnungen in der Nähe der Arbeitsstelle sorgen, so dass a) weniger Verkehr herrscht und b) auch Leute, die im Homeoffice arbeiten dennoch nah bei ihren Kollegen sind und ein Austausch möglich ist.

Es gilt dasselbe wie immer:

"Denn erstens wird es anders
und zweitens als man denkt."

Wer dauernd irgendwelche Unterlagen zur Hand haben muss, der kann seinen Platz nicht dauernd wechseln und seine "Bibliothek" (es wird noch einiges ausgedruckt, falls das System abstürzt oder mit Mustern gearbeitet).

Dieses Beispiel mit wechselnden Schreibtischen hatte ich nur als Freiberufler, der auf Kommando da war und zwischendurch nicht bezahlt werden musste.

Einzugsgebiet

Für die Firmen sollte sich eher die Frage nach dem Einzugsgebiet stellen. Möchte die bayrische Firma die Fachkraft aus Norddeutschland oder nicht? Einer Firma "hinter ziehen" ist mittlerweile out.

Ich arbeite mittlerweile für eine Firma 600km weit weg von meinem Wohnort. Dem Arbeitgeber war wohl Kompetenz wichtiger als jemand der im Büro Zeit absitzt.

Wer das nicht will, sollte sich auch nicht über Fachkräftemangel beschweren.

Nachteile

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmern flexible Arbeits(ort)modelle anbietet. Wenn es allerdings ein Muss wird ständig einen Schreibtisch zu reservieren, obwohl man bevorzugt an einem festen Platz arbeiten würde, an dem man alle erforderlichen Sachen schnell greifbar beisammen hat und man auch mal einen angefangenen Vorgang für den nächsten Tag liegen lassen kann, stelle ich mir dieses Modell stressig und ineffektiv vor.

10:14 von wenigfahrer - Vorteil: mehr Wohnraum

Aber es wäre gut, wenn ganze Gebäude eingespart würden, und Wohnungen daraus werden, wir haben in den Städten zu viel der besten Plätze mit Bürotürmen besetzt.

Es müssen ja nicht mal ganze Gebäude sein - aber wenn Büroflächen frei werden und diese in Wohnungen umgewandelt würden, würde dies sicherlich einen Teil des Wohnraummangels beheben können.

Genauso wie vor Corona.

Genauso wie vor Corona. Vielleicht sollten wir uns mal die Frage gefallen lassen, dass es etliche Berufszweige gibt, die auch während Corona ganz normal arbeiten mussten und das es in deren Ohren wie ein realitätsfernes Privileg anmutet, nach dem Ausbau des Home Office zu schreien, wenn für diese Sparten, nicht nur im sozialen Bereich, gar niemals die Möglichkeit dazu bestehen wird. Die Jobcenter können es sich leisten, weiterhin Dienstleistungen zu versagen. Persönliche Termine und Vorsprechen sind nicht möglich. Nur telefonisch, per Post oder per Mail ist ein Kontakt möglich, sofern er denn zustande kommt. So kann die Riesen - Behörde weiterhin unliebsame Begegnungen vermeiden und sich abschotten. Bei Falschberechnungen wird die Leistung sofort gekürzt und einbehalten, ohne das mitunter zeitnah eine Klärung erfolgen kann. Und das soll zum Schutz vor Corona erfolgen? Das ist doch lächerlich. So werden diese Empfänger immer noch mehr ausgenommen!

@ Bernd Kevesligeti, um 11:12

Der Absatz “rechtfertigt“ aus meiner Sicht Ihren Gedankensprung trotzdem nicht, zumal die “Veränderte Arbeitswelt“ im Artikel sich ausschließlich auf die “Büro“-Arbeitswelt bezieht.

unnötige "Pendelei" (also Zeit, Nerven und Umweltbelastung) - und Kosten

"Die TUI fördert nicht nur das Homeoffice, sondern das mobile Arbeiten. Wer wolle, könne bis zu 30 Tage im Jahr weltweit von überall arbeiten, so Konzernsprecher. TUI-Chef Joussen sagt, wichtig sei eine Kultur des Vertrauens, in der Ergebnisse mehr zählten als Anwesenheit. Das Ziel sei eine digitalere und flexiblere Arbeitskultur"

Entscheidend sein sollten allein die Ergebnisse (und dass von diesen alle und nicht nur einige profitieren). Persönlich treffen und miteinander absprechen kann man sich - allerdings natürlich nur bei Arbeiten, bei denen es vorwiegend um Verwaltung und Organisation geht und nicht um Arbeit am Objekt bzw. vor Ort, also sogenannten Büroarbeiten - schließlich überall.

