Ihre Meinung zu: Augenzeugin: "Die Situation ist einmalig für Belarus"

13. August 2020 - 15:04 Uhr

Die belarussische Journalistin Reznikava lebt und arbeitet in Minsk. Für tagesschau.de beschreibt sie das rigorose Vorgehen der Sicherheitskräfte - und welchen Risiken sie und ihre Kollegen ausgesetzt sind.

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Kommentare

Wieso?

Wieso sagen neuerdings alle Medien Belarus zu Weißrussland?

Belarus !

Das ist typisch für einen Diktator, seine brutalen Knechte zu schicken, und seine eigenen Bürger verprügeln und inhaftieren zu lassen unter scheinheiligen Argumenten.
Es gibt noch ein paar andere Länder, die es ähnlich treiben, und viele andere schauen zu und schweigen.
Es wird an der Zeit, dass die EU und D eine deutliche Nachricht an Lukaschenko senden, die er versteht.
All den Menschen in Belarus kann ich nur wünschen, durch zu halten und weiter friedlich für Veränderungen sich einsetzen. Irgendwann werden immer mehr Knechte erkennen, dass sie auf das falsche Pferd setzen und sich von ihm abwenden.

Augenzeugin in Minsk:"Die Situation ist.....

Nichts Neues ist von dem Generalstreik zu hören,zu denen die Opposition aufgerufen hat.Die Zahl der bestreikten Unternehmen kam über zehn nicht hinaus.Die Rede ist unter anderem von einem Stahlwerk in Schlobin.

Aber es bleibt spannend:Ob Demokratiebewegung oder Farbrevolutionär mit eventuell auswärtiger Einmischung.
Dazu auch der Artikel von Reinhard Lauterbach "Festnahmen und Verletzte" vom 13.August.

belarus

Das Russland Lukaschenko finanziert wissen wir aber wer
finanziert die Opposition, das wuerde mich mal interessieren.

Spannende Tage...

"Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist!" (Victor Hugo) // „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“ (Rosa Luxemburg) // Wenn die Mehrheit des Volkes dieselbe Veränderung will und Gewohnheiten durchbricht, wird nicht einmal jener Präsident sie noch aufhalten können. Militär und Sicherheitskräfte haben nur soviel Macht wie die Mehrheit des Volkes ihnen gewährt. Man stelle sich vor, es würden immer mehr aufbegehren - einfach, weil es ihnen jetzt reicht... Ich wünsche dem Volk eine friedliche Revolution.

@nikioko: »Warum ›Belarus‹«?

»Wieso sagen neuerdings alle Medien Belarus zu Weißrussland?«

Das hatten wir doch neulich schon: Weil »Belarus« die auch hier in DE offizielle Eigenbezeichnung des Landes ist.

Wenn du die wörtliche Übersetzung »Weißer Rus« oder das traditionelle »Weißrussland« bevorzugst, bleib einfach dabei.

Nebenbei: Ich für meinen Teil halte »Belarussen«, also mit zwei »s« für die richtige(re) Schreibung (also so wie »Iltis« zu »Iltisse«). Die deutsche Schreibung hat für stimmloses [s] nach Kurzvokal bei dann folgendem Vokal leider nur die Verdoppelung im Angebot. Und »Belarusen« würde ein stimmhaftes [z] andeuten, was wiederum nicht zu kyrillischen Schreibung und der dort vermittelten Lautung passt.

sehr vorsichtig

Ich bin bei derlei Dingen in einer ehemaligen Sowjetrepublik sehr vorsichtig. Ist das jetzt wirklich deshalb in Minsk, weil die Leute selbst dieses System satt haben (in diesem Falle wünsche ich ihnen viel Glück und denke mal 31 Jahre zurück) oder aber hilft da jemand nach und steckt da einige Milliarden hinein? In der Ukraine waren's 5,4 Mrd, glaube ich, jedenfalls lt. Viktoria Nuland. Unsere Revolution in der DDR war ja Eigenbau , die in der Ukraine war es nicht. Was ist es jetzt in Weißrussland? Ich glaube mal, es bezahlt wieder irgendemand. Bin mal gespannt, wann Golineh Atai wieder auftaucht...
Wir in der DDR hätten uns aus Stolz geweigert, für unsere Revolution Geld anzunehmen.
Derlei macht man gefälligst in der Freizeit (also am Montag Abend, wöchentlich), die Produktion darf darunter keinesfalls leiden und natürlich darf bei einer ordentlichen Revolution niemand verletzt werden. Aber für das, was wir gegenwärtig in Dt haben, ist keiner damals auf die Strasse gegangen...

