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Frage vorweg

Bevor jetzt wieder darüber diskutiert wird, ob man den guten, demokratisch gewählten Präsidenten Assad gegen die Terroristen und Islamisten unterstützen soll, oder die braven demokratischen Freiheitskämpfern mit Waffen und Logistik, in ihrem gerechten Kampf gegen den Diktator und Menschenschlächter Assad,
...
wer hilft der Bevölkerung?

Gruß, zopf.

Das Regime hat ausregiert

Ein Staatsmacht bombardiert ihr Volk und hungert es anschließend aus. "Ergebt euch oder verhungert!" Zum Ergeben sind die Menschen in Homs aber tragischerweise zu stolz.

Diese brutale Regierung unter der Familie Assad hat moralisch längst abgewirtschaftet. Möge die internationale Gemeinschaft ihr das Ende setzen. In Syrien muss ein Friede her und eine humanitäre Versorgung - unabhängig von der politischen Überzeugung der Bewohner - und zwar sofort.

Das Versagen der internationalen Gemeinschaft

Ähnlich wie damals die internationale Gemeinschaft in Ruanda versagt hat, zeigt sie auch im Falle Syrien, wie weit sie noch von einer echten inhaltlichen Bedeutung des Begriffs "internationale Gemeinschaft" entfernt ist.
Es ist seit Jahren, bis auf den heutigen Tag, für jeden nüchternen Beobachter dieser monströsen Verbrechen und des beschriebene Flüchtlingselends sonnenklar, dass ihr genuiner Verursacher und Motor, nämlich das Assad-Regime, beseitigt werden muss, um für Syrien überhaupt eine Friedensperspektive zu entwickeln, in deren Folge dann auch das Flüchtlingselend nicht mehr nur, wie im Moment, an seinen Symptomen gelindert werden muss.
Das Problem islamistischer Terroristen löst sich dann, nebenbei bemerkt, ebenfalls relativ schnell. Einstweilen schwimmen diese Feinde des Menschengeschlechts in der vom Assad-Regime produzierten syrischen Hölle wie ein Fisch im Wasser.
Assad und Al-Kaida - eine fürwahr äusserst unheilige funktionale Allianz!

Nur wo die Menschen

großteils ungebildet und ohne gegenseitige Achtung leben gibt es so ein Elend.

Durch Krieg gewinnt Niemand,aber Alle verlieren.

MfG
Maik

Kinder verhungern

oder werden von Granaten zerfetzt, weil ihre Eltern auf der Seite der Opposition stehen und sich nicht unter die Knute der Assad-Diktatur ducken wollen. Das ist die wahre Tragik des syrischen Bürgerkrieges.

Die Assad-Obrigkeit muss so schnell als möglich entmachtet werden. Und das geht nur mit Hilfe Russlands. Erst nach Assad kann es zu einer (vermutlich mühevollen) Versöhnung kommen.

und wer ist schuld? Der

und wer ist schuld?

Der Westen, der Waffen liefert, den Konflikt anfeuert und wichtige Güter abschneidet.

Saudi Arabien, das blutrünstige Terroristen, die jeden töten, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Gesinnung, um im Auftrage der Saudis einen weiteren 'Gottesstaat' zu errichten.

Wären die westliche Politiker wenigstens ein wenig intelligent - man hätte sich rausgehalten oder das säkulare, tolerante Regime unterstützt.

Wie war das noch gleich mit den vorgesehenen...

Fluchtkorridoren fuer Zivilisten? Schon wieder , wie immer diese seltsamen Interviews von immer der selben Seite und hoernsagen Kommentare von angeblichen Armeekommandeuren. Warum lassen die Rebellen die Leute nicht gehen? Ich wuesste nicht, wo die Armee Zivilisten als Geiseln vor sich herschiebt. Da sollte sich jeder selbst einen Reim drauf machen. Zudem sollte sich jeder fragen WIE konnte es soweit kommen? Daran ist sicher Assad nur teilweise schuld. Das steht fuer mich fest. Die "Freunde Syriens" tragen da schwehre Lasten, die man nur zu gerne Assad in die Schuhe schiebt. Alles in allem der uebliche, anklagende einseitige Propagandaartikel.....nur fuer WEN eigentlich?

Eingeschlossen und ausgehungert

weil die Opposition vernetzt, ausgerüstet, bewaffnet, trainiert und medienwirksam unterstützt wurde. Nur darum konnte ein Krieg mit diesem Ausmaß erreicht werden. Dabei geht es den Hauptsponsoren um ganz andere Interessen, als um die Syrer. Inzwischen wurde Syrien schwach genug, dass radikale Islamisten bei den "Rebellen" die Hauptmacht wurden. Die aber sind nicht am Ursprung für dieses Ausmaß schuld. Es war die typische Strategie des Westen, die Oppositionen eines Gegners zu stärken und Gesellschaften damit zu unterwandern, egal was das für Bevölkerungen bedeutet.

Nicht so dick auftragen

"Zu essen, so berichtet ein Aktivist in Mouadamiya, gebe es häufig nur Laub, dass man zusammenrolle und dann mit Olivenöl beträufele - "dann tun wir so, als seien das gefüllte Weinblätter", sagt der Mann."

Wenn die Lügen nicht so dick aufgetragen würden, wären sie glaubhafter.

Dann würden auch Widersprüche weniger auffallen, etwa, dass Essen in die Altstadt von Homs "geschmuggelt" wird, aber angeblich niemand die Gegend verlassen kann, wo die Menschen da doch angeblich so hungern und krank sind.

Auch was daran ungewöhnlich ist, wenn Kriminelle inhaftiert werden, wie die, die unter den Personen waren, die Muadamiyah kürzlich verlassen haben, könnte näher erläutert werden.

Um den Anschein ausgewogenen Journalismus zu erwecken, könnte noch darauf hingewiesen werden, dass nördlich von Aleppo rund 40.000 Zivilisten von "Rebellen" belagert werden, die ihnen nach dem Leben trachten und sie ermorden, wenn sie zu flüchten versuchen, weil ihnen die Religion der Menschen nicht passt.

letztlich liegt die Verantwortung bei der russischen Regierung

Die syrischen Regierungstruppen können ihre Brutalität (siehe z.B. die erwähnte Kampagne "Aushungern bis zur Aufgabe") nur aufrechterhalten, weil das Assad-Regime auf internationalem Parkett nahezu bedingunglos von der russischen Regierung gestützt wird. Nicht unbedingt von "Russland", denn die russische Regierung vertritt das wirkliche Russland nur sehr ausschnitthaft.
.
In dieser Hinsicht sind leider keine großen Unterschiede zwischen den Regierungen von Russland, USA und einigen anderen mächtigen Nationen, die im Nahen Osten stets unabhängig von Demokratie und Wohl der betroffenen Völker diejenigen Potentaten unterstützen, von denen sie am meisten Ego-Profit erhoffen.
.
Man wünscht sich nur, dass unsere deutsche Regierung in dieser Hinsicht sich etwas mehr von den sogenannten "Freunden" freischwimmt als bisher.

@henry.berlin 12:23, Geschichtsklitterung

Wenn die zentrale kriegsproduzierende Rolle des Assad-Regimes in der syrischen Hölle unerwähnt bleibt (und stattdessen so ziemlich alles andere verantwortlich gemacht wird), obwohl seit Jahren sämtliche seriösen Medien, zahllose Menschenrechtsorganisationen sowie die UNO genau diese Verbrechen des Assad-Regimes nahelegen bzw. dokumentieren, dann ist das mit praktisch hundertprozentiger Sicherheit ein Fall von Geschichtsklitterung.

Unterwerfung oder Tod

@Agent lemon:
Warum lassen die Rebellen die Leute nicht gehen?

Sie sind in ihren Stadtvierteln eingeschlossen und können nicht mit Hilfsgütern versorgt werden. "Ergebt euch oder verhungert" ist das Motto der Armeeführung.

@zopf

"Frage vorweg [...] wer hilft der Bevölkerung?" Am 01. Februar 2014 um 11:44 von zopf

Die syrische Bevölkerung bekommt vermutlich dieselbe Hilfe, wie die Flüchtlinge in Booten vor den Küsten Europas.

Sicher nicht

Dass es immer noch Leute gibt, die meinen, dass sich schnell und wohl wieder mit westlicher Waffengewalt die Probleme lösen würden und der Terrorismus verschwände. Wer hat den die Assad-Gegner bewaffnet ? Danach sollte man schauen. Nach den Erfahrungen glaubt doch wirklich kaum noch jemand, dass sich die Lage verbessern wird nach dem beabsichtigten Sturz der Assad-Regierung.

@Juri Gerasimenko

"Ein Staatsmacht bombardiert ihr Volk und hungert es anschließend aus. "Ergebt euch oder verhungert!" Zum Ergeben sind die Menschen in Homs aber tragischerweise zu stolz."
.
Es scheinen 700.000 Menschen in Homs unter der Staatsmacht jedenfalls genug zu Essen zu haben.
Es sind nur 5.000 Menschen in den von den Rebellen besetzten Teilen, die hungern müssen.
Sie behaupten nun, sie wären freiwillig dort, aus einer Art Stolz heraus.
Es gibt auch Berichte, die klar sagen, daß es nicht der Stolz ist, der sie dort festhält.
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Was soll denn das für eine verquere Logik sein, die vom Belagerer fordert, die Belagerten mit ausreichend Lebensmittel zu versorgen?
Wer sich als Unterlegener zu "stolz" ist sich zu ergeben, ist bisher noch in jedem Krieg über kurz oder lang umgekommen.
Warum sollten denn ausgerechnet im syrischen Krieg andere Regeln gelten?
.
Das ist auch keine humanitäre Katastrophe, es ist eine Kriegskatastrophe und unmittelbare Folge eines Kriegswillens auf beiden Seiten.