@ dito, um 12:11

“Ich arbeite mittlerweile für eine Firma 600km weit weg von meinem Wohnort. Dem Arbeitgeber war wohl Kompetenz wichtiger als jemand der im Büro Zeit absitzt.“

Das lässt jede Menge Interpretationsspielraum, was Sie schreiben.

Vielleicht leiten Sie als Ingenieur dort in schwindelnder Höhe den Bau von Windrädern, die andere kompetente Mitarbeiter 600 km entfernt im Büro sitzend entworfen haben...?

Aber egal:
Ihre Situation ist sicherlich die Ausnahme, um die es bei den künftigen Bürojobs nicht geht, denke ich.

über Fachkräftemangel beschweren?

von dito @
Ihre Ausführungen sind aus meiner Sicht Beleidigend und sehr überheblich.

Dann hoffen wir das die "Kompetenz" Ihrer Handwerker, Arzt und Feuerwehr Mitarbeiter die Ihrem Arbeitgeber "hinter ziehen" hoch genug ist um Ihre Bedürfnisse Orts und zeitnahe erfüllen zu können.

Wäre wohl nicht so gut wenn Ihr "kompetenter" Notarzt
600 km zu Ihnen anreisen müsste.

@Kaneel, 12:13

"... und man auch mal einen angefangenen Vorgang für den nächsten Tag liegen lassen kann..." -

In den meisten Firmen ist es mittlerweile sowieso verboten, Dokumente auf dem Schreibtisch liegen zu lassen. Privacy, data security, Geheimhaltung, ....

@10:19 von Margitt.

//Ich finde aus den vorgenannten Gründen Büros, in denen mehrere Menschen zusammen etliche Stunden verbringen sollen, keine gute Idee.
(Kleine) Einzelbüros wären immer optimaler.//

Sie haben wichtige Gründe aufgeführt, die gegen Großraumbüros sprechen. Für mich wäre das der blanke Horror. Selbst in Büros, in denen sich nur zwei Personen aufhalten, kann es zu Dauerkonflikten kommen. Eine Person ist Frischluftfanatiker, die andere friert ständig.
Selbst erlebt: Ein Arzt ein Ordnungsfanatiker, bei dem jeder Schreibstift im richtigen Winkel zu anderen Gegenständen liegen muss, der andere ein liebenswürdiger Riesenchaot, der viel Zeit mit Suchen verplempert. Wir übrigen Mitarbeiter haben uns nur gefragt, wie lange die beiden das überleben.

@12:13 von Kaneel

//Wenn es allerdings ein Muss wird ständig einen Schreibtisch zu reservieren, obwohl man bevorzugt an einem festen Platz arbeiten würde, an dem man alle erforderlichen Sachen schnell greifbar beisammen hat und man auch mal einen angefangenen Vorgang für den nächsten Tag liegen lassen kann, stelle ich mir dieses Modell stressig und ineffektiv vor.//

Ich hätte es auch stressig gefunden, wenn meine Kolleginnen und ich ständig unsere persönlichen Dinge hätten umräumen müssen (vorwiegend Naschereien).
Wir haben zwar immer mal unsere Untersuchungsräume getauscht, um in allen Untersuchungen fit zu bleiben, aber unsere Schreibtische (Revier mit Lakritz, Tee oder Banane) waren immer fest einer Person zugeordnet.

12:31 von Thomas67

Sicherlich ist so etwas von Jobcenter zu Jobcenter unterschiedlich. Wie es hier derzeit läuft, weiß ich leider nicht, aber es waren Videocalls möglich und im Bereich Berufsberatung mit jungen Menschen wurden sogar gemeinsame "Beratungs-Spaziergänge" angeboten.

Den persönlichen Kontakt würde auch ich generell bevorzugen und die derzeitige Situation empfinde ich als ungünstig. Nichtsdestotrotz denke ich die von Ihnen geschilderten negativen Erfahrungen gab es bereits vor Corona. Da liegt sicherlich einiges im Argen und ich plädiere als Vereinfachung für ein Grundeinkommen o.Ä..

