Staatsfolter in Syrien: Urteil mit Signalwirkung

Kommentare

@ frosthorn

So sehr ich auch Verfechter des Resozialisierungsgedankens bin: ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Täter nach 15 Jahren so geläutert sein könbnte, dass man ihm eine günstige Sozialprognose ausstellen kann. Wechen Charakter muss man haben, um solch grausame Schuld auf sich zu laden?

Aus christlicher Sicht kann jeder Vervrecher bereuen und kann jedem vergeben werden. Aus Sicht der Justiz wird das frühesterns nach 15 Jahren geprüft. Die durchschnittliche Haftdauer bei Lebenslänglich liegt in Deutschland glaube ich bei etwa 23 Jahren.

@ 20:07 Uhr von Bender Rodriguez

Dass die Argumentation wirklich so absurd werden würde, hätte ich nicht für möglich gehalten: Sie wollen allen Ernstes sagen, dass Kriegsverbrecher bei uns so schön verurteilt werden und eine Inhaftierung eigentlich so etwas wie Langzeitwirkung-Urlaub ist - da muss man erst mal drauf kommen.

Gut, aber zu spät.

Es ist gut, daß jeder dieser Verbrecher früher oder später bestraft werden kann und hoffentlich auch wird.
Besser wäre, wenn die Machthaber, die solche Verbrechen anordnen, verurteilt und falls sie die Strafe nicht antreten ein Kopfgeld ausgesetzt wird.

20:39, Olivia59

>>@fathaland slim, eine_anmerkung
"eine_anmerkung: >>Bedeutet dies nun das die Verantwortlichen (Guantanamo und so) der USA dann künftig auch von unseren deutschen Gerichten abgeurteilt werden? Müsste doch eigentlich der Fall sein wenn wir diesen Fall hier als Referenz nehmen?<<
Sollte ein solcher Menschenrechtsverletzer in Deutschland gefasst werden, so ist das möglich."
Amüsante Vorstellung. Donald Rumsfeld war bereits in Deutschland. Alles ging über seinen Schreibtisch, gegen wen sonst sollte man ermitteln und Anklage erheben, wenn nicht gegen das oberste Glied in der Befehlskette.<<
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Donald Rumsfeld als Regierungsoffizieller genoss diplomatische Immunität. Ein syrischer Regierungsvertreter im Ausland ebenfalls. Sonst könnten ja keine Syrer zu internationalen Konferenzen fliegen. Frustrierend, aber ist so. Und es ist sogar gut so.

20:42 Uhr von SinnUndVerstand

>>“Gut, dass unsere Justiz deutlich weiter ist: Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind keine nationale Angelegenheit; und Ihre indirekte Verteidigung von menschenverachtender Pseudojustiz unter dem Deckmantel, es gelte "die Rechtsprechung des jeweiligen Landes zu respektieren", ist schlicht verstörend, in einem Land 75 Jahre nach der NS-Pervertierung der Justiz.“<<
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Um den von Ihnen mal wieder abgeschossenen Giftpfeil mal zu neutralisieren zu versuchen. Wenn ich als Amerikaner in Amerika eine Straftat verübe, unterliege ich doch der dortigen Rechtsprechung oder nicht? Könnte ja auch die Todesstrafe bedeuten die wir (außer ich) nicht gut finden und jetzt?

@ Jan Petersen

Man behauptet einfach mal ein paar unbewiesene Sachen (natürlich so glaubwürdig als möglich) und kommt mit einer 15 jährigen Strafe davon.

Nein, das ist sachlich falsch. Das Gericht wertet nur Fakten als Beweis, wenn es sie nach menschlichem, Ermessen für bewiesen hält.
Und im Übrigen lautet das Urteil nicht auf 15 Jahre, sondern das Urteil lautet auf lebenslänglich. Das kann je nach Fall wesentlich länger sein, die Reststrafe wird nicht automatisch nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt.

20:38, WirSindLegion

>>@20:31 Uhr von fathaland slim: Das war Sarkasmus......
Haben Sie das ernsthaft nicht erkannt.... mit dem "die Guten" ?
Ich hätte auch "die am anderen Ende des Atlantiks" schreiben können.<<
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Ich bin mit Propagandasprech durchaus vertraut. Vor allem, wenn es die immergleichen Stanzen sind.