Warum ist die EU eigentlich

Warum ist die EU eigentlich darauf aus, den nächsten FaildState aufzunehmen? Wenn Ukraine und Weißrussland dazu kämen, spräche nichts mehr gegen Iran, Irak, Türkei, Somalia, Venezuela, etc. Dann könnten alle Mitglied werden. Alle anerkannten Staaten der Welt könnten es dann.

@nietchenau: »Wer bezahlt?«

»aber wer finanziert die Opposition, das wuerde mich mal interessieren.«

Vielleicht wird die Opposition durch Bildung, Information und Meinung finanziert. Es müssen ja nicht immer monetäre Finanzierungen sein.

Ich befürchte aber, dass die Hotspots der Berichterstattung in den großen Städten des Landes liegen und so der Eindruck des Widerstand gewichtet (das englische biased hat leider keine wirklich treffende deutsche Übersetzung) daherkommt.

Wie in Polen, wie in Ungarn. Wir sehen viele aufgeschlossene, liberale Menschen in den Städten; und trotzdem siegen PiS und Fidez – wegen der aus der Ferne wenig beachteten Weiten des Landes.

@BenderRodriguez: »Alle aufnehmen«?

Türkei – ja. aber alle anderen genannten Staaten befinden sich weder geografisch noch ideologisch in (oder sollte ich schreiben: auf) Europa.

Und ob Türkiye überhaupt noch will? Zumindest unter dem gegenwärtige Regime sehe ich – bilateral – schwarz für so ein Unterfangen. Die Türkei war in den 90ern tatsächlich auf einem guten Weg. Doch dann kam Erdoğan und seine AKP.

Belarus kann gegenwärtig sowieso nicht EU-Mitglied werden: Die bestehende Todesstrafe nihiliert einen Versuch.

Im Falle Russlands hat, so sehe ich das, die Lahmarschigkeit des Westens samt EU in den 90ern den Karren vor die Wand gefahren. Lasst das Land mal ruhig mit Vodka-Jel’cin vor sich hinrotten. – Dann kam Putin.

15:51 von Sachse64

""
Ist das jetzt wirklich deshalb in Minsk, weil die Leute selbst dieses System satt haben [..] oder aber hilft da jemand nach und steckt da einige Milliarden hinein? In der Ukraine waren's 5,4 Mrd, glaube ich, jedenfalls lt. Viktoria Nuland.
""

5,4 Mrd zur Unterstüzung zivilier Organisationen, vollkommen legal, nicht heimlich, summiert für einen langen Zeitraum und nur ein kleiner Bruchteil dessen, was Russland zur Aufrechterhaltung einer illegalen Autokratie investierte.

Ich weiß nicht wie Leute, die von durch den Westen angestoßenen Revolutionen reden, sich das vorstellen. Geht da jemand von Haus zu Haus und verteilt Geld damit die Leute sich der Gefahr aussetzen verhaftet, verprügelt, getötet zu werden? Mag ja sein, dass führende Oppositionelle von außen unterstützt werden, aber Hundertausende gehen nur deshalb auf die Straße weil sie überzeugt sind. Man unterstützte auch mal Oppositionelle in der DDR, vollkommen zurecht und legal. Menschenrechte schlagen Gesetze zur Diktatur.

Kein Maidan

... aber eine friedliche Revolution, eine Öffnung des Landes zur Demokratie und zur Respektierung der Menschenrechte. Das wünschen wir Weißrussland von Herzen.

Sachse64 Ihrem Kommentar gebe

Sachse64
Ihrem Kommentar gebe ich meine beide Daumen nach oben . Auch ich komme aus der DDR und wir haben unsere Revolution durchgeführt ohne zu merken , dass die angeblichen Aktivisten schon damals mit den Brüdern und Schwestern aus dem Westen unterwandert waren. Das Ergebnis kann man heute noch spüren , denn die Treuhand hat ganze Arbeit geleistet , damit die Ossis heute noch wie die letzten Deppen behandelt werden , wenn man es mit sich machen lässt. Für solch einen Staat wie die BRD zur Zeit ist , dafür sind die Wenigsten der Ossis auf die Strasse gegangen. Mit Sicherheit sind wir nicht für die Affennahrung auf die Strasse gegangen.

Die UdSSR wird niemals zurückkehren

@ Bernd Kevesligeti:
Dazu auch der Artikel von Reinhard Lauterbach "Festnahmen und Verletzte" vom 13.August.