Wie sieht das Büro nach Corona aus?

Zitat: "Allmählich kehren Beschäftigte wieder ins Büro zurück. Doch die neue Arbeitswelt wird nicht mehr dieselbe sein wie vor der Pandemie. Firmen planen Räume ganz anders - und den Platz knapper."

Wie sieht das Büro nach Corona aus?

Nun, es ist schon richtig, dass Mitarbeiter weiterhin - zumindest - für wenige Tage in der Woche vom Homeoffice Gebrauch machen.

Chancen bestehen, dass man Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum beidseitigen Nutzen eine individuelle Regelung treffen werden können, solange sichergestellt ist, dass ein dusseliger dt. Arbeitsminister, der selber außerhalb der Politik noch nie gearbeitet hat und eine noch dusseligere EU hier mal wieder in einen Regulierungswahn hereinpfuscht und allen Beteiligt damit nur durch unnötige Bürokratie auf die Nerven gehen und Zeit und Geld stehlen.

Nun ja, die einzelne Persönlichkeit wird...

...also im Büro nicht mehr zu finden sein.

---

Ein Arbeitsplatz, angepasst an seine
persönlichen Bedürfnisse, an denen man sich wohlfühlt und auch im gewissenmaße "geborgen" ist also tot.
-
Na wie gut, daß ich mich nach meiner Schulzeit für einen Beruf entschieden habe, der eben nicht in einem Berügebäude stattfindet, sondern fast täglich woanders.
Mal beim Privatkunden in deren Wohnung, mal auf einer Altbaubaustelle, mal draußen in der Natur und das alles bei Wind und Wetter.
-
In so einem neu konzeperten Büro, würde ich mich heute jedenfalls nicht wohl fühlen, egal wie schön der Büroplatz auch gestaltet ist.
-
Zum Glück brauche ich mir aber darüber eh keine Gedanken mehr machen.
-
Bleibt nur noch zu sagen:
Viel Spaß im Büro heute.

Letztendlich kommt es doch darauf an, ...

.. wie die Mitarbeiter mit den Lösungen zufrieden sind, mit ihnen klarkommen und eine positive Arbeitsqualität abliefern können. Dann ist es für beide Seiten eine win - win - Situation.
Die Arbeitswelt und ihre Bedingungen passen sich halt an ... heute, morgen und in Zukunft.
Und es gibt dabei immer viele die das gut finden, und einige die sich keiner Veränderung stellen können oder wollen, also nichts wirklich neues.

Gewöhnungssache und Ausprobieren

Vor 5 Jahren konnte ich mir Homeoffice kaum vorstellen.
Vor 2,5 Jahre habe ich mit einem Homeofficetag angefangen.
Nach 1,5 Jahren durchgehendem Homeoffice bin ich begeistert.

Die unterschiedlichen Konzepte werden sich nicht für jeden Arbeitnehmer gleichermaßen eignen. Auch die üblichen Großraumbüros sind für viele unangenehmer als klassische Einzelbüros.
Deswegen gilt es hier einfach mal ausprobieren.

von harry up 12:31

Es soll also nicht über eine Arbeitswelt unterhalb von Büros geschrieben werden ?

@ Kaneel

Zitat: "Wenn es allerdings ein Muss wird ständig einen Schreibtisch zu reservieren, obwohl man bevorzugt an einem festen Platz arbeiten würde, an dem man alle erforderlichen Sachen schnell greifbar beisammen hat und man auch mal einen angefangenen Vorgang für den nächsten Tag liegen lassen kann, stelle ich mir dieses Modell stressig und ineffektiv vor."
#
Wo man sitzt ist zweitrangig, es ist nur ein(!) Arbeitsplatz, da muss man seine Befindlichkeiten in die 2. Reihe stellen.
Mit erforderlichen Sachen meinen sie sicherlich Unterlagen in irgend einer Form. Das ist eine Sache der IT. Wenn man solche Arbeitsplätze anbietet, brauchen sie Schriftstücke und Akten in Digitaler Form, auch die Tagespost. Gescannt und in für die Betreffenden zugänglichen IT- Medien eingestellt, haben sie, egal wo, alles zur Hand was sie brauchen. Ist auch gut für die Umwelt: In meiner Ex-Fa. ging der Papierverbrauch schon innerhalb der Übergangsphase um mehr als 85% zurück.

