Ihre Meinung zu: Kooperation mit Diktatur: VW schließt Vergleich in Brasilien

24. September 2020 - 7:34 Uhr

Im Verfahren um die Kollaboration des Autobauers Volkswagen mit der brasilianischen Militärdiktatur gibt es eine Einigung. VW Brasilien zahlt Entschädigungen in Millionenhöhe. Von Stefanie Dodt.

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Kommentare

Warum warten die immer so

Warum warten die immer so lange?
Haben sie Hoffnung, man könnte das vergessen haben?
Was machen andere Betriebe so? GM produziert auch in Brasilien.

das war hier im Forum schon mal Thema

und ich erinnere mich immer noch mit Entsetzen an einige Kommentare. Manche fanden, dass man VW keinen Vorwurf machen könne.
"schuld war ja das Regime, VW hat sich nur den Verhältnissen angepasst", "was hätten die schon tun können" und natürlich "irgendwie waren die Opfer ja auch Kriminelle". Alles dann noch abgerundet mit der Sorge, der Golf könnte hierzulande teurer werden, wenn der Konzern tatsächlich Schadenersatz zahlen müsse.
Ich rechne auch heute mit Beiträgen, in denen gemutmaßt wird, die Angelegenheit werde nur "hochgespielt", um der deutschen Wirtshaft zu schaden, oder, noch unterirdischer, die Opfer wollten nur an Geld kommen.
Bin mal gespannt.

So etwas scheint sich für diverse Staaten ...

.. zur Geschäftsidee zu entwickeln. Wie weit zurück darf es denn sein?
Die Bundesregierung sollte umgehend "Zeis-Jena- zur Kasse bitten, unser Finanzminister braucht doch jeden Cent ... und VW, Mercedes, Opel, nahezu die gesammte Chemische Industrie ... da käme was zusammen.
**Ironie Ende**
VW sollte (auch als Zeichen an andere "Handaufhalter und Zollwillige") Brasilien den Rücken Richtung Mexico (z. B.) kehren.
Es ist durchaus legitim, in solchen Situationen zu zeigen, dass Standorte nicht in Fels gemeißelt sind.
Ohne die Zusammenarbeit mit den gerade Regierenden geht es doch nicht ... oder das Land verlassen und den Bürger dort ohne Arbeit zurück lassen ... das könnte allerdings viele Arbeitgeberumzüge nach sich ziehen.

09:31, frosthorn

Leider haben Sie Recht.

Wie schon der Kommentar direkt unter Ihrem zeigt.

Und die deutsche Politik?

Inwieweit wussten denn die jeweiligen Bundesregierungen damals Bescheid über diese Vorgänge?
Wenn ich mich richtig an die Berichterstattung zur „Colonia Dignidad“ erinnere, gab es dort ja ganz eindeutige Verbindungen von hochrangigen deutschen Politikern zu dem Chef dieser Einrichtung.
Vielleicht sollten nicht nur die Wirtschaftsunternehmen bezüglich ihrer Zusammenarbeit mit ausländischen Terrorregimen überprüft werden, sondern insbesondere die Teilhabe der deutschen Politik.
Und dann ist wahrscheinlich zu befürchten, dass Karl Carstens (+ BND) mit seinen Verwicklungen in den indonesischen Militärputsch von 1965/66, nicht der einzige deutsche Politiker war, der Diktatoren im Ausland unterstützt hat. Und das als „ex“Nazi!
Oder waren solche Taten damals obligatorisch um politische Spitzenämter zu ergattern?

Re : H. Hummel !

Egal ob VW, Mercedes, BMW oder Opel, die gehen doch alle ins Ausland, um dort billiger produzieren und somit mehr Geld verdienen zu können. Dies schlägt sich dann in höheren Dividenden und Aktienkurse nieder.
Dafür nehmen die Bosse dieser Firmen ganz bewusst auch diktatorische Regime in Kauf, nicht nur damals in Brasilien, sondern auch heute, siehe China und Russland. Gerade ich China kriegen sogar nur Zugang, weil sie spezielle Kooperationen in Kauf nehmen und mit den chinesischen Verbrechern der PK zusammen arbeiten. Da zählen ganz bewusst keine Menschenrechte und Meinungsfreiheit nicht mehr, wenn es bei denen um die Kohle geht.
Für Stuttgart wurde schon wieder ein Abbau von Arbeitsplätzen und eine Verlagerung ins Ausland gesprochen, alles nur weil der Vorstand mehr Geld verdienen will.
Da ist die jetzige Entschädigung für die brasilianische Betroffenen einfach nur lächerlich und skandalös !!!

