Ihre Meinung zu: Illegale Leiharbeit: Razzien in der Fleischindustrie

23. September 2020 - 8:21 Uhr

Wegen mutmaßlich gewerbsmäßiger Einschleusung von Arbeitskräften hat die Bundespolizei deutschlandweit Razzien in Geschäfts- und Wohnräumen der Fleischindustrie durchgeführt. Zwei Firmen stehen im Fokus der Ermittler.

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Leiharbeit und Werksverträge, sowie Minijobs sollten abgeschafft werden. Diese Beschäftigungsform fördert die Ausbeutung von Mitarbeitern.

Warum?

"Sie sollen hauptsächlich Rumänen mit falschen Dokumenten nach Deutschland geholt haben."

Unsere europäischen Freunde könnten doch normalerweise legal einreisen... bitte info zufuegen.

IIllegale Leiharbeit

wieso wird erst jetzt genauer hingeschaut bei dem missbrauch der Leiharbeiter/in, denn dies wird doch schon seit Jahren angesprochen oder etwa nicht.

um 09:35 von Michael Klaus Möller

wieso wird erst jetzt genauer hingeschaut bei dem missbrauch der Leiharbeiter/in, denn dies wird doch schon seit Jahren angesprochen oder etwa nicht.
-----------
Besser spät als nie. Die Konsequenz sollte aber nicht die Ausweisung der ausgebeuteten Arbeiter sein, sondern die Schließung der Betriebe und die Einziehung des Vermögens der Betreiber.

Razzien ...

wo liegt das Problem
der Steuerprüfer kommt gelegentlich , selbst die Steuerfahndung
dann ist der WKD mal auf der Platte und es steht ne Radarfalle an der Straße
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
sagte schon der alte Lenin
von daher, weitermachen

um 09:28 von Witzlos18

>>
Leiharbeit und Werksverträge, sowie Minijobs sollten abgeschafft werden. Diese Beschäftigungsform fördert die Ausbeutung von Mitarbeitern.
<<

Handeln muss zielgerichtet sein. Wir schaffen ja auch nicht das Wetter ab, weil es manchmal regnet. Das gesamte Handwerk basiert auf Werkverträgen. Im Bereich der Leiharbeit gibt es z.B. auch Geschäftsführer oder hochbezahlte IT-Kräfte. Im Bereich von Minijobs sind auch Arbeitnehmer tätig, die genau den Arbeitsumfang wünschen.

Der richtige Weg dürfte daher sein, Missbräuche noch klarer zu definieren und viel härter zu bestrafen. Also weg von lächerlichen Bußgeldern, und hin zu Strafen, wie sie bei Diebstahl ausgesprochen werden.

09:28 von Witzlos18

Minijobs abschaffen ?
warum ?
vor allem wodurch wird man ausgebeutet
wenn man bei nem Bäcker auf 450 Eurobasis Weckle verkauft
oder dort putzt ?
Wenn der Lohn stimmt und die Arbeitszeit nicht überschritten,
ist es doch im Grünen Bereich

09:35 von Michael Klaus Möller

wieso wird erst jetzt genauer hingeschaut
.
offensichtlich weil es mit dem "Hinschauen" allein nicht getan ist

Rumänen sind EU Bürger und

Rumänen sind EU Bürger und dürfen hier ohnehin arbeiten...ein sehr seltsamer erklärungsbedürftiger Bericht...

Illegale Leiharbeit:Razzien in der Fleischindustrie....

Die Razzien sind wegen illegaler Schwarzarbeit,nicht wegen der formal legalen Leiharbeit.
Das alles gehört abgeschafft.
Da gibt es Unternehmen,denen sind noch die normalen Leiharbeiter noch "zu teuer".
Und das zeigt auch,daß in diesem "Europa",Menschen bereit sind oder bereit sein müssen,für alles und jedes hier hin zum arbeiten zu kommen.Von wegen Angleichung der Lebensverhältnisse,im Gegenteil.

Gibt es eigentlich für solche Firmen Strafen die auch die ....

.... bezeichung " Strafe" verdienen ?

