Ihre Meinung zu: Wirecard-Skandal: Nur ein Mitarbeiter zur Kontrolle?

28. Juni 2020 - 8:37 Uhr

Nach dem Bilanzskandal bei Wirecard steht auch die Aufsichtsbehörde BaFin unter Druck. Warum hat sie nicht Alarm geschlagen? Laut einem Medienbericht könnte ein Verein mit Personalnot dafür mitverantwortlich sein.

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Kommentare

Immer das gleiche Schema

Ob Fleischverarbeiter, Industriekonzerne, Investmentbanken, oder die zuständigen Aufsichtsbehörden, Ministerien, eben alle Beteiligten, eines ist immer gleich:
Es wird nach dem Motto gehandelt, wenn sich keiner beschwert, wird es schon irgendwie gut gehen.
Aufsicht Autoabgasemmissionen: völliges Versagen, Millardenkosten, nicht nur für die Konzerne, "Made in Germany" wurde nachhaltig beschädigt, die Kosten für uns alle nicht abzusehen.
Fleischverarbeiter, viele Jahre sklavische Beschäftigungsbedingungen und Umgehung elementarer Auflagen, regionale und überregionale Behörden völlig versagt. Banken- und Finanzkrise, Abermilliarden verbrannt, Bankenaufsicht, Politik Vollversagen. Nun die Börsenaufsicht, trotz deutlicher Hinweise der Financial Times.
Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: entweder sind die staatlichen Aufsichtsmechanismen und die wirtschaftlichen Führungsposten zum überwiegenden Teil mit unfähigen Vollpfosten besetzt, oder bodenlose Korruption wird nur gut verdeckt.

Man kann nicht alles mit Personalmangel abtun.

Beim Fleisch/Schlachtscandal der letzten Tage und Wochen wird das auch gern ins Feld geführt.
Ist es nicht vielmehr so, dass man gerne mal weg sieht um sich nicht mit den Konzernen an zulegen. Bekannter Maßen wurden auch schon zu kritische Kontrolleure "versetzt". Auch das KBA hat beim wohl größten Betrug der Wirtschaftsgeschichte, dem berühmten Dieselgate (der immer noch nicht zu 100% aufgearbeitet ist) in ganzer Bandbreite versagt.
Das nächste Versagensfeld ist der Verbraucherschutz ... müsste eigentlich Herstellerschutz heißen ... oder beim Thema Gesundheit ... da bestimmen auch die Lobbyisten wo es lang geht ... zu lasten von uns allen.
Der Fisch stinkt bekanntlich zuerst am Kopf,und die Beantwortung der Frage wo der sitzt, überlasse ich gern den Lesern.

Die anderen sind schuld.

Irgendwie passt es ja zusammen: wirecard nutzt Partnerfirmen, um die Bilanzen zu schönigen, und die BaFin nutzt Partnervereine, um diese Bilanzen kontrollieren zu lassen.

Am Ende wurden also beide betrogen und schuld sind zwei Einzelpersonen.

Und, wen überrascht das?

Zu wenig Personal für die Steuerprüfung, Bearbeitungsfehler bei der Verfolgung von Schwarzgeld, kaum Kontrollen zur Vermeidung von Schwarzarbeit, und 1 Mitarbeiter zur Bearbeitung des Falls Wirecard. Man getraut es sich ja nicht zu sagen, aber einem kommt doch klammheimlich der Gedanke, dass da zu viel Geld in Kouverts unterwegs ist und so den Schwung zur Bekämpfung dieser Schädigung des Gemeinwesens erheblich dämpft.
.
Bei Wirecard sind 1,9 Milliarden futsch, das ist kein Pappenstiel. Aber die ca 100 Milliarden weniger Steuern, die hauen echt rein! Was könnten unsere Schulen, Straßen, Brücken, ÖPNV und BAHNHÖFE (viele sehen heute noch GENAU SO aus, wie in meiner Jugend, inzwischen deutlich abgenutzt) hermachen, wenn man genügend dafür investieren würde! So aber schäme ich mich, wenn ich uns mit Holland oder Japan vergleiche.

Die Gier nach exorbitanter Rendite...

...ist m. E. der Grund, warum es zu solchen Finanzbetrügereien kommt: die Gier der Manager nach mehr Investoren, mehr Gehalt und mehr Boni, und auch getrieben von den Analysten und der Anleger aufgrund deren Gier nach hohen Renditen (durch große Kurssteigerungen).
Wirecard war nicht der erste Fall und wird sicherlich auch leider nicht der letzte Fall gewesen sein. Die „lahmen“ Kontrollbehörden hinken der intelligenten Finanzkriminalität hinterher.
Bei Wirecard ist es deshalb auch so ärgerlich, weil das Geschäftsmodell an sich - das digitale Bezahlsystem - sehr zukunftsträchtig ist. Mit etwas weniger Rendite und etwas weniger Kurssteigerungen wäre das gut gelaufen, aber einige raffgierige Manager haben diese Firma kaputt gemacht.

Was ist faul im Staat

Die Bafin hat einen klar definierten Auftrag und beschäftigt ca.2700 Mitarbeiter. Es ist schon sehr merkwürdig das der Prüfauftrag für einen DAX Konzern , auch wenn angeblich Gesetzeskonform, an einen eingetragenen Verein abgegeben wird. Sagenhafte 16 Monate später stellt man fest das für den inzwischen Insolventen Konzern immer noch kein Prüfergebnis vorliegt. Immer öfter frage ich, wie ineffizient wird in Ministerien und Behörden gearbeitet.

Wie immer

Hauptsache , man schaut bei den Falschparkern genau hin. Bei den Milliarden werden schon mal ein bis drei Augen zugekniffen.

Und wo verbleiben jetzt die 155 Millionen

Interessant wäre es zu erfahren, was derzeit mit den abgeschöpften über 150 Mio EUR aus den Aktienverkäufen des momentan Hauptverdächtigen geschieht?

Wenn man nicht hinsehen will,

dann sieht man eben nicht hin. Damit man nicht hinsehen muss, beauftragt man einen Verein, der die Funktion hat, den Schein zu wahren. Aber letztlich wollten doch alle eine AG, deren Kurs kräftig wächst und die auch mal lukrative Kursausschläge provoziert. Nun stellt sich also heraus, dass Wirecard nicht viel mehr ist, als Bitcoin: Ein reines Spekulationsvehikel. Peinlich für alle Beteiligten inkl. Investoren ist doch nur, dass hier wieder einmal deutlich wird, wie wenig das Börsenwettbüro mit der Realwirtschaft zu tun hat. Wenn Wirecard nun wirklich abgewickelt wird, weil die Firma sich wirklich als wertlos entpuppt, sind wir wieder einmal bei den Tulpen. Dann müssen wir feststellen, dass trotz all blenderischen Börsenvokabular nichts dazugelernt wurde.

Der Glaube an das Rechtssystem geht verloren

Man mag es kaum glauben aber auch Milliarden lösen sich in Luft auf. Trotz einer Behörde und Kontrollinstanzen. Fragwürdig ist auch dder Umgang mit den Verantwortlichen. Gegen eine Geldauflage kommt man nicht in Untersuchungshaft. Das sind zwar 5 Millionen, aber im Hinblick auf die entstandene Schadenssumme doch ein lächerlicher Betrag.
30 Jahre haben Gläubiger Ansprüche gegen ihre Schuldner. Bei einer Privatinsolvenz verringert sich das, aber auch da hat man mehrjährige Wohlverhaltensphasen und danach noch viele Jahre Probleme mit Banken, der Schufa usw.
Diese Herren in ihren Anzügen und Krawatten beuten unser System aus. Ich würde das als Betrug bezeichnen. Wir werden es erleben, daß die Urteile vermutlich anders ausfallen. Oder die Verjährung greift.