Reinhard Lauternbach ist aber gelinde ausgedrückt ein Revisionist. Er hätte gern die alte Sowjetmacht wieder eingesetzt. Das will in der heutigen Welt aber sonst niemand. Am wenigsten die Menschen in Belarus.

von pro Rus-contra Put 16:21

Also-gelinde ausgedrückt wollten die Mehrheit der Menschen in Belarus,zumindest in den 1990er Jahren nicht daß Ende der Sowjetunion.

Endlich wird mal zünftig gestreikt

@ Bernd Kevesligeti:
Nichts Neues ist von dem Generalstreik zu hören,zu denen die Opposition aufgerufen hat.

Das wundert mich. Sonst können Sie von Streiks doch gar nicht genug kriegen, z.B. in Deutschland.

@15:51 von Sachse64

oder aber hilft da jemand nach und steckt da einige Milliarden hinein?

Ich hoffe sehr, dass man den Menschen in Belarus hilft. Harte Sanktionen gegen das Regime wären ein guter Anfang.

Unsere Revolution in der DDR war ja Eigenbau , die in der Ukraine war es nicht.

Die Ukraine war und ist gespalten. Für die Gegner von Janukowytsch war die Revolution Eigenbau. Oppositionsführerin Tymoshenko war vorher inhaftiert worden. Wäre Janukowytsch nicht so korrupt wie sie, wäre das alles nicht so problematisch gewesen. Er war aber genau so korrupt. Damit war klar, dass die Inhaftierung Tymoshenkos politische motiviert war. Damit provozierte Janukowytsch die Maidan Proteste.

Wir in der DDR hätten uns aus Stolz geweigert, für unsere Revolution Geld anzunehmen.

Welche Demonstranten haben Geld erhalten?

Aber für das, was wir gegenwärtig in Dt haben, ist keiner damals auf die Strasse gegangen..

Mit der Kritik stimme ich allerdings überein.

Ja, wo denn nun, liebe Tagesschau?

"Offiziell sind zwei Menschen bei den Protesten gestorben, allein in Minsk in den vergangenen vier Tagen 6000 Menschen im ganzen Land festgenommen worden - ..."
6.000 Festnahmen in Minsk oder im ganzen Land?
Oder soll sich das "allein in Minsk" nur auf die Toten beziehen?

15:51 von Sachse64

"Wir in der DDR hätten uns aus Stolz geweigert, für unsere Revolution Geld anzunehmen."

Merken Sie nicht, wie niederträchtig es ist, Ihren Lesern durch nichts gestützte Behauptungen (die Demonstranten in Belarus sind vom Westen gesteuert) zu suggieren und dann auf der Grundlage dieses Nichts an Information dieselben Demonstranten moralisch und politisch zu diskreditieren?

Wenn Sie gerade nichts wissen, sagen Sie besser auch nichts.

@Sachse64 15:51

"Wir in der DDR hätten uns aus Stolz geweigert, für unsere Revolution Geld anzunehmen.

Das glaube ich nicht.
Wenn man der DDR-Opposition das Leben mittels Spenden ein klein wenig erleichtert hätte, hätte sich die Opposition in den meisten Fällen bestimmt nicht geweigert, das Geld zu nehmen.

"Aber für das, was wir gegenwärtig in Dt haben, ist keiner damals auf die Strasse gegangen..."

Selbstverständlich nicht, denn die Wende ist ja auch schon mehr als 30 Jahre her und die Verhältnisse waren damals ganz andere.
Was wollen Sie uns also mit Ihrem seltsamen Satz sagen? Dass unsere jetzigen Lebensverhältnisse in Freiheit und relativem Wohlstand es nicht wert waren, dafür auf die Straße zu gehen und die Diktatur und die Mangelwirtschaft aufzugeben?

@ Bender Rodriguez

EU steht für EUROPÄISCHE Union?! Belarus gehört meines Wissens zu Europa, natürlich nicht mit diesem Regime in die EU. Iran, …, Venezuela habe ich bisher immer woanders auf dem Globus verortet.

Adios Diktator

Die ARD präsentiert uns mit dem Artikel ein tolles Foto. Respekt.
Diesen Frauen kann niemand mehr was vormachen. Sie haben die Schnauze voll von geschummelten Wahlen und alten korrupten Männern, die sich anmaßen über ihr Land und ihr Leben zu bestimmen.

Es wird nichts mehr wie es war. Die korrupte Macht wird nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Das lassen sich die Menschen nicht mehr bieten. Sie wollen wieder aufrecht in den Spiegel sehen können.

Lukaschenko sollte sich einen Gefallen tun und ins Ausland gehen, wie einst Janukowitsch.
Adios Diktator

von Kowalski 16:27

....und genug kriegen ?
Na,von Streiks hier halten Sie doch nichts.Und hier gibt es sie ja nicht oft.