Ich bin der, obwohl ich befürchte das es aufgrund der Gesetzeslage in der Reaität nicht möglichen ist, Meinung das, sollte sich herausstellen das es sich tatsächlich "gewerbsmäßiger Einschleusung von Arbeitskräften" handelte und das die "beschuldigten Firmen" tatsächlich "Menschen aus Osteuropa mit gefälschten oder verfälschten Dokumenten nach Deutschland geholt haben" sollte jeder/jede dabei in unser Land gekommenen Arbeiter einen hohen -in einer Höhe die den Unternehmen tatsächlich im Geldbeutel bzw. Konto sehr SEHR weh tut- Schadensersatz zugesprochen werden.

Durchführung

Bedauerlicherweise hat die Erfahrung gezeigt das der Bundestag immer sehr schnell Empört ist und dann nach langen herumdiskutieren ein verwässertes Gesetz durchbringt. Auf der anderen Seite werden die zuständigen Behörden verkleinert und somit eine Durchsetzung von 'neuen' Regeln ad absurdum geführt. Siehe neue Regeln bei der Überwachung von Lebensmittelverarbeitenden Betrieben.

In Nordrhein-Westfalen hat

In Nordrhein-Westfalen hat sich Peter Kossen seit 2012 - lange vor dem Corona-Ausbruch bei Tönnies - für die Arbeiter in der Fleischindustrie eingesetzt. Er wählt drastische Worte: „von „organisierter Kriminalität“ und „moderner Sklaverei“ spricht er; in der 22.000 Einwohner zählenden Gemeinde Lengerich, in der Kossen Pfarrer ist, arbeiten etwa 1100 der meist aus Rumänien und Bulgarien stammenden Arbeiter in den Schlachthöfen.
Vor 3 Wochen bekam Kossen den nordrhein-westfälischen Landesverdienstorden. Er wird immer wieder gefragt, warum er so scharfe Formulierungen wähle.“ Seine Antwort: „Man muss so weit gehen, wie man kann. Schließlich geht es hier um Menschen.“

Handeln, gut, aber "nachhaltig"

Die Regierung hat viel zu lange wohlwollend auf die Ausbeutung geschaut. Das muss doch bekannt gewesen sein. DE machte bisher anscheinend kaum Unterschiede zwischen Tier-und Menschenhaltung. Ausweisung, gut, aber jeder mit seinem Anteil des Firmenvermoegens - nach Schliessung der Laeden, bitte!

Das geht

schon sehr lange so, und ist ja nicht nur in der Fleischindustrie, sonder auch auf den gesamten Baugewerbe so.
Dank SPD gibt es da überhaupt, Leiharbeitsfirmen gehören geschlossen, Werkverträge in allen Bereichen verboten, auch bei der Pflege ist ähnlich.
Niemand hatte da je Interesse daran das zu ändern, es gibt einfach zu viele Schlupflöcher.
Wir haben Millionen Menschen die zu Hause sind, also keinen Mangel an Arbeitskräften.

Wir haben aktuell 635.000 mehr Arbeitslose als im selben Monat des letzten Jahres, wer alles Mitarbeiter reduzieren will, kann man täglich lesen.
Durch die Aussetzung der Insolvenz, zeigt sich das richtig Bild noch gar nicht.

Die Politik hat einfach die ganzen Jahre weggeschaut, nur wenn alles verboten wird, dann würde das funktionieren.
So bleibt es ein Tropfen auf den heißen Stein.

@Klausewitz

Das ist sicherlich korrekt. Nur, selbst in der EU ist Sklavenarbeit 'unanstaendig'. Leider -- fuer die Ausbeuter, und darum sollte es hier gehen, naemlich Bekaempfung organisierten Verbrechens.

Minijobs für alle!

