Kommentare - "Partygate"-Bericht: "Führungsversagen" und "schwere Regelbrüche"

31. Januar 2022 - 17:38 Uhr

Mindestens 16 Partys wurden während des Lockdowns in der Downing Street gefeiert. Nun ist der Bericht zum "Partygate" veröffentlicht worden - und wirft den Verantwortlichen schwere Versäumnisse vor. Johnson entschuldigte sich im Parlament.

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Kommentare

Exzessiver Alkoholkonsum

Ob er sich da noch herauslavieren kann?
Da Scotland Yard noch ermittelt, und deshalb der Bericht vermutlich längst nicht alles aufdeckt, dürfte das normalerweise nicht gelingen. Aber vielleicht lassen ihm seine Fans das auch noch durchgehen.
Wie schrieb ein Forist hier vor wenigen Wochen: ein Gläschen Wein zum Feierabend ist doch in Ordnung...

An Peinlichkeit kaum noch zu toppen

Es ist immer wieder erstaunlich, wie es einem Hasardeur wie Boris Johnson gelingen konnte, bis zum Premierminister aufzusteigen. Er und seine Getreuen feiern und machen Party, während das einfache Volk Verzicht übt. Seine soeben erst erlassenen Corona-Lockerungen scheinen vor allem den Zweck zu verfolgen, von der eigenen Charakterlosigkeit abzulenken. "Wenn ich gefeiert und Corona abgehakt habe, dann dürft ihr das jetzt auch." Dieser Mann ist an Peinlichkeit kaum noch zu toppen und steht in einer Reihe mit Salvini und Trump.

Führungsversagen" und "schwere Regelbrüche"

Aber vielleicht hat dieser Mann ein ähnlich anhängliches Klientel hinter sich wie der Trump, dann passiert genau nix udn alles läuft weiter so. Um die Politik in der Welt kann einem wirklich bang werden.

Quertreiber als Regierungschef...

Das muss doch allen selbsternannten Querdenkern runter gehen wie Öl... Ein Regierungschef, der sich an die eigenen Regeln nicht hält, weil er alles für Hokuspokus hält.

Ich hoffe, er wird mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt...

@ 18:16 Adeo60

Ich bin ja, soweit ich weiß, nicht wirklich allzu oft Ihrer Meinung. Umso mehr freut es mich, Ihnen hier mal uneingeschränkt zustimmen zu müssen.
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Bei Djokovic wurde ja auch ein riesiges TamTam gemacht und hier reden wir immerhin von einem Regierungschef. Welcher sich noch dazu nicht mal irgendeine Teilnahme an einem Event o. ä. ermöglichen möchte, sondern dem es in erster Linie anscheinend grundsätzlich an jeglichem Mindestmaß an Anstand fehlt.

Ehrlich gesagt

habe ich langsam genug von dem medialen Johnson-Bashing. Was private Verfehlungen unter Spitzenpolitikern betrifft, da drehe ich die Hand nicht rum. Jede Regierungsclique in aller Welt prdigt Wasser und trinkt erlesenen Wein, jede Regierung hat ihr "Wandlitz" und bei den Allermeisten gibt es kein Interesse seitens der Medien. Bei Johnson aber haben wir es mit einem Politiker zu tun, welcher mit energischen Schritten den EU-Austritt von GB vorangetrieben hat, der bzw. dessen Land sich nicht mehr von EU-Eurokraten bevormunden lässt. Ich prognostizere: Nach den jetzigen Schwierigkeiten wird GB siegreich hervorgehen und der EU eine Nase drehen. GB war schon immer auf der siegreichen Seite. Das mag auch der Hauptgrund dessen sein, weshalb man jetzt medial auf ihn draufhaut und auch weil man längst erkannt hat, dass Johnson trotz seines äußerlich betrachtet trotteligen Auftretens weiß Gott kein Schwachkopf ist. Ich wünsche ihm und GB jedenfalls "good luck".

Animal Farm die Zweite

Nachdem mir die erste Nachricht für mich aus unerkenntlichen Gründen „gerötet“ wurde, versuche ich es noch einmal.
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Als ich von exzessivem Alkoholkonsum im Regierungssitz gelesen habe, musste ich spontan an den Zeichentrickfilm „Animal Farm“ nach George Orwell denken.
Nachdem sich die Schweine nach der Revolution gegen den Bauern als die intelligenten Tiere zur Regierung aufschwangen und ihre Zusammenkünfte immer mehr in Orgien ausuferten, während sie den anderen Tieren immer härtere Arbeit aufbürdeten.
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Die Parallelen sind exorbitant.
Dort der Regierungssitz, der sich nicht um Regeln schert, während den arbeitenden und den eigentlich Staats- oder Bauernhoftragenden hohe Aufgaben und Verzicht auferlegt werden.
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Dass in Animal Farm dafür Schweine herhalten müssen, dafür kann ich nichts und das soll ja auch kein Vergleich sein.

