Ihre Meinung zu: Verdacht auf illegale Exporte: Spionage-Firma durchsucht

14. Oktober 2020 - 5:00 Uhr

Die Staatsanwaltschaft München hat nach Informationen von BR und NDR die Firma FinFisher durchsuchen lassen. Der Hersteller von Überwachungsprogrammen steht im Verdacht, illegal Software exportiert zu haben.

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Kommentare

Ich bin mal gespannt

was a rauskommt.

Bisher hat sich Deutschland bei der Gesetzgebung bezüglich allem Digitalem noch nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert.

Eher im Gegenteil, bei uns sind die neuen EU-Gesetze zum Thema Datenschutz und Urheberrecht maximal schlecht und gegen die Kreativität im Netz ausgelegt worden... alles im Sinne der Großen.

Es würde mich auch nicht wundern, wenn hier auf Gesetze von anno dazumal zurückgegriffen werden muss weil es nichts aktuelles gibt.

Wann werden unsere Mächtigen dem digitalen endlich die Beachtung zugestehen, die es aufgrund seines massiven Einflusses auf die Welt verdient.

Anfangen könnten wir mit einem Digital-Staatssekretär der weis wie man einen Computer anschaltet... langfristig brauchen wir dringen ein Digitalministerium... dafür können wir dem Verkehrsministerium Kompetenzen abnehmen... wäre gut fürs Land dieser Laden ist nicht sehr zufriedenstellend geführt.

Überwachung

Das Geschäft mit den Überwachungssoftware ist seit langem bekannt und wird von Despoten wie Erdogan gerne verwendet. Der Effekt ist zu vergleichen mit todbringendenden Waffen.
Das deutsches Hightech dazu beträgt Menschen zu unterdrücken, spricht für sich selbst. Das die besagt Firma und ihre Chefs und
Programmierer dieses kriminelle Produkt anbieten ist verantwortungslos aber sicher finanziell erfolgreich.
Das deutsche Politik nicht handelt obwohl bekannt, ist als typisch zu bezeichnen. Wer weiß ob sie es nicht auch in Deutschland einsetzen.

Was ist daran jetzt schlimm?

Was ist daran jetzt schlimm? Das Internet wurde zur Spionage von dem Amis erfunden. Weis jeder, der sich darin aufhält. Daten im Netz sind wie Postkarten. Die kann auch jeder lesen.

Ich kann ehrlicherweise

Ich kann ehrlicherweise keinen großen Unterschied darin erkennen, ob wir Waffen oder Spionagesoftware verkaufen. Wenn wir also nicht wollen, dass autokratische Systeme wie z. B. die Türkei Panzer von uns erhält, können wir auch nicht wollen, dass sie sich bei uns mit Überwachungsprogrammen eindeckt um diese zur Unterdrückung der Opposition und des Bildungsbürgertum zu verwenden. Leider zeigt die Vergangenheit, gerade bei Waffenlieferanten, selbst bei verbotener Ausfuhr gibt es selten persönliche Konsequenzen für die betroffenen Manager

Kriminelle Firmen

sollten besser überwacht werden. Ja, hat denn FinFisher da keine entsprechende Software im Angebot? Ironie, Ironie.
.
Der erste Beitrag hier im Kommentarbereich brachte es auf den Punkt. Die jetzigen politischen Entscheider sind scheinbar - mindestens geistig - zu alt und haben fundamental über unser heutiges Zeitalter nichts begriffen.
.
Wo ist das Digitalsisierungs-Ministerium? Wann haben Politiker/innen endlich begriffen, in welchem epochalem Umbruch wir heute stecken, und was "Firmen", wie FinFisher in Wahrheit sind....?

Wir sind nicht bekleckert?

@ Deeskalator:
Bisher hat sich Deutschland bei der Gesetzgebung bezüglich allem Digitalem noch nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert.

Das ist ja ein Allerwelts-Spruch. Aber an was machen Sie dieses negative Urteil über uns selbst denn konkret fest? Und welche Länder machen es denn besser und bekleckern sich mit welchem Ruhm?

@und die ganze Corona

Deutschland hat sich nicht im Geringsten die Mühe gemacht, die bestehenden Gesetze mit der neuen Datenschutzverordnung in Einklang zu bringen.

