Ihre Meinung zu: Klimawandel: Toter Wald wird zur Öko-Nische

15. Juli 2020 - 15:42 Uhr

Würzburger Wald-Forscher kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Das Baumsterben durch den Klimawandel lässt die Artenvielfalt aufblühen. Doch nur unter bestimmten Bedingungen.

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Kommentare

Monokultur ≠ Wald

Diese toten "Wälder" sind künstlich angelegte Monokulturen aus Fichten. Monokulturen sind immer anfällig gegen Schädlinge. Und ein natürlich gewachsener Lebensräumen wird auch immer die größere Artenvielfalt bieten.

Überraschend?

Was genau ist denn daran überraschend? Wenn eine vorher bestehende Forst-Monokultur verschwindet, dann beginnt auf der Fläche etwas, das sich "Sukzession" nennt. Die Neubesiedlung mit anderen Pflanzen und Tieren. Das ist ein sich über Jahre hinziehender und ständig verändernder Prozess. Die ersten Pflanzen und Tiere werden nach einiger Zeit durch andere verdrängt bis sich ein relativ konstanter Klimaxzustand einstellt. Das ist aber von Natur aus in unseren Breiten nur an wenigen Standorten eine Nadelbaum-Monokultur; und nie so dicht, dass kein Licht auf den Boden fällt und dort auch nichts wächst.

Alles, außer vielleicht der Wüste Gobi, ist artenreicher als ein deutscher Wirtschaftsforst.

Hat man alles schon auf den

Hat man alles schon auf den von Lothar flachgelegten Flöchen festgestellt. Ergebnis damals war, das sich das ganze Am besten erholt, wenn man Altholz entnimmt und sonst gar nichts macht.

Natürliche Sukzessionsgesellschaften

Ich finde es überhaupt nicht überraschend, daß abgestorbener Wald ökologische Nischen für die unterschiedlichsten Tier- Pflanzen- und Pilzarten bietet, und daß der Artenreichtum höher als in einem lebendigen Wald ist. Es entstehen durch das Absterben der Bäume ganz viele ökologische Nischen. Dieses System ist aber nicht stabil und einem steten Wandel unterworfen. Nehmen wir als Beispiel einen kürzlich abgestorbenen Fichtenwald. Der bietet dieses Jahr einen tollen Aspekt, mit blühenden Fingerhüten und Königskerzen. In ein paar Jahren sieht man da kaum noch etwas von, denn dann ist die Fichtenbrache verbuscht. Brombeeren, Faulbäume, Holunder, junge Birken übernehmen das Regiment, und die lichtbedürftigen Fingerhüte und Königskerzen verschwinden. Ihre Samen bleiben aber im Boden und können nach Jahrhunderten noch keimen. Irgendwann sind dann die Birken groß, und der Aspekt wandelt sich schon wieder. Im sehr lichten Schatten der Birken wachsen Eichen heran usw.

Ein faszinierendes Thema.

Würzburger Wald-Forscher kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Das Baumsterben durch den Klimawandel lässt die Artenvielfalt aufblühen. Doch nur unter bestimmten Bedingungen

Eine davon: „Allerdings sei eine Bedingung für mehr Artenvielfalt, dass genügend geschlossene Wälder überlebten, um Moosen und Pilzen einen Lebensraum zu bieten“

Und es sieht ganz danach aus, als wäre nicht minder wichtig, dass man die Natur einfach „in Ruhe“ sich selbst überlässt, damit ihre „Selbstheilungskräfte“ sich entfalten können.
Und die geringe Attraktivität abgestorbener Waldteile dürfte diesem Zweck förderlich sein: "Damit erscheinen die aktuell häufig beklagten Waldschäden im Zuge des globalen Klimawandels mit absterbenden Baumgruppen in dichten Wäldern in einem neuen Licht" (siehe „Das überraschende Ergebnis der Feldaufnahmen: Ein Wechsel von dichtem Wald und Lücken erhöht demnach die Vielfalt in den meisten Artengruppen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Ecology & Evolution").

Überschrift

Die Überschrift soll eine Nachricht sein. Ist aber nur eine Meinung und kein Fakt. Bäume sterben nicht durch wärmeres Klima. Ein Blick in die Erdgeschichte hätte genügt.

Es wäre wünschenswert

"" Durch den Klimawandel verursachte Waldschäden könnten einen positiven Effekt auf die Artenvielfalt haben. Zu diesem Schluss sind Wissenschaftler der Universität Würzburg gekommen. Sie untersuchten etwa 500 Waldstücke in Deutschland und zählten, welche Tiere und Pflanzen in welchen Lebensräumen leben.""
#
Ich habe das eine andere Meinung. Durch meine öfteren Wanderungen zum Brocken hinauf sehe ich immer mehr abgestorbene Bäume und hier ist der Borkenkäfer schuld dran. Durch den Klimawandel können diese Käfer mehrmals im Jahr Eier legen aus denen dann Larven schlüpfen und die Rinde zerfressen.

Waldsterben-Artenschutz

Das kann ja nun niemanden ernstlich erstaunen, denn es ist ein Grundprinzip in der Natur, daß neue Arten siedeln (= sich wohlfühlen), wo neue Umweltbedingungen kommen. Dafür verschwinden die ursprünglichen Arten oder sie passen sich an (fühlen sich nicht mehr oder trotzdem wohl). Weshalb dafür eine Studie? Schade, daß man von solchen Studien nicht für Nutztiere hört. Da warte ich immer noch auf genaue Erkenntnisse, wie sich wieviel Umweltänderung (z.B. Platz, frei Laufen, Transportzeiten) auf deren wohl fühlen auswirkt.

16:30, foolnoone

>>Überschrift
Die Überschrift soll eine Nachricht sein. Ist aber nur eine Meinung und kein Fakt. Bäume sterben nicht durch wärmeres Klima. Ein Blick in die Erdgeschichte hätte genügt<<

Ich finde, wenn man von einem Thema absolut nichts versteht, sollte man sich erst mal kundig machen, bevor man sich eine Meinung bildet.

Ich empfehle für den Anfang, den Begriff "Dürre" nachzuschlagen.

16:02 von fathaland slim

«Natürliche Sukzessionsgesellschaften.
Nehmen wir als Beispiel einen kürzlich abgestorbenen Fichtenwald. Der bietet dieses Jahr einen tollen Aspekt, mit blühenden Fingerhüten und Königskerzen. In ein paar Jahren sieht man da kaum noch etwas von, denn dann ist die Fichtenbrache verbuscht. Brombeeren … Irgendwann sind dann die Birken groß, und der Aspekt wandelt sich schon wieder. Im sehr lichten Schatten der Birken wachsen Eichen heran usw.

Ein faszinierendes Thema.»

Das setzte dann aber wohl voraus, dass Mensch Natur Natur sein ließe, und keine weiteren Ereignisse dazu kämen, die wiederum der natürlichen Entwicklung in langen Zeiträumen einen Strich durch die Rechnung machten.

«… und die lichtbedürftigen Fingerhüte & Königskerzen verschwinden. Ihre Samen bleiben aber im Boden und können nach Jahrhunderten noch keimen.»

Tatsächlich so lange können die im Boden frisch bleiben & ausharren, bis ihre Zeit gekommen ist? Wahrlich sehr faszinerend.

Wälder sind mit viel Magie.

um 16:02 von fathaland slim

Hier im Siegerland gibt es einen Kyrill Lehrpfad
Sehr sehenswert wie sich die Natur in den 13 Jahren nach dem Sturm erholt hat.
https://www.sauerland.com/Media/Attraktionen/Kyrillpfad-beim-Forsthaus-H...

16:34, schiebaer45

>>"" Durch den Klimawandel verursachte Waldschäden könnten einen positiven Effekt auf die Artenvielfalt haben. Zu diesem Schluss sind Wissenschaftler der Universität Würzburg gekommen. Sie untersuchten etwa 500 Waldstücke in Deutschland und zählten, welche Tiere und Pflanzen in welchen Lebensräumen leben.""
#
Ich habe das eine andere Meinung. Durch meine öfteren Wanderungen zum Brocken hinauf sehe ich immer mehr abgestorbene Bäume und hier ist der Borkenkäfer schuld dran. Durch den Klimawandel können diese Käfer mehrmals im Jahr Eier legen aus denen dann Larven schlüpfen und die Rinde zerfressen.<<

Ja klar, die Fichten sind tot. Nicht wegen des Borkenkäfers, der lediglich ein Opportunist ist. Die Fichten brauchen feuchtes, kühles Klima, es war die letzten Jahre aber heiß und trocken. Das schwächt sie.

Aber schauen Sie sich mal den Waldboden unter den abgestorbenen Fichten an. Möglichst mit einem Bestimmungsbuch in der Hand. Sie werden eine ungeheure Artenvielfalt entdecken.

100 Milliarden Euro

gibt Deutschland jedes Jahr für den Umweltschutz aus.
Mit einen Bruchteil diese Geldes könnten jedes Jahr tausende Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gekauft und aufgeforstet werden.
Das würde die Artenvielfalt verbessern, die CO2 Bilanz, die Lebensqualität.
Wird aber nicht gemacht-wäre zu einfach.

16:55, iforkanzlerin

>>Das kann ja nun niemanden ernstlich erstaunen, denn es ist ein Grundprinzip in der Natur, daß neue Arten siedeln (= sich wohlfühlen), wo neue Umweltbedingungen kommen. Dafür verschwinden die ursprünglichen Arten oder sie passen sich an (fühlen sich nicht mehr oder trotzdem wohl). Weshalb dafür eine Studie?<<

Ja, wozu eine Studie, wenn Sie doch sowieso schon alles wissen?

>>Schade, daß man von solchen Studien nicht für Nutztiere hört. Da warte ich immer noch auf genaue Erkenntnisse, wie sich wieviel Umweltänderung (z.B. Platz, frei Laufen, Transportzeiten) auf deren wohl fühlen auswirkt.<<

Bei der Studie, die hier diskutiert wird, geht es um natürliche Artenvielfalt und natürliche Sukzession in abgestorbenen Wäldern.

Beides gibt es bei Nutztieren nicht.

Eine analoge Studie würde vielleicht die Artenvielfalt im Schweinestall erforschen, nach dem Tod der Schweine. Dazu müsste man den leeren Stall dann sich selbst überlassen.

16:30 von foolnoone

«Bäume sterben nicht durch wärmeres Klima.»

Menschen sterben auch nicht deswegen, weil sie in einer Wüste sind, und es dort wärmer ist, als zuhause im Keller. Sie sterben, wenn sie nix mehr zum Trinken haben.

Klimawandel und Waldsterben

Eine alte Weisheit lautet:
Willst Du einen Wald erhalten, lass den lieben Gott nur walten.
Willst Du einen Wald vernichten, pflanze Fichten, Fichten, Fichten.....

vernünftige Vielfalt

Sicherlich ist ein Baum der beste CO2-Speicher / Luftreiniger u. sollte deshalb die größte Fläche ausmachen, dort dürfen natürlich die Lichtungen nicht fehlen.

Wo sich für mich das nächste Regierungsversagen anbahnt: man versäumt die Aufforstung mit Baumsorten die höhere Temperaturen vertragen.

@foolnoone - Klimawandel ist mehr als nur Temperaturanstieg

16:30 von foolnoone:
"Die Überschrift soll eine Nachricht sein. Ist aber nur eine Meinung und kein Fakt. Bäume sterben nicht durch wärmeres Klima."

Der Fakt ist, dass in der Überschrift "Klimawandel" steht. Es wäre eine Meinung, diesen lediglich mit höheren Temperaturen gleichzusetzen.

Den Wäldern macht die Trockenheit zu schaffen. Den Rest erledigen die Borkenkäfer.

17:09, Hanno Kuhrt

>>100 Milliarden Euro
gibt Deutschland jedes Jahr für den Umweltschutz aus.
Mit einen Bruchteil diese Geldes könnten jedes Jahr tausende Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gekauft und aufgeforstet werden.
Das würde die Artenvielfalt verbessern, die CO2 Bilanz, die Lebensqualität.
Wird aber nicht gemacht-wäre zu einfach<<

Natürlich wird aufgeforstet wie bekloppt. Die letzten paar Jahre ist aber so gut wie nichts angewachsen, wegen der Dürre.

Außerdem bitte ich Sie, mal in einen Wald zu gehen und sich anzusehen, womit da aufgeforstet wird. Rudimentäre botanische Mindestkenntnisse natürlich vorausgesetzt, sonst sehen Sie nur grün. Es wird nämlich vorwiegend mit Roteichen und Douglasien aufgeforstet. Standortfremde Gehölze aus Nordamerika, die robust sind und schnell wachsen. Unter ihnen lebt aber so gut wie nichts. Man versucht also, einen Fehler durch den nächsten auszubügeln. "Unsere" Eichen brauchen ja nun auch etwa 200 Jahre bis zur Schlagreife. Das lohnt also nicht.

um 17:09 von Hanno Kuhrt

>>
100 Milliarden Euro

gibt Deutschland jedes Jahr für den Umweltschutz aus.
<<

Gute 2 Mrd. hat das BMU im Etat. Wo versteckt sich der Rest ?

@ 17:09 von Hanno Kuhrt

"100 Milliarden Euro .... Mit einen Bruchteil diese Geldes könnten jedes Jahr tausende Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gekauft und aufgeforstet werden."

Da haben Sie recht! Aber wir produzieren ja lieber Fleisch für den Export u. verseuchen unser Grundwasser mit Nitrat.

"Wird aber nicht gemacht-wäre zu einfach."

Einfach liegt doch nicht im Trend, ist doch populistisch.

17:09 von Hanno Kuhrt

tausende Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gekauft und aufgeforstet werden
.
und wo kriegen wie unser Gemüse her, den Weizen Mais, meine Erdbeeren
sollen wir Bucheckern sammeln wie mein Großeltern
und Schweine zur Mast in die Eichenwälder

Dass diese Wald-Forscher

Dass diese Wald-Forscher nicht heftiger ausgelacht werden, darüber bin ich überrascht. War das alles, was sie entdeckt haben? Ihre eigene Überraschung haben sie protokolliert. Soso. Die waren wohl vorher selten im Wald, bei Nacht und haben den Sternenhimmel erforscht. Und jetzt - guck da ... lauter buntes Zeug wie neu ...

17:01, schabernack @16:02 von fathaland slim

>>«… und die lichtbedürftigen Fingerhüte & Königskerzen verschwinden. Ihre Samen bleiben aber im Boden und können nach Jahrhunderten noch keimen.»

Tatsächlich so lange können die im Boden frisch bleiben & ausharren, bis ihre Zeit gekommen ist? Wahrlich sehr faszinerend.<<

Ein ähnliches Phänomen konnte man vor ein paar Jahren in Osnabrück beobachten. Da wurde das Gebäude der Osnabrücker Aktienbrauerei abgerissen, im Zuge des Brauereisterbens. Eine Brauerei gab es dort seit dem Mittelalter. Es wurden umfangreiche Erdarbeiten vorgenommen, und plötzlich wuchs da Bilsenkraut, in großen Mengen. Das wächst in Osnabrück sonst nicht. Im Mittelalter wurde es aber dem Bier zugesetzt, weswegen dann das deutsche Reinheitsgebot erlassen wurde. Das Kräutlein ist nämlich höllisch giftig.

Die Samen hatten also seitdem überdauert und auf Licht gewartet.

17:09 von Hanno Kuhrt

«100 Milliarden Euro
gibt Deutschland jedes Jahr für den Umweltschutz aus.
Mit einen Bruchteil diese Geldes könnten jedes Jahr tausende Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gekauft und aufgeforstet werden.»

DEU gehört mit ± 33% der Landesfläche als Waldanteil zu den Ländern unter allen Industriestaaten mit der prozentual gesehen größten Landesfläche weltweit. Auch CAN hat nur einen Waldanteil von ± 34%.

In der EU nur FIN / POR prozentual mit mehr Waldfläche als DEU.
± 73% / ± 38%. In RUS sind es ± 49%.
BRA mit ± 63%, CHN mit ± 22%.

Dort in CHN wird wegen Gefahren von zunehmender "Verwüstung" (im wahren Wortsinn) + den Smog-Wetterlagen (vor allem) in Peking mehr aufgeforstet, als in jedem anderen Land der Erde.

Spitzenreiter bei % - Waldfläche ist Französisch-Guyana mit ± 98%.
Unter allen Industriestaaten mit hoher Bevölkerung (unerwartet ?) "sehr weit in Führung": Japan mit ± 66%.

Japan ist … wo der Wilde Wald wohnt.
Wo "Waldbaden" seit Jahrtausenden Nationalkultur ist !

17:27, Giselbert

>>@ 17:09 von Hanno Kuhrt
"100 Milliarden Euro .... Mit einen Bruchteil diese Geldes könnten jedes Jahr tausende Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gekauft und aufgeforstet werden."

Da haben Sie recht! Aber wir produzieren ja lieber Fleisch für den Export u. verseuchen unser Grundwasser mit Nitrat.

"Wird aber nicht gemacht-wäre zu einfach."

Einfach liegt doch nicht im Trend, ist doch populistisch.<<

Was hingegen im Trend liegt, ist Patentrezepte zu propagieren, ohne von der Materie viel Ahnung zu haben.

"... man versäumt die

"... man versäumt die Aufforstung mit Baumsorten die höhere Temperaturen vertragen."

Also wieder soll der Mensch der Natur ins Handwerk pfuschen. Eine Aufforstung nicht aus ökologischen sondern ökonomischen Grund.
Warum soll unsere Artenvielfalt sonst durch optimierte Pflanzen ersetzt werden?
Genügt es denn nicht, dass unsere Natur durch eingewanderte, der Globalisierung geschuldete, Arten schon jetzt mancherorts massiv gestört ist?

@Giselbert - Nichtstun hilft der Natur am meisten.

17:18 von Giselbert:
"Wo sich für mich das nächste Regierungsversagen anbahnt: man versäumt die Aufforstung mit Baumsorten die höhere Temperaturen vertragen."

Nicht die Temperaturen, sondern die Trockenheit ist das Problem. Man müsste also schon Sukkulenten oder Kakteen pflanzen...

Wie Sie dem Artikel entnehmen können, tut es der Artenvielfalt sehr gut, dass der Mensch mal nicht eingreift. Die Natur weiß es einfach besser.

Von wegen Überraschung

Auf der Seite der Uni Würzburg, wo heute dieses Projekt in einer Pressemitteilung dargestellt wird, erscheinen die Ergebnisse in einem anderen Licht. Wenig kann man da von Überraschung der Forscher lesen. Vielmehr haben sie diese Ergebnisse insgesamt erwartet. Sie haben eine seit den 1950ern Jahren bekannte Hypotehese, die sogenannte Habitat-Heterogenitäts-Hypothese von einem "der Gründerväter der Ökologie", dem US-Amerikaner Robert MacArthur überprüfen wollen und sind der Frage nachgegangen, was Lebensräume artenreich macht und sich dies konkret für verschiedene Arten darstellt. Mit Hilfe moderner Technik, z. B. Laserscanning (zu MacArthurs Zeiten ja noch nicht verfügbar, der war auf die eigenen Augen angewiesen), konnten die Forscher nun die komplexe Waldstruktur genauer und effizienter vermessen. Mehr lässt sich der Seite www.uniwuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen entnehmen. Wer kann, greift zur Publikation in 'Nature'.
Man darf sich über den Artikel in TS etwas ärgern.

18:01, Connie_089

>>Genügt es denn nicht, dass unsere Natur durch eingewanderte, der Globalisierung geschuldete, Arten schon jetzt mancherorts massiv gestört ist?<<

Pflanzen und Tiere haben sich noch nie an Grenzen gehalten. Außer an klimatische natürlich.

Machen Sie sich mal kundig, wie viele Pflanzen hier alteingebürgert sind. So lautet der Fachausdruck.

Überraschen tut dieses

Überraschen tut dieses Ergebnis nur Jene, denen es neu ist, dass Pflanzen Licht zum Leben brauchen.

Das ist wohl wahr

17:59 von fathaland slim
...Was hingegen im Trend liegt, ist Patentrezepte zu propagieren, ohne von der Materie viel Ahnung zu haben.

Man muss nur genügend Geld in Bildung investieren! Zum Beispiel in Baumschulen, dann wäre bestimmt Alles wieder gut.
Der Spruch fehlte hier einfach...

17:30, Ist Wahr

>>Dass diese Wald-Forscher nicht heftiger ausgelacht werden, darüber bin ich überrascht. War das alles, was sie entdeckt haben? Ihre eigene Überraschung haben sie protokolliert. Soso. Die waren wohl vorher selten im Wald, bei Nacht und haben den Sternenhimmel erforscht. Und jetzt - guck da ... lauter buntes Zeug wie neu ...<<

Sie wissen es besser.

Warum schreiben Sie dann so was?

Die Überraschung wird den Biologen übrigens meiner Ansicht nach von der Presse angedichtet.

17:24 von fathaland slim

«… mal in einen Wald zu gehen und sich anzusehen, womit da aufgeforstet wird … Standortfremde Gehölze aus Nordamerika, die robust sind und schnell wachsen. Unter ihnen lebt aber so gut wie nichts.»

Sollten Sie jemals (evtl. als Musiker) nach Japan kommen. Kann ich Ihnen nur allerbestens empfehlen, einen besonderen Wald zu besuchen.
Der seit ± 1.200 J. (außer gewisser tourist. Bedeutung) "naturbelassen" wachsen darf. Mit Ihren botanischen Kenntnissen können Sie gar nichts anderes als: "begeistert" sein.

"Aokigahara" heißt der Wald.
"Ao" steht für: "grün".
"Ki" ist: "Baum".
"Hara" bedeutet "Wildnis".
"Geforstet" wird dort nie.

"Aokigahara" sind augenbetörende ± 30 qkm am Berg Fuji.
Im "Fuji-Hakone-Izu-Nationalpak".
In ± 1.300 m Höhe, zw. den Seen "Saiko & Shōji".
Eine Landschaft der Magie für jeden Naturliebhaber.

"Schaurige Berühmtheit" hat der still-verwunschene Wald auf Lava-Untergrund mit 3 sehenswerten Höhlen, (x) div. Baumarten, Bären & Fledermäusen als "Suicide Forest" …

18:01 von Connie_089

"... man versäumt die Aufforstung mit Baumsorten die höhere Temperaturen vertragen."
//
Also wieder soll der Mensch der Natur ins Handwerk pfuschen.
.
könnten sie das mal erklären
wenn Tannen nicht wachsen dann wachsen eben andere Arten
sie werden es nicht glauben auch ohne menschliches zutun
oder wer pflanzte Bäume als wir vor 10 Mill Jahren noch mit Affen zusammen lebten

foolnoone

super elquent geantwortet. Jeder ist sicher beeindruckt, und persönlich danke ich sehr für die Aufklärung, daß Nutztiere keine natürliche Artenvielfalt entwickeln können. Das war mir wirklich neu. Jetzt erschließt sich mir auch, weshalb man unnütze Studien bei "natürlicher" Artenvielfalt machen darf, während sie bei "unnatürlichen" Arten selbstredenden noch unsinniger sind, als bei "natürlichen Arten". Danke für die Aufklärung.

sorry,

meine Antwort bet natürlich fathalandslim

Handlungsbedarf ist nötig, Brüssel schläft.

Die Monostrukturen der Wälder, in Deutschland vor allem die Fichte, in Südeuropa der Eukalyptus, die Vernachlässigung breit gemischte Laubwälder mit freien Flächen ebenso in großen Teilen Europas, die einseitige Anpflanzung von Wäldern in landwirtschaftlich minderwertige Gebiete auch Europaweit und die einseitige finanzielle Ausrichtung der Ausbeutung der Wälder, in wahrsten Sinne des Wortes, seit viele Generationen hat zu der bestehende Situation geführt. Dazu kommt zu allem Überdruss der Klimawandel und die Verseuchung der Böden. Ich habe lange in Osteuropa gewohnt, da ist die Situation zum Teil katastrophal, ganze Gebiete sind auf dem Wege einer Steppenlandschaft.

@ Connie_089 (18:01)

"Warum soll unsere Artenvielfalt sonst durch optimierte Pflanzen ersetzt werden?
Genügt es denn nicht, dass unsere Natur durch eingewanderte, der Globalisierung geschuldete, Arten schon jetzt mancherorts massiv gestört ist?"
------
Meinen Sie solche Arten wie Kartoffel, Mais, Tomate, Grüne Bohne? Sollen wir die besser wider aus unserer Natur entfernen?

Nicht nur Fichten

Auch Buchen und Eichen und so weiter sind vertrocknet und geschädigt von der Dürre.

Durch stehendes und liegendes Totholz und etwas denken beim Brennholzsägen kriege ich auch so die Artenvielfalt. Dazu braucht es kein Waldsterben.

Mit fortschreiten des Klimawandels kann sich dass aber auch alles noch erledigen. Leider. Ich mag meinen Wald.

