Kommentare - Fehlende Triage-Regelungen: Eine lebensbedrohliche Lücke

28. Dezember 2021 - 16:43 Uhr

Das Bundesverfassungsgericht drängt auf gesetzliche Regelungen zur Triage. Was zunächst wie ein Seitenhieb gegen Ärzte anmutet, ist eigentlich ein Warnschuss für die Politik. Denn die hat es versäumt, den Schutz aller abzusichern. Von Tilmann Kleinjung.

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Kommentare

"den Schutz aller absichern"

... kann die Politik nur, wenn sie hundertprozentig sicher stellt, dass es niemals zur Triage kommen wird.
Aber das kann sie nicht.
Selbst bei nicht abgeschalteten Atomkraftwerken gibt es nur eine Sicherheit von 99,999995%, dass es nicht zum Super-GAU kommen wird.
Sicherheit ist aber eine Sache, Angst vor dem eigenen Tod eine andere. Und diese besitzen zu viele, um glücklich leben zu können.

Nein, natürlich wird der Gesetzgeber...

.
...jetzt nicht hergehen und das Bett eines intensivbehandlungspflichtigen Impfverweigerers "auf den Flur schieben", wenn solch ein Fall eintreten würde, dass die Wahl zwischen diesem und einem behinderten Menschen zu treffen wäre - so sehr das auch manchen jucken mag.
.
Ich halte es für äußerst problematisch, derartige Entscheidungen zu treffen, doch wer anderes könnte eine zutreffende und objektive Entscheidung treffen, wenn nicht ein kompetentes Ärzteteam?

Triage, und das in einem…

Triage, und das in einem Land wie Deutschland. Ich glaubte immer den Politikern, die sagten das unser Land eines der reichsten der Welt wäre. Nun stellt sich heraus das wir Kranken,- und Pflegekräfte nicht richtig bezahlen können. Und ich glaubte auch lange den Slogan, das jeder die Hilfe in der Krankheit bekommt, die notwendig wäre.
Wie ich aber sehe, wieder einmal alles Lug und Trug.
So wer ist denn nun verantwortlich für den Abbau tausender Intensivbetten, allein in den letzten 2 Jahren? Also, mitten in der pandemischen Situation.
Wer ist verantwortlich dafür das Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen den Börsen zum Fraß gegeben wurden?
Die Politik ist natürlich wieder einmal besorgt. Ich glaube bei denen haben die Sorgen sogar schon Sorgen. Und ich kann es nicht mehr hören, das die welche die Entscheidungen so getroffen haben, plötzlich besogt über einen Zustand sind, den sie selbst geschaffen haben.
Politiker sind aber leider nicht Haftbar für ihre Entscheidungen. Schade!

Da niemand benachteiligt…

Da niemand benachteiligt werden darf, wird es ganz einfach auf ein Losverfahren hinauslaufen.

Die Feinheiten

"Ein Kriterium ist da die medizinische Dringlichkeit, ein anderes die Behandlungsprognose. ... "Jedes menschliche Leben genießt den gleichen Schutz." Und deshalb müsse jede "Klassifizierung" anhand des Alters, einer angenommenen "Wertigkeit" oder einer prognostizierten Lebensdauer unterbleiben."

Genau darum geht es: Was tun, wenn man zwei Schwerkranke hat, aber nur ein Bett? Wenn er schon nicht beide retten kann, muss der Arzt so entscheiden, dass wenigstens einer gerettet wird. Trifft er die falsche Entscheidung, sterben möglicherweise beide und er hat seine knappen Ressourcen vergeudet.

Genau das ist die Triage und der Arzt muss durchaus Prognosen in Erwägung ziehen.

Allerdings, und darauf zielt die Argumentation ab, soll er das nur anhand des aktuelen Zustands tun und nicht nach allgemeine Kriterien.

Z. B. darf es keine Rolle spielen, ob ein 70jähriger Patient bei Rettung noch 10 Jahre lebt und ein 40jähriger möglicherweise noch 40.

Maxime Menschenwürde vor der Bewährung

Das Bundesverfassungsgericht hat bereits im gekippten Luftsicherheitsgesetz ethisch richtig gehandelt und übereifrige Sheriffs in ihre Schranken verwiesen. Auch die Ad-hoc-Empfehlungen des Ethikrates sind nach wie vor aktuell.
Das Bundesverfassungsgericht macht es sich aber zu leicht, den Spielball einfach an die Politik zu delegieren. Was soll ein Gesetz denn leisten können? Da wird suggeriert, hier könnte eine ethisch tragbare Lösung gefunden werden, die es so nicht gibt. Den Konflikt Leben gegen Leben gibt es immer.
Vielmehr muss eben entsprechend vorausschauend gehandelt werden, anstelle Intensivstationen überlaufen zu lassen - stattgefundene Grundrechtseinschränkungen waren unter diesem Aspekt gerechtfertigt.
Bei Intensivpatienten das "Therapieziel" zugunsten besseren "Erfolgsaussichten" anderer zu "ändern", "Aufklärung" wie in Tuttlingen für eine "bessere Behandlung" aller - das dürfte zunehmend einen schwereren Stand bekommen.
Die Menschenwürde bleibt weiterhin Bewährungsprobe.

Jede Triage Entscheidung

ist eine Einzelfallentscheidung.

Man kann den Einzelfall nicht in Gesetze fassen. Es braucht verantwortungsvolle Aerzte.

Jemand, der die Berufung ernst nimmt wird auch die richtige Entscheidung faellen. Die VerNtwortung dafuer kann ihm kein Jurist abnehmen.

Juristische Triage, Gott bewahre.

@WM-Kasparov-Fan

Ich gebe Ihnen Recht, allerdings mit Einschränkungen.
Deutschland hatte die Mittel eine Trige verhindern zu können.
Das alles hat man aber geopfert zu Gunsten der Wahl in diesem Jahr, wo man genau das Gegenteil gemacht hat, von dem was involvierte Wissenschaftler prophezeit haben. Und man hat über Jahre das Kranken und Altenpflegesystem dem Priviteuren geopfert.
Warum muß ein Altenheim oder Krankenhaus Profit abwerfen? Das sind gesellschaftliche Aufgaben die ein Staat wie deutschland meistern kann.
Aber bei uns verdienen Spekulanten mehr, als die welche unsere Kranken und Alten pflegen.
Ich sage das diese Gesellschaft selbst sehr Krank ist und dringend Hilfe benötigt.