Am 13. Januar 2022 - 19:00 Uhr von schwer gestört

Warum wird Präsident Assad nicht auch endlich in Den Haag vor Gericht gestellt?
__
Stellen Sie ihm doch mal eine Vorladung zur Einvernahme zu. Gibt es überhaupt einen Haftbefehl ? Wenn ja, von wem ? Ich glaube allerdings nicht, dass es einen gibt. Das wäre ja einfach, wenn man so mir nichts, dir nichts alle missliebigen Personen vor den internationalen Gerichtshof zerren könnte. Mir würden da auch ein paar Leute einfallen, die mich tierisch nerven. Ich denke aber, dass es da ganz bestimmte Kriterien gibt.
By the way, auch bei Herrn Putin dürfte das nicht gelingen, oder bei Herrn Xi, obwohl das bei einigen Foristen bestimmt gut ankäme.

@ 20:07 Uhr von werner1955

Ja genau! Dass diese Gefahr des Pull-Effektes noch niemand aufgefallen ist: Wir können doch nicht in Deutschland einen Kriegsverbrecher von woanders verurteilen, weil dann kommen immer mehr Kriegsverbrecher und freuen sich darauf, bei uns verurteilt zu werden.
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Eigentlich fehlen mir jenseits der Ironie wirklich die Worte.

Sinn oder Verstand

"i uns so schön verurteilt werden und eine Inhaftierung eigentlich so etwas wie Langzeitwirkung-Urlaub ist - da muss man erst mal drauf kommen."
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Also wirklich. Wer da nicht ht drauf kommt, hat nichts verstanden.
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Zur Alternative stehen
-Prügelknast in Russland
-Folter im Guantanamo
-kuschelknast mit Vollversorgung in Deutschland.
Oder Armut im Heimatland
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Wo würdest Du hingehen?

20:30, WirSindLegion

>>@20:23 Uhr von Sausevind: Verzweifelter Fanatiker
Dieser Verurteilte schaute so verzweifelt, weil er für seinem geliebten Assad nicht mehr die Menschlichkeit mit aller Kraft negieren kann.
Fanatische Menschen sind schlimmer als jedes wilde Tier - denn Tiere kennen keinen Fanatismus und Sadismus - die "Grausamkeit" im Tierreich ist nur reiner Instinkt (auch wenn die Katze mit der Maus "spielt") und Zweckhandlungen um zu überleben.<<
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Sie glauben nicht, im Gegensatz zu dem Gericht, das ihn verurteilt hat, daß der Mann seine Taten bereut und mit dem Assadregime gebrochen hat?

Am 13. Januar 2022 - 20:43 Uhr von fathaland slim

Zitat: „ Sollte einer der Mörder nach Deutschland fliehen, so käme er hier vor Gericht. Vorausgesetzt natürlich er würde erkannt.“

Glauben Sie das wirklich, das der Folter oder der Kriegsverbrechen verdächtige, die Staatsbürger einer verbündeten Nation sind, von unserer Justiz genau so konsequent zur Rechenschaft gezogen werden?

@ fathaland slim @ Olivia59

"Sie wissen aber schon, daß die USA dieses Gericht überhaupt nicht anerkennen?"

Die USA, Russland und China (und andere) erkennen den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nicht an. Sie würden eigene Kriegsverbrecher also nicht dorthin ausliefern. Wenn ein amerikanischer, russischer oder chinesischer Bürger von einem anderen Land dorthin überstellt wird, könnte ihm dennoch ein Prozess gemacht werden. Man denke an die Novichok Täter von Salisbury, wenn man sie gefasst hätte und GB sie nicht hätte vor Gericht stellen wollen.

Re 20:29 Uhr von frosthorn

Ist Ihre Frage wirklich ernst gemeint? Haben Sie wirklich nicht verstanden, dass Messen mit zweierlei Maß unredlich und selbstentwertend ist? Warum doppelmoralische Heuchelei nicht ok ist? Welches despotisch-willkürliche Unrechtsverständnis damit manifestiert wird?