09:40, H. Hummel

>>So etwas scheint sich für diverse Staaten ...
.. zur Geschäftsidee zu entwickeln. Wie weit zurück darf es denn sein?
Die Bundesregierung sollte umgehend "Zeis-Jena- zur Kasse bitten, unser Finanzminister braucht doch jeden Cent ... und VW, Mercedes, Opel, nahezu die gesammte Chemische Industrie ... da käme was zusammen.
**Ironie Ende**<<

Die Ironie erschließt sich mir nicht einmal ansatzweise.

Meine Güte, es geht um Opferentschädigung. Um lebende Menschen.

Soso

VW handelt zu tiefst amoralisch, es hat keine Konsequenzen für sie außer, dass die Entscheidungsträger sich wieder die Taschen füllen auf Kosten vieler Unschuldige.

Muss ich jetzt Überraschung heucheln oder darf ich ehrlich sein und sagen, dass ich von VW auch nichts erwarte.

Und heute?

Diktatoren achten die Menschenrechte nicht? Jede Investition in diesen Ländern unterstützt das Regime. Der Wirtschaft interessiert das weniger, der Profit muss stimmen.
Was sind die kritischen Länder? China und sein kommunistisches Einparteiensystem? Russland, das verdächtigt wird, die politischen Gegner zu vergiften? Die USA, die die Schwarzen und Latinos im Land immer noch diskriminieren? Ägypten mit dem Putschgeneral Abd al-Fattah as-Sisi, der seine Gegner in die Kerker steckt und Demonstrationen erst gar nicht zulässt? Saudi-Arabien eine Dynastie, die ein ganzes Volk in Geiselhaft hält und vor Mord nicht zurückschreckt und Jemen zerbombt?
Mit diesen Ländern wird doch Handel betrieben und wer von den Politikern will das unterbinden. Die CDU/CSU und FDP bestimmt nicht, dann eher die Linken.

10:24, nie wieder spd

Einer der deutschen Politiker, die sehr intensive Beziehungen zu den rechten Diktatoren dieser Welt pflegten, war der (u.a.) Rüstungslobbyist Franz Josef Strauß.

Und das ganz offen. Es störte nur wenige.

10:28, Deeskalator

>>VW handelt zu tiefst amoralisch, es hat keine Konsequenzen für sie außer, dass die Entscheidungsträger sich wieder die Taschen füllen auf Kosten vieler Unschuldige.<<

VW wurde gerade zu Entschädigungszahlungen verurteilt.

Das haben Sie gelesen, oder?

Welche Entscheidungsträger füllen sich gerade die Taschen?

@H. Hummel, 9:40

VW sollte (auch als Zeichen an andere "Handaufhalter und Zollwillige") Brasilien den Rücken Richtung Mexico (z. B.) kehren.
Es ist durchaus legitim, in solchen Situationen zu zeigen, dass Standorte nicht in Fels gemeißelt sind.
Ohne die Zusammenarbeit mit den gerade Regierenden geht es doch nicht ... oder das Land verlassen und den Bürger dort ohne Arbeit zurück lassen ... das könnte allerdings viele Arbeitgeberumzüge nach sich ziehen.

Soso, VW sollte also Haltung zeigen. Indem es diesen Beutelschneidern klar macht, dass man sich nicht durch Menschenrechte das Geschäft verderben lässt. Ist ja schon auch dreist. Anstatt dass die dankbar sind für die Arbeitsplätze, beschweren sie sich noch, wenn sie gefoltert werden.

Ihre Art der Ironie hat schon was. Das ist der erforderliche Rückhalt, den Firmen wie VW brauchen, um uns allen gute Wirtschaftszahlen zu bescheren.

RE : Deeskalator !

Ja die Entscheidungsträger und Verantwortlichen von VW verhalten sich nicht nur da unmoralisch, sondern ja auch im Dieselskandal. Auch da wird einiges Geld in Anwälte investiert, um so wenig wie möglich an die Käufer der Schummelautos zu bezahlen. Gerade im europäischen Ausland werden die Käufer ewig lange hin gehalten, was in meinen Augen eine Unverschämtheit ist. Irgendwie haben all diese Personen ihr ganzes Gewissen und jegliche Moral verloren.
Ich persönlich vergleiche diese Kameraden mit einem Putin, Lukaschenko und Xi, wo nur Macht und Geld zählt !!
Und unsere Politiker wollen diese "armen" Firmen auch noch mit weiterem Geld unterstützen. Gehts noch ?????

