Ihre Meinung zu: Ratingagentur Moody´s stuft Russland weiter herab

17. Januar 2015 - 2:40 Uhr

Schlechte Nachrichten für Russland: Die US-Ratingagentur Moody´s hat die Kreditwürdigkeit des Landes weiter herabgestuft. Sie liegt jetzt nur noch knapp über "Ramschniveau". Die weitere Abstufung wurde bereits angedeutet.

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Kommentare

Russland schafft sich ab

Ramschniveau - Putin ist in den letzten Tagen verdächtig still geworden. Man wird sich doch wohl nicht mit dem Einverleiben der Insel übernommen haben?? Tzztzz. Ich würde jetzt als Unternehmer auch keinen Taler mehr in Russland investieren. Hochmut kommt halt immer vor dem Fall, war noch immer so.

G.

Selbstverständlich ist

Selbstverständlich ist Moody's völlig neutral und auf gar keinen, aber wirklich gar keinen Fall interessengeleitet. Darum haben sie z. B. ja auch schon weit im Voraus vor der Lehman-Pleite gewarnt...

Kreditwürdigkeit

Und wie sieht die Kreditwürdigkeit der USA und EUROPAS
aus ? Wo Milliarden wertlose $ und € im Umlauf sind .
Dieses Proplem hat Russland ja wohl nicht .

"wertlose" Bewertung

Was ist davon zu halten, das eine amerikanische Ratingagentur ein Land auf "nahezu Ramsch" einstuft, eine russisch/chinesische Agentur (Dagong) aber "A" vergibt? Wohl, das es um Politik und nicht um Wirtschaft geht.

Fakten zählen, nicht Gefühle

Solange der Ölpreis unter dem Förderungskosten bleibt, generiert man keine Gewinne.
Man kann sich auch selbst Wirtschaftsdaten bei Handelskammern holen.
Russland exportieren überwiegend fossile Energie.
Vom BIP rangiert Russland auf dem Niveau vom Luxemburg.

Ein Trost für die Russland Fans - das Rating ist kaum von Bedeutung. Die letzten Auktionen waren nicht besonders erfolgreich.
Trotz damals besseren Ratings und hohen Zinsangeboten.

Kreditwürdigkeit der RF mangels positivem Wachstum im Sinkflug

Rubelverfall, Ölpreisminderung und Sanktionen aufgrund der russischen Rolle im Ukrainekonflikt führen zur Herabsetzung der Kreditwürdigkeit fast auf Ramschniveau. Angesichts des negativen Wirtschaftswachstums ist diese Entwicklung noch nicht zu Ende. Unternehmen und Banken leiden aufgrund von Sanktionen auch an den fehlenden Refinanzierungsmöglichkeiten im Westen.

Die Zentralbank hat das Zinsniveau drastisch erhöht und muss mit hohen Milliardenbeträgen den Banken und Unternehmen beispringen, damit diese z.B. den Kapitaldienst für die hohe Verschuldung im Westen leisten können. Dadurch schmelzen die russischen Währungsreserven in rasantem Tempo ab.
Im Inland hat sich infolge des Rubelverfalls die Kaufkraft praktisch halbiert. Es gibt zwar alles zu kaufen, aber aufgrund der Importabhängigkeit zu stark erhöhten Preisen.

Nun macht sich bemerkbar, dass Putin-Russland die Modernisierung und Diversifizierung ebenso vernachlässigt hat wie eine friedliche und kooperative Politik zur Ukraine

@Gullideckel:"Ramschniveau - Putin ist in den letzten Tagen ....

... verdächtig still geworden."

Nun, das ist ja angesichts der rasch abschmelzenden Währungsreserven von rund 500 auf unter 400 Mrd. USD am Jahresende 2014, dem anhaltenden Ölpreisverfall unter Gestehungskosten und den Wirkungen der westlichen Sanktionen vor allem bei der Erschwerung von Refinanzierungsmöglichkeiten auf den westlichen Kapitalmärken nicht verwunderlich.
Putin hat der desaströsen Entwicklung nichts entgegenzusetzen.

