Ihre Meinung zu: Der Fall Iwan Safronow: Investigativ-Journalist oder NATO-Spion?

8. Juli 2020 - 8:35 Uhr

Iwan Safronow war einst angesehener Journalist und galt als Militär-Experte. Jetzt werfen russische Behörden dem Berater der Raumfahrtbehörde Spionage und Hochverrat vor. Seine Kollegen sind entsetzt. Von Christina Nagel.

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Kommentare

Meiner Meinung nach...

Wird letztendlich ein Gericht klären ob was dran ist. Aber die deutschen Medien wissen scheinbar mehr als der russische Geheimdienst! Das ist sehr erstaunlich! Oder bezieht sich der Bericht auf die befreundeten Journalisten?
Mit freundlichen Grüßen

Iwan Safonow

Die Nähe von Journalisten zur NATO und zu den verschiedenen Geheimdiensten ist doch bekannt. Ich erinnere an das Buch:
Gekaufte Journalisten von Udo Ulfkotte
Sehr lesenswert.
Auch die Nähe der Alpha-Journalisten zu den
Eliten ist interessant.

Dürfen die Russen keinen

Dürfen die Russen keinen eigenen Fall Snowden haben? Dieser pavlowsche Reflex, gegen alles und jeden in Russland zu sein, ist ulkig. Der russische Geheimdienst ist und war nie mit Deppen besetzt, die willkürlich verhaften lassen. Irgendwas wird passiert sein.

Verdacht

Wenn er angeklagt wird,müssen Beweise vorgelegt werden.
Diese sollten Hieb-und Stichfest sein.
Aufgrund des Internationalen Interesse ist das schon im eigenen Interesse der russischen Gerichte.
Wenn nicht gibt es halt ein Freispruch.
Übrigens RT berichtete schon vor zwei Tagen über diesen Vorgang

Alles etwas dünn

reine Vermutungen, es wäre nicht der erste Spion in irgend einer Regierung der Welt, der Sekretär oder irgend eine Stelle in der Regierung besetzt hat, auch Deutschland hatte seinen Fall.
Also könnte auch ein Journalist durchaus, als Spion arbeiten, damit will ich nicht sagen, das Er einer ist, aber die Möglichkeit besteht immer.
Geheimdienste auf der Welt sind alle nicht gerade dumm, das wird auf den der RF wohl auch zutreffen.
Jedes Land Welt versucht bei den anderen was zu erhaschen.

Wenn einer so viel Wissen und

Wenn einer so viel Wissen und Überblick in solchen sicherheitsrelevanten Gebieten hat, wird er auch schnell unbequehm. Da wird so mancher zum Spion, sei es in den Köpfen anderer, sei es wirklich. Gerade in Putinland ist das schwer zu unterscheiden.

Hoffentlich wird daraus kein 2. Fall "Assange".

Falsche Anschuldigung der schwedischen Polizei, wie der UN-Folterbeauftragte Nils Melzer feststellte. Dann offensichtlich nicht dem britischen Recht entsprechendes Vorgehen des Gerichts in London.

Kann es sein, dass...

...der Mann tatsächlich spioniert hat? Sicher, so etwas gibt es, auch wenn nicht "die NATO", sondern ein nationaler Nachrichtendienst dahinter stecken dürfte.

...der Spionagevorwurf eine Nebelkerze ist und es eigentlich darum geht, wieder einen unbequemen Journalisten aus dem Weg zu räumen? Aber klar, wäre gerade in Russland nicht das erste mal.

...hier gleich wieder die Paladine beider Seiten aufeinander einkloppen? Na, definitiv, die Chance lässt sich keiner entgehen.

...wir wahrscheinlich nie die Wahrheit erfahren werden? Garantiert, denn in so einem Fall haben so viele zwielichtige Gestalten eine Agenda, dass ich nicht mal glauben würde, wenn einer von denen sagt, dass Menschen Luft zum Atmen brauchen.