@ nie tche nau - denken Sie nur an Geld?

Das Russland Lukaschenko finanziert wissen wir aber wer finanziert die Opposition, das wuerde mich mal interessieren.

Wieso finanziert?
Ist es teuer, wenn man gegen die korrupte Machtelite auf die Straße geht?

16:19 von Gesellschaftskrise

"Für solch einen Staat wie die BRD zur Zeit ist , dafür sind die Wenigsten der Ossis auf die Strasse gegangen."

Mich würde schon interessieren, für welche Art von Staat die Bürger der DDR denn Ihrer Ansicht nach mehrheitlich auf die Straße gegangen sind.

Aber im Augenblick interessiert mich noch mehr, was daraus für die hausgemachte Krise in Belarus folgt.

@Gesellschaftskrise 16:19

"Mit Sicherheit sind wir nicht für die Affennahrung auf die Strasse gegangen."

Ich hoffe, es lebt sich gut mit der rosa Brille...
Ich bin auch ehem. DDR-Bürger und bin mir durchaus dessen bewusst, dass die Leute (nicht nur, vielleicht nicht hauptsächlich, aber) auch für die Affennahrung bzw. das, wofür sie ein Symbol war, auf die Straße gegangen sind.

@15:42 von fa66

"nikioko: »Wieso sagen neuerdings alle Medien Belarus zu Weißrussland?«

Das hatten wir doch neulich schon: Weil »Belarus« die auch hier in DE offizielle Eigenbezeichnung des Landes ist."

Hier war bisher "Weissrussland" gebräuchlich. Um das zu ändern gibt es ja seit zwei Tagen von diversen Medien Artikel/Infoboxen über die Bezeichnung, die nahelegen "Belarus" zu verwenden. ARD, ZDF, ntv...
Ich frage mich wie sowas zustande kommt.
Einfach durch gegenseitiges abschreiben oder tatsächlich eine konstatierte Aktion? Zumindest ist eher Aktivismus als Berichterstattung.
Über Nachrichtenagenturen wie Reuters oder dpa kam sowas bestimmt nicht in die Redaktionen.

@ Sachse64

Als "Nordwessi" habe ich die Ereignisse in der DDR 1989 auch sehr intensiv verfolgt, wenn auch nicht als persönlich Beteiligter. Manchmal frage ich mich jetzt auch, wofür die Leute damals auf die Straße gegangen sind?? Ich dachte immer, für (Meinungs- und Reise-) Freiheit und für bessere Lebensverhältnisse. Genau das unterscheidet die Lebens-Verhältnisse in 2020 von denen in 1989. Oder wollen Sie die Reisebeschränkungen wegen Covid-19 mit damals gleichsetzen?
Andere beneiden Deutschland um fast alles (Wohlstand, niedrige Arbeitslosigkeit) und wollen hierher auswandern, z.B. junge Akademiker nach dem Brexit aus Großbritannien.
Vermutlich wollen auch die Menschen in Belarus nur Freiheit und Wohlstand. Dafür muss sie auch kein westlicher "wer oder was auch immer" finanzieren.

Der Bericht

der Augenzeugin ist sicher interessant, konnte man gestern oder heute auch auf anderen Medien lesen.
Mich würde mal interessieren was die denken, die nicht auf die Straße gehen, als Vergleich.
Und bei den Zahlen, steht immer nur mehrere Tausend, das Land hat ungefähr 9,5 Millionen Einwohner.
Irgendwie kommen da Erinnerungen auf, die eher nicht so gut sind, alles etwas undurchsichtig.

um 15:51 von Bender Rodriguez

Wo entnehmen Sie bitteschön den "Wunsch der EU" Belarus aufzunehmen? Grundsätzlich spricht da zwar nichts entgegen, sollten irgendwann einmal die Vorraussetzungen dafür erfüllt sein und auch der Wunsch der Belarusen vorliegt. Ist aber frühestens in 30, 40 Jahren realistisch. Was passiert, wenn man zu "forsch" erweitert, während ein Land noch nicht bereit ist, sieht man hervorragend an der EU Osterweiterung. Und persönlich finde ich, sieht man das auch in den neuen Bundesländern.

@Olivia59 16:37

"Ich frage mich wie sowas zustande kommt.
Einfach durch gegenseitiges abschreiben oder tatsächlich eine konstatierte Aktion?"

Was ist eine "konstatierte Aktion"? Falls Sie 'konzertiert' meinen sollten: Wo wäre das Problem, wenn diese Aktion uns vom 20. ins 21.Jh. bringt?