@Am 31. Januar 2022 - 18:16 Uhr von Adeo60

Fügen Sie dem Begriff Peinlichkeit noch schiere Dummheit und Naivität hinzu - Hat Boris Johnson ernsthaft geglaubt, das diese Dinge niemals öffentlich werden?

In Deutschland weiß man seit Franz Josef Strauß : "Feind, Todfeind, Parteifreund".

Man fragt sich warum jemand mit so deutlich erkennbaren Charakterschwächen einen glatten Wahlerfolg feiern konnte...

Johnson versucht allen klarzumachen, dass sie „nichts machen“

können - und er, was er wil.
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Ob er damit nicht am Ende nicht doch (wieder) „Erfolg“ hat, muss sich noch zeigen (dies zu „Der stark unter Druck stehende britische Premier Johnson wird an keiner Stelle des Berichts direkt kritisiert. Die Opposition fordert dennoch mit Nachdruck seinen Rücktritt“ und
„Grays Einblicke sind ein schwerer Schlag für Johnson. Zumal er zuvor immer beteuert hatte, dass die Regeln stets eingehalten worden seien“).
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Johnson: "Ich werde das in Ordnung bringen"
Wie denn? Mit fadenscheinigen Entschuldigungen: "Es tut mir leid wegen der Dinge, die wir nicht richtig gemacht haben - und es tut mir leid wegen der Art, wie wir diese Angelegenheit gehandhabt haben."Ich habe es verstanden, und ich werde …“ [really?]) ?
Rückgängig machen lässt sich sein Fehlverhalten (nicht nur in diesem Fall) wohl kaum. Und dessen Folgen, allen voran die des nicht zuletzt seinen infamen Lügen und der Leichtgläubigkeit (zu) vieler Bürger zu „verdankenden“ Brexits, schon gar nicht.

Konservativer Markenkern = Ehrenkodex

Konservative bestechen nicht durch ausgefeilte Programme oder ideologische Salondiskussionen. Da sind andere besser.
Churchill, Adenauer, de Gaulle und viele andere Konservative waren aber Politker, die gute Politik gemacht und einen Ehrenkodex vertreten haben. Ehrbarkeit kling heutzutage altmodisch, ich weiß. Aber es ist und bleibt das, was die Wähler an einem Politiker schätzen.
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Johnson sollte das Amt des Premierministers ehren und zurücktreten. Die Tories haben genügend andere Talente.

@Wehret-allen-A..., 18:57


Man fragt sich warum jemand mit so deutlich erkennbaren Charakterschwächen einen glatten Wahlerfolg feiern konnte...

Sie fragen sich das und ich habe mich das auch lang gefragt. Ich schlage als Antwort vor: weil der Wähler heute alles mögliche von demjenigen erwartet, dem er sein Stimme gibt, aber Charakter gehört nicht dazu. Und Boris ist ja kein Einzelfall.
Was aber mindestens ebensoviel über den Wähler aussagt.

@Wehret-allen-A...", 18:57 Uhr

Es gibt noch viele Negativ-Attribute, mit denen man Johnson versehen kann. Eines hatte ich noch vergessen: Dreistigkeit! Der Man ist nicht dumm, er weiß sehr wohl was er da tut. Freilich glaubt es, sich alles erlauben zu können - und solche Menschen sind gefährlich, wie das Beispiel Donald Trump ja besonders eindringlich gelehrt hat.

Er wird sich selbst…

Er wird sich selbst begnadigen. Thema erledigt.
Mal abgesehen davon, daß das nicht 100% OK war, ist es auch ziemlich egal.
Ich hab auch "parties gefeiert", während der ausgangssperre & Lockdown. Und?

Johnson muss weg

Jeder bekommt die Führung, die er verdient (von Ausnahmen abgesehen, die aber die Regel bestätigen). Johnson ist bereits in der Brexit-Historie durch dreiste Lügen an sein Volk aufgefallen. Was sollte sich da anderes entwickeln, als wir jetzt präsentiert bekommen?
Welchen demokratischen Stellenwert hat die teilweise und nicht unwesentliche Schwärzung des Berichts der Spitzenbeamtin? Scotland Yard macht Politik! Was soll das?
Auch für die internationale Zusammenarbeit mit GB ist das ein Desaster. Der auffällige Aktionismus von Johnson in der Ukraine-Krise kann wohl nur als Ablenkungsmanöver verstanden werden.

