Ihre Meinung zu: Wirecard-Skandal": Scholz will Prüfungsstruktur "mit mehr Biss"

29. Juli 2020 - 21:04 Uhr

Stundenlang wurde Minister Scholz im Finanzausschuss zum Wirecard-Skandal befragt - die Parteien attestierten ihm danach ein "Bemühen" um Aufklärung. Scholz selbst forderte in den tagesthemen schnelle Reformen bei der Unternehmsprüfung.

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Kommentare

die finanzaufsicht zu staerken, bedeutet..

den bock zum gaertner zu machen.

schliesslich waren sie es, die auf die ernstzunehmenden hinweise aus UK leerverkaeufe gestoppt haben, um die aktie von wirecard zu schuetzen.

man erstattete gar anzeige gegen die, die man heute vielleicht sogar als whistleblower bezeichnen muesste.

die bundesfinanzaufsicht im sinne scholzens vorschlag zu reformieren, wird daher lediglich darauf hinauslaufen, dass aehnliche probleme in zukunft mit umso groesserer entschlossenheit -- jedoch falsch -- geloest werden.

kann man dies wirklich wollen?

Scholz kann gelassen bleiben

Für den Skandal bei Wirecard trägt Scholz keine Verantwortung. Das Finanzministerium darf keinen Blick in die Bücher einer privaten Firma werfen. Die Wirtschaftsprüfer hingegen dürfen das und müssten eigentlich gesehen haben, wo die 1,9 Millionen geblieben sind.

@ Tagesschau

Erklärt doch mal bitte, warum solche Befragungen nicht öffentlich sind und nicht im TV übertragen werden?
Ebenso wie es mit den Sitzungen der Untersuchungsausschüsse sein müßte.
Oder gibt es da Dinge zu besprechen, von denen die Bürger nichts erfahren dürfen?

@ um 21:21 von um von um von um von

Warum darf das Finanzministerium keinen Blick in die Bücher von privaten Firmen werfen?
Wenn überhaupt irgendwer, dann doch genau das Finanzministerium, dachte ich.
Das Finanzministerium ist doch dafür da, dafür zu sorgen, dass jeder seine Steuern bezahlt und damit zur Finanzierung unseres Staates beiträgt. Dann muß es doch auch kontrollieren dürfen. Ohne Einblick in die Bücher geht das nicht.
Darauf zu vertrauen, dass private Wirtschaftsprüfer das schon richtig machen, wäre doch ziemlich naiv für ein Ministerium.
Geradezu dümmer, als die Polizei erlauben sollte.

Wirecard . . .

. . . war der Versuch in Europa ein Finanz Dienstleistungs Unternehmen auf zu bauen.
Um der Übermacht der USA etwas entgegen zu setzen. Weil man hierauf Stolz sein wollte wurden mehrfach mal 2 Augen zugedrückt. Ist ein wenig nach zu vollziehen.
Ging leider voll in die Hose.
b.k.

@ nie wieder spd

@ Tagesschau Erklärt doch mal bitte, warum solche Befragungen nicht öffentlich sind und nicht im TV übertragen werden?

Weil uns einige Details und wirtschaftlichen Zusammenhänge einer privaten Firma nichts angehen. Immerhin handelt es sich um ein laufendes Verfahren.

@ nie wieder spd

Warum darf das Finanzministerium keinen Blick in die Bücher von privaten Firmen werfen?

Weil der Staat kein Recht hat, sich in die Wirtschafts- und Vermögensverhältnisse einer privaten Firma einzumischen. Es geht ihn nichts an. Kennen Sie nicht die Bedeutung des Datenschutzes?

wer sich heute so erregt

in Medien wurde über "Unregelmäßigkeiten" berichtet
die wurden mit strafrechtlichen Folgen bedroht
also das sollte man auch im Hinterkopf behalten

wow

das ist das beste zeugnis, was der in sich selbst verliebte funktionär erlangen konnte. "der mitarbeiter bemühte sich nach kräften, das ihm mögliche zu erreichen"

@nie wieder SPD

...im Ernst...wie viel Zeit muss man haben, um sich so eine Befragung live im TV anzusehen...währenddessen hätten Sie mindestens 100 weitere Kommentare zur Unfähigkeit der Regierung/ Politiker im Allgemeinen verfassen können...

