Ihre Meinung zu: Zensur in China: Direktiven aus Wahrheitsministerium

23. April 2015 - 13:06 Uhr

Strenge Zensur macht Journalisten das Arbeiten in China schwer. Wie das System funktioniert, war bislang unbekannt, da die Zensoren im Verborgenen agieren. Doch nun enthüllen Dokumente von Reporter ohne Grenzen das engmaschige Netz.

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Kommentare

Wie kann die Tagesschau es nur wagen

Dieser Artikel wird vielen Leuten hier nicht schmecken, der dekadente Westen hat bezüglich des besten Systems der Welt gefälligst die klappe zu halten.

Mit ironischen grüßen

KlareSache

Die strenge Zensur in China

hindert die freie Journalistin Frau Kirchner nicht daran, immer wieder über Menschenrechtsverstöße, Justizskandale und andere Ungerechtigkeiten in China zu berichten.

Diese sehr wichtige journalistische Aufgabe gewährt uns Einblicke in ein Land, daß die meisten von uns nicht kennen oder besuchen werden.

Deshalb würde ich mir wünschen, Frau Kirchner würde ihre journalistischen Themen für weitere Einsichten breiter fächern; denn ich kann mir nicht vorstellen, daß in China nur Unterdrückung demonstrierender Studenten in Hongkong stattfindet, Journalistinnen verurteilt werden, "Feministinnen" festgehalten und Zensur durch ein Wahrheitsministerium ausgeübt wird.

Um Missverständnissen vorzubeugen: unbedingt unabhängig und kritisch über China berichten. Dazu bedarf es aber keines Berichtes eines amerikanischen Komitees zum Schutz von Journalisten (in China). Die Möglichkeit von uns - die wir auf solche Journalistenberichte angewiesen sind - uns ein unabhängiges Bild zu machen, leidet.

Orwell 2.0

Nein, und das ist nicht wie in Deutschland.

(Eine prophylaktische Antwort auf zahlreiche Kommentare dieses Tenors, die hier erscheinen werden.)

Vergleich zur DDR

China ist sicher noch strikter als es die DDR war, aber das mit der Selbstzensur funktionierte damals genauso. Jeder wusste automatisch, was er öffentlich sagen konnte und was nicht. Das Komische war: Am Ende wusste aber keiner mehr so richtig, was ihm eigentlich passieren konnte, wenn er die Grenze überschritt. Die Drohung stand eher unausgesprochen im Raum.

Und als es dann doch welche wagten - siehe da, es gab keine Sanktionen mehr. Das System ist einfach vor Schreck in sich zusammengeknickt.

@Vergleich zur DDR 16:01 von Zweitaktmotor

"Das System ist einfach vor Schreck in sich zusammengeknickt."

Nun das wird es in China leider nicht.
Die schiere Grösse verhindert das.
Es werden also noch viele AiWeiwei's
benötigt, um eine lebenswerte Alternative
werden zu können.

Ansonsten wird Korruption das System
vollständig übernehmen.
Zwar kein IS-Gottesstaat dafür
dann ein TS-Triadenstaat.

16:00 fathaland slim

Wenn ich mir den Bericht auch etwas ausgewogener vorstellen kann, hier hat
Frau Kirchner nichts falsch gemacht.

Sie nimmt mit dem Wahrheitsministerium zwar Bezug auf Orwells 1984. Allerdings stellt sie bei Ihren Zensurbeschreibungen ständig wieder den Bezug zu China her, so, daß eine Verwechslung wirklich ausgeschlossen ist.

@proehi

"Die strenge Zensur in China
hindert die freie Journalistin Frau Kirchner nicht daran, immer wieder über Menschenrechtsverstöße, Justizskandale und andere Ungerechtigkeiten in China zu berichten. "

Es geht um Zensur IN China, nicht um Zensur in anderen Ländern ÜBER China.

16:47 Hugomauser

Natürlich haben Sie recht, das muß mich aber doch nicht daran hindern, etwas über diesen Rahmen hinaus kenntlich zu machen und Bezüge herzustellen.

Kraft schafft Gelassenheit -

Kraft schafft Gelassenheit - normalerweise.
Diese Erkenntnis scheint noch nicht bis zu den Regierenden in China durchgedrungen zu sein.
Systematische Unterdrückung ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche.

um 16:00 von fathaland slim

"Nein, und das ist nicht wie in Deutschland."
Nein, das ist nicht wie in Deutschland.

um 16:47 von Hugomauser

"Es geht um Zensur IN China, nicht um Zensur in anderen Ländern ÜBER China."
Und was machen die chinesischen Behörden, wenn sich ihre Bürger ausländische Internetseiten - per Proxy - anschauen? Oder Auslandchinesen mit zuhause telefonieren?

