Ihre Meinung zu: Wahlen in Russland: Auf regionaler Ebene gegen den Kreml?

13. September 2020 - 6:40 Uhr

In Russland werden neue Gouverneure und Regionalparlamente gewählt. Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest - auch mit Blick auf die Vergiftung des Kremlkritikers Nawalny. Von Stephan Laack.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
1
Durchschnitt: 1 (5 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Nawalny - als Rechtsradikaler bei den Liberalen herausgeflogen.

Der ukrainisch stämmige und heute in Berlin lebende Journalist, Nikolai Klimeniouk, bezeichnete Nawalny im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2018 als jemanden, der offene Fremdenfeindlichkeit hoffähig macht". ... Einwanderer und russische Bürger aus dem Nordkaukasus (Tschetschenien und Dagestan, Anmerkung der Redaktion) werden von ihm als Barbaren, organisierte Kriminelle, Drogendealer, Schläger und Sexualtäter dargestellt. (mdr)

Seine Partei lag in von der Opposition anerkannten Umfragen im 1-stelligen Prozentbereich.
In Regionalwahlen gibt es aber überall auch andere Konstellationen.

Wahlfälschung

Wenn die Wahlergebnise nicht "passen", dann wird oftmals von Wahlfälschung - auch im Vorfeld - gesprochen...

In autoritären Staaten gibt es keine freien Wahlen

Daher wird Putins Partei wieder die deutliche Mehrheit haben.
Was aber ganz schrecklich ist: Auch in demokratischen Wahlen werden autoritäre Kandidaten gewählt, die dann die Demokratie abschaffen wollen:
Trump in den USA
Kaczynsky in Polen
Orban in Ungarn
Wir können wohl nur hilflos zuschauen und der Dinge harren die da kommen werden.
Aber wie heißt schon ein alter Sinnspruch:
Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber. Und trotz der Erfahrungen mit der NSDAP sind auch bei uns rechte Ideologien auf dem Vormarsch.

Eingeschossen

Warum schießt sich die Presselandschaft in Deutschland so auf die politischen Verhältnisse in dem Riesenstaat Russland ein. Dieser Staat hat erst eine sehr kurze Geschichte der Demokratie überhaupt und seine Größe erlaubt keine Experimente, die zu Instabilität und damit zur Unterversorgung der Bevölkerung führen. Was Russen Putin nie vergessen werden, ist die Wiederherstellung von Respekt und Eigenständigkeit in der globalen Welt. Und das ist das, woran vor allem im sogenannten freien Westen man sich stößt. Es dürfte klar sein, solange Putin den Staat nach innen stabil hält und nach außen Ansehen verschafft, wird er freiwillig gewählt werden - ohne Schummel. Russland ist kein Satellitenstaat einer dritten Macht, derer sich die Bevölkerung zu entledigen gedenkt, wie es zumindest für von der EU bzw. deren monetäre Verlockungen beeinflusste andere Republiken des ehemaligen Warschauer Paktes gilt/galt. Besonders die Viségradgruppe zeigt doch wie sie tickt. Die EU ist ihr Geldgeber -nur!!

Die Hoffnungen des Herrn Kynew

"Kinew glaubt, dass es in einzelnen Regionen zu einer hohen Wahlbeteiligung kommen kann, da die dortige Proteststimmung aber nicht zuletzt auch die Vergiftung Nawalnys viele Regierungsgegner motiviert haben dürfte, sich an der Abstimmung zu beteiligen."

Was Herr Kynew (unter dieser Schreibweise findet man ihn auch im Netz) glaubt, klingt wenig plausibel.

Wer keine Müllkippe vor der eigenen Haustür haben will, der wird das die lokalen Unterstützer bei jeder Gelegenheit spüren lassen. Die Teilnahme an einer Kommunalwahl ist der kleinstmögliche Beitrag zum Protest. Dieses persönliche Interesse der lokalen Bevölkerung mit dem Vergiftungsfall von Herrn Nawalny zu vermengen, erscheint mir unseriös.

Dasselbe gilt für die angeblich wahlmotivierende Wirkung auf Regierungsgegner. Wer es bisher nicht einmal zur Wahl geschafft hat, der akzeptiert die Regierung. Ein Gegner wird immer wählen gehen - egal ob Nawalny vergiftet wurde oder nicht.

@6:58 von krittkritt

Ihre zitierte Quelle über Nawalny ist ja bekannt und wird im Kontext als Dauerbrenner für die Bedeutungslosigkeit serviert...hier geht es aber um die Bedeutung der Regionalwahlen in Russland. Nawalny hat recht, wenn man intelligent und smart wählt,
man der Kremlpartei Nadelstiche verpassen kann. Ob in dem autokratischen von Putin gelenkten System damit Änderungen bewirken kann, hat ja der Mordversuch an Nawalny drastisch gezeigt.

07:45 von Gogolo

ja so Wahlen ...
da kann man auch ohne Vorwürfe von Fälschung viel reininterpretieren
Frau Merkels Regierungskoalition verlor 14 % und sie fühlte sich in ihrer Politik bestätigt
klar, sie hat ja ne Mehrheit das ist unbestritten

Smart Voting & Wahlfälschung

"Deswegen propagiert er [Nawalny] auch das sogenannte 'Smart Voting' - sprich jeweils den Oppositionskandidaten zu unterstützen, der die größten Aussichten hat, den Kremlkandidaten zu schlagen."
> Hat Herr Nawanly in Russland überhaupt die nötige Reichweite, um mit dieser Strategie Einfluss nehmen zu können? Und inwiefern unterscheidet sich diese Strategie von der klassischen Protestwahl, die es auch ohne den Aufruf Nawalnys geben wird?

"Der Politologe Kinew hält Manipulationen des Ergebnisses nicht für ausgeschlossen [...]"
> Damit dürfte er richtig liegen und hat auch gleich die Hintertür benannt, mit sich jedes Wahlergebnis begründen wird.

@ um 06:58 von krittkritt

Das beschreiben Sie völlig Richtig.
Doch westliche Geheimdienste arbeiten traditionell lieber mit Rechtsradikalen zusammen.
Anders ist die Karriere unzähliger Nazis auch beim BND gar nicht zu erklären.
Der BND entstand am 1. April 1956 durch die Übernahme der Organisation Gehlen in den Bundesdienst.
Langjähriger Leiter war Generalmajor a. D. Reinhard Gehlen, ehemaliger Chef der Abteilung Fremde Heere Ost (FHO) und erster Präsident des BND. Ein echter alter Nazi. Wie übrigens auch ca 200 Abgeordnete des 1. deutschen Bundestages. Mehr als heute mit der AfD.
Leider findet der Ursprung bundesdeutscher Geheimdienste nur sehr selten die Aufmerksamkeit und Berücksichtigung unserer Journalisten.
Auch andere Sicherheitsorgane der BRD waren von Beginn mit echtem alten Nazipersonal ausgerüstet.
Von nichts kommt nichts.

@datten - Freie Wahlen

07:55 von datten:
"In autoritären Staaten gibt es keine freien Wahlen. Daher wird Putins Partei wieder die deutliche Mehrheit haben."

Wie erklären Sie die deutliche Mehrheit einer Regierungspartei in nicht-autoritären Staaten?
Egal was Sie antworten: Warum schließen Sie diesen Grund in Russland pauschal aus?

@krittkritt

"Nawalny - als Rechtsradikaler"

Nawalny mag Rechtsradikaler sein. Manche meinen er gehört vergiftet. Manche behaupten er inszeniert zusammen mit westlichen Geheimdiensten ein Verbrechen mit chemischen Kampfstoffen um Putin zu schaden. Manche finden er wendet sich gegen Korruption der russischen Regierung und deren gut verdienenden treuen Oligarchen.

Werbung gegen oder für ihn.
Nur er steht gar nicht zur Wahl.

@landart - Gibt es eine Änderung?

08:08 von landart:
"Ob in dem autokratischen von Putin gelenkten System damit Änderungen bewirken kann, hat ja der Mordversuch an Nawalny drastisch gezeigt."

