Ihre Meinung zu: Hariri-Attentat: Mutmaßliches Hisbollah-Mitglied schuldig

18. August 2020 - 17:10 Uhr

Im Jahr 2005 wurde der damalige libanesische Premier Hariri bei einem Selbstmordattentat in Beirut getötet. Jetzt sieht es ein UN-Tribunal als erwiesen an, dass ein Mann mit Verbindung zur Hisbollah beteiligt war.

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Libanon ist ein unsicheres Land

Im Libanon gibt es immer wieder , auch politische, Morde. Insofern verstehe ich nicht warum sich die UN anmaßt hier extraterritoriale Urteile zu fällen. Mir scheint dies als neue Form des Kolonialismus.
Statt dessen sollten wir mehr Toleranz üben und einsehen, dass das zusammenleben so vieler Kulturen und Religionen zwangsläufig zu mehr Gewalt führt.
Interessiertes beobachten, lernen ist angesagt statt dieser westlichen Schulmeisterei.

Aber es gibt ja ...

... auch in Deutschland total verpeilte Typen, die die Hisb Allah, die Partei Gottes, unterstützen.

Ja, ist in Deutschland verboten, stört die eingewanderten Anhänger aber nicht weiter. Sammeln trotzdem fleißig Geld.

Partei Gottes

Die Macht der Hisbollah im Libanon gehört gebrochen und ihre Machenschaften gehören ans Licht.

"Verbindung zu Hisbollah"

gibt es im Libanon jede Menge, zuletzt bis auf Regierungsebene. Keine zu finden wäre eher ungewöhnlich. Die Frage ist also eher, ob die Hisbollah-Führung das Attentat angeordnet hatte - und dafür gibt es offenbar keinen Beweis.

Cui bono?

Seit Cicero stellen kluge Menschen diese Frage, um die Wahrheit zu ergründen (auch 80 v. Chr. galt es übrigens, einen Mord aufzuklären). Allzu oft ist die Antwort entlarvend!
Die barbarische Ermordung Hariris zwang Syrien, seine seit seinem Eingreifen in den libanesischen Bürgerkrieg 1976 im Libanon stationierten Soldaten binnen Wochen abzuziehen. Ein Ergebnis, dass klar absehbar war! Ähnlich verhält es sich mit der Hisbollah - welchen "Nutzen" hatte die Ermordung Hariris für sie?
Nein, immer vorsichtig mit schnellen Schuldzuweisungen (ich erinnere nur an die Ermittlungsergebnisse des deutschen UN-Ermittlers Detlev Mehlis 2005 - nicht haltbar!).
Bemerkenswert finde ich eher, dass gerade keinerlei Beweise für die Verwicklung weder Syriens noch der Hisbollah zu finden waren - und ganz sicher wurde gründlichst in diese Richtung gesucht...
Die Überschrift des TS-Beitrages suggeriert leider genau das Gegenteil: "Mutmaßliches Hisbollah-Mitglied schuldig"

Terrororganisation im Staate

Völlig grotesk. Angenommen es gäbe eine Terrororganisation (Hisbollah = Partei Gottes), die innerhalb Deutschlands Attentäter schützt und vor dem Zugriff des Staates versteckt.
Das ist unvorstellbar.

Es scheint sehr schwierig für

Es scheint sehr schwierig für Führer im arabischen Raum zu sein, zu verstehen und einzusehen, dass man Konflikte mit Kompromissen gewaltfrei lösen kann und sollte. Die Hisbollah ist ein gutes Beispiel für diese Unfähigkeit.

@Kowalski

"Die Macht der Hisbollah im Libanon gehört gebrochen und ihre Machenschaften gehören ans Licht."
Leider wird das nicht möglich sein, weil die Hisbollah hierzu zu mächtig ist. Die Partei Gottes verfügt über eine paramilitärische Truppe, die stärker als die dortige Armee ist und die islamischen Führer sind sich ihrer Macht bewusst. Daran muss ich immer denken, wenn ich die sympathischen engagierten jungen Männer und Frauen sehe, die die alten Eliten ablösen wollen. Sie werden damit leider scheitern, auch wenn ich mir das Gegenteil davon wünsche.

Viele kompromissbereite arabische Führer

@ 18. August 2020 um 19:28 von Werner40 „Es scheint sehr schwierig für Führer im arabischen Raum zu sein, zu verstehen und einzusehen, dass man Konflikte mit Kompromissen gewaltfrei lösen kann und sollte. Die Hisbollah ist ein gutes Beispiel für diese Unfähigkeit.“

Diesem Argument muss man vehement widersprechen. Ich bin mir ganz sicher, dass es ganz viele kompromissbereite Führer in der arabisch-muslimischen Welt gibt.