10.24 Traumfahrer - Auslandsinvestitionen

Für starke Exportländer sind Auslandinvestitionen unvermeidlich. Woher soll sonst die Bevölkerung dieser Länder die Kaufkraft nehmen hochwertige Produkte made in Germany zu kaufen.
Aber die Regierung hat eine Pflicht dafür Sorge zu tragen das im eigenen Land anteilig am Gesamtumsatz die entsprechende Arbeitsplätze bestehen bleiben. Hier hat bislang keine Regierung etwas getan.
Die Auswirkung sehen wir in Amerika wo der Industrielle Komplex verlagert wurde nach China, in der USA keine ausgebildete Fachkräfte mehr sind und China die USA von den Weltmärkten verdrängt. Satte Gewinne für einige Jahre sind keine Lösung für Deutschland. und damit auch nicht für VW, BMW, Mercedes oder Bayer. Aber die Dummheit des Menschen ist bekanntlich grenzenlos.

10:37, NeNeNe

Bitte lesen Sie doch den Artikel noch einmal.

Es geht nicht darum, daß VW geschäftlich in einer Diktatur aktiv war, sondern darum, daß die Firma sich zum Handlanger des Regimes machte und aktiv Oppositionelle verfolgt und an die Diktatur ausgeliefert hat.

@fathaland slim

>>Welche Entscheidungsträger füllen sich gerade die Taschen?<<

Die Top-Manager von VW?

Sie haben durch diese asoziale Praxis für sich selbst über Jahre fette Boni erwirtschaftet.

Im Leben nicht müssen diese Manager die wie auch immer geartete Strafe aus der Eigenen Tasche Zahlen, geschweige denn, dass sie selbst in Form einer Gefängnisstrafe Büsen müssten.

Sprich sie haben aus der ganzen Geschichte nur Gewinn gezogen... und das ist das Problem an unserem System, die eigentlichen Verbrecher kommen immer ungeschoren, meist sogar mit Gewinn davon, warum sollten sie also anders handeln?
Die Zeche zahlen doch immer andere.... im Zweifelsfall der Steuerzahler, wenn mal wieder gerettet werden muss... aber nie die wirklichen Verantwortlichen.

Geschichtsrevisionen!?

Es ist immer schlimm, Geschichtsrevision aus gerade mal aktueller Sicht zu betreiben und nicht dies aus dem Blick der damaligen Zeit zu tun und damalige Umstände gelassen vorrangig zu respektieren?
Volkswagen war und ist ein Wagen für das Volk, wie der Name selbst es schon sagt, und war im brasilianischen Volk sehr begehrt, weil deutsche Technik einen sehr guten Ruf hatte. Die innenpolitische Lage eines anderen Landes sollte da gar keine Rolle spielen, denn man sollte sich an das damals gültige Recht halten.
Der nächste Schritt wird dann wohl aus gerade mal heutiger Sicht sein, VW habe zu viele "umweltschädliche" Dieselautos gebaut???

Ohne wirkliche Einsicht keine wirklichen Änderungen

Und "wirklich" ist hier im Sinne des Wortes "Wirken" gemeint.

"Besonders schwergetan hat sich Volkswagen bislang mit einer offiziellen Entschuldigung, die von den betroffenen Arbeitern und den beteiligten Staatsanwaltschaften stets gefordert wurde. Bislang räumte das Unternehmen zwar die damalige Zusammenarbeit mit den Militärs ein und bedauerte diese. Auf die jetzige Einigung soll nach einer juristischen Prüfung des Vergleichs auf Seiten der brasilianischen Staatsanwaltschaften, die bis zu rund drei Monate andauern soll, eine umfassende öffentliche Anerkennung folgen"

Eine Entschuldigung "auf Kommando" ist nichts wert. Und ob eine Entschuldigung ehrlich gemeint ist, merkt wohl jeder.
Danach sieht es hier nicht aus: "Das Unternehmen lehnte jedoch eine "institutionelle Verantwortung" ab und sprach von der Handlung von "Einzelnen".
Natürlich besteht eine institutionelle Verantwortung, wenn jeder, der sich den Führungsstrukturen nicht anpasst mit drastischen "Konsequenzen" rechnen muss.

@Deeskalator, 11:09

Sprich sie haben aus der ganzen Geschichte nur Gewinn gezogen... und das ist das Problem an unserem System, die eigentlichen Verbrecher kommen immer ungeschoren, meist sogar mit Gewinn davon, warum sollten sie also anders handeln?
Die Zeche zahlen doch immer andere.... im Zweifelsfall der Steuerzahler, wenn mal wieder gerettet werden muss... aber nie die wirklichen Verantwortlichen.

Da wurden Menschen gefoltert und ermordet, und ein deutscher Konzern hat, aus Gewinninteresse, dabei tatkräftig mitgeholfen.
Und Ihre Sorge gilt dem Steuerzahler. Ich kann bald nicht mehr.

11:09, Deeskalator @fathaland slim

>>@fathaland slim
>>Welche Entscheidungsträger füllen sich gerade die Taschen?<<

Die Top-Manager von VW?