"Zumindest ist eher Aktivismus als Berichterstattung."

Definitiv nicht.

"Über Nachrichtenagenturen wie Reuters oder dpa kam sowas bestimmt nicht in die Redaktionen."

Warum nicht? Wäre denkbar. Aber Ihr eigener Hinweis auf die Hinweisboxen war doch sehr hilfreich. Da steht eigentlich alles drin.

Grundsätzlich kann ich den ganzen Leuten, die sich so sehr über den aktualisierten Namen mokieren, nur nahelegen, den unbekannteren zweiten Teil des berühmten Adenauerzitats ("Geschwätz von gestern") zu beherzigen...

16:37 @Olivia59

Ich verstehe Ihre Argumentation nicht.
Egal ob oder über welche Agenturen das kam, es wurde wohl höchste Zeit, den richtigen Namen für das Land zu verwenden.
Andere Länder machen das schon lange.
Oder haben Sie schon mal eine Artikel über
"White Russia" gelesen?

16:37 von Olivia59

"""
Ich frage mich wie sowas zustande kommt.
Einfach durch gegenseitiges abschreiben oder tatsächlich eine konstatierte Aktion? Zumindest ist eher Aktivismus als Berichterstattung.
"""

Es ist ganz einfach, der Begriff hat sich im Ausland durchgesetzt, ist offizieller Sprachgebrauch und somit sickerter der Begriff in den letzen 20 Jahren mehr und mehr in die Alltagssprache ein. Da Belarus nur selten ein großes Thema ist, stellte man sich in Redaktionen wohl selten die Frage der "korrekten" Bezeichnung. Nun aber ist Belarus ein großer Dauerthema. Da kann man im Wissen um die 2 Begriffe und den Wandel des Zeitgeist in der Alltagssprache schon mal überlegen ob man als Redaktion einen Wechsel der Begrifflichkeit vornimmt. Und diese Überlegung kann dann mittlerweile eigentlich nur zu einem Schluss kommen: Es heißt Belarus. Die Frage stellen sich alle großen Redaktionen und die kleinen folgen dann. Dementsprechend findet überall der Wechsel statt. Dazu braucht es keiner konstatierte Aktion.

@Poliós 16:35

"Mich würde schon interessieren, für welche Art von Staat die Bürger der DDR denn Ihrer Ansicht nach mehrheitlich auf die Straße gegangen sind."

Naja, es gab mal eine Phase, in der tatsächlich sehr viele Leute auf eine verbesserte, freie DDR gehofft und dafür demonstriert hatten. Das wollten bspw. alle bekannten Bürgerrechtsorganisationen. Allerdings war diese Phase nicht besonders lang, da die Führung sehr schnell sehr klar gemacht hat, am Führungsanspruch der SED keinesfalls rütteln zu wollen, und außerdem der Großteil der Bevölkerung (im Gegensatz zur Überzeugung von User Gesellschaftskrise) nicht die Geduld für eine langwierige Transformation aufbringen würde. Wir wollten alle sofort einen Golf...

"Aber im Augenblick interessiert mich noch mehr, was daraus für die hausgemachte Krise in Belarus folgt."

Nichts. :D

Am 13. August 2020 um 16:37 von Olivia59

Zitat: Hier war bisher "Weissrussland" gebräuchlich. Um das zu ändern gibt es ja seit zwei Tagen von diversen Medien Artikel/Infoboxen über die Bezeichnung, die nahelegen "Belarus" zu verwenden. ARD, ZDF, ntv...

Es gibt dazu Interessantes beim Deutschlandfunk vor 6 Tagen.

Zitat: Ich frage mich wie sowas zustande kommt.
Einfach durch gegenseitiges abschreiben oder tatsächlich eine konstatierte Aktion? Zumindest ist eher Aktivismus als Berichterstattung. Über Nachrichtenagenturen wie Reuters oder dpa kam sowas bestimmt nicht in die Redaktionen.

Deutschlandfunk: "Vor einigen Monaten nun sind deutschsprachige Nachrichtenagenturen zur Bezeichnung Belarus übergegangen. Die Begründung ist eher formal. Sie besteht aus dem Hinweis auf die schon erwähnte Selbstbezeichnung und auf die Sprachregelung des Auswärtigen Amtes. In den deutschen Medien setzt sich Belarus seitdem nach und nach durch."

um 16:19 von Gesellschaftskrise

Warum beleidigen Sie die Aktivisten der friedlichen Revolution. Natürlich sind der Treuhand Fehler unterlaufen und es hätte einiges besser gemacht werden können. Die Behauptung die ehemaligen DDR Bürger lassen sich wie die letzten Deppen behandeln ist einfach nur dumm. Ich verstehe nur nicht das Menschen wie Sie nachdem sie die DDR Diktatur überstanden haben, Sehnsucht nach einen Pegida oder AFD geführten Staat haben.

um 16:37 von Olivia59

"Hier war bisher "Weissrussland" gebräuchlich."
Meinen Sie? Zwar wurde Weißrussland quasi aus Belorus abgeleitet aber im deutschen Sprachraum war bis ins 20. Jahrhundert eher der Begriff Ruthenien verbreitet.