Am 08. Juli 2020 um 09:05 von Fenster zum Hof

Zitat: Die Nähe von Journalisten zur NATO und zu den verschiedenen Geheimdiensten ist doch bekannt. Ich erinnere an das Buch:
Gekaufte Journalisten von Udo Ulfkotte
Sehr lesenswert.

Schöner Kronzeuge.

Da mir der Name nichts auf Anhieb sagte, habe ich nachgeforscht und bin auf einen Nachruf beim Spiegel gestoße. Der (!) ist lesenswert. Dor wird er Medienjournalist Stefan Niggemeier zitiert. Dieserhabe vom Kauf des Buches abbgeraten, da das meiste einer Nachprüfung nicht standhalte.

Bei Wikipedia heißt es über Ulfkotte: "Ab Ende der 1990er Jahre schrieb er mehrere Bestseller und vertrat zunehmend rechtspopulistische, islamfeindliche sowie verschwörungstheoretische Positionen."

Zuletzt habe er ausnahmslos beim Kopp Verlag publiziert, der lt. Wikipedia u. a. rechtsesoterische, grenz- und pseudowissenschaftliche, verschwörungstheoretische sowie rechtspopulistische und rechtsextreme Titel führt.

Schöner Kronzeuge.

@ 09:16 von Bender Rodriguez

"Der russische Geheimdienst ist und war nie mit Deppen besetzt, die willkürlich verhaften lassen."
.
Das ist sicherlich richtig. Willkürlich wird durch den FSB bestimmt nicht verhaftet. Sondern gezielt.
Es gibt in St. Petersburg und Moskau auch genug Orte, an denen Investigativ-Journalisten, Oppositionelle und Regime-Kritiker "zufällig" überfallen und getötet wurden. Passiert nicht nur im Tiergarten oder London.
Übrigens war Safronows Vater auch Journalist. Er hat illegale Waffengeschäfte Russlands aufgedeckt, in den Nahen Osten, Syrien oder den Irak. Und ist dann nach dem Einkaufen "zufällig" aus einem Fenster im fünften Stock gefallen. Obwohl seine Wohnung im dritten lag.
Komisch, oder?

Zu viele kritische Berichte?

Russland ist nun mal nicht für seine Pressefreiheit und seine Rechtsstaatlichkeit bekannt. Das könnte einfach ein paar kritische Berichte zuviel gewesen sein.

@ Bender Rodriguez
Willkürliche Verhaftungen waren in der Sowjet-Union der Normalfall und hatten Methode und der jeweilige Geheimdienst war das ausführende Organ an erster Stelle. Nach dem Zerfall hatte das Nachgelassen. Aber warum sollte Russland nicht auf gute alte Traditionen zurückgreifen.

" Dem Journalisten und

" Dem Journalisten und Militärexperten, ... wird Hochverrat vorgeworfen.

Er soll Informationen zu militärtechnischen Kooperationen an die NATO weitergegeben und Staatsgeheimnisse, die die nationale Sicherheit und Verteidigung berühren, verraten haben."

... wird automatisch davon ausgegegangen, dass die Beschuldigungen gefakt sind?

Mich erstaunt eher, dass der Journalist

" Zitat: "Iwan ist ein wahrer Patriot Russlands, der über die Armee und den Weltraum schrieb, weil er sich aufrichtig Sorgen um sie macht. Der Verdacht des Verrats am Vaterland erscheint in seinem Fall absurd.""

überhaupt im Mai als Chefberater zu Roskosmos wechselt und ein paar Wochen später verhaftet wegen Hochverrat ...

Safronow !

