Ihre Meinung zu: Gender Studies: Umkämpfte Wissenschaft

28. Juli 2020 - 11:12 Uhr

Ungarns Regierung hat die Gender Studies von den Universitäten verbannt. Warum ist das Studienfach vor allem in rechten Kreisen so umstritten? Von Andrej Reisin.

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Kommentare

Sozial, biologisch,

Sozial, biologisch, biografisch, kulturell, soziologisch, historisch - zumindest aus diesen 6 Bausteinen definiert sich Geschlecht - eine allgemein anerkannte Tatsache, die es seit Jahrzehnten gibt und die die Basis aller Genderforschung markiert.
Es ist so klar wie Fleischbrühe, dass Orban mit seinem Regierungserlass gegen die verfassungsrechtlich verankerte Wissenschaftsfreiheit und geltendes EU-Recht verstößt; es ist nicht unwahrscheinlich, dass ihm genau das gefällt, weil er von Rechtsaußen dafür Applaus aus vielen Parteien anderer Länder bekommt, so wie von der deutschen afd. Und wenn Brüssel gegen die Rechtsstaatlichkeitsverstöße Ungarns so lasch bleibt (- wer hatte doch gleich von der Leyen auf den Thron gehievt? -), wird sich das eher verfestigen.
Die EU sollte weiter klar und deutlich die Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit in Ungarn einfordern. Ich setze da allerdings mehr auf das Parlament als auf die Kommission.

"Gleichstellungsmaßnahmen

"Gleichstellungsmaßnahmen zugunsten von Frauen, aber auch Homo- und Transsexuellen"

Frauen finden das ganz toll, dass sie im Sport jetzt gegen Männer antreten dürfen - dort wo die "Gleichstellung" von Transsexuellen bereits im Sport angekommen ist, stellen transsexuelle Männer gerade fleißig Rekorde auf.

Gendern ist Unsinn!

Darum ist auch ein Studienfach nicht sinnvoll. Es ist aber wieder bezeichnend, dass man hier erneut als "Rechter" dargestellt wird, wenn man (aus meiner Sicht) vernünftig ist und gegen den Genderismen ist.Anstelle, dass man die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern mal auf dem Gehaltszettel sehen könnte, und sich dafür einzusetzen, arbeitet man sich an Verbalverballhornungen des Kulturgutes deutsche Sprache ab. Wer in öffentlichen Schreiben von Stadtbehörden, wie hier in Freiburg mit Gender-Unterstrichen, agiert, oder auf den Schildern im neuen Rathaus in Freiburg "WC für Besuchende" / "WC für Mitarbeitende" steht, dann frage ich mich, mit welcher Rationale man solche "Verbalergüsse"noch wissenschaftlich unterfüttern soll. Wissenschaftlich ist hingegen erwiesen, dass es einen Unterschied zwischen einem persönlichen und einem sprachlichen Geschlecht gibt, und dass Studierende keine Studenten sind. Aber so genau nimmt man (m/w/d) es nicht mehr, warum dann noch einen Studiengang?

Meine Oma hätte das auch als

Meine Oma hätte das auch als Zeitverschwendung abgetan . Sollen sie doch forschen, aber bitte nicht mit Steuergeld .

"Sowohl die stellenweise Überpolitisierung als auch die fachliche Breite bieten Einfallstore für diejenigen, die den Gender Studies jedwede Wissenschaftlichkeit absprechen wollen.
>> Doch dieses Anliegen ist seinerseits politisch und nicht wissenschaftlich motiviert - wie nicht zuletzt das Vorgehen der ungarischen Regierung gegen die Wissenschaftsfreiheit zeigt"

Genau: Dieses "Anliegen" ist politisch motiviert. Und zwar von denjenigen, deren Anliegen es ist, alle gegeneinander auszuspielen. Bleibt also eigentlich nur noch die Frage zu klären: Warum wohl?

"Gender Studies", die

"Gender Studies", die Astrologie des Bildungsbürgertums.

"Dabei wird zumeist davon

"Dabei wird zumeist davon ausgegangen, dass gesellschaftlich etablierte Geschlechter-Rollen natürlich an das biologische Geschlecht gekoppelt seien"

In den allermeisten Fällen sind sie das auch, Hormone und ihre Auswirkungen zu leugnen hat mit Wissenschaft nichts zu tun.
Genderstudies werden nichts daran ändern, dass z.B. Aufgaben, deren Erledigung viel Muskelkraft erfordern, deutlich überwiegend von Männern übernommen werden.