Dieser Satz ergibt für mich keinen Sinn. Er liest sich so als wäre der Mordversuch die angestrebte Änderung.

die Hoffnung des Deutschen

Als Europäer sage ich : die Wahlen in Rußland sind Sache der Bürger der russischen Föderation.
Ganz egal, wie die das sehen. Manche Leute in Deutschland, in Europa scheinen der Ansicht zu sein, daß die Bürger der russischen Föderation kaum lesen und schreiben könne. Ob der obskure Fall Nawalny einen wesentlichen Einfluß auf deren Wahlentscheidung hat - das wage ich zu bezweifeln. Aber eines weiß ich ganz sicher : Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland habe ich nicht das geringste Interesse daran, daß das riesige Land in Brandherde wie Syrien zerfällt.
Ich hoffe auf Wahlergebnisse, die einen solchen Zerfall nicht begünstigen

Wahlbetrug

Herr Putin ruft seine Anhänger nicht dazu auf, Straftaten in Form von Wahlbetrug zu begehen.
Das tut der Anführer der so genannten „freien Welt“.
Sämtliche Lügen, Betrügereien, Straftaten, die Trump sogar in seiner Eigenschaft als US - Präsident ungestraft begehen und dabei von der Demokratie nicht aufgehalten werden kann, hätten wohl schon längst zu einem Krieg geführt, hätte Putin sie so dreist begangen.
Und wie man im anderen heutigen Bericht zu Russland lesen kann, ist zumindest der lettische Premierminister einem solchen Szenario gegenüber nicht abgeneigt.
Es geht wieder los und wir alle können dabei zugucken, wie die rechten Revanchisten in allen Parteien und Ländern des Westens weiter verbal (noch) aufrüsten.
Gerade die BRD, mit dieser, ihrer, Geschichte, sollte sich daran nicht beteiligen.

@ 08:03 von eli

Super Kommentar!

Tränen vergiessen

@8:03 von eli
Wissen sie, wie dieser "Riesenstaat Russland" entstanden ist? Es war ein historisch gewaltiger Raubzug bis zum japanischen Meer...und von der kurzen Jelzin-Phase abgesehen, gab es in Russland bis heute keine echte Demokratie. Was hat die Größe eines Landes mit Demokratie zu tun? Australien und Kanada sind auch funktionierende Demokratien...und niemand verwehrt Russland Respekt und Eigenständigkeit, die russischen Bürger wollen aber auch mit Respekt und Freiheit behandelt werden. Machtmissbrauch, überbordende Korruption und große Armut sind das Gegenteil von Wohlfahrt für alle Russen. Russland ist eine übergroße Militärmacht aber sonst nur eine "Regionalmacht" mit geringer Bedeutung - außer ÖL- und Gasexport - für den Welthandel. Auch wenn diese Regionalwahlen für den Kreml unbedeutend sein mögen, die Menschen haben ein Recht ihr Schicksal wenigstens ein wenig mitzubestimmen...das ist zumindest ein kleines Stück Demokratie, die ihnen seit Putins Amtsantritt verwehrt wird.

Motivation

@08:04 von Nachfragerin
Immerhin gestehen sie den russischen Wählern bei Regionalwahlen einen kleinstmöglichen Protest zu...das ist zwar für eine offizielle Demokratie nach der russischen Verfassung kümmerlich...aber immerhin. Über motivierende Wirkungen zu spekulieren ist müßig...Motivation besteht psychologisch aus vielen Motiven und auch wenn es ein lokales Ereignis geht, daß die Bürger kritisieren, kann als ergänzendes Motiv der Mordanschlag auf den führenden Kremlkritiker wirken.

Meiner Meinung nach..

Spielt die Regionalwahl in etwa die Rolle wie in Deutschland!
Es konzentriert sich auf regionale Themen und den der die besten Ansätze zur Lösung oder am charismatischen ist.
Der junge Mann schreibt sich hier das Wunschdenken des Chefredakteurs auf!
Von Russland hat er keine Ahnung!
Schönen Sonntag,

Wahlen in Russland:Auf regionaler Ebene gegen den Kr..

Regional-Kommunal-und Gouverneurswahlen in 78 der 85 Regionen.Auch ein Stimmungstest für die Regierung.Auch neue Parteien treten an:Die Rentnerpartei,die Partei des Wachstums,die Partei für direkte Demokratie und die Grüne Alternative.
Der größte Teil der Stimmen wird sich,mit regionalen Unterschieden auf Einiges Russland(zentristisch),Gerechtes Russland(sozialdemokratisch) und die KPRF verteilen.Der Wahlgang ist auf drei Tage angesetzt, um während der Corona-Pandemie größeren Andrang in den Wahllokalen zu vermeiden.
Und wenn am Ende des Tages die Ergebnisse kommen,wird man in manchen deutschen Medien darüber enttäuscht zeigen.

Nawalny war vielleicht ein kleiner Hinweis -

Putin und die Putinisten gedenken keinen Fußbreit preis zu geben. Sie sehen sich als die Garanten eines geeinigten Russland und ihrer eigenen Machtposition, die ja politische und soziale zugleich ist. Da mögen schon alle Mittel recht sein die Dinge beieinander zu behalten.

Hoffentlich...

gehen viele an die Wahlurnen und wählen hauptsächlich die Oppositionskandidaten.
Nur dann wacht vielleicht der große Macher aus Moskau auf und sieht, dass das Volk nicht mit den Machenschaften zufrieden ist.
Eventuell bewirkt es auch eine Kehrtwende zum Fall Nawalny und der Einstellung zum Thema Wahlfälschung in Belarus.

@ Krittkritt

Nawalny ist kein Rechtsradikaler, er ist einfach ein Bürger, der seine Rechte will. Wir glauben der Kreml PR nicht un wir glauben denen nicht, die sie hier meinen wiedergeben zu müssen.

Stimmenanteile in Regionalwahlen

In der Frage der Beeinflussung der Ukraine durch Trump haben seine Gegner auch geschäumt, die Zustimmung zu Trump hat es nicht erschüttert.
Die Vergiftung Nawalny wird kaum wirken. Die Pole Putin/Putingegner sind festgefügt, dazwischen ist wenig.

Unser Herz schlägt für die Opposition

Die überwältigende Mehrheit der Deutschen steht auf der Seite der russischen Demokratiebewegung. Autoritäre Machthaber und Bevormundung der Wahlentscheidung sind von gestern.

Die Opposition wird siegen

Ich gehe von einem deutlichen Sieg der Opposition gegen die Kreml Einheitspartei aus. Ob die Machthaber das freie Wahlergebnis nachher so zulassen, steht leider auf einem anderen Blatt.

Smart wählen. Klingt erst mal

Smart wählen. Klingt erst mal ziemlich harmloß, allerding sollte man sich mal genauer anschauen wie das abläuft. Nawalny hat zB. eine App dafür in den Umlauf gebracht in der sich die Menschen mit ihrem Wohnort indentifizieren müssen. Die App errechnet dann wer in dem jeweiligen Ort die größte Chance gegen Putins Partei hat und gibt eindeutige Wahlempfehlungen. Nun stelle man sich mal vor in Deutschland würde die AFD (denn mit der muss man Nawalny vergleichen) würde eine von Russischen Olligarchen finazierte App auf den Markt bringen die eindeutige Wahlempfehlungen für Ihr Kanditaten gibt. Das Geschrei möcht ich sehen.

07:55 von datten

Wir können wohl nur hilflos zuschauen und der Dinge harren die da kommen werden.
.
was sonst
wenn "der Bürger" dort mit ihrem Modellverständnis von Demokratie nicht zurecht zukommen scheint
was wollen sie tun
denen ihren Willen aufzwingen - das ist dann sicherlich auch nicht Demokratie

@ krittkritt

Nawalny ist kein Rechtsradikaler, er hat nur manchmal etwas derbe Sprüche drauf. Das hat Putin aber auch. Jeder in Russland weiß, dass Nawalny Putins stärkster Widersacher ist. Wozu sonst der Angriff mit einem chemischen Kampfstoff. Nawalny wird heute gewinnen, auch wenn er im Krankenhaus liegt. Das heißt natürlich nur, wenn das Kreml Regime die echten Ergebnisse zulässt. Daran hat es wenig Interesse.

@ Am 13. September 2020 um

@ Am 13. September 2020 um 08:08 von landart:
Vielleicht sind die Wähler in den russischen Regionen ja intelligent genug, um den Navallny-Hype als das zu erkennen, was es wahrscheinlich war: Ein Wahlkampfmanöver.