Die Prognosen sagen für dieses Jahr ein negatives Wirtschaftswachstum von 4 % voraus. Die Inflation grassiert, die Renten- und Lohneinkommen haben bei steigenden Preisen die Hälfte ihres Wertes verloren. Angesichts des hohen Zinsniveaus und dem Abfluss westlicher Investitionen von über 100 Mrd. USD wird kaum noch in die Wirtschaft investiert. Der Aufbau einer diversifizierten und modernisierten Eigenproduktion lässt weiter auf sich warten, Russland ist weiter von teuren Importen abhängig. Das ist das Ergebnis der großrussischen Politik von Putin.

Ratingagenturen leben davon, dass Leute ihnen glauben.

Tun die Leute das nicht mehr, verlieren sie ihre Kunden. Die Bewertung von den Ratingagenturen ist maßgeblich dafür, wie die Papiere, hier die Staatspapiere von Russland, bei den Eigentümern, insbesondere in deren Bilanz, bewertet werden. Eine Herabstufung kann zu einer Abwertung führen. Bei Banken und Versicherungen kann das Rating bestimmen, mit wie viel Eigenmitteln die Risiken aus Papieren zu belegen sind. Mit anderen Worten: Eine Herabsetzung im Rating kommt die Unternehmen sehr teuer. Daher werden sie solche Papiere, trotz sehr hohen Zinses, den Russland zahlt und der deutlich macht, wie hoch das Risiko ist, nicht mehr kaufen und versuchen, solche Papiere, die sie haben, zu verkaufen. Sollte das Rating einer Ratingagentur unglaubwürdig sein, würden diese Folgen nicht eintreten.

Dass Ratingagenturen irren, kommt sehr häufig vor: Eine Glaskugel haben sie nämlich nicht. Sie können nur bekannte Faktoren berücksichtigen. Und die sind bei Russland halt derzeit ganz schlecht.

Ramsch ?

Die Kreditwürdigkeit des Landes mit den größten Gasreserven des Planeten und den 8.größten Ölreserven herabzustufen, scheint eher eine Momentaufnahme zu sein.

Da der Rechenweg der ratings geheim ist, dürften natürlich politische Faktoren mitspielen, etwa der Grad der Berechenbarkeit bzw. Unterwürfigkeit gegenüber dem us-dominierten Finanzsystem.
Diese Faktoren werden, wie oben schon erwähnt, in zB chinesischen ratings naturgemäß anders gewichtet.

Die Überlegenheit des Kapitalismus.......

.......gegenüber dem staatlich gelenkten Einheitsbrei wird hier besonders deutlich.

Es stellt sich nur noch die Frage, wann der Kapitän die sinkende Rostlaube verlässt.

Anfrage

Ich kann die Bewertung nicht ganz nachvollziehen, die Staatsverschuldung liegt in Russland bei 16%, USA 106 %.Die Handelsbilanz der USA in den Letzten 10 Jahren betrug durchschnittlich rund -700Mrd. US Dollar pro Jahr. Russland hat im selben Zeitraum ein Plus von rund 150 Mrd. US Dollar erzielt (im Jahr). Wirtschaftswachstum 2013 USA klar besser mit 2,2% zu Russland mit 1,4% aber so doll ist der Unterschied nun auch nicht wenn man die Neusverschuldung mit 1.3 Bill. US Dollar in dem Jahr berücksichtigt. Die Neuverschuldung der USA im Jahr 2014 betrug 1 Billionen (1000Mrd.) US Dollar, das sind nur Staatsausgaben. Am Ölpreis allein kann es ja nun auch nicht liegen die US Fracking Industrie leidet ja genauso darunter und hat eine großen Anteil am Wirtschaftswachstum der USA. Bleiben noch die Sanktionen aber die betreffen die Gegenseite ja genauso und Moodys Ausblick auf das laufende Jahr durch die Glaskugel. Bitte erklärt mir hier irgendjemand die Bewertung der Ratingagenturen.

Angst macht sich breit

Wovor eigentlich? Da glauben doch nicht etwa wirklich einige "Experten", dass auf Grund dessen der Russe in finanzielle Schieflage gerät. Russland ist nicht nur flächenmäßig das größte Land dieser uns bekannten Welt oder Erde, sondern auch an Rohstoffen (ob auf eigenem Gebiet oder anderswo) überaus reich. Also bitte, liebe so genannte Ratingagenturen: Stuft hin, wo auch immer ihr wollt. Der Russe hat schon ganz andere Krisen überlebt - auch ohne Agenturen...

