Abgeordnete im britischen Unterhaus.

Ihre Meinung zu Britische Abgeordnete kandidieren aus Angst nicht mehr

In Großbritannien kandidieren mehrere Abgeordnete und Minister nicht mehr für ihr Amt, weil sie zunehmend bedroht werden. Ihnen allen ist noch die Ermordung der Labour-Abgeordneten Cox in Erinnerung. Von Imke Köhler.

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125 Kommentare

Kommentare

Superdemokrat
aber wie...

soll der Bürger/Wähler denn dafür sorgen das in GB der beschlossene Austritt aus der EU endlich vollzogen wird...der Bürger beschließt etwas und die Politiker weigern sich ,sich daran zu halten...das ist schon irgendwie Verrat am Wähler...

Tada
@mlz

"Das ist ein gefährliches Indiz, denn es zeigt, dass es ein Gruppendenken gibt" Am 05. November 2019 um 09:45 von mlz

Warum soll Gruppendenken gefährlich sein?
Was ist an Gruppenbildung schlecht?

Man muss auch nicht für diejenigen denken, die der Gruppe gar nicht angehören wollen.

Ohne Gruppenbildung gibt es nur noch die graue Masse und Anonymität, in der eben jeder meint Morddrohungen ausstoßen zu dürfen.

Es gibt Untersuchungen dazu. Ein Mensch kann bis zu etwa 152 Personen gut kennen (Familie eingeschlossen), danach ist Schluss. Da braucht man Rituale (ev. Traditionen), um mit wildfremden Menschen gut zurecht zu kommen. Diese Rituale bilden sich in Gruppen aus.
Denken Sie an das Händeschütteln. Das ist nicht überall auf der Welt selbstverständlich.

dummschwaetzer
Dies sind die Folgen....

einer Politik, die sich selber nicht mehr an die eigenen Regeln hält. Und es betrifft nicht nur Großbritannien.

Die Regierungen Europa biegen sich die Gesetze hin, wie es ihnen politisch passt.
- Der Brexit war in einer Volksabstimmung beschlossen. UK hätte lt. europäischen Verträgen am 31.03.2019 die EU verlassen müssen.

- Für den Euro gibt es ein "no bail out". Herr Draghi hat mit Billigung der Staatslenker massiv dagegen verstossen

- Der Schengenvertrag besagt, dass innere Grenzen offen und äußere geschlossen sein müssen.

- Reisefreiheit innerhalb der EU gibt es nur für EU Bürger, nicht für Bürger aus Drittländern

Ich könnte die Liste unendlich verlängern, bei der Politiker massiv das Recht beugen (oder brechen?). Dies nur, weil sie sich um unangenehme Entscheidungen drücken oder keine demokratische Legitimation in den Ländern haben.

Und in dieser Situation wundert man sich, wenn es Idioten und Gewalttäter gibt, die meinen das Recht selber in die Hand nehmen zu müssen?

Karlmaria
Bei den Lehrern fängt es an

Was sich Lehrer gefallen lassen müssen geht auf keine Kuhhaut.

Lehrer haben es jetzt mit Rechtsanwälten zu tun. Da würden die Lehrer natürlich meist gewinnen. Aber welcher Lehrer hat schon die Nerven und die Zeit für einen Rechtsstreit.

Es entsteht die wahrscheinlich nicht erwünschte Lage dass durch Drohen mit dem Gericht widerrechtliches Verhalten gefördert werden kann!

werner1955
kandidieren aus Angst ?

ich glaube das gibt es hier in D auch schon sehr oft.

Rapanzel
Es wurde zu spät reagiert

Die Politiker werden jetzt von einem Phänomen eingeholt, dass sie über viel zu lange Zeit ignoriert u. dessen Auswirkung sie anscheinend auch massiv unterschätzt haben. Die Anonymität des Internets bringt eigentlich nur das zutage, was schon lange existiert. Eine immer asozialere Gesellschaft, in der der Besitz, die Gesundheit oder auch das Leben anderer Menschen nichts mehr zählt u. nicht mehr respektiert wird. Das darf man auf keinen Fall Trump oder ausschließlich den Rechten zuordnen. Wir müssen damit aufhören, Straftaten zu verharmlosen, wenn uns der Grund für die Tat gefällt oder politisch gerade gelegen kommt. Straftat ist Straftat u. kein ziviler Ungehorsam oder jetzt gerade mal nicht so schlimm. Sowas motiviert dann sehr schnell, einfach mal eine E-Mail unter Pseudonym zu schreiben, zu beschimpfen oder gar körperlich zu attackieren. Alles muss Konsequenzen haben. Die Rückverfolgung von E-Mails oder Postings z.B. muss möglich gemacht werden, ob es uns jetzt passt oder nicht.