Sie haben durch diese asoziale Praxis für sich selbst über Jahre fette Boni erwirtschaftet.<<

Ich fragte, welche Entscheidungsträger sich infolge dieses Gerichtsentscheides, der VW zu Strafzahlungen verpflichtet, die Taschen füllen.

Denn um diesen Gerichtsentscheid geht es in dem Artikel, den wir hier kommentieren. Ihre Reaktion darauf war, daß Sie schrieben, daß die Entscheidungsträger sich die Taschen füllen würden.

Oder wollten Sie einfach nur mal, losgelöst vom durch das vom Artikel vorgegebenen Thema, ganz allgemein darauf hinweisen, daß es in der Natur eines Entscheidungsträgers liege, sich die Taschen zu füllen?

Kooperation mit der Diktatur:VW schließt Vergleich mit Bra....

Über die Zusammenarbeit des VW-Werkschutzes mit dem Militärregime von 1964 bis 1985 gab es auch schon Filmberichte.
Wie sieht es also aus mit den "Werten" von VW (Freiheit etc.) ?
Und vor allem:Wie positioniert sich denn der Gesamtbetriebsrat zu der historischen Problematik(Osterloh und Co.) ?

@fridrich peter, 11:02

Für starke Exportländer sind Auslandinvestitionen unvermeidlich. Woher soll sonst die Bevölkerung dieser Länder die Kaufkraft nehmen hochwertige Produkte made in Germany zu kaufen.
Aber die Regierung hat eine Pflicht dafür Sorge zu tragen das im eigenen Land anteilig am Gesamtumsatz die entsprechende Arbeitsplätze bestehen bleiben. Hier hat bislang keine Regierung etwas getan.

Es geht hier darum, dass deutsche Unternehmen mit einem folternden Regime kollaboriert haben. Aber für Sie ist das eigentlich Schlimme, dass nicht genügend Fürsorge für die inländischen Arbeitsplätze betrieben wird?

@Traumfahrer, 11:01

"Ich persönlich vergleiche diese Kameraden mit einem Putin, Lukaschenko und Xi, wo nur Macht und Geld zählt !!"

Alle Genannten zählen jedenfalls zu den Protagonisten bzw. elementaren Stützen des derzeit herrschenden (und offenbar weithin als das einzig "funktionsfähige" angesehenen) globalen Wirtschaftssystems.

"Und unsere Politiker wollen diese "armen" Firmen auch noch mit weiterem Geld unterstützen. Gehts noch ?????"

Nein, so geht's nicht mehr. Jedenfalls nicht, wenn alle(!) überleben wollen. Aber nicht nur unsere Politiker sind mehrheitlich offenbar der festen Überzeugung, dass es anders gar nicht geht.

@frosthorn

>>Da wurden Menschen gefoltert und ermordet, und ein deutscher Konzern hat, aus Gewinninteresse, dabei tatkräftig mitgeholfen.
Und Ihre Sorge gilt dem Steuerzahler. Ich kann bald nicht mehr.<<

welchen teil von im Zweifelsfalle haben sie nicht verstanden?

Ich schrieb von asozialem Menschenverachtendem Verhalten. des Weiteren waren Steuerzahler bei den Konsequenzen für die Taten aufgeführt und dass diese eher Büßen müssen als die Täter.

Dass VW-Manager an den Pranger und in ein Fensterloses Loch gehören habe ich nie bestritten...

Aber sie scheinen ja meistens genau das aus etwas herauszulesen was sie gerade gerne lesen möchten.

Diktatur

Warum schaut man nur Faulweh auf die Finger? Ganze Regierungen machen doch mit Diktaturen wie Saudi Arabien und Ägypten gemeinsame Sache, unterstützen diese und sehen darin tolle Partner? Gewählt wurde dort auch nicht.

11:11, paule2

>>Geschichtsrevisionen!?
Es ist immer schlimm, Geschichtsrevision aus gerade mal aktueller Sicht zu betreiben und nicht dies aus dem Blick der damaligen Zeit zu tun und damalige Umstände gelassen vorrangig zu respektieren?
Volkswagen war und ist ein Wagen für das Volk, wie der Name selbst es schon sagt, und war im brasilianischen Volk sehr begehrt, weil deutsche Technik einen sehr guten Ruf hatte. Die innenpolitische Lage eines anderen Landes sollte da gar keine Rolle spielen, denn man sollte sich an das damals gültige Recht halten.<<

Das damalige Recht verlangte also, Oppositionelle an das Regime zu verraten, und VW musste sich natürlich daran halten.

Um mit Hans Karl Filbinger zu sagen:

„Was damals Rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein! “

Wie konnte man ihm auch geschichtsrevisionistischerweise seine NS-Todesurteile vorhalten.