Thematische Ausrichtung

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@hesta15 17:03

"Ich verstehe nur nicht das Menschen wie Sie nachdem sie die DDR Diktatur überstanden haben, Sehnsucht nach einen Pegida oder AFD geführten Staat haben."

Das verstehen auch die meisten ehemaligen DDR-Bürger (wie bspw. alle meine Bekannten, Verwandten und ich) nicht...

@17:04 von dermulla

">>Olivia59: Hier war bisher "Weissrussland" gebräuchlich.<<
Meinen Sie? Zwar wurde Weißrussland quasi aus Belorus abgeleitet aber im deutschen Sprachraum war bis ins 20. Jahrhundert eher der Begriff Ruthenien verbreitet."

Wenn dem nicht so wäre hätte es doch jetzt nicht diese Artikel und Infoboxen nicht gebraucht, die einem "Belarus" nahelegen.
Für den Geschmack der Redakteure war "Weissrussland" daher zu viel im Umlauf - das ist nun mal die immanente Logik an dem Sachverhalt.

16:48 von wenigfahrer

"Und bei den Zahlen, steht immer nur mehrere Tausend, das Land hat ungefähr 9,5 Millionen Einwohner.
Irgendwie kommen da Erinnerungen auf, die eher nicht so gut sind, alles etwas undurchsichtig."

Welche unguten Erinnerungen da in Ihnen aufsteigen, mag Ihr Geheimnis bleiben. Die Argumentation hingegen kenne ich schon. Die kommt immer, wenn von einer Demonstration in Russland berichtet wird.

Aber eine Demonstration ist keine repräsentative Umfrage. Und wenn in Belarus mehrere tausend Demonstranten auf die Straße gehen, obwohl sie wissen, was ihnen da blüht, dann ist das ein sehr starkes Signal.

Dieser Einschätzung folgen offenbar auch die lokalen Machthaber. Sonst würden sie nicht so hypernervös und hyperaggressiv reagieren.

Kämpft für eure Freiheit !"!

So manche Entwicklungen jetzt in Belarus wie sie sich anbahnen sind so wie wie damals in Rumänien. Man kann die Freiheit lange verbieten aber wenn die Nachbarländer die Freiheit trotz alle Widrigkeiten genießen so möchte man das auch. Es gibt zu viele Kontakte nach Polen, Litauen und Estland und für mache gar nach Deutschland.
Es ist hier nicht wie einige behaupten eine Unterwanderung von einige Geheimdiensten, das ist schlicht dümmlich.
Das Regime von Lukaschenko nähert sich dem Ende und je mehr er sich dagegen sperrt um so schneller kommt es. Ich wünsche alle Menschen, vor allem aber die junge Menschen in Belarus die Freiheit, wie schwierig es auch sein mag.
Kämpft dafür !

Am 13. August 2020 um 16:49 von dermulla

" Was passiert, wenn man zu "forsch" erweitert, während ein Land noch nicht bereit ist, sieht man hervorragend an der EU Osterweiterung. Und persönlich finde ich, sieht man das auch in den neuen Bundesländern. "

Woran sieht man das ?, in den neuen Bundesländern ?.

@ um 16:53 von Leipzigerin59

16:37 @Olivia59 (...)

>>Antwort, Am 13. August 2020 um 16:53 von Leipzigerin59, Zitat:
Ich verstehe Ihre Argumentation nicht.
Egal ob oder über welche Agenturen das kam, es wurde wohl höchste Zeit, den richtigen Namen für das Land zu verwenden.
Andere Länder machen das schon lange.
Oder haben Sie schon mal eine Artikel über
"White Russia" gelesen?<<

Ich halte es auch nicht für wichtig ob es Reuters oder DPA oder sonst wer verbreitet. Oder sind die NA´s jetzt eine Überinstanz der ÖR? Es ist die Frage nach dem Sinn danach. Mir leuchten die Erklärungen dazu ein. Es als konstatierte Aktion zu sehen halte ich für stark übertrieben.

Und White Russia"n" kenne ich selbst nur als Drink, sogar als Antialkoholiker. Der "Dude" lässt grüßen.