2 - 3 Ärzte eine Meinung

Das Vier bis Sechs Augen Prinzip wird im Falle einer Triage endscheiden

denn jedem Richter/Anwalt/Politiker fehlen dazu die Fachkenntnisse

Es bleibt spannend

Da bin ich aber mal gespannt, wie die Triage - Regelung aussehen wird, wenn sich die Seuche tatsächlich vermehrt an kleinen Kindern vergreift, wie in den USA angeblich zu beobachten ist.
Dann wird wohl kaum noch darüber diskutiert werden und die Quernichtdenker werden sich in dieser Eigenschaft kaum noch vor die Tür wagen, dafür aber auf ein Recht zur Impfung pochen.

Das Bundesverfassungsgericht drängt auf gesetzliche Regelungen

bestimmt ne sinnvoll ne Sache vorallem aber notwendige Sache

nur wie soll das "gerecht" ausschauen ?
-
Hier ne alleinerziehende Mutter 23 Jahre alt, mit 5 minderjährigen Kindern
da ein Krimineller der 25 seiner 40 Lebensjahre im Knast verbrachte
dort ein 63 Jähriger, der mit seinen Krankenkassenbeiträge in jedem Fall (egal wer davon profitiert)
die Sache finanziert hat oder wird

Was laeuft eigentlich verkehrt

in Deutschland.

Jede fachliche Entscheidung muss von Juristen, die von dem Fach NIX verstehen , abgesegnet werden. Juristen entscheiden, ob medizinische und seuchenepidemiologische Entscheidungen richtig sind.

Uebernehmen diese Juristen auch die Verantwortung, wenns schief geht.

Da sind die 500.000 Corona Toten in Europa. Juristisch offensichtlich einwandfrei.

17:26 Uhr von harry_up

Nein, natürlich wird der Gesetzgeber...
wer anderes könnte eine zutreffende und objektive Entscheidung treffen, wenn nicht ein kompetentes Ärzteteam?
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der Gesetzgeber muß ja wohl die Randbedingungen festlegen
nach denen Ärzte ihre Entscheidung knüpfen
Gilt das Alter des Patienten zu berücksichtigen ?
seine Chance zu überleben ?
Darf auch mitspielen wer für seine Behandlung zahlt ?
Sein "Wert" in der Gesellschaft ?
ein sozial engagierter mehr als ein Krimineller ?
eine schwierige Sache !

Triage

Ich will nicht ins KK, ich möchte nicht ums Überleben kämpfen müssen.
Patientenverfügung liegt bereit!
Bloß nie mehr einen Arzt an mich heran lassen! Echt, von welchem Gesundheitssystem reden immer alle?
Sorry, aber solange satte Mediziner nach Pfeife der Wirtschaft tanzen, damit der Wirtschaft mehr schaden als nutzen -egal ob BG- oder Hausärzte....Notdienste im Krankenhaus ? Reha nur auf dem Papier stattfindet? Von welchem Gesundheitssystem reden nur Alle.
Von den zig Ärzten, die mir über die Jahre in der Humanmedizin begegnet sind, haben evtl. 2 die Bezeichnung verdient. Plus ein Tiermediziner.
Ich soll kämpfen für meine Gesundheit, ich bin geimpft und lass mich morgen Postern. Wofür?

Ich muß trotzdem dulden, das Spacken keinen Abstand halten, überall hin in Urlaub müssen?

17:39 Uhr von IBELIN

Man kann den Einzelfall nicht in Gesetze fassen. Es braucht verantwortungsvolle Aerzte.
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was heißt Verantwortungsbewußt,
woran sollen die ihre Verantwortung festmachen ?
Dass die Finanzierung der Klinik gesichert ist
wäre doch auch Zeichen von Verantwortung

Eine lebensbedrohliche Lücke

Die uns vorallem die Impfgegener und ungeimpften eingebrockt haben und das hat in diesen Fall auch nichts mehr mit Gesetzen und Politikern zu tun.

17:39 Uhr von IBELIN

"Jemand, der die Berufung ernst nimmt wird auch die richtige Entscheidung faellen. Die VerNtwortung dafuer kann ihm kein Jurist abnehmen."

Das Individuum erlebt die Welt. Wer wegtriagiert wird, dem ist die Begründung und der Verantwortliche immer vollkommen daneben.

Zeit war genug

TS:
"Der Gesetzgeber handele verfassungswidrig, weil er es versäumt habe sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderung bei der Zuteilung von knappen medizinischen Ressourcen nicht benachteiligt werden. Die Politik müsse hier dringend handeln, fordern die Verfassungsrichter in unmissverständlicher Eindeutigkeit."

"Der Deutsche Ethikrat hat hier schon im März 2020 Handlungsbedarf gesehen: ..."

Zeit dafür gab es offensichtlich genug. Lag`s an Fahrlässigkeit, Gleichgültigkeit, oder passte allen Parteien ein solch "heißes Eisen" nicht in den Wahlkampf zu Corona-Zeiten? Ich weiß es nicht. Letzteres ist zumindest auch vorstellbar. Ein Lob für die "Watschen" des Verfassungsgerichts!

17:42 Uhr von Karl Klammer

2 - 3 Ärzte eine Meinung
Das Vier bis Sechs Augen Prinzip wird im Falle einer Triage endscheiden

denn jedem Richter/Anwalt/Politiker fehlen dazu die Fachkenntnisse
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Fachkenntnisse für was

sollte man nicht erst mal festlegen auf was es ankommt
welche Kriterien bei der Auswahl überhaupt zählen ?
Gesundheit/Überlebenschance, Geld, Alter, Soziales ....

Triage?

Genaugenommen gibt es die doch schon. Oder wie soll man das nennen, wenn Krebsoperationen zugunsten der Behandlung von Covid-Patienten verschoben werden?
.
Von all diesem Ungemach mal abgesehen, wiederhole ich, was ich hier schon einmal schrieb:
Vor allem die Älteren unter uns, die vielleicht noch mit diversen Vorerkrankungen zu kämpfen haben, könnten die Ärzte mit einer Patientenverfügung entlasten.
Man muss es mir ja nicht gleich nachmachen. Meine Patientenverfügung liest sich eher wie ein Sterbehilfeantrag. Meine größte Befürchtung ist, dass man sich nicht daran hält. Ein Grund, weswegen ich mich für die elektronische Variante entschieden habe. Der Abruf-Code ist auf der Krankenkassenkarte ablesbar. Jeweils eine ausgedruckte Variante ist bei meinen behandelnden Ärzten hinterlegt.
Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe Angst vor dem Sterbeprozess.
Und manchmal denke ich, dass ich meinen Hinterbliebenen etwas geordnetere Verhältnissen hinterlassen sollte.