Mister_X
Re kessl

Verdiente Todesdrohungen?
Geht's noch?!

Sie relativieren ja noch nicht mal, Sie legitimieren diese Bedrohungen sogar...
Da bleibt man einfach nur sprachlos zurück.

Grumpy Eugen
@ 09:33 von Klausewitz

„So ein Unsinn, nix als Hetze
So ein Unsinn, nix als Hetze gegen Brexit und den Premierminister. Keine realen Informationen“
///
Das Problem sind Egozentriker in der Politik, die mit ‚alternativen Wahrheiten‘ und Hasstiraden einen aggressiven Stil hoffähig gemacht haben. Ganz vorne dabei auch genau der von Ihnen in Schutz genommene Premierminister Johnson! Es geht diesen Populisten nur um‘s eigene Ego. Ein Konsens ist nicht beabsichtigt. Diese Egozentriker leben von der Spaltung der Gesellschaft, und damit fühlen sich auch kleine Geister zu Hass und Gewalt aufgerufen. Daran sollte jeder denken, der solchen Politiker eine Stimme gibt. Am Schluss fällt es auf uns alle zurück!

Lenyat
Risiken und Nebenwirkungen

...von Populismus.

Wenn man über Jahre Debatten führt, in denen gelogen wird, wann immer die Argumente knapp werden und die politischen Gegner zu Fans von Fremdbestimmung erklärt, während man selbst "die Freiheit" verteidigt - tja, dann kommt, ganz und gar faktenbefreit, sowas raus. Es gibt eben viele, die sich viel lieber aufregen und sich dann noch im Recht fühlen ("kämpfen"), anstatt sich ein differenziertes Urteil zu bilden. Die gibt es hier leider auch.

Und das Ausmaß an Chauvinismus, Rassismus und Feindseligkeit, das diese Brexit-Kampagnen in der britischen Gesellschaft freigelegt haben, ist erschreckend und widerlich, aber leider nicht neu.

Carpe noctem
09:30 von mlz, 09:45 von mlz

Das waren zwei starke Diskussionsbeiträge von Ihnen. Glückwunsch und dankeschön!

HadiH
Beendigung der Einschüchterungen

Wann endlich geschieht etwas, wann enden diese unsäglichen Hassmail‘s, Morddrohungen, Beschimpfungen oder sonstigen Verunglimpfungen?
Warum kann man sich in einem Netzwerk ohne Realnamen, Adresse, Telefonnummer und ggf. nur mit E-Mail-Adresse anmelden?
Neben dem gebräuchlichen Nikename, der hier von jedem benutzt wird, muss dem Netzwerk der reale Name und die Adresse bekannt sein. Ein Kontrollmechanismus, Brief, Anruf, Codezusendung oder andere Möglichkeiten, sollten doch heute kein Problem sein. Ich wette darauf, dass dieser Hass bei drohender Strafverfolgung erheblich nachlässt.

Theodor Storm
09:13 Jautaealis Freiheit über alles

Ich muss Ihrem Kommentar zustimmen. Die praktisch uneingeschränkte Freiheit hat im Wesentlichen mit der Aufklärung zu tun, die man nicht grundsätzlich infrage stellen muss, sondern an die Besonderheiten und Herausforderungen der Neuzeit anpassen muss. Eine grenzenlose Freiheit führt eh ins Chaos.
Die aktuelle Bedrohung, die nicht nur in Großbritannien, sondern praktisch mit gleicher Entwicklung auch in Deutschland und anderen Staaten zu beobachten ist, bedroht unsere Demokratie an der Basis. Hier ist die Politik gefordert. Bisher hat sie noch keine überzeugende Antwort gefunden und mit den üblichen Plattitüden lassen sich diese Probleme nicht lösen. Halbheiten, wie Gesetze, die nicht effektiv umzusetzen sind, helfen nicht weiter.