Entwicklung birgt Chancen

Ich investiere derzeit in Russland. So billig wie jetzt kommt man sonst nicht an Öl-, Gas- und Rohstoff-Aktien.
Und man kauft diese ja antizyklisch. Also wenn die Preise niedrig sind.
Wer jetzt die Chancen der Schwäche der russischen Wirtschaft nutzt, kann nach einer Durststrecke profitieren. Und eins ist sicher: Öl und Gas werden langfristig wieder teuer werden.

Immer die selbe Leier

Wem die Fakten nicht gefallen, der drischt auf den Überbringer ein.
Tatsächlich kann man den Ratingagenturen eher glauben als irgendeinem Politiker; die Agenturen haben als einziges Kapital nämlich ihre Expertise, und wenn sie ihre Glaubwürdigkeit durch irgendwelche (wie hier gern unterstellt) politischen Spielchen riskierten, würden ihnen die Kunden weglaufen, und das sind nicht Schlagzeilen suchende Journalisten, sondern Leute, die aufgrund dieser Bewertungen viel Geld riskieren.

@rudolfW443

Wo Milliarden wertlose $ und € im Umlauf sind .
Dieses Proplem hat Russland ja wohl nicht .

Nun ja, so wertlos können sie nicht sein, denn ein "wertloser" € ist derzeit knapp 80 Rubel wert und der Dollar ist knapp drunter.
Russland hat sehr wohl ein Problem: Die Staatseinnahmen kommen größtenteils aus den Verkäufen von Erdöl und -gas. Das wissen auch die Russen, deshalb ist dort auch ständig vom "Erdöl-Tropf" die Rede.
Solange das Öl fließt und Geld bringt ist alles gut, fließt das Öl nicht, oder gibt es zu wenig Geld dafür, bricht alles zusammen.
Diesen "single point of failure" wollte Putin eigentlich bekämpfen, als er Präsident wurde und ist dabei kläglich gescheitert.

@Heinz Rudolf

Was ist davon zu halten, das eine amerikanische Ratingagentur ein Land auf "nahezu Ramsch" einstuft, eine russisch/chinesische Agentur (Dagong) aber "A" vergibt?
Nun, genau da ist das Problem. Moody's ist ein Privatunternehmen mit Gewinnabsichten. Bewerten sie die Ziele falsch, schenkt ihnen keiner Beachtung und sie sind pleite. Dagong ist eine staatliche Agentur, das staatliche Interessen vertritt. Muss man dazu mehr sagen?

Die Macht sogenannter...

"Ratingagenturen" - Mir erschließt sich beim besten Willen nicht, mit welcher Berechtigung diesen Unternehmen ( die selbst ausschließlich profitorientiert sind) die Macht verliehen wird, ganze Staaten mehr oder weniger mit der Kraft des Wortes in eine zusätzliche Krise "hineinzumanövrieren" ?
Heute Russland, morgen WER ? Diese Macht, ausgeübt von wenigen, rein profitorientierten Unternehmen, ist aufgrund eines virtuellen Geldflusses so enorm, dass sich ganze Finanzmärkte ihr unterwerfen ?
Für mich sind das weniger seriöse Unternehmen, als viel mehr beliebig steuerbare "Abstiegsbeschleuniger" derer, die eine andere Nation finanziell straucheln sehen wollen, um sie -in gewisser Hinsicht- "erpressbar " = beherrschbar machen zu wollen. Und da ist Russland nur EINES von vielen Beispielen. Es ist gerade bloss aktueller als andere.

Claudia Bauer meint ....

wer ist eigentlich Moody's ?
Die können doch abstufen was sie wollen, wen interessiert das denn ?
Eine "Pleite" Rußlands wird es niemals geben auch wenn viele der Finaz - Gurus hier das sich wünschen.
Moody's ? Hochmut kommt vor dem Fall !

@AlterSimpel:"Die Kreditwürdigkeit des Landes mit den größten ..

... Gasreserven des Planeten und den 8. größten Gasreserven herabstufen, scheint eine Momentaufnahme zu sein."

