Kommentare

Energieversorgung

Tja, schade. Aber das sollte nun dem letzten Zweifler zeigen, daß für solche Missionen eine andere Art der Energieversorgung unerlässlich ist. Eine der größten Schwierigkeiten kann so von Anfang an umgangen werden. Die einzige wirklich brauchbare Alternative sind zur Zeit Radionuklidbatterien (RTGs).

Ich erinnere mich noch mit Grausen an die Cassini-Huygens-Mission: Acht (!) Jahre Raumflug für 72 Minuten Daten von Titan. OK, Cassini liefert immer noch Daten, aber was hätte mit einer besseren Energieversorgung auf Titan alles mehr erforscht werden können...

Beim Mars-Rover Curiosity hat man aus den Problemen der beiden vorhergehenden Rover offensichtlich gelernt und ihm gleich einen RTG mitgegeben. Dies sollte Standard werden.

Sorry, wenn das alles ein bißchen negativ klingt, aber ich finde es offen gesagt völlig absurd, langfristige und teure Weltraummissionen durchzuführen, die dann an Energiemangel scheitern oder wegen dessen wesentlich kürzer als möglich ausfallen.

Erfolg

Die erste Sonde, die Daten von der Venusoberfläche übermittelte, sendete für 23 Sekunden, die erste Sonde, die weich auf dem Mars landete, verstummte gar nach nur 20 Sekunden. Gemessen daran ist Philae ein großer Erfolg. Kein hundertprozentiger, aber trotzdem. Glückwunsch!

RTGs

Eine Radionuklidbatterie auf eine uns absolut unbekannt Welt zu schicken, die dann auch doch durch hohe Temperaturen beschädigt werden dürfte, halte ich für ethisch extrem bedenklich, mal vorsichtig ausgedrückt.

Man stelle sich vor, auf unserer Erde schlägt ein UFO auf, das mit einem Kernreaktor (ok, nicht ganz vergleichbar, aber plakativ) ausgestattet ist und stellt damit sämtliche bisherigen Nuklearkatastrophen in den Schatten...

Vermutlich haben die Entwickler von Rosetta und Philae das auch so gesehen, zumal man mit Solarzellen mittlerweile eigentlich sehr weit kommt. Natürlich ist es frustirerend, wenn ein Teil von 10 Jahren Hoffen und Bangen im Eimer ist. Ich drück mal die Daumen, daß wir dennoch das Glück haben, noch etwas über die chemische Zusammensetzung von 67P zu erfahren. Die Rosetta-Mission ist dennoch auch jetzt schon ein Riesenerfolg, denn "wir" haben schon eine Unmenge an Daten bekommen.

Signalverlust hat andere Ursachen

Der Signalverlust hat nichts mit der Energieversorgung zu tun. Philae ist im Standby-Modus und schickt nach wie vor Datenpakete. Der Kontakt brach jedoch ab, weil Rosette sich wieder im Funkschatten des Kometen befindet. Wenn sie diesen wieder verlässt sind auch wieder Standby-Pings empfangbar - zumindest bis die Energie auch dafür nicht mehr reicht.

Was heißt hier außerdem "dennoch" ein Erfolg? 60h war die geplante Primär-Dauer und alles wurde erledigt. Weiteres wäre Bonus. Die Hauptmission liegt eigentlich sowieso bei Rosetta, wenn auch weniger spektakulär. Und die läuft auch noch lange weiter.

@imalipusram: Keiner vermutet Leben auf einem Kometen. RTGs sind schlicht teuer (u. schwer, was den Start teurer macht) und für diese eher kurze Mission in Sonnennähe völlig übertrieben. So wichtig war Philae nicht. RTGs sind aber gut geschirmt und sogar sicher bei Fehlstarts - daher auch so schwer. Da muss man keine Angst haben. Bei anderen Missionen ist der Einsatz aber sinnvoller.

Der Weg ist (auch) das Ziel.

Allein schon der komplexe, aesthetisch geradezu schoene, kurvige Anflug auf den Kometen (es gibt eine Animation dazu auf Youtube) war eine kleine Meisterleistung.

So beeindruckend diese

So beeindruckend diese technische Leistung auch ist, brauchen wir wirklich solche Projekte? Ich denke die Millionen können besser für irdische Themen ausgegeben werden.

und wieder mal......

wurden 100te millionen € an steuergeldern in den sand gesetzt, ( in diesem fall wohl eher eis und staub) um ein hobby von einem elitären kreis zu finanzieren. sie beschaffen sich immer wieder neue jobs, die sie selber kreieren mit "wichtigen" missionen, die der menschheit helfen. dabei sind es nur leute, die einen beruf haben, der eigentlich nichts einbringt, also müssen sie künstliche missionen erfinden, um so ihrem hobby fröhnen zu können. und dass auch noch hochbezahlt. wenns in die hose geht, ist das nächste (wichtige) projekt schon in der schublade. denn sie wollen ja alle zusammen nicht arbeitslos werden. bis zur rente sollte es schon reichen. und es wird dazu kommen, dass trotz vollpleite dieser teuren mission, sie als erfolg verkauft werden wird, (daten von unvorstellbarem wert bekommen) gleich das neue angegriffen wird. erfahren tut man das ja eh erst immer jahre später was dieser elitäre verein wieder mal so "getrieben" hat.