Beispielsweise wurden den (meiner Meinung nach organisiert kriminellen) Abmahn-Kanzleien Tür und Tor geöffnet um allen und jeden zu verklagen, wegen nichts und wieder nichts.

Es gibt Fälle in denen das Tragen einen Markenpullovers auf einem gewerblichem Profilbild zu einer fünfstelligen Strafe wegen unlauterer Werbung geführt hat.

Des Weiteren, wurden die üblichen Verdächtigen bezüglich Daten Sammlung und -Missbrauch (Facebook, Google und Co)
beinahe vollständig von der Novellierung ausgenommen, obwohl sie eigentlich direkt hätten Adressiert werden müssen.

@ sosprach um 8.56 Uhr, "Überwachung"

"Das Geschäft mit der Überwachungssoftware ist seit langem bekannt ..." Sie scheinen mehr als andere zu wissen. Lassen Sie uns an Ihren Informationen teilhaben.
"Das deutsche Politik nicht handelt, obwohl bekannt, ist als typisch zu bezeichnen." Tja, dass wäre nicht passiert, wenn Sie "die deutsche Politik" besser informiert hätten.

In der Sache interessiert es mich auch was rauskommt

In der Sache würde es mich ebenfalls interessieren, was bei diesen Ermittlungen rauskommt. Denn FinFisher steht ja im Verdacht, diese Software illegal an die Türkei verkauft zu haben.

Und solche Spionage-Software und solche Hardware-Backdoors betrachte ich grundsätzlich als rechtswidrig, verfassungswidrig, eu-rechtswidrig und Verstoß gegen internationales Recht.

Auch die Zerstörung der Verschlüsselung - weil die Unsicherheitsdienste den Generalschlüssel von PGP in die Hand bekommen haben - betrachte ich als schweren Verstoß gegen das Grundrecht auf abhörsichere Kommunikation für uns Bürger. Eine zerstörte Verschlüsselung ist nicht mehr vertrauenswürdig. Siehe:

https://tinyurl.com/y56rp8cl
ZDF-Nachrichten: Kriminelle App Encrochat gehackt - Sorge um IT-Sicherheit aller Bürger 26.09.2020 18:47 Uhr

Behörden haben die verschlüsselte Kriminellen-App Encrochat gehackt. Für Krypto-Pionier Philip Zimmermann kein Grund zur Freude.

Am 14. Oktober 2020 um 09:09 von Bender Rodriguez

Sie haben nun wirklich nicht ansatzweise Ahnung, wie man Ihrem Post entnehmen kann.

FinFisher ...

Der älteste Eintrag zu dieser Firma
hier bei TS ist vom Mai 2018.
So lange recherchiert man schon zu diesem illegalen Export.

Das erinnert an weitere Versagen von Behörden, Politik und Kontrollorganen, speziell Zoll.

Das Dumme dabei ist, dass diese Spionage-Software doch für deutsche Dienste programmiert wurde.

Eine Staatsministerin für Digitalisierung haben wir ja, doch ich bin von den Fähigkeiten der Dame nicht überzeugt.

"Bislang ist ungeklärt, ob -

"Bislang ist ungeklärt, ob - und wenn ja, auf welchem Wege - die Software von FinFisher vorbei an den deutschen Behörden ins Ausland exportiert worden war."

Überwachen denn die "deutschen Behörden" grundsätzlich 100% des Datenverkehrs ins Ausland? Oder warum soll das "unklar" sein, "auf welchem Wege" die Software "vorbei an den deutschen Behörden ins Ausland exportiert worden war"?

Verdacht?

Das reicht allen links/grünen.

Rechtsstaliche Entscheidungen von Gerichten abzuwarten ist nicht die Position von Ihnen ?