@Olivia59 17:13

"Für den Geschmack der Redakteure war "Weissrussland" daher zu viel im Umlauf - das ist nun mal die immanente Logik an dem Sachverhalt."

Nein, ist es nicht!
Die immanente Logik an dem Sachverhalt ist, dass für den Geschmack nicht nur der Redakteure zu VIEL 'Weißrussland' im Umlauf war, sondern zu FALSCH!

Sie haben selbst die Hinweisboxen angesprochen. Warum glauben Sie denen bzw. dem Kommentar von falsa demonstrio 17:00 eigentlich nicht?

Explizit für Sie: Adenauer hat gesagt "Nichts hindert mich daran, weiser zu werden."
Die Redakteure haben sich entschieden, weiser zu werden. Wann folgen Sie?

Das Problem in Minsk wird in Moskau entschieden.

Das ist meine Überzeugung. Putin wird nach den baltischen Staaten und der Ukraine nicht noch ein "puffer-Staat" an den Westen verlieren wollen.

Warum die DDR zusammenbrach?

Warum die DDR zusammenbrach? Weil die Bürger die BRD vor '90 wollten. Die soziale Marktwirtschaft. Für den heutigen Kapitalismus bestimmt nicht.
Belarus hat aber keine anderen Staat, dem sie angegliedert werden könnten. Die müssen selber sehen, wie es weiter geht. So jedenfalls nicht.
Und dass man die EU nicht beliebig ausdehnen kann, sollte klar sein. Auch die Nato nicht. Was würden wohl die USA jammern, wenn sich Mexico dem Warschauer Pakt angegliedert hätte?
Die haben schon gejammert, als raketen nach Kuba sollten.

Agenten des KGB

"Viele Polizisten, Truppen des Innenministeriums und KGB-Geheimdienstagenten sind unterwegs, auch wenn sie sich versteckt halten."

Frau Reznikava will auf ihrer Fahrt durch Minsk also Geheimdienstagenten des KGBs angetroffen haben, die sich versteckt halten...

Kommt das nur mir ziemlich unrealistisch vor?

@17:03 von hesta15

Mehrheiten in den ehemaligen Ostblockstaaten (und nicht nur dort) haben zu verschiedenen Themen ganz andere Ansichten als Sie. Damit sind diese Staaten nicht weniger demokratisch. Wenn, hoffentlich bald, die Diktatur auch in Belarus beseitigt ist, würde in Belarus nicht viel anders gewählt als anderswo in Osteuropa.

@ 16:37 von Olivia59 u.a.

Ist das wirklich angesichts der massiven Unterdrückung und Gewalt gegen Opposition und Demonstrant*innen mit ersten Todesopfern Ihr Hauptproblem, ob man "Belarus" oder '"Weißrussland" sagt?

@ Frank_pu - Putin ist doch nicht dumm

Putin wird nach den baltischen Staaten und der Ukraine nicht noch ein "puffer-Staat" an den Westen verlieren wollen.

Quatsch. Wozu braucht Putin einen Puffer? Sind wir hier im Rangierbahnhof? Putin muss sich mal in Ruhe und im gegenseitigen Respekt mit dem Westen zusammen setzen. Mit kaltem Krieg und mit erschossenen Gegnern im kleinen Tiergarten kann er seine abstürzende Wirtschaft nicht retten.

Es...

... geschieht zwar viel Unrecht, aber laßt uns erst mal klären, ob wir über Belarus oder Weissrussland schreiben?
Wie nebensächlich doch die Geschehnisse dort aus diesem Blickwinkel werden. Vielen Dank dafür.

@17:30 von Nachfragerin

Kommt das nur mir ziemlich unrealistisch vor?

Ja.

Es ist eine Diktatur. Selbstverständlich sind viele Truppen des Innenministeriums und Geheimdienstagenten unterwegs.

@16:57 von teenriot

"Es ist ganz einfach, der Begriff hat sich im Ausland durchgesetzt, ist offizieller Sprachgebrauch und somit sickerter der Begriff in den letzen 20 Jahren mehr und mehr in die Alltagssprache ein."

Richtig, Sprache muss sich "von unten" entwickeln, also darf gerne einsickern und soll sich im Gebrauch durchsetzen.
Wie ein anderer User hier gerade schrieb hat wohl das Außenministerium damit angefangen auf "Belarus" zu wechseln und schwupps klären diverse Leitmedien die Bürger auf, was die "korrekte" Bezeichnung ist.
Aus meiner Sicht glasklar politisch motiviert.
Ich finde es generell ungut wenn sich irgendwer dazu aufschwingt die Deutungshoheit über Sprache bzw. Begrifflichkeiten zu übernehmen. Es kann einem zwar niemand Vorschriften machen aber diese breite Front, mit der "Belarus" nun etabliert wird stellt zumindest eine neue "politische Korrektheit" her.
Es gibt etliche Länder, für die wir hierzulande Bezeichnungen verwenden die von den Eigenbezeichnungen der Länder abweichen.