@von um 21:39

sich einmischen und einblick zu erhalten ist schon etwas anderes. sie haben wohl noch nie eine betriebsprüfung des finanzamtes erlebt? außerdem kann jeder den jahresabschluß einer börsennotierten aktiengesellschaft einsehen, da gehen sie einfach auf die homepage des unternehmens, suchen den bereich investor relations und schon ist er da...:-)

Nebelkerzen!

Nicht mehr, nicht weniger - absolut unglaubwürdig!

Inkompetenz oder Ablenkungsmanöver?

> das eigentliche Thema sei, "dass eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den Betrug nicht aufgedeckt hat <

Minister sind keine Menschen von vom Fach, aber Herr Scholz sollte sich bevor er so eine Aussage trifft erst einmal informieren. Die Jahresabschlussprüfung ist EXPLIZIT NICHT auf die Aufdeckung von Betrug ausgelegt. Eine Fraud-Prüfung ist vollständig anders aufgebaut. Die Ressourcen die zu einer solchen Prüfung benötigt werden sind ganz Andere. Wir reden hier von hunderttausenden Belegen unter denen ggf. weniger als eine Hand voll elaboriert mit Scheinfirmen gefälscht sind. Eine Überprüfung die nicht nur deutlich mehr Stunden, sondern auch Übersetzer und Reisen vor Ort erfordert. Im Falle von DAX Unternehmen schon einmal um die halbe Welt für einen einzelnen Debitor.

Die Verantwortung auf die Wirtschaftsprüfer abzuwälzen zeugt von absoluter sachlicher und gesetzlicher Unkenntnis von Herrn Scholz. Oder aber einem bewussten und mutwilligen Vertuschen der eigenen Verfehlungen.

Olaf Scholz politisch stärken...

Also ... ich bin politisch deutlich links der SPD, und ich finde Olaf Scholz auch ziemlich dröge in seiner öffentlichen Darstellung. Aber ich habe - auch unternehmerische - Lebenserfahrung und weiß, daß auch dröge Typen in der Sache oft "tippitoppi" sind. So sehe ich das - fairerweise - auch bei Olaf Scholz. Als Finanzminister ist er ein Zahlenmensch und - als Hanseat - typischerweise kein bunter Polit-Clown.
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Wer Olaf Scholz vorhält, sich nicht früher offiziell zur "Causa Wirecard" geäußert zu haben, der kennt unsere Gesetze nicht und weiß nichts von Politik. Ein Hinweis auf die "Causa Kirch-Group -vs- Deutsche Bank" mag hier genügen. Olaf Scholz hat sich richtigerweise - und trotz FT-Berichten - politisch zurückgehalten.
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Und weil man anschließend immer schlauer ist, wird es auch nach Wirecard für vergleichbare Unternehmen nun gewiß schärfere Prüfmechanismen geben.
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Noch besser wäre es allerdings, würde Olaf Scholz darin gestärkt, auch die Cum-EX-Verbrecher konkret zu belangen.

@21:13 von Friedrich Spee

Ich verstehe Ihre Ausführungen nicht... soll ein Bundesfinanzminister künftig schon öffentlich rotieren, wenn ein ausländisches Journal (möglicherweise aus dubiosen Gründen) einen Artikel veröffentlicht..??

@ nie wieder spd um 21:33

"Das Finanzministerium ist doch dafür da, dafür zu sorgen, dass jeder seine Steuern bezahlt und damit zur Finanzierung unseres Staates beiträgt. Dann muß es doch auch kontrollieren dürfen. Ohne Einblick in die Bücher geht das nicht."

Da haben sie natürlich recht. Das Finanzamt darf eine Steuerprüfung durchführen. Allerdings nur bei den Gesellschaften die dem deutschen Steuerrecht unterliegen. Jetzt denken sie nochmals nach: Wo ist die Gesellschaft ansässig, die die nicht vorhandenen 1,9 Mill Euro ausgewiesen hat?