Moody`s hat die Bonität Russlands herabgestuft, weil sich die primären Wirtschaftsdaten in den letzten Monaten eindeutig verschlechtert haben. Das hat mit den Unwägbarkeiten durch den ungelösten Ukraine-Konflikt und die politische Unberechenbarkeit der RF nur am Rande zu tun. Eine weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit ist infolge des BIP-Rückganges in diesem Jahr zu erwarten.

Die russischen Öl- und Gasreserven beeinflussen die Bewertung der Bonität kaum. Würde dies geschehen, wäre das aufgrund des Preisverfalls unter die Förderkosten eher negativ.
Entscheidend sind Entwicklung und Aussichten von Wirtschaftswachstum - und die Parameter sind eindeutig negativ. Hinzu kommt ein schnelles Abschmelzen der Währungsreserven aufgrund der Hilfen für Banken und Unternehmen. Bei fortwährender Entwicklung der Reserven dürften diese in spätestens 1,5 Jahren aufgebraucht sein.

"Devisen" kann man gerade so oder so nicht bekommen

Der Aderlass der Russischen "Devisen" Reserven wird wohl noch schneller voranschreiten. Das sollte nun jedem Privatmann eine Warnung sein, Kredite in fremden Währungen aufzunehmen. Was dann passiert sieht man nun ja ganz gut. Die Ungarn, Polen (Stichwort Schweizer Franken) sowie viele andere auf der anderen Seite des eisernen Kanzler-Wirtschaftssanktions-Vorhangs können da ein Lied von singen.

Ich frage mich nur ob es von Präsident Putin eine gute Idee ist die großen Unternehmen zu zwingen ihre Devisen-Reserven bis zu einem bestimmten Grad auszugeben? Bringt man so die Sparer im eigenen Land wieder dazu ihr Geld in Russland zu investieren???

Fakten? - @Maik0a, 06:18 Uhr

Zitat User Maik0a: »Vom BIP rangiert Russland auf dem Niveau vom Luxemburg.«

Ich habe keine Ahnung, wo Sie Ihre Zahlen herhaben, aber laut Wikipedia beträgt das nominale BIP Russlands rund das 30-fache desjenigen von Luxemburg, andererseits ist das nominale BIP je Einwohner in Luxemburg zehnmal so groß wie das in Russland - wie also soll ich Ihre Aussage verstehen und bewerten?

Der Euro und sein Wert

Mich würde interessieren wie lange der Euro noch sein Rating halten kann? Hat denn auch er nicht gegenüber dem Dollar an Kaufkraft verloren? Wie wird eigentlich der Dollar noch auf diesem Niveau gehalten? Was rechtfertigt noch diesen aktuellen Wert?

@Claudia Bauer

Die können doch abstufen was sie wollen, wen interessiert das denn ?
Jeden, der mehr als paar Hundert Euro in staatliche Anleihen ausgeben und sein Geld wiedersehen möchte, d.h. eigentlich jeden, der sein Geld bei irgendeiner Bank hat, denn die Banken arbeiten ja damit. Und kaufen u.U. staatliche Anleihen um Zinsen zu erwirtschaften. Sollten Sie ihr Geld unterm Kopfkissen bewahren, ist dieses Rating für Sie tatsächlich ohne Bedeutung.

Eine Pleite Russlands ist noch gar nicht lange her, 1998 wenn ich mich nicht irre.

08:34 von Katarina88

"Wem die Fakten nicht gefallen, der drischt auf den Überbringer ein.
Tatsächlich kann man den Ratingagenturen eher glauben als irgendeinem Politiker; die Agenturen haben als einziges Kapital nämlich ihre Expertise, und wenn sie ihre Glaubwürdigkeit durch irgendwelche (wie hier gern unterstellt) politischen Spielchen riskierten, würden ihnen die Kunden weglaufen, und das sind nicht Schlagzeilen suchende Journalisten, sondern Leute, die aufgrund dieser Bewertungen viel Geld riskieren."

Genau aus diesem Grund haben die Rating-Agenturen rechtzeitig vor dem Kauf von US-Ramsch-Papieren gewarnt, immer vor Börsenabstürzen bestens beraten und natürlich genauso vor großen Verschiebungen im Devisenhandel wie jetzt mit dem Franken. Und haben gleichzeitig die Finanzkrise wie auch alle anderen Schuldenprobleme und Rohstoffabstürze vorausgesehen.