Hackonya2
@werner1955

Sie meinen wohl nicht kandidieren aus Angst. Ehrlich gesagt sollten diese sich dann einen anderen Job suchen, ein Polizist, ein Soldat und auch ein Politiker sollte im Vorfeld sich im Klaren der Gefahren sein, bevor man den Job annimmt. Wenn die aus Angst nicht kandidieren, dann halt zurücktreten und Platz für mutige machen.

FalkoBahia
Konsequent gegensteuern

Persönlich absolut nachzuvollziehen, dass sich Politker nach massiven Bedrohungen zurückziehen, aber damit ist das Ziel dieser Verbalterrotisten, den Andersdenkenden auszuschalten, natürlich auch erreicht. Und so sollte man diese Täter, wenn man ihnen habhaft wird, auch behandeln, als Terroristen. Denn mit dieser Art Straftaten wird die Demokratie und der Rechtsstaat in seinen Grundfesten bedroht. Hier ist die volle Härte des Gesetzes anzuwenden.

Hackonya2
Angst

Der Bäcker sollte keine Brötchen und Brot backen, aus Angst das er sich am Ofen verbrennen könnte? Oder der Dachdecker steigt nicht mehr aufs Dach, weil sind ja etliche Dachdecker schon vom Dach gestürzt und hat Angst? Dann wird man dem Job aber nicht mehr gerecht und sollte nicht mehr dafür bezahlt werden.

adorno
10:28 von dummschwaetzer

"Der Brexit war in einer Volksabstimmung beschlossen. UK hätte lt. europäischen Verträgen am 31.03.2019 die EU verlassen müssen. "
Die Volksabstimmung ist keine gesetzgebende Veranstaltung. Der Austritt muss von der Regierung beschlossen werden, und die muss das in Großbritannien durch das Parlament bekommen.
Es ist kaum vorstellbar, dass die "europäischen Verträge" das anders regeln. Leider bin ich nicht so firm darin, vielleicht können Sie mir da helfen?

Und ich wundere mich, dass es Menschen gibt, die über Idioten und Gewalttäter nicht so urteilen, wie man es nach Strafrecht sollte, sondern sogar Verständnis dafür aufbringen.

HadiH
10:37 von Rapanzel

Ich vertrete Ihre Meinung und bin dafür, wie auch hier von mir veröffentlicht, die Anonymität unmöglich zu machen.

Tada
@ Kessl

"Ich persönlich denke wir sollten das Gesetz ändern: Verdiente Drohungen sollten straffrei sein" Am 05. November 2019 um 10:01 von Kessl

Das wäre Selbstjustiz und die geht in einer Zivilisation schon Mal gar nicht.
Ich kann meine Kinder auch nicht alle Streitigkeiten selbst regeln lassen und Drohen und Beschimpfungen gehen auch nicht. Für mögliche Strafen bin ich zuständig, und nicht die Kinder untereinander.

Wenn jemand etwas verdient hat, dann muss er verklagt werden. Nicht anders.

*

Direkte Selbstverteidigung ist etwas anderes. Niemand muss es erdulden, dass sein Körper durch Taten oder seine Ehre durch Beschimpfungen oder Begrapschen verletzt werden.

Account gelöscht

Die Abgehobenheit der Parlamentarier ist an der Verzwanzigfachung der Mittel für deren körperliche Unversehrtheit zu erkennen. Sie verdienen nicht nur um etwa diesen Faktor mehr als der Durchschnittsbürger - sie müssen nun auch mit einem riesigen Finanzaufwand (vermutlich aus Steuermitteln) v o r den Bürgern geschützt werden. Der ganz normale Mensch hat aber keinen Anspruch auf einen Objekt- oder Personenschutz, obwohl er oftmals auch an Leib und Leben bedroht wird (und muß dann eben zusehen, wie er damit fertigwird). Die Ursachen für den sich verschlechternden zwischenmenschlichen Umgang sind zahlreich, woran unsere Politiker nicht ganz unschuldig sind. Fairneß und freundlicher Umgang miteinander ist oft in derselben Fraktion nicht mehr vorhanden- ganz zu schweigen vom Umgang mit gegnerischen Parteien.

Kamminer
@ um 10:21 von Superdemokrat

Ihre Aussagen kollidieren irgendwie mit Ihrem Namen. Eine Demokratie lebt von der friedlichen politischen Auseinandersetzung. Wenn man jeden Politiker bedroht, der nicht die Meinung der Wähler bedient, dann hat die Demokratie ausgedient.