Keine Vorverurteilungen und gründliche Einzellfall Prüfungen ist doch sonst immer das idologische Rechtsverständniss von Ihnen.

die verborgene Wahrheit

Alle Argumente gehen am Kern vorbei.Daß eine Firma solche Software entwickelt kann niemand verhindern. Daß sie die verkaufen will ist logisch. Sie mit einem Exportverbot zu belegen ist theoretisch richtig,praktisch aber wirkungslos,denn die Firma geht halt ins Ausland. Der Knackpunkt ist also die finanzielle Förderung durch den Staat. DA liegt der Fehler.Finanzielle Förderung von Risiko-Unternehmen durch den Staat darf nur erfolgen, wenn der Staat ein ausschlaggebendes Wort in dieser Firma mitzureden hat.Man kann Staatsunternehmen gründen. Wäre eigentlich das Sinnvollste, aber man muß dann auch die Experten anwerben - und entsprechende bezahlen. Nur eine Behörde ("Digital") bringt gar nichts.Der Fall weist unmißverständlich auf jenen Umstand hin, den unsere Politik mit allen Mitteln verdrängen will:
Der Staat MUSS auch Unternehmer sein; nicht überall, aber in bestimmtem Bereichen zwingend. Wobei die Effizienz nicht unwichtig ist, aber erst hinter der Entscheidungsmacht kommt.

Der Wunder 11:09

Doch, sogar sehr viel.
Wer was ins Netz stellt, will, dass es gesehen wird.
Wo hier die Ahnungslosigkeit liegt, ist schnell auszumachen. Der arglose Umgang mit dem Internet kann ja auch beendet werden.

Ist denn irgendwer bereit,

Ist denn irgendwer bereit, sein Geld im Schuhkarton unter einer Parkbank zu lagern um dann blickdichte Bänke zu fordern?
Genau so ist das mit Daten im Netz. Die haben da nichts verloren.

@ um 09:20 von von Schlotterstein

Wie wahr, wie wahr.
Wenn diese Firma direkt Waffen herstellen und verkaufen würde, wäre es mit einer Genehmigung durch die Regierung überhaupt kein Problem.

Zum Glück ist die Justiz bei uns immer noch unabhängig -

und fühlen sich die meisten ihrer Angehörigen offenbar ihrem Auftrag - die Durchsetzung allgemeinen Rechts bzw. dem Gemeinwohl - verpflichtet.

Für die zuvorderst (wenn nicht allein) auf ihre "Marktchancen" bedachten
Unternehmen in der Spionagebranche"* (s. unten) gilt das offenbar weniger: "Es besteht der Verdacht, dass die Firma Software ohne entsprechende Genehmigung ins Ausland exportiert haben könnte. In der Vergangenheit war immer wieder Überwachungssoftware in Ländern aufgetaucht, für die die Bundesregierung keine Ausfuhrgenehmigung erteilt hatte, etwa in der Türkei. Experten hatten die Software untersucht und waren zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich hierbei um FinSpy gehandelt habe, die wichtigste Überwachungs-Software von FinFisher"

Wundert das wirklich irgendwen?

* "Hintergrund sind Ermittlungen gegen die Münchener Firma FinFisher, einen Hersteller sogenannter Intrusion-Software. Dabei handelt es sich um Überwachungssoftware, wie sie etwa Ermittlungsbehörden einsetzen"

@In der Sache interessiert es mich auch ... 11:03 von Demokratie

"was rauskommt".

Also ausser dem Karriereknick des Staatsanwalts,
wenn er denn zu forsch sein sollte ;-)

Immerhin ist den ReleaseNotes von FinSpyPC einiges Interessante zu entnehmen.
z.B. wie man sich vor den Virenscannern versteckt und wie sich in Skype 'eingeklinkt' wird
via Windows Rootkit Enhancement
sowie SkypeModule.

Um das zu können, muss man wohl die Updatefunktionen
dieser Programme schon aktiv gehackt haben.

Ob das Microsoft wohl weiss, oder gar 'partizipiert' ?
Fragen über Fragen

@ Tagesschau

„Bislang ist ungeklärt, ob - und wenn ja, auf welchem Wege - die Software von FinFisher vorbei an den deutschen Behörden ins Ausland exportiert worden war.“
Unklar, auf welchem Wege Software exportiert worden ist?
Im Ernst?
Was kann denn daran Unklar sein?
Das Internet ist auch dazu geschaffen, Software in die ganze Welt zu liefern.
Wie kann das einer Staatsanwaltschaft unklar sein?
Weil das Internet für bundesdeutsche Staatsanwälte Neuland ist?