@ um 13:13 von Blitzgescheit

„Chancen bestehen, dass man Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum beidseitigen Nutzen eine individuelle Regelung treffen werden können, solange sichergestellt ist, dass ein dusseliger dt. Arbeitsminister, der selber außerhalb der Politik noch nie gearbeitet hat und eine noch dusseligere EU hier mal wieder in einen Regulierungswahn hereinpfuscht und allen Beteiligt damit nur durch unnötige Bürokratie auf die Nerven gehen und Zeit und Geld stehlen.“
Völlig richtig.
Der Arbeitsminister könnte mit gutem Beispiel voran gehen und die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen ins Homeoffice schicken.
Heutzutage können nämlich auch Arbeitslose übers Internet mit ihren Sachbearbeitern kommunizieren.
Und denen, die es bisher nicht können, könnte ein PC oder Handy und ein vernünftiger Internetanschluss finanziert werden. Die Kinder der Arbeitslosen benötigen den sowieso. Win - Win - Win also.

Man merkt im Forum, dass die

Man merkt im Forum, dass die meisten Foristen schon etwas älter sind und sich daher mit neuen Formen der Büroarbeit schwer tun. Kenne mehrere junge Leute, die das gut finden und es genießen, dass die Möglichkeit der Hybridarbeit besteht. In den Firmen, in denen das möglich ist, macht es ja Sinn die Büroräume zu verringern.Deswegen kann man doch trotzdem persönliche Meetings ausmachen, wenn diese nötig sind. Ich habe einen Beruf im sozialen Sektor, da geht das nicht, möchte auch nicht nur Büroarbeit machen. Gönne aber allen, denen das möglich ist diese Form der Arbeit. Warum soll es überall Stillstand geben, nur weil irgendwas irgendwo nicht möglich ist.

@Kaneel / wenigfahrer

Das spart doch gar nichts ein.
Die Fläche, die man nicht im Büro nützt braucht man dann zu Hause.

Theoretisch bräuchten da die ganzen Büroarbeiter ein zusätzliches Zimmer in der Wohnung, wenn sie nicht gerade alleine wohnen.
Ansonsten kann man nicht einmal ungestört telefonieren, wenn die Kinder durch die Wohnung laufen.

@ um 11:51 von werner1955

Die Menschen, die einer Präsenzpflicht unterliegen, muß man einfach nur anständig bezahlen, mit einem zusätzlichen Ausgleich, weil Homefoffice nicht angeboten werden kann.

Mehr Ausgewogenheit bitte

Leider finden sich in dem Beitrag keine Hinweise darauf das es auch weniger positive Aspekte des jetzt wieder als "neu" verkauften Themas Desksharing gibt. In anderen Medien ist man da weiter (z.B. https://www.handelszeitung.ch/management/der-desk-sharing-trend-geht-nac... oder https://sciencev2.orf.at/stories/1763603/index.html).
Die eigentliche Verve ist es dann allerdings das Ganze vor dem Hintergrund von Corona als Fortschritt zu verkaufen. Aus hygienischer Sicht ist es das sicher nicht. Ich persönlich hätte dann lieber ein altmodisches Einzelbüro.

@ um 10:38 von Tinkotis

Sämtliche Utensilien, die man für die Arbeit im Homeoffice benötigt, muß natürlich der Arbeitgeber finanzieren.
Und die Leute, die dann ihre Privaträume als Büro nutzen, sollten ihrem Arbeitgeber anteilige Mietkosten in Rechnung stellen.

13:01 von Anna-Elisabeth @12:13 von Kaneel

Wir haben zwar immer mal unsere Untersuchungsräume getauscht, um in allen Untersuchungen fit zu bleiben, aber unsere Schreibtische (Revier mit Lakritz, Tee oder Banane) waren immer fest einer Person zugeordnet.

Ich finde da haben Sie eine gute Lösung gefunden. :-) Für die Containervariante, die ein User erwähnte, benötigt man zudem zusätzlichen Platz, der sicherlich nicht immer vorhanden ist.

P.S. Haben die zwei ordnungsmäßig konträr tickenden Ärzte das Teilen ihres Büros einigermaßen blessurenfrei überstanden?

Optimierte Verwertung des Humankapitals

Großartig! Das Humankapital wird zum halben Nomaden. Der nächste Schritt könnte doch sein: Möglichst viele Mitarbeiter "freisetzen", die sich dann Tag für Tag darum bewerben müssen, "neu andocken" zu dürfen, natürlich zu "tagesaktuellen" Preisen.