Kamminer
@ 10:11 von dummschwaetzer

Es sind die populistischen Hetzer, die die Gewalt in Teilen der Gesellschaft herbeireden. Gewalt darf niemals eine Lösung sein. Das ist Konsens aller demokratischen Parteien. Nur Vertreter EINER Partei reden in diesem Land von "ganz menschlichen Reaktionen", um Gewaltexzesse zu bagatellisieren.

Mister_X
Re mister_X 10:19 Korrektur

Es sollte natürlich Resistenz statt Resonanz heißen ;)

Clemens Jacobs
@10:21 von Superdemokrat

>>...der Bürger beschließt etwas und die Politiker weigern sich..<<

Wer ist denn dieser ominöse Bürger, der etwas beschließt, was dann alle Politiker umsetzen "müssen"?
Ist es nicht eher so, dass das britische Parlament die Bevölkerung widerspiegelt? Und sich eben genau daraus die Probleme mit dem Austritt ergeben?
Genau das ist doch das Problem in GB.

berelsbub

Die Verrohung der Gesellschaft fing doch schon vor 15 Jahren spürbar an. Das ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Sportvereine, die früher zum Beispiel Stützen der Gesellschaft waren u der Jugend ein zu Hause gegeben haben, um sie auch zu sozialisieren u sie als Teil eines Teams zu machen, haben erschreckend rückläufige Mitgliederzahlen.
Noch vor 15 Jahren hatte jeder Dorfverein eine Mannschaft pro Altersklasse. Heute müssen sich vier Vereine zusammen tun, um mit Not eine Mannschaft für den Spielbetrieb zu melden.
Die Jugend verbringt täglich Stunden alleine im Netz u wird fehlgeleitet. Die Auswüchse dessen kann man sich überall angucken. Gewaltbereite Leute mit kurzer Zündschnur im Bus u in der Bahn. Auf linken u rechten Demos. Vor dem Fußballstadion.
Noch vor 15 Jahren konnte man in meiner Stadt nachts alleine nach Hause gehen. Heute muss man bestimmte Bereiche meiden. Die Chance Opfer eines Raubes zu werden ist greifbar. Viele Freunde sind es aktuell bereits geworden

fathaland slim
11:03, adorno @10:28 von dummschwaetzer

>>1"Der Brexit war in einer Volksabstimmung beschlossen. UK hätte lt. europäischen Verträgen am 31.03.2019 die EU verlassen müssen. "
Die Volksabstimmung ist keine gesetzgebende Veranstaltung. Der Austritt muss von der Regierung beschlossen werden, und die muss das in Großbritannien durch das Parlament bekommen.
Es ist kaum vorstellbar, dass die "europäischen Verträge" das anders regeln. Leider bin ich nicht so firm darin, vielleicht können Sie mir da helfen?

Und ich wundere mich, dass es Menschen gibt, die über Idioten und Gewalttäter nicht so urteilen, wie man es nach Strafrecht sollte, sondern sogar Verständnis dafür aufbringen.<<

Der von Ihnen zitierte Post ist exemplarisch für die Geisteshaltung, die in letzter Konsequenz zu den Exzessen führt, die der Artikel beschreibt. Nämlich empörte Selbstgerechtigkeit. Man legt sich eine Rechtsauffassung zu, die man absolut setzt und erkennt gar nicht, daß sie an den Haaren herbeigezogen ist. Aber wer sie nicht teilt, ist ein Verbrecher.

Old Lästervogel
Ein kleiner Prozentsatz der Internetuser

gehört zu den Kategorien Hater, Beleidiger, Droher usw.
Durch die Medien werden diese auch noch unterstützt, weil über sie in allen Kanälen berichtet wird.
Ich war vor vielen Jahren auch mal ein intensiver User von Facebook, Instagram, Twitter und Co.
Das habe ich mittlerweile aufgegeben, weil es mir einfach zuviel Negatives dort zu lesen gab.
Totschweigen kann man die o.a. Personen nicht, aber ignorieren.
Die Gesetze müssen einfach in allen EU-Staaten verschärft werden. Anonymität ja, aber nicht bei Straftaten.