Stolze Kämpfer

@henry.berlin und andere

Die Rebellen kämpfen für ihre Freiheit und um ihr Leben. Sie haben es nicht verdient, dass "Pazifisten" aus dem Westen ihnen zum Aufgeben raten.

@Agent lemon 12:18, Unbequeme Realität

"Alles in allem der uebliche, anklagende einseitige Propagandaartikel.....nur fuer WEN eigentlich?"

Der Artikel gibt ein realistisches Abbild der syrischen Hölle und hat natürlich mit Propaganda herzlich wenig zu tun. (Letztere findet man eher in syrischen, iranischen oder russischen Staatsmedien).

Und für wen? Für alle die, denen diese Hölle nicht gleichgültig ist und die einen minimalen Begriff von internationaler Gemeinschaft haben, die im Sinne des Namens in solchen Fällen eingreifen muss.
In diesem Zusammenhang begrüsse ich sehr die aktuellen Äusserungen des Bundespräsidenten und auch der Verteidigungsministerin, die ich in diesem Zusammenhang gerne noch einmal zitiere: "Gleichgültigkeit ist für ein Land wie Deutschland keine Option, weder aus sicherheitspolitischer noch aus humanitärer Sicht."

@ henry.berlin um 12:23

"weil die Opposition vernetzt, ausgerüstet, bewaffnet, trainiert und medienwirksam unterstützt wurde. Nur darum konnte ein Krieg mit diesem Ausmaß erreicht werden. "

stimmt
ist aber kein argument
man könnte das selbe über die regierungstruppen sagen
wenn nur eine seite" vernetzt, ausgerüstet, bewaffnet, trainiert und medienwirksam unterstützt wurde" nennt man die folge gemetzel, nicht krieg.
übrigens ist die strategie die sie monieren keine "westliche"
sie fand nachweislich schon in der antike anwendung
weltweit
auch ist warscheinlich das jede einuzelgruppe derer die sich dort abschlachten einen anderen sponsor hatt
die liste ist lang, wies ausschaut braucht assad nur langen atem und die konkurenz massakriert sich gegenseitig so das er nur ausfegen braucht
frustrierend
denn auch wenn ich nicht weis obs da "gute" giebt
könige, erbherrscher mit verlaub, die ihr folk drangsalieren wie assad vater&sohn sind in jedem fall ein übel.

@ Das Versagen der internationalen Gemeinschaft

Da stimme ich zu!
Nur: Das Organ der internationalen Gemeinschaft wäre in diesem Fall der Sicherheitsrad der Vereinten Nationen gewesen. Doch Russland hat dort mit China in unheiliger Allianz entsprechende Resolutionen verhindert.

Und wie reagiert die internationale Gemeinschaft auf die Entmachtung des Sicherheitsrates? Sie fährt zum Spielen nach Sotschi ins Reich von Zar Wladimir dem Kleinen.

Nur mal so gefragt

Warum geht es den Leuten in Homs so schlecht?
Wer hat den bewaffneten Konflikt angefangen und unterstützt?
Was waren die Gründe, außer einen Diktator loszuwerden, doch nicht etwa eine Demokratie? Das wäre neu in der Gegend.
Sollte da evtl. nur ein neuer an die Macht, der Lump so groß wie der alte?
Ich weiß es nicht, ich weiß nur, daß es den Leuten in Homs so schlecht geht, interessiert die, die den Konflikt begonnen haben, nicht im geringsten.
Ob die Leute in Homs dafür dankbar sind? Ich glaube nicht.

@ henry berlin 12:23

Treffende Beschreibung. Für Verhältnisse im Nahen Osten Assad sicher das kleinste aller Übel.
Aber nicht nur Rebellen,Islamisten haben den Terror angefacht.
Du kannst sie fast jeden Tag greifbar nah,in deinem Wohnzimmer sehen.

Zyniker

Z.B. henry.berlin: Wäre Assad den Forderungen der friedlichen Demonstranten zu Beginn der Revolution nachgekommen, wäre überhaupt nicht zu einem Bürgerkrieg gekommen!

Durch das regelmäßige Abschießen von Demonstranten durch Assads Scharfschützen wurde die Bevölkerung kontinuierlich radikalisiert.

Wenn einige Foristen damals schon Assad diese Taktik unterstellt haben, können Sie sicher sein, dass Assad sie zumindest kannte und billigend in Kauf nahm.

Die Schuld an der Eskalation jetzt allein Assads Gegnern zuzuschreiben ist entweder an Unwissen oder an Zynismus kaum zu überbieten.

Den Haag

Warum schafft es der ICC in Den Haag, den irren Diktator Gaddhafi innerhalb von zwei Monaten zu verurteilen, während sie das beim noch viel perverseren Diktator Assad nach drei Jahren nicht fertigbringen?
Noch eine internationale Organisation, deren Integrität man bezweifeln darf.

@ Tagtest : sehe ich ähnlich...

....vor allem muss Putin endlich den Schleier von seinem Herzen hinwegnehmen und sich vom Assad Regime abwenden , und vom Iran sowieso (wenn man jedoch sieht , wie die russische Regierung mit den Menschenrechten im eigenem Land umgeht , dürften Putin die hunderttausenden toten Zivilisten in Syrien wohl wenig interessieren).
Man könnte Assad dann ein Ultimatum stellen und dann nach Ablauf seinen Palast etc. bombardieren.

In Jugoslawien hat man auch viel zu lange zugesehen....aber leider immernoch nichts gelernt.
Es ist einfach nur Wahnsinn , das fast 50 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg so etwas möglich war wie Srebrenica....und jetzt Syrien.

Saudi-Arabien bildet momentan angeblich schon eine 50.000 Mann starke Truppe aus , um das Assad-Regime zu stürzen....was dann kommt , wird man sehen.
Das Assad-Regime muss endlich weg , egal wie oder durch wen.

11:44 von zopf

>>Bevor jetzt wieder ... wer hilft der Bevölkerung?<<

Eine gute Frage ... allerdings : Kennst du den Spruch "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott" ?

War nicht Homs die "Rebellenhochburg" schlechthin ? Das bedeutet : Die dortige Bevölkerung hat sich mit den Rebellen verbündet und arrangiert ... jetzt sind die Rebellen in Homs geschlagen und kontrolieren nur noch kleine Teile der Stadt ... und die dort lebende Bevölkerung jammert.

Worüber denn ? Wer das Schwert nimmt, wird auch durch's Schwert umkommen.

Wenn also die dortige Bevölkerung sich endlich mal entscheiden würde, ob sie jetzt mit den "Rebellen" paktieren will, oder sich auf Regierungsseite stellt, wäre viel gewonnen.

viel schlimmer als das elend

der menschen ist die lethargie des rest der welt einschliesslich saemtlicher organisationen, die dem ganzen heschehen nur zusehen und nichts tun.

alleine dafuer muss man sich schaemen.

eine welt der kuscher und zoegerer welche dem versagen geweiht sind.

syrien, das ist welt terrorismus in seiner neuen form.
jeder von uns zuschauern ist durch sein nicht handeln mit verantwortlich.

Gebt Syrien Frieden, indem ihr es in Frieden lasst.

Leider hat dieser Appell kein Gehör gefunden,
und verschiedenste Kriegsparteien suchen
ihren Vorteil.

Dem syrischen Volk, und Brahimi, ist zu
wünschen, dass der (Bürger-)Krieg
möglichst bald beendet wird.

12:05 von Juri Gerasimenko

>>Ein Staatsmacht bombardiert ihr Volk und hungert es anschließend aus. "Ergebt euch oder verhungert!" Zum Ergeben sind die Menschen in Homs aber tragischerweise zu stolz.<<

Da gibt es eine kleine Verwechslung ihrerseits ... die Leute in Homs welche die "Rebellen" unterstützten (oder immer noch tun), die haben sich doch von ihrem Staat abgewandt.

Wenn sich diese Leute also zu den Rebellen bekennen, dann ... bleiben wir mal bei ihrer Wortwahl ... dann bombardiert der Syrische Staat nicht "sein Volk", sondern Rebellen.

Das will mir als Unterschied erscheinen.

Hilfe aus dem Westen

@energyman:
und wer ist schuld?
Der Westen, der Waffen liefert, den Konflikt anfeuert und wichtige Güter abschneidet.

Na zumindest wäre es korrekt, die beiden Waffenlieferanten Russland und Iran nicht einfach wegzulassen.
Der Westen liefert derzeit keine Waffen und schneidet auch keine wichtigen Güter ab. Er hilft humanitär, kann zu den von der Armee eingeschlossenen Rebellen aber nicht vordringen.

Da sagt also jemand er habe

Da sagt also jemand er habe Homs verteidigt und die Oppositionsvertreter in Genf hätten nichts zu melden.
Ja hast Du sehr gut verteidigt )
Vor wem ?
Also 5000 Zivilisten sitzen in der Altstadt fest (freiwillig oder nicht , interessant in Alepo war auch die Altstadt zuerst betroffen, da wollte wohl jemand auf die Tränendrüse drücken ) im Gegenzug wohnen 700.000 !!! Menschen in der Stadt wo die Regierung das sagen hat .
Wieso fliehen diese 700.000 Menschen nicht? Wieso kommen sie dem heroischen Krieger nicht zur Hilfe ?
Und eine zweite Anmerkung die leider gestern nicht beantwortet worden wurde:
Wenn in dieser Woche 1900 Menschen starben davon 500 Zivilisten (ca.25%) da bleiben noch 1400 Menschen.
Vielleicht kann mir das mit den 1400 Menschen jemand erklären, gerne die die behaupten Assad sei am Tod von 130.000 Menschen Schuld !
Sogar die TS schrieb als es in Syrien 70.000 Tote schon gab das die Mehrzahl der Toten aus Regierungstruppen Assad Milizen/ Anhänger stammt !!!