Wenn man berücksichtigt, was ein Mensch alles tun soll, um sich vernünftig zu ernähren, genügend zu bewegen und auch ansonsten gesund zu bleiben, hat eigentlich niemand Zeit, um 8 Stunden täglich für das Arbeiten zu verschwenden.
Wenn man weiterhin bedenkt, was und wieviel an wirtschaftlichen Aktivitäten grundsätzlich eingeschränkt werden muss, um nur die Klimaziele zu erreichen, sind 8 Stunden Arbeit täglich auch viel zu viel.
Eine britische Studie (Bericht auf futurezone.at, https://futurezone.at/science/sechs-statt-40-stunden-woche-kuerzer-arbei... )besagt, dass zur Erreichung der Klimaziele bis 2030 eine Arbeitszeit von allerhöchstens 6 Stunden pro Woche nötig ist.
Wenn dann noch alles mit Robotern, Maschinen und Digitalisierung abgearbeitet wird, was damit abgearbeitet werden kann, könnten auch weltweit sämtliche Arbeitslosen arbeiten.
Deshalb halte ich einen Rechtsanspruch auf einen Minijob bei vollem Lohnausgleich für dringend geboten.

Ist ja schön das endlich mal

Ist ja schön das endlich mal nachgeschaut wird. Was aber wird passieren, die armen illigalen werden nach Hause geschickt eventuell mit einer Strafe belegt und Ihnen und ihren Familien wird damit die Lebensgrundlage entzogen. Die Firmen die damit Mollionen gescheffelt haben werden mit einer lächerlichen Geldszrafe dafon kommen und in 4 Wochen interessiert es niemanden mehr und alles geht so weiter.

Leiharbeiter und Werksverträge

Leiharbeiter wurden mal geschaffen um Bedarfsspitzen abzudecken, damit die Stammbelegschaft geringer gehalten werden kann. Das spart dem Unternehmen Geld!
Mein Vorschlag: Leiharbeiter werden von Anfang an genau so bezahlt wie die Stammbelegschaft/Tarif oder nur knapp(max 10%) darunter; die Kosten für die Verleihfirma kommen noch oben drauf.
Dann würde Leiharbeit wirklich nur für Bedarfspitzen eingesetzt und nicht zur Auslagerung und Lohndrückerei!
Das wäre regelmäßig zu überprüfen, genau wie Steuerprüfung und Lebensmittelbetriebe.

Jahrzehnte lang

wurden diese Verhältnisse in der Presse dokumentiert und angeprangert. In der Politik gab es ein paar Gesetze, haha, na und? Das Wegsehen war gut organisiert, alle haben billiges Fleisch gemampft, und so ist die Branche immer weiter gewachsen.
Dabei war alles so offensichtlich, dass jetzt keiner behauptet, er hätte nichts gewusst.
Schon erstaunlich.
Erst seit Corona haben die Behörden den Mut, ihre Pflicht zu tun. Bis dahin haben sie Beihilfe geleistet.

Re : hesta15 !

Solche Kontrollen finden leider aus Personalmangel viel zu selten statt. Das zum Einen.
Zum anderen ist dieses System schon seit Jahren bekannt, aber die Politik zeigt sich ja lieber mit den Milliardären und schickt die armen ausgebeuteten Ausländer ohne Geld nach Hause. Und die Betrüger kriegen kaum oder gar keine Strafe.
Zudem sollten sämtliche sogenannten Subunternehmen verboten werden, wie auch die Leiharbeit und diese betrügerischen Werksverträge.
Soweit ich lesen konnte, wird das neue Gesetz von Heil auch nicht wirklich mit diesem Unsinn aufräumen. Da sind bestimmt etliche Lobbyisten im Hintergrund am Strippen ziehen, um Tönnies und CO weitere Milliarden zu sichern und seinen Betrug fort zu setzen. In meinen Augen gehört der Mann ins Gefängnis und nicht in eine riesige Villa !!

Der Missbrauch des Systems...

...geht schon so lange, dass das System ohne den Missbrauch gar nicht mehr funktioniert. Das gilt nicht nur für die Fleischindustrie. Auch die Zustelldienste, Reinigungsfirmen und weitere Gewerbezweige arbeiten so. Auch die Pflegebranche wird ja seit einigen Jahren wegen angeblichen Mangels an Fachkräften entsprechend umstrukturiert.
Jetzt plötzlich öffentlichkeitswirksam draufzuhauen kommt viel zu spät und wird nichts mehr ändern können. Das einzig wirksame Mittel wäre eine vollständige Zerschlagung, aber nachdem jahrzehntelang alternative Wege effektiv verhindert wurden, gibt es jetzt nichts, was diesen Wahnsinn ersetzen könnte. Wie auch in anderen Bereichen der vollindustrialisierten Lebensmittelsproduktion. Es ist nur noch ein Warten auf den nächsten Skandal oder die nächste Katastrophe. Und in nicht allzu ferner Zukunft einen totalen Zusammenbruch.