Nur um Ihre Frage zu beantworten, ein rechtsstaatlicher Grundsatz besagt, dass alle gleichgelagerten Fälle gleichartig zu entscheiden sind. Macht man das nicht bzw nur selektiv nach Gusto, ist man KEIN Rechtsstaat. Möchten Sie, dass D weiterhin NICHT rechtsstaatlich agiert? Ich nicht! Es gehören alle gleichgelagerten Fälle gleichartig entschieden.

@Am 13. Januar 2022 - 20:48 Uhr von SinnUndVerstand

@ 20:07 Uhr von Bender Rodriguez

Dass die Argumentation wirklich so absurd werden würde, hätte ich nicht für möglich gehalten: Sie wollen allen Ernstes sagen, dass Kriegsverbrecher bei uns so schön verurteilt werden und eine Inhaftierung eigentlich so etwas wie Langzeitwirkung-Urlaub ist - da muss man erst mal drauf kommen.
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Nun gut, im Vergleich zu norwegischen Gefängnissen fehlt den deutschen "Langzeitunterkünften" noch der eine oder andere Stern im Guide Michelin.
Aber im Vergleich zu einem syrischen Gefängnis sind auch die deutschen sicher recht angenehm:
Niemand wird den Angeklagten foltern, seine Zelle ist beheizt und trocken, er erhält medizinische und hygienische Versorgung, regelmäsiges Essen, Weiterbildung, Resozialisierungsmaßnahmen, Hafterleichterungen usw.

Kaum jemand würde wohl 15 Jahre in einem syrischen Gefängnis so unbeschadet überstehen.
Daher finde ich es einen Affront an die über 4'000 Opfer, keine besondere Schwere der Schuld zu erkennen.

20:39 Uhr von Jan Petersen

//Man behauptet einfach mal ein paar unbewiesene Sachen (natürlich so glaubwürdig als möglich) und kommt mit einer 15 jährigen Strafe davon.
Ich stelle mir jetzt einfach mal vor, was auch nur einem Einzigen seiner Opfer für eine Strafe drohen würde, wenn es jemand schaffen würde, Rache zu nehmen und den Angeklagten ebenfalls zu foltern//
Wenn der Angeklagte in Deutschland vor einem deutschen Gericht steht, dann ist er auch nach deutschen Recht und Gesetz zu verurteilen. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Dabei spielt es auch keine Rolle, was wäre, wenn er in Syrien oder wo anders vor Gericht stehen würde.
Genau das unterscheidet unseren Rechtsstaat, weil wir es eben nicht so machen mit Folter oder sonst irgendwas.
Es steht dem Angeklagten ein unabhängiger Verteidiger und ein fairer Prozess zu.
Egal wer oder was er ist oder sich zu Schulden kommen hat lassen.

Besser wäre gewesen,…

Besser wäre gewesen, Deutschland hätte sich stärker militärisch mit Verbündeten in Syrien engagiert und das Assad Regime zu Fall gebracht. Das hätte viele Tote und Menschenrechtsverletzungen inklusive Folterungen verhindert.

Es macht das Grauen zwar nicht ungeschehen, aber es ist

auf jeden Fall gut, dass jetzt durch dieses Urteil eines international als solcher anerkannten Rechtsstaats endlich ganz „offiziell“ ist, dass das syrische Regime alle ihm nicht genehmen Angehörigen seiner eigenen Bevölkerung grausam bekämpft. Und ihm dabei selbst schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit nur als „Mittel zum Zweck“ dienen.

20:30 Uhr von WirSindLegion

"@20:23 Uhr von Sausevind:
Dieser Verurteilte schaute so verzweifelt, weil er für seinem geliebten Assad nicht mehr die Menschlichkeit mit aller Kraft negieren kann."

.-.-.