Die Fragestellung ist nur notwendig weil …

Die Fragestellung ist nur notwendig geworden weil es in unserer Gesellschaft Menschen gibt, die sich aus Egoismus und Eigensinn außerhalb jeder Solidarität mit den Mitmenschen begeben.

Nur wegen den Impfverweigerern geht unser System in den kritischen Bereich so das die Kapazitäten überlastet werden.

Gäbe es nur Ungeimpfte, die wegen tatsächlichen medizinischen Problemen ungeimpft bleiben müssen, hätten wir diese Kapazitätsprobleme nicht.

Ablenkung von tatsächlichen Problemen!

Die neu angeheizte Diskussion um die Triage halte ich für eine willkommene neue Ablenkung von den alten Versäumnissen:
Seit Wochen wird doch gebetsmühlenartig zum Impfen und Boostern aufgerufen. Wie bitte schön kann es dann sein, dass unsere Arztpraxen weiterhin viel zu wenig Impfstoff erhalten? Ich selbst (größere Praxis) erhielt letzte Woche 2 Vials und diese Woche sogar nur 1 Vial Comirnaty (Biontech). Da kann ich also 6 Patienten pro Woche impfen! Das ist Organisationsversagen!
Und bitte - wer kann erklären, warum die nicht zu knapp mit unser aller Steuergeld gepamperten Pharmamultis auch nach ca. einem Jahr Delta-Mutante noch immer keinen dazu passenden Impfstoff zur Zulassung bringen? Zu den Schwächen der aktuellen Impfstoffe wurde ja genug geschrieben.

Mir fällt auf, dass das…

Mir fällt auf, dass das BVerfG nicht mehr nur Gesetze überprüft, sondern in jüngster Zeit den Gesetzgeber auch auffordert, Lebensbereiche erstmals zu regeln. Das BVerfG hält sich offenbar für den besseren Gesetzgeber.

@ 17:49 Uhr von Sisyphos3

„Hier ne alleinerziehende Mutter 23 Jahre alt, mit 5 minderjährigen Kindern da ein Krimineller der 25 seiner 40 Lebensjahre im Knast verbrachte dort ein 63 Jähriger, der mit seinen Krankenkassenbeiträge in jedem Fall (egal wer davon profitiert)die Sache finanziert hat oder wird“

Das sind alles Kriterien, die für eine Triage keine Rolle spielen (sollten). Im Idealfall wissen die Ärzte, die darüber zu befinden haben das gar nicht, sondern haben nur eine Krankenakte mit medizinischen Daten. Da steht nichts drin von Vorstrafen oder sozialen Umständen.

Aber in der Realität ist die Entscheidung eben nicht so einfach, weil es am Ende eine Einschätzung ist, welcher von mehreren Patienten die besten Überlebenschancen hat, in einer idealen Welt versucht man alle zu retten. Man schafft es halt nicht bei allen. Bei einer Triage gibt man Manche von vornherein auf, mangels Ressourcen, manche behandelt man suboptimal.

@18:11 Uhr von Sisyphos3 17:42 Uhr von Karl Klammer

//Fachkenntnisse für was

sollte man nicht erst mal festlegen auf was es ankommt
welche Kriterien bei der Auswahl überhaupt zählen ?
Gesundheit/Überlebenschance, Geld, Alter, Soziales ....//
.

Geld/Soziales??? Was genau meinen Sie denn DAMIT? Ist DAS ein 'Wert' mit dem Sie menschliches Leben einstufen? Ich glaube, mir wird übel...

GG bildet Rechtsrahmen

Jedes Leben ist als gleichwertig anzusehen. Unabhängig vom Alter oder körperlichen oder psychischen Handicap. So schreibt es das GG vor.

Das Urteil verlangt von der Politik dies nun in einem Gesetz deutlich zu machen.

Falsche Fragestellung

Man schaffe endlich (!!) genügend vernünftig bezahltes Pflegepersonal in unser kaputtgespartes Krankenhaussystem, dann kann man alle vorhandenen Intensivbetten auch nutzen und muß über sowas Fürchterliches wie Triage gar nicht mehr nachdenken.

@18:09 Uhr von R. B.

//Ein Lob für die "Watschen" des Verfassungsgerichts!//

Dem schließe ich mich gerne an.

wonach soll es dann gehen?

" Und deshalb müsse jede "Klassifizierung" anhand des Alters, einer angenommenen "Wertigkeit" oder einer prognostizierten Lebensdauer unterbleiben. Ethiker nennen diesen Grundsatz "Lebenswertindifferenz".

Ich persönlich würde zugunsten eines jungen Menschen ohne Vorerkrankungen immer verzichten. Denn der hat sein Leben noch vor sich. Ich hingegen habe ein gutes Leben bereits genossen. Ob ich noch 10 oder 20 Jahre habe weis nur Gott. Die Jugend ist die Zukunft. Eltern mit kleinen Kindern haben nach meiner Meinung auch ein besonders Anrecht.
Diese Entscheidung in Politkerhände finde ich schwierig.
Impfpflicht nein aber Triage dann als Folge? Nur weil die FDP kein Impfregister will? Aber bei unseren Behördendickicht würde dessen Aufbau sicher Monate dauern. Wir müssten zuerst den Freiheitsbegriff definieren. Darf eine Minderheit eine Mehrheit zwingen? Welche Werte sind für uns unverhandelbar? Die Meinung in der Bevölkerung ist vielschichtig.

Umbau Gesundheitssystem statt Triage

Dass Triage in Deutschland diskutiert werden muss, ist mehr als traurig. Jeder hat ein Recht auf Leben, und jeder der durch eine Selektion nicht mehr behandelt wird, ist benachteiligt. Es ist wichtig, die Grundlage schnellstmöglichst zu schaffen, dass genügend Behandlungsmöglichkeiten vorhanden sind: entsprechende Entlohnung, Arbeitsbedingungen verbessern (Überlastung reduzieren) und es muss das Gewinne machen im Gesundheitssektor unterbunden werden. Es wurde lange versäumt, hier in die richtige Richtung zu steuern - hier ist die Politik gefordert. Der Staat muss das Gesundheitssystem stemmen, Krankenhäuser sollten von staatlichen Institutionen betrieben werden. Einsatz der Bundeswehr bei Engpass veranlassen. Ärzte sollten privat und gesetzlich Versicherte behandeln müssen und Terminbevorzugung für Privatversicherte ist auch nicht ok.
Attraktiver Beruf erhöht die Chance der Nachfrage. Ausbildungen aus anderen Ländern anerkennen und ggf. Zusatzqualifikation anbieten.