Kandidaten ausgeschlossen

Es wurden landesweit mehr als 3000 Kandidaten der Opposition aus formalen Gründen ausgeschlossen. Welch Ein Zufall, und kein einziger Kandidat der Kreml Partei. Dieses Wahlsystem ist so unfair, die Bevölkerung ist so machtlos, dass viele aufgegeben haben.

@ Gogolo, um 07:45

Was ist das “Vorfeld“ von einem Wahler“gebnis“?

Ich bewundere diese Menschen

Ich bewundere diese Menschen die es immer wieder demokratisch versuchen, obwohl sie wissen, dass die offiziellen Resultate nichts mit der Realität zu tun hat. Das ganze Land ein potemkinsches Dorf.

Warum sollen wir nicht kritisch sein?

@ eli:
Eingeschossen. Warum schießt sich die Presselandschaft in Deutschland so auf die politischen Verhältnisse in dem Riesenstaat Russland ein.

Was meinen Sie mit Einschießen? Möchten Sie keine kritischen Berichte? Denn das System ist doch für alle offenkundig undemokratisch.


Dieser Staat hat erst eine sehr kurze Geschichte der Demokratie überhaupt

Eine Phase, die man demokratisch nennen könnte, war die Zeit von Jelzin. Sein Ziehsohn Putin hat vor allem in der Zeit on 2000 bis 2006 dann das Rad wieder stark in Richtung autoritäres System gedreht.

Wenn

die Vertreter der kommunistischen Partei landesweit die meisten Stimmen erhalten, sind Nowalny und Co dann zufriedener? Geht es dann stärker in Richtung westlicher Demokratie?

Nawalny ist eine zentrale Figur des Widerstands

@ krittkritt

Warum geben Sie sich so viel Mühe, Alexej Nawalny als wenig bedeutend hinzustellen? Welches ist Ihr Interesse?

Jeder weiß, dass Nawalny Putins einziger wirklicher Konkurrent ist. Wäre die nächste Präsidentschaftswahl fair, würde es sehr spannend werden.

06:58 von krittkritt

"Seine Partei lag in von der Opposition anerkannten Umfragen im 1-stelligen Prozentbereich."

Das ist bei der in Russland zur Zeit üblichen Unterdrückung der Opposition nicht weiter verwunderlich. Nawalny hat daraus die Konsequenz gezogen und das "smart voting" erfunden.

2020 um 08:03 von eli

"Dieser Staat hat erst eine sehr kurze Geschichte der Demokratie überhaupt und seine Größe erlaubt keine Experimente."

Das übliche Diktatorenargument: Ohne mich bricht das Chaos aus. Das sagt Lukaschenko auch. Wie wär's, die Frage den Wählern zu überlassen?

"Was Russen Putin nie vergessen werden, ist die Wiederherstellung von Respekt und Eigenständigkeit in der globalen Welt. Und das ist das, woran vor allem im sogenannten freien Westen man sich stößt."

Man stößt sich eher an den Methoden: Völkerrechtswidrige Annexion, hybrider Krieg, tatkräftige Unterstützung von Diktaturen, Vergiftung als gefährlich betrachteter Oppositioneller, politische Prozesse, Unterlaufen von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit...

"Es dürfte klar sein, solange Putin den Staat nach innen stabil hält und nach außen Ansehen verschafft, wird er freiwillig gewählt werden - ohne Schummel."

"Ansehen" nach außen? "Ohne Schummel"? Es darf gelacht werden. Die russische Opposition lacht mit

08:23 von nie wieder spd

"Leider findet der Ursprung bundesdeutscher Geheimdienste nur sehr selten die Aufmerksamkeit und Berücksichtigung unserer Journalisten."

Wenigstens nicht hier. Denn die Rechtslastigkeit westlicher Geheimdienste vor sechzig Jahren ist hier gar nicht das Thema. Sonst gibt es dazu genug Informationsquellen. Auch Ihnen scheint es ja gelungen zu sein, an gewisse Kenntnisse zu gelangen.

Übrigens hat, außer halbseidenen russischen Quellen, bislang niemand eine Verstrickung dieser Geheimdienste in den Nawalny-Fall behauptet. Haben Sie diesbezügliche Informationen? Zögern Sie nicht, solche herauszugeben.

09:00 von Bernd Kevesligeti

"Und wenn am Ende des Tages die Ergebnisse kommen,wird man in manchen deutschen Medien darüber enttäuscht zeigen."

Wie bekannt sein dürfte, sind in Russland die Wahlergebnisse - die, wie es scheint, die Putin-Anhänger im Kreml und hier im Forum schon nervös genug machen – und der bekanntgegebene Ausgang der Wahl zwei verschiedene Paar Schuhe.

Im Übrigen vielen Dank für Ihren tiefen Blick in die Glaskugel.

@8:38 von Nachfragerin

Sie schreiben selbst von der Möglichkeit von kleinstmöglichen Änderungen durch die Regionalwahlen...wer aber wie Nawalny und andere systemkritische Oppositionsarbeit versucht, schlägt sich schnell an den Kremlmauern den Kopf blutig...der Giftanschlag ist da nur ein Puzzlestein für die Empörung der Leute. Das Imperium schlägt dann immer erbarmungslos zurück...

Wenn wir in Deutschland von

Wenn wir in Deutschland von der TS über die Regionalwahlen in Russland informiert werden sollen, dann soll es ohne Manipulation geschehen. Erstens steht im Artikel zu viel über A. Nawalny, der samt seiner Partei gar keine Rolle bei diesen Wahlen spielt. Zweitens steht so gut wie nichts über andere Parteien, die tatsächlich von Bedeutung für das politische und soziale Leben in Russland eine Rolle spielen und aktiv sind. So leid mir Nawalny auch tut, finde ich es vom niederen Niveau, dass sein Name missbraucht wird, um uns hier in Deutschland zu irreführen. Vor drei Wochen wurde berichtet, dass Nawalny wegen der Korruptionsaffairen in Sibirien unterwegs war, heute steht, er war da in Sachen Wahlkampf . ???
Ansonsten, wenn Angela Merkel mit einem Drittel der Stimmen alternativlos ist und regieren kann, soll in Russland kein Weltuntergang zu befürchten sein, wenn Jedinaja Rossija einige Prozentstimmen einbüsst.

08:57 von pfitch

"Meiner Meinung nach..Spielt die Regionalwahl in etwa die Rolle wie in Deutschland!

[...]

Der junge Mann schreibt sich hier das Wunschdenken des Chefredakteurs auf!
Von Russland hat er keine Ahnung!"

Keine Aufregung. Wenn Sie Recht haben, ist die Sache doch ganz einfach: In Russland geht es zu wie in Deutschland. Man braucht also gar keine vertieften Russland-Kenntnisse, um die Sache zu verstehen.

Aber hier ist "der junge Mann" offenbar anderer Meinung. Vermutlich deshalb, weil er es sich nicht ganz so einfach macht wie Sie.

8:03 eli

"Warum schießt dich die Presse in Deutschland so auf Russland ein......"

Danke sie treffen den Punkt.

Ich denke Antworten gibt es einige aber die sind nicht so sehr erwünscht.

8:11 Sisyphos3

"Klar sie hat ja ne Mehrheit das ist unbestritten......."

Ihre Partei ist die stärkste Partei aber von Mehrheit weit weg sonst bräucht sie ja keinen Koalitionspartner. Grob ausgedrück bei den Wahlen ergaben sich 30% Merkelpartei, 70% Opposition.

08:42 von nie wieder spd

"Herr Putin ruft seine Anhänger nicht dazu auf, Straftaten in Form von Wahlbetrug zu begehen."

Nein. Vermutlich nimmt er seinen Anhängern diese Aufgabe ab und veranlasst selbst den Wahlbetrug.

"Das tut der Anführer der so genannten 'freien Welt'."

Wohl wahr. Übrigens zähle ich mich zur "freien Welt", betrachte Trump aber nicht als meinen Anführer.

"hätten wohl schon längst zu einem Krieg geführt, hätte Putin sie so dreist begangen."