Danke für die klare Verdeutlichung Ihres Standpunktes.

VW Autos

Wieso hat VW auch Waffen an das kriegsführende Saudi Arabien in Jemen geliefert oder sollte das stoppen, wegen dem Kashoggi Mord?

11:30, Bernd Kevesligeti

>>Wie sieht es also aus mit den "Werten" von VW (Freiheit etc.) ?<<

Wo behauptet VW denn irgendwelche Werte?

Außer natürlich denjenigen, die sich durch Zahlen ausdrücken lassen.

Der zentrale Wert kapitalistischen Wirtschaftens ist das Wertpapier.

@11:03 von fathaland slim

Das sehe ich anders.
Sobald ich einem Land Waffen liefere, der in einem Nachbarland Krieg führt und Zivilisten tötet, mache ich mich zum Handlanger. Vielleicht ist das für Sie nur eine geschäftliche Tätigkeit, für mich ein Verbrechen.
Wenn in einem Land Schwarze getötet werden und wir unsere Stimme dagegen nicht erheben, machen wir uns moralisch schuldig. Minderheiten in einem Land unterdrücken und sie in Lagern umerziehen und wir erheben nur einmal den Zeigefinger ohne energisch dagegen aufzutreten, bedeutet für mich, Missachtung der Menschenrechte und Unterstützung des Regimes.

VWeh

VWeh handelt ja im geschäftlichen Sinne, aber was machen Regierungen? Winken Waffenexporte ab in so Diktaturen wie Saudi Arabien oder Ägypten. Warum hört man kaum darüber was? Warum kommt kaum was aktuell über den Jemenkrieg? Ach könnte ja geschäftsschädigend sein.

Re: paule2 um 11:11

Sie schrieben:
"Die innenpolitische Lage eines anderen Landes sollte da gar keine Rolle spielen, denn man sollte sich an das damals gültige Recht halten."

Sie vertreten die Auffassung, dass einem Konzern (hier VW) keine Vorwürfe wegen der Kollaboration mit einem folternden Regime gemacht werden sollten, weil es damals dort geltendes Recht war zu foltern und das auch zu unterstützen - verstehe ich Sie da richtig?
Mit derselben Argumentation sollte man dann ja wohl auch z.B. weder IG Farben, noch Rheinmetall, Porsche usw. usf. einen Vorwurf für deren Teilhabe an eher finsterer deutscher Geschichte machen, nicht wahr? Gleiches sollte dann wohl auch für Individuen anwendbar sein: vom Folterknecht des Mittelalters über SS-Wachen, Wernher von Braun, bis zu z.B. Mauerschützen: alle handelten nach jeweiligem Recht. Würden Sie das sagen wollen?

um 11:33 von Nettie

"Ich persönlich vergleiche diese Kameraden mit einem Putin, Lukaschenko und Xi, wo nur Macht und Geld zählt !!"

Alle Genannten zählen jedenfalls zu den Protagonisten bzw. elementaren Stützen des derzeit herrschenden (und offenbar weithin als das einzig "funktionsfähige" angesehenen) globalen Wirtschaftssystems.

"Und unsere Politiker wollen diese "armen" Firmen auch noch mit weiterem Geld unterstützen. Gehts noch ?????"

Nein, so geht's nicht mehr. Jedenfalls nicht, wenn alle(!) überleben wollen. Aber nicht nur unsere Politiker sind mehrheitlich offenbar der festen Überzeugung, dass es anders gar nicht geht.
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Am Ende des Tages zählen Arbeitsplätze. Die Auswüchse des globalen Wirtschaftsystem sind bekannt und werden immer wieder benannt. Wo sind die machbaren Lösungsvorschläge die aus dem Teufelskreis führen.

von fathaland slim 11:41

Ja,daß ist schon wahr:Wo behauptet VW denn irgendwelche Werte ?

Die Frage wahr aber auch, wie sich die Gewerkschafter und Betriebsräte von VW hier, zu den Verhältnissen in Brasilien stellten und stellen.

Reine Geldmacherei ...

Zitat: "Recherchen von NDR, SWR und SZ aus dem Jahr 2017 hatten gezeigt: Eigene Mitarbeiter und ihre politische Gesinnung wurden vom VW-eigenen Werkschutz ausgespäht, Mitarbeiter durch die Politische Polizei auf dem Firmengelände verhaftet. Betroffene berichteten, sie seien im Anschluss monatelang gefoltert worden."

Für das Übel der Diktatur oder gar für die Verbrechen, die im Rahmen der Diktatur verübt wurden, ist VW nicht verantwortlich.

