Ihre Meinung zu: Tod eines Palästinensers löst neue Unruhen in Jerusalem aus

17. November 2014 - 16:23 Uhr

Nach dem Tod eines palästinensischen Busfahrers ist es in Ostjerusalem zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Der Mann war erhängt aufgefunden worden, die Polizei geht von Selbstmord aus.

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Kommentare

Sippenhaft

Die Spirale der Gewalt wird von beiden Seiten erneut in Gang gehalten. Als Siedler den 15-jährigen bei lebendigem Leibe verbrannten, hiess es zunächst auch, es wäre die eigene, kriminelle Familie gewesen.

Familien die Häuser abzureissen, weil ein Angehöriger einer Straftat beschuldigt wird, heisst bei und Sippenhaft und ist verboten. Auch das unterscheidet den Staat Israel von einem demokratischen Rechtsstaat nach unserem Muster.

"Der mutmaßliche Selbstmord

"Der mutmaßliche Selbstmord eines palästinensischen Busfahrers hat in Jerusalem zu neuen Unruhen geführt:"
Wie wärs mit 'der gewaltsame Tod eines...' ? Es ist ja wohl klar, welche Seite hier einen Selbstmord 'mutmasst' und aus welchen Motiven.

Häuser abzureissen, schafft Platz für neue Siedlerhäuser

Die Attentäter, über die man in letzter Zeit etwas lesen konnte, wurden nach den Attentaten von Sicherheitskräften erschossen.

Sie haben also für ihre Taten die Höchststrafe erhalten.

Warum bestraft man jetzt noch deren Angehörige, indem man deren Häuser abreißt?

In jedem zivilisierten Land zieht man einen Straftäter zur Rechenschaft, aber nicht dessen Mutter, Vater, Bruder, Schwester, Frau und Kinder.

Vielleicht will man aber auch die Gelegenheit nutzen und Platz für neue Siedlerhäuser schaffen, denn ich gehe davon aus, dass die Familien deren Häuser jetzt zerstört werden, von Israel keine neue Baugenehmigung erhalten werden.

Der Verweis auf das Einspruchsrecht gegen die Zerstörung ist ein schöner Witz zum Feierabend.

Also zuerst

konstatiert die Polizei nach Augenschein einen Selbstmord, und dann erst wird eine Obduktion vorgenommen?

Bei uns ist es üblich, Aussagen über die Todesursache erst dann zu treffen, wenn gesicherte Ergebnisse vorliegen.

Aber halt: Ein Verkehrsunfall in der Westbank wurde ja auch erst als Terroranschlag gemeldet und später auf der letzten Seite ganz klein zum Unfall korrigiert.

Es hat wohl Methode.

re KARWANDLER

"Bei uns ist es üblich, Aussagen über die Todesursache erst dann zu treffen, wenn gesicherte Ergebnisse vorliegen."
Auch bei uns wird in einem solchen Fall zunächst immer eine Vermutung aufgestellt, weil eine Obduktion, die erst ein relativ gesichertes Ergebnis bringen kann, nicht in wenigen Augenblicken durchgeführt werden kann.
Sie haben vergessen zu schreiben, dass auch die Familie des Toten eine Vermutung ausgesprochen hat, nämlich "Mord". Hier stehen also 2 Vermutungen im Raum. Warten wir es ab, was die Obduktion erbringt. Ich bin sicher, dass die "radikalen Siedler" wenn sie wirklich den Mann ermordet haben, ihre gerechte Strafe bekommen und nicht als Helden gefeiert und Straßen nach ihnen benannt werden.
Woher haben Sie übrigens die Notiz, dass sich ein vermuteter Terroranschlag als Unfall herausgestellt hat? Bis jetzt haben sich die Tötungen von Leuten, die einige Kommentatoren vorschnell als Verkehrsunfälle deklarieren wollten, eindeutig als Terrorakte erwiesen.

Die strafe für steinewerfende

Die strafe für steinewerfende demonstranten ist die Zerstörung ihrer Unterkünfte?