10:49 von nie wieder spd

6 Stunden pro Woche
das wird lustig bei nem Arzt
übrigens sie sind doch für "genügende Bewegung" wie sie schreiben
da müsste man ja nen Briefträger geradezu zwingen 10 Stunden / Tag zu arbeiten

gelegentlich glaube ich echt sie wollen mit so Beiträgen nur provozieren
oder zur allgemeinen Erheiterung beitragen

Re : Klärungsbedarf !

Es sollten hier nicht Äpfel mit Birnen oder Tomaten verglichen werden.
Es ist ein großer Unterschied zwischen einem Werksvertrag im Handwerk und einem in der Fleischindustrie oder einem anderen Ausbeuter.
Auch was die Leiharbeit angeht, die verdienen in der Regel immer weniger wie ein Festangestellter und sind immer nur eine bestimmte Zeit da. Da sollte das Unternehmen halt besser planen und sich strukturieren, damit man die Leute fest einstellen kann, oder die anderen Überstunden machen, wenn es zu Spitzen kommt. Und danach entweder Abfeiern oder bezahlt werden.
Betreffs Minijobs, ich habe selbst jahrelang nebenher einen Minijob, zum Mindestlohn, auf dem Zettel. Aber jedes mal wenn ich meinen Aufwand dafür errechnete, war ich deutlich unter dem Mindestlohn, und dies in unterschiedlichen Branchen. Die betrügen alle, weil oft wieder Subunternehmen und sonstige Gauner mit ins Spiel kommen, die daran verdienen wollen.

@ von Klausewitz

Es ist ein Unterschied, ob jemand aus EU - Staaten legal einreist und auch die Untersuchungen bei den Gesundheitsämtern durchläuft, was unbedingt in der Lebensmittelindustrie, Gastronomie etc. notwendig ist, oder ob diese einfach illegal ohne Kranken-Versicherungen etc. und ohne Gesundheitskontrolle hier illegal arbeiten. Die könnten auch noch ganz andere Krankheiten einschleppen wie TBC etc. und hier weiterverbreiten.

Leiharbeit ist nicht grundsätzlich das Problem

Hier geht es ja wahrscheinlich um Schwarzarbeit, wenn man die einzelnen Fakten zu einem ganzen zusammenzieht.

Einige fordern die Abschaffung der Leiharbeit. Das finde ich den falschen Weg. Die Leiharbeit an sich ist sinnvoll, um Auftragsspitzen abarbeiten oder einzelne Engpässe zB durch Corona abfedern zu können. Allerdings sollten die Leiharbeiter BESSER als die normale Belegschaft bezahlt werden. Schließlich sind sie bereit kurzfristig einzuspringen und schnell in neue Prozesse einzuarbeiten. Bei Unterkünften sollte man davon ausgehen können, dass diese vom Arbeitgeber gestellt werden, wobei aber bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen.
Meines Erachtens würde dies das Problem Leiharbeit sehr schnell lösen. Man müsste dann "nur noch" die Einhaltung überprüfen, wofür allerdings auch erst einmal mehr Personal nötig ist.

Den Menschenhändlern muss die "Geschäftsbasis" entzogen werden

„Beschuldigt sind (Firmen). Sie sollen hauptsächlich Rumänen mit falschen Dokumenten nach Deutschland geholt haben. Sie hätten sie hier bei Behördengängen unterstützt, ihnen Unterkünfte und Transport organisiert, diese Leistungen aber auch vom Lohn abgezogen“

Solange man mit Menschenhandel reich und mächtig werden kann, wird er nicht aufhören.

„Bei der Aktion gehe es darum, so viel Beweismaterial wie möglich zu sichern,
>> etwa um die Zahlungsvorgänge und die Kommunikation der Firmen nachzuvollziehen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei“

Es würde allen, hier vor allem der Polizei, das Leben wesentlich erleichtern, wenn sie sich nicht bei dem - bei realistischer Betrachtung meist hoffnungslosen - Versuch dies zu rekonstruieren aufreiben müsste.

