Kommentare - Unruhen in Kasachstan: Schießereien in Almaty gemeldet

08. Januar 2022 - 08:07 Uhr

Kasachstan kommt nicht zur Ruhe. In der Nacht wurden Schießereien und Explosionen gemeldet. Zudem soll Ex-Premier Massimow festgenommen worden sein. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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Kommentare

Keine Gewalt gegen Demonstranten

Alle Menschen haben Demonstrationsrecht. Die Herrschenden dürfen keine Polizeigewalt anwenden um Demonstrationen zu stoppen und die Demonstranten auseinander zu treiben. Der Schiessbefehl ist die offene Morddrohung an alle Demonstranten.

Die Herrschenden müssen Demonstrationen akzeptieren, legalisieren u tolerieren. An die Stelle der brutalen Polizeigewalt muss demokratischer Streit und Argumente treten.

08:38 Uhr von Initiative Neu…

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber Ihr Kommentar geht davon aus, das es das Demonstrationsrecht überall gibt?
Ich denke nicht, das das stimmt.
Gewalt/Schießbefehl gehen aber unter keinen Umständen und nirgends auf der Welt.

@08:38 Uhr von Initiative Neu…

>> Keine Gewalt gegen Demonstranten
.
Ähh, haben Sie den Artikel überhaupt gelesen? Darin steht eindeutig:
'Nichts genaues weiß man nicht!'
.
Es ist richtig, es gibt einen Schießbefehl. -.-
Außerdem ist richtig, daß "in der Nacht [...] Schießereien und Explosionen gemeldet [wurden]".
.
Und ALLES Andere
* wer auf wen geschossen hat
* wer für die Explosionen verantwortlich ist
ist reine(!!!) Spekulation Ihrerseits. -.-

Hofreinigung

Nasarbajew geflohen, Ex-Premier verhaftet, Schießereien im Präsidentenpalast, Schießbefehl auf „Alle“, sofortiger „Hilferuf“ nach Putin, sofortige Entsendung von „Friedenstruppen, absolute Nachrichtensperre, Kämpfe mit Explsionen...

Nein, nach aus der Kontrolle geratenen sozialen Unruhen sieht das alles nicht aus. Vielmehr nach einer strategisch angelegten Machtübernahme eines Alleinherrschers, der seine internen Widersacher ausschaltet und dann außer „Herrn Putin“ keinem mehr irgendwelche Rechenschaft schuldig ist. Und von Putin hierfür reich belohnt zu werden gedenkt.

Putin wiederum kann noch einmal auf seine einzige Trumpfkarte setzen: Überlegene geheimdienstliche Organisation und militärische Überlegenheit. Und damit einen weiteren russischen Vorhof davon abhalten, alternative Gesellschaftsformen und Bürgerbeteiligungen auch nur anzudenken.

Für Putin geht es längst um alles oder nichts. Und deshalb baut er rings um Russland Putinsche Dörfer. Schlichte Attrappen!

"Demonstranten"?

"Offiziellen Angaben zufolge starben bislang auch mindestens 18 Polizisten und Soldaten. "
---
Seltsame Demonstranten, ist der Begriff eigentlich treffend, sieht eher nach einem gewaltsamen Putsch aus.
Initiative Neu… meint ja, die Staatsmacht dürfe keine Gewalt anwenden, sehe ich völlig anders, der Staat hat als einziger das Gewaltmonopol und wenn die "Demonstranten" meinen zu morden, ist Schluss mit lustig, kein Staat würde da still halten, keiner.

@ich1961 um 08:52

>> 08:38 Uhr von Initiative Neu…
„Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber Ihr Kommentar geht davon aus, das es das Demonstrationsrecht überall gibt?“
.
-> vermutlich gibt es das Demonstrationsrecht nicht in jedem Land, weiß es aber nicht.
.

>> Gewalt/Schießbefehl gehen aber unter keinen Umständen und nirgends auf der Welt. <<
.
-> welche Gewalt meinen Sie hier? Das von Demonstranten oder die von den Sicherheitskräften?
Demonstranten sollten friedlich und gewaltlos demonstrieren - ist aber manchmal nur ein frommer Wunsch, wie es z. B. der damalige G7 Gipfel in Hamburg gezeigt hat; bei solchen Ausschreitungen erwarte ich von der Polizei, dass sie solche Ausschreitungen auch in den Griff bekommen, um Leben und Eigentum Unbeteiligter zu schützen - natürlich nicht mit Schießbefehl, aber wenn sie von den Randalierern gewaltsam angegriffen werden, ist doch klar, dass im Ernstfall auch Schusswaffeneinsatz erforderlich sein kann. Oder sehen Sie dies anders?

Preiserhöhungen und ihre Folgen

Die drastische Erhöhung der Brotpreise, so dass sich das Volk praktisch kein Brot mehr leisten konnte, unter Ludwig XVI führte zur 1789 französischen Reolution.

Was will uns das sagen?

09:13 Uhr von teachers voice

Eine Frage:

Verfuegt Herr Putin ueber die Bodenschaetze in Kasachstan? Wenn ja, dann kann er reich belohnen. Wenn nein, dann bricht ihre Modellvorstellung zusammen.

Augenscheinlich sind nicht nur friedliche Demonstranten unterwegs gewesen, sondern wie in Syrien auch sehr Viele, die auf Menschenleben keine Ruecksicht nehmen. Friedliche Demonstranten haben sich spaetestens nach den Vorfaellen zurueckgezogen, die zu den ersten Schiessereien fuehrten. Wer jetzt noch von Demonstanten spricht verharmlost Terroristen.

09:34, Marmolada

>>Preiserhöhungen und ihre Folgen
Die drastische Erhöhung der Brotpreise, so dass sich das Volk praktisch kein Brot mehr leisten konnte, unter Ludwig XVI führte zur 1789 französischen Reolution.
Was will uns das sagen?<<
.
Daß man alles mit allem vergleichen kann. Wenn man will.