Wenn man alles zusammenzählt, kommt eine Menge an Verstößen gegen das Völker- und gegen das Strafrecht zusammen, die auf das Konto der Putin-Regierung gehen. Dass daraus kein großer Krieg entstand, ist gewiss nicht Putins Verdienst.

"Es geht wieder los und wir alle können dabei zugucken, wie die rechten Revanchisten in allen Parteien und Ländern des Westens weiter verbal (noch) aufrüsten."

Preisfrage: Was für ein Revanchist ist ein russischer Präsident, der alle paar Tage über das Ende der Sowjetunion als geopolitische Katastrophe jammert?

07:45 von Gogolo

Darauf werden wir in allen Nachrichten schon mal vorbereitet.

Arbeitsplätze in Regionen

hängen erheblich von den von Putin verhätschelten Oligarchen ab die im Kreml fröhlich ein-und ausgehen. Regionalwahlen gegen Putin? Nein

8:38 Nachfragerin

"Dieser Satz ergibt für mich keinen Sinn......."

Das hieße, dass eben nicht der Kreml für diesen Mordversuch verantwortlich ist sondern seine Gegner dann ergäbe sich der Sinn.

@Das heißt natürlich nur, wenn... 09:25 von AK714

" das Kreml Regime die echten Ergebnisse zulässt."

Leider werden sie nicht so dumm sein, wie das Lukaschenko-Regime, und sich beim 'eimerweisen Wegschaffen von Wahlzetteln über die Steigleiter' filmen zu lassen ;-)

@9:24 von Sisyphos3

Jedenfalls scheint das System Putin auch keine freie Entscheidung „der Bürger“ zu sein...Staatsmedien, Manipulation der Wahlen, kein unabhängiges Rechtssystem, gelenkte und korrupte Bürokratie...da gibt es selbst nicht mehr viel zu wollen.

Smart Vorting

Smart Voting auf Deutsch heißt "wählt jemanden anderen, egal wenn, z.B. auch AFD, hauptsächliche nicht CDU, denn die Frau M. muss weg".
Ist das wirklich im Sinne Demokratie, wie die im Westen verstanden wird? Wohl kaum...

Auch wenn Navalny in westlichen Medien als gefährlichste Putin-Gegner dargestellt wird, hatte er nie eine Chance an die Macht zu kommen.
Warum? Weil die Opposition in Russland hat sich vollständig diskreditiert, sie würden nie Mehrheit bekommen.
Warum? Weil die nicht "wie besser" wollen, sondern die wollen nur "Putin muss weg , egal was danach kommt". Nun wissen die Russen sehr gut, was danach kommt, sie haben das schon in den 1990-2000 erlebt, und wollen das nicht mehr.

Ich persönlich würde nie "die linke" wählen, aber ich weiß - sie wollen "wie besser", auch wenn dieses "Besser" meinen Vorstellungen nicht entspricht.
Navalny und Co wollen nicht "wie besser", sie wollen nur alles kaputt hauen.

Aber es ist jetzt vorbei, sein politisches Leben ist jetzt zu Ende.

Man soll

die Bedeutung von Navalny nicht hochspielen. Dessen Enthüllungen waren noch immer ein polyshine Geheimnis. Dass was er an das Licht gebracht hatte wusste bereits jeder in Russland- nur die Zahlen des gestohlenen waren nicht genau bekannt. Viel hat bisher seine Tätigkeit den Volk auch nicht gebracht. Und wenn seine Sinnesgenossen an die Macht kämen hätte es kaum Verbesserungen gegeben.
Und wenn Navalny und die Herschafften aus dessen Umgebung zur Spitze der Macht kämen da hätten sie höchstwahrscheinlich genau so geklaut. Ich erlaube mich die Antwort eines russischen Historiker Karamsin aus den 17- 18 Jahrhundert. Als die ins Ausland ausgewanderte Russenihm gefragt hatten wie es in Russland so läuft war seine Antwort: "es wird gestohlen".

um 08:08 von landart

>Ob in dem autokratischen von Putin gelenkten System damit Änderungen bewirken kann, hat ja der Mordversuch an Nawalny drastisch gezeigt.<
Was hat er gezeigt? Haben Sie schon die Ergebnisse von den Wahlen, die noch 9 Stunden dauern werden? Das Narrativ im Artikel ist mit der ganzen Darstellung des "Fall Nawalny" zu vergleichen. Wenig Sachlichkeit, kaum reelle Information, dafür aber viel Lenkung, um eine bestimmte Meinung zu erzeugen.

Auf regionaler Ebene gegen den Kreml?

Anders als bei uns wählen die Bürger dort nicht gegen etwas sondern für die Partei die sie weiterbringt. Geht noch etwas mehr Propaganda? Soweit ich informiert bin gab es keine spontanen Demonstrationen wegen Nowalny's angeblicher Vergiftung.

wie dieser "Riesenstaat Russland" entstanden ist

Ihre Zitat: Wissen sie, wie dieser "Riesenstaat Russland" entstanden ist? Es war ein historisch gewaltiger Raubzug bis zum japanischen Meer."

Ja, das stimmt. Der Raubzug dauerte mehrere Jahrhunderte, genauso wie bei vielen hoch geschätzten europäischen Staaten, wie bei den USA, bei Kanada und bei Australien. Nur dass das Territorium in Europa beschränkt war, um für Raubzüge "bis ans Meer" zu führen.

Im Unterschied zu anderen Metropolien hat Rußland seine Kolonien zum großen Teil vollständig in das Reich integriert, hat bereits Ende des 19. Jh. den Bürgern dort die gleichen Rechte, wie den Russen zugesprochen, und später, in der Gestalt der Sowjetunion, das Lebensniveau und die Infrastruktur dem der Metropolie angeglichen. Es gibt in Rußland zweifelsohne genug Probleme, es gab aber keine Ghettos oder Reservationen für indigene Völker.

Bin gespannt wie viele Stimmen Navalnys Parteien bekommen

Ich bin gespannt, wie viele Stimmen Navalnys Parteien bekommen.

Elf Regionalparlamente, 18 Gouverneursposten und 22 Stadträte sind bei den Wahlen in Russland neu zu besetzen. Gewählt wird bis zum heutigen Sonntag. Und diese Abstimmung steht unter besonderen Vorzeichen, da der Oppositionelle Alexej Nawalny während des Wahlkampfes vergiftet wurde. Er hatte insbesondere kremlkritische Wähler zur Abstimmung aufgerufen.

Außerdem hoffe ich, dass es Navalny gelingt, Putin möglichst viele Stimmen abzujagen. Ich wünsche Navalnys Organisation viel Erfolg dabei. Aber ich sehe natürlich die Gefahr, dass die Wahl gerade beim Auszählen wieder manipuliert wird um Navalny zu schaden.

Bei dem hier sollte Navalnys Organisation Aufklärungsarbeit trei

Und bei dem hier:

"Jeder von ihnen bekommt dadurch eine eigene kleine Chance, die Machtpartei mit einem spitzen Stock zu pieksen und ihr zu erklären, dass sie das Land in eine falsche Richtung führt", sagt er. "Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, dass die Menschen kein Interesse an ihren Regionalwahlen haben und keine Ahnung haben, warum man eigentlich die regionalen Abgeordneten braucht.

muss Navalny eben Aufklärungsarbeit leisten bzw. seine Organisation muss diese Aufklärungsarbeit leisten solange Navalny außer Gefecht ist wegen der Vergiftung. Aber auch wegen der anderen Vergiftungsopfer, wegen dieser ganzen Umweltskandale in Russlandd, wegen dieser ganzen Kriegstreibereien in Syrien und anderswo sollten die Wähler Putin nach Hause schicken. Die Zeiten von Putin sind vorbei.

Einfach ist das oder?

Es gibt zwei Länder, die wir nicht in ihre innere Angelegenheit einmischen sollen, Israel und Russland.
Bleib einfach ruhig und lass andere (Frankreich, Großbritannien und USA) den Job machen.