Wie gut, dass wir hier einen Hellseher haben. ;-)
Aber ich hab mich auch nicht anders gebärdet, hab auch nur gedeutet.

xxx
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"Fanatische Menschen sind schlimmer als jedes wilde Tier - denn Tiere kennen keinen Fanatismus und Sadismus - "
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.-.-.
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Nein, Tiere kennen keinen Fanatismus.
Aber auch Menschen sind nicht NUR fanatisch.
Sie haben auch eine andere Seite in sich.
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Wenn ich mich nicht irre, bekommen Menschen im deutschen Gefängnis auch Therapie - falls sie es wünschen.
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Und es gibt Belege für gute Ergebnisse.
Ich hab das vor Jahren mal gelesen.
Man hat einem brutalen Gefangenen einen kleinen Hund in die Zelle gegeben.
Einer konnte die Liebe dieses Tieres zu ihm nicht ertragen.
Andere haben sich verändert.

@20:38 Uhr von Sausevind

Der Appell an die Menschlichkeit, den Ihr Text beinhaltet, tröstet mich ein bisschen über die vielen anti-humanen Beiträge hier hinweg.

Vielen Dank für diese sehr nette Rückmeldung, es war mir jedoch auch wirklich ein dringendes Bedürfnis.

Ein Hauch von Gerechtigkeit

Es freut mich, dass da nicht das kleinste Rädchen des Systems auf der Anklagebank saß, sondern immerhin ein Oberst. Das Urteil hat Symbolwirkung und wird den Opfern vielleicht ein wenig Frieden geben.
_
Ich glaube allerdings nicht, dass die Verstöße gegen die Menschenrechte dadurch weniger werden. Gefoltert wird nicht nur in Syrien, Russland oder China, sondern auch in Ländern, zu denen Deutschland gute Beziehungen pflegt.

@fathaland slim

"Donald Rumsfeld als Regierungsoffizieller genoss diplomatische Immunität. Ein syrischer Regierungsvertreter im Ausland ebenfalls. Sonst könnten ja keine Syrer zu internationalen Konferenzen fliegen. Frustrierend, aber ist so. Und es ist sogar gut so."

Prinzipiell haben Sie damit recht aber jemand wie Assad lässt es darauf sicher nicht ankommen und bleibt vorsichtshalber daheim.

20:03, frosthorn

>>So sehr ich auch Verfechter des Resozialisierungsgedankens bin: ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Täter nach 15 Jahren so geläutert sein könbnte, dass man ihm eine günstige Sozialprognose ausstellen kann. Wechen Charakter muss man haben, um solch grausame Schuld auf sich zu laden?<<
.
Aus unserer eigenen Geschichte wissen wir, daß das oft ganz verantwortungsvolle, treusorgende Fanilienväter sind.
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Das ist es ja, was mich so ungeheuer verstört, wenn ich über solche Sachen nachdenke. Die Tatsache, daß jeder von uns zum Monster werden kann.
.
Hannah Arendt hat, wie Sie ja wissen, über die Banalität des Bösen geschrieben und damit heftige Kontroversen ausgelöst. Sie hat Adolf Eichmann als ganz normalen Menschen beschrieben. Mich gruselt es vor mir selbst, wenn ich lese, was sie in aller Schonungslosigkeit beschrieb. Der war ja gar nicht viel anders als ich selbst...

@ 20:51 Uhr von eine_anmerkung.

Das Gift stammt schon von Ihnen selbst.
Und Ihre etwas wirre Ausführung zu den USA zerschellt an dem eigentlichen Kriterium: Es geht um Anklagen bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit und bei Kriegsverbrechen nach dem sog. Weltrechtsprinzip.
Dass es für Kapitalverbrechen in einigen doch eigentlich zivilisierten Staaten noch die Todesstrafe gibt, die ich in der Tat aus Prinzip ablehne, hat mit dem heutigen Urteil überhaupt nichts zu tun.

@ eine_anmerkung

Deutschland die Weltenpolizei

Deutschland versucht jetzt nicht nur klima- und migrationspolitisch die Welt zu retten, nein! Wir sind jetzt auch noch die Weltenpolizei.

Oooops.
Sorry, Deutschland hat ein Gewissen. Soll nicht wieder vorkommen.
Das ist ja total uncool. Etwa so wie in der Schule gut in Mathe zu sein.