Und: Es wäre gut und vor allem im allgemeinen Interesse (bzw. dem der Aufklärung), wenn nicht ausgerechnet gegen die Opfer des Menschenhandels vorgegangen würde: „Den illegal eingereisten Arbeitskräften drohe die Ausweisung aus Deutschland“

@ um 11:04 von Sisyphos3

Für die gesundheitlich nötige Bewegung hätte dann jeder in seiner Freizeit genug Zeit. Und der Briefträger kann seine Freizeit anders nutzen.
Nein, ich will niemanden provozieren.
Auch wenn ich nicht alles so ernst nehme oder schreibe.
Wer sich aber provoziert fühlen sollte, der wird dafür sicher einen Grund haben.
Allerdings kaum einen, der den Arbeitnehmern nutzt oder „den Armen“.

09:28 von Witzlos18

“...sowie Minijobs sollten abgeschafft werden.“

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum Menschen (viele Frauen) in Minijobs arbeiten?
Manche machens, weil sie noch ein wenig arbeiten und/oder Taschengeld verdienen möchten. Auch Mütter mit kleinen Kindern, die noch nicht wieder voll einsteigen können. Andere, so wie ich, brauchen das Geld. Soll ich mich, nur weil ich in meinem Hauptjob (30 Stunden) nicht genug verdiene, gleich zum Aufstocken gehen? Sind Sie doch froh, dass ich der Gemeinschaft nicht auf der Tasche liege.

Klarstellen bitte

Es handelt sich nicht um Rumänen, sondern um nicht Eu-Ausländer die als Rumänen ausgegeben wurden. Wo die herkommen ist mir auch nicht bekannt, aber so wird es im BR 5 erklärt. Warum hier steht es würden illegal Rumänen eingeschleust, was gar nicht nötig ist, ist mir ein Rätsel und sollte mal klargestellt werden.

Schamlose Unternehmer

Gier, Skrupellosigkeit, Schamlosigkeit und Gesetzesverstöße sind offenbar die benötigten unternehmerischen Eigenschaften bzw. Vorgehensweisen, um in der Fleischindustrie zu viel Geld zu kommen.

Da sich an die christliche und die Kant'sche Moral-Lehre kaum noch jemand hält und Gesetzesübertretungen bzw. die Ausnutzung von Gesetzeslücken als Cleverness gewertet wird, brauchen wir bessere Gesetze, intensivere Kontrollen, höhere Strafen und eine stärkere gesellschaftliche Ächtung dieser Machenschaften.

Billiglohn in Deutschland fordert Tribut

Seit Jahrzehnten ist bekannt, wie miserabel in der Fleischbranche bezahlt wird und wie elend die Betroffenen behandelt werden. D. hat so durch billige Produktion andere europäische Länder in die Knie gezwungen, die da nicht mithalten konnten. So hatte D. quasi lange ein Exportmonopol und verdiente sich dumm und dämlich, oftmals sogar mit Tierteilen, die hier als "Abfall" gelten, in anderen Ländern jedoch verspeist werden. Der Politik war dies seit jeher bekannt, doch es passierte nichts. Es ist wie immer: Die Starken haben auch eine starke Lobby, die tagtäglich die Politik beackert. Die armen Arbeiter hingegen haben keine Stimme und hätte es nicht die Skandale gegeben, wäre dies noch immer so. Doch leider richtet sich die Politik in D. noch immer nach denen aus, die auf der "selben Stufe" stehen, also den Mächtigen und Reichen. Die Abgehobenheit und Ignoranz der Politik gegenüber den Themen der "kleinen Leute" nutzt aber leider nur den Falschen, was man sich aber hätte ausrechnen könne

@Witzlos18

Warum aber müssen sie das? Warum reicht ein 30 stunden job nicht aus das sie genug zum leben haben?

Ich bin auch dafür das Minijobs abgeschafft werden, je eher wie die Agenda ungeschehen machen je besser. Wenn jemand von seiner Hände Arbeit nicht leben kann dann läuft etwas gravierend falsch. Und Minijobs und noch mehr Arbeit sind nicht die Lösung, unser Sozialstaat muss den Namen Sozialstaat erstmal wieder verdienen.