@ Sdric

... Eine Überprüfung die nicht nur deutlich mehr Stunden, sondern auch Übersetzer und Reisen vor Ort erfordert. Im Falle von DAX Unternehmen schon einmal um die halbe Welt für einen einzelnen Debitor.
Die Verantwortung auf die Wirtschaftsprüfer abzuwälzen zeugt von absoluter sachlicher und gesetzlicher Unkenntnis von Herrn Scholz. Oder aber einem bewussten und mutwilligen Vertuschen der eigenen Verfehlungen.

Das ist völlig falsch. Denn das Ministerium hat erst recht keine Prüf-Funktion für die tausende Unternehmen in der Bundesrepubkik. Denn das Ministerium kann erst recht nicht schon einmal um die halbe Welt für einen einzelnen Debitor reisen. Das Ministerium hat viel wichtigere Aufgaben. Scholz ist aus dem Schneider.

21:33 @nie wieder spd

"... Darauf zu vertrauen, dass private Wirtschaftsprüfer das schon richtig machen,
wäre doch ziemlich naiv für ein Ministerium. ..."

Werden bei den Prüfungen durch das Finanzamt Unregelmäßigkeiten festgestellt,
haken die auch nach.
Entweder hat die WireCard vor den Prüfungen alles gut "vertuscht" oder ... :-)

Doch solchen großen Wirtschaftsprüfunternehmen glauben die Finanzämter eben
- wie auch den Auswertungen eines Steuerberaters.

Überlastung des Finanzamtes, ...

@Sdric um 23:34

Abschlussprüfungen finden immer unter einem enormen Zeitdruck statt. Deshalb kann nicht vollständig geprüft werden. Damit haben sie recht.
Allerdings gibt es schon seit über einem Jahr Zweifel am Vorhandensein des ausgewiesenen Geldes. Auch Quartalsberichte müssen geprüft werden. E&Y hätte dem nachgehen müssen. Es ging um einen wesentlichen Teil der Bilanzsumme.

@21:39 von um von um von um von

"... Weil der Staat kein Recht hat, sich in die Wirtschafts- und Vermögensverhältnisse einer privaten Firma einzumischen.
Es geht ihn nichts an ..."

Diese Unfug hat fast wortwörtlich schon mal jemand behauptet.

"... Kennen Sie nicht die Bedeutung des Datenschutzes? ..."

Hat damit gar nichts zu tun.

@21:22 von nie wieder spd

>> Erklärt doch mal bitte, warum solche Befragungen nicht öffentlich sind und nicht im TV übertragen werden? > Ebenso wie es mit den Sitzungen der Untersuchungsausschüsse sein müßte.
Oder gibt es da Dinge zu besprechen, von denen die Bürger nichts erfahren dürfen? <<
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Parl. U-Ausschüsse sind keine offiziell tagenden Gremien, weil u.U. auch nicht zur Veröffentlichung geeignete (zB. sicherheitsrelevante) "Polit-Geschäfte" zur Sprache kommen. Das ist nachvollziehbar, wenn man es zB. mit familiären oder Firmen-Angelegenheiten vergleicht... da bindet man auch nicht jedem alles offiziell oder per TV auf die Nase.
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Ausnahmen wären nur Fälle, wo ein Politiker / eine Regierung grob gegen das Staatsinteresse verstoßen hat. Derartig Beschuldigte treten aber zumeist schon vorab von allen Ämtern zurück...

Das Finanzministerium ist die falsche Adresse

@ Sdric:
Minister sind keine Menschen von vom Fach, aber Herr Scholz sollte sich bevor er so eine Aussage trifft erst einmal informieren. Die Jahresabschlussprüfung ist EXPLIZIT NICHT auf die Aufdeckung von Betrug ausgelegt.

Das Finanzministerium noch viel weniger. Das Ministerium macht Finanzpolitik, prüft aber nicht die Bilanzen von tausenden und abertausenden von Firmen auf Unstimmigkeiten oder Betrug. Das wäre nie und nimmer zu schaffen, nicht mal mit der zehnfachen Belegschaft.

Scholz trägt nicht die Verantwortung für Betrügereien in diesem Unternehmen Wirecard. Mal ganz abgesehen davon, dass der Betrug ja passiert ist, als Scholz noch gar kein Minister war.

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