21:00, Mimmi-72

>>Am 13. Januar 2022 - 20:43 Uhr von fathaland slim
Zitat: „ Sollte einer der Mörder nach Deutschland fliehen, so käme er hier vor Gericht. Vorausgesetzt natürlich er würde erkannt.“
Glauben Sie das wirklich, das der Folter oder der Kriegsverbrechen verdächtige, die Staatsbürger einer verbündeten Nation sind, von unserer Justiz genau so konsequent zur Rechenschaft gezogen werden?<<
.
Ich möchte das nicht nur hoffen, ich erwarte es. Und bin, sollte die deutsche Justiz hier oder in anderen Fällen Recht brechen, bereit, dafür auf die Straße zu gehen, jede Petition zu unterschreiben und alles, was in meiner staatsbürgerlichen Macht steht, zu tun, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. So frustrierend das auch sein kann.

@Mimmi

"Glauben Sie das wirklich, das der Folter oder der Kriegsverbrechen verdächtige, die Staatsbürger einer verbündeten Nation sind, von unserer Justiz genau so konsequent zur Rechenschaft gezogen werden?"
.
Ich bin zwar nicht angesprochen, aber: ja, ich glaube das. Wir leben in einem Rechtstaat, in dem jedes angezeigte Verbrechen zu ermitteln ist.
Unabhängig, woher Täter oder Opfer kommen.
Ob verbündet oder nicht.
Sie haben sicherlich im Artikel gelesen, dass es Menschen, die aus Syrien fliehen konnten gibt, die hier bei uns leben, und die vermutlich den Täter angezeigt haben. Dann muss ermittelt und gegebenenfalls bestraft werden.

@fathaland slim - fanatischer Anhänger

21:00 Uhr von fathaland slim:
"Sie [WirSindLegion] glauben nicht, im Gegensatz zu dem Gericht, das ihn verurteilt hat, daß der Mann seine Taten bereut und mit dem Assadregime gebrochen hat?"
_
Ein fanatischer Anhänger Assads wäre wohl in Syrien geblieben. Aber ein Mob, der die "Hexe" brennen sehen will, nimmt so etwas nicht wahr. Er interessiert sich auch nicht für das Recht, hält sich aber dennoch für rechtschaffend. Auch das ist Fanatismus.

21:13 Uhr von SinnUndVerstand

>>“Weltrechtsprinzip“<<
.
Genau diesen Begriff habe ich vor einigen Tagen hier auch in einem Bericht gelesen und sorry, das finde ich außerordentlich albern. „Weltenrechtsprinzip“ was soll das denn darstellen? Die ganze Welt hat sich diesem Prinzip unterzuordnen oder wie? Warum nicht „Universumsprinzip“? Dann decken wir auch noch ein paar Marsmenschen mit unseren „Wertvorstellungen“ ab falls es die geben sollte. Sorry, aber angesichts solcher Aussagen „Weltrechtsprinzip“ kann ich da nicht auf einer anderen Ebene diskutieren. Ich hoffe wenigstens das die ganze Welt dem „Weltenrechtsprinzip“ auch zugestimmt hat?

@ Olivia59

Prinzipiell haben Sie damit recht aber jemand wie Assad lässt es darauf sicher nicht ankommen und bleibt vorsichtshalber daheim.

Wenn Assad Deutschland besuchen würde, müsste er im Grunde bei der Einreise am Flughafen verhafte werden. Aber gegen Erich Honecker konnte man auch erst einen Prozess führen, nachdem die DDR schon das Zeitliche gesegnet hatte.