Es ist wie immer!

Ist wieder einmal ein Skandel aufgedeckt, beginnt hektisches Suchen nach Entschuldigungen und alle stehen an der Schüssel, um sich die Hände in Unschuld zu waschen. Nur den Letzten beissen die Hunde! Jeder, der die Hackordnungen und den Ablauf in Behördern kennt, weiß, daß es viel mehr Häuptlinge als Indianer gibt. Egal, ob Flowtex oder Bundeswehr oder HypoAlpeAdria oder Wirecard, di jeweiligen Verursacher und Verantwortlichen haben die Schwächen der Führungsebenen erkannt und ausgenutzt. Denn wer von den Herren im feinen Zwirn fühlt sich nicht geschmeichelt, wenn er zu Ebenen eingeladen wird, die wieder nur aus Blendern besteht? Es hat angeblich seinen Grund, warum meistens die entsprechenden Führungspositionen von Huristen bekleidet werden. Mir fällt da allerdings auch immer Luwig Thoma und sein zitierfähiger Ausspruch ein: Er war Jurist - und auch sonst von mäßigem Verstand!

Hausverstand

Wenn ein solcher Auftrag vergeben wird, muss doch ein Lieferdatum vereinbart werden oder hat man das etwa auch verpennt bei der BaFin. Dabei wäre nämlich sofort klargeworden, dass dieser Verein völlig untauglich für eine solche Aufgabe ist. Offenbar ist bei der Aufsichtsbehörde mehr faul als bei den zu prüfenden Unternehmen.

War zu erwarten

Es ist schon erstaunlich.
Die BAFIN lagert Kontrollen aus, für die sie eigentlich verantwortlich ist.
An ein Unternehmen zur Überwachung der Rechnungslegung kapitalmarktorientierter Unternehmen.
Und die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) ist der Vertreter des deutschen Großkapitals.
Man schaue sich die Gründungsmitglieder an.
Und da gibt es den Spruch mit der Krähe...

Fachleute fehlen

wie ist es möglich das die BAfin Andere beauftragt? Fehlt die Fachkompetenz bei 2700 Mitarbeitern. Sind das alles nur Verwaltungsbeamte ? Dann brauche ich die Bafin nicht.
Übrigens ist ein Prüfverein haftbar?? Ich glaube kaum.
Man muss global denken, da sind andere Kaliber als Prüfer gefragt.
Ein Hauptproblem bleibt . Die BIg 4 prüfen im Auftrag der Unternehmer. Hier kommt es zum Konflikt, denn der Prüfer will nächstes Jahr wieder beauftragt werden.
Wenn sowenig cash da ist , obwohl der Geldfluss vorab läuft ( siehe Bilanzen der letzten Jahre) ist bei einem Kartendienstleister etwas faul. Das hätte selbst der Bafin auffallen müssen. Ich habe zwar Aktien, hätte deshalb aber nie Wirecard gekauft. Die BAfin hat Kritikern mit Klage gedroht (Financel Times). Sie ist unfähig.

Was diese Firma als Zwischenschritt

zwischen dem Onlinekäufer und dem Verkäufer gegen Provision überhaupt bewirken soll bleibt unklar. Aber das Schmarotzersystem hat je funktioniert. Pfui Teufel.

Singapur Ermittelte letztes

Singapur Ermittelte letztes Jahr gegen Wirecard, spätestens da hätte bei der BaFin die Alarmglocken läuten sollen! Die Behörde hat Schlichtweg gepennt! Ob Extern nur ein MA damit betraut wurde ist doch nicht das Problem!Das Problem ist das die BaFin 16 Monate nichts tat obwohl Singapur mittlerweile auch schon Ermittelt hat!Man sollte diesen Aktienmarkt in die Verantwortung nehmen! Fonds wo jeder EInzahlen muss der Mitspielen will! Denn Diebe unter sich sind die besten Aufpasser!!Und bei der BaFin sollte man Ermitteln wegen Beihilfe zu diesem Betrug!

Wen wundert da das Viele der Politik nicht vertrauen

Wer aufmerksam die Artikel auf der Tagesschau liest, wird ca einmal in Monat einen Bericht lesen, wo deutsche Behörden versagt haben. Die Kosten, welche dabei entstehen, dürften wahrscheinlich unlängst, die Kosten für die Corona-Pandemie decken. Das Bürger da den Respekt vor der Regierung verlieren, ist nur eine logische Schlussfolgerung. Aber bitte wählt weiter die alten Parteien, die werden das schon regeln...

Eine unfähige Kontrolle!

"BaFin-Präsident Felix Hufeld bezeichnete die Ereignisse als eine "Schande" für Deutschland"
Es ist eher eine Schande für die BaFin.
Kein Prüfbericht nach 16 Monaten und Niemand macht sich Gedanken?

✎ Die "Experten" bei BamS & Co.

" Doch bei der gelegentlich "Bilanzpolizei" genannten DPR beschäftigte sich laut "FAS" nur ein Mitarbeiter mit der Prüfung.....
usw..

Wie so oft, urteilen ohne Kenntnis, ohne Fach- und Expertenwissen, ohne intensive Recherche.
Der Einsatz und die Mittel der DPR-Prüfung entsprechen wohl dem erteilten Auftrag durch die BaFin.
Warum prüft die BaFin nicht selbst, ist nicht selbst dazu in der Lage?
"Für .. die Aufsichtsbehörde BaFin ist das ein Armutszeugnis."

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat als Konsequenz aus dem Bilanzskandal eine Reform der deutschen Finanzaufsicht angekündigt.

Ein übliches Ablenkungsmanöver durch BFM Scholz!

Die schon jetzt vorhandenen Mittel, Gesetze und Verordnungen reichen für eine wirksame Finanzaufsicht völlig aus. Sie müssten nur endlich genutzt werden.

Hier liegt das Versagen, da liegt der Hund begraben!

z.B.:
https://www.gesetze-im-internet.de/kredwg/__44.html
usw.usf.

Im Zweifel für den Angeklagten

Fakt ist die Bilanzsummen stimmen nicht.
Fakt ist ehemalige Mitarbeiter haben sich abgesetzt.
Der Gründer ist hiergeblieben und hat sich gestellt.
Fakt ist sowohl die Amerikaner als auch alle anderen Staaten nutzen unlautere Mittel um andere Staaten zu zerstören.
China die Billigmassen Ware in nach Polen in die EU geliefert unter Umgehung sämtlicher Standrads und Kontrollen.
Die Amerikaner durch ihre Geheimdienste werden Informatione gestohlen, abgehört und erpresst.
Die Saudis bringen Gegner gleich um. Die Briten wollen alles aber ohne dafür etwas zu geben. Die Russen Annektieren lieber als und investieren Milliarden in Rüstung, die sie nicht haben.
Und Deutschland ist weder in der Lage seine Bevölkerung vor Corona zu schützen, noch irgendein technisches System am Laufen zu halten welches nicht Zubehör aus Asien benötigt.
Da wundert es nicht das Unternehmen völlig ohne Kontrolle, sich der illegalen kriminellen Gewinnmaximierung verschreiben.

Warum BaFin und nicht E&Y und Konsorten?

Klar. Man hätte besser hinschauen sollen. Aber ist es nicht so, dass die BaFin lediglich für eine Tochtergesellschaft von Wirecard, der Bank nämlich, zuständig ist? Und dass diese Bank keine Milliarden fehlen? Und dass die Wirtschaftsprüfer, die dem gesamten Konzern einen Abschluss bestätigt haben, hier versagt haben? Und auch haftbar sind?