@energyman

Sehr richtig.
Es gibt keine schlimmeren Diktatoren, als die religiös verbrämten Unterdrückercliquen u.a. in Saudi Arabien, Katar, Iran.
.
Pragmatisch betrachtet, muss Assad daher mindestens vorübergehend gegen die Jihadisten unterstützt werden, um dann unter dem Druck der Weltöffentlichkeit Schritte in Richtung Demokratie zu gehen.
.
Wobei es meiner Meinung nach noch Generationen dauern wird, bis die arabische Bevölkerung ein Demokratieverständnis nach westlichem Vorbild entwickelt hat.
Wenn es überhaupt dazu kommt.

Freibrief für die Despotie

@Xabbu:
Wenn sich diese Leute also zu den Rebellen bekennen, dann ... bleiben wir mal bei ihrer Wortwahl ... dann bombardiert der Syrische Staat nicht "sein Volk", sondern Rebellen.
Das will mir als Unterschied erscheinen.

Niemand sollte die Menschen in Syrien zu Rebellen abstempeln, auf die die Staatsmacht dann ungestraft feuern darf bzw. die sie dann ungestraft aushungern darf. Uns hier in Europa steht es nicht zu, einem brutalen Regime in Syrien einen Freibrief für Gewalt gegen die Menschen auszustellen. Bei diesem Zynismus sträuben sich mir die Nackenhaare.

13:42 von Juri Gerasimenko

>>Na zumindest wäre es korrekt, die beiden Waffenlieferanten Russland und Iran nicht einfach wegzulassen. Der Westen liefert derzeit keine Waffen und schneidet auch keine wichtigen Güter ab.<<

Das ist richtig, und weil sie bemängelten daß nicht alle aufgezählt seien, wollen wir doch die Türkei, Saudi-Arabien und Katar nicht vergessen ... die gehören, wie sie richtig erkannten nicht zum Westen.

Aber die liefern die benötigten Waffen an die Rebellen, das sollten wir dann schon erwähnen.

Wiedereingliederung der Jihaddisten

@peter04:
Pragmatisch betrachtet, muss Assad daher mindestens vorübergehend gegen die Jihadisten unterstützt werden, um dann unter dem Druck der Weltöffentlichkeit Schritte in Richtung Demokratie zu gehen.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Das Assad-Regime gehört sofort beseitigt. Dann werden sich die Jihaddisten von alleine wieder in das zivile Leben eingliedern. Auch sie haben Mütter, Väter, Schwestern, Brüder und Freundinnen, mit denen sie andere Dinge tun möchten, statt zu kämpfen.
Jede Unterstützung für Assad wäre doch der blanke Zynismus.

Ende des Bürgerkrieges

@ceterum:
Dem syrischen Volk, und Brahimi, ist zu
wünschen, dass der (Bürger-)Krieg
möglichst bald beendet wird.

Volle Zustimmung.

Xabbu @ 12:53 von tagtest

Der User tagtest hat nach meiner Beobachtung die Gräueltaten der Rebellen nie geleugnet. Er hat allerdings darauf hingewiesen, dass die weitaus meisten Verbrechen vom Assad-Terror-Regime verübt wurden und werden. Und das ist objektiv gesehen richtig.

12:59, AlterSimpel

"Das ist auch keine humanitäre Katastrophe, es ist eine Kriegskatastrophe"

Könnten Sie mir freundlicherweise den Unterschied erklären?

@ 13:37 von Xabbu

Schöne Bibelworte.
Aber das Tao-Te-King sagt (Zitat):

"Wahre Worte sind nicht schön,
schöne Worte sind nicht wahr."

Zitat: "Die dortige Bevölkerung hat sich mit den Rebellen verbündet und arrangiert..."

Ist dem so? Ich war nicht dort.
Was hätte die Bevölkerung tun sollen, als immer mehr schwer Bewaffnete in die Sradt drängten und sie übernahmen?

Kämpfen? Oder sich arrangieren, wie vorher mit Assads Männern?

Wird eine Stadt Rebellenhochburg genannt, weil die Bevölkerung hinter den Rebellen steht oder weil die Rebellen die absolute Kontrolle übernommen haben und dort starke Kampfverbände zusammenziehen?

Zitat: "Wenn also die dortige Bevölkerung sich endlich mal entscheiden würde, ob sie jetzt mit den "Rebellen" paktieren will, oder sich auf Regierungsseite stellt, wäre viel gewonnen."

Warum muß sich die Bevölkerung entscheiden, welche der beiden Mörderorganisationen sie unterstützen will?
Darf sie nicht neutral bleiben und einfach nur in Frieden leben wollen?

Gruß, zopf.

@Xabbu 13:52, Nun zur Sache...

"...Sämtliche von ihnen genannten Organisationen berichten das aller gleiche auch von den Rebellen, die von ihnen vor 12 Monaten noch friedliche Protestler genannt wurden."

Ich halte es nicht für sachdienlich, friedliche Demonstranten sowie genuine Kämpfer gegen das verbrecherische Assad-Regime einerseits mit Al-Kaida-Terroristen und Djihadisten andererseits gleichzusetzen. Solche Behauptungen entsprechen der Diktion und den Interessen des Assad-Regimes aber nicht den Verlautbarungen der von mir genannten Medien, Menschenrechtsorganisationen oder der UNO.
Dass die Passivität des Westens in der Folge auch moderate Kämpfer zum Teil radikalisiert hat (weil der Westen diese im Stich gelassen hat), habe ich wiederholt massiv den westlichen Regierungen angekreidet.
Dass unabhängig davon Russland als Kriegskatalysator und Unterstützer des verbrecherischen Assad-Regimes grösste moralische Schuld auf sich geladen hat, sei natürlich der Vollständigkeit halber erwähnt.

@ Darkness

Ich glaube nicht, dass man Assad so unter Druck setzen kann, dass er demokratische Verhältnisse aufbaut. Assad wird zurücktreten müssen, weil er zu viel Leid über sein Volk gebracht und dessen Vertrauen zerstört hat.
Am besten wäre erstmal eine Übergangsregierung. Diese muss in Zusammenarbeit mit USA, Russland und Europa aufgestellt werden. Wenn wir die Regierungsbildung den Syrern allein überlassen, endet es genau wie im Irak. Sämtliche Gruppen wollen an die Macht und die anderen übervorteilen. Der Weg zur Demokratie ist ein langer und den schaffen die Syrer nicht alleine.

@13:00 von Juri Gerasimenko

"Die Rebellen kämpfen für ihre Freiheit und um ihr Leben. Sie haben es nicht verdient, dass "Pazifisten" aus dem Westen ihnen zum Aufgeben raten."
#
#
Also solange weiterkämpfen bis eine Seite ausgelöscht ist!!
Was sollen dann Friedenskonferenzen, diese kann man sich dann schenken.

Schuldig

Unsere eigene Regierung und ihre Verbündeten sind an diesem Leid schuld. Sie haben mehr getan, als Öl in ein Feuer zu gießen, sie haben diesen Brand erst in Gang gesetzt. Anfang 2011 war nicht zu erkennen, dass die Bevölkerung Syriens sich dem sogenannten "Arabischen Frühling" anschließen würde. Die armen Menschen dort sind manipuliert worden, von Geschäftemachern und Machtstrategen, die alles andere wollten, als den Syrern zu helfen.

@zopf

Ihr Standpunkt gefällt mir. Sie treten den Zynikern mit guten Argumenten mutig entgegen.

14:32 von tagtest

>>Ich halte es nicht für sachdienlich, friedliche Demonstranten sowie genuine Kämpfer gegen das verbrecherische Assad-Regime einerseits mit Al-Kaida-Terroristen und Djihadisten andererseits gleichzusetzen. <<

Ihr Vorwurf geht ins Leere. Würde es solche "friedliche" Gruppen geben, ich bin sicher TS.de würde über sie berichten.

Es muss also die Frage erlaubt sein, ob solche Gruppen jemals existierten, oder man uns schon damals jene Gruppen die exzessive Gewalt anwenden, als Wölfe im Schafspelz verkaufte.

>>Dass unabhängig davon Russland als Kriegskatalysator und Unterstützer des verbrecherischen Assad-Regimes grösste moralische Schuld auf sich geladen hat, sei natürlich der Vollständigkeit halber erwähnt.<<

Nun dann wollen wir aber der Vollständigkeit halber auch erwähnen, daß Türkei, Saudi-Arabie und Katar "grösste moralische Schuld auf sich geladen hat" und noch immer laden.

Bringt uns das weiter ?

Was halten sie von einer Entwaffnung BEIDER Seiten mit anschließenden Neuwahlen ?

...

Immer dieses Russland-Bashing... Vergesst nicht ohne Russland hätte Amerika Syrien für ein Verbrechen Bestraft das immer noch nicht Bewiesen ist. Die Strafe währe ein, 60 tage anhaltendes, Bomben werfen gewesen, bei dem mehrere Unschuldige ums leben gekommen währen. Lächerlich wie alle nach einem militärischen Einsatz schreien um dem Morden Einhalt zu gebieten, wohl wissend das man versucht den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben...

Wie Berlin am Ende des Zweiten Weltkriegs

Die Vereinten Nationen haben auf der Münchner Sicherheitskonferenz ein dramatisches Bild der Lage in Syrien gezeichnet und die internationale Gemeinschaft aufgefordert, nicht wegzuschauen.
„Die Lage in Syrien ist schlimm, und sie wird schlimmer“, sagte UN-Vermittler Lakhdar Brahimi am späten Freitagabend. Er sprach von Städten, die zerstört seien wie Berlin am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945.

Der UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres sagte: „Ich habe keinen Zweifel, dass der Syrien-Konflikt die schlimmste humanitäre Krise mindestens seit dem Völkermord in Ruanda ist.“
Brahimi kam direkt aus Genf nach München, wo die Bürgerkriegsparteien eine Woche lang ergebnislos verhandelt hatten.
Der UN-Vermittler zeigte sich tief enttäuscht über den Gesprächsverlauf. „Wir haben nichts erreicht“, sagte er.
Er habe zumindest in humanitären Fragen auf Fortschritte gehofft, doch selbst die habe es nicht gegeben. „Wir sind in gewisser Weise gescheitert“, gestand Brahimi ein......