Philae - Comeback nur eine Frage der Zeit

Einen Apparat wie Philae auf einem Kometen landen zu lassen, auf dem das Teil weniger wiegt als ein Blatt Papier, man aber 20 Minuten Laufzeit für die Signale hat, ist technisch eine Meisterleistung.

Leute, die das schaffen, werden auch daran gedacht haben, daß Philae bei der Landung vielleicht nicht ganz optimal positioniert werden kann.

Man wird vermutlich sich vom Mutter-Satelliten bald mal ein Bild schicken lassen, wo genau Philae gelandet ist - das sollte möglich sein.
Wenn hierüber Klarheit herrscht, wird man auch absehen können, wann Philae wieder ein Sonnenbad nehmen wird. Es entspricht der Natur eines Kometen, daß er sich bewegt, seine Lage zur Sonne ändert.

Wenn man bei den Bauteilen von Philae nicht an der Qualität gespart hat, wovon auszugehen ist, wird Philae, vielleicht schon in einigen Monaten, wieder ausreichend Saft haben.

Derweil dürfte Rosetta uns mit weiteren Daten und Bildern von der gemeinsamen Reise mit Tschuri weiter unterhalten.

RTG

Hunderte von hoch qualifizierten Ingenieuren und Forscher haben das Projekt über Jahrzehnte geplant und durchgeführt. Jetzt, im Nachhinein, meinen einige Zeitgenossen, man hätte besser eine RTG nehmen sollen. Was soll das? Entweder man hat einen Fehler gemacht euch nicht zum Projektleiter zu machen oder es ist nur Besserwisserei.

Das maximal Ziel ist erreicht worden. es ist ja ein nahezu ein Wunder das der Lander auf der Oberfläche steht und arbeiten konnte. Wieviel hätte da schief gehen können ohne das man darauf Einfluß gehabt hätte.

Gruß Peter

Träumer

Ich wundere mich schon, wie viele Leute hier eine bessere Verwendung für die öffentlichen Gelder hätten.

Dann machen wir aber mal konsequent weiter: Könntet Ihr nicht Euer Geld auch besser nutzen? Also, statt für teuere Mobiltelefone, für einen guten Zweck? Statt teuer im Restaurant zu essen, dem armen Bettler etwas geben? ...

Unstrittig > eine tolle Leistung - Respekt ...

... aber alles eben sehr weit weg von den wirklichen Brennpunkten dieser Welt ... von denen es eben keine glaubhaften Live-Bilder, sondern immer nur neu
untertiteltes, zweifelhaftes Archivmaterial in lausiger Qualität gibt ...
.

An die Sparfüchse

Eines Tages, wenn unsere Zivilisation wegen Überbevölkerung am Zusammenbrechen ist, werden wir froh sein um jedes bisschen Know-How, das uns bei der Besiedlung anderer Planeten hilft.

Außerdem gibt es auch auf der Erde teure Grundlagenforschung. Wenn wir aber aufhören, neugierig zu sein, droht #Idiocracy.

Hmm...

@kongo 11111:
Warum die Dinge immer so negativ sehen?

Eine solche Mission ist doch auch gutes Marketing für den Standort Europa, allein das macht gefühlt so ca. 10% einer gewonnenen Fußball-WM.
Vom In-den-Sand-setzen von Steuergeldern kann keine Rede sein - das hier investierte Geld ist ja überwiegend innerhalb Europas auch wieder ausgegeben, also wieder re-investiert worden.
Unterm Strich ein dickes Plus für Europa, Nachrichten, die wir derzeit gut gebrauchen können.

Spätestens dann, wenn die Menschheit auf einen sich gefährlich nähernden massivem Himmelskörper, der, um extrem gefährlich zu werden, "nur" die Masse von Tschuri haben müßte, per entgegengesandter H-Bombe pulverisieren muß, werden Sie über solche technischen Möglichkeiten anders denken.
Solche kosmischen Fatalitäten ereignen sich ganz offensichtlich häufiger, als Otto Normalbürger sich träumen läßt - Sibirien läßt grüßen, der Einschlag dort aus dem Kosmos ist noch nicht lange her...

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