@ 18:30 von zöpfchen & 19:20 von Doktor Alban

1.) Es ging bei diesem Verfahren darum, anstatt eines Militärschlags (gegen irgendwen) mit einem juristischen Prozess zu antworten.
Innerhalb vom Libanon gab es nicht genug Vertrauen in die Justiz, ein erfolgreiches und unabhängiges Verfahen durchzuführen.
Deswegen wurde dieeses Verfahren in der arabischen Welt begrüßt.

2.) Die Frage Cui bono führt zumeist in Verschwörungstheorien.
Das Problem an dieser Frage ist, dass sie voraussetzt, dass jedes bedeutsames Ereignis die Folge einer Planung und erfolgreiche Umsetzung ist. Und dann wird auch noch davon ausgegangen, dass Derjenige der Drahtzieher ist, der den scheinbar größten Nutzen zieht., nicht etwa jemand, der zweit- oder drittgrößten Nutzen zieht.
Der Kriminalkommissar im Krimi darf diese Frage stellen, um einen Ansatzpunkt für seine Untersuchungen zu haben. Wer aber nur mit dieser Frage agiert, liegt meistens falsch.

@ zöpfchen 18:30

Zitat: "Libanon ist ein unsicheres Land. Im Libanon gibt es immer wieder , auch politische, Morde. Insofern verstehe ich nicht warum sich die UN anmaßt hier extraterritoriale Urteile zu fällen. Mir scheint dies als neue Form des Kolonialismus."

Wissen Sie wer die Untersuchung angeordnet hat, könnte ja auch der Libanon gewesen sein.

Zitat: "Statt dessen sollten wir mehr Toleranz üben und einsehen, dass das zusammenleben so vieler Kulturen und Religionen zwangsläufig zu mehr Gewalt führt.
Interessiertes beobachten, lernen ist angesagt statt dieser westlichen Schulmeisterei."

Gegenüber wem sollen wir den Toleranz üben? Dem Iran, Saudi Arabien? Die pausenlos Öl ins Feuer des Libanons gießen.
In meiner Stadt leben um die 120 Nationalitäten, und hätte es nicht die CSU-lerische Kasernierung zur Asylhochzeit gegeben, wäre gar nichts passiert. Trotz vieler Ethnien und Religionen ist es ruhig. Verschiedene Ethnien und Religionen können ganz wunderbar miteinander leben, wenn man will.

@Einfach Unglaublich 18:33

Zitat: "Aber es gibt ja ...

... auch in Deutschland total verpeilte Typen, die die Hisb Allah, die Partei Gottes, unterstützen.

Ja, ist in Deutschland verboten, stört die eingewanderten Anhänger aber nicht weiter. Sammeln trotzdem fleißig Geld."

So gefährlich, wie der Ableger im Libanon sind die bei uns lebenden Radikalislamisten zum Glück nicht. Das beweisen auch die wenigen Anschläge.

Und wenn man bei uns in Deutschland sucht, findet man genauso merkwürdige Gemeinschaften. Gläubige der Weltverschwörung, Reichsbürger, und sogar Nazis werden wieder gewählt, nachdem diese Deutschland fast ganz zerstört haben. Vor denen habe ich mehr Angst, als vor ein paar Radikalislamisten.

Hisbollah = Schnappatmung

Ach, doch nicht Syrien? Noch nicht mal offiziell die Hisbollah? Da liegt ja das Lebenswerk von Detlev Mehlis in Scherben! Er war sich doch ganz, ganz sicher.

Schuld ist nur die CSU

@ 18. August 2020 um 21:15 von stupid at first
@ zöpfchen 18:30
Zitat: "Statt dessen sollten wir mehr Toleranz üben und einsehen, dass das zusammenleben so vieler Kulturen und Religionen zwangsläufig zu mehr Gewalt führt..."

„In meiner Stadt leben um die 120 Nationalitäten, und hätte es nicht die CSU-lerische Kasernierung zur Asylhochzeit gegeben, wäre gar nichts passiert. ....Verschiedene Ethnien und Religionen können ganz wunderbar miteinander leben, wenn man will.“

Also würden Sie sagen, dass es Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien und Religionen nur dort gibt, wo die CSU regiert?

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