Triage

Niemand…Niemand hat das Recht über Leben und Tod zu entscheiden und schon gar nicht per Gesetz eine derartige Absolution in Gesetzestexten zu verankern! Man sollte Ärzte an ihren Hippokratischen- Eid erinnern, und nicht per Gesetz regeln und legalisieren, was schon gegen unsere Verfassung verstößt. Noch dazu in einer Zeit, wo jegliche Veranlassung fehlt.

@ 18:20 Uhr von Fritz Schulze

„Man schaffe endlich (!!) genügend vernünftig bezahltes Pflegepersonal in unser kaputtgespartes Krankenhaussystem, dann kann man alle vorhandenen Intensivbetten auch nutzen und muß über sowas Fürchterliches wie Triage gar nicht mehr nachdenken.“
Ihr Wort in Gottes Ohr!
Aber gesetzemachen ist billiger als das Pflegepersonal angemessen zu bezahlen.
Ich wette, dass auch der neue Finanzminister eher ein Auge bei den jährlichen Steuerhinterziehungen in Höhe von 150 Milliarden Euro zudrückt, als mehr Geld für das Pflegepersonal oder andere soziale Bereiche zur Verfügung zu stellen.

Am 28. Dezember 2021 - 17:53 Uhr von Sisyphos3

Zitat: der Gesetzgeber muß ja wohl die Randbedingungen festlegen nach denen Ärzte ihre Entscheidung knüpfen
.
Das ist genau die Forderung des BVefG.
.

Zitat: Gilt das Alter des Patienten zu berücksichtigen ?
.
Das ist kein Kriterium.
.
Zitat: seine Chance zu überleben ?
.
Wer hat nicht schon von ärztlichen Fehlprognosen gehört, von Leuten, die angeblich nur noch drei Monate zu leben hatten und dann noch Jahre überlebten?
.
Zitat: Darf auch mitspielen wer für seine Behandlung zahlt ?
.
kein Kriterium
.
Zitat: Sein "Wert" in der Gesellschaft ?
.
kein Kriterium
.
Zitat: ein sozial engagierter mehr als ein Krimineller?
.
kein Kriterium
.
Zitat: eine schwierige Sache !
.
die nur durch ein Gesetz geregelt werden kann, nicht durch Leitlinien eines Berufsverbandes.

>>Die Corona-Pandemie stellt…

>>Die Corona-Pandemie stellt unser Gesundheitssystem auf eine noch nie dagewesene Belastungsprobe.<<

……welche allein die Politiker zu verantworten haben!

Hätte die Politik
- keine Privatisierung vorgenommen,
- das Fallpauschalensystem nicht eingeführt,
- die Zahl der Krankenhäuser nicht reduziert,
- bessere Arbeitsbedingungen für Ärzte, Belegschaft geschaffen
- keine Gewinne im Gesundheitssystem zu erzielen usw.

statt das genaue Gegenteil, würde sich die Frage nach Triage gar nicht stellen bzw. dieser Artikel gar nicht erscheinen.

Alle Finger zeigen hier direkt auf das Wirken der Politik!

Sie tragen die Verantwortung.

Was wird die Konsequenz für sie sein?

ad Mischa007

Da stimme ich Ihnen vollkommen bei.
Es muss Ziel sein, zu versuchen alle Menschenleben zu retten. Das ist wichtige politische Aufgabe!

@Sisyphos3

Lieber Sisyphos3,

noch einmal muss ich auf Ihre Kommentare zurückkommen. Die erwecken bei mir den Eindruck, dass in Ihrer Gedankenwelt tatsächlich noch die Vorstellung von "lebensunwertem Leben" herumgeistert.
Das erschreckt mich zutiefst.

Gruß
Anna-Elisabeth

Triage ist keine Gefahr, sondern eine Notlösung

"[...] Dass also umgekehrt die Gefahr groß ist, dass Menschen mit Behinderung oder Vorerkrankung eine Behandlung verweigert wird."
> Das ist keine Gefahr, sondern der Sinn der Triage. Wenn die medizinischen Kapazitäten fehlen, müssen die Patienten mit den höchsten Überlebenschancen bevorzugt werden - sonst sterben noch mehr Menschen als nötig.

"Das muss so schnell wie möglich per Gesetz verhindert werden [...]"
> Statt einen sinnvollen Kompromiss per Gesetz verhindern zu wollen, sollte man lieber dafür sorgen, dass eine Triage gar nicht nötig wird.

Triage

Hallo zusammen,

als Vater eines geistig behinderten Sohnes war es unter anderem ein Grund uns alle impfen zu lassen.

Aber, wie war bisher die Behandlungssituation für geistig behinderte Menschen?
Auch wenn die beteiligten Ärzte sich sicherlich bemühen wollen, so ist die gegenwärtige Realität, dass nicht nur die Notaufnahme am Rande ihrer Kapazität handelt.

Es wird also zusätzlich eine Selektion der Behinderten geben.

Die jahrelange und andauernde Aushöhlung des Gesundheitssytems ist das Problem.

Das Urteil ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, aber die Umsetzung wird für viele behinderte Menschen kaum Vorteile bringen.

Aber wir haben ja endlich die Schuldigen gefunden.
Die Menschen, die die Impfung verweigern, sind -rückwirkend - für den Notstand (der doch schon lange besteht) verantwortlich.

Aber die Situation ist jetzt so wie sie ist und ich bin trotzdem fest davon überzeugt, dass vielen die Entscheidung schwer fallen wird.

ad Peter Stargazer

Sie sprechen mir aus der Seele.
Gibt es keine “Greta“ die helfen könnte?

So etwas ähnliches wie eine…

So etwas ähnliches wie eine Triage gibt es doch längst im deutschen Gesundheitswesen, auch wenn es dabei nicht um Leben oder Tod geht. Rufen Sie doch mal bei einem Fachartzt an und fragen nach einem Termin. Die erste Frage die kommt sind sie privat oder gesetzlich Versichert. Denke das wird leider im Falle einer Triage auf Intensiv nicht anders laufen.

Am 28. Dezember 2021 - 18:17 Uhr von Grossinquisitor

Zitat: Mir fällt auf, dass das BVerfG nicht mehr nur Gesetze überprüft, sondern in jüngster Zeit den Gesetzgeber auch auffordert, Lebensbereiche erstmals zu regeln. Das BVerfG hält sich offenbar für den besseren Gesetzgeber.
.
Ich finde es super, wie das BVerfG immer wieder die Schwächsten schützt - im vorliegenden Fall sogar vor der Untätigkeit des Gesetzgebers.

17:32 Uhr von Bender Rodriguez "Losverfahren"


Da niemand benachteiligt werden darf, wird es ganz einfach auf ein Losverfahren hinauslaufen.

So, wie ich das verstanden habe, geht es um die Überlebensaussichten.
Während unlängst ein Vertreter einer radikalen Partei so zitiert wurde, dass man "behinderte Menschen als "Problemfälle" diskriminiert, die "durch ihr krankhaftes asoziales Verhalten" den Kreis mit "einer kaum nachvollziehbaren Summe" belasteten", würde man vermutlich in Zukunft legal (nur) diejenigen Menschen zuletzt behandeln, die voraussehbar sowieso im Sterben liegen.
Bedenkt man, daß es nur um Situationen geht, wo nicht genug Behandlungsmöglichkeiten für alle bestehen, gibt es wohl keine bessere Lösung. Niemand dürfte sich an Entscheidungen herantrauen, darüberhinaus Jüngeren oder beruflich Wichtigeren den Vorzug zu geben.
Vielleicht sollte man aber Müttern einen Bonus zuerkennen, die Kinder zu erziehen haben. Das dürfte mit der Ethik vieler Gesellschaften zu vereinbaren sein.

@Fritz Schulze um 18:20 Uhr

"Man schaffe endlich (!!) genügend vernünftig bezahltes Pflegepersonal in unser kaputtgespartes Krankenhaussystem, dann kann man alle vorhandenen Intensivbetten auch nutzen und muß über sowas Fürchterliches wie Triage gar nicht mehr nachdenken."

Kennen Sie einen Jugendlichen, der Alten- oder Krankenpfleger (oder auch nur Erzieher oder Pädagogen, die sogar noch seit 45 Jahren an gesellschaftlichem Ansehen verloren haben) werden möchte, also in einem unterbezahlten, psychisch und physisch sehr harten Beruf tätig sein möchte? Solche Human-Idealisten und fast Altruisten muss man heute suchen, wie die Nadel im Heuhaufen.

@Anna-Elisabeth

"Geld/Soziales??? Was genau meinen Sie denn DAMIT? Ist DAS ein 'Wert' mit dem Sie menschliches Leben einstufen? Ich glaube, mir wird übel..."
.
Danke, Anna-Elisabeth. Mir geht es auch so.
Genau diese Kriterien, die der user anscheinend für entscheidend ansieht, dürfen bei einer Triage keine Rolle spielen.
Man kann dem user höchstens als mindernd anrechnen, dass er nicht verstanden hat, was Triage bedeutet.
Danke auch an @dr.bashir, der diese Einstellung von @Sisyphos3 treffend kommentiert hat.

17:58 Uhr von Alter Brummbär

"Eine lebensbedrohliche Lücke
Die uns vorallem die Impfgegener und ungeimpften eingebrockt haben und das hat in diesen Fall auch nichts mehr mit Gesetzen und Politikern zu tun"

Doch, mit Gesetzen und Politikern hat es eben einiges zu tun. Ich zitiere mal das Handelsblatt:
"Bereits gestern hatte das Städtische Krankenhaus in Gör­litz Patienten vorerst abweisen müssen. Nun klagen die Notaufnahmen mehrer Kliniken in Nürnberg und München über Überlastung......Immer wieder müssten Kliniken in Nürnberg ihre Notaufnahmen zeitweise schließen, sag­te Reißmann. Teils müssten Patienten auf Krankenhäuser in Erlangen und im Nürnber­ger Land verteilt werden. "
Ein Bericht während der Grippewelle 2017!
Merken Sie was?

Ein Dilemma bleibt ein Dilemma...

und lässt sich nicht einfach durch ein Gesetz beseitigen. Erinnert mich an Joh 19:7: "Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben".

Wenn ich hier so manche..

... Kommentare lese, welche "die Regierung" oder "die Politik" als Sündenbock auszumachen versuchen, dann falle ich langsam vom Glauben ab.

Die Politik ist nicht für die Ausbildung und Beschaffung von KKH Personal zuständig. "Die Politik" ist auch nicht für den Ausbruch einer weltweiten Pandemie verantwortlich, auch wenn das so einige Kleingeister behaupten. Hätte man denn 20 oder 50 Jahre lang tausende IS-Betten nutzlos auf Vorrat vorhalten sollen incl. Personal, weil ja vielleicht irgendwann irgendwo eine Pandemie ausbricht? Wer hätte dies je bezahlen sollen?

Komischerweise schreien jetzt gerade diejenigen am lautesten, die gegen die Maskenpflicht auf die Strasse gingen und Impfen als ein Werk des Teufels ansehen.
Ich bin sehr müde, hierzu noch Kommentare zu schreiben. Ja, egal, welches unangenehmes Ereignis in das Wohlfülleben eindringt, es muss ja einen Schuldigen geben. Selbst ist man ja nie schuld. Und Tatsachen zu akzeptieren ist anstrengend und doof. Ich esse meine Suppe nich

Als Ü60 würde ich mich schämen,

wenn wegen mir ein junger Mensch sterben müsste!

Meine Patientenverfügung ist gemacht, soweit der gesetzliche Rahmen das zulässt (notarielle Beratung ist da empfehlenswert).
Leider kann man nicht einfach so alles mögliche verfügen, das wird dann schnell unmöglich, also unwirksam.

Wie wäre es mit einer Art freiwilliger Verzichtserklärung, ähnlich wie beim Organspenderausweis-Prinzip?

Ich bin übrigens geimpft/geboostert.

@18:20 Uhr von Fritz Schulze

Zitat: "Man schaffe endlich (!!) genügend vernünftig bezahltes Pflegepersonal in unser kaputtgespartes Krankenhaussystem, dann kann man alle vorhandenen Intensivbetten auch nutzen und muß über sowas Fürchterliches wie Triage gar nicht mehr nachdenken."
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Volle Zustimmung bzgl. gut bezahltem Pflegepersonal. Aber auch eine erhöhte Kapazität wäre im Fall einer Pandemie nicht in der Lage, alle Fälle 100% zu behandeln. Unser Gesundheitssystem kann nicht mit viel Geld für den irrsinnigen Fall von einigen Millionen Impfverweigerern ausgelegt werden. Sie bennenen nicht die eigentliche aktuelle Ursache des Problems.
.
Ohne den aktuellen Impfschutz hätten wir (grob geschätzt aus der Impfwirksamkeit) ca. 20-30.000 Intensivpatienten mit Covid-19. Das wird leider nicht genügend kommuniziert und von den Querschwurblern natürlich faktenwidrig geleugnet.

von IBELIN "Juristen"


Was laeuft eigentlich verkehrt
in Deutschland.
(...) Juristen entscheiden, ob medizinische und seuchenepidemiologische Entscheidungen richtig sind

Ich gehe mit Ihnen sehr einig. Manchmal sind's aber auch Landes-Gesundheitsminister wie der von NRW, ich zitiere: ""Ich habe heute noch eine Expertise aus dem Gesundheitsamt in Köln bekommen, die noch ganz klar sagen, das Neue an dieser Omikron-Variante ist, dass sie sich nicht nur durch Tröpfchen überträgt, sondern dass sie sich auch ähnlich wie Masern durch die Luft überträgt."
Quelle: NRW-GESUNDHEITSMINISTER Laumann, zitiert auf N-TV.
Minister sollten wenigstens die Qualifikation haben, den Mund zu Dingen zu halten, von denen sie ersichtlich nichts verstehen ... ich suche unter denen, die sich öffentlich äussern, verzweifelt seit Wochen nach Politikern, die was von Medizin gelernt haben, bisher: Dahmen, Lucka, Lauterbach, Dittmar, Pilsinger, Braun, Ullmann ... das war's.

Frdl. Gruß, Zuschauer49

Absatzformatierung leicht gemacht

ein bischen offtopic:

das generieren eines Absatzes lässt sich z.B. so gestalten:

die html-Tags: em/, cite/ oder code/ (natürlich in <> gesetzt) mit return abschließen erzeugt eine Absatz.

Ist das Leben nicht schön!

guter Punkt

es ist wichtig, dass hier den Ärzten eine belastbare Vorgabe gemacht wird, auf deren Basis sie rechtssicher entscheiden können. Ich erhoffe mir von der eingeforderten Triage-Regelung, dass dabei auch Faktoren wie Fahrlässigkeit oder Vorsatz mit beachtet werden. Jemanden mit Behinderun zugunsten eines Impfverweigerers zu benachteiligen, der zig Impfangebote ausgeschlagen hat, hielte ich für moralisch mehr als bedenklich!

Bei der Triage ...

... geht es darum, zu entscheiden, wem zuerst geholfen wird, wenn nicht allen direkt geholfen werden kann.

Das ist auch überhaupt nichts Neues.

Immer, wenn viele Verletzte auf einmal versorgt werden müssen - bei Unfällen oder Katastrophen mit vielen schwer Verletzten - ist Triage ein gängiges, praktiziertes Verfahren.

Dass dies anlässlich der Pandemie jetzt einem breiteren Publikum bewusst wird, ist das einzig Neue.

@18:40 Uhr von heribix

//So etwas ähnliches wie eine Triage gibt es doch längst im deutschen Gesundheitswesen, auch wenn es dabei nicht um Leben oder Tod geht. Rufen Sie doch mal bei einem Fachartzt an und fragen nach einem Termin. Die erste Frage die kommt sind sie privat oder gesetzlich Versichert.//

Das stimmt - leider. Übrigens auch immer wieder ein Problem für die Notaufnahmen. Wenn Patienten mit Herzproblemen Monate auf einen Termin beim Facharzt warten müssen, bleibt denen oft keine andere Möglichkeit als die Notaufnahme. Herzbeschwerden sind immer mit sehr viel Angst verbunden. Diese Zweiklassenmedizin verträgt sich m.E. auch nicht mit unseren Grundgesetz.

@heribix

"So etwas ähnliches wie eine Triage gibt es doch längst im deutschen Gesundheitswesen, auch wenn es dabei nicht um Leben oder Tod geht. Rufen Sie doch mal bei einem Fachartzt an und fragen nach einem Termin. Die erste Frage die kommt sind sie privat oder gesetzlich Versichert. Denke das wird leider im Falle einer Triage auf Intensiv nicht anders laufen."
.
Sorry, aber das ist absoluter Quatsch. Noch nie, wurde mir die Frage nach der Versicherung gestellt, weder bei Fachärzten noch in anderen medizinischen Einrichtungen. Und noch nie hat mir irgendjemand erzählt, dass er diese Erfahrung gemacht hätte.
Was bezwecken Sie mit solchen Falschbehauptungen?

@18:25 Uhr von Peter Stargazer

Zitat: "Niemand…Niemand hat das Recht über Leben und Tod zu entscheiden..."
.
Es geht nicht um das Recht, über Leben und Tod zu entscheiden, sondern um die Not, es tun zu müssen, weil man mangels Ressourcen keine andere Wahl hat. Kein Arzt möchte in eine Triage Situation kommen, nicht nur, weil es seelisch sehr belastend ist, sondern weil es auch diese Rechtsunsicherheiten gibt.
.
Insofern kann man nur begrüßen, wenn es für den Fall der Fälle gesetzliche Regelungen gibt.
.
In die Not, im Zweifelsfall einen mutwilligen Impfverweigerer bevorzugen zu müssen weil ein schweres Verkehrsunfallopfer eine geringere Überlebenswahrscheinlichkeit hat, möchte ich nicht geraten. Da kommt zu den Schuldgefühlen noch der Zweifel am Sinn der Welt und dem Verstand der Menschen dazu.

@18:43 Uhr von Zuschauer49

//Niemand dürfte sich an Entscheidungen herantrauen, darüberhinaus Jüngeren oder beruflich Wichtigeren den Vorzug zu geben.//
.

Und das ist gut so. Dennoch kann auch bei den Entscheidungsträgern das Unterbewusstsein eine Rolle spielen.
.

Was die Überlebenschancen betrifft, möchte ich noch einmal deutlich machen, dass diese bei einem behinderten Menschen deutlich größer sein können als bei einem "Leistungsträger", der seine Leber kaputtsäuft. (Man möge mir meine Ausdrucksweise verzeihen.)