Kaputtsparen und seine Folgen

Ich erinnere an die "Schwarze Null", die Schäuble seit 2009 mit immensen Sparmaßnahmen erreichte. Dass der Geiz aber dazu führt, dass wichtige Aufgaben des Staates nicht mehr wahrgenommen werden, zeigt sich jetzt so nach und nach. Die im Januar begonnene Pandemie mit Corona hat dies bereits gezeigt: Denn es wurde trotz der Warnung des RKI aus dem Jahr 2013 vor einer Corona-Pandemie Null Vorsorge getroffen, was nun zu Milliarden Mehrkosten geführt hat und weiterhin führen wird.

Nun zeigt sich bei der BaFin, dass dort das Personal für Prüfungen fehlt. Die Unternehmen, für die die BaFin zuständig ist, wissen das auch wohl und haben so "Narrenfreiheit". Ich denke da an meine private Krankenversicherung, die sich manches erlaubt, was eine gesetztliche Krankenversicherung, die nicht der BaFin unterstellt ist, nicht erlauben könnte.
Aber auch die Prüfung von "wirecard" krankte offenbar an fehlendem Personal.

Fazit: Die "Schwarze Null" verursacht/e Kollateralschäden in gigantischer Höhe.

Marmolada: Wie immer Hauptsache , man schaut bei ...

Sehr treffend formuliert.
Dass sich die Behörden lieber um Falschparker kümmern statt um die Milliarden-Betrügereien von Konzernen ist zutreffend.
Es ist ungeheuerlich, wenn man ein DAX-Unternehmen mit nur einer Person überprüfen will! Das zeigt m. E., dass bei dieser BaFIn die falschen Leute sitzen. Denn selbst einem Laien ist klar, dass man für ein DAX-Unternehmen eine "ganze Mannschaft" an Prüfern benötigt.
Vielleicht sollte der Rechnungshof mal die BaFin überprüfen - möglichst mit mehr als einem Prüfer/in ?

@Am 28. Juni 2020 um 09:15 von Nachfragerin

Ja, wie als ob die Betrüger nicht schuld sind sondern allein die, die den Betrug nicht aufgedeckt haben.

Das Wirecard zusammen mit der Wirtschaftsprüfergesellschaft zumindest die Bilanz künstlich aufgebläht hat, wenn nicht sogar 1,9 Milliarden Euro veruntreut hat, dass soll wohl abgetan werden.

Ein kaufmännisch geführter Geschäftsbetrieb ist ja gerade dazu da, nicht die Übersicht zu verlieren, eigentlich, um Steuerprüfungen zu erleichtern oder überhaupt möglich zu machen. Die Buchhaltungsgesetze sind eindeutig und so einfach geschrieben, man wünschte, alle anderen Gesetze würden sich daran ein Beispiel nehmen. Und dann gibt es sogar noch Programme/Apps, die eine lückenlose Verfolgung aller Geschäftsvorfälle, aller Geldflüsse usw. ermöglicht.

Nein, wie Betrug schon andeutet, da ist ein Willen dahinter es zu tun. Abteilungsleiter, Geschäftsführer, Vorstand, Aufsichtsrat, Kontrolleur(e), Prüfer...alle haben nicht gewusst wo 1/4 der Bilanz hin ist? Ich lach mich platt...

Primär- und Sekundärmarkt

Der Fall wirft ein starkes Licht auf das gefährliche Verschwimmen von Primär- und Sekundärmarkt.

Von der Idee bildet die Börse als Sekundärmarkt exakt den Primärmarkt ab und die gehandelten Unternehmensanteile (Aktien) entsprechen dem tatsächlichen (primären) Wert der Unternehmung.
Kurz: Der Wert der Aktien ist gleich dem Wert des Unternehmens und umgekehrt.

Damit ist es auch Nichtunternehmern möglich, sich in ein Unternehmen einzukaufen. Der unternehmerische Primärmarkt öffnet sich dem reinen Kapitalanleger - aber auch der Kapitalmarkt den Unternehmern.
Dieses Zusammenspiel hat unsere moderne Wirtschaft ermöglicht - Primär- und Sekundärmarkt bedingen und fördern sich gegenseitig. Eine klassische Win-win-Situation.
Wenn - ja wenn - hier eine genaue Kontrolle und Transparenz und keine Insidergeschäfte stattfinden würden. Wenn die Börse eine hoheitliche Aufgabe geblieben wäre inklusive einer extrem sorgfältigen Aufsicht.

Tja, und genau hier begann vor ca. 30 Jahren das Problem.

Ist für viele Anleger dumm

gelaufen. Auch ich habe damit Geld verloren.
Nun, man kann es zumindest mit anderen Gewinnen verrechnen.
Normalerweise spende ich einen Teil der wiedergutgemachten Gewinne. Nach Corona und diesem Desaster siehts allerdings nicht sehr rosig aus. Bin ich selber Schuld? Ja!. Werde es aber auch selber ausbaden!
Dennoch: Weniger Gehalt für ein paar Monate durch Corona, keine Dividenden, keine Kursgewinne, und ein Stückchen Altersvorsorge weg. Wahrscheinlich muss man froh sein noch zu leben oder nicht schwer an Corona zu erkranken.
Steuern werde ich wohl dieses Jahr weniger zahlen müssen...

Diese undurchsichtigen Vorfälle untergraben nachhaltig Vertrauen
Der Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums, Wolfgang Gerke: "Für die Wirtschaftsprüfer und die Aufsichtsbehörde BaFin ist das ein Armutszeugnis."
>> Er vermute ein korruptes Netz hinter dem Skandal. "Der hier verursachte Schaden ist immens und wird Jahre nachwirken."

Was hier vor allem lange nachwirken dürfte, ist der Vertrauensverlust in der „Öffentlichkeit“ bzw. der Bürger in die Funktionsfähigkeit ihrer staatlichen Infrastruktur - insbesondere, wenn es um Aufsichtsbehörden geht, die im näheren und weiteren Sinne mit „Finanzen“ zu tun haben. Das so „geschürte“ allgemeine Misstrauen ist nichts weniger als gesellschaftszersetzend.

mangelnde Kontrolle als System

ein (!) Mitarbeiter der einen DAX konzern mit Milliardenbilanzen und X Tochterfirmen prüft, das ist reale Satire pur! Aber was steckt dahinter? Offensichtlich System, worauf schon andere Kommentatoren hingewiesen haben, ob Fleischindustrie, Baugewerbe, Autoindustrie!
Der Staat glaubt den Produzenten lieber als zu kontrollieren (z. B. Dieselgate, ein Desaster für das bisher kein Politiker Verantwortung übernommen hat), das ist billiger und kommt den deutschen Firmen/Produzenten zu gute! Jahrzehntelang haben uns die wirtschaftsnahen Politiker eingehämmert die Staatsquote sei zu hoch man solle Personal abbauen! Der Schaden ob ökologisch, sozial, für das Image deutscher Produkte und das Wirtschaftsleben ist exorbitant!

Komplettversagen aller Aufsichten

Alle Aufsichten haben versagt:
1. Der Wirtschaftsprüfer Ernst &Young (EY), die seit elf Jahren Abschlußprüfer des Konzerns sind (wieso man elf Jahre das Mandat hält, muss geklärt werden), haben sich - milde ausgedrückt- im großen Stil extremer Verfehlungen schuldig gemacht, die nun durch das anlaufende Ermittlungsverfahren aufgedeckt werden müssen.
2. Die Bafin hat nur die Wirecard Bank AG geprüft, deren Geschäfte beanstandungsfrei testiert wurden, aber nicht die der Wirecard AG, die zu den FinTech's gehört (Technologie im Finanzdienstleistungsbereich). Derzeit gibt es (noch) keine Gesetzesgrundlage, diese neuen Unternehmensstrukturen einer staatlichen Kontrolle zu unterziehen. Das ist ein Systemfehler innerhalb der Digitalwirtschaft bzw. konkret im Finanzwesen.
3. Versagt hat aber insbesondere die Münchner Staatsanwaltschaft, denn es gab genügend Hinweise auf Betrug, Täuschung, Fälschung. Man hätte nach entsprechenden Hinweisen vor Jahren schon, auch die Mitarbeiter befragen können.