Clemens Jacobs
@11:02 von Hackonya2

>>Der Bäcker sollte keine Brötchen und Brot backen, aus Angst das er sich am Ofen verbrennen könnte? Oder der Dachdecker steigt nicht mehr aufs Dach, weil sind ja etliche Dachdecker schon vom Dach gestürzt und hat Angst? Dann wird man dem Job aber nicht mehr gerecht und sollte nicht mehr dafür bezahlt werden.<<

Der Bäcker hat keine Angst, sich zu verbrennen, der Dachdecker hat keine Angst vor dem Herunterfallen und der Politiker hat keine Angst vor... ja welche Gefahren muss er denn aushalten?
Sie verharmlosen die Drohungen als "normales Berufsrisiko".

fathaland slim
11:10, Quakbüdel

>>Die Abgehobenheit der Parlamentarier ist an der Verzwanzigfachung der Mittel für deren körperliche Unversehrtheit zu erkennen.<<

Sie bezeichnen die objektive Bedrohungslage als Abgehobenheit?

>>Sie verdienen nicht nur um etwa diesen Faktor mehr als der Durchschnittsbürger - sie müssen nun auch mit einem riesigen Finanzaufwand (vermutlich aus Steuermitteln) v o r den Bürgern geschützt werden.<<

Vor den Bürgern?

Lässt diese Wortwahl Rückschlüsse auf die Kreise zu, in denen Sie verkehren?

Und selbstverständlich werden Funktionsträger des Staates aus Steuermitteln geschützt.

>> Der ganz normale Mensch hat aber keinen Anspruch auf einen Objekt- oder Personenschutz, obwohl er oftmals auch an Leib und Leben bedroht wird (und muß dann eben zusehen, wie er damit fertigwird).<<

Ich wurde bisher nicht bedroht, bin dann wohl kein ganz normaler Mensch.

Abgesehen davon werden auch Nichtpolitiker von der Polizei geschützt, wenn die Gefahrenlage es erfordert.

Polyfoam

Ist das nach den in allen EU-Ländern mittlerweile entstandenen Superrechtschauvinismus die nächste Veränderung in den politischen Gegebenheiten, die dann auch wieder so nach und nach in allen weiteren Staaten auftauchen wird, dieses Politikerbedrohen? Dann Adieu Demokratie! Und das alles nur, weil die, die jetzt bedroht werden, das Entstehen dieser Gefahren mit ihrer falschen Politik, die eher nur eigene Willensumsetzung, statt Politik zum Vorteil von Staat und Gesellschaft sein muss, ermöglicht haben. Aber diese Einsicht wird genauso weiterhin fehlen, wie der Umschwung aus dieser notwendigen Einsicht, der nötig wäre, um uns alle vor dem weiteren Erstarken der Rechten zu retten. "So kam das Böse in alle Welt hinaus..."

Nettie
Die Demokraten ziehen sich zurück, und die Ratten "übernehmen"?

"Immer wieder taucht auch das Wort "traitor", Verräter, auf"

Rechtsextremisten und sonstige Demokratiefeinde sehen seit jeher jeden als "Verräter" an, der es wagt, in aller Öffentlichkeit auf ihnen nicht "genehme" Tatsachen hinzuweisen oder unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Oder auf politische Skandale hinzuweisen, wie es z.B. Edward Snowden, Chelsea Manning oder die Journalisten, die Panama- und Paradise Papers "aufgedeckt" haben getan haben.

Tada
@karwandler(11:39) zu @Tada

Eigentlich beinhaltet das Wort "Zustände" , das ich benutzt habe umgangssprachlich schon einen Mangel an Regeln und Ordnung.

Jetzt haben die Politiker die Zustände mitbekommen.

Soll heißen, das hätten die Politiker schon früher sehen und entsprechend agieren müssen.

adorno
11:00 von Hackonya2

"Wenn die aus Angst nicht kandidieren, dann halt zurücktreten und Platz für mutige machen." Das machen sie, Ihr Wunsch wird ja durch das "nicht kandidieren" erfüllt.

Nur: das kann nicht der Weg sein! Wer will noch kandidieren, wenn er seine Familie bedroht sieht oder tatsächlich ermordet wird? So bekommen die Extremisten es doch hin, missliebige Politiker wegzumobben. Ist ja auch in der kleinen Lokalpolitik bereits in D passiert. Und wer kommt als Ersatz? Kaltschnäuzige Machos, die über Leichen gehen?