@SinnUndVerstand 19.10

"Dass Kriegsverbrecher sich in einem anderen Land nicht sicher sein können und ohne das diplomatische Tauziehen um Auslieferung und ohne den Schutz menschenverachtender Regime in jedem Land der Welt angeklagt und verurteilt werden können, ist ein Meilenstein im Kampf gegen Kriegsverbrecher und Verbrecher gegen die Menschlichkeit. Es steht unserem Land gut zu Gesicht, mehr als 75 Jahre nach den Gräueln des Nazi-Faschismus als erstes Land der Erde einen solchen Prozess angegangen zu sein und ein Urteil gefällt zu haben.
Und für die syrischen Opfer ist es ein wichtiger Tag, wenn auch Folter und Mord durch keine Strafe wirklich aufzuwiegen sind; aber ihr unsägliches Leiden wird eben auch durch diese international möglichen Gerichtsprozesse anerkannt."
Bevor ich für heute aussteige, möchte ich Ihrem Kommentar uneingeschränkt zustimmen.
Es war für mich schon emotional schwierig, den Artikel bis zum Ende zu lesen...immer wieder unfassbar, zu was Menschen fähig sind.

Werner40

"Deutschland hätte sich stärker militärisch mit Verbündeten in Syrien engagiert und das Assad Regime zu Fall gebracht. Das"
.
Omg . NEIN.
.
Als Deutschland das letzte Mal einen Angriffskrieg angezettelt hat, ging das voll in die Hose. Das Vorletzte mal genau so.

@ 20:58 Uhr von Bender Rodriguez

Was für ein orientierungsloses Unfugsammelsurium. Ich geh inhaltlich nicht darauf ein und orientiere die Koordinaten wieder an dem, worum es geht: Ein Syrer, der an systematischen Folterungen und Ermordungen beteiligt war, wurde von Opfern erkannt in unserem Land, festgenommen und verurteilt. Und das ist ein wichtiger Baustein der Gerechtigkeit und ein wichtiger Baustein der Anerkennung des unsäglichen Leids der Opfer und auch der Verarbeitung ihrer Geschichte.
Deshalb ist das ein guter Tag heute.

20:35 Uhr von eine_anmerkung.

<<< 20:23 Uhr von Sausevind
>>“Sie sind jetzt schon der zweite, der von unserem Knast schwärmt, ihn fast anpreist.
So, wie Sie ihn beschreiben, würde ich da sofort hinziehen.
Das verzweifelte Gesicht des Verurteilten spricht eine andere Sprache.“<<
.
Wo liegt der Fehler? Für Sie als gutsituierter Deutscher wäre der deutsche Knast ein Problem. Für den Verbrechersyrer in Relation zu dem was Ihn zu Hause erwartet, eher ein Hotel ohne Ausgang.<<<

,.,.,

Wo der Fehler liegt?
Dass Sie möglicherweise in der Schule nicht gelernt haben, Texte zu verstehen.

Dagegen kann ich nichts tun.
Ich habe ganz etwas anderes geschrieben.

@farthaland slim, 21:10


Mich gruselt es vor mir selbst, wenn ich lese, was sie in aller Schonungslosigkeit beschrieb. Der war ja gar nicht viel anders als ich selbst...

Naja, so hatte ich Hannah Arendts Botschaft nun auch nicht verstanden, dass Sie oder ich ebenso hätten Adolf Eichmann sein können. Aber das ist, denke ich, eine andere Diskussion.

@ werner1955

Dass diese Gefahr des Pull-Effektes noch niemand aufgefallen ist: Wir können doch nicht in Deutschland einen Kriegsverbrecher von woanders verurteilen, weil dann kommen immer mehr Kriegsverbrecher und freuen sich darauf, bei uns verurteilt zu werden.

Mit anderen Worten: Wir lassen die Kriegsverbrecher besser laufen, dann finden die das so langweilig nicht ins Gefängnis zu dürfen, dass sie nicht mehr zu uns kommen?

21:20, Nachfragerin

>>Ein fanatischer Anhänger Assads wäre wohl in Syrien geblieben. Aber ein Mob, der die "Hexe" brennen sehen will, nimmt so etwas nicht wahr. Er interessiert sich auch nicht für das Recht, hält sich aber dennoch für rechtschaffend. Auch das ist Fanatismus.<<
.
Selten gebe ich Ihnen Recht. Hier aber zu hundert Prozent.

Bleibt es ein singuläres Urteil?