@Helmut Baltrusch

"Kreditwürdigkeit der RF mangels positiven Wachstum im Sinkflug"

Und wer sagt das?Natürlich ein Wirtschaftsmagazin und deshalb bringen Sie hier nichts Neues,denn das sagen auch alle Wirtschaftszeitungen.Wo bleibt da aber eine neue Erkenntnis?

@DerGolem

"Die Überlegenheit des Kapitalismus gegenüber dem staatlich gelenkten Einheitsbrei wird hier besonders deutlich.
Es stellt sich nur noch die Frage, wann der Kapitän die sinkende Rostlaube verlässt."

Die osteuropäischen Staaten werden sicher Freudenlieder anstimmen, wenn in Russland Chaos ausbricht und in Osteuropa die Heizungen kalt bleiben ...

In Russland weiß man, warum die Wirtschaft schrumpft.
In Deutschland schrumpfte sie im Zuge der Finanzkrise auch, aber die war im "überlegenen Kapitalismus" komplett hausgemacht, kam völlig überraschend und belastet noch heute Millionen von Menschen.
Warten wir erst einmal ab, wo Russland in 7 Jahren steht.

Unwürdiges Verhalten von Moody

Pures Mobbing. Die Kreditwürdigkeit der USA sind keinen Deut besser, wenn nicht schlechter.

@ AlterSimpel

"Die Kreditwürdigkeit des Landes mit den größten Gasreserven des Planeten und den 8.größten Ölreserven herabzustufen, scheint eher eine Momentaufnahme zu sein."

Die Sowietunion saß zuvor auf diesen Reserven und ist auch zerbrochen.

Im nahen Osten/Nordamerika stürzen reihenweise Staaten ins Chaos, obwohl sie auch auf netten Ölvorkommen sitzen.

Die Russen selbst prognostizieren ein deutlich negatives Wirtschaftswachstum. Und dass ein Staat, der sich primär durch Öl/Gasexport finanziert unter dem Ölpreisverfall leidet kann sich jeder an den Fingern abzählen.

Russland macht wirtschaftlich schwere Zeiten durch, da sind sich grundsätzlich weltweit alle einig (auch die Russen). Naturgemäß wird in Russland beschwichtigt. Über das Ausmaß der Probleme kann man natürlich streiten...aber man kann schwerlich behaupten, es gäbe keinen Grund für eine Herabstufung.

@NikolaiNikolaewitsch

"Eine Pleite Russlands ist noch gar nicht lange her, 1998 wenn ich mich nicht irre."

Nur daß das eher eine Pleite des Turbokapitalismus jelzinscher Prägung war, der von westlichen Geldgebern gefordert wurde.
Die Asienkrise und ein in Folge gesunkener Ölpreis kamen noch dazu.

Die einzige Parallele, die ich sehe sind die letzten beiden Punkte (schwache Weltwirtschaft und gesunkener Ölpreis).
Beides Punkte, die Russland nicht beeinflussen kann.

liebe tagesschau

koennten ihr freundlicherweise mir und uns erklaeren, weshalb ihr jede wasserstandsmeldung der drei us-ratingagenturen zu russland hier verbreitet?

freut euch das? was erhofft ihr euch davon?

waren wir alle in bezug auf die einschaetzungen dieser drei agenturen nicht schon einmal weiter?

gegen alle drei agenturen, s&p, moody's und fitch liefen und laufen ermittlungen wegen manipulationen ihrer bewertungen, wegen insiderhandel. s&p kaufte sich gegenueber der us-regierung frei, um weitere ermittlungen zu beenden. gegen fitch laufen in italien nach wie vor ermittlungen.

aber abgesehen davon, welche botschaft wollt ihr euren zuschauern und lesern aussenden? da, ihr daemlichen russlandversteher. fresst staub?

und was werdet ihr berichten, wenn sich in ein paar monaten, wie schon einmal auf dem hoehepunkt der finanzkrise, dass aussagen wie die von moody's alles sind, aber keine serioesen verlautbarungen, sondern eiskalte manipulation und propaganda?

aber das kann gar nicht sein oder?