Zu den Gefahren, die ein Politiker im Vorfeld kennen muss, gehörten bislang noch keine Morddrohungen. Jedenfalls nicht hier in Deutschland. Allenfalls bei besonders exponierten Politikern war Polizeischutz erfoderlich. Die Zunahme der Sicherheitsvorkehrungen (im Artikel wurde ja die Zunahme für GB dargelegt) zeigt, dass das Problem wächst und nicht schon immer zu berücksichtigen war.

Ach: Schiedsrichter im Fußball sollten auch eine Kampfsportausbildung bekommen...

Adeo60
Verrohung der Gesellschaft

Die Radikalisierung der Gesellschaft, so wie wir sie zunehmend in Deutschland und anderen Ländern erleben, ist erschreckend. Hass- und Hetzbotschaften, Beleidigungen und Bedrohungen wurden in den sozialen Medien und unter dem Schutz der Anonymität viel zu lange toleriert. Die Verrohung der Sprache hat zur Verrohung der Strasse geführt. Auch im Bundestag, wo Begriffe wie Volksverräter verwendet werden, der Geburtstag von Kanzlerin Merkel von einer AFD-Abgeordneten "verflucht" wird und die Naziherrschaft von Gauland als Vogelschiss der Geschichte verharmlost wird, wird Agitation mit Argumentation verwechselt. Es wird höchste Zeit, sich dagegen zur Wehr zu setzen, auch im Alltag, an Stammtischen und in den Foren.

fathaland slim
11:26, berelsbub

>>Noch vor 15 Jahren konnte man in meiner Stadt nachts alleine nach Hause gehen. Heute muss man bestimmte Bereiche meiden. Die Chance Opfer eines Raubes zu werden ist greifbar. Viele Freunde sind es aktuell bereits geworden<<

Auch vor vierzig Jahren hatte ich nachts in gewissen Gegenden ein ungutes Gefühl. Mittlerweile habe ich weniger Angst als damals.

Und Leute, die Opfer von Übergriffen der unterschiedlichsten Art im öffentlichen Raum wurden, die kannte ich immer schon.

Aber da ist meiner Wahrnehmung offensichtlich zu den Wahrnehmungen, die man in Kommentarspalten, Blogs etc. lesen darf, gegenläufig. Diese Wahrnehmungen werden immer hysterischer, meine wird immer gelassener.

Ich fühle mich jedenfalls mit meiner gelassenen Wahrnehmung entschieden wohler und bin froh, daß die grassierende Hysterie mich bisher nicht angesteckt hat.

Ebenfalls bin ich froh, kein Politiker zu sein. Denn dann hätte eine subjektive Wahrnehmung von Unsicherheit eine rationale Grundlage.

Tada
@ fathaland slim

"Der Begriff "Maulhelden" ist ein gebräuchliches Wort der deutschen Sprache und hat mit Tieren nichts zu tun." Am 05. November 2019 um 10:36 von fathaland slim

Nicht hier.

Und das "aus der Kurve tragen" erklären Sie mir nicht?

muds0r

Man darf nicht vergessen, dass es das Parlament ist, dass seit Jahren gegen den demokratisch legitimierten Brexit und damit gegen das Volk putscht: Immer wieder werden Gesetze verabschiedet, die den Brexit verlängern und hinauszögern, wie beispielsweise der zuletzt verabschiedete „Benn-Act”, der den Brexit am 31.10. erfolgreich torpedieren konnte. Dieses Gesetz wird zurecht von der Regierung als „Surrender Act” (to surrender: sich ergeben/aufgeben) bezeichnet. Die Oppositionsparteien wie Labour, SNP oder die LibDems sind darüber verärgert und wundern sich nun, dass sie deswegen angegriffen werden, dabei erfahren diese nun lediglich die Reaktion auf ihre zutiefst antidemokratische Verhaltensweisen.

Henoch
Am 05. November 2019 um 09:33 von Klausewitz

Wenn ich Ihren Post lese, brauche ich mir die Frage nicht zu stellen, ob Deutschland Menschen ähnlicher Gesinnung hat.