LG

Aber eine höhere Wahlbeteiligung wäre wünschenswert

Aber ich würde mir eine deutlich höhere Wahlbeteiligung wünschen:

Urnengang mit neuer Bedeutung
Traditionell ist die Wahlbeteiligung bei den Regionalwahlen eher niedrig. Sie lag zuletzt im Durchschnitt nur bei knapp 30 Prozent. Dennoch gibt es bei dieser Abstimmung einige Regionen, die besonders spannend sind. Zum Beispiel in Archangelsk im hohen Norden ist die Stimmung aufgeheizt gegenüber dem Kreml wegen des Baus einer umstrittenen Deponie, auf der der Müll aus der Hauptstadt entsorgt werden soll. Und auch in Novosibirsk, der drittgrößten Stadt Russlands, kämpft Nawalnys Team um die Macht.

Navalnys Organisation sollte den Menschen zeigen, warum sie Putin abwählen sollten und warum sie wählen gehen sollten. Denn nicht nur über die regionale Ebene kann man was machen - die ist genauso wichtig -sondern auch die Bundesebene ist wichtig.

Von daher: Navalnys Organisation darf sich nicht einschüchtern lassen. Macht Wahlkampf!

@landart - Wahlbeteiligung und deren Ursachen

08:56 von landart:
"Immerhin gestehen sie den russischen Wählern bei Regionalwahlen einen kleinstmöglichen Protest zu."
> Sie verstehen mich falsch.
Ich meinte, dass die Teilnahme an einer Wahl der kleinstmögliche Protest sei. (Nichtwählen ist in meinen Augen Designation, aber kein Protest.) Ein deutlicheres Zeichen wäre es, gegen die Regierung zu demonstrieren. Auch das ist in Russland möglich und wird auch getan. (Bei uns wird allerdings selten darüber berichtet, weil es bei den genehmigten Demos keine medienwirksamen Festnahmen gibt.)

"Über motivierende Wirkungen zu spekulieren ist müßig..."
> Eben. Deshalb frage ich mich auch, warum genau solche Spekulationen von Herrn Kynew im Artikel zitiert werden.

"[...] auch wenn es ein lokales Ereignis geht, daß die Bürger kritisieren, kann als ergänzendes Motiv der Mordanschlag auf den führenden Kremlkritiker wirken."
> Es sollte sich doch herausfinden lassen, was die Russen über Nawalny denken.

Gogolo

Wahlfälschung?
"Wenn die Ergebnisse nicht passen..." Da fällt mir doch spontan die Wahl in Thüringen ein, wo eine Frau Merkel aus Südafrika eine Neuwahl anordnete. ..."Die Wahl muß wiederholt werden" - was dann geschah.........

von Polios 10:17

"Die Wahlergebnisse und der bekanntgegebene Ausgang der Wahl zwei verschiedene paar Schuhe".

Wenn das kein Blick in die Glaskugel ist.

eli 8.03

Völlige Zustimmung!

Am 13. September 2020 um 08:48 von landart

Raubzug? Sie können pro- oder anti-russisch sein, aber Sie sollten sich trotzdem korrekt verhalten, wenn Sie ernst genommen werden wollen.

Wenn wir über Raubzug reden, dann wäre Beispiel USA passend. in der Nordamerika wurde die Bevölkerung ausgerottet, in den Reservationen eingesperrt, das Land entwendet. Das ist der Raubzug!

Wer wurde denn in Sibiriern beraubt?
In Sibirien wurden die neue Territorien entdeckt, 99% von denen waren damals nicht besiedelt. Die wenige Stämme, die damals existierten, gibt´s auch heute immer noch, als autonome Kreise oder Republiken der RF, mit eigene Sprache und Lebensweise.

Übrigens, heute noch ist die Bevölkerungsdichte in Sibirien gerade mal 2-3 Leute pro Quadratkilometer.

Also, noch mal - wer wurde in Sibirien beraubt?

Immer gern genommen - Umfrageergebnisse für die Oppostion

Die Russen informieren sich zu 90 % über das Fernsehen. Das wird zu 100 % von Putin und seiner Gefolgschaft kontrolliert. Auch alle anderen Medien stehen unter der dieser Fuchtel. Die vebleibenden Kleinstnischen stehen unter Beobachtung und Druck.

Die Oppostion und ihre Politiker kommen darin nicht vor. Sie können gegen den Unterdrückungsapparat nicht für ihre Programme und politischen Vorstellungen werben.

Da nimmt es sich schon komisch aus, wenn die Putin-Gefolgschaft auf Umfragen und angeblich mangelnde Bekanntheit der Oppositionspolitiker verweist.

Gebt den Menschen Meinungs- und Informationsfreiheit, Bürgerrechte und gleichberechtigten Zugang zu den Medien und es wird sich zeigen, wie die politischen Verhältnisse dann aussehen. Vorher hat der Bezug auf Meinungsumfragen und Bekanntheit keinerlei Bedeutung

@Am 13. September 2020 um

@Am 13. September 2020 um 09:38 von AK714:
Demokratisch?
Die Jelzin-Zeit war geprägt durch ungezügelten Raubtierkapitalismus.
Zu jener Zeit klauten sich kriminelle Typen wie Chodorkowski teils riesige Firmenkonglomerate zusammen.

@10:52 von Werneranerin

Ich habe eine Frage gestellt...und sie können oder wollen sie wohl nicht beantworten. Stattdessen kritisieren sie substanzlos meine Frage...das ist nun doch zu wenig. Oder?

Unser König ist eben gut.

Leider nur für mich, die anderen sitzen bereits im Gefängnis. Leider hat er mich gesten echt böse angeschaut. Ich denke mal ich küsse ihm heute besser die Füße.
Aber der König ist gut er erlaubt keine Experimente, die zu Instabilität und damit zur Unterversorgung der Bevölkerung führt. Solange der König den Staat nach innen stabil hält und nach außen Ansehen verschafft, wird er freiwillig gewählt werden. Natürlich nur von denen die nicht im Gefängnis sitzen.
Aber wenn man geschicht treue Freunde an Machtpositionen stetzt und überalle Blockwarte und Spitzel einsetzt. Wird keiner andere wählen.

Die Frage ist doch: Könnten das frei gewählte Politiker evtl. sogar noch viel besser.

re krittkritt 06:58 --- 27 % in Moskau sprechen für sich

"Seine Partei lag in von der Opposition anerkannten Umfragen im 1-stelligen Prozentbereich.
In Regionalwahlen gibt es aber überall auch andere Konstellationen. "

Bei der Bürgermeisterwahl in Moskau lag Nawalny mit 27 % an zweiter Stelle. Von Unbekanntheit kann da keine Rede sein.

Wie würde es wohl aussehen, wenn die Opposition gleichberechtigten Zugang zu den Medien erhalten und nicht vom Apparat unterdrückt würde?

Das ist die wahre Frage.

@Pinus - Ist ein "Böser" weg, kommt das Gute von allein.

09:41 von Pinus:
"Wenn die Vertreter der kommunistischen Partei landesweit die meisten Stimmen erhalten, sind Nowalny und Co dann zufriedener? Geht es dann stärker in Richtung westlicher Demokratie?"

Das ist doch egal. Die Freunden der einfachen Denkmuster glauben nun mal fest daran, dass Putin das Böse ist und ein Sieg über diesen automatisch zum happy end für alle führt.

Diese Fehlvorstellung wird durch unkritische und polarisierende Betrachtungsweisen gezielt gefördert.

Die größte Oppositionspartei sind die Kommunisten.

@09:12 von Heilprakt. verbieten
Und die hätten ja auch schon die Wahlen gegen Jelzin haushoch gewonnen. Da haben die USA mit viel Geld zugunsten Jelzins eingegriffen. Mit den bekannten verheerenden Folgen für das Land.
PS.: "Die überwältigende Mehrheit der Deutschen steht auf der Seite der russischen Demokratiebewegung. "
>Auf welche Umfrage unter den Deutschen beziehen Sie sich eigentlich?

07:55 von datten

"Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber. Und trotz der Erfahrungen mit der NSDAP sind auch bei uns rechte Ideologien auf dem Vormarsch."

.,.,

Die sind nicht auf dem Vormarsch. Die sind auf dem Rückmarsch.

Und diejenigen, die den rechten Ideologien huldigen, sind es nicht "trotz" der von Ihnen genannten Erfahrungen, sondern wegen dieser Erfahrungen.
Sie lernen aus der Geschichte, dass es mal wieder Zeit dafür ist.