19:26 von iforkanzlerin @fathaland slim

>>super elquent geantwortet. Jeder ist sicher beeindruckt, und persönlich danke ich sehr für die Aufklärung, daß Nutztiere keine natürliche Artenvielfalt entwickeln können. Das war mir wirklich neu. Jetzt erschließt sich mir auch, weshalb man unnütze Studien bei "natürlicher" Artenvielfalt machen darf, während sie bei "unnatürlichen" Arten selbstredenden noch unsinniger sind, als bei "natürlichen Arten". Danke für die Aufklärung.<<

Unnütze Studien also.

Dieser geballten sachkundigen Argumentationskraft habe ich natürlich nichts entgegenzusetzen.

Ich würde dann dafür plädieren, die Universitäten zu schließen.

Verblüffend

Die Erkenntnis, das Wald und Wiesen abwechselnd der Artenvielfalt zu gute kommen, ist uralt. Weite Strecken von Deutschland sahen genauso aus, bevor der Mensch kam. Es gab viele Nischen mit vielen verschiedenen Tieren.
Das Monokulturen wenig bis gar keine Nischen für Artenvielfalt haben, dürfte jeden klar sein.
Und nun? Was ist diese bahnbrechende Erkenntnis wert.
Nichts. Denn wie bei der Tierzucht ist Geld verdienen ganz vorne angesiedelt. Und Schutz ganz hinten.

@ fathaland slim (18:56), Re

"Sie wissen es besser.

Warum schreiben Sie dann so was?

Die Überraschung wird den Biologen übrigens meiner Ansicht nach von der Presse angedichtet."
------
Ihren letzten Satz habe ich verstanden. Dem stimme ich zu. Leider 'dichtet' die 'Presse' viel zu oft. Weiter oben, vielleicht haben Sie es gelesen, habe ich schon was dazu gesagt und Hinweise zur Quelle gegeben. Dass man fast selber Artikel schreiben muss oder sonstwie provozieren, ist auch nicht schön.
Wenn es mir gestattet ist, nutze ich die Gelegenheit, um Ihnen herzliche Grüße zu schicken.

Durchatmen...

Seit jeher haben große menschliche Populationen vorhandene Wälder als Bau- u. Brennmaterial abgeholzt... von Südamerika über Europa bis Asien. Schon die mysteriösen mittel- u. südamerikanischen Hochkulturen rodeten im großen Stil den Regenwald zum Lebensmittelanbau; von der Antike bis zum Mittelalter verschwanden in Nordeuropa die Eichenwälder und in der Levante die Zedern für den Schiffsbau; in Asien die küstennahen Leicht- u. Harthölzer. Die wurden in Asien ersetzt durch holztechnisch wertlose Kokospalmen, in Südeuropa durch Olivenbäume, weil auf den baumlos verkarsteten Böden nichts Großes mehr wuchs. In Nordeuropa rettete man sich in die schnellwachsende Fichten-Bauholzwirtschaft. Nur im wirtschaftsindustriell noch unbeachteten Mittel- u. Südamerika war die Natur stärker... und überwucherte mit neuem Urwald alles Vorherige... Sowas würde ich mir - wohl erst lange nach meiner Zeit - auch für meine Geburtsheimat Deutschland wünschen... Zurück zur Natur... und mal wieder durchatmen...

20:26, Ist Wahr

>>
@ fathaland slim (18:56), Re
"Sie wissen es besser.

Warum schreiben Sie dann so was?

Die Überraschung wird den Biologen übrigens meiner Ansicht nach von der Presse angedichtet."
------
Ihren letzten Satz habe ich verstanden. Dem stimme ich zu. Leider 'dichtet' die 'Presse' viel zu oft. Weiter oben, vielleicht haben Sie es gelesen, habe ich schon was dazu gesagt und Hinweise zur Quelle gegeben. Dass man fast selber Artikel schreiben muss oder sonstwie provozieren, ist auch nicht schön.
Wenn es mir gestattet ist, nutze ich die Gelegenheit, um Ihnen herzliche Grüße zu schicken.<<

Herzliche Grüße zurück!

Wären Ihre übrigen Kommentare schon veröffentlicht gewesen, als ich meine Antwort schrieb, hätte ich sie nicht geschrieben.

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