@ 16:19 von Gesellschaftskrise

Niemand hat behauptet, dass die Montagsdemonstrant*innen u.a. für "Bananen" (meinen Sie das mit "Affennahrung") auf die Straße gegangen sind: sie sind auf die Straße gegangen, um gegen Repression, Spitzeltum und für Bürgerrechte, Demokratie und Meinungsfreiheit zu demonstrieren - nicht so ganz weit weg von dem, wofür die Menschen in Belarus auf die Straße gehen.
Ehrlich gesagt finde ich Ihre Beschreibung eher peinlich: Niemand spricht noch von Ossis, erst recht nicht von "letzten Deppen" - aber manche machen sich selbst gern dazu.
Und ich kenne viele, die "damals" sehrwol für einen "Staat die wie BRD zur Zeit" auf die Straße gegangen sind.

@Kowalski 17:34

"Quatsch. Wozu braucht Putin einen Puffer?"

Das müssen Sie schon Putin fragen. Aber er selbst hat das sinngemäß gesagt.

"Putin muss sich mal in Ruhe und im gegenseitigen Respekt mit dem Westen zusammen setzen."

Da gebe ich Ihnen recht. Allerdings muss ich Sie auch da an Putin verweisen. NATO und EU haben ihm jedenfalls oft genug angeboten, in Ruhe und mit gegenseitigem Respekt zu reden.

um 17:30 von Nachfragerin

Frau Reznikava will auf ihrer Fahrt durch Minsk also Geheimdienstagenten des KGBs angetroffen haben, die sich versteckt halten...

Kommt das nur mir ziemlich unrealistisch vor?
---------
Kommt mir gar nicht unrealistisch vor. Ich habe Anfang der 80er Jahre am Balaton Urlaub gemacht, die vielen Mitarbeiter der Stasi die ihre Landsleute überwacht haben, waren nicht zu übersehen.

Am 13. August 2020 um 17:34 von KowaIski

" Quatsch. Wozu braucht Putin einen Puffer? Sind wir hier im Rangierbahnhof? Putin muss sich mal in Ruhe und im gegenseitigen Respekt mit dem Westen zusammen setzen. Mit kaltem Krieg und mit erschossenen Gegnern im kleinen Tiergarten kann er seine abstürzende Wirtschaft nicht retten. "

Ich hab das Gefühl, das die RF das doch etwas anders sieht, ob die NATO direkt an der Russischen Grenze steht, oder noch etwas Pufferzeit dazwischen ist.
Kommt wohl an auf die Sichtweise an, wer an wen heranrückt.

" Putin muss sich mal in Ruhe und im gegenseitigen Respekt mit dem Westen zusammen setzen. "

Das hat Er schon mal versucht vor vielen Jahren, das wollte man aber nicht, die Rede hat Er sogar in Deutsch gehalten.

@ Olivia59 - Schall und Rauch

"Namen sind Schall und Rauch" Kennen Sie dieses Zitat?
Wissen Sie was? Sie diskutieren hier mit Verve über Schall und Rauch. Ob wir das Land jetzt Weißrussland oder Belaruss nennen, ist doch völlig egal. Es gibt Franzosen, die sagen Köln und sprechen es auch korrekt aus, andere hingegen sagen Cologne. Kümmert es jemanden?

In Belarus werden Menschen geschlagen, weil sie ihre Meinung sagen.

@ wenigfahrer

Ich hab das Gefühl, das die RF das doch etwas anders sieht, ob die NATO direkt an der Russischen Grenze steht, oder noch etwas Pufferzeit dazwischen ist.

Haben Sie Angst, "die NATO" könnte rüber kommen? So ohne Puffer? Warum sollte sie das tun? Weil es in der NATO-Kantine keine Soljanka gibt? Oder keine Kartoffelpuffer?

17:30 von Nachfragerin

Frau Reznikava will auf ihrer Fahrt durch Minsk also Geheimdienstagenten des KGBs angetroffen haben, die sich versteckt halten...

Kommt das nur mir ziemlich unrealistisch vor?///

Es gibt natürlich keinen russischen KGB mehr. Name geändert.
Der Geheimdienst in Belarus heißt aber KGB. Also doch nicht unrealistisch?

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