Zu solchen Dingen wie Zensur

Zu solchen Dingen wie Zensur und ähnlichen Unterdrückungsmechanismen kann man im Grunde genommen immer sagen: Wer dieses braucht, muss es dringend nötig haben.

Passendes Zitat aus einem anderen Kommentar:

„Islamisten scheinen ja sehr viel Angst vor selbständig denkenden Menschen zu haben.“

Das trifft den Nagel mit dem Vorschlaghammer auf den Kopf, gilt aber nicht nur für Islamisten. Es gilt für JEDEN Machthungrigen dieser Welt, ganz gleich welche Religion oder Ideologie er vertritt.
Weshalb ist „Westliche Bildung“ verboten, weshalb hat der „Große Schlächter“ versucht, die intellektuelle Elite Chinas auszurotten? Welchen Grund hat es wohl, daß das insistierende Hinterfragen der „Heiligen Schriften“ von den Religionen als Gotteslästerung oder Abfall vom Glauben betrachtet und nicht selten mit Höchststrafen geahndet wird?

Keiner, der andere Menschen beherrschen will, kann es sich leisten, selbstständiges Denken zuzulassen. Weder die neoliberalen noch die chinesischen Feudalisten.

Ein interessantes System,

denn gleichzeitig wissen die meisten Chinesen ja, wie man sich ungefilterte Informationen aus dem Ausland beschafft und die Internetzensur umgehen kann. Insofern zensiert sich der chinesische Apparat im Wesentlichen selbst und an der Realität vorbei.

Der Kernpunkt

der Problematik wird hier von Ruth Kirchner gar nicht angegangen. Das Problem nämlich, daß durch einfache Meldungen Massenbewegungen ausgelöst werden können, die niemand - weder in China noch von Regierungen außerhalb (so man diese überhaupt in die Betrachtung mit einbeziehen möchte) - kontrollierbar wären. Kein anderer Staat - außer vielleicht Indien - hat Erfahrung mit der Governance eines Milliarden-Volkes, daß nicht in westlicher bzw. OECD-gesättigter Manier sein Dasein fristet.
Hier liegt das Haupt-Argument der kommunistischen Führung und nicht wie häufig suggeriert in einer Lust an Unterdrückung. Nazi-Schergen und chinesische Führungskader unterscheiden sich da m. E. nach deutlich.
Zudem ist das "DDR-Argument" eines anderen Foristen, das er sich wahrscheinlich aus anderen Zusammenhängen angeeignet hat, lächerlich. Der Lebensstandard in China wächst, der Bildungsstand hat sich enorm verbessert & verbessert sich weiter & vor allem, es gibt keine Mauer!

Grüße vom Xie

Wie überall anders auch ...

... überall auf der Welt haben Journalisten Frauen und Kinder die ernährt werden wollen. Da schreibt man dann was der Chefredakteur vorgibt ... Nicht nur in China.

Die Zensur in China will ich nicht bestreiten

Man möge mir doch bitte das Land zeigen, in welchem systemkritische Veröffentlichungen keinerlei Reaktion der Machthaber hervorrufen.
Im freien Westen wird vielleicht nicht gleich der Betrieb des Kritikers geschlossen, dieser aber sicherlich mit Mißachtung gestraft. Dann wird man eben nicht mehr auf die wichtigen Veranstaltungen eingeladen und erfährt Dinge später als andere.
Schlecht für jemanden, der von Neuigkeiten lebt.

Auch in Deutschland wissen sicherlich viele Redakteure, was sie schreiben können und was nicht, ohne dass es ausdrücklich gesagt wird.

@ pnyx

Auch das ist in der letzten Zeit schwieriger geworden. Ich habe wesentlich mehr Probleme als früher um mit meiner Freundin Gespräche führen zu können. Ausserdem hat solch ein Internet-Savy nicht jeder. Wenn die Regierung so aufgeschlossen ist, warum dann überhaupt die Zensur?

@Xie Zeren

Ganz altes Argument und das hat noch nie gestimmt. Ja, China ist groß, aber es gibt genug andere Staaten mit ähnlicher Grössenordung, wie sie erwähnten Indien, aber auch die USA, Indonesien oder Nigerien.
Und es wäre auch kaum glaubwürdig, wenn die Lust an Unterdrückung offen zugegeben wird. War ja mit dem Ministerium für Staatssicherheit genau das Gleiche.
Es gibt zwar keine Mauer, aber es gibt genug Chinesen die auswandern und mehr würden es, wenn es nicht bedeuten würde ihre Familie im Stich zu lassen. Das hat auch in der ehemaligen DDR schon so funktioniert.