Ist am Schluss ein Hausmeister verantwortlich ?

Wenn ich hier lese, nur ein Mensch habe dieses DAX- Unternehmen auf fragwürdige Geschehnisse geprüft, denke ich an Reinhard Mey:

„Der Mörder ist immer der Gärtner“

Oder der Hausmeister.

re 10:12 Wolf Duttlinger: Zuständigkeiten

>>Aber ist es nicht so, dass die BaFin lediglich für eine Tochtergesellschaft von Wirecard, der Bank nämlich, zuständig ist? Und dass diese Bank keine Milliarden fehlen?<<

Genau so ist es!
Für die Bafin ist dieser Fall ein Desaster - aber ein Desaster mit Ansage!

Wer hier versagt hat, ist in erster Linie der Staat und die Börsenaufsicht als Ganzes und erst in zweiter Linie die Bafin. Die ist hier eher der Sündenbock, mit dem man von eigenem Fehlverhalten bequem ablenken kann.

Die Börse selbst wurde privatisiert und unterliegt damit den gleichen Mechanismen, die sie selbst gestalten und kontrollieren soll. Ein Einfallstor für Geschäftemacher aller Art von außen aber auch von innen.

Und die Bafin soll das alles richten? Das konnte nie funktionieren und hat noch nie funktioniert. Nicht nur in Deutschland, schlimmer noch in den USA. Die verheerende Finanzkrise nahm genau in dieser Konstellation ihren Ausgang und diese Konstellation arbeitet weiter nahezu unangetastet.

Aufischt heisst verstehen

Die BAFIN sollte die Geschäftsmodelle derer verstehen, die sie beaufsichtigt. Sie sollte auch die Geschäfte, die Produktwelt, die darin aufgehen nicht nur verstehen sondern auch in den Kontext der Aufsichtsregeln, der Corporate Governance und der bestehenden Wirtschaftsgesetze etc subsumieren und regelmässig daraufhin überprüfen und gemäß vorgeschriebener Ordnungsmässigkeit nachhalten können! Weder Wirtschaftsprüfer noch Rating Agenturen ersetzen die Aufsichtsfunktion, im Gegenteil, die BAFIN kann sich nicht exkulpieren sondern muß auch letztere überprüfen. Das scheint ihr insgesamt nicht zu gelingen! Warum? Das Finanzministerium hat auch nicht die Kompetenz, hier beurteilen zu können ob die BAFIN noch en jour ist. Und der Finanzminister Sch schon gar nicht. Ich sage nur : cum ex ...! Ein Bsp der langen Liste der Inkompetenz unserer Institutionen. Mehr Parlamentarier helfen da nicht sondern Weniger ist mehr mit mehr Substanz u Qualitaet!

Wirecard Skandal?

Ich vermute, dass bei der BaFin gegenüber dem vermeintlich erfolgreichem DAX Konzern „Wirecard“ nur wenig Vorbehalte hatte und wegen Überlastung im guten Glauben nur eine schnelle Prüfung vorgenommen hat. Dabei wird schablonenhaft geprüft, ob bei dem Unternehmen die Parameter eingehalten worden sind. Erst bei Abweichungen, würde eine aufwendige Prüfung erfolgen. Immerhin kann doch wegen der Unschuldsvermutung, doch die BaFin nicht vom „worst case“ Szenario, wie einer „Bilanzfälschung“ausgehen. Allerdings scheint richtig zu sein: für die Verbraucher tut die BaFin zu wenig. Hier sollte die SPD Spitze mal den Finger in die Wunde legen.
Aus meiner Sicht erscheint die BaFin eher eine Lobby für Banken und Versicherungen zu sein. Auch bei der Verbraucherzentrale in Deutschland zu verschiedenen Themen wird die BaFin als Anlaufstelle gerade nicht wärmstens empfohlen!

ein Mitarbeiter zur Kontrolle?

Ist doch normal bei großen Betrieb.

Die vielen ander Mitarbeiter kümmern der Steuer und Finazverwaltung prüfen die Abrechnungen von kleinunternehmern und Arbeitnehmern.

Bananenrepublik

Wie will man Otto-Normalsparer da noch von Investitionen in Aktien überzeugen? Wie von Vorrednern schon gesagt: Vertrauen nachhaltig zerstört.

Da trifft wohl die Redensart zu: Der Fisch stinkt vom Kopfe her! Und da sitzt die von Ihrer Machtgier (oder mehr?) korrumpierte Politik.

SO kann man eigentlich nur noch die Abschaffung des Kapitalismus fordern, sozial ist unsere Marktwirtschaft leider schon lange nicht mehr. Gier ist die Wurzel dieses Übels, ekelhaft.

Zu 10:15 von Margitt ✎"Kaputtsparen und seine Folgen"

.. Fazit: Die "Schwarze Null" verursacht/e Kollateralschäden in gigantischer Höhe.

Mit dem Versagen hier hat die "Schwarze Null" kein Jota zu tun.
Am Geld krankt es nicht. Schlanker ist oft besser. Wir haben insgesamt viel zuviel im Umlauf in jeder Hinsicht. Begonnen mit den Parlamenten ( Bund-Länder bis zu Regional). Institutionen, Behörden die sich oft im Weg stehen statt erfolgreich die Aufgaben zu erfüllen.
Schon vor Corona waren die Schuldenmacher die Helden. Die Institution EZB betreibt mit einer Geldschwemme und Negativzinsen Staatschuldenfinanzierung im Übermaß über die Hintertüre.
Keiner haftet für Dritte war die Bedingung für den Euro. Wie sieht es heute aus? Wo ist die Kontrolle, wo die Sanktion?
Die "Schwarze Null" ist ein Märchen, die EU-EURO-Gemeinschaft bewegt sich schon lange über ihre Verhältnisse. Wer die Verbindlichkeiten addiert kommt zu einem anderen Ergebnis. Von einer "Schwarzen Null" keine Spur, im Gegenteil. Mit Corona ist die Büchse ganz geöffnet.

Und noch eins ist sicher:

Der nächste, die Welt erschütternde Banken-oder Unternehmenschrash im Dax wird keinesfalls durch die BaFin verhindert werden.
Diese Organisation kann beruhigt ersatzlos aufgelöst werden; sie entzieht sich selbst ihre Existenzberechtigung.
Aber: Wie bei Lehmann, wird der Steuerzahler immer gern gern in die Bresche springen und "systemlerevant" stützen und retten ... ist ja alternativlos.
.. ist es das?

Soweit ich neulich gelesen

Soweit ich neulich gelesen habe, soll damit noch ein kurzfristiger Kredit getilgt worden sein - weiß jemand dazu Genaueres?

Scheint mir nicht ganz nachvollziehbar, dass Herrn Braun (sofern er einer der Betrüger ist) noch Geld in den Abgrund wirft.

Andererseits: Falls er davon etwas behalten haben sollte, wäre es extrem verwerflich, sich noch ein paar Milliönchen für Anwälte und Lebensabend zu sichern, während die Kleinaktionäre über die Klinge springen.

Als Geschädigter erwarte ich hier dringende Aufklärung von den Behörden und - bei Zeiten - eine abschreckende Freiheitsstrafe!

Leider werden die Lobbyisten auch hier wieder die Einführung einer drastischen Manager-Haftung nach US-Vorbild zu verhindern wissen, die wir in Deutschland genauso dringend benötigen wie eine effektive und unabhängige Finanzmarktaufsicht...!