Wir brauchen ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Die Abhängigkeit von Erwerbsarbeit die schon an moderne Sklaverei grenzt muss beendet werden.

@Klärungsbedarf

Am 23. September 2020 um 09:48 von Klärungsbedarf
um 09:28 von Witzlos18

>>
Leiharbeit und Werksverträge, sowie Minijobs sollten abgeschafft werden. Diese Beschäftigungsform fördert die Ausbeutung von Mitarbeitern.
<<

Handeln muss zielgerichtet sein..[...]

Der richtige Weg dürfte daher sein, Missbräuche noch klarer zu definieren und viel härter zu bestrafen. Also weg von lächerlichen Bußgeldern, und hin zu Strafen, wie sie bei Diebstahl ausgesprochen werden."

Leiharbeit und Werkverträge sinnvoll, d'accord, Missbräuche klarer zu definieren und härter bestrafen, das erstere muß man machen. Beim zweiten sieht es anders aus: Missbräuche müssen endlich überhaupt mal bestraft werden. Das fängt schon bei der Einstufung von Leiharbeitern in Lohngruppen an, trotz vorhandener abgeschlossener Ausbildung untereste Lohngruppe. Das darf nicht sein. Millionen von Sozialbeiträgen werden so hinterzogen. In Frankreich ist es so, daß Leiharbeiter deutlich besser bezahlt werden. Ist ein Weg.

11:33 von nie wieder spd

ich bitte sie
wer hat schon die Möglichkeit Sport in seiner Arbeitszeit zu betreiben
sich dafür noch bezahlen zu lassen :-)

@Witzlos18

Am 23. September 2020 um 12:33 von Keyalha
@Witzlos18

Warum aber müssen sie das? Warum reicht ein 30 stunden job nicht aus das sie genug zum leben haben?

Ich bin auch dafür das Minijobs abgeschafft werden, je eher wie die Agenda ungeschehen machen je besser. Wenn jemand von seiner Hände Arbeit nicht leben kann dann läuft etwas gravierend falsch. Und Minijobs und noch mehr Arbeit sind nicht die Lösung, unser Sozialstaat muss den Namen Sozialstaat erstmal wieder verdienen.

Wir brauchen ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Die Abhängigkeit von Erwerbsarbeit die schon an moderne Sklaverei grenzt muss beendet werden."

Man muß nicht gleich bedingungsloses Grundeinkommen vordern, kann man machen. Aber ich habe Bescheidenheit gelernt. Daher wäre ich schon froh, daß soziale Errungenschaften und Gesetze zum Schutz von Arbeitnehmern, die es bei uns ja durchaus gibt, endlich in die Praxis umgesetzt würden.

12:33 von Keyalha

Wir brauchen ein Bedingungsloses Grundeinkommen.
.
da hätte ich nen Alternativvorschlag
sämtliche Kosten in unserer Gesellschaft
Straßen Schulen Polizei Feuerwehr was auch immer
sollte auf alle Bürger gleichmässig verteilt werden
wenn sie das bezahlt haben können die machen was sie wollen !
Zitat :
"Wenn jemand von seiner Hände Arbeit nicht leben kann dann läuft etwas gravierend falsch."
dann sorgen sie doch dafür dass dies geschieht
der nicht von "der Arbeit" anderer lebt

Politik schaut zu - überall auf der Welt

(Fast) jeder Politiker denkt, er müsse bei all diesen bekannten asozialen Praktiken in der kapitlistischen Weltordnung besser wegschauen und am besten nichts tun, weil ansonsten die eigene Volkswirtschaft im Wettbewerb mit den anderen zugrunde gehe.

Dabei wird stillschweigend in Kauf genommen, dass dieses Prinzip zwangsläufig dazu führt, dass Wenige immer reicher werden und Viele immer ärmer, weil sie im Kampf um angemessene Arbeitsbedingungen und Vergütung ihrer Arbeit keine Lobby haben.

Damit bewegt sich die Welt immer weiter zurück in Verhältnisse des Frühkapitalismus, als Arbeitnehmer überhaupt keine Rechte hatten und das Elend immer größer wurde. Nur Politik kann dem entgegentreten, wenn sie es denn will.