Der Einfluss von Östrogen und Testosteron auf die Gesellschaft wird wohl größer bleiben, als der Einfluss von Genderstudies.

Gender Studies

Grundsätzlich finde ich diesen Studiengang interessant und sinnvoll und ein Verbot oder eine Verbannung des Fachs ist grottenfalsch und zudem ein Verstoß gegen die Freiheit der Wissenschaften. Dass sich in diesem Studiengang auch viel verquaste linke Ideologie wiederfindet und (noch) manche*r Studierende nur so zu einem Abschluss kommt, ändert daran nichts. Hier sollte das berühmte Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden.

In diesem Punkt ...

..bin ich ein Ungar ...

Gender Studies ja, aber ...

"Aber sie legen offen, dass es keinen biologischen Determinismus gibt, der aus dem Vorhandensein bestimmter Organe und Hormonspiegel automatisch ableitet, welche Eigenschaften und Fähigkeiten Menschen haben." Das ist richtig. Nur werden Eigenschaften und Fähigkeiten tatsächlich hiervon wesentlich mitbestimmt, d.h. sie bewirken eine hohe Wahrscheinlichkeit in eine bestimmte Richtung. Dies bedeutet: Unser Recht, dass letztlich jedem Individuum gerecht werden muss, muss damit auch die eher unwahrscheinlichen Kombinationen berücksichtigen und darf nicht auf der Basis von Wahrscheinlichkeiten beurteilen. Jeder nach seinen indvidiuellen Eigenschaften und Fähigkeiten, nicht nach dem Geschlecht. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass z.B. das männliche Becken auf Dauerlauf optimiert ist und es daher Frauen nicht auf die Bestenlisten im Langstreckenlauf schaffen können, da ihr Becken auch einen Geburtskanal offen halten muss. Gender Studies sollen nicht versuchen, Fakten wegzudiskutieren.

Ungarn ist hier die Regel, nicht die Ausnahme

Kritiker meinen, das Vorhaben könnte gegen die verfassungsrechtlich verankerte Wissenschaftsfreiheit und geltendes EU-Recht verstoßen. Denn über die Einrichtung eines Studiengangs entscheiden in demokratischen Rechtsstaaten wissenschaftliche Kriterien - und nicht die Regierung.

In demokratischen Rechtsstaaten sollte der Staat nicht über Studiengänge entscheiden. Das ist jedoch bei jeder staatlichen Hochschule der Fall, überall. Ungarn ist hier die Regel, nicht die Ausnahme.

Ich habe nichts dagegen wenn jemand Gender Studies oder was auch immer studieren will.
Ich habe was dagegen, dass Steuerzahler gezwungen werden staatlich/politische Hochschulen zu finanzieren.

Der Mythos von: "Gott hat es so gewollt".

Artikel: «["Im Anti-Gender-Kampf"] wird zumeist davon ausgegangen, dass gesellschaftlich etablierte Geschlechter-Rollen natürlich an das biologische Geschlecht gekoppelt seien - entweder gottgewollt oder evolutionär begründet. Demzufolge betrieben die Gender Studies eine Art Verschwörung zur Abschaffung der Natur.»

"Gottgewollt" ist gar nichts auf dieser Welt.
"Göttern angedichtet" ist alles in Mythen & Religionen.

Warum sind Mythen von "Gottgewolltheit" in verschiedenen Religionen so unterschiedlich, wenn es Gott gewesen wäre, der für Menschen "was gewollt hätte"?

Hier macht Gott Adam & Eva aus Erde, "haucht Lebensatem ein".
Da gebärt Göttinmutter mehrere Kinder.
Die miteinander weitere Menschen zeugen.

Evolutionär sind Elefanten, Bonobos, Hyänen als hoch entwickelte Tiere in Matriarchalischen Familienverbänden "aus der Art geschlagen".
Auch bei Wölfen ist es ein "Alpha-Paar", das das Rudel lenkt.

Jägerei war schon in der Steinzeit anders.
Als: Mann erschlägt was zum Essen.