Aber Ihr Stil ist im Forum ja hinlänglich bekannt.

fathaland slim
11:58, Polyfoam

>>Und das alles nur, weil die, die jetzt bedroht werden, das Entstehen dieser Gefahren mit ihrer falschen Politik, die eher nur eigene Willensumsetzung, statt Politik zum Vorteil von Staat und Gesellschaft sein muss, ermöglicht haben. <<

Sie sind also selbst schuld, diese Politiker. Weil sie Ihrer Ansicht nach falsche Politik betreiben.

Nichts anderes schreiben Sie.

Andere Menschen betrachten aber vielleicht das, was Sie für falsch halten, als richtig. Ist Ihnen dieser Gedanke schon einmal gekommen?

Tada
@ Hansi Glück

"@Tada...... Morddrohungen gegen missliebige Politiker stoßen auf Verständnis" Am 05. November 2019 um 09:56 von Hansi Glück

Unsinn.

Zu erkennen, dass die Verrohrung nun bei den "ganz Oben" angekommen ist, oder gar da mitverschuldet wurde, ist noch lange kein Zeichen von Verständnis für die Verrohrung. Weder für die "oben" noch "unten".

Und es ist tatsächlich so, dass es der Job der Politik ist für die Ordnung mitzusorgen.

Wenn sie das nicht kann : Wofür braucht man sie denn noch?

Bislang höre ich nur, wie die Politiker jammern, dass sie nun auch betroffen sind. Jammern kann ich selber.

Zum Arzt meiner Wahl gehe ich auch nicht, um zu hören, dass er ebenfalls Kopfschmerzen hat.

kommentator_02
10:21, Superdemokrat

aber wie soll der Bürger/Wähler denn dafür sorgen das in GB der beschlossene Austritt aus der EU endlich vollzogen wird...der Bürger beschließt etwas und die Politiker weigern sich ,sich daran zu halten

Ganz sicher nicht mittels Morddrohungen!

Im Übrigen wurde vom Bürger/Wähler (welchen genau meinen Sie hier eigentlich) kein Austritt aus der EU beschloßen, da es niemals einen Bürger/Wählerbeschluß zum Brexit gab. Weiß jede(r) Demokrat(in), ganz ohne "Super".

fathaland slim
11:23, Clemens Jacobs

>>@10:21 von Superdemokrat
"...der Bürger beschließt etwas und die Politiker weigern sich.."

Wer ist denn dieser ominöse Bürger, der etwas beschließt, was dann alle Politiker umsetzen "müssen"?
Ist es nicht eher so, dass das britische Parlament die Bevölkerung widerspiegelt? Und sich eben genau daraus die Probleme mit dem Austritt ergeben?
Genau das ist doch das Problem in GB.<<

Aus der Wortwahl des Foristen können Sie ableiten, daß es für ihn nur einen, nämlich "den" Bürger gibt, und als Gegensatz zu diesem "die" Politiker.

"Der" Bürger hat eine einheitliche Eigenschaft, und "die" Politiker ebenfalls.

Ich nenne dies ein binär-kollektivistisches Weltbild. Individuen kommen in ihm auf beiden Seiten nicht vor. Wobei "der Bürger" sozusagen ein kollektives Überindividuum ist.

zitronengelb
Diane Abbott

Vorweg: Ich möchte in keiner Weise gutheißen, dass Diane Abbott (oder irgendjemand sonst) bedroht wurde oder wird.
Mir geht es um die journalistische Qualität.

Für den Beitrag ist der Fall von Diane Abbott sicherlich kein gut gewähltes Beispiel. Dem durchschnittlichen deutschen Rezipienten dürfte nicht bekannt sein, dass Diane Abbott als Politikerin u.a. wegen ihres scheinheiligen Verhaltens für nicht wenige eine Reizfigur ist und darüber hinaus seit den 90er Jahren selbst immer wieder durch rassistische Äußerungen aufgefallen ist.

Wen es interessiert, der findet in der englischsprachigen Wikipedia einige erste Ansatzpunkte für weiterführende Recherchen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Diane_Abbott#Political_controversies

Man hätte sicherlich ein besseres Beispiel finden können, um den Sachverhalt zu illustrieren, als das einer Politikerin, die selbst zur Verwilderung der politischen Sitten in Großbritannien einen gewissen Beitrag geleistet hat.

kommentator_02
dummschwaetzer, 10:28

Der Brexit war in einer Volksabstimmung beschlossen.