Am 13. September 2020 um 08:48 von landart

< Jelzin-Phase
In der sogenannte Jelzin-Phase gab´s in Russland gewiss keine Demokratie.
Es gab eine Anarchie, Gesetzlosigkeit, Banditismus, Armmut. Jelzin hast das Land zerrissen, versoffen und verkauft. 10 Jahre Willkürherrschaft. Wenn das eine Demokratie ist, dann wissen Sie, warum die Russen das nicht mehr wollen.

Das alles hat Putin beendet, das wissen die Russen, und die wollen nicht wieder zurück. Das ist das, was der Westen nicht verstehen will, oder tut so, als ob nicht versteht.

Wenn der Putin die Jelzin-Phase nicht beendet hätte, wurde heute Russland nur als westliche Kolonie existieren. Niemand im Westen wollte in Russland Demokratie aufbauen, das Ziel war Russland zu zerstören.
Immer noch...

Am 13. September 2020 um 09:43 von AK714

< Nawalny Putins einziger wirklicher Konkurrent ist. Wäre die nächste Präsidentschaftswahl fair, würde es sehr spannend werden.
Das wird so in den westliche Medien gerne dargestellt. In der Wirklichkeit hatte er mit seinen 2% nie eine Chance...

@11:15 von SanVito

Kennen sie die „stellvertretende Verstärkung“ nach Bandura? Ich habe den „eli“ Beitrag hier kritisiert...argumentationslos zu „verstärken“ - kann man auch als Blumen streuen bezeichnen - das finde ich leider zu billig...da muss von ihnen mehr kommen.

11:15 von Bernd Kevesligeti

"'Die Wahlergebnisse und der bekanntgegebene Ausgang der Wahl zwei verschiedene paar Schuhe'.

Wenn das kein Blick in die Glaskugel ist."

Aber keineswegs. Es entspricht den Erfahrungen aus zurückliegenden Wahlen.

re Nachfragerin 08.32 --- Meinungs- und Betätigungsfreiheit

Zitat: "Wie erklären Sie die deutliche Mehrheit einer Regierungspartei in nicht-autoritären Staaten?"

Welche wären denn das genau ? Es gibt außer Exoten keine demokratischen Staaten, in denen es solche "sowjetische" Wahlergebnisse wie in der RF und Weißrussland gibt. Ein klares Indiz für deren undemokratisches Zustandekommen.

Wenn Regierungsparteien in demokratischen Ländern noch absolute Mehrheiten für ihr Programm und/oder ihre Regierungspolitik bekommen, dann nicht weil sie die Opposition unterdrücken, die Medienfreiheit abgeschafft haben und die Macht durch repressive Maßnahmen sichern.

08:03 von eli

"Warum schießt sich die Presselandschaft in Deutschland so auf die politischen Verhältnisse in dem Riesenstaat Russland ein."

,.,.,.

Ja, jeden Morgen wird die jeweilige Berichterstattung kritisiert:
sie solle doch bitte dies oder jenes unter den Teppich kehren.

Und regelmäßig handelt es sich um die Berichte über diktatorische Geschehnisse.
Diese sollten doch bitte nicht andauernd behandelt werden.

Mir ein Rätsel, worin die Faszination von inhumanen Diktatoren herkommt, die man hier so ängstlich verteidigt.

11:25 von nie wieder spd

"Und in die Unterstützung rechter Banden im Ausland mit Waffen und Geld, war die Bundesregierung in Gestalt des Staatssekretärs Karl Carstens schon 1965 verwickelt."

Sie kommen von den alten Geschichten nicht los, oder? Na, ist auch schwer... Aber irgendwann schaffen Sie das.

Verbreitet der Artikel Selbstüberschätzung eines Politologen?

„Es gibt auch solche, in denen gar keine Fälschung stattfindet. Wir werden uns das danach genau anschauen." meint Herr Kynew. Ist plausibel, dass der Herr Kynew wirklich bisher das „genau anschauen“ konnte? Oder verbreitet der Artikel eher Selbstüberschätzung eines Politologen?

@ schmubu

Nawalny Putins einziger wirklicher Konkurrent ist. Wäre die nächste Präsidentschaftswahl fair, würde es sehr spannend werden.

Das wird so in den westliche Medien gerne dargestellt. In der Wirklichkeit hatte er mit seinen 2% nie eine Chance...

Es war ja die Rede von "fairer" Wahl.
Das haben Sie vermutlich überlesen?

Bei uns sind es die Parteispenden und das Sponsoring.

@11:26 von MehrheitsBürger
– Das Brechen der Chancengleichheit wurde zwar vom Verfassungsgericht schon mehrfach beanstandet, angefangen bei der Wahl zu Adenauers Zeit. Die Parteien haben sich aber immer neue Schlupflöcher ausgedacht bis zuletzt zu den "neutralen" Stiftungen.
In Bayern kann man es sehr gut an der echten Umweltpartei, der ÖDP, beobachten. Sie schafft zwar spektakuläre Volksentscheide. Aber die Ressourcen reichen einfach nicht. Die CSU hat wie eine Staatspartei die Ämter, und die meisten Medien im Griff.
– Nawalny hat durch seine illegalen Krawallaktionen - oder wie wird bei uns auf Demos reagiert, die nicht genehmigt die Hauptstraßen sperren - zwar eine gewisse Aufmerksamkeit erreicht. Die geht aber offensichtlich nicht über große Städte hinaus.

11:27 von Nachfragerin

"Die Freunden der einfachen Denkmuster glauben nun mal fest daran, dass Putin das Böse ist und ein Sieg über diesen automatisch zum happy end für alle führt."

Wenn man die Beiträge hier im Forum liest, kommt es einem doch glatt so vor, als gäbe es haufenweise "Freunde der einfachen Denkmuster", die Putin für die Lösung aller Probleme und den "Westen" für deren Ursache halten.

Ich könnte hingegen ein paar andere nennen, die eine Welt ohne Putin für ein wenig besser für die russische Bevölkerung und sicherer für den Rest der Welt halten, ohne sich ein happy ending davon zu versprechen.

Aber um so schematisch urteilen zu können wie Sie, muss man sich halt eine einfache Welt zurechtstricken.

Nawalny tut den Machthabern im Kreml weh

Die Bezeichnung für die Regierungspartei „Einiges Russland“ als „Partei der Gauner und Diebe“ ist in weiten Teilen der russischen Öffentlichkeit hängen geblieben.

Korruption und Misswirtschaft werden von den Russen in vielen Bereichen wahrgenommen und Nawalny hat offen gelegt, wie die Nomenklatur sich in Putins’s Reich bereichert. Deswegen schauen die Kreml-Hausherren mit Nervosität auf die Regionalwahlen. Die werden zwar die Machtverhältnisse nicht umkrempeln, aber sie sind ein schmerzhafter Nadelstich.

@ schmubu

Das alles hat Putin beendet, das wissen die Russen ...

Ich weiß nicht was die Russen wissen. Ich ahne nur, dass Sie es bei Ihrer ganzen Putin-Rechtfertigung vermutlich nicht wissen.
In Russland werden Wahlen im Sinne der kremltreuen Einheitspartei manipuliert, wie kann man da einen autoritären Herrscher reinwaschen?

von Polios 11:37

Der "Erfahrungen aus zurückliegenden Wahlen",entspricht,daß bestimmte deutsche Kommentatoren unzufrieden über den Ausgang waren.

Auf regionaler Ebene

Auf regionaler Ebene Demokratie in Russland einzuführen wäre schon mal ein guter Anfang. Warscheinlich hat aber das Kreml-Regime selbst davor so viel Angst vor Machtverlust, dass keine wirkliche Opposition zugelassen wird. Aber der schöne Schein soll wohl aufrechterhalten bleiben. Die russische Bevölkerung kann einem leid tun. Kreml-Diktatur-Fans hier im Forum sollten sich schämen.

@ schwarz

Verbreitet der Artikel Selbstüberschätzung eines Politologen?