Schießereien in Almaty..

..können eigentlich nur bedeuten, daß sich unter den Demonstranten auch Bewaffnete befinden, die ihrerseits auf die Ordnungskräfte schießen. Dagegen ist mit Schlagstock oder Tränengas nicht viel auszurichten. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß ein "Schießbefehl" erteilt wurde - es ist vermutlich ein Übersetzungsfehler. Die Freigabe , notfalls die Schußwaffe einzusetzen ohne die juristischen und bürokratischen Folgen befürchten zu müssen, würde den "Befehl" besser erklären. Bei ähnlichen Verhältnissen in Europa wäre die staatliche Reaktion vermutlich sehr ähnlich. Mich interessiert sehr der Hintergrund dieser Revolte : Welche Interessen werden da bedient ?

09:33 Uhr von Wolf1905

//-> welche Gewalt meinen Sie hier? Das von Demonstranten oder die von den Sicherheitskräften?//

Ich meine den Schießbefehl und die Gewalt natürlich von beiden Seiten!

//aber wenn sie von den Randalierern gewaltsam angegriffen werden, ist doch klar, dass im Ernstfall auch Schusswaffeneinsatz erforderlich sein kann. Oder sehen Sie dies anders?//

Sehen Sie das hier bei uns (bei weniger dramatischen Gründen für Demos) auch so? Die Polizei wird auch hier angegriffen und die sollten schießen dürfen? Bitte nicht.

Und Hamburg (G7 Gipfel) war ein Negativbeispiel, aber da kamen andere Demonstranten aus "aller Herren Länder" dazu. Aber hätte es da einen Schießbefehl geben sollen? Für mich nicht, da muss die Polizei andere Maßnahmen ergreifen (können).

Wenn es

zu Angriffen mit Waffen kommt, ist es etwas schwer die Sache als Demonstration zu bezeichnen, aber wie im Artikel beschrieben, man weiß nichts genaues.
Die Regierung aufzurufen, sich friedlich zu verhalten, wenn es Angriffe gibt, wird schwerlich umsetzbar sein.
Also sind das eher Wünsche von Außen, interessant ist das mit den Waffenlieferungen, die wird natürlich die RF übernehmen.
Man kann nur hoffen, das die nächsten Tage besser werden.

09:37, Juergen

>>Wer jetzt noch von Demonstanten spricht verharmlost Terroristen.<<
.
Terroristen sind nach früher üblichem Sprachgebrauch Organisationen wie die RAF, die IRA oder die ETA. Gruppen, die konspirativ Anschläge begehen. Aber doch keine marodierenden Randalierer. Wenn man den Begriff so benutzt, wie es sich leider propagandistisch eingebürgert hat, dann wurden auch die so genannten Race Riots in den USA von Terroristen bestimmt. Oder die Gelbwestenproteste in Frankreich.

Der Terror geht bei allen Diktaturen von der Staatsführung aus

Verbrecher versuchen immer zu verhindern, dass ihre Taten
ans Licht kommen - und als „Staatsführer“ haben sie dazu auch alle Möglichkeiten und Mittel. Unter anderem ein ganzes Heer an hochgerüsteten „Sicherheitskräften“ zur „Verteidigung“ ihrer Macht gegen die Interessen der Bürger.
.
„Die Lage in der von Ausschreitungen schwer erschütterten Republik Kasachstan bleibt unübersichtlich. Das Staatsfernsehen meldete in der Nacht, dass die Sicherheitskräfte in mehreren Städten des Landes weiter gegen Demonstranten vorgingen. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. (…)
>> Auch in der Nacht drangen unabhängige Informationen (…) nur spärlich ins Ausland. Das Internet war zumindest zeitweise abgeschaltet. Ausländer werden derzeit nicht in die Ex-Sowjetrepublik gelassen“

Wen wundert‘s.

re 09:37 Juergen:

>>09:13 Uhr von teachers voice
Eine Frage:
Verfuegt Herr Putin ueber die Bodenschaetze in Kasachstan? Wenn ja, dann kann er reich belohnen. Wenn nein, dann bricht ihre Modellvorstellung zusammen.<<

Es geht nicht um Bodenschätze - es geht um Machtsicherung. Das heisst es geht darum, seine Widersacher aus seinem eigenen Machtzentrum heraus zu halten.

Das Ganze entwickelt eine Eigendynamik, die sich nicht mehr zurückdrehen lässt. Wenn Sie einmal Ihren Alleinherrschaftsanspruch postuliert und darauf Ihre äußere Aura aufgebaut haben, ist jeder Schritt zurück der erste fallende Dominostein.

Anders: Putin braucht keine Bodenschätze, aber er braucht die Macht über die Bodenschätze. Und die versucht er mit allen seinen ihm eigenen Mitteln zu erweitern.

09:42, Quakbüdel

>>Mich interessiert sehr der Hintergrund dieser Revolte : Welche Interessen werden da bedient ?<<
.
Sie scheinen ja eine Vermutung zu haben.
.
Welche denn?

@ich1961 um 09:43

>> … Sehen Sie das hier bei uns (bei weniger dramatischen Gründen für Demos) auch so?
Die Polizei wird auch hier angegriffen und die sollten schießen dürfen? Bitte nicht. <<
.
Das ist also in Ihren Augen eine „weniger gewaltsamer“ Demo, wenn Polizisten auch angegriffen werden? Naja…
.
>> Und Hamburg (G7 Gipfel) war ein Negativbeispiel, aber da kamen andere Demonstranten aus "aller Herren Länder" dazu. Aber hätte es da einen Schießbefehl geben sollen? Für mich nicht, da muss die Polizei andere Maßnahmen ergreifen (können). <<
.
Welche Maßnahmen soll die Polizei denn dann ergreifen dürfen? Mit Schlagstöcken etc.? Oder ist das auch schon in Ihren Augen zu gewaltsam?
.
Schießbefehl ist ein zu recht extrem negativ besetzter Begriff!
Die Polizei hat die Aufgabe, Leib und Leben und Eigentum zu schützen, und im Extremfall mit Waffengewalt, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt.
Ist das denn nicht nachvollziehbar?