Es könnte durchaus sein, dass dieser Mann möglicherweise spioniert hat. Das kommt ja schließlich überall vor. Ob daran etwas wirklich dran ist, wird nun halt vor einem Gericht geklärt werden, wo es hoffentlich rechtsstaatlich zugeht.
Nur bin ich dennoch etwas skeptisch, weil ich den Putin- Russen alles zutraue. Wenn man sieht und liest, wie in Russland sehr
oft gegen Kritiker vor gegangen wird, teilweise mit absolut scheinheiligen Vorwürfen, dann ist dies sehr traurig und zeigt, wie wenig Putin und CO Kritik- fähig sind.
Nun ist ja in Sibirien ein großer Umweltskandal passiert, durch einen Liebling von Putin. Da liest und hört man nichts von wegen Festnahme, Anklage oder gar Schadensersatzklagen gegen diesen Mann. Putin hat lediglich den Finger angehoben, mehr aber nicht. Das ist dei bittere Realität, die Freunde und Lieblinge vom großen Versprecher und Heiler können sich alles erlauben, nur nicht ihn kritisieren !!

Möglich ist alles ...

Die Tatsache, dass es die spektakulären Enthüllungen nicht mehr gibt stellt logisch dar, dass sich die entscheidende Spionage längst der Zeit angepasst hat.
Die wirklichen Spione sitzen in Wohnzimmern und greifen auf ihr Laptop zurück. Das ist viel leichter da viele Behörden und Firmen den teuren Schritt zur Abwehr und Verhinderung derartiger Attacken immer noch scheuen. Da kann von außen, anscheinend ohne größeren Widerstand, auf Firmengeheimnisse, persönlichge Daten oder die empfindlichsten Stellen der infrastruktur zugegriffen werden.
Selbst die Leute vom Kaliber Snowden sind in der "Aufdeckung" ihrer Daten auf Rechner und Netzwerke angewiesen.
Die große Zeit der vor Ort agierenden Spione sind, meines Erachtens, wohl vorbei.

Nichts genaues weiß man nicht.

Sollte Herr Safronow tatsächlich ein Spion sein, wird er das wohl kaum zugeben. Und auch seine eventuellen Auftraggeber sollten sich in dieser Situation zurückhalten, um keinen Verdacht auf sich zu lenken. (Mal sehen, ob das dem Herrn Stoltenberg gelingt.)

Die Fragen, wie Herr Safronow an geheime Informationen gelangt sein und auf welchem Weg er diese an die NATO übermittelt haben soll, wird sicherlich bald beantwortet. Nur leider wird kein Außenstehender beurteilen können, ob die Vorwürfe berechtigt oder konstruiert sind.

Allerdings sehen Politik und Medien der NATO-Staaten die "geheimen Beweise" der Geheimdienste stets als Wahrheit an. Ich bin mir sicher, dass Russland diesen Ansprüchen gerecht werden wird.

Spionage !

Es wäre für die gesamte Welt doch viel besser, wenn alle Länder zusammen arbeiten würden, in allen Bereichen, ohne wenn und Aber.
So wird aber in fast jedem Land viel Geld dafür verwendet, Spione aus zu bilden und in die Welt zu schicken, um andere aus zu spionieren, und ihnen möglicherweise etwas Neues ab zu luchsen. Da ist es egal, ob in der Industrie oder Militär.
Dieser so genannte Wettstreit kostet extrem viel Geld, das dann bei wichtigeren Dingen Nahrung, Wohnen und Leben fehlt. Und dies alles nur, weil es etliche Unverbesserliche gibt, die noch größer, reicher und mächtiger werden wollen.
Man sieht es jetzt auch bei der Pandemie, es gab und gibt keine wirkliche Zusammenarbeit, sondern immer nur einen Konkurrenzkampf, wer macht es besser, wer hat schneller das passende Medikament. Auch da sind etlichen alle unlauteren und unseriösen Mittel recht, um diesen bescheuerten und unnötigen Wettkampf zu gewinnen.

@skydiver-sr - Es wird keinen Freispruch geben.

09:37 von skydiver-sr:
"Wenn er angeklagt wird,müssen Beweise vorgelegt werden. Diese sollten Hieb-und Stichfest sein. Aufgrund des Internationalen Interesse ist das schon im eigenen Interesse der russischen Gerichte."
> Spionagevorwurf wird garantiert nicht öffentlich verhandelt. Die westlichen Medien wird das aber nicht stören, denn so bleibt mehr Raum für Spekulationen.