"weil die

"weil die Unsicherheitsdienste den Generalschlüssel von PGP in die Hand bekommen haben"

Für das kommerzielle Programm "PGP" mag das gelten (?), da dort niemand den Quellcode einsehen kann. Als Linux-Nutzerin werden Sie aber wohl eher "GPG" einsetzen, und da gibt es keinen "Generalschlüssel".

"Bislang ist ungeklärt, ob - und wenn ja, auf welchem Wege ..."

Das "ob" dürfte, angesichts der Indizien (d.h. der von ROG offengelegten Verwendung gegen Journalisten und Oppositionellen in den im Artikel genannten Staaten) klar sein. Der verräterische Beleg beweist ja den Verkauf an mindestens einen solchen Staat.

Das "wie" des Exports - also bitte, jeden Tag werden Millionen von CDs und anderer Datenträger verschickt. Niemand guckt sich die genauer an.

Richtig programmiert muß nicht mal ein Entwickler mitreisen, um die Installation und Anwendung zu erklären.

Re : Leipzigerin59 !

Die deutsche Politik versagt nicht nur hier auf ganzer Linie, sondern auch all bei den legalen und illegalen Waffenlieferungen an Despotenstaaten und sehr wahrscheinlich auch an Terrorgruppen.
Mit all den Dingen lässt sich ungeniert viel Geld verdienen. Was den Zoll angeht, da wäre ich nicht ganz so kritisch, denn wenn irgend wie Genehmigungen vorgelegt werden, ist nicht immer gleich von einer Fälschung aus zu gehen. Und dann hat der Zoll auch so viele Aufgaben und leider viel zu wenig Personal, dem irgend wie gerecht zu werden. Das liegt mit an der Politik, die zu oft an den falschen Stellen spart, und ein zu großes Interesse an einer florierenden Wirtschaft hat. Des halb werden bei etlichen Dingen gerne mal zu wenig hin geschaut, auch bedingt durch zu viele Lobbyisten, die keinerlei Scham und Moral kennen, wie auch all die Firmenchefs, Hauptsache die Kohle stimmt, und die Aktienkurse steigen !

@ Faktenfinder

Wird diese Software auch von bundesdeutschen Sicherheitsbehörden eingesetzt?
Oder haben die Angst davor, Zuviel herauszufinden, wenn sie eine offensichtlich im Ausland sehr begehrte Spionagesoftware im Inland einsetzen?
Dann sollte das Aufklären solcher Straftaten doch überhaupt kein Problem sein.
Findet doch bitte mal mehr Fakten dazu.

RE : Esche999 !

Es liegt auch daran, dass die deutsche Politik lieber ihren Privatisierungs- Wahn weiter fortsetzen will, um sich aus zu viel Verantwortung zu stehlen. Und für wirklich gutes Personal will man ja nicht zu viel Geld ausgeben. Der nächste Punkt ist die Unfähigkeit von einigen, ja leider dem größten Teil der Minister/innen, gewisse Dinge zu erkennen, weil sie nicht das Wissen für das jeweilige Ressort haben. Ein Bäcker kann schließlich keinen Panzer zusammen bauen, oder eine OP durch führen.
Grundsätzlich hinken viele Politiker der heutigen Entwicklung hinterher, sind teils zu alt, zu unflexibel, schlicht unfähig, zu selbstverliebt, Größenwahnsinnig, und vertreten zu oft nur die eigenen Interessen und die der großen Wirtschaft. Tja, dann ist da noch eine mögliche Korruption, die auch nicht übersehen werden darf, denn hier wurde ja zu viel weg geschaut, so wie dies aussieht !!!

@ Bender Rodriguez

" ... Genau so ist das mit Daten im Netz. Die haben da nichts verloren."

Wie meinen Sie das denn? Das "Netz" (wenn Sie das Internet meinen) besteht nur aus Daten. Ohne Daten gäbe es kein Internet.

Vielleicht meinen Sie aber auch sensible Daten? Aber ja, auch die sind im Internet und das ist auch völlig normal und richtig so. Über den Schutz dieser Daten dort vor dem Zugriff Unbefugter muss man sich immer wieder neue Gedanken machen. Die "alten Schlösser" nützen nach ein paar Tagen nichts mehr.

Meinen Sie aber mit "Netz" ein Fischernetz - dann gebe ich Ihnen recht! ;-)

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