@Vaddern (18:54)

Manchmal führen mangelnde literarische Kenntnisse zu Missverständnissen, das passiert gerade im Zusammenhang mit George Orwell öfter als man denkt.
Ich habe ihn (wie übrigens auch Huxley) noch in der Schule lesen dürfen und finde den Vergleich durchaus nachvollziehbar. Obwohl ich schon seit langem weitaus öfter an 1984 denken muss...

@Am 31. Januar 2022 - 19:15 Uhr von frosthorn

"weil der Wähler heute alles mögliche von demjenigen erwartet, dem er sein Stimme gibt, aber Charakter gehört nicht dazu"
Erinnert mich irgendwie an die römische Dekadenz vergangener Tage. Geschichte wiederholt sich halt immer wieder.
Das wird den britischen Wählern noch um die Ohren fliegen, und ich freue mich nicht darüber

Partygate"-Bericht:

Der Fisch stinkt immer vom Kopf her
da macht der Johnson keine Ausnahme
wobei ich bezweifle dass es bei uns besser ist

Arbeitssitzungen

Party oder Arbeitssitzung - vielleicht laufen beide bei dieser Regierung gleich ab und sind damit schwer zu unterscheiden. Insofern konnte Johnson sich da schon mal irren.

Wenn er sich entschuldigt ...

... dann ist doch gut.

Er hat immerhin den Brexit hingekriegt.
Get Brexit done.

Dafür hat er Respekt und Anerkennung verdient.

In Deutschland bereichern sich Abgeordnete an Masken Deals. Ist auch nicht schön.

@ 18:54 Uhr von Oivlis

Also: Wem wünschen Sie nun 'good luck' - Johnson oder GB?
Beides geht nicht, und zwar schon lange nicht mehr, auch wenn das für Ihre ideologiegetriebene bräsige Heiligsprechung des Brexit schwer zu akzeptieren ist.

?

Ich habe in dem Bericht nicht wirklich was belastendes gefunden.

Ich vermute, es handelt sich um eine politisch motivierte Schmutzkampagne. Wie aus dem Textbuch.

19:15, frosthorn

>>@Wehret-allen-A..., 18:57
,
„Man fragt sich warum jemand mit so deutlich erkennbaren Charakterschwächen einen glatten Wahlerfolg feiern konnte...“
.
Sie fragen sich das und ich habe mich das auch lang gefragt. Ich schlage als Antwort vor: weil der Wähler heute alles mögliche von demjenigen erwartet, dem er sein Stimme gibt, aber Charakter gehört nicht dazu. Und Boris ist ja kein Einzelfall.
Was aber mindestens ebensoviel über den Wähler aussagt.<<
.
Anhänger rechter Lichtgestalten verzeihen ihren Idolen alles. Das hat sektenähnliche Züge. Tatsachen? Möglicherweise interessant, aber irrelevant. Der Triumph der Irrationalität.

19:19 Uhr von Adeo60

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!

Johannes 8, 7

"Zugleich aber gibt es auch eine moderne Version der Steinigung. Heute findet sie in den Medien statt....
...
Reißerische Gazetten in aller Welt dienen dabei als Vorbild. Sie suchen sich immer wieder neue Opfer – besonders gern prominente Opfer, mit denen sie ihre Schlagzeilen füllen und offenbar auch gierig und gern gelesen werden. Sie bedienen damit einen Instinkt im Menschen, der aktuell wie eh und je ist. Ihre Auflagen sind der Beweis. Auf diese Weise wurden schon Karrieren und Menschenleben zerstört. Seit nun dank des Internets jeder Mensch seine eigene Gazette im Netz mit Verleumdungen bestücken darf, hat die verbale "Steinigung" eine ungeheure Verbreitung erfahren."
Quelle: "https://www.gutzitiert.de/zitat_autor_bibel_thema_schuld_zitat_18420.ht…"

was kommt als nächstes?

"Johnsons Sprecher Max Blain teilte mit, mit Grays Team werde besprochen, was für eine Veröffentlichung infrage komme."

was kommt als nächstes? ein bankräuber bespricht mit dem staatsanwalt, welche untersuchungsergebnisse der polizei im gericht nicht verwendet werden sollen. für mich ist diese einflussnahme des primeministers ein absolutes unding und gegen jegliches demokratieverständnis.

Misstrauensvotum ist überfällig!

Abschließende Polizeiberichte sollten zügig vorgelegt werden. Ein Misstrauensvotum ist überfällig. Das würde Johnson vermutlich nicht überstehen. Warum sollten nur andere Teilnehmer an illegalen Parties in die Verantwortung genommen werden und ihre Jobs verlieren?