"Wenn nicht gibt es halt ein Freispruch."
> Herr Safronow hat garantiert etwas Unerwünschtes getan. Den Vorwurf der Spionage hätte es nicht gegeben, wenn man diesen nicht beweisen könnte. Ob es sich dabei um reale oder vom den Geheimdiensten konstruierte Beweise handelt, spielt keine Rolle. Einen Freispruch wird es jedenfalls nicht geben.

"Gekaufte Journalisten"

@10:06 von falsa demonstratio
Ich habe Udo Ulfkotte auf einer Medien-Tagung der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung gehört.
Gegen keine seiner Vorwürfe gab es einen erfolgreichen Prozess.
Er war in meinen Augen schon deshalb glaubwürdig, weil er zu einem großen Teil aus seiner langjährigen journalistischen Tätigkeit bei der FAZ berichtete.
Außerdem hat er in den meisten Fällen zunächst sich selbst "beschuldigt". Aber damit auch das manchmal erstaunliche Vorgehen der Kollegen offengelegt.
Der Fall "Relotius" vom Spiegel etc. waren damals noch nicht bekannt.

re Nachfragerin: Beweise...

>> Herr Safronow hat garantiert etwas Unerwünschtes getan. Den Vorwurf der Spionage hätte es nicht gegeben, wenn man diesen nicht beweisen könnte. Ob es sich dabei um reale oder vom den Geheimdiensten konstruierte Beweise handelt, spielt keine Rolle. Einen Freispruch wird es jedenfalls nicht geben.<<

Unfreiwillig bestätigen Sie hier sämtliche Vorwürfe gegen die in Russland existierende politische Justiz.

Erstens bewertet immer nur ein Gericht, was als „Beweis“ gezählt wird und was nicht. Und natürlich sind auch dann die „Beweise“ nur so glaubwürdig, wie erstens das Gericht und zweitens die gesamte Justiz glaubwürdig ist.

Die Anklage vertritt - wie der Name sagt - eben nur die Anklage(seite). Nach Ihrer Interpretation ist aber bereits die Anklage, also die Position der Staatsorgane und der Exekutive, in Russland entscheidend.

Ich teile Ihre Ansicht hierzu, aber genau deshalb ziehe ich die exakt gegenteiligen Schlüsse. Nämlich dass es in Russland keine unabhängige Justiz gibt!

@Traumfahrer - Kritiker werden keine Berater d. Raumfahrtbehörde

10:22 von Traumfahrer:
"Nun ist ja in Sibirien ein großer Umweltskandal passiert, durch einen Liebling von Putin. Da liest und hört man nichts von wegen Festnahme, Anklage oder gar Schadensersatzklagen gegen diesen Mann."

Sie lesen das nicht, weil Sie es nicht lesen wollen. Ergebnis nach einer Minute Recherche: Der Kraftwerksleiter wurde festgenommen und das Unternehmen Norsilsk Nickel muss für die Beseitigung der Schäden aufkommen.

Zu Herrn Safronow frage ich mich, ob ein für die Regierung unbequemer Zeitgenosse zum Berater der staatlichen Raumfahrtbehörde werden kann. Irgendwie passt das nicht zusammen.

@Traumfahrer - Staaten sind immer Egoisten.

10:32 von Traumfahrer:
"Dieser so genannte Wettstreit kostet extrem viel Geld, das dann bei wichtigeren Dingen Nahrung, Wohnen und Leben fehlt. Und dies alles nur, weil es etliche Unverbesserliche gibt, die noch größer, reicher und mächtiger werden wollen."

Dieser Wettstreit schafft Vorteile. Würden er nur Geld kosten, gäbe es ihn nicht. Letztendlich geht es immer um Macht, Rohstoffe und Geld.