@ ellias

"Russland ist nicht nur flächenmäßig das größte Land dieser uns bekannten Welt oder Erde, sondern auch an Rohstoffen (ob auf eigenem Gebiet oder anderswo) überaus reich."

"Der Russe hat schon ganz andere Krisen überlebt - auch ohne Agenturen..."

Vor gut 20 Jahren ist die Sowietunion mit noch größeren Gas und Öl-Reserven pleite gegangen.

Russland selbst prognostiziert offiziell ein Einbrechen der Wirtschaft um 4% für 2015, also eine stramme Rezession.
Wenn ein Land dabei ist, in eine Rezession zu schlittern (und das sagen die Russen selbst) wird IMMER auch die Kreditwürdigkeit des Landes leiden.

Mit den Prognosen, die die Russen selbst liefern haben die Argenturen gar keine andere Wahl, als Russland herabzustufen.

@dergemeine Schi...:"Wo bleibt da die neue Erkenntnis?"

Die zusammengefasste Kommentierung in der Überschrift: "Kreditwürdigkeit der RF mangels positivem Wachstum im Sinkflug" kommt aus meiner Feder und keinem "Wirtschaftsmagzin". Ihre Unterstellung geht also ins Leere. Sie sollten meinen ganzen Kommentar lesen, um zu wissen, worum es geht und warum die Bonität Russlands nahezu auf Ramschniveau herabgestuft wurde.

Es geht bei der Kommentierung der herabgestuften Kreditwürdigkeit Russlands durch Moody`s -im Gegensatz zu der ideologischen Sichtweise einiger User- um eine sachliche Begründung des Vorganges und nicht um neue Erkenntnisse. Die Bewertung von Moody`s ist nach der Herabstufung durch Fitch vor einigen Tagen auch keine neue Erkenntnis. Entscheidend sind die Wirtschaftsdaten und die sprechen eine eindeutige Sprache.

Ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt der RF ist nicht abzusehen. Der Offenbarungseid Putin-Russlands kommt, wenn die Währungsreserven abgeschmolzen sind. Besser wäre die Änderung der Wirtschafts- und UA-Politik.

@ AlterSimpel

"Die einzige Parallele, die ich sehe sind die letzten beiden Punkte (schwache Weltwirtschaft und gesunkener Ölpreis).
Beides Punkte, die Russland nicht beeinflussen kann."

Es geht hier ja nicht um irgendeine Schuldfrage sondern um Fakten und Folgen.

Wenn der Großraum Moskau von einem Meteoritenhagel vernichtet wird könnte Russland auch nichts dafür und es würde dennoch ein Problem für Russland bedeuten.

Das Ratinggeschäft mit der RF hat stets zwei Seiten

Diese transatlantischen privaten Ratingagenturen steuern globale Finanzströme, Zinsen und Derivatewetterfolge, sonst nichts.

So haben sie mit Landes- auch das Rating russl. Großunternehmen automatisch runtergestuft, weil nach deren Logik kein Unternehmen besser sein kann als der Staat (egal wie es dasteht). Das wertet auch dt. Beteiligungen ab.

In DE ist die Bafin-Finanzaufsicht gezwungen, u.a. deren Ratings und nicht eigene (oder trotz Krisenerfahrung 2008 im Keller verschwundene EU-Ratings) anzuwenden.

Da Russland Kredit- und Beteiligungssanktionen West unterliegt, hat das Kreditrating ohnehin keine praktische Bedeutung mehr dafür, drückt aber weiter auf den Geldexport und den Rubelkurs.
Letzter kommt nun auf Marktniveau zur Ruhe (so auch IWF).
Ca. 600 Mrd. $ (ca. 75%i n USD , 25% in €) sind Unternehmens und Privatschulden der RF i.d. kommende Jahren (s. Problem SFR-Kredite u. Kursverfall € d. W.). Falls die RF-Schulden ausfallen, kracht es in unseren Banken und deren Ratings.

@ Abydos

Ob Ihnen das passt oder nicht: Das Rating dieser Argenturen hat einen dramatischen Einfluss auf die Refinanzierung jedes Staates dieser Welt.