@ 08. Januar 2022 - 09:50…

@ 08. Januar 2022 - 09:50 Uhr von Nettie
„Der Terror geht bei allen Diktaturen von der Staatsführung aus
Verbrecher versuchen immer zu verhindern, dass ihre Taten
ans Licht kommen - und als „Staatsführer“ haben sie dazu auch alle Möglichkeiten und Mittel. Unter anderem ein ganzes Heer an hochgerüsteten „Sicherheitskräften“ zur „Verteidigung“ ihrer Macht gegen die Interessen der Bürger.“

____

Ich glaube diesen Beitrag liegen zwei fehlerhafte Annahmen zugrunde. Bei den Protesten ging es nicht primär um die Frage ob die Regierung korrupt sei, sondern darum dass die Bevölkerung auch weiter von subventionierten Gas- und Benzinpreisen profitieren wollte.
Zum zweiten wird immer wieder von „Bürgern“ gesprochen. Dies insinuiert ein Bild eines dem gesamten Staatswesen verpflichteten Staatsangehörigen. Dieses Bild geht völlig an der Realität vorbei.

Ist Scholz gegen die Gewalt oder gegen die Regierung?

"Bundeskanzler Olaf Scholz [...] appellierte an die autoritäre Führung: 'Bitte kommt zurück zu einer friedlichen Weiterentwicklung im Land.'"
_
Ich finde es äußerst traurig, dass Herr Scholz als eigentlich Außenstehender dieses Konflikts hier Position gegen die kasachische Regierung bezieht - ganz so, als wäre diese nicht nur für das Militär auf den Straßen verantwortlich, sondern auch für die brennenden Barrikaden, Plünderungen und Schießereien.
_
Wer ein Ende der Gewalt wünscht, der würde an die Gewalttätigen auf beiden Seiten appellieren. Wer hingegen ein Ende der Regierung wünscht, der wird nur an die Regierung appellieren.

09:52, teachers voice

>> Putin braucht keine Bodenschätze, aber er braucht die Macht über die Bodenschätze. Und die versucht er mit allen seinen ihm eigenen Mitteln zu erweitern.<<
.
Weswegen braucht Putin denn die Macht über kasachische Bodenschätze?

10:13, Nachfragerin

>>Ich finde es äußerst traurig, dass Herr Scholz als eigentlich Außenstehender dieses Konflikts hier Position gegen die kasachische Regierung bezieht<<
.
Ich habe immer Position gegen die kasachische Regierung bezogen. Seit Jahren schon. So wie ich das mit jeder Diktatur tue.
.
>>Wer ein Ende der Gewalt wünscht, der würde an die Gewalttätigen auf beiden Seiten appellieren.<<
.
Appelle verpuffen in solchen Situationen. Die Sache ist längst außer Kontrolle.

10:10, zöpfchen

>>Zum zweiten wird immer wieder von „Bürgern“ gesprochen. Dies insinuiert ein Bild eines dem gesamten Staatswesen verpflichteten Staatsangehörigen. Dieses Bild geht völlig an der Realität vorbei.<<
.
In einer Diktatur findet man nie die Art von Bürgern, die Sie beschreiben. Außer in den Gefängnissen natürlich. Denn das "gesamte Staatswesen" ist der Diktator und seine Schergen. Die Oligarchen.

Am 08. Januar 2022 - 09:52 Uhr von teachers voice

" Putin braucht keine Bodenschätze, aber er braucht die Macht über die Bodenschätze. Und die versucht er mit allen seinen ihm eigenen Mitteln zu erweitern. "
-
Um Bodenschätze wird es eher nicht gehen, und die RF wurde ja gerufen, weil es ein Bündnis gibt, das muss man auch nicht gut finden, ist aber nun mal Tatsache.
-
Rohstoffe hat die RF ausreichend, wohl von der Summe her die meisten aller Staaten, so war es zumindest mal, die RF hat auch noch den meisten Wald der Welt, fast das Doppelte von Brasilien.
Und einfach mal Nordgold eingeben, man baut also aus, also die Vermutung wegen Rohstoffe sehe ich nicht.
Politisch ist wohl die einzige Option, so zumindest sehe ich das.

Unruhen in Kasachstan: Schießereien im Almaty gemeldet...

Es gibt auch skurrile Aspekte zu der Situation. Der nach Paris geflohene Ex-Banker Muchtar Abliasow erklärte sich dort zum Anführer der Proteste und forderte in einem Gespräch mit Reuters den Westen zur Einmischung auf. Der Herr wird übrigens wegen Mord und Veruntreuung gesucht.

Auch Außenminister Blinken äußerte sich zu Kasachstan: "Wenn die Russen im Haus sind, wird man sie schwer wieder los".

Hat er da vielleicht vergessen in den Spiegel zu gucken oder ins Geschichtsbuch ?

Am 08. Januar 2022 - 09:52…

Am 08. Januar 2022 - 09:52 Uhr von teachers voice

Wieso hat der Präsident von Kasachstan dann Putin um Hilfe gebeten? Irgendwie saugen sie sich da was aus den Fingern! Putin wird schon die Kontrolle dort haben!

09:52 Uhr von teachers voice

Es geht nicht um Bodenschätze - es geht um Machtsicherung. Das heisst es geht darum, seine Widersacher aus seinem eigenen Machtzentrum heraus zu halten.

Es gibt kaum ein anderes Land auf der Welt, in dem die Relation Flächengröße / Vorkommen an Bodenschätzen / Bevölkerungszahl so günstig ist wie in Kasachstan, um für alle genug zu erwirtschaften. Ca. 19 Mio. ist in etwa so viel wie in NRW. Das Geld braucht man ja für Future World Capital City «Sultan» in der Kältesteppe. Almaty ist weit weg.

Anders: Putin braucht keine Bodenschätze, aber er braucht die Macht über die Bodenschätze. Und die versucht er mit allen seinen ihm eigenen Mitteln zu erweitern.

Die Bindung KAS / RUS war und ist seit nach UdSSR immer sehr eng. Es gibt auch noch den Weltraumbahnhof Baikonur. Den sichern sowieso RUS-Truppen. KAS ist nie als Staat aufgefallen, in dem irgendetwas mit «antirussisch» gewesen wäre. Schon gar nicht Mr. Nasarbajew, der nun verschwunden zu sein scheint.

re 10:16 fathaland slim: Metamacht

>>09:52, teachers voice
>> Putin braucht keine Bodenschätze, aber er braucht die Macht über die Bodenschätze. Und die versucht er mit allen seinen ihm eigenen Mitteln zu erweitern.<<
.
Weswegen braucht Putin denn die Macht über kasachische Bodenschätze?<<

Wer in diesen Flächenstaaten die Macht über die Bodenschätze hat, hat auch die Macht im Land. Kasachstan hat eine ganz ähnliche Struktur wie Russland und ein Aufstand in Kasachstan gegen ein postsowjetisches Regierungssystem würde ein Modell für die russischen Bürger werden.

Die Legende sagt ja, dass ein solcher Flächenstaat eine zentrale autokratische Führung benötigt. Und diese Legende bedient Putin permanent.

re 10:16 fathaland slim: Metamacht

>>09:52, teachers voice
>> Putin braucht keine Bodenschätze, aber er braucht die Macht über die Bodenschätze. Und die versucht er mit allen seinen ihm eigenen Mitteln zu erweitern.<<
.
Weswegen braucht Putin denn die Macht über kasachische Bodenschätze?<<

Wer in diesen Flächenstaaten die Macht über die Bodenschätze hat, hat auch die Macht im Land. Kasachstan hat eine ganz ähnliche Struktur wie Russland und ein Aufstand in Kasachstan gegen ein postsowjetisches Regierungssystem würde ein Modell für die russischen Bürger werden.

Die Legende sagt ja, dass ein solcher Flächenstaat eine zentrale autokratische Führung benötigt. Und diese Legende bedient Putin permanent.

Es gibt einen Unterschied zwischen

autoritären Staatssystem und demokratischen Staaten.
Auch wenn hier immer wieder kommt, ja aber bei uns auch.
Um es kurz zu machen.
Dort wird alles autoritär von oben entschieden, ohne das die Machthaber sich danach rechtfertigen müssen.
Kein Parlament, das dazwischen steht, oder die Möglichkeit noch gerichtlich mittels einer unabhängigen Justiz dagegen vor zu gehen. Auch gibt es dort keine parlamentarischen Untersuchungsausschüsse. Dort ist kein Überwachung der Regierung möglich.
Auch einmal zur Aufgabe der Opposition zu kommen.
Oft wird auch geurteilt, die haben keine Mehrheit, also auch nichts zu sagen.
Aufgabe der Opposition in einer Demokratie ist es die Regierung zu überwachen.
Das ist sogar ihre Pflicht.

@ 08. Januar 2022 - 10:26…

@ 08. Januar 2022 - 10:26 Uhr von fathaland slim
10:10, zöpfchen
>>Zum zweiten wird immer wieder von „Bürgern“ gesprochen. Dies insinuiert ein Bild eines dem gesamten Staatswesen verpflichteten Staatsangehörigen. Dieses Bild geht völlig an der Realität vorbei.<<
.
„In einer Diktatur findet man nie die Art von Bürgern, die Sie beschreiben. Außer in den Gefängnissen natürlich. Denn das "gesamte Staatswesen" ist der Diktator und seine Schergen. Die Oligarchen.“
_______
Völlig richtig. Aber sie verwechseln Ursache mit Wirkung. Weil es so wenige Menschen gibt, die als Bürger qualifizieren, kann man die wenigen ins Gefängnis stecken. Der Rest will einfach nur von den Vorteilen des Staates profitieren. Ob als Empfänger von Brot-, Gas- und Benzinsubventionen oder eben als Diktator von staatlich errichteten Prachtbauten.

09:39 fathaland slim

Vergleiche hinken immer - haben aber oft einen wahren Kern.

Keine Gewalt gegen Demonstranten

Am 08. Januar 2022 - 08:38 Uhr von Initiative Neu…
Zitat: "Keine Gewalt gegen Demonstranten
Alle Menschen haben Demonstrationsrecht. Die Herrschenden dürfen keine Polizeigewalt anwenden um Demonstrationen zu stoppen..."

Absolut richtig. Nur schießen die Demonstranten nicht auf die Sicherheitskräfte, sie plündern keine Geschäfte und erbeuten mit Waffengewalt keine Fahrzeuge von friedlichen Bürgern. Somit war Ihr Kommentar zwar in dem Mainstream herzlich willkommen, aber sachlich fehl am Platz.

@teachers voice - Machtübernahme? Eher Machterhalt.

09:13 Uhr von teachers voice:
"Nein, nach aus der Kontrolle geratenen sozialen Unruhen sieht das alles nicht aus. Vielmehr nach einer strategisch angelegten Machtübernahme eines Alleinherrschers [...]"
> Ich glaube nicht, dass die Unruhen inszeniert wurden. Dafür gibt es dort zu viele echte Probeme.
_
"[der] von Putin hierfür reich belohnt zu werden gedenkt."
> Wie kommen Sie denn darauf? Erfahrungsgemäß kleben fast alle Politiker an der Macht. Das ist ein Selbstläufer, für dessen Erklärung man sich kein putinsches Belohnungssystem ausdenken muss.
_
"[...] Und damit einen weiteren russischen Vorhof davon abhalten, alternative Gesellschaftsformen und Bürgerbeteiligungen auch nur anzudenken."
> Russlands Interesse besteht einzig und allein darin, einen Verbündeten zu erhalten. Eine frühe und entschiedene Reaktion ist defintiv besser als abzuwarten, bis wieder "prowestliche Rebellen" mit Waffen beliefert wurden. Einen zweiten Syrienkonflikt braucht keiner.

10:37, schabernack

>>Es gibt kaum ein anderes Land auf der Welt, in dem die Relation Flächengröße / Vorkommen an Bodenschätzen / Bevölkerungszahl so günstig ist wie in Kasachstan, um für alle genug zu erwirtschaften. Ca. 19 Mio. ist in etwa so viel wie in NRW. Das Geld braucht man ja für Future World Capital City «Sultan» in der Kältesteppe. Almaty ist weit weg.<<
.
Nursultan Nasarbajew ist etwa sieben Milliarden Dollar schwer. Das sollte man im vorliegenden Zusammenhang auch nicht außer Acht lassen.

re 10:35 Werdaswissenwill: Schlussfolgerungen

>>09:52 Uhr von teachers voice
Wieso hat der Präsident von Kasachstan dann Putin um Hilfe gebeten? Irgendwie saugen sie sich da was aus den Fingern! Putin wird schon die Kontrolle dort haben!<<

Hatte er eben nicht! Sonst hätten ja keine „Friedenstruppen“ geschickt werden müssen.

Ich will hier keine Kaffeesatzleserei betreiben, ich versuche nur, aus vielen Versatzstücken ein stimmiges Bild zu entwerfen.

Nasarbajew war der starke Mann in K. und der ist offensichtlich geflohen. Gleichzeitig hat sein Gegenspieler mit Unterstützung Russlands die komplette Macht übernommen. Und zur Zeit findet die „Säuberung“ von den „Resttruppen“ Nasarbajews statt.

Zugegeben: Viel Spekulation! Aber klar ist, dass jetzt dieser Toqajew als Alleinherrscher von Putins Gnaden regiert. Und von den sozialen Unruhen keiner mehr redet.

10:48, Olympic Games

>>Somit war Ihr Kommentar zwar in dem Mainstream herzlich willkommen<<
.
Was soll das heißen?

@ 09:42 Uhr von Quakbüdel

Leider verharmlosen Sie den Schießbefehl des kaukasischen Diktators: Er hat den Befehl gegeben, ohne Ankündigung und ohne Unterschiede zu machen, auf Demonstrierende mit scharfer Munition zu schießen. Da ist nix mit "Übersetzungsfehler".
Ich frage mich, welche Interessen Foristen verfolgen, die das penetrant verharmlosen.

10:33 Uhr von Bernd Kevesligeti

Es gibt auch skurrile Aspekte zu der Situation. Der nach Paris geflohene Ex-Banker Muchtar Abliasow erklärte sich dort zum Anführer der Proteste und forderte in einem Gespräch mit Reuters den Westen zur Einmischung auf. Der Herr wird übrigens wegen Mord und Veruntreuung gesucht.

Oligarch gegen Oligarch. Nur nicht so lustig wie im Comic bei Spion gegen Spion. Auch die Oligarchie in Kasachstan erschafft die Gegenoligarchen.

Auch Außenminister Blinken äußerte sich zu Kasachstan: "Wenn die Russen im Haus sind, wird man sie schwer wieder los". Hat er da vielleicht vergessen in den Spiegel zu gucken oder ins Geschichtsbuch ?

Mr. Blinken kann sich ins Spiegelkabinett stellen, und völlig zutreffend bleibt diese seine Aussage dennoch ohne jede Einschränkung.

Am 08. Januar 2022 - 09:49 Uhr von fathaland slim

Zitat:
"...Terroristen sind nach früher üblichem Sprachgebrauch Organisationen wie die RAF, die IRA oder die ETA. Gruppen, die konspirativ Anschläge begehen. Aber doch keine marodierenden Randalierer. Wenn man den Begriff so benutzt, wie es sich leider propagandistisch eingebürgert hat, dann wurden auch die so genannten Race Riots in den USA von Terroristen bestimmt. Oder die Gelbwestenproteste in Frankreich..."

Ihre Behauptungen in aller Ehre, aber weder die RAF (wenn man von der Unterwanderung mit V-Leuten absieht), die IRA, ETA, die sogenannten Race Riots oder die Gelbwesten haben Polizisten enthauptet oder staatliche Gebäude in Brand gesetzt, oder habe ich da was übersehen?

10:48, Nachfragerin

>> Erfahrungsgemäß kleben fast alle Politiker an der Macht. <<
.
Geht's nicht noch ein wenig platter?

Wer steht dahinter?

Am 08. Januar 2022 - 09:59 Uhr von fathaland slim
09:42, Quakbüdel >> Zitat: "Mich interessiert sehr der Hintergrund dieser Revolte : Welche Interessen werden da bedient ?<< Sie scheinen ja eine Vermutung zu haben. Welche denn?"

Wenn man auch nur begrenzt im Stande ist nachzudenken, so sollte es klar sein, dass es nur zwei Mächte gibt, die solche "Revolutionen" organisieren können: entweder die nachbarschaftliche "Regionalmacht" im Norden von Kasachstan, oder die allen bekannte "Weltmacht", die "freiheitlich-demokratische Revolutionen" seit Jahrzehnten überall auf der Welt veranstaltet. Beide bedienen sich natürlich der internen Machtkämpfe im jeweiligen "zu revolutionierenden" Land.

Die postsowjetische Diktatur Kasachstan gebraucht Gewalt

In Kasachstan wurde nach dem Zusammenbruch der maroden Sowjetunion eine Folgediktatur aus den Resten der alten kommunistischen Nomenklatur aufgebaut. Das ging 30 Jahre gut, nun kracht das morsche Gebälk.
-
Wie alle Diktaturen behandelt das Regime in Kasachstan ALLE Protestierenden grundsätzlich als Terroristen. Zweifellos gibt es Gewalttäter unter den Demonstranten, welche die kritische Situation ausnutzen. Aber die Heftigkeit des Proteststurmes sind nicht mit "Terroristen" zu erklären. Es sei denn, jeder Andersdenkende ist einer. Hier ist geballter Volkszorn am Werk.
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Ein runder Tisch und die Aussicht auf freie Wahlen würde die Situation entschärfen. Die brutale Waffengewalt des Regimes nicht.

@ 10:13 Uhr von Nachfragerin

Die Nivellierung der Gewalt autoritärer Regime und Diktatoren gehört zur typischen Propaganda-Linie solcher Regime. Sie kopieren das erschreckend perfekt.

Natürlich ist es richtig und politisch zwingend, dass Bundeskanzler Scholz klar gegen die Gewaltaufrufe des kasachischen Machthabers ausspricht.

re 10:37 schabernack: Nasarbajew

>>Die Bindung KAS / RUS war und ist seit nach UdSSR immer sehr eng. Es gibt auch noch den Weltraumbahnhof Baikonur. Den sichern sowieso RUS-Truppen. KAS ist nie als Staat aufgefallen, in dem irgendetwas mit «antirussisch» gewesen wäre. Schon gar nicht Mr. Nasarbajew, der nun verschwunden zu sein scheint.<<

Volle Zustimmung! Man kann also annehmen, dass Nasarbajew nicht mehr „russlandfreundlich“ genug war und zu Toqalew in Konkurrenz geraten war. Dies würde die putschähnlichen Unruhen erklären. Und Putins Eingreifen!

re 10:48 Nachfragerin: Echte Probleme

>>@teachers voice - Machtübernahme? Eher Machterhalt.
09:13 Uhr von teachers voice:
"Nein, nach aus der Kontrolle geratenen sozialen Unruhen sieht das alles nicht aus. Vielmehr nach einer strategisch angelegten Machtübernahme eines Alleinherrschers [...]"
> Ich glaube nicht, dass die Unruhen inszeniert wurden. Dafür gibt es dort zu viele echte Probleme.<<

Und die jetzt allesamt nicht gelöst werden. Aber von denen wir ab jetzt auch nichts mehr hören werden. Exakt wie in Belarus.

10:49 Uhr von fathaland slim / @schabernack

Nursultan Nasarbajew ist etwa sieben Milliarden Dollar schwer. Das sollte man im vorliegenden Zusammenhang auch nicht außer Acht lassen.

Er hatte ja auch 29 Jahre lang genug Zeit als Präsident, die 7 Milliarden anzuscheffeln. Der gute Alte Recke schon aus der Zeit der KP in Kasachstan als Kasachischer Sowjet-Oligarch seit 1984. Sehr langlebig und beratungsresistent die Nomenklatura der Ex-UdSSR.

Der Propaganda des Regimes ist nicht zu trauen

Es gibt keine Pressefreiheit und keine unabhängige Berichterstattung in Kasachstan. Das Regime schaltet nach Belieben das Internet ab.
-
Ziel ist es, die Geschichte allein aus der Perspektive der Machthaber zu erzählen. Niemand kann sie verifizieren.
-
Wer wollte den Geschichten, welche die lang eingeübten Propaganda-Maschinen erzählen, glauben? Würde die Lage so sein, wie vom Regime geschildert, dann wäre es in seinem Interesse, das durch freie Berichterstatter bestätigen zu lassen. Die Tatsache, dass stattdessen strengste Zensur und Abschottung gilt, gibt allen Anlass zum Misstrauen gegen diese "Erzählungen".

von schabernack 10:57

Ja, wenn das so ist, dann resultiert doch daraus, daß man offenbar verärgert ist, weil es in dem Fall so aussieht, als wenn die geopolitische Karte/Wechsel hier nicht funktioniert.

Mich würde einmal interessieren, ...

... was von dem ganzen objektiv im TV in Putins Einflussbereich zu sehen ist. Nicht viel tippe ich. Vielmehr herrscht blanke Angst und der unbedingte Wille, unzufriedene die ihren Unwillen, oder gar oppositionelles Gedankengut auf der Straße zum Ausdruck bringen (wollen) mit Gewalt entgegenzutreten.
Also mein Interesse bezieht sich nicht auf Mitteilungen unserer Staatskolumnisten aus St. Petersburg.
Die mir zugängliche und übersetzte Russische Presse schweigt sich ja mächtig aus ...

@10:48 Uhr von Nachfragerin

Und die nächste Nivellierung von Ihnen: Sie lassen - aus welchen Gründen auch immer - völlig unter den Tische fallen, dass es einen diametralen Unterschied markiert, ob Politiker im Wettbewerb demokratischer Wahlen im Amt bleiben möchten oder auf die eigene Bevölkerung schießen, um sich die Macht brutal zu sichern.
.
Ihr historischer Vergleich ist übrigens ein Schlag ins Gesicht aller Opfer des Assad-Krieges gegen die eigene Bevölkerung: Dieser Krieg wurde und wird durch Putins Eingreifen perpetuiert und nicht beendet, geschweige denn verhindert.
Ihre Geschichtskittung und Ihre Rechtfertigung diktatorischer Gewalt und Schießbefehle sind empörend.

re 10:55 krittkritt: Nationalistische Karte

>>Analysen: Der Präsident setzte auf die nationalistische Karte.
@09:13 Uhr von teachers voice
Also gerade nicht auf Russland.
Und musste dann die Verbündeten, dazu gehört auch Russland zu Hilfe rufen.<<

Bemerken Sie nicht selber, dass da etwas nicht zusammen passt?

Nasarbajew setzte auf die „nationalistische Karte“ - am deutlichsten an seiner „eigenen“ Neuhauptstadt zu sehen. Und er ist wohl der erste postsowjetische Machthaber, der nicht nach Russland geflohen ist. Sondern zu seinem Geld nach Dubai.

Toqalew setzt voll auf die „russische Karte“ - und Putins „Friedenstruppen“ standen ganz zufällig bereit...

re Nachfragerin: Verbündete

>>"[...] Und damit einen weiteren russischen Vorhof davon abhalten, alternative Gesellschaftsformen und Bürgerbeteiligungen auch nur anzudenken."
> Russlands Interesse besteht einzig und allein darin, einen Verbündeten zu erhalten.<<

Als wenn dies ein Widerspruch wäre! Einen Verbündeten, der Putin diese vermaledeiten Demokraten vom Leib hält...

@zöpfchen - Stille Akzeptanz ist keine Zustimmung.

10:44 Uhr von zöpfchen:
"Weil es so wenige Menschen gibt, die als Bürger qualifizieren, kann man die wenigen ins Gefängnis stecken. Der Rest will einfach nur von den Vorteilen des Staates profitieren."
_
Wer sich zwischen staatlichen Repressionen und einem unpolitischen Leben entscheiden muss, der wird sich meist für das unpolitische Leben entscheiden. Diese stille Akzeptanz darf nicht als aktive Zustimmung gewertet werden.

11:12, Bernd Kevesligeti

>>von schabernack 10:57
Ja, wenn das so ist, dann resultiert doch daraus, daß man offenbar verärgert ist, weil es in dem Fall so aussieht, als wenn die geopolitische Karte/Wechsel hier nicht funktioniert.<<
.
Man ist verärgert? Wer ist „man“? Geopolitische Karte/Wechsel?
.
Je unübersichtlicher die Lage, desto mehr Worthülsen.

11:00, Olympic Games

>>Wenn man auch nur begrenzt im Stande ist nachzudenken, so sollte es klar sein, dass es nur zwei Mächte gibt, die solche "Revolutionen" organisieren können: entweder die nachbarschaftliche "Regionalmacht" im Norden von Kasachstan, oder die allen bekannte "Weltmacht", die "freiheitlich-demokratische Revolutionen" seit Jahrzehnten überall auf der Welt veranstaltet. Beide bedienen sich natürlich der internen Machtkämpfe im jeweiligen "zu revolutionierenden" Land.<<
.
Und Menschen, die rebellieren, sind immer Werkzeuge dieser beiden Mächte. Einen eigenen Willen haben die ja nicht.
.
Wer steckt denn Ihrer Ansicht nach hinter den Gelbwesten oder Black Lives Matter? Putin oder die Amis? Eine andere Möglichkeit gibt es ja nicht, wenn ich Ihren Ausführungen folge.

10:59, Omikron @09:49 Uhr von fathaland slim

>>Zitat:
"...Terroristen sind nach früher üblichem Sprachgebrauch Organisationen wie die RAF, die IRA oder die ETA. Gruppen, die konspirativ Anschläge begehen. Aber doch keine marodierenden Randalierer. Wenn man den Begriff so benutzt, wie es sich leider propagandistisch eingebürgert hat, dann wurden auch die so genannten Race Riots in den USA von Terroristen bestimmt. Oder die Gelbwestenproteste in Frankreich..."
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Ihre Behauptungen in aller Ehre, aber weder die RAF (wenn man von der Unterwanderung mit V-Leuten absieht), die IRA, ETA, die sogenannten Race Riots oder die Gelbwesten haben Polizisten enthauptet oder staatliche Gebäude in Brand gesetzt, oder habe ich da was übersehen?<<
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An diesen beiden Sachen machen Sie fest, wer Terrorist ist und wer nicht?
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Das ist jetzt aber wirklich mal eine sehr originelle Definition des Begriffs.
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Was da die RAF-V-Leute mit zu tun haben, erkenne ich allerdings nicht so richtig.

11:12 Uhr von Bernd Kevesligeti / @schabernack

Ja, wenn das so ist, dann resultiert doch daraus, daß man offenbar verärgert ist, weil es in dem Fall so aussieht, als wenn die geopolitische Karte/Wechsel hier nicht funktioniert.

«Geopolitisch gewechselt» wird schon gar nicht der 9. größte Flächenstaat auf dieser Erde durch Unruhen in einer Stadt im Land. Welche Armee soll denn kommen, um Kasachstan zu unterwerfen, und danach geopolitisch gewechselt dauerhaft zu kontrollieren. Dieses riesengroße Land Kasachstan zwischen den noch größeren Ländern China und Russland.

Und die Kasachen sind auch nur mal wieder andere Deppen, die sich wie Marionetten mit den Fäden der mysteriösen Weltenlenker an der Nase herumführen lassen.

11:00 Uhr von MehrheitsBürger

Wie alle Diktaturen behandelt das Regime in Kasachstan ALLE Protestierenden grundsätzlich als Terroristen.
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das will ich gar nicht ausschließen
nur wie demonstrieren sie - wenn sie mal demonstrieren,
plündern und Häuser anzünden ?
die gesamte Infrastruktur ihres Landes zerstören ?

@SinnUndVerstand - Ich warte schon auf "Toqajew muss weg!"

11:14 Uhr von SinnUndVerstand:
"Sie lassen [...] völlig unter den Tische fallen, dass es einen diametralen Unterschied markiert, ob Politiker im Wettbewerb demokratischer Wahlen im Amt bleiben möchten oder auf die eigene Bevölkerung schießen, um sich die Macht brutal zu sichern."
> Richtig. Für Russland spielt keine Rolle, wie der Verbündete seine Macht behält und für die Gegner spielt es keine Rolle, wie der Verbündete Russlands zu Fall gebracht wird.
Die Opferzahlen lassen übrigens darauf schließen, dass nicht wahllos "auf die eigene Bevölkerung" geschossen wird. (Aber der Spruch taugt natürlich trotzdem für die politische Stimmungsmache.)
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"Dieser Krieg [in Syrien] wurde und wird durch Putins Eingreifen perpetuiert und nicht beendet, geschweige denn verhindert."
> Richtig. Russland hatte den damaligen Entwicklungen jahrelang zugesehen, bevor es im September 2015 militärisch Eingriff. Diesen Fehler wird es nicht wiederholen.

Am 08. Januar 2022 - 11:13 Uhr von H. Hummel

Zitat:
"...Die mir zugängliche und übersetzte Russische Presse schweigt sich ja mächtig aus ..."