@ 16:37 von sasch

Warum werden als Strafe Häuser der Familien der Angehörigen eines Mörders abgerissen - das ist eine Maßnahme um vor allem Selbstmordattentäter von ihrem Vorhaben abzuhalten! Denn die Androhung von Strafe wirkt nicht, da diese ja ihren eigenen Tod schon miteinkalkulieren. Und im Übrigen gerade bei irrationalen Straftaten mit religiösem und politischem Hintergrund ist sehr wohl bei den oft sehr jungen Attentätern die Familie mit Schuld, sät sie doch den Hass, der zur Verblendung führt, als Märtyrer seinem Volk, seinem Glauben eine Ehre zu sein, statt nüchtern betrachtet ein durchgeknallter Mörder von zufälligen Passanten.

Natürlich ist das Häuser abreißen auch ein Zeichen von Hilfslosigkeit gegenüber einer Gesellschaft, die die selbstmörderische Attacke, zu der auch Bagger- Und Autoattacken auf Fußgänger gehören, zu einer Ruhmestat verklärt.

Häuser zerstören?

Selbst wenn Palästinenser aus Ost-Jerusalem an Angriffen am Tempelberg beteiligt haben stellen sich mir hier zwei Fragen:

1. Israel betrachtet Ost-Jerusalem als Teil Israels, nicht als "besetzte Gebiete". Also gilt nicht Besatzungsrecht, sondern israelisches Recht. Werden Straftaten wie schwere Körperverletzung auch in Tel Aviv mit der Zerstörung der Häuser von Straftätern geahndet?

2. Wie verhält sich Israel zur Sippenhaft, welche eigentlich nur in totalitären Systemen verhängt wird? Das Abreißen eines Hauses, indem u.U. mehr Menschen als nur der Straffällige wohnen, ist aus meiner Sicht zumindest sehr dicht an der Grenze zur Sippenhaft.

Israel verrät seine demokratischen Werte. Die Besatzung des Westjordanlandes gefährdet unabhängig vom Verhalten der Hamas oder der Fatah den Bestand des israelischen Rechtsstaates. Aber was will man erwarten, wenn die Mehrheit des Volkes extreme Falken an die Regierung wählt... traurig. Ich wundere mich warum Tzipi Livni (Kadima) da mit macht.

Am 17. November 2014 um 18:17 von camilo

Ja... normalerweise eher die Zerstörung des Häuserblocks und der Tod von mindestens 17 Zivilisten.

Insofern entwickelt sich Israels Militär langsam und stetig doch in die richtige Richtung.... schließlich wird die Strafe verhältnismäßiger....

Richtig!

Die Israelische Armee muss den Terror bekämpfen mit jeden verfügbaren Mitteln. Nicht wie die europäer den Kopf in den Sand stecken.

@sasch

"Auch das unterscheidet den Staat Israel von einem demokratischen Rechtsstaat nach unserem Muster."
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=> ist es schön warm und sicher auf der heimischen Couch?
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Wenn Sie etwas Zeit übrig haben, könnten Sie nach Israel fahren, und den Menschen erklären wie man einen "demokratischen Rechtsstaat nach unserem Muster" aufbaut, wenn 9 Millionen Juden von 250 Millionen Arabern/Persern offen (Hamas, hizbollah, Palästinenser, Iran etc pp) offen mit Vernichtung bedroht werden.
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Die Israelis sind sicher dankbar für jeden Tip.

re bergschneider

"Sie haben vergessen zu schreiben, dass auch die Familie des Toten eine Vermutung ausgesprochen hat, nämlich "Mord". Hier stehen also 2 Vermutungen im Raum."

Da habe ich nichts vergessen, denn ich sehe Vermutungen aus einer betroffenen Familie nicht auf dem gleichen Level wie Verlautbarungen der Polizei.

"Woher haben Sie übrigens die Notiz, dass sich ein vermuteter Terroranschlag als Unfall herausgestellt hat?"

http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/1.625055

Die Nachfrage offenbart sehr schön, dass die Schlagzeile "Terror" wirkt, die korrigierte Wahrheit viel weniger.

Lächerlich!

Der Bruder findet doch immer einen Grund Israelis etwas in die Schuhe zu schieben, ich erinnere mich an die Flyer die vor einer Moschee verteilt wurden, auf denen stand Israelis haben HIV erfunden und seien Schuld an Zunamis in Asien! Jetzt haben wieder gewaltbereite Menschen, die eine Mutmaßung eines Familienangehörigen dazu genutz haben Kravalle zu veranstalten und einen haufen Foristen, die wieder eine Chance sehen gegen Israel zu hetzen!