Unternehmen sind angehalten, sich an bestehende Gesetze zu halten und mit einem Staat zu kooperieren, auch wenn dieser eine Diktatur ist.

Die Verbrechen, die während der Diktatur als auch während der Regierung der Kommunisten Lula und Rousseff verübt werden, müssen vom brasilianischen Staat aufgearbeitet werden.

11:30 von Bernd Kevesligeti

« Und vor allem: Wie positioniert sich denn der Gesamtbetriebsrat zu der historischen Problematik (Osterloh und Co.) ?»

Wie positioniert er sich denn? Ich weiß es nicht.
Der Wisser der Details wird er kaum sein.
Und der Entscheider über Entschädigungen noch weniger.

11.30 frosthorn - Folter für Exportarbeitsplätze

Ihre Annahme das ich nur interessiert bin für die Sicherung von Inlandsarbeitsplätze ist falsch.
Ich gehe aber davon aus das nur sehr wenige Unternehmen NICHT interessiert sind an den Arbeitsbedingungen vor ORT. Leider war dies der Fall bei einem renommierten Unternehmen als VW.

11:41, NeNeNe @11:03 von fathaland slim

>>Das sehe ich anders.
Sobald ich einem Land Waffen liefere, der in einem Nachbarland Krieg führt und Zivilisten tötet, mache ich mich zum Handlanger. Vielleicht ist das für Sie nur eine geschäftliche Tätigkeit, für mich ein Verbrechen.<<

Es geht im Artikel, den wir kommentieren, aber nicht um Waffenlieferungen.

>>Wenn in einem Land Schwarze getötet werden und wir unsere Stimme dagegen nicht erheben, machen wir uns moralisch schuldig. Minderheiten in einem Land unterdrücken und sie in Lagern umerziehen und wir erheben nur einmal den Zeigefinger ohne energisch dagegen aufzutreten, bedeutet für mich, Missachtung der Menschenrechte und Unterstützung des Regimes.<<

Ich erhebe hier im Forum andauernd und ausdauernd meine Stimme gegen das, was Sie beschreiben.

Aber auch darum geht es im Artikel nicht.

Es geht um Zusammenarbeit von VW mit der brasilianischen Militärdiktatur bei der Verfolgung von Oppositionellen.

Es wäre wirklich schön, wenn wir beim Thema bleiben könnten.

12:02, Blitzgescheit

>>Für das Übel der Diktatur oder gar für die Verbrechen, die im Rahmen der Diktatur verübt wurden, ist VW nicht verantwortlich.<<

Natürlich nicht. Wohl aber für die aktive Beteiligung daran.

>>Unternehmen sind angehalten, sich an bestehende Gesetze zu halten und mit einem Staat zu kooperieren, auch wenn dieser eine Diktatur ist.<<

Aha.

Das beinhaltet also auch Gesinnungschnüffelei und Menschen ans Messer zu liefern.

>>Die Verbrechen, die während der Diktatur als auch während der Regierung der Kommunisten Lula und Rousseff verübt werden, müssen vom brasilianischen Staat aufgearbeitet werden.<<

Kommunisten?

Jetzt werden Sie aber wirklich albern.

Und von was für Verbrechen, die mit der massenhaften Ermordung Oppositioneller zu vergleichen sind, reden Sie?

Irgendwo findet jeder Whataboutismus seine Grenze.

@fathaland slim um 11:41Uhr

Pardon, der letzte Satz Ihres Kommentars passt nicht, wenn Sie selbst Aktienpakete(?) von VW besitzen oder besaßen!

@H.Hummel um 09:40Uhr

Ich gebe Ihnen recht, auch wenn Sie (absichtlich?) übertreiben, aber man könnte wirklich diesen Eindruck gewinnen. Sollte VW sein Gelände in Brasilien für exterritorial erklären? Vieleicht sollten die Manager die tatsächlichen Verhältnisse in einem Staat vor Beginn von Verhandlungen von AI oder manchen Foristen prüfen lassen? Wenn es dann nicht zu einem Vertrag kommt, wen interessieren denn die weiterhin arbeitslosen wirklich?

12:39, karlheinzfaltermeier

>>@fathaland slim um 11:41Uhr
Pardon, der letzte Satz Ihres Kommentars passt nicht, wenn Sie selbst Aktienpakete(?) von VW besitzen oder besaßen!<<

Ich schrieb:

"Der zentrale Wert kapitalistischen Wirtschaftens ist das Wertpapier."

Wieso passt dieser Satz nicht, wenn man selbst VW-Aktien besitzt?

Muss ein Kritiker des Kapitalismus sein Geld unterm Kopfkissen aufbewahren, um glaubwürdig zu sein?

Oder, besser noch, gar keins haben?