Dumm natürlich: Die Bindung an den Brötchengeber wird so auch geringer. Aber wenn genügend Profit winkt, neigte (Groß-) Kapital schon immer dazu, nicht mehr klar denken zu können. Und die "Optimierung" der Ausbeutung und Degradierung der Abhängigen lässt sich ja in jedem Falle als Fortschritt verkaufen (siehe auch: aus Heimarbeit wird "Home office", die dortigen Arbeitsbedingungen bleiben aber oft genauso prekär oder zumindest problematisch). Auch den Medien.

12:51 von JorisNL @Kaneel, 12:13

"... und man auch mal einen angefangenen Vorgang für den nächsten Tag liegen lassen kann..." -

In den meisten Firmen ist es mittlerweile sowieso verboten, Dokumente auf dem Schreibtisch liegen zu lassen. Privacy, data security, Geheimhaltung, ....

Geheimhaltung ist natürlich schon etwas sehr spezielles. Ich wage mal zu behaupten, dass allein der Datenschutz nicht überall so penibel, wie vllt erforderlich, umgesetzt wird. Sind Sie sicher, dass dies flächendeckend so gehandhabt wird?

Mitarbeiter mit eigenem Büro

In meiner "Firma" hatte jeder Mitarbeiter sein eigenes Büro mit eigenem Aktenschrank, kleinem Kleiderschrank, Schreibtisch, Telefon, PC sowie 2 zusätzlichen Stühlen für Gäste o.ä. .

Allerdings ließen die meisten Mitarbeiter ihre Zimmertür offen stehen.

Akzeptanz und Zufriedenheit sowie die Beachtung der Privatsphäre waren das Ergebnis.

Deutsche Arbeitswelt ist kein Ponyhof

Wenn man Herrn Heil mit seinem „Recht auf Home-Office“ zuhört, könnte man glauben, er lebe in einem anderen Land.

In Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten (wie auch bei den internationalen Mitbewerbern) die Arbeitswelt immer ungemütlicher geworden:

Ständig steht man unter dem Druck, sich fortzubilden und weiterzuentwickeln um mit den sich ständig immer schneller ändernden Anforderungen Schritt zu halten. Das lernt man schon in der Schule, die deshalb nach dem Prinzip einer ständigen Bestenauslese funktioniert.

Dabei begünstigt das deutsche Rechtssystem das Unternehmertum und freie Berufe bzw. Erträge aus Kapital. Nicht so komfortabel ist es für diejenigen, die auf abhängige Beschäftigung für ihren Lebensunterhalt angewiesen sind.

Egal, ob es nun um betriebliche Altersvorsorge, Arbeitszeitregelungen oder die Regeln am Arbeitsplatz (e-mail und Internetnutzung, Ausgestaltung der Arbeitsplätze oder eben die Home Office Regelungen) geht, alles ist auf Max. Nutzen getrimmt.

@Kaneel, 13:57

"Geheimhaltung ist natürlich schon etwas sehr spezielles. Ich wage mal zu behaupten, dass allein der Datenschutz nicht überall so penibel, wie vllt erforderlich, umgesetzt wird. Sind Sie sicher, dass dies flächendeckend so gehandhabt wird?" -

Bei uns in der Firma bin ich da ziemlich sicher, ja. Weltweit. Und es wird regelmässig kontrolliert.

@Kaneel, 13:57

"Geheimhaltung ist natürlich schon etwas sehr spezielles. Ich wage mal zu behaupten, dass allein der Datenschutz nicht überall so penibel, wie vllt erforderlich, umgesetzt wird. Sind Sie sicher, dass dies flächendeckend so gehandhabt wird?" -

Bei uns in der Firma bin ich da ziemlich sicher, ja. Weltweit. Und es wird regelmässig kontrolliert.

11:51 von werner1955

Viele wollen?
Aber noch viel mehr können nicht.
Das wird die berufe mit Präsenzpflicht noch weiter schwächen.

Vom Maurer, Busfahrer, Polizist bis zum Feuerwehrmann und Pflegekräfte werden immer schwerer Nachfolger bekommen.