@11:25 von teachers voice

Das ist doch überall so. Immer entscheidet das Gericht, was als Beweis anerkannt wird oder nicht. Das entscheidet weder der Staatsanwalt noch die Verteidigung. Und die Würdigung der Beweise obliegt auch dem Gericht.

Journalist ?

Sind ja nicht ja auch keine Heiligen, wie einige gezeigt haben.

Hier sollte man die rechtsstaatlich Püfung sorgfältig durchführen lassen.

@teachers voice - Was ist das Gegenteil von "kein Freispruch"?

11:25 von teachers voice:
"Unfreiwillig bestätigen Sie hier sämtliche Vorwürfe gegen die in Russland existierende politische Justiz."
> Ich schreibe alles freiwillig.

"Erstens bewertet immer nur ein Gericht, was als ,Beweis' gezählt wird und was nicht."
> So sollte es im juristischen Prozess sein. Ich bezog mich aber auf die öffentliche Diskussion von Politik und Medien, in der beliebige Mutmaßungen als "Beweis" für die politisch gewünschte Meinungsbildung herangezogen werden.

"Nach Ihrer Interpretation ist aber bereits die Anklage, also die Position der Staatsorgane und der Exekutive, in Russland entscheidend."
> Gab es außerhalb Russlands mal einen Spionagevorwurf, der vor Gericht keinen Bestand hatte?

"Ich teile Ihre Ansicht hierzu, aber genau deshalb ziehe ich die exakt gegenteiligen Schlüsse."
> Mein Schluss war, dass es keinen Freispruch geben wird. Ob der Prozess rechtsstaatlich oder inszeniert ist, können weder Sie noch ich beurteilen.

Am 08. Juli 2020 um 11:14 von krittkritt

Zitat: Ich habe Udo Ulfkotte auf einer Medien-Tagung der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung gehört.
Gegen keine seiner Vorwürfe gab es einen erfolgreichen Prozess.

War das die Tagung über die "my heimat" titelt: "Skandal beim Münchner Mediendialog 2016 durch Plattform für Ausländer- und Islamhetzer Dr. Udo Ulfkotte, Publizist beim umstrittenen KOPP Verlag."?

Ein lesenwerter Beitrag. Es rentiert sich auch, den Links zu folgen, wenn man sich mehr für Ulfkotte interessiert.

re Nachfragerin: Rechtsstaat

>> Gab es außerhalb Russlands mal einen Spionagevorwurf, der vor Gericht keinen Bestand hatte?<<

Selbst wenn es so wäre - was ich natürlich nicht weiß -, wäre es doch schlicht absurd, daraus zu folgern, dass die Gerichte und das Gerichtswesen selber keine Rolle im Prozess spielen würden.

>> Mein Schluss war, dass es keinen Freispruch geben wird. Ob der Prozess rechtsstaatlich oder inszeniert ist, können weder Sie noch ich beurteilen.<<

Sehen Sie, genau das kann ich doch!
Ein Prozess ist nämlich nur dann „rechtsstaatlich“, wenn der dafür zuständige Staat „rechtsstaatlich“ aufgebaut und organisiert ist. Dies berührt den Grundsatz der Gewaltenteilung und diese ist - da werden Sie mir gewiss zustimmen - in Russland eine schlichte Chimäre, maximal also ein Trugbild!
In Russland bestimmt allein die Exekutive, was Recht und Unrecht ist. Und genau deshalb gibt es ja auch hierfür Fans: Weil Sie von dieser „großartigen“ Exekutive schwärmen.

@10:16 von Carlos12

"Russland ist nun mal nicht für seine Pressefreiheit und seine Rechtsstaatlichkeit bekannt."

Diese voreilige Kritik wird irgendwann zur selbsterfüllenden Prophezeiung...
Wenn bei uns sowieso jeder Gerichtsprozess von vorn herein als staatlicher Schauprozess gebrandmarkt wird wäre es doch nur konsequent, dass Russland sich dieses Justizspektakel spart und den Rechtsstaat ganz abschafft?
Das Schlagzeilengewitter unserer Medien möchte ich aber lieber nicht erleben.

re 11:43 Bernburger49: Überall?