Nein, vermutlich nicht. Kritik am russischen Wahlsystem ist hier erlaubt und der Mann scheint sich wesentlich besser auszukennen als die meisten Foristen.

um 11:24 von landart

>Ich habe eine Frage gestellt..<
Schauen Sie sich Ihr Kommentar nochmal an, da ist weder optisch, noch sinnmässig eine Frage zu erkennen.
Ansonsten sind alle Ihre Kommentare bezüglich Russland ("Putinrussland" ) extrem unsachlich und propagandistisch. Sie dürfen natürlich Ihre Meinung dazu haben, worauf sie auch aufgebaut wird, aber das fehlende Sachwissen und hohe emotionale Ebene sind äusserst auffällig.

Blockparteien sollte man durchschauen

@ krittkritt:
Die größte Oppositionspartei sind die Kommunisten.

Und Sie wollen kritisch sein?
Die Kommunisten sind keine Opposition, sie stimmen z.B. in der Duma immer mit der Einheitspartei Russlands. Sagt Ihnen der Begriff "Blockpartei" noch etwas? Mir schon, ich bin in der DDR aufgewachsen.

Am 13. September 2020 um 11:20 von MehrheitsBürger

< Die Russen informieren sich zu 90 % über das Fernsehen. Das wird zu 100 % von Putin und seiner Gefolgschaft kontrolliert.

Das ist doch überhaupt nicht Wahr!!!
Sei werfen irgendwelche Informationen ins Raum, die nicht im Geringsten der Wahrheit entsprechen.

NTV, REN-TV, Dozhd - das sind schon mal drei Großen, die zu Opposition gehören, und in Russland landesweit frei empfangen werden. Allein NTV hat ein Rating von 19%.

Laut eine Studie von "Meduza" (übrigens, auch oppositionelle), informieren sich die Russen zu 70% aus TV, 58% aus Internet, 19% aus Zeitungen und 13% aus Radio.
https://meduza.io/news/2019/12/23/mediascope-70-rossiyan-uznayut-novosti...

@ Bernd Kevesligeti

Und wenn am Ende des Tages die Ergebnisse kommen,wird man in manchen deutschen Medien darüber enttäuscht zeigen.

Warum? Weil wieder mal manipuliert wurde? Oder weil die halbwegs bekannten Oppositionskandidaten mal wieder nicht zugelassen waren?
Aber keine Bange, da baut ein kluger Pro-Putin-Forist ja schon mal vor.

@11:27 Nachfragerin

"Die Freunden der einfachen Denkmuster glauben nun mal fest daran, dass Putin das Böse ist und ein Sieg über diesen automatisch zum happy end für alle führt."

Sie hörten:

Erzählungen aus der rechten oder Querfront-Blase.

Ein glatter rechter Täter-Opfer-Umkehr-Versuch.

Die demokratisch gesonnenen Kritiker von Russland beschäftigen sich zu Recht mit der rechtsnationalistischen grossrussischen Machtstrategie russischer Führungskreise. Putin ist dabei eine herausgehobene Figur, auch wg seiner tschekistischen Geheimdienstgrundausbildung.

Viele aufrechte Demokraten im Westen, auch Linke wissen zwar um die historischen Versäumnisse der Jahre '89 - Anf. 2000er als die Siegermentalität maßgeblicher US-Kreise & dt. Konservativer ('Wir haben den kalten Krieg gewonnen!") die Kooperation mit RU vergeigte.

All das rechtfertigt aber nicht, dass Putin als Verkörperung einer russ. Rückwendung zu einem rechtsnationalistischen, korrupten, homophoben Aggressor von Kritik verschont bleiben kann.

/// Am 13. September 2020 um

///
Am 13. September 2020 um 11:44 von krittkritt
Bei uns sind es die Parteispenden und das Sponsoring.///
.
Das ist Quatsch und das wissen Sie auch. Warum verteidigen Sie krampfhaft eine Diktatur und gönnen der russischen Bevölkerung keine freien und fairen Wahlen ?

@ krittkritt

... Nawalny hat durch seine illegalen Krawallaktionen ...

Ich find's nicht fair, hier Stimmung gegen Alexej Nawalny zu machen. Er wurde mit Giftgas angegriffen, wäre fast gestorben und es steht ja immer noch der dringende Verdacht im Raum, dass es der Geheimdient war.

11:27 von Nachfragerin

"Die Freunden der einfachen Denkmuster glauben nun mal fest daran, dass Putin das Böse ist"

,.,.,

An diesem Satz erkennt man sofort die - sorry - primitive und autoritätshörige Haltung.

Überhaupt niemand hier hat je Putin als "das Böse" bezeichnet.

Es wird aber von denen immer und immer wieder unterstellt, die nicht mehr frei denken können, sondern einsuggerierten Überzeugungen folgen müssen.

Am 13. September 2020 um 11:44 von KowaIski

< Das haben Sie vermutlich überlesen?

Die Beschuldigung "Wahlbetrug" ist sehr populär, weil die muss man nicht beweisen. Man kann einfach sagen "Es wurde manipuliert", und dann sich entspannt zurück lehnen...

Bei der Präsidentschaftswahlen in Russland gab es unzählige internationale Beobachter. Die Wahlkommissionen vor Ort, also jede einzelne Wahlkommission bestand aus den Vertretern mehreren Parteien, zumindest gab es solche Möglichkeit, die nicht überall von den oppositionellen Parteien benutzt wurde. Da kann ich mir schon vorstellen, dass jede Wahlzettel von mehren Leuten mehrmals umgedreht wurde.
Es gab überall Internet-Online-Streaming. Also die Wahlkabinen nicht, aber die Wahlurnen und die Tische mit den Wahlkommissionen konnte man zu jedem beliebigen Zeitpunkt im Internet live beobachten.

Gab es trotzdem Probleme? ich denke schon. Aber nicht in der nennenswerte Große.

Übrigens, die Wahlen in Russland wurden doch in allen Ländern anerkannt, oder?

re krittkritt 11.44 --- Der Vergleich Diktatur und Demokratie

Sie setzen die post-sowjetische Diktatur mit der deutschen Demokratie gleich ? Statt nostalgisch in vergilbten Ausgaben der Prawda zu blättern würde helfen, die freiheitliche Realiät in Deutschland wahrzunehmen

"Das Brechen der Chancengleichheit wurde zwar vom Verfassungsgericht schon mehrfach beanstandet, "

Das hat das BVG in dieser behaupteten Form noch nie getan. Wenn es Themen moniert, dann muss die Politik sie in einer gewissen Frist auch umsetzen. In der von Ihnen verteidigten Diktatur gibt es das nicht.

"In Bayern kann man es sehr gut an der echten Umweltpartei, der ÖDP, beobachten. Sie schafft zwar spektakuläre Volksentscheide. Aber die Ressourcen reichen einfach nicht.

Noch ein an den Haaren herbeigezogener Vergleich. Wieso haben es dann die bayerischen Grünen in den Landtag geschafft ?

Nawalny's Aktionen werden vom Regime immer illegalisiert und kriminalisiert. Egal was er macht. Das ist die Praxis eines autoritären Regime

Zu Werneranerin

Sie reden von Manipulation. Die TS hat nie bebauptet, dass Nawalny Wahlkandidat ist, sondern Wahlempfehlungen fuer eine Reihe von Oppositionskandidaten
ausgesprochen hat; zum Zweiten hat er seine investigativen Recherchen weiterverfolgt. Was daran schwer zu verstehen ist, bleibt ihr Geheimnis. Die Vergiftung Nawalnys in Russland interessiert sie so viel, wie wenn in China ein Sack Reis umfaellt. Das ist unterirdisch.

@Sausevind - russische Kommunalwahlen

11:39 von Sausevind:
"Mir ein Rätsel, worin die Faszination von inhumanen Diktatoren herkommt, die man hier so ängstlich verteidigt."

Ich kann hier weder eine Faszination, noch inhumanen Diktatoren oder Angst erkennen.

Das Desinteresse an Meinungen über die russischen Kommunalwahlen kann ich aber nachvollziehen. Schließlich betrifft uns das nicht und die russischen Wähler werden das nicht lesen. So gesehen ist das eine Verschwendung von journalistischen Ressourcen.

Ihre Worte sind einfach und realistisch!

Der demokratische Entwicklungsprozess in Russland ist nicht mit den Prozessen in Westeuropa zu vergleichen. Es wird immer die Messlatte der BRD zu Grunde gelegt, und genau das ist falsch. Lassen wir Russland in Ruhe und kümmern wir uns um die EU!