Quelle dpa

Die Fakten mal anders

Die Fakten mal anders präsentiert.

1. Die syrische Armee hat die letzte große und kampfkräftige Gruppe der Rebellen eingekreist. In Aleppo und im Norden stehen nur noch schwache Kräfte, die sich obendrein gegenseitig bekämpfen.

2. Die Rebellen in Homs verschanzen sich hinter der Zivilbevölkerung.
In einem Bürgerkrieg wie diesem hält sich niemand an die Haager Landkriegsordnung, die das Kriegführen aus urbanen, mit Zivilisten vollgestopften Gebieten als Kriegsverbrechen einstuft und verbietet.

3. Wer wäre ohne das Zurückhalten der Zivilisten als menschlichen Schutzschild militärisch längst am Ende?
Jerne, die umzingelt sind und nicht jene, die sie belagern...

Deshalb dieser propaganistische Aufwand.

Das muss mal klar und deutlich gesagt werden

Realität

Zitat aus dem Tagesspiegel: "Ich kenne nur die Realität im Netz. Aus Deutschland ist das schwer einzuordnen: Stimmt es, dass Qaida-Kämpfer tunesische Frauen zum „Sex-Dschihad“ einflogen? Nein, es ist Propaganda des Präsidenten. Ist es wahr, dass von ihm der Giftgasangriff im Sommer letzten Jahres ausging? Es ist sehr wahrscheinlich."

Ungerechtigkeit der Diktatur

Noch ein Zitat aus dem Tagesspiegel: "Es gibt, es gab, die Freunde, die vom ersten Tag an demonstrierten. Sie gingen tags auf die Straße und luden nachts Videos und Fotos ihrer Demonstrationen, später ihrer Kämpfe, ins Netz. Ein solcher Freund ist mir im Gedächtnis, er sprach schon von der Ungerechtigkeit in seinem Land, als ich noch dort lebte."

@ 14:15 von fathaland slim: Brutale Methode

Zitat: "Eigentlich sollte man die hier versammelten Sofakrieger kidnappen und in Syrien aussetzen. Dann würden sie vielleicht ein wenig kleinlauter und ihre aus Phantasielosigkeit geborene Mitleidlosigkeit würde kuriert."

Brutale Methode, wäre aber vermutlich die einzige, die die Leute vor vorschneller Parteinahme zurückhalten würde.

Für Assad und gegen die Terroristen, oder für die Freiheitskämpfer und gegen den Diktator, da können sich anscheinend alle sehr leicht entscheiden.

Nur leider bedeuten beide Entscheidungen letztendlich eine Entscheidung gegen die Zivilbevölkerung.

Warum entscheiden sich nur so wenige für die Bevölkerung und gegen den Krieg?

Ich glaub ich klink mich wieder aus dieser Diskussion aus, ich mag einfach nicht zwischen zwei Mörderbanden wählen, egal was sie an Zwecken vorbringen, die ihre Mittel angeblich heiligen.

Pest oder Cholera, ich mag nicht wählen.

Gesundheit wär mir lieber.

Gruß, zopf.

Auch diese Katastrophe...

.... ist von Menschen gemacht. Somit kann sie auch nur von Menschen beendet werden. Wo bleibt der Wille dazu ??

Es ist schlimm, was Assad seinem Volk antut

Sehr gut, dass die Tagesschau aufrüttelt, um zu zeigen, was Assad seinem Volk antut.
Es wird Zeit, dass Assad abdankt. Hierfür sollte der Westen die Rebellen unbedingt unterstützen, weil nur diese eine gerechte und demokratische Regierung in Syrien zu stande bringen kann.
Die Syrien-Konferenz hat wieder gezeigt, dass das Assad-Regime jede Lösung des Konfliktes verhindert.
Zu begrüßen ist auch, dass auf der Münchner Sicherheitskonferenz unser Bundespräsident klargestellt hat, dass Deutschland zukünftig aktiv in Konflikte eingreifen wird - notfalls auch mit militärischen Mitteln -, um endlich Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt herzustellen.

Freie Wahlen?

Xabbu
Was halten sie von einer Entwaffnung BEIDER Seiten mit anschließenden Neuwahlen ?

Auch wenn die Frage einem anderen User galt, ich würde Ihnen da zustimmen.
Neuwahlen sollten allerdings unter internationalen Standards erfolgen, nicht im Rahmen der syrischen Verfassung, die das Primat der herrschenden Partei unter Führung Assads festschreibt.

Bomben für die Opposition im eigenen Volk

Tausende zerstörte Häuser sind nicht mit den Kalaschnikows der Rebellen zu Ruinen geworden. Wann endlich wird dieses mörderische Regime in Syrien Geschichte sein?

Wünsche und Fakten

@hasegawa:
Die Fakten mal anders präsentiert.
1. Die syrische Armee hat die letzte große und kampfkräftige Gruppe der Rebellen eingekreist. ...

Wenn Wünsche zu "Fakten" werden. Sollten unsere Wünsche nicht besser den Menschen gelten. Ich wünschte, dass unser Herz für die unterdrückten Menschen in Syrien schlüge, nicht für das Regime.

@Xabbu 14:46, Durch wen? Und wie?

"...Was halten sie von einer Entwaffnung BEIDER Seiten mit anschließenden Neuwahlen ?"

Genial. Jetzt dürfen Sie aber gerne auch die Frage beantworten: Durch wen? Und wie?

Meine Position dazu ist klar: Idealerweise durch die eierlegende Wollmilchsau, sprich, die UNO, unter Beteiligung aller Grossmächte, Nachbarn und Beteiligten...und alle haben sich lieb....
Da ich für die Realisierung von so etwas bis jetzt und auch für die nahe bis mittlere Zukunft keinerlei Evidenz erkennen kann, biete ich aus pragmatischen Gründen Option B an: Die NATO. Das HAT wenigstens schon im Falle Bosnien, Kosovo und Libyen zumindest halbwegs funktioniert...

15:04, zopf

"Ich glaub ich klink mich wieder aus dieser Diskussion aus, ich mag einfach nicht zwischen zwei Mörderbanden wählen, egal was sie an Zwecken vorbringen, die ihre Mittel angeblich heiligen."

Und ich klinke mich aus eben diesem Grunde hier immer wieder mal ein, denn der hier tobende Stellvertreterkrieg nervt mich, genau wie er Dich nervt.

Ich weigere mich standhaft, hier die Wahl zwischen Pest und Cholera zu treffen, meine werten Mitforisten scheinen das aber zu erwarten.

Ich gebe mir große Mühe, diese Erwartungshaltung zu enttäuschen, auch wenn es durchaus Vereinnahmungsversuche von beiden Seiten hier gibt.

Damit muß ich leben.

Meine Sympathie gehört, wie Du weißt, den Unterdrückten, Geschundenen und Rechtlosen.

Immer und überall.

Ich weiß, das klingt kitschig, aber deutlicher kann ich meinen Standpunkt nicht beschreiben.

@15:07 von chris2008

"Zu begrüßen ist auch, dass auf der Münchner Sicherheitskonferenz unser Bundespräsident klargestellt hat, dass Deutschland zukünftig aktiv in Konflikte eingreifen wird - notfalls auch mit militärischen Mitteln -, um endlich Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt herzustellen."
#
#
Frieden schaffen durch Kriegshilfe.
Welche Gerechtigkeit möchten Sie den?
Unsere Politiker können ja nicht mal die Probleme in Deutschland lösen, aber wir wollen Weltpolizei sein.
Wir haben demnächst Europawahlen und ich hoffe, das jeder der keine deutschen junge Menschen in sinnlosen Kriegen sterben sehen möchte diese beiden Parteien abstraft.
Krieg ist und darf niemals eine Lösung sein.

@ georgeR. um 13:04

neu in der gegend?
wie kommen sie auf sowas?
die nördliche grenze syriens ist die zu einer demokratie
die südliche grenze ist die zu einer demokratie
sogar der verbündete iran ist, vom gottkolektiv abgesehen, demokratisch genug um auch mal nicht-priester rann zu lassen.
so neu ist das also in dieser ecke der welt nicht

@ 15:29 von tagesschlau2012

Sie haben völlig recht und ich kann Ihnen in Wirklichkeit nur zustimmen!

Dieser Krieg

kennt nur Verlierer. Menschen leiden auf beiden Seiten.
Wäre es nicht besser gewesen auf das Assad-Regime zuzugehen (der Westen und die Russen) und mit Zuckerbrot und Peitsche Verbesserungen für die Menschen in Syrien zu erreichen. Die Menschen in Homs wären jetzt nicht in dieser bedauernswerten Lage.

Grüße
JohnBowie

PS: Partei zu ergreifen bringt wahrlich nichts. Wer weiß denn schon etwas über die beteiligten Gruppierungen?

@tagesschau2012 15:29, Der Krieg ist schon lange da.

"...Krieg ist und darf niemals eine Lösung sein...."

Mit diesen Worten wehren Sie (und viel andere, insbesondere auf der - scheinbar - "linken" Seite des politischen Spektrums) sich gegen ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft unter Einbezug von Deutschland.

Die grundsätzliche Problematik Ihrer Argumentation besteht darin, dass der von Ihnen (und uns allen) so verabscheute Krieg schon seit weit über zwei Jahren syrische Realität ist. (Die Ignorierung dieses Tatbestandes ist übrigens ein integrales Merkmal von Vulgärpazifismus. Das ist nicht zu verwechseln mit der durchaus konsistenten Position des Radikalpazifismus, der diese Realität durchaus anerkennt und aus "prinzipiellen" Gründen niemals zur Waffe greift.)
Es geht also gar nicht um "Krieg" oder "Nicht Krieg". Sondern nur darum, wie denn Krieg beendet werden kann. Und da bezweifle ich doch stark, dass ein "Sich ausbluten lassen" die humanere Variante ist. Allenfalls die Bequemere für den Westen.

15:22 von tagtest

>>Idealerweise durch die eierlegende Wollmilchsau, sprich, die UNO, unter Beteiligung aller Grossmächte, Nachbarn und Beteiligten...und alle haben sich lieb....<<

Ob die sich lieb haben ist irrelevant. Aber wenn ich mich nicht irre, wurden UNO und Sicherheitsrat genau für solche Szenarien gegründet, ist es nicht so ?

Daß da eine Einigung erzielt werden könnte, da bin ich mir sicher. Die USA könnten z.B. einsehen daß sie in Syrien nichts, aber auch garnichts verloren haben. Das wäre schonmal hilfreich.

Was nun die NATO betrifft ... ich finde die hat in Libyen schon Schaden genug angerichtet ... und da Syrien kein NATO-Mitgliedsland angriff befürchte ich, sie würde wieder einmal ohne rechtliche Grundlage dastehen. Und ... nein ... bitte nicht wieder die Geschichte von Srebrenica aufwärmen, lassen sie uns ernsthaft diskutieren.

...

"Libyen zumindest halbwegs funktioniert..."
Wie bitte Herr Tagtest? Ich kann mich noch entsinnen als sie den Nato einsatz in Lybien in den Himmel lobten... Ich glaube ihre worte waren: Dank dem Nato-Einsatz ist Lybien auf den weg in die Demokratie!
Wieso ist Lybien plötzlich nur noch ein Teilerfolg? Warscheinlich hat sie die Wahrheit erreicht die vielen damals schon bekannt war... Aber noch nicht alles sonst währe es nicht mal ein Teilerfolg sondern ein Disaster...

Juri Gerasimenko ... es gibt

Juri Gerasimenko ... es gibt Quellen, die zuverlässig sind und genau das aussagen, was ich geschrieben habe. Ich beurteile an Hand vorliegender Fakten aus militärischen Quellen und nicht anhand emotionaler Artikel, die von einer der beteiligten Parteien in den Medien lanciert werden.
Es ist eine Tatsache, das die Rebellen schwer angeschlagen sind und auch keinen echten Rückhalt in der Bevölkerung haben. Die Zivilisten haben wie überall auf der Welt Angst vor allen beteiligten Seiten... und leider müssen sie das auch. Ich traue weder Assad noch den Rebellen.

Es gibt keine Macht in Syrien und auch nicht außerhalb, die das Leben und die Unversehrtheit von Zivilisten in Syrien garantieren können oder wollen.

@ tagtest um 15:22

das problem ist das ich von ihren beispielen nur kosovo durchgehen lassen würde, weil dort von vorneherrein genug truppen am boden waren um sowas wie ein gewaltmonopol durchzusetzen
von bosnien ist nicht viel übrig geblieben
und in libyen ist die nacht der langen messer noch immer nicht vorbei.
aber wenn man genug bewaffnete dahinschickt um blutbäder im anschluss an den krieg zu vermeiden, dann kann das funktionieren
1-2mio sollten reichen

@15:43 von tagtest

Ich bin Politisch weder links noch rechts.
Ich bin Kriegsdienstverweigerer und Pazifist, bei mir sind alle Menschen gleich und haben ein Recht auf ein freies Leben.
Das es für Sie nur schwarz und weiß gibt ist mir und anderen hier schon lange bekannt.
Mein Kommentar Krieg darf keine Lösung sein, war ein einwand zu der Rede von unserem Bundes Gau(k).
Aber wenn Sie mich jetzt politisch links einordnet und nächste Woche ein anderer rechts, macht nichts.

@tagesschau2012 15:58, Sie weichen aus

Meinem zentralen Vorwurf, dass Sie (und viele andere) in Ihrer Argumentation so tun, als gäbe es in Syrien noch gar keinen Krieg, weichen Sie aus.
Es geht nicht um Krieg oder Nicht Krieg. Das war der zentrale Kern meines Posts an Sie. You missed it.

@ Darkness

Wenn Assad weg ist, ist das erst der Anfang. Dass sich dann alle religiösen und Stammesgruppen von alleine versöhnen, glaube ich nicht. Jede von ihnen will an die Macht. Ist ja auch nicht verwunderlich, denn die Leute kennen nur Diktatur und Korruption. Für mich ist die Demokratie eine Grundvoraussetzung dafür, dass alle Gruppen friedlich untereinander leben können. Doch das geht nicht von heute auf morgen. Die Syrer kriegen das alleine nicht auf die Reihe, weil sie wahrscheinlich aufgrund ihrer Vergangenheit und Lebensform wieder in das alte Denkmuster zurückfallen. Im Interesse Syriens müssen hier die anderen Länder helfen.

@Whisper 15:53, Libyen und Syrien

To make a long story short (schliesslich geht es hier im Thread um Syrien) - Die Probleme Libyens sind in keiner Art und Weise vergleichbar mit der syrischen Hölle. Das sind schlicht himmelweite Unterschiede. Die NATO hat in Libyen eine drohende Hölle a la Syrien verhindert, allen aktuellen Problemen zum Trotz.
Last but not least: Ja, Libyen ist, bei aller momentaner Chaotik und zum Teil auch Archaik, durchaus auf einem demokratischen Weg. Dass im November Militante auf friedliche Demonstranten schossen ist zweifellos ein Verbrechen. Aber dass die Bevölkerung danach die Militanten aus der Stadt jagte (und dies auch häufig schon anderswo gleichfalls geschah!), gehört zweifelsohne eben auch zur libyschen Realität auf dem Weg zu Demokratie und Freiheit.
Im Übrigen: Wer Ihre 200 prozentige Schwarzmalerei in Bezug auf Libyen nicht teilt, ist deswegen mitnichten gleich ein Optimist. Womit ich eben umgekehrt IHREN Bezugspunkt in Frage stelle.

@ tagtest um 15:22

btw
im kosovo waren ja die russen mitdabei, bei den besatzungstruppen mein ich.
das währe doch auch in syrien eine option
die haben auch die nötige personalstärke, und ich denke wenn man da ein joinedventure draus macht würden sie mitmachen und imzweiffel auch ihr handpüpchen gegen ein neues tauschen

assad weg, krieg vorbei, alle glücklich necepas?

Mein Gott diese scheinheiligen Krokodilstränen

das man nicht zu Rande kommt.
Assad war das kleinste aller Übel,wenn man sich die Verhältnisse im Nahen Osten ansieht.
Von Waffen und Geld die man dann den sogenannten Freiheiskämpfern dann zusteckte,eskalierte die Sache. Zählen wir mal auf: Saudi Arabien, GB,Katar, Frankreich,Türkei,Israel,alles wohlmeinende Gutmenschen.Als Gegengewicht kam später
der Iran dazu.
Erinnert einen an den Zauberlehrling: Die Geister die ich rief,ich werd sie nicht mehr los.
Und der Journalistenschaft angesagt,sie sollten hier nicht ihre eigene Meinung verbreiten oder Meinungen hinterherlaufen,sondern sauber und anständig recherchieren.
Oder kennen sie das altdeutsche Sprichwort nicht?
Eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede ,man muss sie hören alle beede.

@Der Lenz 15:57, (Drohende) Kriege wurden beendet

"von bosnien ist nicht viel übrig geblieben..."
Sorry, aber die NATO hat den Krieg in Bosnien schlicht beendet - wenn auch viel zu spät. Und es ist genau dieses jahrelange Zögern, das dazu geführt hat, dass "von Bosnien nicht viel übrig geblieben ist".

"...und in libyen ist die nacht der langen messer noch immer nicht vorbei..."
Richtig ist, dass Libyen in der Tat in einer Art chaotischen, zum Teil anarchischen, Phase ist. Aber das ist mit der syrischen Hölle einfach nicht zu vergleichen - dazwischen liegen himmelweite Unterschiede.

Insgesamt gebe ich Ihrer Skepsis allerdings insoweit Recht, dass es durchaus nicht mit "einfach mal eingreifen" getan ist. Das musste schon Donald Rumsfeld im Irak schmerzlich feststellen.

Dabei lasse ich es bewenden, es geht hier im Thread schliesslich um Syrien.

16:21 von tagtest

>>Die Probleme Libyens sind in keiner Art und Weise vergleichbar mit der syrischen Hölle. Das sind schlicht himmelweite Unterschiede. Die NATO hat in Libyen eine drohende Hölle a la Syrien verhindert, allen aktuellen Problemen zum Trotz.<<

Jetzt haben sie sich ein klein wenig vergallopiert. Mir will scheinen, daß bei der Bombardierung von Libyen in Syrien noch alles "in Bester Ordnung" war.

Wie kann also eine Bombardierung von Libyen stattfinden um eine drohende Hölle wie in Syrien zu verhindern, stattfinden ?

>>Last but not least: Ja, Libyen ist, bei aller momentaner Chaotik und zum Teil auch Archaik, durchaus auf einem demokratischen Weg.<<

Wenn "demokratischer Weg" bedeutet, daß bewaffnete Banden selbst ins Parlament eindringen um die Regierung zu erpressen ... und niemand kann oder will deren Herr werden ... dann möge den Syrern diese Art von Demokratischem Weg erspart bleiben.

@Der Lenz 16:23, Yes and no.

Sie haben Recht - im Kosovo war Russland mit dabei. Allerdings in erster Linie aus Eigeninteresse, weil es nicht der NATO das ganze Feld räumen wollte. Keinesfalls war Russland eine treibende Kraft zur Beendigung des Kosovokrieges. Es ist nur auf den fahrenden Zug des Unvermeidlichen aufgesprungen, um seine Pfründe zu wahren.

Zu Syrien: Ich schlage vor, Sie unterbreiten Ihren Vorschlag Herrn Lawrow...;-)...

@ tagtest um 16:30

so einfach ist das nicht zu trennen
denn will man über optionen reden redet man auch über deren folgen
die strategie in libyen hatt zu einem flächenbrandt von mauretanien bis sudan geführt; die sahara steht in flammen, und alle südlichen anrainer ebenfalls, es ist die strategie gewesen die nun deutsche truppen nach mali und in den tschad bringt.
so wie es die ähnliche strategie im irak war die der welt die djihadilegion in syrien kredenzte.
einfach nur das gewaltmonopol wegbomben und keinen ersatz liefern produziert immer das selbe ergebnis, und dagegen ist assad die bessere wahl
die syrische hölle ist die die sie in jedem bürgerkrieg wiederfinden, obwohl wenn bruder bruder mordet dies durchaus ein superlativ verdient.

Vorweg mal eine Frage, Hr. Kühntop....

Sie sind im Hörfunkstudio Kairo, woher nehmen sie also all ihre Informationen, über die sie da schreiben?
Offensichtlich eine Mischung aus nicht verifizierten Youtube-Videos und Zahlen von Organisationen, die doch angeblich keinen Zugang zu den jeweiligen Orten bekommen.
Netto bedeutet das, das die Berichterstattung komplett interpretiert ist. Zumal mal schnell die Sichtweise der Armee völlig außer acht gelassen wurde.

Für mich ist sehr wohl die Frage interessant, wieso die Menschen eigentlich noch in diesen Vierteln festsitzen? Meiner Information nach wurden sie von den Islamisten (sie nennen diese ja immer noch recht nett "Rebellen") an der Flucht gehindert. Klingt logisch, da diese Kämpfer wohl ohne diese zivilen Schutzschilde schon lange erledigt wären. Ebenfalls meiner Information nach verlangt die Armee lediglich Namenslisten der Eingeschlossenen, damit diese das Viertel verlassen dürfen (damit sich keine Kämpfer daruntermischen). Die Ausgabe der Listen wird jedoch verweigert.

@Xabbu 16:34, Completely out of proportion

"...Wenn 'demokratischer Weg' bedeutet, daß bewaffnete Banden selbst ins Parlament eindringen um die Regierung zu erpressen ... und niemand kann oder will deren Herr werden ... dann möge den Syrern diese Art von Demokratischem Weg erspart bleiben."

Richtig ist, das Libyen sich in einem Demokratiefindungsprozess befindet und es absolut nicht richtig ist, zu behaupten, "niemand kann oder will [halbautonomen Milizen] Herr werden". Sie malen die libysche Entwicklung einseitig negativ.

Was aber viel schlimmer ist, ist Ihr "Wunsch" für Syrien, den ich als "completely out of Proportion" erachte: Die Syrer wären froh, sie wären auf dem demokratischen Wege Libyens!
Und um dies mit dem ersten Satz des aktuellen tagesschau-Artikels zu unterstreichen, zitiere ich ihn hiermit:
"Die syrische Flüchtlingskatastrophe ist nach der Einschätzung der UN die schlimmste seit dem Völkermord in Ruanda vor 20 Jahren."
That's where we currently stand in Syria, my friend.

@ Juri Gerasimenko 12:05

"Ein Staatsmacht bombardiert ihr Volk und hungert es anschließend aus."
Und wer meinen sie kämpft täglich für Assad wenn dem so wäre? Die Armee besteht auch aus "Volk" und deren Angehörigen (meist Sunniten). Meinen sie, wenn Assad von einem Soldaten Onkel, Tanten, Cousins usw. getötet hätte, dass dieser noch weiter für ihn kämpfen würde? Das Volk steht leider zu 70% hinter Assad, weil dieser versucht sie vor marodierenden und schlachtenden Jihadisten zu schützen. Oder meinen sie die Menschen, die jahrzehntelang in einem sekularisiertem Land relativ frei gelebt haben, haben Lust auf ein Kalifat mit Scharia-Gesetzen?

"Zum Ergeben sind die Menschen in Homs aber tragischerweise zu stolz"
Die Menschen hätten schon lange abziehen dürfen wenn die Islamisten sie nicht als Schutzschilde behalten wollen würden.Alles, was die Armee verlangt ist eine Namensliste von den Eingeschlossenen, damit sich die Jihadisten nicht unter die Zivilsten mischen. Diese Listen werden natürlich nicht ausgehändigt.

@Der Lenz 16:49, Yes and No II

Ich teile Ihre Interpretation nicht, dass die meisten der von Ihnen geschilderten Probleme in Staaten des nördlichen Afrikas eine Folge der libyschen Revolution bzw. sie gar "verantwortlich" sei. Insoweit: No.

Allerdings stimme ich Ihnen zu, dass mit der Vertreibung eines verbrecherischen Despoten wie Assad die Arbeit nicht getan ist. Insoweit: Yes. Ich sehe im Übrigen niemanden, der das anders sähe. Vielleicht last but not least: Assad ist schlicht ein No-go. In diesem Fall gehen nämlich zur Zeit grosse Teile der Gewalt in Syrien vom Gewaltmonopol des Assad-Regimes selbst aus. Insofern ist dessen Beseitigung für den Beginn einer Friedensperspektive eine conditio sine qua non. Aber nochmals, ja, damit allein ist es bei weitem nicht getan.

16:49 von Der Lenz

"die syrische hölle ist die die sie in jedem bürgerkrieg wiederfinden"

Tja, der Sog der Gewalt macht vor den besten Absichten nicht halt. Das mußten selbst die Verfechter von Demokratie und Freiheit erfahren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Phantom_Fury

http://de.wikipedia.org/wiki/Falludscha#Kriegsfolgen

16:23, Der Lenz

"im kosovo waren ja die russen mit dabei, bei den besatzungstruppen mein ich.
das wäre doch auch in syrien eine option"

Es wäre nicht nur eine Option, es wird gar nicht anders gehen.

Wer darauf besteht, eine Lösung in Syrien unter Ausschluß Russlands zu finden, besteht darauf, Russland zu entmachten und damit zu demütigen.

Das ist mit Sicherheit der falsche Weg.

Es wird allerdings ein hartes Stück Arbeit sein, Russland davon zu überzeugen, einen seit vielen Jahrzehnten Verbündeten, nämlich die Familie Assad, fallen zu lassen bzw. diesen traditionellen Verbündeten davon zu überzeugen, im Interesse des Landes sich zurückzuziehen.
Man könnte ja den Eliten des momentanen Systems Asyl anbieten.....

Wie gesagt, anders geht es nicht. Eine Lösung mit Assad ist nicht möglich.

Eingeschlossen und ausgehungert.

Wenn man in dieser Lage ist, muss man sich so langsam überlegen, wie man die weiße Fahne heben kann ohne erleben zu müssen abschließend in Viererreihen zum Erschießen antreten zu müssen.

Im Gegensatz zu den Menschen in Stalingrad, für die eine Aufgabe den sicheren Tod bedeutet hätte, gibt es heute für die Menschen dort die Chance über UN-Beobachter eine menschenwürdige Behandlung zu erreichen.

Eine interessante Frage stellte 12:49, Makdous
"Warum schaut die Welt zu ?
das ist die Frage von der ich mir wünsche, dass sie in diesem Forum diskutiert wird."

Wenn die Welt nur zuschauen würde, wie er voraussetzt, wäre der Krieg nie so lange und massiv geworden. Nur durch die Waffenlieferungen, die logistische Unterstützung und die militärische Ausbildung der Rebellen durch „Dritte“, also an der Destabilisierung der syrischen Regierung interessierten Parteien, konnte es zu dieser menschlichen Katastrophe kommen.
Ich wünschte mir, die Welt hätte „nur“ zugeschaut.

@tagtest 12:09

Wieso konnten eigentlich Tausende von Jihadisten ungehindert ihren Weg nach Syrien finden? Wieso ein Jihad? Im benachbarten Palästinahätten sie doch seit Jahrzehnten mehr als einen Grund dafür. Da in Syrien weder "der Islam", noch die Sunniten in Gefahr sind oder waren (Assad, seine Frau, die Regierung,beinahe die gesamte Armee sind Moslems (meist Sunniten)) muß es also andere Gründe für ihren Feldzug geben. Wie können diese ungehindert um die halbe Welt reisen und dann über ein NATO-Mitgliedsland (Türkei) nach Syrien gelangen? Sie sind wieder mal (Afghanistan-rote Armee) Stellvertreter, die für den Westen in den Krieg ziehen. Man hat sich aber verrechnet-der Rückhalt in der syr. Bevölkerung für Assad ist zu groß, als dass diese "Revolution" so zügig wie in anderen Ländern funktioniert hätte. Und die Islamisten sind außer Kontrolle geraten (s. Eroberungen im Irak) und werden eine Bedrohung auch für den Westen-denn viele werden zurückkehren! Gefestigter und brutaler als vorher...

16:26, 19ikarus43

"Assad war das kleinste aller Übel,wenn man sich die Verhältnisse im Nahen Osten ansieht."

Nein, das war er nicht.

Ich weiß nicht, wie lange Sie die Politik im Nahen Osten verfolgen. Ich interessiere mich für die Region, ohne allerdings Spezialist zu sein, seit ich Zeitung lese, und das sind über 40 Jahre. Die Wahrnehmung der Assad-Familiendiktatur hier in den westlichen Medien hat sich in dieser Zeit durchaus öfters mal gedreht, die Blutrünstigkeit des Systems war aber für jemanden, der auch zwischen den Zeilen lesen kann und sich gelegentlich mal mit Exilsyrern unterhalten hat, so wie ich, immer offensichtlich.

Dieses System jetzt zum kleineren Übel stilisieren zu wollen ist meiner Meinung nach menschenverachtend, denn es degradiert seine zahlreichen Opfer zu Kollateralschäden.