Dass hier ein Urteil gegen einen Helfershelfer des Assad-Regimes gefällt wird, sichert dem Gericht natürlich großen Beifall in Deutschland, ist das Assad-Regime hier ja aus guten Gründen ziemlich unbeliebt.
Was ist aber mit den anderen Ländern des arabischen Kulturraums, in dem es meines Wissens nach kein einziges Land gibt , in dem nicht gefoltert wird. Oder wird man in diesen Fällen auf Strafverfolgung verzichten, weil es politisch inopportun ist?

Die Stärke eines Rechtsstaates

ist ganz einfach die,
das der Rechtsstaat nach Recht und Gesetz urteilt und nicht nach Rache.

21:21, eine_anmerkung.

>>21:13 Uhr von SinnUndVerstand
>>“Weltrechtsprinzip“<<
.
Genau diesen Begriff habe ich vor einigen Tagen hier auch in einem Bericht gelesen und sorry, das finde ich außerordentlich albern. „Weltenrechtsprinzip“ was soll das denn darstellen? Die ganze Welt hat sich diesem Prinzip unterzuordnen oder wie? Warum nicht „Universumsprinzip“? Dann decken wir auch noch ein paar Marsmenschen mit unseren „Wertvorstellungen“ ab falls es die geben sollte. Sorry, aber angesichts solcher Aussagen „Weltrechtsprinzip“ kann ich da nicht auf einer anderen Ebene diskutieren. Ich hoffe wenigstens das die ganze Welt dem „Weltenrechtsprinzip“ auch zugestimmt hat?<<
.
Frivoler Boulevardnihilismus.
.
Ein anderer Begriff fällt mir dazu nicht ein.

19:10 Uhr von SinnUndVerstand

"Dass Kriegsverbrecher sich in einem anderen Land nicht sicher sein können und ohne das diplomatische Tauziehen um Auslieferung und ohne den Schutz menschenverachtender Regime in jedem Land der Welt angeklagt und verurteilt werden können, ist ein Meilenstein im Kampf gegen Kriegsverbrecher und Verbrecher gegen die Menschlichkeit."
.
.-.-.
.

Ja, das ist ein Meilenstein.

Dass in dieser unserer schrecklichen Zeit dergleichen AUCH passiert, erscheint mir wie ein Wunder.

Wie ein Glück, das gar nicht so schnell in mir Raum finden kann.

@ 21:02 Jan Petersen

So ist es in unserem Strafvollzug. Sie sagen es: "Niemand wird den Angeklagten foltern, seine Zelle ist beheizt und trocken, er erhält medizinische und hygienische Versorgung, regelmäsiges Essen, Weiterbildung, Resozialisierungsmaßnahmen, Hafterleichterungen usw." (P.S.: Für Hafterleichterung braucht es definierte Voraussetzungen/Kriterien)
Wollen Sie eine andere Justiz bei uns? Ich nicht: In einem zivilisierten Land gibt es auch zivilisierten Strafvollzug.

@21:10 Uhr von fathaland slim 20:03, frosthorn

//Das ist es ja, was mich so ungeheuer verstört, wenn ich über solche Sachen nachdenke. Die Tatsache, daß jeder von uns zum Monster werden kann.//
.

Heißt es nicht auch: "In jedem von uns steckt ein Mörder"?
.

Es ist schon lange her, dass mir ein Mann aus "Santa Fu" in Hand- und Fußketten in Begleitung zweier Beamter zur Untersuchung gebracht. Er "saß", weil er den Mord an seiner Ehefrau in Auftrag gegeben hatte. Ich habe bis heute ein Problem damit, dass ich diesen Mann ausgesprochen sympathisch fand.

Sinn oder Verstand

"Was für ein orientierungsloses Unfugsammelsurium. Ich geh inhaltlich nicht darauf"
.
Die Augen schließen bringt nichts. Man muss sich den Gegebenheiten stellen.
.
Der Typ hat doch irgendwas vor gehabt. Warum kam er hier her? Er hätte doch wunderbar in Syrien bleiben können.
.
Warum ist er wohl nach Deutschland und nicht in die USA "geflohen" ?
.

20:32 Uhr von Bender Rodriguez


Also ich würde Kuschelknast mit Rundumversorgung ganz klar vorziehen.