Dank an Sie und auch an die Tagesschau!

Ihre Worte sind real und deutlich, so etwas benötigen wir, um alle Bürger aufzuklären, wobei das Medium, hier die "Tagesschau" eine
sehr wichtige Rolle spielt! Prima.

Unabhängigkeit Deutschlands ein Witz

Es ist wieder mal ein Paradebeispiel dafür, dass Deutschland kein souveräner und unabhängiger Staat ist. USA machen ja Druck, damit die Pipeline nicht gebaut wird. Das ist jetzt ein gefundenes Fressen aus dem Vertrag mit Russland rauszukommen. Wer wird am Ende die Zeche zahlen? Natürlich wir die Steuerzahler. Es läuft ja auch generell auch in der EU nichts richtig. Wir dürfen Griechenland billige Kredite geben, die niemals zurückbezahlt werden und die dürfen Großmacht in Mittelmeer spielen. Hauptsache Frankreich durfte wieder Waffen an Griechenland verkaufen. Es gibt leider vieles, wo man als Bürger den Kopf schüttelt.

@ krittkritt

Die Parteien haben sich aber immer neue Schlupflöcher ausgedacht bis zuletzt zu den "neutralen" Stiftungen.

Es hat mit dem Thema zwar nichts zu tun. Aber ich gebe Ihnen recht, man sollte nur private Parteispenden zulassen und die Höhe auf ein vernünftiges Maß begrenzen.


In Bayern kann man es sehr gut an der echten Umweltpartei, der ÖDP, beobachten.

Die ÖDP hat auch eine Stiftung und die ÖDP hat gemessen an der Mitgliederzahl auch nicht weniger Spenden als die Grünen oder die Linken.


Das Thema ist ein anderes:
Bei Wahlen in Deutschland werden Kandidaten der Opposition nicht institutionell benachteilig, also von der Wahl ausgeschlossen. In Russland ist das aber gerade ein Instrument der gegenwärtigen Machtbesitzer. Es werden tausende oppositionelle Kandidaten von den Wahlen ausgeschlossen, mit hanebüchenen formalen Konstruktionen.

Da ist einfach unfair. Und die Machthaber zeigen auch keinerlei Unrechtsbewusstsein.

Der Machtwechsel wäre so überfällig

@ MehrheitsBürger:
Die Bezeichnung für die Regierungspartei „Einiges Russland“ als „Partei der Gauner und Diebe“ ist in weiten Teilen der russischen Öffentlichkeit hängen geblieben.

Das ist ein geflügeltes Wort, das weiß in Russland jedes Kind, wie korrupt die sind. Trotzdem profitieren viele von Einiges Russland und viele sind ängstlich und befürchten Chaos, wenn die Opposition gewinnt. Aber eigentlich ist ein Machtwechsel fällig. Die Demokratie lebt vom gelegentlichen Wechsel. Sie lebt aber nicht von der Korruption und von manipulierten Wahlen.

@ nie wieder spd

Und in die Unterstützung rechter Banden im Ausland mit Waffen und Geld, war die Bundesregierung in Gestalt des Staatssekretärs Karl Carstens schon 1965 verwickelt.

Also das ist doch jetzt wirklich völlig unsachlich.

07:55 von datten

>>Daher wird Putins Partei wieder die deutliche Mehrheit haben.
Was aber ganz schrecklich ist: Auch in demokratischen Wahlen werden autoritäre Kandidaten gewählt, die dann die Demokratie abschaffen wollen:
Trump in den USA
Kaczynsky in Polen
Orban in Ungarn
Wir können wohl nur hilflos zuschauen und der Dinge harren die da kommen werden.
Aber wie heißt schon ein alter Sinnspruch:
Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber. Und trotz der Erfahrungen mit der NSDAP sind auch bei uns rechte Ideologien auf dem Vormarsch.<<

Da stimme ich Ihnen zu.
Ich denke zwar nicht dass bei uns rechte Ideologien auf dem Vormarsch sind.
Aber ca. 10% (auf Landesebene teilweise noch mehr) für eine Partei mit Faschisten in Führungspositionen sind erschreckend.

11:39 von Sausevind 08:03 von eli

>>Mir ein Rätsel, worin die Faszination von inhumanen Diktatoren herkommt, die man hier so ängstlich verteidigt.<<

Meine Erklärung ist, die möchten auch bei uns eine Diktatur. Pressefreiheit, freie unabhängige Wahlen, alles was eine Demokratie ausmacht, sind denen ein Dorn im Auge.

von Kowalski 12:03

Wissen Sie denn wie viele Parteien dort kandidieren ?
Oder geht geht das so:Faire und freie Wahlen
sind es nur dann für Sie,wenn die Ergebnisse in Ihrem Sinne sind ? Ja,da baut ein pro NATO und Anti-Russland-Forist schon mal vor.

@ schmubu

NTV, REN-TV, Dozhd - das sind schon mal drei Großen, die zu Opposition gehören

Kein einziger davon gehört zur Opposition. ntv ist z.B. ein neutrales journalistisches Medium.
Die großen Sender in Russland werden direkt vom Staat bezahlt und informieren nur im Sinne von Einiges Russland. Die sind nicht neutral. Das System ist unfair. Und zu dieser Wahrheit sollten Sie jetzt auch mal stehen.

@ Vanessa7

Es ist wieder mal ein Paradebeispiel dafür, dass Deutschland kein souveräner und unabhängiger Staat ist.

Kein Staat ist souverän und unabhängig. Jedenfalls nicht souveräner und unabhängiger als Deutschland.


USA machen ja Druck, damit [...] Wer wird am Ende die Zeche zahlen?

Mexiko?

@ Vanessa7

Es gibt leider vieles, wo man als Bürger den Kopf schüttelt.

Das ist nicht verboten. Trotzdem fänd' ich's gut, bei der Wahrheit zu bleiben.

In den USA können Parteien die Wahlkreise verschieben,

damit sie mit weniger Stimmen trotzdem gewinnen können, sehr undemokratisch! In Russland werden Stimmabgaben gefälscht, in den USA werden, mit bürokratischen Tricks, Wähler von der Stimmabgabe ausgeschlossen. Beide Staaten kann man auf die gleiche Stufe stellen. Ich wünsche mir, echte und ehrliche Demokratie für die Menschen dort. In Deutschland sind wir echter Demokratie dem schon sehr nahe gekommen, es fehlen noch Volksabstimmungen. Mal schauen wie diese Wahlen ausgehen.

@ Werneranerin

Ansonsten sind alle Ihre Kommentare bezüglich Russland ("Putinrussland" ) extrem unsachlich und propagandistisch.

Richtig. Ich komme mit einer Verteidigung des Systems Putin nicht klar, ich finde das unaufrichtig. Dass man auf die Benachteiligung der Opposition hinweist, ist doch eine Selsbstverständlichkeit.

12:26 von rimitino

"Der demokratische Entwicklungsprozess in Russland ist nicht mit den Prozessen in Westeuropa zu vergleichen. Es wird immer die Messlatte der BRD zu Grunde gelegt, und genau das ist falsch. Lassen wir Russland in Ruhe und kümmern wir uns um die EU!"

,.,.,

So oft hier auch gefleht, gebettelt und gedroht wird, dass man doch endlich verstehen möge, dass in Russland - und anderen Diktaturen - eine Art Außerirdische wohnen, denen Menschenrecht nichts sagt und deren Unterdrückung gefälligst als deren - 'außerirdisches Normalverhalten' gewertet werden müsse:

genauso oft durchschaut man dieses Manöver:
wieder einmal will man Diktaturen in der Welt unwidersprochen installiert wissen.

Da überhaupt noch den Begriff

Da überhaupt noch den Begriff Wahlen für diese Schiebereien zu verwenden is ja schon lustig, wenn das was dahinter steht, nur nicht so traurig wäre. Bin immer noch der Meinung, dass man auch in Rußland eben auch nicht um die Ein-Dollar, oder meinetwegen die 100 Rubel-Lösung herum kommen wird. Aber das wird noch, irgendwann werden die Menschen, die unter solchen verbrecherischen Despoten immer mehr leiden müssen diesen Despoten überdrüssig sein und zwar total und weltweit.

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User,

die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen.

Die Moderation

Darstellung: