Ihre Meinung zu: Wie unterscheiden sich Homeoffice und mobiles Arbeiten?

3. November 2020 - 9:35 Uhr

Eins der Schlagworte dieser Pandemie lautet "Homeoffice". Doch tatsächlich ist die Heimarbeit rein rechtlich betrachtet oft eher mobiles Arbeiten. Wo die Unterschiede liegen, erklären B. Wolf und F. Kring.

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Kommentare

28 Jahre Homeoffice - Erfahrung

Nicht jeder Mensch ist bei jedem Beruf für ein Homeoffice geeignet. Dies kann u.U. zu psychischen Schäden führen.

Unter einem Homeoffice verstehe ich einen absperrbaren Raum mit einer Schallschutztüre sowie ein autarkes Stromnetz mit PC, Drucker, Scanner, Monitoren, Aktenschrank, zusätzliche Ablagemöglichkeiten und Festnetzanschluss mit eigener Büronummer sowie einen ergonomischen Arbeitsplatz (Tisch, Stuhl, Tastatur und Mouse).
Räumlichkeiten ohne Fenster benötigen eine Beleuchtung, das Tageslicht simuliert und eine Raumgröße zwischen 10 und 20 qm.

Das Auslagern von Arbeitsplätze (um Mietkosten für Gewerbeimmobilien zu reduzieren) mit einem Zuschuss von 0 € - 100 € (kein Witz, selbst erlebt) halte ich für einen Zustand, der unbedingt unterbunden werden muss.

Esstisch

Esstisch. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

PB-Gespräche und KE-Anträge

S. g. Hr. Graeber,

ich selbst führe in erster Linie sogenannte PB-Gespräche mit den GP und wirke mit bei der Erstellung von PKI-Anträgen. Insofern braucht es auch bei mir den persönlichen Kontakt.

Ein Recht auf Home Office / Mobiles Arbeiten

Leider wurde das Recht auf Home Office von Minister Heil von Frau Merkel abgelehnt.

Auch wenn ich speziell in der Corona Krise Frau Merkel meinen höchsten Tribut zolle, in diesem Punkt wäre meiner Ansicht nach fortschrittlicheres und zukunftsweisenderes Denken angesagt.

Es hat sich gerade jetzt gezeigt, dass das Mobile Arbeiten& Arbeiten im Home Office sehr gut funktioniert und wer es ermöglichen kann und darf zu mindestens gleichen, wenn nicht besseren Ergebnissen führt ( und ohne Corona Infektionen ).

Es ist ökonomisch sinnvoller, die ÖPV und Strassen werden nicht so voll, es ist sparsamer, die Firmen sparen Heizkosten, Büromiete, viel Zeit wird in der Kaffeeküche verplempert und nicht effektiv genutzt.

Wenn schon kein Recht auf Home Office bestehen soll, so könnte vielleicht das Recht auf Mobiles Arbeiten ermöglicht werden.

In Zukunft werden wir sicher noch einige Zeit mit dem Virus
leben müssen, neue Strategien sollten dahingehend entwickelt werden.

Führungskultur steht mobilem Arbeiten oft entgegen

In den meisten größeren und entsprechend hierarchisch geführten Unternehmen gibt es eine Präsenzkultur, keine Ergebniskultur.

Kontrolle am Kontrolle und Druck über Personalgespräche sind leider in Deutschland fester Bestandteil der Arbeits- und Managementkultur (ich spreche jetzt nicht von der Softwarebude mit sieben Mitarbeitern, sondern von einem VW, einer Deutschen Bank, einem SIEMENS oder BASF).

Außerdem: jedem Sachbearbeiter einen Bereitschaftslaptop zur Verfügung zu stellen, kostet Geld, zusätzlich zur Ausstattung des Büroarbeitsplatzes.

Viele Firmen treiben auch Bedenken um Vertraulichkeit (Betriebsgeheimnisse) und Datenschutz (Kundendaten) um. Gerade in Deutschland oft ein sehr wichtiges Thema!

Außerdem ist die Abrechnung der Arbeitszeit im mobilen Arbeiten fast nur für außertariflich Beschäftigte oder Unternehmensberater (also auf Honorarbasis arbeitende Externe) möglich. Viele Firmen (zB SIEMENS) haben eine Stechuhr, manche mussten diese sogar von Gesetz wegen einführe

Herr Heil hat unrealistische Vorstellungen

Herr Heil hat leider (als Bundesarbeitsminister!) völlig unrealistische Vorstellungen von der Realität der deutschen Arbeitswelt (man denke nur an die Leiharbeit, die es auch mit Segen der SPD in Deutschland gibt).

Die Vorschläge klingen auf den ersten Blick ganz toll, stoßen aber schnell an die Grenzen, die der Gesetzgeber selbst gesetzt hat: zB Möglichkeit der steuerlichen (nicht-)Absetzung eines „Arbeitszimmers“, Regeln zur verpflichtenden Erfassung (!) der Arbeitszeit.

Dazu kommen Erschwernisse aus den Tarifverträgen. Eigentlich müsste ein Bundesarbeitsminister das kennen.

Nach meiner Meinung werden letztlich nur diejenigen (undzwar nur tageweise, zB nur 1 Tag in der Woche!) im „Home Office“ arbeiten, dürfen, denen die Betriebe und öffentlichen Verwaltungen dies auch bisher schon erlaubt haben, weil sie evtl als Führungskraft von der Geschäftsleitung oder Behördenleitung „belohnt“ werden sollen, oder weil sie als Key Ressource (zB Hardwareentwickler) kostbar sind.

@8:50 von Ernst Graeber

„Schön und gut, man spart Fahrtkosten und kann sich die Arbeit oft frei einteilen.
Kommt für mich aber nicht in Frage, als Personalsachbearbeiter führe ich sogenannte BEM-Gespräche mit den Blm. und ich wirke mit bei der Beantragung Von ATZ- Anträgen. Dazu braucht es persönlichen Kontakt also keine Heimarbeit.“

Schön, dass Sie uns wissen lassen, dass Sie BEM-Gespräche mit Blm führen wegen ATZ. Keine Ahnung, was das bedeutet, aber es ist gewiss sehr wichtig.
Der Vollständigkeit halber möchte ich noch darauf hinweisen, dass auch für Totengräber Heimarbeit nicht in Frage kommt.

Gespensterdiskussionen in D

Dann heißt es immer gleich: „ja, der Busfahrer, Altenpfleger, KFZ Mechatroniker, Laborant etc. können ja schlecht Heimarbeit machen...“

Das ist ja auch trivial, hat ja auch niemand behauptet.

Niemand möchte ja auch gern beim Lufthansa Flug die Ansage hören „ich bin Flugkapitän Sowieso, begrüße Sie auf ihrem Flug von Frankfurt nach New York und habe die Ehre Sie alle heute aus meinem Homeoffice heraus mittels unserer neuesten Flugsimulator Software zu ihrem Zielflughafen zu geleiten. Genießen Sie den Flug!“

Es geht um ganz normale Büroarbeitsplätze in der privaten und öffentlichen Verwaltung oder in Forschung und Entwicklung. Bereits da aber ist das Problem das in der kostenoptimierten deutschen Arbeitswelt mobiles Arbeiten höchstens etwas für Beamte wäre. Alle anderen müssen vor Ort arbeiten AUCH wenn es anders ginge. So ist nun mal die Realität in Deutschland. Um das zu ändern, bedarf es nicht EINES einzigen Gesetzes, sondern eines ganzen Bündels!

@ Ernst Graeber

Auch ich bin Berufstätig und trotz 9Jahre Umgang mit dem BWABKÜFI sind mir IHRE Abkürzungen nicht bekannt. Vielleicht sollten Sie sich einfach mal mit Ihren unqualifizierten Bemerkungen zurückhalten, auch ich könnte Ihnen hier einige berufsspezifische Abkürzungen um die Ohren schmeißen, was allerdings von wenig Achtung dem gegenüber zeugen würde. Vielleicht sollten Sie einfach mal einen Lehrgang in Vortragswesen besuchen. Ach zurück zum Thema. Ich sage nur PP (persönliches Pech) für Sie und kein Grund auf andere (wie z.B. (zum Beispiel) mich) Neidisch zu sein. Ich fühle mich im HO (Homeoffice) ganz wohl und meine PKs (persönlicher Kontakt) funktioniert auch über Teams (mit und ohne Videoverbindung)
PS:BWABKÜFI = Bundeswehrabkürzfimmel.

@ Alexander K., um 09:21

“Unter einem Homeoffice...“

zunächst sprach niemand von “einem Büro zuhause“, gemeint war das Arbeiten von zuhause aus.
Das geht auf der Couch, in der Küche, und wer kann und will, selbst auf dem Gästeklo...
Mobiles Arbeiten eben, so war das zu Anfang der Coronazeiten angedacht.
Sicher stand da die Ersparnis bei den AG (noch) nicht im Vordergrund.

Nur eins muss gewährleistet sein: die Sicherheit im Internet.
Über alles Weitere kann oder muss der AG mit dem AN verhandeln.

Will man daraus einen Dauerzustand machen, ist Ihre Überlegung ganz sicher nachdenkenswert.

Notbehelf

Was viele beim Homeoffice vergessen, ist der Datenschutz. Welche geschützten Daten wohl derzeit in Wohnzimmern rumliegen?!
Es wäre jedenfalls schön wenn auch bei der Heimarbeit gewisse Standards verlangt werden würden.

@ 2018Anne

Was viele beim Homeoffice vergessen, ist der Datenschutz. Welche geschützten Daten wohl derzeit in Wohnzimmern rumliegen?!
Und? WAS soll es? Sie schreiben ja selber GESCHÜTZTE Daten. Wo sehen Sie bei geschützten Daten also das Problem? Und mein Rechner z.B. wird durch unsere IT regelmäßig ferngewartet und die Virendefinitionen aktualisiert. Alles nur eine Frage der Organisation und halb so wild wie es sich die "Neider" hier vorstellen.

Macht man alle Homeoffice,

dann werden viele feststellen , das ihr Arbeitsplatz auch von sonst woher gemacht werden kann.
Das ging doch bei den Versandhausretouren auch schon.

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