Wer demnächst noch Scheuer, Klöckner & Co wählt, der scheint diese Entwicklung für unausweichlich zu halten und nimmt sie in Kauf.

Leiharbeit, Minijobs und

Leiharbeit, Minijobs und Werkverträge sind durchaus sinnvoll und ich halte es auch für notwendig, daß es diese Möglichkeiten gibt - für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Das Problem ist, es gibt zu viele legale und illegale Möglichkeiten zur Umgehung des (unzureichenden) Schutzes der Arbeitnehmer und nebenbei noch Millionen an Sozialabgaben zu hinterziehen. Betriebsräte der Entleihfirmen interessieren sich oft nicht für die Belange der Leiharbeiter (sind ja nicht unsere Leute), Gewerkschaften ebensowenig, weil die meisten Leiharbeiter nicht mal in der Gewerkschaft sind, da sie sich die Beiträge nicht leisten können, für die Gewerkschaft also keine potentiellen "Kunden"sind.
Betriebsräte in den Verleihfirmen gibt es ebenso fast nicht, bzw. werden durch trickreiche Verschachtelungen verhindert. Stellen Sie sich mal vor, ein Leiharbeiter würde fordern, daß man ihn von Anfang an in die richtige Lohngruppe einordnet, was glauben Sie wie lange der noch für die Firma arbeitet, 1 oder 2 Stunden?

wer hat ernshaft geglaubt....

das plötzlich alle geläutert sind und ihr gutes Gewissen entdeckt haben ? Der harte Konkurenzkampf in der Fleischverarbeitenden Industrie geht unvermittelt weiter. Vielleicht ist das Eine oder Andere zweifelhafte Geschäfts-Modell inzwischen aufgeflogen, die Gier nach Profit ist es ganz sicher nicht. Die mafiösen Strukturen der Arbeitskraft-Beschaffer existieren weiter, ob in der Bau- oder eben auch Fleisch - Branche . Und man muß kein Prophet sein, wenn die Lage sich beruhigt hat , geht es ungeniert weiter. So lange der Gesetzgeber all dies nur halbherzig angeht und die Politik bisweilen wohlwollend dieses Treiben "übersieht", geht das Katz und Maus-Spiel wieder weiter.

Hier wird mal wieder alles zusammen gemischt

von Vielen je nach persönlicher Agenda. Alles was zum Mißbrauch geschrieben wird, wie von Anderes schrieb stimmt . Hat aber nicht automatisch von Leiharbeit an sich zu tun.
Noch weniger hat es mit mit Mindestjobs zu tun, die eine andere Idee dahinter zutun hat- nämlich eine Zusatzeinkommen zu tun hat- zur Renteneinkommen oder oder zum niedrig Einkommen .

Ein Wort sagt mehr als 1000 Bilder

Wie mit Leiharbeitern, Werkverträglern und Minijobblern umgegangen wird, - ob wie hier in der Fleischbranche, oder in anderen Branchen - ist ein grundsätzliches Problem der Wertschätzung. Das fängt schon damit an, daß die Lohnkosten für diese Gruppe buchungstechnisch als Sachkosten behandelt werden und nicht als Personalkosten.

Ein Wort sagt oft mehr als 1000 Bilder.

Medaillie hat 2 Seiten

Für "osteuropäische" Arbeitskräfte ist es sehr lukrativ hier zu arbeiten. Verdienst das 3-4fache von zuhause. Man kann mit denen persönlich sprechen (ohne Kamera), so unzufrieden sind die nämlich gar nicht. Die wissen auch vorher, dass sie in "Sammelunterkünften" bzw. zu dritt/viert/acht in einer Wohnung wohnen und nicht im 5-Sterne-Hotel. Ohne Vermittlung würden die auch gar keine eigene Wohnung bekommen. Machen das paar Monate und zurück in die Heimat. Übrigens alles freiwillig, abtransportier oder gezwungen wird niemand. Im Gegensatz zu manchem Hartzer in BRD seit Schröder/Fischers Agenda2010, welche gleichsam mit Hartz I-IV das Billiglohnland BRD erschaffen hat.

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