Wenn es die Sprache ist die

Wenn es die Sprache ist die die Terroristen verstehen-nur zu. Es wird bekannt gegeben: "Wer den Terror unterstützt und den Terroristen unterschlupf gewährt-verliert sein Heim".

Typisch Palästinenser

Leider ist es hier schwer nicht zu verallgemeinern, weil bei kleinsten Vorfällen, die nicht einmal geklärt sind, sofort Hass aus der palästinensischen Bevölkerung kommt. Und zwar großflächig.
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Dass der Tod von Israelis durch Terroristen stattdessen unverhohlen gefeiert wird, zeigt, dass die Bevölkerung nicht reif für einen eigenen Strat ist. Deswegen halte ich die Anerkennung Palästinas für eine äußerst dumme Moralgeste. Die deutschen Medien können nicht ständig die Nachrichten aus Jerusalem veröffentlichen (außer es gibt bald eine eigene Sparte dafür). Wer aber regelmäßig Nachrichten aus der Region verfolgt, merkt, wer wirklich an der Eskalation Schuld ist.

re bergschneider

"Auch bei uns wird in einem solchen Fall zunächst immer eine Vermutung aufgestellt"

Von den Medien vielleicht, von der Polizei nicht.

Motiv für einen Mord?

Welches Motiv sollten jüdische Terroristen haben, einen normalen palästinensischen Busfahrer zu erhängen, und zwar so, dass nicht erkennbar ist, dass es Mord war? Terror lebt doch davon, dass er offensichtlich ist. Daher gibt es doch fast immer Bekennerschreiben. Also abwarten, bis hier Klarheit herrscht und nicht noch Racheakte provozieren.

Wahrheit...

Mit dem Abreißen der Häuser werden nicht die Familien von Steinewerfern bestraft sondern von Mördern! Trotzdem finde ich das Vorgehen furchtbar und absolut kontraproduktiv. Es geht, soweit ich informiert bin, auf eine altes Gesetz aus der Zeit des britischen Mandats zurück, ist also wohl nicht auf israelischem Mist gewachsen. Das macht es natürlich nicht besser...
In der israelischen Presse ist übrigens zu lesen, dass es bereits eine behördliche Obduktion des erhängten Mannes gab, die auf kein Fremdverschulden schließen ließ. Die von der Familie beantragte, wäre also eine zweite. Vermutlich wird die Wahrheit mal wieder auf der Strecke bleiben...

Nachtrag zum Artikel

Eine Autopsie unter Teilnahme eines palästinensischen Gerichtsmediziners hat ergeben, dass es keine Anzeichen von kriminellen Einflüssen gab.
Und jetzt Ruhe bitte.

Israels Helden

Strassen und Plätze, die nach Terroristen oder Helden - das ist ja eine Frage der Perspektive bzw. des historischen Kontextes - benannt werden, gibt es in Israel zuhauf (Begin u. Schamir, um nur einige prominente zu nennen). Ihren Kommentar halte ich daher für so einseitig wie die Perpsektive der israelischen Regierung.

Aber was passiert denn nun mit den Tätern, falls es tatsächlich Mord gewesen sein sollte? Werden ihre Häuser zerstört? Oder eher auf völkerrechtswidrig enteignetem Land günstige Wohnungen für sie gebaut?
Die Frage nach Ursache und Wirkung von Terror wird in Israels Regierung immer sehr einseitig beantwortet. Nimmt man einem Menschen den Raum zum Leben, ist Widerstand die logische Folge. Glücklicherweise gibt es in diesem Land (noch) viele Andersdenkende.

@Bergschneider

"Warten wir es ab, was die Obduktion erbringt"....
wenn sie mir sagen, welche "Seite" die Obduktion durchführt, kann ich ihnen das Ergebnis schon jetzt ins Ohr flüstern...

@ pnyx

"Wie wärs mit 'der gewaltsame Tod eines...' ? Es ist ja wohl klar, welche Seite hier einen Selbstmord 'mutmasst' und aus welchen Motiven."

Man könnte es auch umgekehrt betrachten und sagen, dass es ja wohl klar sei, welche Seite hier sofort und aus welchen Motiven von Mord spräche.

Erst das Obduktionsergebnis abwarten, alles andere ist Spekulation.

re eli

"Warum werden als Strafe Häuser der Familien der Angehörigen eines Mörders abgerissen - das ist eine Maßnahme um vor allem Selbstmordattentäter von ihrem Vorhaben abzuhalten!"