Da sieht man mal, was es

Da sieht man mal, was es wirklich bedeutet, eine unfreie Presse zu haben. Die PEGIDA-Vertreter und Konsorten behaupten so gerne, in Deutschland gäbe es keine Pressefreiheit. Dann sollen sie gerne mal nach China gehen, dort werden sie sehen, was Zensur wirklich bedeutet.

Andererseits: das Chinas Staatsfernsehen genauso wie das britische "Staatsfernsehen" CCTV heißt, ist eine bittere Ironie...

"Der Lebensstandard in China

"Der Lebensstandard in China wächst, der Bildungsstand hat sich enorm verbessert & verbessert sich weiter"
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

Der Partei Menschenliebe zu unterstellen, ist zwar schön gedacht, aber ohne irgendwelche Belege doch zu weit hergeholt. Es geht wie bei jeder anderen Parteidiktatur zunächst um Machterhalt. Um die Kontrolle zu behalten, wird aber ein restriktives System benötigt - unsere westlichen Freiheiten taugen nicht für die Kontrolle eines Milliardenvolkes.

Das wiederum hemmt die Entwicklung des Landes, in dem nach wie vor zwei Drittel der Bevölkerung in Armut leben (unter $5 Verdienst pro Tag). Große Fortschritte machen nur die großen Städte; der Rest des Landes wird sich selbst überlassen.

Es ist absehbar, dass sich die 900 Millionen Menschen, die nicht am Boom beteiligt sind, sich das nicht auf ewig gefallen lassen werden. Wer in China die wirtschaftliche Großmacht der Zukunft sieht, hat diese "winzige" Detail wohl übersehen ...

18:35 von Xie Zeren

"Zudem ist das "DDR-Argument" eines anderen Foristen, das er sich wahrscheinlich aus anderen Zusammenhängen angeeignet hat, lächerlich. Der Lebensstandard in China wächst, der Bildungsstand hat sich enorm verbessert & verbessert sich weiter & vor allem, es gibt keine Mauer!"

Ja, das sind so die Dinge, die man sieht, wenn man nicht hinter die Mauern schaut. Hinter die Mauer naemlich, die in unseren Koepfen durch die Konsumgesellschaft geschaffen wird. Davon koennte ihnen ein Westler allerdings mehr erzaehlen, die Chinesen fangen ja gerade erst an, die ganzen Fehler zu kopieren. Aber wenn man keine kritischen Infos hat, dann sieht natuerlich alles schoen bunt aus. Bildung heisst naemlich nicht nur, wie man Hochhaeuser baut, vergiftete Kleidung herstellt und Geld aufschaufelt, in dicken Autos herumfaehrt und einen Supercomputer bauen kann.

18:51 von Residue

"Wenn die Regierung so aufgeschlossen ist, warum dann überhaupt die Zensur?"

Das ist einfach zu verstehen, man muss bei den Ideologen der KP nur alles auf links drehen: Damit die Aufgeschlossenheit bleibt!

Die der Partei gegenueber. Und die dem gesunden Volkskoerper gegenueber.

17:23 pnyx

Sie schreiben: "Nein, das ist nicht wie in Deutschland"

Natürlich nicht, Frau Kirchner hat das auch ausdrücklich nur auf China bezogen, da kann es keine Verwechselung geben.

MIllarden... Billionen

Jedenfalls ist ein historischer Tiefschlag, wenn Zensur dieses Aussmasses als unausweichlich noetige Kontrolle fuer das (angebliche) Wohlergehen eines Milliardenvolkes beteachtet wird. Angesichts der Gesamtzahl der Weltbewohner und zunehmender Globaliserung kann einem da Angst und Bange werden, wenn auch wohl noch nicht in diese Jahrhundert. Ich wuenschte mir mehr Diskussion ueber sowas unter Beteilung von Ethikern und Philosophen, Historikern... aber anscheinend wird vieles einfach nur so hingenommen oder laufen gelassen. Von China kann man jedenfalls lernen - wohin die Reise nicht gehen sollte.

Was mir dazu einfällt..

Der Buckelige sucht halt gern noch einen
"buckeligeren".Schon mal das Vergnügen gehabt in der Schweiz in das Internet zu gehen?Was es da alles für Seiten gibt....

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