Kommentare - EU-Parlamentspräsident Sassoli: Das Vermächtnis eines Konfliktscheuen

11. Januar 2022 - 10:44 Uhr

Zu seinem Amt als EU-Parlamentspräsident kam Sassoli als Ausweichkandidat. Eigene Akzente setzen konnte er kaum, harmonierte aber gut mit der Kommissionschefin - das dürfte jetzt seiner Nachfolgerin nutzen. Von Holger Beckmann.

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Kommentare

Herr Sassoli hat mich mit…

Herr Sassoli hat mich mit seiner klaren Haltung in Fragen einer humanen Flüchtlingspolitik und auch klarer rechtsstaatlicher Orientierung der EU stets beeindruckt. Dass er 'konfliktscheu' war, kann ich nicht erkennen. Auch dass er unter Berlusconi zu den 'persona non grata' zählte, ehrt ihn: Er verband klare Wertorientierung und kritische Haltung mit einem erfrischenden Humor. Bei der Wahl zum EU-Parlament gewann er italienweit die meisten Direktstimmen. Das sagt viel über seine Anerkennung durch die Menschen.
R.I.P.

Kritik

Das ist sehr traurig, war Sassoli doch ein guter Vermittler, dabei aber immer bereit, dem Postfaschismus entschieden die Stirn zu bieten.
Ob der Beitrag von Herrn Beckmann da passt, ist zweifelhaft. Wobei die Überschrift "Das Vermächtnis eines Konfliktscheuen" als Verkasperung post mortem zu bezeichnen ist.
Wir lesen:
"Wenig charismatischer politischer Kopf";
"Er war so etwas wie ein Ausweichkandidat... ".
Insbesondere die grammatisch sächliche Formulierung "Er war so etwas wie..." ist abwertend und zeugt nicht von Respekt.
Zum Glück ist da auch noch der Beitrag von Jörg Seisselberg, der sprachlich und inhaltlich angemessener ist.

Wer Konflikte scheut, ist um Ausgleich bemüht:

„Der gelernte Journalist galt als ausgleichender Charakter“

Politiker, die den Konflikt zumindest dann nicht scheuen, wenn es um die Interessen ausnahmslos ALLER geht gibt es in der Politik ohnehin zu wenige:
„Ein wichtiges Thema für Sassoli war auch der Umgang mit Flüchtlingen. Als Parlamentspräsident kritisierte er die Abschottungspolitik vieler EU-Mitgliedsstaaten“.
Schon deshalb wird er fehlen.
.
Und zu "Nationalsozialismus und Rassismus sind keine Meinung, sondern Verbrechen" - so oder so ähnlich formulierte es der sozialdemokratische Politiker (…) immer wieder“:

Das ist und bleibt ja auch wahr.

De mortuis nil nisi bene

Was soll das sein? Eine politische Analyse, die zweifelsfrei zu spaet kommt. Er kanns ja nicht mehr hoehren geschweigedenn was aendern, oder ein kritischer Nachruf?

Konfliktscheuen?

Sind aber doch fast alle Regierungspolitiker. Angst vor der nächsten Wahl und das nicht einhalten von Wahlaussagen sind ja die Gründe dafür.

Oft werden Entscheidungen in dunkeln Nachtsitzungen ausgehandelt und dann den Bürger zum bezahlen auferlegt.

was für falsche Darstellung ...

... des Ablaufes, wie UvdL zu ihrem Posten kam.
Der Artikel suggeriert:
"Doch die EU-Mitgliedsstaaten wollten nicht - und installierten Ursula von der Leyen."
Das ist doch eine Falschinformation, weil:
a)nicht die EU-Mitgliedsstaaten wollten nicht CDU-Weber und installierten diese Ursula, sondern Angela Merkel und die führenden Transatlantiker wollten nicht und nominierten Ursula aus dem Hinterhalt.
Sie stellte sich ja gar nicht offizielle den Posten in der EU und bewarb sich auch nicht sichtbar für die EU-Mitgliedsstaaten.
b) stimmen die EU-Mitgliedsstaaten ja gar nicht über den Vorsitz der EU-Kommission und ihrer 27 Kommissare ab, sie werden ohne Zustimmung der EU-Parlamentarier einfach ernannt, wie auch UvdL

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@ 11:21 Uhr von IBELIN

Die naheliegenste Antwort fehlt in Ihrer Aufzählung: Der Bericht würdigt das politische Leben und die Person des EU-Parlamentspräsidenten Sassoli anlässlich seines Todes. Und nicht nur ich finde, der Bericht tut das zu recht.

An den kann ich mich nicht…

An den kann ich mich nicht erinnern. Nie von dem gehört.
Parlamentspräsident ist jetzt auch kein sooo wichtiger Posten. Aber die Bezahlung dürfte exorbitant sein.
Ruhe in Frieden

11:49 Uhr von wolf 666

>>... sie werden ohne Zustimmung der EU-Parlamentarier einfach ernannt, wie auch UvdL<<

Frau von der Leyen wurde vom EU-Parlament mit 383 von 747 Stimmen gewählt.
Auch wenn man eine/n PolitikerIn nicht mag sollte man keine Unwahrheiten über ihn/sie verbreiten. Man macht sich dadurch unglaubwürdig.

"Konfliktscheu..."

Man könnte Sassolis Auftreten auch als "auf Dialog ausgerichtet" umschreiben, aber konfliktscheu passt dann wohl besser in das politische Umfeld, in dem sich Europa zur Zeit befindet.
Das Gegenteil von "konfliktscheu" ist dann "konfliktfreudig", eine Eigenschaft, wie sie am aktuellen NATO-Kurs gut ablesbar ist.
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Ich kenne durchaus den ständigen Widerstreit, der z.B. das Thema Ukraine begleitet, wo Appeasement und Nachgeben keine Option ist. Mir zeigt das nur, wie sehr die Diplomatie zugunsten einer Politik der Stärke und Abschreckung unter die Räder geraten ist.
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Ja, das Leben ist kein Ponyhof, aber nach den Wertevorstellungen der EU hätte es ihr besser zu Gesicht gestanden, Erfolge über diplomatisches Geschick zu erreichen als auf die Politik der Stärke zu setzen.
Dafür sitzt man jetzt am Katzentisch während die Machtblöcke das Heft in der Hand haben.
Krisen mit eigenen Konzepten nach Sassolis Denkweise zu begegnen - das nennt man heute "konfliktscheu".
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R.I.P. Signore

Der Parlamentspräsident war eine Übergangslösung

Man hat auf diesem Posten kaum die Einflussmöglichkeiten, die den Regierungschefs zugestanden werden, wenn sie in ihren Runden tagen. Oder die Minister, die am Tisch sitzen. Das Parlament soll zwar das Herzstück der Mitbestimmung und Entscheidung aller EU-Bürger sein, hat aber noch weite Wege vor sich, bis das wirklich umgesetzt ist. Wer jetzt die Leistung eines Parlamentspräsidenten bewerten will, sollte sich seine Funktion, Stellung und Gewichtung ansehen. Da hat auch Sassoli einen schweren Stand gehabt. Wer seine Nachfolge antritt, wird mit denselben Problemen zu tun haben.

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