Dass die von Ihnen erwähnten Berufsfelder Nachwuchsprobleme haben, liegt aber doch nicht daran, dass Menschen, die Schreibtischarbeit verrichten dies nun auch vermehrt von zuhause oder sonstwoher dürfen. Als Handwerker/in können Sie zudem auf die Walz gehen, was ich mir als sehr interessante Erfahrung vorstellen kann. Aber bis knapp 70 Jahre zu arbeiten wird schwierig.

In den anderen von Ihnen aufgeführten Bereichen geht es m.E. eher um die Arbeitsbedingungen wie Schichtdienst, flexibel einspringen müssen, in der Pflege: zu wenig Zeit für die Patienten zu haben.

Jemand, der bzw. die gerne mit Menschen arbeitet, wird sich nicht unbedingt einen "einsamen" Schreibtischjob suchen.

@Am 30. August 2021 um 13:38 von nie wieder spd

Zitat: "„Chancen bestehen, dass man Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum beidseitigen Nutzen eine individuelle Regelung treffen werden können, solange sichergestellt ist, dass ein dusseliger dt. Arbeitsminister, der selber außerhalb der Politik noch nie gearbeitet hat und eine noch dusseligere EU hier mal wieder in einen Regulierungswahn hereinpfuscht und allen Beteiligt damit nur durch unnötige Bürokratie auf die Nerven gehen und Zeit und Geld stehlen.“
Völlig richtig.
Der Arbeitsminister könnte mit gutem Beispiel voran gehen und die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen ins Homeoffice schicken."

Jaja, und Baggerfahrer können sicherlich auch im HO arbeiten, und erst recht Bäcker, Hubschrauberpiloten, Bauarbeiter und Landvermesser.

Ich habe da so eine Idee: wir überlassen es dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer selber, eine für beide Seiten sinnvolle Abrede hier zu treffen.

13:42 von Tada @Kaneel / wenigfahrer

Das spart doch gar nichts ein.
Die Fläche, die man nicht im Büro nützt braucht man dann zu Hause.
Theoretisch bräuchten da die ganzen Büroarbeiter ein zusätzliches Zimmer in der Wohnung, wenn sie nicht gerade alleine wohnen.
Ansonsten kann man nicht einmal ungestört telefonieren, wenn die Kinder durch die Wohnung laufen.

Es sollte m.E. ein Angebot seitens der AG bestehen und keine Pflicht. Mit kleinen Kindern kann es Vorteile haben, wenn diese krank sind und nicht in die Kita oder Schule können.

Zudem kommt es auf die jeweiligen individuellen räumlichen Bedingungen an.

Wenn Sie die Wahl haben jeden Tag ein bis zwei Stunden pro Strecke im Auto oder ÖPNV zu sitzen oder aber ein paar Tage von zuhause aus zu arbeiten und aufgrund der eingesparten Fahrtzeit mehr Zeit für die Kinder haben - für welches Modell würden Sie sich entscheiden?

13:37 von H. Hummel @ Kaneel

Wenn man solche Arbeitsplätze anbietet, brauchen sie Schriftstücke und Akten in Digitaler Form, auch die Tagespost. Gescannt und in für die Betreffenden zugänglichen IT- Medien eingestellt, haben sie, egal wo, alles zur Hand was sie brauchen. Ist auch gut für die Umwelt: In meiner Ex-Fa. ging der Papierverbrauch schon innerhalb der Übergangsphase um mehr als 85% zurück.

Papier einsparen ist gut, inwiefern auf der anderen Seite der Energieverbrauch negativ zu Buche schlägt, steht auf einem anderen Blatt. (diese Redewendungen wird man wahrscheinlich in zwei Jahrzehnten nicht mehr gebrauchen)

Was ist mit den Praktikern?

Es ist ja schön das man sich über die Büroarbeitsplätze Gedanken macht.
Das die Arbeiter und Arbeiterinnen an den Maschinen ebenfalls Schwierigere Arbeitsbedingungen haben, interessiert scheinbar keinen!?!?
Die Kommunikation zwischen Büro und "Praktischem Arbeitsplatz" ist Komplizierter und Umständlicher.
Z.T. gehen Informationen unter, da die Kommunikation erschwert wird, meist durch die Software eines der Größten Softwareherstellers!
Zuallererst sollte man sich über die Peripherie Gedanken machen!!!

was bleibt von den Überlegungen und Versuchen..??