„Aber sie [die Gender

„Aber sie [die Gender Studies] legen offen, dass es keinen biologischen Determinismus gibt, der aus dem Vorhandensein bestimmter Organe und Hormonspiegel automatisch ableitet, welche Eigenschaften und Fähigkeiten Menschen haben.“

D‘Accord! Dann dürfte es natürlich auch keine geschlechtsspezifischen Quoten bei der Vergabe irgendwelcher Positionen geben.
Zumindest dann nicht, wenn man vorgibt, dass Positionen ausschließlich nach persönlicher Eignung besetzt werden sollen.

ich finde so ne Diskussion interessant

zeigt es doch, dass in unserer westlichen Welt keine wichtigeren existentiellen Themen, anstehen
die man lösen muss
aber was soll´s
im Vergleich zu Promenadologie oder Eurythmie,
ist Genderwissenschaft vielleicht noch das sinnvollste mit gelegentlichen Anwendungsgebieten

Gender Studies: Umkämpfte Wissenschaft

Hallo, alle miteinander!
Hallo, liebe Deutsche und liebe Deutsch*innen.
Hallo, liebe Universitäten und liebe Universität*innen.
Diese Liste könnte man endlos fortsetzen.

Echte Gender Studies sind hervorragend!

Bedauerlicherweise werden echte Gender Studies an westlichen Universitäten nicht gelehrt.

Was gelehrt wird, ist eine Art Pseudowissenschaft, die sich so gut wie ausschließlich auf Themenbereiche konzentriert, in denen Frauen benachteiligt sind.

Bereiche, in denen Männer benachteiligt sind (etwa Sorgerecht, staatliche Zwangsdienste, Gender Empathy Gap, Obdachlosigkeit) kommen in dem, was gegenwärtig als "Gender Studies" gelehrt wird, nicht vor.

Das kann man nicht ernsthaft als "Gender Studies" bezeichnen.

Gender Studies !

Was Herr Orban jetzt wieder getan hat, muss endlich von der EU so sanktioniert werden, dass dieser Rüpel mal aus seinen Fehlern lernt.
Ungarn ist in der EU, und da hat sich auch Herr Orban an jegliche Rechtsstaatlichkeit und Wissenschaftsfreiheit zu halten und nicht willkürlich irgend welche Erlasse zu schreiben, die einen Studiengang verbieten.
Leider aber gibt es auch in D solche unsäglichen Kapazitäten, die noch in vorsinflutlicher Zeit leben, und sich auch so verhalten und benehmen. Der größte Teil sitzt in der AFD und bei den Rechtsextremen, aber auch in der doch christlich sein wollenden CSU und CDU.
Es bleibt zu hoffen, dass der EUGH und die EU Herrn Orban in die Schranken verweisen, und den Polen gleich mit. Da sitzen auch so über- konservative und ober- christliche Kräfte, die das Land wieder in die Steinzeit führen wollen.

"Was mich an Gender so richtig nervt".

Die Deutsche Sprache hat nun mal 3 Grammatische Geschlechter.

Der Mann.
Die Frau.
Das Kind.
Das Ding.
Die Sache.
Der Baum.

In sich & untereinander logisch ist Vergabe der Grammatischen Geschlechter schon bei diesen 6 Substantiven nicht.

Das Kind wird vom ersten Atemzug an gemobbt, als ob es ein Ding wäre.
Oder eine Sache … aber die ist ja weiblich.
Werden hier also nur die Jungs gemobbt.
Das Mädchen ist genau so arm dran wie das Kind.

Die Sonne ist im DEU weiblich, der Mond männlich.
In romanischen Sprachen genau umgekehrt.
Im Englischen gibt es gar keinen gramm. Geschlechtsunterschied.
Im Japanischen auch nicht, da gibt es zusätzl. keinen Plural.

(X)さん (X) san・ist Herr / Frau (X).

Wäre Geschlechter-Gleichberechtigung aus sprachlichen gramm. Vorgaben. Müsste sie in englischsprachigen Ländern hoch, in Japan das El Dorado dieser Welt für Frauen sein. Aber 3x gelacht …

Dieser dämliche (*) in Gender-DEU geht mir voll auf den Zeiger.
"Die Negation" bleibt auch bei Männern weiblich !

das kann man mal sacken lassen

Eigentlich wollte ich im ersten Impuls lachen. Das gelang nicht.
Die Meldung (der Sachverhalt und die Reaktionen darauf) sind wieder ein neues Beispiel der Barrikaden, hinter denen sich die jeweiligen Anschauungen sammeln.

So sehr ich die pauschale Verteufelung der Genderthematik ablehne, kann ich mit deren "Ausuferung" oft nichts anfangen.

Bin ich "Kopf-alt"? Die Vorgaben einer Gender-gerechten Sprache führen bei mir manchmal zu befremdlichen / verstellten Momenten bei der Kommunikation.

Gibt es irgendwo eine sachliche Ausgewogenheit?

Gruß
Grille

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