@Einfach unglaublich

"Er hat immerhin den Brexit hingekriegt.
Get Brexit done.

Dafür hat er Respekt und Anerkennung verdient."
.
Hat er das wirklich? Für Lügen und Tricksereien, für die Entmachtung des Parlaments usw.?
Hauptsache Brexit? Da verzeiht der EU-Hasser doch glatt alles.
Wundern tu ich mich darüber aber kein Stück.

19:55 Uhr von Sisyphos3

>>Der Fisch stinkt immer vom Kopf her
da macht der Johnson keine Ausnahme
wobei ich bezweifle dass es bei uns besser ist<<
.
Wissen Sie Näheres ob Frau Merkel oder Herr Scholz unter Coronabeschränkungen Partys gemacht haben?
Oder wollen Sie einfach mal wieder, ohne Zusammenhang zum aktuellen Artikel, über deutsche Politiker herziehen.

Freedom Day Nr. 2

Und um jetzt von seinen offensichtlichen Verfehlungen abzulenken, gibt es nun wieder die Proklamierung der Freiheit, zweite Auflage: ihr dürft jetzt wieder alle Partys bis zum Abwinken feiern, dann darf das euer Prime Minister doch auch, oder?

Ich bin überzeugt

viele von denen, die hier ihre Opfer in der Pandemie gebracht haben, haben Johnson auch gewählt und würden ihn wieder wählen.
Auch wenn ich das nicht verstehen kann, ist aber so.

@Bauer Tom

"Ich vermute, es handelt sich um eine politisch motivierte Schmutzkampagne. Wie aus dem Textbuch."
.
Natürlich.
Die Hetzjagden auf Trump waren ein Kinderspiel dagegen.

@18:54 Uhr von Oivlis Ehrlich gesagt

// GB war schon immer auf der siegreichen Seite.//
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JEDE "Glückssträhne" geht einmal zu Ende. GB scheint mir schon seit längerer Zeit mit dem Abstieg zu kämpfen. Der Brexit war nur ein weiterer Plumps nach unten.
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//Ehrlich gesagt
habe ich langsam genug von dem medialen Johnson-Bashing.//
.
Und mir geht es auf die Nerven, wenn jede noch so gerechtfertigte Kritik als "Bashing" bezeichnet wir.

Ist es in Ordnung?

Nein.
Ist es überraschend?
Nein.
Ist es wichtig?
Ich denke: NEIN!

@21:05 Uhr von Tinkotis

//Nein.
Ist es überraschend?
Nein.
Ist es wichtig?
Ich denke: NEIN!//
.
Nicht wichtig? Dann wäre auch das Amt nicht wichtig. Ich denke schon, dass es einen Riesenunterschied macht, ob ein Hafenarbeiter betrunken die Corona-Regeln missachtet oder ob das ein Regierungsmitglied oder gar das Staatsoberhaupt persönlich tut.

21:16 Uhr von Anna-Elisabeth @21:05 Uhr von Tinkotis

Nicht wichtig? Dann wäre auch das Amt nicht wichtig. Ich denke schon, dass es einen Riesenunterschied macht, ob ein Hafenarbeiter betrunken die Corona-Regeln missachtet oder ob das ein Regierungsmitglied oder gar das Staatsoberhaupt persönlich tut.
#
Natürlich ist es ein Riesen Unterschied.Man kann dem Volk nicht vorschreiben Wasser zu trinken und selber Wein. Gruß

19:55 Uhr von Sisyphos3

"Der Fisch stinkt immer vom Kopf her
da macht der Johnson keine Ausnahme
wobei ich bezweifle dass es bei uns besser ist"

,.,.,
.

1.
Man sollte an Sprichwörter nicht glauben, als seien sie göttlich. Stimmen tun sie selten.
.

2.
Obengenanntes Sprichwort bedeutet nicht, dass Johnsons Kopf stinkt und dementsprechend auch sein ganzer Körper, sondern:
.
dass ganz England stinkt (unmoralisch ist), weil England von Johnsons Stinken (Unmoralischsein) angesteckt worden ist.

DAS wollten Sie doch aber gar nicht sagen, oder?
Denn Johnsons Unmoralischsein wurde doch gerade erst bekannt.

Johnson und Corona

Nach seiner eigenen Erkrankung an Corona hat er kurzfristig etwas unternommen.
Zuvor: alles laufen lassen.
Danach: halbherzig.
Seit Juli, Freedom, GB dauerhaft mit den höchsten Infektionszahlen und Todeszahlen im Vergleich zu allen anderen europäischen Staaten.
Läuft?

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