Es wird jetzt viel ausprobiert... aber

spätestens.. allerpätestens... wenn auch die WHO die Pandemie für beendet erklärt, dann wird von den ganzen Änderungen und Versuchen nur das übrig bleiben, was auch wirtschaftlich sinnvoll ist..

Dafür muss man übrigens kein Prophet sein, um das vorhersagen zu können. Dazu genügt es von Wirtschaft Ahnung zu haben...

15:28 von Blitzgescheit 13:38 von nie wieder spd

"Der Arbeitsminister könnte mit gutem Beispiel voran gehen und die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen ins Homeoffice schicken."

@nie wieder spd:

Ich meine die MA der Arbeitsagenturen hätten zumindest teilweise im HO gearbeitet. Wie haben doch im Forum jemanden, der sich hierzu auskennt...

@Blitzgescheit:

Jaja, und Baggerfahrer können sicherlich auch im HO arbeiten, und erst recht Bäcker, Hubschrauberpiloten, Bauarbeiter und Landvermesser.

Das ist zwar richtig, aber von der Logik her passt Ihre Antwort überhaupt nicht zu dem Kommentar des Users.

Kein eigener Schreibtisch,

Kein eigener Schreibtisch, wäre für mich bei Anwesenheitspflicht ein sofortiger Kündigungsgrund.
Oder wird die 3stündige Suche nach einem Platz, zuzüglich der 2stündigen Rechnereinrichtung als Arbeitszeit gezählt?

@ Bernd Kevesligeti, um 13:37

re @ harry_up 12:31

“Es soll also nicht über eine Arbeitswelt unterhalb von Büros geschrieben
werden ?“

Bitte verstehen Sie mich richtig:

In einem Thread, der “eine Arbeitswelt unterhalb von Büros“ diskutiert, gerne jederzeit und ausführlich.

Hier also nicht.

Für beide Seiten

kann ein Mix aus homeoffice und desksharing Vorteile bringen. Beschäftigte sparen Zeit und Geld, können Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen. Arbeitgeber sparen Kosten für die Bereitstellung von Bürofläche. Gleichzeitig wird weniger gefahren, die Umwelt entlastet. Allerdings kann und darf es nicht sein, dass die Arbeitgeber die Kosten für die Arbeit im homeoffice allein den Beschäftigten aufbürden und so massenhaft prekäre Beschäftigtigungsverhältnisse etabliert werden, die keiner Überprüfung in Sachen sicherer und gesunder Arbeitsplatz standhalten würden. Wenn beide Seiten profitieren, müssen sich auch die Arbeitgeber an den Kosten für die Ausstattung, Strom, Internet und Miete zumindest beteiligen. Außerdem gibt es kein Schema F! Es muss zum jeweiligen Job passen, zu den Verhältnissen zuhause. Freiwilligkeit für alle Beteiligten.

Bei uns wäre homeoffice

Bei uns wäre homeoffice völlig unmöglich. Permanent müssen die Konstrukteure und ingis in die werkhallen um zu erklären, was der neue Murks wieder soll.

Ne ne, homeoffice geht nur bei niederen Verwaltungsaufgaben anstandslos. Alles was halt bei Banken Versicherungen Verwaltungen und ähnlich "unproduktiven " Tätigkeiten anfällt.

16:26 von Bender Rodriguez

Kein eigener Schreibtisch, wäre für mich bei Anwesenheitspflicht ein sofortiger Kündigungsgrund.
Oder wird die 3stündige Suche nach einem Platz, zuzüglich der 2stündigen Rechnereinrichtung als Arbeitszeit gezählt?

Im Artikel steht u.a. etwas von Platz "vorab buchen" können.

14:55 von JorisNL @Kaneel, 13:57

"Geheimhaltung ist natürlich schon etwas sehr spezielles. Ich wage mal zu behaupten, dass allein der Datenschutz nicht überall so penibel, wie vllt erforderlich, umgesetzt wird. Sind Sie sicher, dass dies flächendeckend so gehandhabt wird?"

Bei uns in der Firma bin ich da ziemlich sicher, ja. Weltweit. Und es wird regelmässig kontrolliert.