Darf man den Kapitalismus nur kritisieren, wenn man bitterarm ist?

von schabernack 12:17

Nein, der Entscheider wird er nicht sein.Aber der Wisser über die Verhältnisse in den brasilianischen VW-Werken in der besagten Zeit, ist er mindestens seit ein paar Jahren.
Und in dem Zusammenhang wäre es doch angebracht sich dazu zu äußern.

12:51, karlheinzfaltermeier

>>@H.Hummel um 09:40Uhr
Ich gebe Ihnen recht, auch wenn Sie (absichtlich?) übertreiben, aber man könnte wirklich diesen Eindruck gewinnen. Sollte VW sein Gelände in Brasilien für exterritorial erklären? Vieleicht sollten die Manager die tatsächlichen Verhältnisse in einem Staat vor Beginn von Verhandlungen von AI oder manchen Foristen prüfen lassen? Wenn es dann nicht zu einem Vertrag kommt, wen interessieren denn die weiterhin arbeitslosen wirklich?<<

Um noch einmal darauf hinzuweisen:

Im Artikel geht es um die aktive Zusammenarbeit der brasilianischen VW-Niederlassung mit der Militärdiktatur bei der Verfolgung von Oppositionellen.

Warum immer diese Abschweifungen vom Thema?

@fathaland slim, 12:56 re @karlheinzfaltermeier

Darf man den Kapitalismus nur kritisieren, wenn man bitterarm ist?

Ja, so ist es. Denn Kapitalismuskritik ist per se und automatisch immer eine Neiddebatte. Das setzt natürlich voraus, das man selber nix hat.

Ich denke VW wurde schon zur

Ich denke VW wurde schon zur "Zusammenarbeit " gezwungen.
Wie auch Opel, ig Farben, etc etc. Macht die Wache nicht besser, aber leichter verständlich.
Wir müssten auch mit China, Russland, Golfstaaten, usw den Handel einstellen. Wir unterstützen damit auch lauter Diktaturen.

13:23, frosthorn

>>@fathaland slim, 12:56 re @karlheinzfaltermeier
Darf man den Kapitalismus nur kritisieren, wenn man bitterarm ist?

Ja, so ist es. Denn Kapitalismuskritik ist per se und automatisch immer eine Neiddebatte. Das setzt natürlich voraus, das man selber nix hat.<<

Gut auf den Punkt gebracht.

Daß Sahra Wagenknecht gern Hummer ist, macht sie als Sozialistin völlig unglaubwürdig.

Ich befürchte allerdings, daß Ihre und meine Ironie von einigen Foristen für bare Münze genommen wird.

@fathaland slim um 12:56Uhr

Natürlich darf man den Kapitalismus auch kritisieren, wenn man nicht bitterarm ist, aber es wäre glaubhafter! Sie kennen doch den Spruch von Wasser predigen, aber Wein trinken?

Entschädigung von 5,5 Millionen....

5,5 Millionen, (lächerlich für VW) , zahlen und erledigt!
Und weiter geht's mit Milliarden Geschäften in anderen Schurkenstaaten!
Da wird sich auch nichts ändern, solange nur maximale Gewinne und Renditen zählen. So ist nun mal der Kapitalismus...

Foltern und Morden für Arbeitsplätze?

Ich kann kaum glauben, was ich hier lese. Mehrere Foristen sagen hier ganz offen, dass sie mit keinem Regime Probleme hätten, egal, wie es mit Oppositionellen umgeht, wenn nur Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten werden. Darf ich mich also darauf einstellen, dass auch bei politischen Veränderungen hierzulande, z.B. bei Errichtung einer faschistischen Diktatur, die wie die weiland die brasilianische ihre Gegner ermorden lässt, diese Herrschaften keine Einwände hätten, so lange das mit florierender Wirtschaft einher geht?

Ich möchte nur gerne wissen, woran ich bin.

13:44, karlheinzfaltermeier

>>@fathaland slim um 12:56Uhr
Natürlich darf man den Kapitalismus auch kritisieren, wenn man nicht bitterarm ist, aber es wäre glaubhafter! Sie kennen doch den Spruch von Wasser predigen, aber Wein trinken?<<

Sie haben da, glaube ich, etwas nicht so richtig verstanden.

Als Sozialist predige ich keine Armut.

Ich werde auch nicht die deutsche Staatsbürgerschaft abgeben, weil die Bundesregierung in auch meinem Namen Waffenexporte genehmigt. Werde also weiterhin die Annehmlichkeiten eines deutschen Staatsbürgers genießen und mir trotzdem das Recht herausnehmen, so einiges hier zu kritisieren.

@karlheinzfaltermeier, 13:44

Natürlich darf man den Kapitalismus auch kritisieren, wenn man nicht bitterarm ist, aber es wäre glaubhafter! Sie kennen doch den Spruch von Wasser predigen, aber Wein trinken?