Wann hat es das letzte Selbstmordattentat in Israel gegeben?

re peter04

"den Menschen erklären wie man einen "demokratischen Rechtsstaat nach unserem Muster" aufbaut, wenn 9 Millionen Juden von 250 Millionen Arabern/Persern offen (Hamas, hizbollah, Palästinenser, Iran etc pp) offen mit Vernichtung bedroht werden."

Und selbst wenn es 2500 Millionen wären?

Kein Jude in Tel Aviv muss sich vor Leuten von jenseits der Grenzen fürchten. Tut in Wirklichkeit auch keiner.

Ein Nachdenken muss vollzogen werden

Die Strafe, die absolut unmenschlich ist, wird nur weiter zu Hass führen, wenn diese nur einseitig vollzogen wird.

Man will wirklich keiner Frieden schaffen!

Über Verhältnismäßigkeit sollte nachgedacht werden.

Wer jetzt noch nicht begriffen hat...

Diesen Terror-Krieg haben die Palästinenser begonnen.

Karwandler

Sie haben ja merkwürdige Vorstellungen: Kein Israeli hat Angst vor den Leuten jenseits der Grenzen... Aha, Sie scheinen sich ja gut auszukennen. Aber ja, die Israelis leben mit der Bedrohung auf ihre Art.
Das letzte "Selbstmord"attentat ist lange her, auch weil die Grenzen streng kontrolliert und festungsartig ausgebaut sind. Eine Bombe im Bus gab es zuletzt vor ein paar Monaten in Bat Yam. Der Busfahrer hat den Bus rechtzeitig evakuiert. An eine andere Bombe erinnere ich mich auch noch: an einem Busbahnhof in Jerusalem im März 2011. Da gab es Tote und Verletzte.

re olympe

"Das letzte "Selbstmord"attentat ist lange her, auch weil die Grenzen streng kontrolliert und festungsartig ausgebaut sind."

Dann kann also die Behauptung nicht stimmen, dass mit dem Abreißen von Häusern Selbstmordattentäter abgeschreckt werden sollen.

Karwandler

Warum reiten Sie denn so auf den Selbstmordattentaten rum? Es werden doch längst andere Arten von Aktionen durchgeführt.
Außerdem bin ich, genau wie Sie, gegen das unselige Abreißen von Häusern.

20:14 von karwandler

"Kein Jude in Tel Aviv muss sich vor Leuten von jenseits der Grenzen fürchten. Tut in Wirklichkeit auch keiner."

Wie kommen Sie zu dieser Erkenntnis? Wie viele Israelis die im Gusch Dan wohnen kennen Sie denn?

20:49 von Olympe

Vielen Dank für diesen Kommentar. Tut wirklich gut, hier mal etwas vernünftiges und recherchiertes zu lesen das nicht Ressentiment geladen ist.

Groteske aus Israel

"Israel kündigte ...an, die Häuser der mutmaßlichen Angreifer zu zerstören. Die Familien seien informiert und hätten jetzt 48 Stunden Zeit, Einspruch gegen die Zerstörung einzureichen. Wenn sie das nicht tun oder ihre Anträge abgelehnt werden, sollen die Häuser unverzüglich zerstört werden."
Man stelle sich das vor:
Ich, Familienvater, erhalte Nachricht von einer israelischen Behörde, mein Sohn sei ein mutmaßlicher Angreifer (ohne Prozess, natürlich!) und jetzt wolle man mein Haus plattmachen (ohne Prozess, natürlich) - ich könne Widerspruch einlegen.
Ich lege natürlich Widerspruch ein in größter Panik, ob der Antrag genehmigt wird. (Vielleicht werde ich noch irgendetwas unterschreiben müssen, Fingerabdrücke abgeben oder ...)
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Wer auch immer die Politik Israels verteidigt, sollte endlich kapieren, dass diese Aktion den Stempel "Frieden zerstören, Vertrauen vernichten" trägt.
Schämen sollten sich die Verantwortlichen!

re olympe

"Warum reiten Sie denn so auf den Selbstmordattentaten rum?"

Ich reite darauf nicht rum, sondern hätte eigentlich von einem anderen user eine Antwort bekommen wollen, welcher einen Zusammenhang zwischen Häuser abreißen und Abschreckung von Selbstmordattentätern herstellte.

Leider stellen viele hier nur statements rein und tauchen dann wieder ab.

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