Ein Staat, der gerade in eine klare Rezession schlittert (und das sagen die Russen selbst) und/oder die Einnahmen wegbrechen wird immer mit schlechterer Bonität bewertet.

Nach den Wirtschaftsprognosen der Russen können die Argenturen gar nicht anders als herabstufen.

@Pilipale:"Mich würde interessieren, wie lange der Euro noch ...

... sein Rating halten kann?"

Am Rating des Euro ändert sich solange nichts, wie sich die Bonität und die Wirtschaftsdaten der EU unverändert zeigen. Verändert hat sich nicht der Euro, sondern der Wert des USD und des Schweizer Franken aufgrund besserer Wirtschaftsdaten, vor allem der Konjunkturdaten. Das ist aber kein Grund für eine Herabstufung der relativ guten Euro-Kreditwürdigkeit.

Politikund keine Realität

sind die Herabstufungen durch die Agenturen. Als verlängerter Arm der US Politik auch nicht anders zu erwarten. Der größte Schuldner der Welt die USA hat natürlich weiterhin die höchste Bonität laut diesen Agenturen.

Warnung von Primakow

Man mag die Ratingagenturen kritisch sehen, die Herabstufung Russlands hat aber sicherlich ihre Berechtigung, wie viele bereits hier bemerkten.

Jewgeni Primakov, ehemaliger russischer Geheimdienstchef, Minister und Ministerpräsdident hat jetzt vor der russischen Handelskammer den verhängnisvollen Kurs Putins scharf kritisiert:
Er fordert nämlich einen grundlegenden politischen und ökonomischen Kurswechsel. Die Versuche der Rückkehr zur staatlichen Kommandowirtschaft sollen abgebrochen und die Brücken zum Westen wieder begehbar gemacht werden.
Putin solle den Weg der Konfrontation beenden und anerkennen, dass der Donbass zur Urkaine gehört. Die bisher verfolgte Politik sei nicht der Weg zur Großmacht, sondern zu einer ruinierten Provinz.

Genau diese ökonomischen Konsequenzen sehen die Ratingagenturen auch.

wenn

jemand Geschäffte mit Russland macht kann er sich ja bei diesen " Agenturen " oder beim Wirtschafftsinisterium der USA das Rating abholen.
Das ist Lobbyissmus in Reinform und die Medien und auch die TS machen mit. .
Wieso eigentlich, das währe auch mal ne Erklärung wert.

Bewertung ist das eine, die Herausforderung eine andere ...

Die Entwicklung der russ. Wirtschaft bedarf endlich einer von Wunschvorstellungen freien Analyse. Die Option eines Kollapses, die z.B. Prof. Sinn vom Ifo-Institut beschreibt, ist nicht zwangsläufig, aber eine reale Gefahr. Sie ergibt sich dadurch, dass wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen ein Konfidenz-Fenster haben, innerhalb dessen sie wirken müssen. Beobachten die Wirtschaftsteilnehmer (Produzenten, Konsumenten, Investoren, Arbeitnehmer …), dass die Maßnahmen zur Stabilisierung von Währung und Schuldendienst auf Basis der eingesetzten Währungsreserven, die mittlerweile auf unter 400 Mrd. USD abgeschmolzen sind, nicht oder nur unzureichend fruchten, dann könnte aus einem gegenwärtig linearen „down-turn“ sehr schnell ein unaufhaltsamer dynamischer Prozess werden, der die russische Währung zu Konfetti werden lässt und die Wirtschaft in die Depression reißt. Mit allen wirtschaftlichen UND womöglich politischen Friktionen, die sich daraus ergeben. Es braucht Lösungen ! Jetzt!

@Politikverdrossen: Bonität und Staatsverschuldung USA - RF

Offenbar mangelt es Ihnen an wirtschaftlichem Fachwissen, wenn Sie die volkswirtschaftlichen Begrifflichkeiten durcheinanderwerfen. Das Rating der Kreditwürdigkeit basiert zuvorderst auf den Wirtschaftsdaten und weniger auf der Staatsverschuldung, die im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung gesehen werden muss (BIP USA: 18 Mrd., RF: 2 Mrd. USD). Mit dem Rating "Aaa" können sich die USA auch zu wesentlich günstigeren Zinsen finanzieren als Russland mit der Einstufung "Baa3", die den aktuellen Wirtschaftsdaten entspricht. Während sich das BIP in den USA sehr gut entwickelt, befindet sich Russland in einer ausgewachsenen Rezession. Aufgrund der mangelhaften wirtschaftlichen Substanz bekommt die RF bald ein noch schlechteres Rating.