Neuer Markt, faule Immokredit-Produkte, Automobilbranche, jetzt Wirecard - bisher ist das doch eine prima Einladung für alle verantwortlichen Manager weiterzumachen...

Sehr unbefriedigend.

Da wird der Türsteher dafür bestraft, dass es der Dieb in das Lager eingebrochen ist und den teuersten Fernseher geklaut hat.

Natürlich haben BaFin und DPR geschlafen - wenn nicht schlimmer...
Doch von Herrn Braun, dem ehemaligen Wirecardchef, hört man so gar nichts...
Da kann der noch 150 Millionen Euro einheimsen, zahlt 5 Mio. Kaution aus der Gesäßtasche. Und???

Natürlich gehört dieser Mann vor Gericht, nur: Wieso darf er sich überhaupt noch frei bewegen - oder befindet er sich mittlerweile in einem Land ohne Auslieferungsabkommen?

re: Nettie um 10:30 Uhr

Zitat:
„Diese undurchsichtigen Vorfälle untergraben nachhaltig Vertrauen“
-
Meine volle Zustimmung!

Bin verwundert

Einige der Kommentare hier bezeichnen diese Art von Kriminalität als "intelligent". Was ist hieran intelligent? Ich finde es eher sehr plump. Eine komplette Bilanzposition von 1.9 Milliarden Euro ist sehr offensichtlich nicht vorhanden. Für jeden Wirtschaftsprüfer, der seine Arbeit ordentlich mach, sollte dies recht leicht zu finden sein. Man muss aber auch festhalten: grundsätzlich ist die regelmässige Prüfung keine Betrugsprüfung, sondern eine Prüfung auf ordnungsgemässe Buchführung. Aber eben: hätte auch hier auffallen müssen - und tat es ja nun auch.

@ 10:02 von Stefan P.

Fakt ist: Wirre Verschwörungsbehauptungen oder konfuse Aneinanderreihungen nicht zu diesem Thema gehörender Ereignisse helfen auch nicht weiter.

Hier nicht. Nirgendwo.

Mafiagesetze anwenden

@Bundeskanzler
Sehr richtige Frage.
Die gesamten Gewinne der Wirecard Leute durch Aktienverkäufe gehören eingezogen, da Luftbuchungen.
Aber was selbst in Italien gemacht wird durch die Finanzpolizei , nämlich Einziehen des gesamten Privatvermögens, wenn die Herkunft nicht geklärt ist,
geht im Schwarzgeldparadies Deutschland nicht.

Man schlägt sich vor Lachen...

Sogar die Bankenaufsicht beschäftigt in diesem Land Subunternehmen, weil sie selber keine Lust auf ihre Arbeit hat...

@ Stefan P., um 10:02

Sie hätten Ihre Aufzählung sicher mühelos noch verdoppeln können, nur:
Was nutzt das Klagen über Zustände in aller Welt, die so schnell nicht zu ändern sind - was ja auch von niemandem gewollt ist.

Aber hier ist ein konkreter Fall, da wäre die Möglichkeit gewesen, beizeiten einzugreifen, zumal die Vorwürfe bereits vor Jahren erhoben wurden.

Und was ist geschehen:

Wie im Mittelalter wurde der Bote der schlechten Nachricht bestraft, die Journalisten der FT mussten sich auch noch für ihre berechtigten Vorwürfe verteidigen.

Doch, es gibt genügend MA !

Man muss sie nur zielgerichtet einsetzen wollen. Wenn ein MA beim Finanzamt natürlich lumpigen 3,50€ hinterherhecheln muss, die Mini-Bilanz eines Kleintierzüchtervereins oder die Lohnsteuer-Erklärung wegen einer Fahrt zur Arbeit zuviel prüfen muss, dann ist die Effizienz gleich NULL. Die erwirtschaften bei weitem nicht das Geld, was sie kosten. Dann gibt es eben die Schmieders, die Schneiders, die Wirecards, die einen großen Unterschied haben: Sie kennen die Politiker, machen Lobby-Arbeit, "bieten" was. Und schwuppdiwupp sind 2 Augen zugedrückt. "Et hät no immer joht jejange", wie der Kölner Klüngel sagt. Also: Lobbyarbeit weg, Parteispenden nur noch zentral eingehen und verteilen lassen, Zuwendungen an Politiker maximal begrenzen und die After-Politics-Jobs für 5 Jahre verbieten.

@DerBundeskanzler

Es handelte sich nach einer Pressemitteilung um die Verwertung des Depots zu Gunsten der Rückzahlung eines durch das Depot besicherten Kredites.
Bislang wurde nicht berichtet, daß Vermögen des Vorstands irgendwo "eingefroren" wurde. So lange dies nicht geschieht, kann man über sein Eigentum frei verfügen.

Solch ein immenser Betrug...

...kann nicht stattfinden, wenn nur Einer ein Auge zudrückt.
Das geht nur, wenn Hundert beide Augen und Ohren verschließen.

Was wird die Folge sein?
Untersuchungsausschüsse, Befragungen, Prüfungen, Verdächtigungen, Anschuldigungen... alles ausgesprochen öffentlichkeitswirksam.

Was wird das Ergebnis sein?
Irgendein Noname wird den Kopf hinhalten müssen.
Wer wird für den Schaden aufkommen?
Klar...

Außer Frust bei den Zuschauern wird letztlich “nach Jahren intensiver und schonungsloser Aufarbeitung“ nicht viel bleiben.

@ 11:27 von Gassi

Nicht, dass ich den Journalisten der Financial Times eine Mitschuld andichten möchte.

Die Frage sei aber berechtigt, weshalb sie zwar immer wieder auf Unregelmäßigkeiten berichtet, aber nicht auch Ross und Reiter genannt haben...

Wie nur ein Mitarbeiter?

und was ist mit dem bewährten 4-Augen-Prinzip? Da wird die ureigenste Aufgabe vom Bafin an Subunternehmen vergeben? Und was machen die Mitarbeiter des Bafin unterdessen? Repräsentieren? Wichtige Videokonferenzen? Abtauchen? Unfassbar!

Rücktritt des Finanzministers

Eigentlich müsste der Bundesfinanzminister die politische Verantwortung übernehmen und zurücktreten. Er hat das "Glück", dass in den Medien so viel über Corona berichtet wird und dadurch von Wirecard abgelenkt wird. Sonst wäre ein Rücktritt unvermeidbar.

BaFin Versagen - nicht nur Wirecard!

Die BaFin hat ihren kollektiven Auftrag des Verbraucherschutzes im Interesse der KFZ-Halter über 65 Jahren bis heute nicht gewährleistet. Seit ca. 1984 bis heute zahlen die Senioren bis über 100 % als Zuschlag zu den Prämien selbst wenn diese 30 Jahre und länger unfallfrei fahren.

Die KFZ-Versicherer müssen sich, wie die Bundesregierung dem Petitionsausschuss mitteilte, ihre Tarife so kalkulieren, dass es nicht zu einer Altersdiskriminierung kommt.

Die BaFin sollte ab Mitte 2019 Analysen und Untersuchungen durchführen, ob die Praxis der Kfz-Versicherer den Anforderungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes entspricht.

Trotz Anfragen gab es bisher keine Stellungnahme der BaFin, so dass keiner weiß, ob unabhängige Experten beteiligt worden sind.

Erneut dürften Klauseln zum Nachteil der Senioren "ausgeklüngelt" worden sein, bei denen der Gesamtverband der Versicherer die Feder geführt haben dürfte. Bis heute wurde kein Beweis der Versicher für Aufschläge auf die Prämie erbracht

Wirecard Steuern....

Wo hat die Firma eigentlich Ihre Umsätze versteuert?
In Deutschland?
Wie hat dann das Finanzamt "gearbeitet und geprüft"???

@Jayray - Herr Braun wird sich nicht selbst belasten.