>>@11:25 von teachers voice
Das ist doch überall so. Immer entscheidet das Gericht, was als Beweis anerkannt wird oder nicht. Das entscheidet weder der Staatsanwalt noch die Verteidigung. Und die Würdigung der Beweise obliegt auch dem Gericht.<<

Pardon, dass ich diese - wie Sie korrekt feststellen- Selbstverständlichkeit hier herausstellen musste.

Laut der angesprochenen Foristin würde nämlich in Russland allein schon die Anklagebehörde hierüber entscheiden. Und tatsächlich gibt es leider sehr viele Hinweise darauf, dass sie in diesem Punkt de facto Recht hat.

Klar gibt es auch in Russland Spione, ...

... aber ebenso klar gibt es eine Regierung, deren Ein-Mann-Spitze das komplette Geschehen kontrolliert. Nicht zu vergleichen mit Debatten zu Themen oder Entscheidungen in den Parlamenten oder in der Öffentlichkeit.

Insofern - und das zeigte schon das Verhalten Russlands in der jüngeren Vergangenheit - ist man meilenweit von einem Rechtsstaat entfernt ist. Und deswegen darf es hier ein gesundes Misstrauen geben, wenn in Russland ein ehemaliger, kritischer Journalist verhaftet wird. Das ehemalig mag man auch in Frage stellen dürfen. Wer einmal Journalist war, ist immer auf der Suche nach Hintergründen - und das gefällt vielleicht nicht jedem.

Aber, wie schon einige geschrieben haben, die Anklage, die Beweise, die Bewertung der Rechtstaatlichkeit des Prozesses und natürlich ein Urteil bleiben abzuwarten. Hoffen wir, dass es auch in Russland eine Lobby für diesen Mann gibt, die zumindest diese Punkte sehr im Blick hat.

re 11:54 werner1955: Journalist ?

>>Hier sollte man die rechtsstaatlich Püfung sorgfältig durchführen lassen.<<

In Russland? Ist das jetzt Naivität oder Methode?

Es ist doch ein glasklarer Fakt, dass es in Russland eben keinen funktionierenden Rechtsstaat gibt und auch nicht geben soll. Dann könnte nämlich jeder Bürger für sich die gleichen Rechte gegen den Staat einklagen wie es umgekehrt geschieht.

Nein, ein Rechtsstaat ist ein konstitutives Merkmal einer parlamentarischen Demokratie und diese gibt es in Russland nicht, Und diese wird es unter Putin auch nie geben, wie schon die jüngste Verfassungsänderung von Putins Gnaden beweist.

Ulfkotte hat keinen Prozess verloren!

@12:04 von falsa demonstratio
Es ist mir egal, was betroffene evtl. sogar neidische Journalistenkollegen schreiben.
Immerhin ist interessant, dass seine jahrzehntelange Arbeit für eine "Qualitätszeitung" - in mancher Hinsicht stimmt diese Zuordnung sicher, in vieler noch nie - wie die FAZ nicht beanstandet wurde.

Es sagt doch Einiges über unsere Medien aus, dass sie erst jetzt, nachdem einer zu viel geplaudert hat, unter Beschuss geriet.

"Rechts", und oft in meinen Augen völlig daneben, war er doch schon vorher als FAZ-Journalist.

@Nachfragerin, 10:39

"Herr Safronow hat garantiert etwas Unerwünschtes getan"

Von WEM Unerwünschtes?

Re : Nachfragerin !