Versuchen Sie es doch mal bei snanews.de...

10:55 Uhr von krittkritt

Analysen: Der Präsident setzte auf die nationalistische Karte.
Also gerade nicht auf Russland.
Und musste dann die Verbündeten, dazu gehört auch Russland zu Hilfe rufen.


Sehr unlogisch. Wenn man nicht auf Russland setzt, dann ruft man auch nicht nach Russland als Verbündetem. Dann ruft man nach China, und die Chinesen sind auch schneller in Almaty, weil die Stadt viel näher an China als an Russland liegt.

@fathaland slim - einseitiger Appell

>>Wer ein Ende der Gewalt wünscht, der würde an die Gewalttätigen auf beiden Seiten appellieren.<<
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10:20 Uhr von fathaland slim:
"Appelle verpuffen in solchen Situationen. Die Sache ist längst außer Kontrolle."
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Genau deshalb gefällt mir der einseitig an die kasachische Regierung gerichtete Appell von Herrn Scholz auch nicht. Er klingt wie ein Aufruf, sich hinzulegen und die Aufständischen machen zu lassen.

9:49 fathaland slim

"Terroristen sind........"

Gemessen an den Ausschreitungen in Kasachstan "brennende Regierungsgebäude, Schießereien, Explosionen, töten von Polizei und Sicherheitsorganen, war der Sturm ausf´s Capitol ein friedlicher Spaziergang und da sagte Herr Biden und andere das sind Terroristen.
Also hängt es offentsichtlich ob "Terrorist oder nicht Terrorist" davon ab in welchem Land was passiert.

von fathaland slim 11:24

Es ging hier um einen Satz von Anthony Blinken zu Kasachstan. Und das der enttäuscht ist, davon kann ausgegangen werden.

@teachers voice - Nasarbajew

11:16 Uhr von teachers voice:
"Nasarbajew setzte auf die ,nationalistische Karte' - am deutlichsten an seiner ,eigenen' Neuhauptstadt zu sehen. Und er ist wohl der erste postsowjetische Machthaber, der nicht nach Russland geflohen ist. Sondern zu seinem Geld nach Dubai. Toqalew setzt voll auf die ,russische Karte' - und Putins ,Friedenstruppen' standen ganz zufällig bereit..."
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Ah, jetzt habe ich Sie verstanden.
Sie vermuten also, dass die Unruhen von Russland/Toqalew genutzt (oder gezielt herbeigeführt) wurden, um Nasarbajew zu entmachten.
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Hat er etwas angestellt, das Russland an dessen Treue hätte zweifeln können?

von schabernack 11:39

Wenn es nach der Tendenz hier geht, dann interessiert daß Schicksal der Kasachen gar nicht. Die sollen sich nur mal schön Richtung Westen bewegen, wenn nicht ist man enttäuscht. Die soziale Lage interessiert hier doch kaum jemand, die und die Besitzverhältnisse können bleiben....

12:01, jukep

>>Also hängt es offentsichtlich ob "Terrorist oder nicht Terrorist" davon ab in welchem Land was passiert.<<
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Ja, diese Definition hat Ronald Reagan eingeführt. Ich mache sie mir nicht zueigen und würde auch beim Sturm aufs Kapitol nicht von Terroristen sprechen.

12:19, Bernd Kevesligeti

>>von fathaland slim 11:24
Es ging hier um einen Satz von Anthony Blinken zu Kasachstan. Und das der enttäuscht ist, davon kann ausgegangen werden.<<
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Warum sollte der enttäuscht sein, und wovon?

@schabernack - Kontrolle über die Regierung

11:39 Uhr von schabernack:
"Welche Armee soll denn kommen, um Kasachstan zu unterwerfen, und danach geopolitisch gewechselt dauerhaft zu kontrollieren. Dieses riesengroße Land Kasachstan zwischen den noch größeren Ländern China und Russland."
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Es reicht, die Regierung zu kontrollieren. Eine pro-westliche Regierung wüsste sicherlich von einer massiven Bedrohungslage durch die Nachbarn zu berichten. Die USA und ihre NATO würde ihre "Dialog- und Abschreckungsstrategie" sicherlich gern auf Kasachstan ausdehnen.
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Aber dazu wird es nicht kommen, weil Russland schon dasselbe Programm fährt.

Ausländische Söldner

Warum holt sich das Regime ausländische Söldner rein, statt mal mit dem Volk zu reden?
Zum Reden gehört aber auch eine freie Presse. Wann wird eine freie Presse und eine Opposition zugelassen?

Die russische Opposition ...

... lehnt den bewaffneten Auslandseinsatz im Nachbarland ab. Hoffentlich wird erfolgreich dagegen geklagt.

12:27, Bernd Kevesligeti

>>von schabernack 11:39
Wenn es nach der Tendenz hier geht, dann interessiert daß Schicksal der Kasachen gar nicht. Die sollen sich nur mal schön Richtung Westen bewegen, wenn nicht ist man enttäuscht. Die soziale Lage interessiert hier doch kaum jemand, die und die Besitzverhältnisse können bleiben....<<
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Ich kenne einige Kasachen, die sich Richtung Westen bewegt haben. Oft deutscher Abstammung. Eine der Pflegerinnen meiner Mutter in ihren letzten Wochen war Kasachin, genau wie ihre Haushaltshilfe. Aber wenn sich jetzt alle neunzehn Millionen Kasachen nach Westen bewegen würden, dann glaube ich nicht, daß das so toll gefunden würde.

@ Bernd Kevesligeti

Rechtfertigen Sie die Schüsse auf die protestierende Bevölkerung?

12:32, Nachfragerin

>>Die USA und ihre NATO würde ihre "Dialog- und Abschreckungsstrategie" sicherlich gern auf Kasachstan ausdehnen.<<
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Es geht alles nur um Ost und West, Russland oder NATO.
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Zumindest bei Ihnen.

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