10:26 von Jayray:
"Abteilungsleiter, Geschäftsführer, Vorstand, Aufsichtsrat, Kontrolleur(e), Prüfer...alle haben nicht gewusst wo 1/4 der Bilanz hin ist? Ich lach mich platt..."

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder vertraute die Geschäftsführung ihren Partnern und fragte aufgrund der traumhaften Zahlen nicht weiter nach oder aber es wurde wissentlich ein ausgeklügeltes Betrugssystem betrieben. Das aufzudecken und nachzuweisen dürfte sehr schwer sein. Und so lange wird Herr Braun darauf plädieren, von seinen Partnern betrogen worden zu sein.

@ gman, um 10:02

“Wie so oft, urteilen ohne Kenntnis, ohne Fach- und Expertenwissen,...“

Ist das wirklich so gewesen?
Es i s t ja nicht mal geurteilt worden.

Da sitzen gewiss keine Leute, die von Nichts Ahnung haben - im Gegenteil, denke ich.
Nur: Was nutzt das Spezialwissen, wenn es nicht angewendet wird, wenn, wie Sie richtig sagen, nicht recherchiert wird?
Was will ein Einzelkämpfer in diesem Sumpf auch ausrichten...?

@Bremer Roland 12.04

Die Tarife der Versicherer müssen genehmigt werden. Da liegen Risikostudien zu Grunde, die eben die höhere Unfallzahlen von Senioren belegen. Übrigens zahlen auch junge Fahrer höhere Prämien. Oder die Tk ist für Garagenbesitzer günstiger als für Laternenparker, aus genau diesen Gründen. Ihr Vorwurf ist sachlich ungerechtfertigt.

um 12:07 von Nachfragerin

>>
Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder vertraute die Geschäftsführung ihren Partnern und fragte aufgrund der traumhaften Zahlen nicht weiter nach oder aber es wurde wissentlich ein ausgeklügeltes Betrugssystem betrieben. Das aufzudecken und nachzuweisen dürfte sehr schwer sein. Und so lange wird Herr Braun darauf plädieren, von seinen Partnern betrogen worden zu sein.
<<

Wirecard hat nichts, aber auch wirklich nichts in seinem Geschäftsmodell, was die früheren hohen Bewertungen jemals gerechtfertigt hätte. Wer sich da engagiert hat, hat den Neuen Markt nie gekannt oder aber vergessen. Wenn man nichts zu bieten hat, dann muss man wohl anders die Kurse befeuern. Ich denke, das beantwortet Ihre Frage.

Das Grundübel anpacken...

...das Grundübel ist doch, dass immer mehr staatl. Hoheitsaufgaben privatisiert bzw. ausgelagert werden & dort dann keine Nachprüfung stattfindet, weil entsprechende staatl. Stellen personell kaputtgespart werden, nach dem Motto: weniger Staat, mehr Markt.

Man sieht immer häufiger: Mehr Markt funktioniert einfach nicht! Denn der "Markt" wird immer von denen manipuliert & systematisch missbraucht, die sowohl die Cleverness als auch die Skrupellosigkeit hierzu mitbringen. Zum Schaden aller anderen.

Jedenfalls steigt die Frequenz, mit der uns solche Skandale die Unzulänglichkeiten des Systems der Auslagerungen & Privatisierungen aufzeigen. Man beachte einfach mal die Zahl der Skandale seit den 00er Jahren angefangen bei der New-Techbubble. Das hat es vorher so nicht gegeben!

Ich verstehe nur nicht, warum man nicht dagegen steuert: mehr Staat, weniger Markt, muss die Devise heißen! Verstaatlichung aller Börsen, denn mit deren Privatisierungen hat alles angefangen!

09:03 von Forfuture

“Immer das gleiche Schema“

Sie haben recht.
Arbeitssklaven finden sich aber nicht nur in der Fleischverarbeitung. Hungerlöhner bei Auto (BMW, Mercedes usw.), Versandhandel (Amazon, Zalando usw.), Pflege ('Home insteed'), Paketbranche querbeet (auch DHL).
Alles seit mindestens 2014 bekannt. Der Anfang war aber nicht mit Hartz4, sondern bereits 1990!

“Die Lastenträger - Arbeit im freien Fall - flexibel Schuften ohne Perspektive“
Ach ja, um Tönnies geht's auch. Das was heute für (manche) Medien und Politiker eine “Überraschung“ ist, hat eigentlich schon einen langen Bart.

Wer nichts zu bieten hat ...

So wird es sein ...
Denken momentan an die Sparkassen in Deutschland , .
welche ja zugern ihren Kunden den Aktienmarkt vermitteln wollen .
Wer billige Imobilienkredite vermittelt , ..der schaut dann vertrauensvoll seinen eigenen Kunden in die Augen und vetsucht Aktienpakete an den Mann bzw. der Frau anzudrehen .
Mehr Geld können die Provisionshaie nicht verdienen .
Wird schon richtig sein sagt sich der Kunde , haben ja auch gute Kondirionen für den Imobilienkredit erhalten .

"BaFin-Präsident Felix Hufeld ...

... bezeichnete die Ereignisse als eine "Schande" für Deutschland"

Ich verstehe irgendwie nicht so ganz, wieso Herr Hufeld auf Deutschland kommt. Die Bürger sollen auch für diese Schande verantwortlich sein?

Wer nichts zu bieten hat ...

So wird es sein ...
Denken momentan an die Sparkassen in Deutschland , .
welche ja zielstrebig ihren Kunden den Aktienmarkt vermitteln wollen .
Wer billige Immobilienkredite vermittelt , ..der schaut dann vertrauensvoll seinen eigenen Kunden in die Augen und versucht Aktienpakete an den Mann bzw. der Frau anzudrehen .
Mehr Geld können die Provisionshaie nicht verdienen .
Wird schon richtig sein sagt sich der Kunde , haben ja auch gute Konditionen für den Immobilienkredit erhalten .

Berichtigung : Mensch Rechtschreibung , Entschuldigung ...

Aha diesmal hat das Geld mal

Aha diesmal hat das Geld mal wieder für ein paar Arbeitsstellen mehr nicht gereicht und das in Bereichen wo mit Milliarden wie mit Peanuts hantiert wird und ebensolche Betrügereien abgehen können, weil man bisher keine, schätzungsweise, zwei Millionen mehr als Gehälter zahlen wollte. Nach all den vielen Betrügereien in diesem Metiers, wo eben immer noch solche krummen Dinger gehen, ist doch angezeigt, dass das alles entweder mit Wissen unserer entsprechend verantwortlichen Stellen geht, oder, was genauso schlimm wäre, die einfach unfähig sind, solche Entwicklungen zu verhindern.

@ M. Neumann

"Wie hat dann das Finanzamt "gearbeitet und geprüft"???"

Genauso wie auch bei kleinen Steuerzahlern: Es wird geglaubt, dass das alles schon seine Richtigkeit habe.

Oder haben Sie schon einmal einen Anruf vom Finanzamt erhalten, in dem sie aufgefordert worden wären, die Kontoauszüge des gesamten Steuerjahres einzureichen? Oder Belege für ausgewiesene Rechnungen? Das kann zwar stichprobenartig vorkommen, aber eine flächendeckende Überprüfung ist angesichts der dünnen Personaldecke nicht nur bei den Finanzämtern schlicht unmöglich!

Hier rächt sich eben die Devise "weniger Staat, mehr Markt" nachhaltig! Weniger Staat bedeutet automatisch nämlich mehr Betrug.