Rahmenbedingungen

Das Verfassungsgericht fordert dazu auf, den Rahmen zu stecken, damit Ärzte mit größerer Rechtssicherheit handeln können und Vorerkrankte nicht hinten über fallen.
Der Hinweis, dass unser Gesundheitssystem Verbesserungen bedarf - ist bestimmt nicht falsch- hilft in dieser akuten Situation aber nicht weiter.

Die Ressourcen sind begrenzt und womöglich nicht überall und immer ausreichend. Das gilt bei Katastrophen oder Verkehrsunfällen großen Ausmaßes ebenfalls, auch dort muss der Arzt entscheiden, wen er zuerst behandelt. Diese Entscheidung kann über Leben und Tod entscheiden.
Es ist richtig über die Kriterien zu sprechen und einen Rahmen zu stecken. Allein der Diskurs macht uns doch allen deutlich, dass wir nicht unverwundbar sind, auch wenn wir nicht vorerkrankt, jung und geimpft sind. Vielleicht ist dies eine Chance, zu verstehen, dass wir alle im selben Boot sitzen?

Der Satz

sagt doch alles.
" Und deshalb müsse jede "Klassifizierung" anhand des Alters, einer angenommenen "Wertigkeit" oder einer prognostizierten Lebensdauer unterbleiben. Ethiker nennen diesen Grundsatz "Lebenswertindifferenz". Auch im Katastrophenfall darf es keine Bewertung oder Abwertung menschlichen Lebens geben. "

Mehr brauch es doch eigentlich nicht, und so lange auch nur noch ein Platz frei ist, muss doch nichts entschieden werden, man kann Patienten verteilen.
Wie auch schon geschehen ist.

@18:50 Uhr von Opa Klaus

Möchte mich ihrem Kommentar uneingeschränkt anschließen. Dank dafür.
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Wir haben ja bereits die meisten ITS Betten pro Kopf in Europa (weltweit?) aber der Vollkasko Impf-Suppenkasper sucht natürlich den Schuldigen woanders als bei seiner Verweigerungshaltung. Man ist ja selbst bemitleidenswertes Opfer. (Und nicht etwa das KKH Personal)
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Ich sage nur 'Nein', man ist verantwortlich, und zwar im Moment - was das Impfen betrifft - als Ungeimpfter ziemlich entscheidend mitverantwortlich und ein Teil der Ursache der hier diskutierten Probleme.

Diese ganze Diskussion ist…

Diese ganze Diskussion ist nur aufgekommen, weil es zu viele Impfverweigerer gibt. Eine Impfpflicht wäre hilfreich. Behinderte geniessen schon heute laut Grundgesetz den gleichen Schutz, auch im Triage-Fall, wie Nicht-Behinderte. Die Kläger hatten zu viele Bedenken.

Ich beobachte in unserem..

.. Wohlfülstaat schon lange eine traurige Entwicklung hin zu immer mehr Egoismus. Ob im Straßenverkehr, beim Einkaufen oder im allgemeinen gesellschaftlichen Umgang. Wenn früher beim Nachbarn das Haus brannte, hat man geimeinsam versucht den Brand zu löschen. Heute macht man lieber Videos um diese ins Internet zu stellen. Helfen geht nicht, ich habe Rücken und außerdem ist die Politik schuld, weil nicht an jeder Strassenecke eine FW-Station ist. Man hätte doch... Warum hat man nicht..
Eigenverantwortung ist für so machen Zeitgenossen ein Wort aus dem Lateinischen.

Man möge mich nicht falsch verstehen. Es gibt Gott sei dank noch viele Mitbürger, welche Zusammenhalt und Nachbarschaftshilfe gerne wahrnehmen und auch Empathie für ihre Mitmenschen zeigen. Mein Bauchgefühl sagt mir jedoch, dass es leider immer weniger werden.

Ich bin froh, bald hier weg zu sein.

@susi 1960

"Am 28. Dezember 2021 - 18:50 Uhr von Susi1960

Als Ü60 würde ich mich schämen,

wenn wegen mir ein junger Mensch sterben müsste!"
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Ein solch pauschales Urteil ist nicht zielführend. Alter alleine kann kein Kriterium sein. Sonst landen wir irgendwann doch noch bei "Soilent Green".

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Ich bin 65, geistig fit, körperlich nicht mehr ganz so. Aber ich kann mich absolut nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ich zu früh gehen müsste. Ich habe immer noch viel vor und Ziele vor Augen. Sterben müssen wir, das ist klar, aber niemand wird sich damit anfreunden können, wenn das früher als nötig geschieht.
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Triage muss verhindert werden, die Menschen sollen sich jetzt impfen lassen, statt Intensivbetten zu fordern, wenn es sie erwischt.

Am 28. Dezember 2021 - 18:50 Uhr von Opa Klaus

Hallo Opa Klaus,

so wie Sie bin ich auch müde geworden.

Ich habe immer gedacht, dass die Regierung durch Gesetze unser Gesundheitssystem steuert, so wie bei ALGII und Grundsicherung.

Ich bin kein Experte in diesem Rechtskreis, aber wir sollten nicht alles den Juristen überlassen, sondern wir geben vor, was wir möchten und wofür wir auch bereit sind zu zahlen. Dann sollen die Juristen das entsprechend rechtssicher formulieren.
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Das muss nicht Privatisierung sein, dass muss nicht eine Hilfe in der Form sein, dass halt am Personalschlüssel gedreht wird.

Natürlich kann man nicht einfach auf einen vorhandenen
Pool an Arbeitslosen verweisen und diese zur Pflegeausbildung zwingen.
Kann man nicht mal den Beruf aufwerten (Arbeitszeit, Gehalt).

Wenn ich eine RaumpflegerIn gesucht habe, dann hat diese auch gutes Geld bekommen. Warum?
Ganz einfach, wenn ich die Tür aufmache, dann stehen dort tausende von Betriebswirten, aber keine RaumpflegerIn. Ich dachte immer, dass das Marktwirtschaft is

@18:50 Uhr von Opa Klaus

//Die Politik ist nicht für die Ausbildung und Beschaffung von KKH Personal zuständig.//

Hier muss ich widersprechen. Die Politik ist sehr wohl für den Zustand unseres Gesundheitswesen zuständig und somit auch für den eklatanten Mangel an Pflegepersonal, verschärft durch die Privatisierung von Krankenhäusern und Heimen.
Ich schrieb es schon im anderen Thread: Hinsichtlich der Personalbemessung belegt Deutschland zusammen mit Spanien in den OECD-Ländern den letzten Platz. Wer ist denn aus Ihrer Sicht dafür verantwortlich? Und wofür gibt es ein Gesundheitsministerium?