Pardon............ da scheint mir etwas entgangen zu sein....................................!!! TUT mir LEID !!!!
Ob die Firma wirklich bezahlt, das steht auf einem anderen Stern. Der Leiter des Kraftwerkes wird wohl möglicherweise eine Strafe erhalten, aber für mich bleibt die Frage, ob er wirklich überhaupt dafür verantwortlich ist, für diese Katastrophe.
Für mich stellt sich immer wieder ein Bild ein, dass unter Putin so viel vertuscht und gemauschelt wird, dass am Schluss nicht mehr wirklich nach vollziehbar ist, wurde da nun alles mit rechten Dingen abgewickelt.
Zu Herrn Safronow, der mag zu Beginn seiner Karriere noch nicht in Ungnade gefallen sein, aber eine gewisse Nähe zur NATO, vielleicht mit dem Gedanken besserer Zusammenarbeit oder ein paar unbedachte Worte genügen doch in einigen Ländern schon, um angeklagt zu werden oder gar zu verschwinden.

Das ist...

...doch nun wirklich keine Neuigkeit. Schon seit Zaren-Zeiten ist der Geheimdienst die vierte und selbstständigste Gewalt im Staate. Nach der Revolution konnte sich jeder Staatslenker der russischen Föderation egal wie sie zu der Zeit hieß, auf die Tödlichkeit und die Erbarmungslosigkeit seines Geheimdienstes verlassen - egal wie der gerade hieß. Niemand ist sicher - die blindwütige
Mordpraxis der Stalin-Ära, ist dem blindwütigen Um-sich-schlagen mit Pseudo-Gerichtsprozessen gewichen. Manchmal weiss keiner der Beteiligten warum jemand überhaupt angeklagt wird - so wie in diesem Fall. Aber man kann hinterher immer sagen- es gab einen "ordentlichen" Prozess. Das diese Prozesse den stalinistischen Schauprozessen in der Machart und an Unrecht in nichts nachstehen, soll man ruhig sehen aber man darf es nicht sagen oder schreiben. So sichert man sich die Macht und die Ruhe im Land- auch wenn es nur Friedhofsruhe ist.

@falsa demonstratio

Schon amüsant, wie Sie das Relotius-Magazin für eine seriöse Quelle halten um sich über Udo Ulfkotte zu informieren.
Oder Wikipedia, einer Plattform der nachgewiesen wurde, dass sie ihrem Anspruch eine Enzykopädie zu sein nicht im Entferntesten gerecht wird.

@Nachfragerin

"Ob der Prozess rechtsstaatlich oder inszeniert ist, können weder Sie noch ich beurteilen."

Russland ist leider keine "lupenreine" Demokratie mit einer unabhängigen Justiz und freien Presse. Lesen Sie sich doch mal die Berichte von Amnesty International oder anderen Menschenrechtsorganisationen durch. Prozesse in Russland haben mit einer Rechtsstaatlichkeit wie der unseren leider nur wenig gemein.

Fehlende Gewaltenteilung: auch in D. ein Problem.

@12:22 von teachers voice
Die Justiz ist nicht wirklich unabhängig. Der Generalstaatsanwalt ist sogar weisungsgebunden.
D.h. die Exekutive entscheidet, ob die Justiz ein Verfahren eröffnen darf.

Weiteres Problem: Bestellung der Richter.
In Bayern sprechen Kenner vom "Zig-Zack-Verfahren". Die Karriere läuft Staatsanwalt - Richter - nächste Ebene Staatsanwalt - Richter. Immer bestimmt die Regierung, de facto die CSU über das Fortkommen.
Am Schluss hat man, was hier einige Russland vorwerfen, eine der Regierung weitgehend genehme Justiz.

@ Shuusui (13:38)

>>Am 08. Juli 2020 um 13:38 von Shuusui
@falsa demonstratio
Schon amüsant, wie Sie das Relotius-Magazin für eine seriöse Quelle halten um sich über Udo Ulfkotte zu informieren.
Oder Wikipedia, einer Plattform der nachgewiesen wurde, dass sie ihrem Anspruch eine Enzykopädie zu sein nicht im Entferntesten gerecht wird.<<
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Wo informiert man sich am besten über Udo Ulfkotte? Oder über Russland, Spione, Journalisten, Makrelen, Manganknollen, ...

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