@Klärungsbedarf um 12:28

Da möchte ich Ihnen etwas widersprechen:
Die Bewertungen (Kurs von Wirecard, KGV etc.) für die Wirecard Aktie kam ja nicht von der Firma selbst, sondern vom Finanzmarkt, den Investoren; und das Geschäftsmodell an sich ist zukunftsträchtig (siehe Adyen, die jetzt von der Insolvenz von Wirecard profitiert und sogar deutlich höher bewertet wird).
Sicher, im Neuen Markt gab es viele Fehlentwicklungen, Luftnummern etc., aber die Digitalisierung der Zahlungsabläufe hat enormes Potential. Man muss nur in die richtige Firma investieren ;-).

Die Antwort auf ENRON & Flowtex besteht nur aus 15 Mitarbeitern

Die Fakten sind viel dramatischer - die gesamte Prüfstelle der DPR besteht nur aus 15 Mitarbeitern wie aus dem Jahresbericht zu entnehmen - sollte aber ein deutsches ENRON vermeiden.

https://www.frep.info/docs/jahresberichte/2019/2019_jb_a1.pdf

2015 lobte Herr Maas in zum Jubiläum:
... erinnern wir uns an die Lage vor 10 Jahren und an die Ziele dieses Projekts: Das Vertrauen in die Kapitalmärkte sollte durch eine genauere und vielleicht auch schärfere Kontrolle der Rechnungslegung der Unternehmen gestärkt werden. .... Aber die Zusammenbrüche von ENRON und Worldcom in den USA und von Flowtex in Deutschland hatten gezeigt, dass Bilanzskandale eine Schockwelle an den Kapitalmärkten auslösen können. .... Und unser Beispiel (Anmerkung die Schaffung der DPR) hat Schule gemacht: Inzwischen haben auch andere EU-Staaten spezielle Stellen, die für die Bilanzkontrolle zuständig sind. Die meisten Mitgliedstaaten haben dazu eine Behörde geschaffen.

Wann beziehen wir das in die Aufarbeitung ein?

Tarife der Versicherer - nachhaltige Prüfung der BaFin fehlte

Die behaupteten Risikostudien, dass Senioren, wie jüngere Kfz-Halter mehr Unfälle und Schäden wie die anderen Altersgruppen aufweisen konnten die Auswertungen der Jahresgemeinschaftsstatistiken des Gesamtverbandes der Versicherer (GDV) seit 2014 bis 2018 nicht belegen.

Die BaFin hat sich trotz diverser Hinweise leider nicht um Details bemüht, da es für den Verbraucherschutz ebenfalls nur wenige Mitarbeiter geben soll, so dass die Prüfung der Tarife offensichtlich zum Nachteil der jungen und alten durch die BaFin im Zusammenwirken mit der GDV nicht diskriminierungsfrei genehmigt worden sind. Dieser Auffassung hat sich auch der Petitionsausschuss des Bundestages letztes Jahr angeschlossen.

"Engagieren Sie sich nicht in

"Engagieren Sie sich nicht in Unternehmen, die Sie nicht verstehen, mit Führungskräften, die sich über ‚Fake News‘ beschweren, während sie sich weigern, grundlegende Fragen zu beantworten“

Fahmi Quadir in einem Brief an die BaFin über Wirecard.

Die BaFin wurde 2018 schon über Wirecard informiert.

https://www.facebook.com/117471684949668/posts/3568633606500108/

Es scheint so als ob Behörden und Politik koste es was es wolle unbedingt einen Anbieter aus Deutschland haben wollten.
Ich habe mich der DSW angeschlossen und werde mitklagen.
Es geht hier nicht darum das man bei Aktien verlieren kann.
Es geht hier darum, dass wenn zB BMW behauptet letztes Jahr 1 Million Autos verkauft zu haben aber in Wirklichkeit nicht einmal 1 dann ist das einfach Betrug.

Wirecard Skandal

Herr Hufeld hat Nerven.... Eine Schande für Deutschland... Das ich nicht lache.. Eine Schande für die Behörde, der er vorsteht. Was für eine Kaltschnäuzigkeit. Untragbar der Mann mitsamt seiner unfähigen 2700 Mitarbeiter.

Nachtrag

Ich möchte noch nachschieben, dass dann die Zeit der Milliardengewinne allmählich ein Ende findet, aber ich sage: Endlich! Lieber zu spät als nie.

Denn mal im Ernst: hinter all den Milliarden Gewinnen der Konzerne steckt keine realistische Kapitaldeckung! Da werden schlicht 0er-Zahlen im System hin- und hergeschoben und wirklich jeder glaubt, dass das schon irgendwie hinhaut. Und wenn einem bewusst wird, dass dem nicht so ist, versucht man, den Schwarzen Peter der Konkurrenz unterzujubeln. Das System hat eher was von "Brennball" als von "seriösem Wirtschaften."

Und wenn es doch eine entsprechende Kapitaldeckung gibt? Dann muss das Geld anderswo entsprechend fehlen, wo dann der Staat mit Subventionen einspringen muss, um das Fehlen dieser Gelder zu kompensieren. Staatliche Gelder also, die dann an Stellen fehlen, wie z.B. bei der Bildung, öffentlicher Infrastruktur etc.

Unsere Art des Wirtschaftens geht schlicht voll an die Substanz! Ein Umdenken ist hier dringend erforderlich!

Geldscheine fälschen

Für manche kriminelle Organisationen ist es möglich, Geldscheine so gut zu fälschen, dass nicht nachvollziehbar ist, ob er echt ist oder nicht. Saldenbestätigungen zu fälschen dürfte um ein vielfaches einfacher sein. Auch das sogenannte round-tripping ist in einer globalisierten Welt kaum nachzuvollziehen. Wirtschaftsprüfer nehmen zudem nur Stichproben aller Belege - jeden Beleg zu prüfen ist unmöglich. Meiner Meinung nach ist ein professionell eingefädelter Betrug nur ganz schwer aufzudecken.

@ Zomil

"Es geht hier darum, dass wenn zB BMW behauptet letztes Jahr 1 Million Autos verkauft zu haben aber in Wirklichkeit nicht einmal 1 dann ist das einfach Betrug."

Sie haben vollkommen Recht, dass es Betrug ist. Und es ist natürlich ihr gutes Recht, dagegen zu klagen. Ich habe immer nur darum Bauchschmerzen bei solchen Klagen, weil ich am Ende fürchte, dass der Staat für die Verluste der Aktionäre aufkommen wird, um deren Vertrauen in das System nicht zu tangieren.

Der Staat bin in diesem Fall u.a. auch ich. Und es macht mich dann ein Stück weit lethargisch, wenn u.a. auch meine Steuergelder dann dazu herangezogen werden sollen, um die Gewinnrisiken* anderer zu minimieren. Es ist schon so schwer genug meine Familie mit dem wenigen durchzubringen, was mir zur Verfügung steht. Da würde ich mir wünschen, dass öffentliche Gelder lieber in Dinge wie Bildung und öffentliche Infrastruktur investiert werden.

um 13:04 von Wolf1905

>>
Die Bewertungen (Kurs von Wirecard, KGV etc.) für die Wirecard Aktie kam ja nicht von der Firma selbst, sondern vom Finanzmarkt, den Investoren; und das Geschäftsmodell an sich ist zukunftsträchtig (siehe Adyen, die jetzt von der Insolvenz von Wirecard profitiert und sogar deutlich höher bewertet wird).
<<

Mittagessen geht vor ... Aber jetzt: Investieren Sie, wo und wie viel Sie wollen. Das Geschäftsmodell ist nicht zukunftsträchtig, weil es absehbar nichts gibt, was andere nicht auch haben. Wirecard ist auch keine Marke, sodass Kunden z.B. in Läden gehen, weil man da mit Wirecard bezahlen kann. Sie erwähnen ja selbst Adyen. Das ist austauschbar und rechtfertigt deshalb keine hohen Notierungen.