Nein, das ist dummes Geschwätz. Es gab niemals eine bindende Volksabstimmung zum Brexit, ist in GB auch rechtlich gar nicht möglich.

witch of endor
Ein "Facepalm" reicht manchmal nicht....

Mit Fassungslosigkeit lese ich hier einige Kommentare.

Da wird natürlich eingeräumt, das Morddrohungen schlecht sind.
Und gleichzeitig aber auch relativiert, dass man diese Morddrohungen ja auch verstehen könne.

Und als Ursache für die Verrohung kommt dann so Allgemeinplätze wie Internet, Gaming etc.....

Was für ein Blödsinn!

Morddrohungen sind absolut inakzeptabel! Und anstatt diese zu verurteilen, wird so ein unwürdiges Verhalten von einigen Leuten hier toleriert.

Und genau diese "toleranten" Leute sind das Problem. Denn sie geben diesen Verbrechern Entschuldigun und sogar Bestätigung!
Durch dieses wohlwollende Abnicken von Morddrohungen macht man diese gesellschaftlich akzeptabel! Und was akzetabel ist, verbreitet sich.

Diese "wohlmeinenden" Bürger sind das Problem, dass es diese "Verrohung der Gesellschaft" gibt. Weil sie den wenigen "Randpersonen" einen Persilschein gibt.

krittkritt
Unsere Politiker fanden Bedrohungen im Ausland als nicht erwähn-

-enswert.
Als in der Ukraine Parteibüros der früher stärksten Partei verwüstet, zum Teil in Brand gesetzt wurden, ebenso die Wohnungen von deren Politikern, oder ein Präsidentschaftskandidat wegen Todesdrohungen seine Kandidatur zurückziehen musste (vgl. Bundestagsdebatte mit Hunko) gab es keine Proteste unserer Bundesregierung.
Die Wahl Poroschenkos wurde einfach anerkannt.
Ich erwarte überall die Verurteilung von Gewalt. Und falls möglich - in der Ukraine wäre das möglich - auch Konsequenzen, z.B. wirtschaftlicher Art, zumindest keine weitere Unterstützung.

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melancholeriker

Am 05. November 2019 um 11:00 von Hackonya2

"...Ehrlich gesagt sollten diese sich dann einen anderen Job suchen, ein Polizist, ein Soldat und auch ein Politiker sollte im Vorfeld sich im Klaren der Gefahren sein, bevor man den Job annimmt. Wenn die aus Angst nicht kandidieren, dann halt zurücktreten und Platz für mutige machen."

"Platz für Mutige..." Soso, so wie Sie vielleicht?
Daß keine Angst vor Hass und Gewalt zu haben für Politiker zu so etwas wie einem Einstiegskriterium werden soll, ist das Ihr Wunsch? Leicht gesagt für einen Heckenschützen im Kommentatorenwald mit Pseudonym.

Hätten Sie auch nur einen Hauch von Ahnung, was es für jemanden bedeutet, so aus der Anonymität eines Mobs bedroht zu werden, hätten Sie wahrscheinlich auch die Empathie die benötigt wird, um Lösungen in einem Gemeinwesen zu finden, möglichst für alle.

Sausevind
12:40 von witch of endor

"Und genau diese "toleranten" Leute sind das Problem. Denn sie geben diesen Verbrechern Entschuldigun und sogar Bestätigung!
Durch dieses wohlwollende Abnicken von Morddrohungen macht man diese gesellschaftlich akzeptabel! Und was akzetabel ist, verbreitet sich.

Diese "wohlmeinenden" Bürger sind das Problem, dass es diese "Verrohung der Gesellschaft" gibt. Weil sie den wenigen "Randpersonen" einen Persilschein gibt."

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-

Ja, sicher, die sind das Problem.
Nur: was wollen Sie mit diesen Bürgern jetzt machen?

Account gelöscht

Merkwürdigerweise finden sich immer wieder Kandidaten für den Posten des US-Präsidenten, obwohl bereits drei US-Präsidenten ermordet wurden.
Also kandidieren britische Abgeordnete wirklich deshalb nicht mehr, weil eine Abgeordnete ermordet wurde?

Falls die erwähnten Morddrohungen allerdings von "Economic Hitman" kommen, tun die betroffen Abgeordneten gut daran, sie ernst zunehmen.

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