Was ich nicht verstehe...

Damals, als es Griechenland schlecht ging und es drohte in die pleite zu rutschen waren hier überall Panikreaktionen zu sehen, weil ja Griechenland uns alle in den Abgrund hätte ziehen können...

Aber wieso ist die Drohende pleite Russlands ein kleineres Problem? Ich würde, persönlich, meinen, dass doch die Volkswirtschaft in Russland weitr mehr Verflechtungen mit dem Rest der Welt - und vor Allem der EU - hat als griechenland? Ich kann mir nur vorstellen, dass viele Konzerne viel in Russland investiert haben.. oder etwa nicht?

Kann mir, und die Frage meine ich ernst, jemand erklären, warum das anscheinend nicht der Fall ist beziehugnsweise warum Russland's mögliche Pleite kein Problem für die Weltwirtschaft sein soll?

Ratingagenturen müssen warnen!

Es ist absolut korrekt Russland auf Ramsch abzustufen. Investoren müssen vor der noch kommenden Katastrophe gewarnt werden. Der Ölpreis wird noch weiter sinken. Russland gibt zu viel fürs eigene Militär aus. Russische Firmen bekommen erst richtig in 2015 und 2016 die Sanktionen zu spüren.
Wer will schon gerne enteignet werden? Wer will schon gerne daran gehindert werden, Geld aus Russland abzuziehern? Wer will schon gerne das Risiko einer völlig veralteten Politik des Kremls tragen?

Helmut Baltrusch 10:13: New economy?

Sie: "Am Rating des Euro ändert sich solange nichts, wie sich die Bonität und die Wirtschaftsdaten der EU unverändert zeigen."

"Der Euro" hat kein Rating einer Agentur, nur Tageskurse.
Auch eine "Euro-Kreditwürdigkeit" ist ihre Erfindung. Was soll das sein? Dass der Euro kreditwürdig ist?

@spetzki zu @AlterSimpel:"Es geht hier nicht um irgendeine ...

... Schuldfrage, sondern um Fakten und Folgen."

So ist es! Das Kardinalproblem der russischen Wirtschaftsentwicklung ist die viel zu geringe und derzeit negative Investitionsquote, mit der das Wachstum, die Modernisierung und die Diversifizierung stimuliert werden könnte. Die von der ZB stark erhöhten Zinsen und das mangelnde Vertrauen von Investoren aufgrund Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt beschleunigen die Talfahrt der russischen Wirtschaft. Einzig den Ölpreisverfall hat Putin-Russland nicht zu verantworten. Ansonsten hat der Kreml mit seiner großrussischen Wirtschafts-, Innen- und Außenpolitik die schlechten Parameter der Entwicklung und die sich daraus ergebende Bonität selbst zu vertreten.

10:23 von elcondorpasa

"Jewgeni Primakov, ehemaliger russischer Geheimdienstchef, Minister und Ministerpräsdident(...)fordert nämlich einen grundlegenden politischen und ökonomischen Kurswechsel. Die Versuche der Rückkehr zur staatlichen Kommandowirtschaft sollen abgebrochen und die Brücken zum Westen wieder begehbar gemacht werden.
Putin solle den Weg der Konfrontation beenden und anerkennen, dass der Donbass zur Urkaine gehört. (...)
Genau diese ökonomischen Konsequenzen sehen die Ratingagenturen auch."

Klar, dass das der Hintergrund für die Ratings ist! Nur schön, dass es auch mal ausgesprochen wird, worum es wirklich geht: Um eben einen "ökonomischen Kurswechsel" zur völligen Öffnung des russischen Marktes für "West"-Investitionen, nett umschrieben mit "Brücken begehbar machen". Und das möglichst zum Billig- oder noch besser Nulltarif wie bei Jelzin. Weiter muss das ostukrainische Problem gleich mit im selben Sinne gelöst werden. Russische eigenständige Politik ist da nicht gefragt.

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