@ 18:25 Uhr von Peter Stargazer

Begreifen Sie wirklich nicht, worum es geht? Dann mache ich es am einfachsten Beispiel klar: Sie haben in einer Klinik noch 1 freies Beatmungsgerät; es werden 2 Notfälle parallel eingeliefert, die beide dieses Gerät zum überleben brauchen.
Wer bekommt den Beatmungsplatz?
Wer soll das regeln?
Sie merken vielleicht, welch ungeheure Verantwortung in solchen Situationen notwendig ist, und welch ethische Dilemma damit verbunden sein kann.

19:17 Uhr von Opa Klaus

Mein Bauchgefühl sagt mir jedoch, dass es leider immer weniger werden.

Ich bin froh, bald hier weg zu sein.
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dann hoffe ich doch sehr, dass in ihrer neuen Heimat "der soziale Umgang" besser ist
Sie nicht enttäuscht werden !

2021 - 19:00 Uhr von harpdart "Privatpatient"

Vorzitat: "Rufen Sie doch mal bei einem Fachartzt an und fragen nach einem Termin. Die erste Frage die kommt sind sie privat oder gesetzlich Versichert"
Noch nie, wurde mir die Frage nach der Versicherung gestellt (...) Und noch nie hat mir irgendjemand erzählt, dass er diese Erfahrung gemacht hätte.

Allgemein haben Sie ja recht, aber ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung, Telefonat vom 20. Dezember beim Augenarzt.
Dieser hatte mir (eigentlich Altpatient, aber beim Vorgänger der Praxis) bei einem Anruf im Juni 2021 einen Termin zum Dezember reserviert (Ups, sehe auf einem Auge fast nichts mehr).
Kurz davor musste ich den Termin verschieben "Sorry, bin krank, kann nicht kommen. Kann ich im Frühjahr vielleicht eine kürzere Wartezeit bekommen, das linke Auge ist laut Optiker auf 50% runter?"
- "aber selbstverständlich, Sie sind ja Privatpatient".
(Folgte von mir: "?????" Ich bin in der AOK") - "Ach, dann hat Dr. [der Vorgänger] das falsch in der Kartei stehen gehabt".

@ 18:39 Uhr von Marie Luise

Sie wollen die wirklich ethisch-moralisch höchst schwierige Situation der Triage, in der verantwortliche Menschen eine Entscheidung treffen müssen, wirklich mit einem äußerst schrägen Scherz zu Greta Thunberg "bereichern"? Hoffentlich kommen Sie nie in die Situation einer Triage, weder als Patientin noch als Medizinerin oder Medizinethikerin.

18:54 Uhr von MamasLiebling

Jemanden mit Behinderun zugunsten eines Impfverweigerers zu benachteiligen,
der zig Impfangebote ausgeschlagen hat, hielte ich für moralisch mehr als bedenklich!
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das würde mir auch nicht gefallen
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nur sieht es wohl gerade so aus
derjenige wird bevorzugt, dessen Chancen, dass die Behandlung anschlägt, größer sind
unabhängig davon ob Impfverweigerer oder nicht

@18:50 Uhr von Susi1960

Zitat: " Als Ü60 würde ich mich schämen, wenn wegen mir ein junger Mensch sterben müsste!"
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Hmmm ..... als U60 würde ich mich schämen, so einen menschenverachtenden Unfug in der Öffentlichkeit auszubreiten. Wofür sollte ein älterer Mensch sich schämen? Können Sie das mal erläutern?
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Sie sagen indirekt, dass sein Leben weniger Wert habe als ein Jüngeres. Damit verachten Sie den Grundsatz der Menschenwürde.
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Ist das Fake, dass Sie das hier schreiben oder meinen Sie das ernst? Ich habe erhebliche Zweifel, dass ein gesunder Mensch so etwas denken und verbreiten kann.

Es war von Anfang an ein Fehler sich darauf festzulegen ...

... dass der Impfstatus bei einer evtl. Triage keine Rolle spielen darf.
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Genau das aber sollte er.
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Jeder schwerbehinderte Geimpfte sollte ein größeres Recht auf maximale Behandlung gegen Corona haben als ein ungeimpfter Glücksritter.
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Der Zug ist nun aber scheinbar abgefahren ... Die Hoffnung bleibt, dass sich da Leute nochmal Gedanken machen. In etwa so wie bei der zunächst ebenfalls vorschnell ausgeschlossenen Impfpflicht.
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19:23 Uhr von w120

Natürlich kann man nicht einfach auf einen vorhandenen
Pool an Arbeitslosen verweisen und diese zur Pflegeausbildung zwingen.
Kann man nicht mal den Beruf aufwerten (Arbeitszeit, Gehalt).
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.... und warum kann man nicht zwingen ?
nicht zu arbeiten sich "durchfüttern" zu lassen,
ist doch auch ein Zwang des Einzelnen auf die Gesellschaft
in nicht verhungern zu lassen
Unabhängig davon kann man selbstverständlich Berufe und Tätigkeiten aufwerten
damit sie "interessanter" werden

@Uhr von harpdart @heribix

//Sorry, aber das ist absoluter Quatsch. Noch nie, wurde mir die Frage nach der Versicherung gestellt, weder bei Fachärzten noch in anderen medizinischen Einrichtungen. Und noch nie hat mir irgendjemand erzählt, dass er diese Erfahrung gemacht hätte.
Was bezwecken Sie mit solchen Falschbehauptungen?//

Geschätzter harpdart,

leider handelt es sich nicht um eine falsche Behauptung. Ich selbst kenne die Frage "Wie sind Sie versichert?" nur zu gut. Es gibt sogar Arztpraxen, da läuft ein Band mit dem Text: Wenn Sie privat versichert sind, drücken Sie bitte die 1, wenn Sie gesetzlich versichert sind, die 2."

Bei solchen Texten lege ich gleich wieder auf.

Als ich im Oktober einen MRT-Termin holen wollte (zur Abklärung etwaiger tumorverdächtiger Veränderungen der oberen Harnwege), sagte man mir: Im Juli (2022!) sei der nächste Termin frei. Und unverblümt fügte die Dame hinzu: "Wenn Sie privat versichert wären..."
.
Nur weil Sie das noch nicht erlebt haben, sind das noch lange keine Lügen!

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