17:09 von tagtest

>>Richtig ist, das Libyen sich in einem Demokratiefindungsprozess befindet und es absolut nicht richtig ist, zu behaupten, "niemand kann oder will [halbautonomen Milizen] Herr werden".<<

Nun, sie bestreiten daß niemand der Banden Herr wird, gestehen aber zu DAß dem so ist ... Was also ? Ich habe keinen Gefallen an rhetorischen Steilkurven, nur weil sie nicht akzeptieren wollen daß ihre These des "demokratischen Libyen" widerlegt ist.

>>Sie malen die libysche Entwicklung einseitig negativ. <<

Ich male sie so wie sie ist. Wenn sie selbst sagen, sie wäre negativ ... wie könnte ich ihnen da widersprechen.

>>Die Syrer wären froh, sie wären auf dem demokratischen Wege Libyens!<<

Das mag ihre persönliche Meinung sein die ihnen unbenommen ist. Diese ihre persönliche Meinung jedoch auf "das Syrische Volk" zu projezieren ... halte ich für ... "problematisch" ...

>>"Die syrische Flüchtlingskatastrophe ...<<

Das sehe ich ebenso.

Wenn sie es jetzt noch schaffen ohne Englisch auszukommen ...

17:21 von tagtest

Geben sie doch einfach zu, daß die Politik wie sie z.B. von Kommentatoren wie ihnen seit Jahren propagiert wird, vollkommen gescheitert ist.

Sie ist im Irak gescheitert, sie ist in Libyen gescheitert und sie ist in Syrien gescheitert.

Noch wäre Zeit Zustände wie sie im Irak oder Libyen herrschen, wenigstens dem Syrischen Volk zu ersparen.

Dazu wäre aber nötig, erstmal das eigene Scheitern zu erkennen und zu akzeptieren.

Vor einem Jahr schrieben sie noch, wenn Assad weg ist, wird alles schlagartig gut. Jetzt um 17:21 muss ich schon lesen : "Allerdings stimme ich Ihnen zu, dass mit der Vertreibung eines verbrecherischen Despoten wie Assad die Arbeit nicht getan ist."

Sie wissen also ganz genau daß Assad nicht das Problem ist, sonst wäre nach seinem Abgang Frieden.

Wiso sträuben sie sich also der Erkenntnis, auf's falsche Pferd gesetzt zu haben ? Noch wäre Zeit der Syrischen Bevölkerung Libysche oder Irakische Verhältnisse zu ersparen.

Um die geht es ihnen doch ständig.

@tagtest um 17:21

nicht das sie mich falsch verstehen; für mich ist jede diktatur ein krieg gegen andersdenkende und damit illegitim, jeder herrscher der sein amt ererbt hatt desgleichen, da kein mensch von geburt über anderen steht.
ich sehe immer wieder menschen die das anders sehen mit dem bedenken der folgen
die forderung assad stumpf wegzubomben kommt immer wieder auf.
die folgen lägen auf der hand, es ist nur die frage welche form von krieg herrschen soll die so entschieden wird.
und im falle libyens wurde die strategie von anfang an kritisiert weil genau das vorrausgesagt wurde das nun eingetreten ist... ...auch wenn natürlich niemand gezwungen ist eine vorhergesagte folge einer handlung mit der handlung in verbindung zu bringen

17:35, Juergen

". Nur durch die Waffenlieferungen, die logistische Unterstützung und die militärische Ausbildung der Rebellen durch „Dritte“, also an der Destabilisierung der syrischen Regierung interessierten Parteien, konnte es zu dieser menschlichen Katastrophe kommen."

Schade. Bis zu diesem Zitat fand ich Ihren Kommentar sehr klug, aber jetzt haben Sie eindeutig Partei für die syrische Regierungsseite ergriffen. Ansonsten würden Sie die massiven Waffenlieferungen an dieselbe ebenfalls erwähnen.

Wer nicht einer Entwaffnung ALLER Konfliktparteien das Wort redet, propagiert ein Gemetzel, das natürlich zum Endsieg der alten Kräfte führt, aber um den Preis weiterer tausender Tote und anschließender Friedhofsruhe.

Oder glauben Sie, daß nach einem Sieg Assads Demokratie und Menschenrechte ausbrechen werden?

Ich nicht. Ich nehme eher das Gegenteil an, nämlich eine gestärkte Diktatur.

@fathaland slim um 17:30

ich weis^^
aber können sie sich den (politischen) preis vorstellen den russland verlangen MÜSSTE um sich in ein abenteuer zu stürzen das mit afghanistan locker mithalten könnte?
und damit kommen wir zur frage der zahlungsmodalitäten...

um 16:34 von tagtest

im kosovo waren die russen notwendiger partner da sie als "traditionelle verbündete" serbiens für die serbische bevölkerung die legitimation des gewaltmonopols der besatzungstrupen darstellte, was im großen und ganzen mögliche unterstützung für milizen untergrub.
die freund-feind-rethorik aussenrum war staffage
das ziel der befriedung ein gemeinsames

@fathaland slim 17:40

Wenn Sie die anderen Kommentatoren hier lesen,würden sie feststellen,das meine Meinung hier nicht so alleine dasteht.
Auch bin ich kein Assad Bewunderer.
Ergänzend zu sagen,ich glaub es stand vor langer Zeit mal in der Züricher Zeitung:
Aus einem von der Assad Regierung her genehmigtem Demonstrationszug,wurden acht begleitente Polizisten erschossen,ein dutzend schwer verletzt.

@fathaland slim 17:30, Zu Russland und Assad

Zunächst stimme ich Ihnen zu, dass eine Lösung mit Assad nicht möglich ist.
Und ich wäre der Letzte, der etwas dagegen hätte, wenn Russland über Nacht einsichtig würde und mit der internationalen Gemeinschaft im Interesse der Syrer und der Humanität endlich kollaborierte.
Aber zu einem Aspekt habe ich dabei eine andere Perspektive: Der Westen kann m.E. nicht warten bzw. sich den Mund fusselig reden, bis sich Russland eines Besseren besinnt oder auch nicht. Es ist wie beim Kosovo oder anlässlich des Abbaus syrischer Chemiewaffen. Erst wenn die USA bzw. der Westen glaubwürdig klarstellt:"We move anyway regardless what you do, Mr Putin" - erst dann wird sich auch Russland bewegen und zwangsweise Kooperationsbereitschaft zeigen. Ich weiss, dass das nicht das Schönste ist, was ein Pazifist sich vorstellt, aber ich bin der Überzeugung, dass nur ein festes "bellizistische Auftreten" realistisch ist und Russland beeindruckt.

um 17:22 von Thilo Burkhard

auch das war im prinzip vorhergesagt worden
die amerikanische zuständige generalität hatte ziemlich präzise vorstellungen von dem was rauskommt wenn man mit ca 10% von dem was sie für übernahme und besatzung veranschlagt hatten da reingeht.
die verantwortlichen wurden dann hallt gegen willfährige ausgetauscht mit der begründung das rumsfeld der zeitplan für den aufmarsch zu ausufernd war...

@Marc72 17:36, Einige Positionierungen

1. Djihadisten ziehen nicht für den Westen in den Krieg.
2. Assad hat militärischen Rückhalt durch die Reste seines Armeeapparates, Russland, Iran und die Hisbollah und profitiert von einer funktionalen Allianz mit Al-Kaida - deshalb ist er noch an der Macht. Mit "Rückhalt in der Bevölkerung" hat das nichts zu tun.
3. Die "Eroberungen von Extremisten" im Irak sind ein Resultat des zu frühen ABZUGS der Alliierten und der Unfähigkeit der irakischen Regierung, die Fliehkräfte im Irak zu versöhnen. Unter der Truppenpräsenz der USA hatte sich nämlich die Lage im Irak im Laufe der Jahre durchaus beruhigt. Also wieder (zumindest zum Teil, die irakische Regierung trägt schliesslich selbst offiziell die Hauptverantwortung!) ein klassischer Fall von letztlich zu wenig internationalem Engagement im entscheidenden Moment.

17:54, Xabbu

"Geben sie doch einfach zu, daß die Politik wie sie z.B. von Kommentatoren wie ihnen seit Jahren propagiert wird, vollkommen gescheitert ist.

Sie ist im Irak gescheitert, sie ist in Libyen gescheitert und sie ist in Syrien gescheitert."

Sie stellen hier drei Länder nebeneinander, deren Gemeinsamkeiten nur oberflächlich sind.

Was Sie im Irak und auch in Libyen beobachten können, wird von Kriminologen als das "Felix Mitchell Paradox" bezeichnet. Googeln Sie das mal, ist sehr erhellend. Ich wusste da bisher auch nichts von, habe aber letzte Woche Felix Mitchells Bruder kennengelernt:=)

In Libyen herrscht eine Situation, die mit dem Irak nicht zu vergleichen ist, da hier noch alles im Fluß ist und die Bevölkerung sich mit der Bandenherrschaft nicht abfindet. Es wird ein wenig dauern, aber Libyen ist nicht hoffnungslos.

Der Irak ist ganz anders gelagert, da hier ein (vorgeblicher) Religionskonflikt entstanden ist, sich also zwei wie auch immer definierte Gruppen um die Macht streiten.

18:08, Der Lenz

"aber können sie sich den (politischen) preis vorstellen den russland verlangen MÜSSTE um sich in ein abenteuer zu stürzen das mit afghanistan locker mithalten könnte?
und damit kommen wir zur frage der zahlungsmodalitäten..."

Ich glaube, daß die unverbrüchliche Freundschaft zu Assad Russland langfristig teurer zu stehen kommen wird.

Mit Afghanistan lässt sich die ganze Sache nicht vergleichen, denn wir reden hier doch von einem UN-Mandat, oder?