Immer wieder dieses dumme Gelaber vom «Kuschelknast». Wenden Sie sich an die Haftanstalt Ihres Vertrauens, und versuchen Sie, eine Woche Probekuscheln zu vereinbaren. Dann merken Sie, wie kuschelig es ist im Knast, aus dem man nicht raus darf bspw. in die Kneipe.

Hier kriegste die Zähne repariert, Brille angepasst, Sportplatz usw.

Wenn Sie ganz viel Glück haben, kriegen'se die Rundumversorgung Zahnanpassung 1x pro Monat, weil Ihnen einer Ihrer Kuschelkameraden eins aufs Maul gehauen hat in der Kantine oder unter der Dusche. Aber jedes Mal danach sieht der Zahn erst mal wieder tiptop aus.

@frosthorn, farthaland slim

"fathaland slim: >>Mich gruselt es vor mir selbst, wenn ich lese, was sie in aller Schonungslosigkeit beschrieb. Der war ja gar nicht viel anders als ich selbst...<<

Naja, so hatte ich Hannah Arendts Botschaft nun auch nicht verstanden, dass Sie oder ich ebenso hätten Adolf Eichmann sein können. Aber das ist, denke ich, eine andere Diskussion."

Das mit der "Banalität" kam halt auch ein wenig Blumig daher und ich finde Sie hat das wesentliche nicht so richtig auf den Punkt bringen können. Im Kern geht es darum, das man selbst nicht unbedingt ein Motiv braucht, dem man folgt ausser tüchtig und nützlich sein zu wollen, und sich wenig Gedanken um seine Verantwortung in einer Befehlsstruktur macht, die einem selbst Macht verleiht.

@ 21:21 Uhr von eine_anmerkung.

Sie lassen heute aber auch keine Peinlichkeit aus.
Es heißt "Weltrechtsprinzip" (nicht Weltenrechtsprinzip) und fußt auf der Erfahrung, dass Kriegsverbrecher zu oft in anderen Ländern Unterschlupf fanden und sich einer strafrechtlichen Verfolgung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit entzogen.
Sie können es nachlesen, worum es geht: Völkerstrafgesetzbuch (VStGB)
§ 1
Das erspart Ihnen merkwürdiges Mutmaßen.

21:25, frosthorn @farthaland slim, 21:10

>>Naja, so hatte ich Hannah Arendts Botschaft nun auch nicht verstanden, dass Sie oder ich ebenso hätten Adolf Eichmann sein können. <<
.
So bitter wie es ist, aber ich habe mich in ihrer Beschreibung Eichmanns als Menschen wiedererkannt. Natürlich nicht in den Einzelheiten, wohl aber im Grundprinzip. Es ist lange her, und es hat bei mir einen Denkprozess ausgelöst, der bis heute anhält.
.
Sie schrieben ja selbst vor einigen Tagen, bei einem anderen Thema, als ich die Werte, nach denen ich zu leben versuche, beschrieb, daß wohl jeder andere Mensch auf der Erde ebenfalls glaubt, das Richtige zu tun. So ganz kann ich Ihnen da nicht beipflichten, es gibt ja ganz üble Zyniker. Aber die allermeisten Menschen, so brutal sie auch sein mögen, halten sich für gute Menschen.
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Ich halte mich nicht für einen guten Menschen. Aber ich werde daran arbeiten, einer zu werden, bis ich ins Grab plumpse. Und versuche, nicht nur aus meinen eigenen, sondern auch aus den Fehlern anderer zu lernen.

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Re 21:00 Uhr von Mimmi-72

Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Niemals würden Geheimdienstler und Militärangehörige der USA, die in Abu Ghraib und Guantanamo gefoltert und getötet haben, wenn sie in D wären, überhaupt auch nur angeklagt, geschweige denn ähnlich verurteilt werden. Das ist leider traurige Tatsache. Wenn aber doch es ein rechtsstaatlicher Grundsatz ist, daß gleichgeartete Fälle gleichartig zu entscheiden sind, Justitia ist blind, was sagt das dann über unseren Staat aus in diesem Fall?

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