Tja, Fakt ist, ich bin nicht bitterarm, im Gegenteil, ich bin mit dem, was ich mir in meinem Leben erarbeitet habe, sehr zufrieden. Dennoch verabscheue ich den Kapitalismus. Jetzt habe ich obendrein das Problem, dass Sie mir das nicht glauben. Sei's drum.

Aber, wer sagt eigentlich, dass Kapitalismuskritik darin besteht, Wasser zu predigen? Ich tue das nicht, ich fordere vielmehr die Menschen dazu auf, sich zu holen, was ihnen zusteht.

man staunt nur noch

aber bei den vorstellungen dürften wir auch keine geschäfte mit SA, türkei, iran und china mehr machen. werden wir halt wieder hüter und sammler

13:44 von karlheinzfaltermeier

«Natürlich darf man den Kapitalismus auch kritisieren, wenn man nicht bitterarm ist, aber es wäre glaubhafter! Sie kennen doch den Spruch von Wasser predigen, aber Wein trinken?»

Und je grauenhafter man selbst kicken kann, desto glaubhafter wird die eigene Kritik am Milliarden-Trallala des Profifußballs. Und wenn man selbst gar keinen Führerschein hat, wird Kritik an Dieselabgasen am meisten glaubhaft.

Je weniger man predigt, desto besser schmeckt auch Wasser, das man in leere Weinflaschen reinschüttet. Das zumindest sagen die Bitterarmen.

Wer genug Kohle hat, um sich 'nen "Rolls Royce" zu kaufen. Dessen Kritik ist immer unglaubwürdiger am Rolls, wenn der nix kann, wie man dachte. Als wenn sich wer Nicht-So-Reich über den gekauften "Dacia" beklagt, der erst recht gar nix kann.

Weil mehr bitterarm = mehr glaubwürdig.

@ Frosthorn (10:51)

Zitat: "Soso, VW sollte also Haltung zeigen. Indem es diesen Beutelschneidern klar macht, dass man sich nicht durch Menschenrechte das Geschäft verderben lässt. Ist ja schon auch dreist. Anstatt dass die dankbar sind für die Arbeitsplätze, beschweren sie sich noch, wenn sie gefoltert werden."
Kann ich ihren Ausführungen entnehmen, dass sich Deutsche Unternehmen z. B. umgehend aus China oder Russland zurückziehen müssten oder Deutsche Urlauber doch bitte die Türkei oder Spanien generell meiden sollten?
Zustände in ehemaligen Militärdiktaturen o. ä. kann man hinnehmen, muss man aber nicht. Eine Anwesenheit zu den damaligen Voraussetzungen war und bleibt moralisch hinterfragbar ... aber nicht im nachhinein finanziell.
Zitat: "Ihre Art der Ironie hat schon was" ist damt für mich hinfällig ... es ist und war von mir nie ironisch gemeint.

13:56, frosthorn

Jeden einzelnen Ihrer Sätze kann ich ausdrücklich unterschreiben.

Tja, meine Glaubwürdigkeit als Kapitalismuskritiker ist völlig zerstört, weil ich VW-Klein(st)aktionär bin.

Schnüff.

12:51 von karlheinzfaltermeier

«Vieleicht sollten die Manager die tatsächlichen Verhältnisse in einem Staat vor Beginn von Verhandlungen von AI oder manchen Foristen prüfen lassen?»

Kann man sich als Forist für solche Prüfungen anmelden?
Wenn ja … wo … und bis wann?

Hört sich interessant an. Kommt man evtl. für umme mal wo hin auf der Welt, was man sonst nie gesehen hätte.

13:52, frosthorn

>>Foltern und Morden für Arbeitsplätze?
Ich kann kaum glauben, was ich hier lese. Mehrere Foristen sagen hier ganz offen, dass sie mit keinem Regime Probleme hätten, egal, wie es mit Oppositionellen umgeht, wenn nur Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten werden. Darf ich mich also darauf einstellen, dass auch bei politischen Veränderungen hierzulande, z.B. bei Errichtung einer faschistischen Diktatur, die wie die weiland die brasilianische ihre Gegner ermorden lässt, diese Herrschaften keine Einwände hätten, so lange das mit florierender Wirtschaft einher geht?

Ich möchte nur gerne wissen, woran ich bin.<<

Bei Themen wie diesem hier wird es immer ganz offensichtlich, wie die Rechten ticken.

Da fällt dann regelmäßig die demokratische Maske.

Ja, ich weiß, woran ich da bin.

Es hat schon seinen Grund, warum ich mich klar und deutlich gegen rechts positioniere.

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