@Lenz 18:03, Libyen war ein Erfolg

Sie tun geradewegs so, als sei nun in Libyen alles schlecht und hoffnungslos. Wir sind uns hoffentlich einig, dass die aktuellen Probleme Libyens nicht im mindesten die Dimensionen des Horrors von Syrien haben. Die Alternative zur Intervention wäre ein Krieg Gaddafis gegen die eigene Bevölkerung gewesen, Misrata wurde bereits bombardiert, seine Truppen standen schon kurz vor Bengasi mit all den aus Syrien bekannten bedrohlichen Konsequenzen, als die NATO endlich eingriff. Soviel zur Erinnerung. Und heute? Ja, es ist chaotisch, zum Teil anarchisch, und teilweise auch brutal (z.B. der Beschuss friedlicher Demonstranten im November).
Aber es gibt eben auch starke zivile Komponenten: Freie Presse, Milizen werden von den Bewohnern von Städten verjagt usw. Last but not least: Es gab echte Wahlen und es finden komplizierte Verhandlungsprozesse allerorten statt. Ja, das ist chaotisch - aber mitnichten so hoffnungslos, wie manch einer einseitig suggeriert.

17:30 von fathaland slim

>>Wie gesagt, anders geht es nicht. Eine Lösung mit Assad ist nicht möglich.<<

Früher fand ich es noch amüsant, wenn Kommentatoren ihre eigene Meinung auf ganze Völker projezierten. Heute bin ich zutiefst erschüttert.

Erschüttert bin ich, daß im ersten Teil ihres Beitrags so viel wahres stand, das leider bisher keinen Einzug in die Tagespolitik hielt.

Erschüttert bin ich, daß jemand hier im Westen, sich wieder einmal das Recht herausnimmt einem fremden Land seine Meinung und seinen Willen aufzuzwingen. Denn genau das taten sie mit obigem Zitat !

Die Iraker waren zufrieden ein Leben mit Einschränkungen zu führen, aber in Frieden. Heute werden sie täglich demokratisch von Autobomben zerfetzt.

Für die Libyer gilt das Gleiche.

Und jetzt geht der ganze Spuk in Syrien los.

Die Gas-Pipeline die Saudi-Arabien durch Syrien bauen will, und die der eigendliche Auslöser für den Krieg war, wird eines Tages gemeinsam mit der Chinesischen Mauer genannt werden : Aus Blut und Knochen gebaut.

Am 01. Februar 2014 um 18:05 von fathaland slim

Könnte es sein, dass Waffenlieferungen an eine von der UN anerkannte Regierung (und bis vor ca 3 Jahren auch von der westlichen Presse als solche bezeichnet) rechtlich gesehen legitim sind?

Hätten insbesondere der Westen nicht von Anfang an auf Gewaltanwendung gesetzt - nur haben halt die Russen sich nicht wieder reinlegen lassen wie bei Libyen - sondern die Situation ausgenutzt und Präsident Assad und die Baath-Partei "nur" unter moralischen Druck gesetzt, wäre Syrien heute auf dem Weg zur Demokratie. Zu dieser Zeit war Herr Assad ziemlich schockiert und auch "kleinlaut" aufgrund des Versagens seiner "Sicherheitskräfte" bei der Ermordung von Demonstranten relativ "willfährig".
Ob er nun immer noch mit sich "reden" läßt, muss ich bezweifeln. Er wird nun genauso verhärtet sein wie seine Gegner.

18:25, 19ikarus43

"Wenn Sie die anderen Kommentatoren hier lesen,würden sie feststellen,das meine Meinung hier nicht so alleine dasteht."

Habe ich das denn in Abrede gestellt? Sicherlich sind Sie hier im Forum in "guter" Gesellschaft.

Ich hingegen vertrete hier eindeutig eine Minderheitenposition. Das entwertet diese aber nicht.

Wir stimmen hier nicht ab, wer richtig oder falsch liegt, sondern vertreten das, was wir für richtig halten und lassen uns gegebenenfalls davon überzeugen, daß wir vielleicht nicht ganz richtig mit unseren Einschätzungen liegen.

Aber nur wenn die Argumente überzeugend sind, und das lässt sich schlecht an der Anzahl der Foristen festmachen, die diese vorbringen.

um 18:32 von tagtest

wenn ich das mit den chemiewaffen richtig in erinnerung habe hatte sich obama mit seiner roten linie verrant, und wurde durch ständige behauptete wie reale vorfälle und den daraus folgenden forderungen vorgeführt.
die lösung lief über moskau, das ist richtig, aber glauben sie wirklich das man dort den plan was zu geschehen habe(und nun auch geschieht) in den 5 minuten zwischen kerrys "versprecher" und der reaktion russlands und syriens zusammengekritzelt hatt?

dann glauben sie warscheinlich auch das die berliner mauer durch den "versprecher" eines ostpolitikers gefallen ist und die u-bahnschaffner die nötig waren um die halbe ddr durch berlin zu kutschieren rein zufällig gerade keinen urlaub hatten.

um 18:51 von fathaland slim

das hatten die amerikaner in korea auch...

" Ich weiss, dass das nicht

" Ich weiss, dass das nicht das Schönste ist, was ein Pazifist sich vorstellt, aber ich bin der Überzeugung, dass nur ein festes "bellizistische Auftreten" realistisch ist und Russland beeindruckt."

Auch wenn wir den pazifistischen Standpunkt, der der meinige ist, mal außen vor lassen: Eine Aktion entlang der Frontlinien des eigentlich überwundenen Kalten Krieges würde denselben wiederbeleben, und das wäre in niemandes Interesse.

Ich fand Obamas Auftreten übrigens sehr klug, auch wenn viele hier im Forum über seine angebliche Schwäche jubelten und die amerikanische Rechte dieselbe anprangerte. Der Mann ist Diplomat durch und durch und hat das einzig Richtige getan: Russland ins Boot zu holen bzw. zumindest einen Anfang zu machen.

18:45 von fathaland slim

>>Sie stellen hier drei Länder nebeneinander, deren Gemeinsamkeiten nur oberflächlich sind.<<

Stimmt, sie haben mich ertappt. Im Irak hieß er Hussein und stand G.Bush Sen. noch für "stabile Verhältnisse", in Libyen hieß er Gaddafi und bekam eine Auszeichnung der Völkergemeinschaft für sein Wasserprojekt und in Syrien heißt er Assad aber der hat nix vorzuweisen. Also ich gebe zu, es gibt keine Gemeinsamkeit.

>>Was Sie im Irak und auch in Libyen beobachten können, wird von Kriminologen als das "Felix Mitchell Paradox" bezeichnet.<<

Das ist sogar so wichtig, daß Wikipedia das Thema nicht kennt.

Nein, jetzt mal im Ernst. Ich habe Verständnis dafür, daß niemand gerne zugibt sich geirrt zu haben. Schon Clauewitz hatte ja erkannt daß nichts so schwierig ist wie der Rückzug aus einer unhaltbaren Position ... aber heute, im 21ten Jahrhundert ?

Warum fällt es einigen Kommentatoren so schwer einzusehen, daß ihr Versuch des Regimechanges nur Leid und Tod gebracht hat, aber keine Verbesserung?

um 18:51 von tagtest

sie tun so als währe von anfang an nur eine strategie möglich gewesen
dem ist nicht so
versuchen sie nicht mir zu unterstellen ich würde gadafies sturtz nicht gutheissen wenn ich eine strategie die einen halben kontinent ins chaos stürtzt verurteile
v.a. wenn sie vitalen deutschen wirtschaftsinterressen einen dicken strich durch die rechnung macht.
bnei sowas wie einem happy end sind wir noch lange nicht, das mag kommen
wer weis
aber derzeit ist die frage der menschenwürde in libyen eine der stammeszugehörigkeit, mit löblicher ausnahme des europäisch orientierten städtischen bürgertums, aber die waren auch unter g.schon anders als der rest.

18:51 von tagtest

>>Ja, es ist chaotisch, zum Teil anarchisch, und teilweise auch brutal (z.B. der Beschuss friedlicher Demonstranten im November).<<

Werter Kommentator #Tagtest#,

ich erinnere mich als wenn es gestern gewesen wäre, als Kommentatoren wie sie, den (damals mutmaßlichen) Beschuss "friedlicher Demonstranten" in Libyen als Rechtfertigung sahen, die NATO-Bomber dort hinzuschicken.

Heute ist ihnen das nur noch ein : Ach Gottchen, da ist es chaotisch, zum Teil anarchisch und teilweise brutal ... und der Beschuss von friedlichen Demonstranten ist ihnen nur eine Fussnote wert.

Und im Gleichen Atemzug erklären sie uns, daß sie o.g. Verhältnisse auch für Syrien wünschen ?

Sie machen mich sprachlos !

Es mag ja sein daß SIE an solchen Verhältnissen nichts auszusetzen haben, aber können sie auch für die Syrische Bevölkerung sprechen ?

Wieviel Leid und Tod soll diesen armen Leuten noch zugemutet werden, im Namen von Menschen mit der Meinung wie SIE sie vertreten ?

19:02, Xabbu

"Erschüttert bin ich, daß jemand hier im Westen, sich wieder einmal das Recht herausnimmt einem fremden Land seine Meinung und seinen Willen aufzuzwingen. Denn genau das taten sie mit obigem Zitat !"

Es ehrt mich natürlich, daß Sie meinen Worten so viel Macht unterstellen, aber ich muß Sie da enttäuschen. Ich bin nur ein kleiner Kommentator, der niemandem irgend etwas aufzwingen kann.

Trotzdem danke für die Blumen.

Was die Sache mit der Pipeline angeht, die Saudi-Arabien angeblich durch Syrien bauen möchte: wenn sie darin die Wurzel der augenblicklichen Situation sehen, dann lieben Sie offensichtlich sehr einfache, monokausale Erklärungsmuster.

Diese werden der Sachlage aber im allgemeinen und im vorliegenden Fall ganz besonders nicht gerecht.

19:07, Juergen

"Könnte es sein, dass Waffenlieferungen an eine von der UN anerkannte Regierung (und bis vor ca 3 Jahren auch von der westlichen Presse als solche bezeichnet) rechtlich gesehen legitim sind?"

Das Argument hat für mich als alten Sponti keine Überzeugungskraft.

Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

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