In Ihrem Beitrag, auf den ich mich bezog, schrieben Sie von den "meisten Firmen"; darüber bin ich gestolpert.

zweischneidiges Schwert

Heimarbeit kann sogar produktiver sein, wenn man ein eigenes Arbeitszimmer hat und eine gute Internetverbindung. Da klappt auch der Austausch mit Kollegen über Videoschalte.
Aber ohne das ist es ein no go.
Wenn man nur noch Einmal pro Woche zu Projektmeetings o.ä. im Büro geht, ist es egal wie das Büro aussieht und wo man sitzt.
Wir haben das vor Jahren ausprobiert, da wir international aufgestellt waren. Es hat hervorragend geklappt. Man kann ja nicht laufend um die Welt fahren. Auch der Freund meiner Tochter arbeitet international mit Kollegen zusammen. Die Vorassetzungen müssen stimmen. Dann ist es eine gute Sache.

Neue Flexibilität

Diejenigen, die sich die neuen Bürokonzepte ausdenken, sind vermutlich selbst nicht diejenigen, die davon betroffen sind. Sie haben weiterhin ihre Einzelbüros. Ich weiß von einer Mitbewerberfirma, dass die das Hotelling-Prinzip (Buchung des Schreibtisches) zwar auch für Partner umgesetzt haben, dass sich aber natürlich keiner traut, einen Platz zu belegen, den ein Partner für sich auserkoren hat. Konzentration mit mehreren im Büro geht nicht. Ich telefoniere den halben Tag, damit kann ich Mit-Büroinsassen zur Verzweiflung treiben. Morgens geht gerne mal 1/2 h ins Land, bis man rein technisch arbeitsfähig ist. Was kranke Kinder angeht: wer glaubt, die seien tagsüber in der Zeit zu betreuen, die man sonst für die Fahrt ins Büro benötigt, macht sich was vor. Ideal wäre: 2 Personen teilen sich den Platz in einem Einzelbüro und sprechen sich ab. Dann kann jeder auch ein Foto und seine Näschereien dort platzieren und alle sind zufrieden.

Ja die Mitarbeiter ...

... Der Agentur für Arbeit Leipzig waren / sind teilweise im HomeOffice und es gibt nur eingeschränkte Öffnungszeiten.

Man muss auch nicht zu Terminen in die Agentur, läuft fast alles telefonisch.

Ein Großraumbüro wäre ein Albtraum

Ich arbeite nunmehr schon seit fast 20 Jahren mit 60% Homeoffice. 100% Büro kann ich mir nicht mehr wirklich vorstellen.

Für mich ist es in Ordnung, mein Büro mit einer 2. Person zu teilen, die an meinem Homeofficetagen im Büro ist oder aber das Zimmer groß genug ist, um komfortabel zwei Arbeitsplätze unterzubringen.

Ein Großraumbüro geht aber gar nicht. Oder gar nur einen Wagen mit den eigenen Sachen drin und sich dann auch noch einen Tisch suchen müssen? Nein, danke. Ich brauch meine Ruhe, meine Gesetzestexte und Platz, wo die Sachen auch mal länger ausgebreitet liegen können. Dafür hat man ja abschließbare Büros.

Auch ertrage ich es nicht, so viele Menschen um mich zu haben. Oder Menschen, die dauernd quasseln. Ich will in Ruhe arbeiten. Dafür brauche ich auch Papierunterlagen. Oft sind es verschiedene Dinge, die man gleichzeitig wälzen und vergleichen muss oder ständig zwischen den Dingen hin- und herblättert. Nur mit Onlineversionen lässt es sich nicht vernünftig arbeiten.

@ Bender Rodriguez, um 16:40

“Ne ne, homeoffice geht nur bei niederen Verwaltungsarbeiten anstandslos. Alles was bei Banken...Und ähnlich “unproduktiven “ Tätigkeiten anfällt.“

Ja, wie ja auch ein Bäcker oder Autobauer nix im homeoffice gebacken kriegt.

Bei qualifizierten Männern mit “produktiver Tätigkeit“ wie in Ihrem Fall ist das halt so, aber von denen ist ja nicht die Rede.
Auch übrigens nicht von Feuerwehrleuten, Landwirten, Lokführern...

16:26 @ Bender Rodriguez

Sie behalten natürlich Ihren Rechner oder Laptop, das wird mit allen anderen persönlichen Dingen in einem Schrank oder ähnliches eingeschlossen.

von harry up 16:28

Ja, gut und wie sehen Sie denn die Entwicklungen in der Bürowelt ?
Hier schrieb jemand vorhin, daß "die deutsche Arbeitswelt kein Ponyhof ist".

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