@ 09:28 von DerBundeskanzler

Zitat: „ Und wo verbleiben jetzt die 155 Millionen
Interessant wäre es zu erfahren, was derzeit mit den abgeschöpften über 150 Mio EUR aus den Aktienverkäufen des momentan Hauptverdächtigen geschieht?“

Herr Dr. Braun musste wegen margin calls verkaufen. Sprich: Er hatte die Aktien auf Pump gekauft. Die Verträge sahen vor, dass er bei fallenden Kursen, Sicherheiten nachschoss. Die Kohle haben folglich die Banken eingesackt! Man sollte sich eher die Frage stellen, wer kurz vor dem Crash mit Leerverkäufen auf fallende Kurse wettete - angeblich waren 24 % aller Aktien verliehen. Ebenso sollte man bei den Käufern von Derivaten genauer hinschauen - da dürften Insider / Täter nicht weit sein.

um 14:25 von Hinterdiefichte

>>
Wirtschaftsprüfer nehmen zudem nur Stichproben aller Belege - jeden Beleg zu prüfen ist unmöglich. Meiner Meinung nach ist ein professionell eingefädelter Betrug nur ganz schwer aufzudecken.
<<

Das stimmt schon mit den Belegen. Ich habe aber nie eine Prüfung erlebt, bei der für Bestandskonten nicht ein Nachweis oder eine Bestätigung vorgelegen hat - bei Bankkonten die Bestätigung der Bank. Jetzt hat man auf die Bankbestätigungen gedrungen und sie konnten offenbar nicht komplett vorgelegt werden. Wie es in den Vorjahren war, ist jetzt zu prüfen.

um 14:35 von Hinterdiefichte

>>
Man sollte sich eher die Frage stellen, wer kurz vor dem Crash mit Leerverkäufen auf fallende Kurse wettete - angeblich waren 24 % aller Aktien verliehen. Ebenso sollte man bei den Käufern von Derivaten genauer hinschauen - da dürften Insider / Täter nicht weit sein.
<<

Gehört alles schon längst verboten. Es werden keine Werte geschaffen, sondern nur Geld umverteilt, häufig genug zu Lasten von gutgläubigen Menschen, die es nicht durchschauen.

Viele Fragen (Teil 2)

Soviel muss klar sein: wenn Sie jmd. unbedingt täuschen möchte und er es gut vorbereit, dann finden Sie das u.U. also nicht heraus. Keine WP lässt sich das Guthaben in Koffern vorführen und selbst das wäre keine sichere Methode. Aber... die WP schlägt sich auch mit anderen Problemen herum:
- Niedrige Umsätze pro Mandat im Vergl. zu den Pers.kosten (ggü."realsystemrelevanten" Berufen wird wg. spezifischer Kenntnisse relativ gut bezahlt).
- Keine üppige Personalausstattung pro Mandat.
- Kleinere Prüfungsteams haben mehr zu tun und können jedem Prüffeld weniger Zeit widmen.

Das Prüfen selbst hängt von der Güte der Arbeitspapiere des Unt. ab. Je schlechter desto aufwendiger, je aufwendiger desto teurer (will das Unternhemen aber nicht zahlen). Je später die Papiere bereitgestellt werden, desto mehr Zeitdruck besteht, da es einen gepl. Veröffentlichungstermin für den Geschäftsbericht gibt. Wer jetzt noch über etwas nachdenken möchte: wer beauftragt denn die WPG? Das Unternehmen selbst.

Prüfungsverfahren dauern zu lange/Commerzbank 2015/ Jubiläum DPR

2015: Stephan Engels Chief Financial Officer Commerzbank AG zum 10 jährigen DPR Jubiläum:

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser...

Kritisch empfinden manche, dass die Prüfungsverfahren zu lange dauern. Jedoch sollte die Qualität der Arbeit der DPR der unbedingte Maßstab ihrer Arbeit sein. ...

Die DPR hat durch ihre regelmäßigen Kontrollen das Vertrauen des Kapitalmarktes in die wahrheitsgemäße Bilanzierung der Unternehmen in Deutschland nachhaltig gestärkt. Vertrauen ist das höchste Gut für die Finanzmärkte. Aus diesem Grunde ist die DPR seit ihrer Geburt zu einer unverzichtbaren Institution herangewachsen. ....

https://www.frep.info/docs/dpr_10_jahre/dpr_jubilaeumsbroschuere.pdf

Meine Meinung:
Wir brauchen die Berichterstattung und Diskussion im öffentlich rechtlichen Fernsehen um die zukünftige Lösung besser zu gestalten als die Institution die jetzt nach dem über Jahre unentdeckten Betrug abgeschafft wird und um international wieder Vertrauen aufzubauen.

@ 14:42 von Klärungsbedarf

Zitat: >>>um 14:35 von Hinterdiefichte
>>
Man sollte sich eher die Frage stellen, wer kurz vor dem Crash mit Leerverkäufen auf fallende Kurse wettete - angeblich waren 24 % aller Aktien verliehen. Ebenso sollte man bei den Käufern von Derivaten genauer hinschauen - da dürften Insider / Täter nicht weit sein.
<< Gehört alles schon längst verboten. Es werden keine Werte geschaffen, sondern nur Geld umverteilt, häufig genug zu Lasten von gutgläubigen Menschen, die es nicht durchschauen.<<<

Man kann nicht all das verbieten, was ein paar Leute nicht verstehen aber trotzdem machen. Man ist auch ein sehr großes Stück selbst für das Verantwortlich, was man da macht! In der Versicherungsbranche gibt es tatsächlich einen Spruch: „Jeden Morgen steht ein Dummer auf!“

um 13:01 von RoyalTramp

Sie wissen aber schon, dass das FA in bestimmten Fällen Kontoauszüge direkt bei Ihrer Bank anfordern kann? Und wenn Sie eine Rechnung über mehrere Hundert Euro steuermindernd geltend machen, werden Sie mit Sicherheit aufgefordert, diese vorzulegen. Bei vielen anderen steuerlich relevanten Sachverhalten wird die Steuer direkt bei der Auszahlung einbehalten (Lohn/Gehalt, Kapitalerträge) oder das FA erhält automatisch eine Mitteilung (Rentenzahlung, Erbschaft). Und als Betrieb passiert es Ihnen, dass sich der Steuerprüfer über Tage oder Wochen bei Ihnen "einnistet", um sich Belege zeigen zu lassen (kenne ich aus eigener Erfahrung).

@Klärungsbedarf - Aktienkurse & Geschäftsmodelle

12:28 von Klärungsbedarf:
"Wirecard hat nichts, aber auch wirklich nichts in seinem Geschäftsmodell, was die früheren hohen Bewertungen jemals gerechtfertigt hätte."
> Ein Aktienkurs bildet den Glauben an das Wachstum eines Unternehmens ab. Hinzu kommen die Zocker, die einfach nur auf den Trend aufspringen. Neben der Bilanz ist also auch sehr viel Psychologie im Spiel.

"Wer sich da engagiert hat, hat den Neuen Markt nie gekannt oder aber vergessen."
> Sie setzen wirecard mit irgendwelchen Internet-Startups gleich. wirecard war aber nicht nur eine Idee, die sich im allgemeinen Hype gut verkaufen ließ, sondern hat über zwei Jahrzehnte reale Gewinne erzielt. Das scheinen Sie irgendwie zu übersehen.

"Ich denke, das beantwortet Ihre Frage."
> Ich hatte gar keine Frage gestellt. :)

Viele Fragen (Teil 3)

ad 3) Thema DPR: Die DPR prüft kapitalmarktorientierte Unternehmen (verkürzt Unt. mit notierten Anteilen oder notierten Finanzinstrumenten). Sie können mal nachzählen wieviele das sind (DAX, MDAX etc.). Wg. der Masse können die natürlich nicht jedes Jahr geprüft werden, sondern in gewissen Abständen. Bei DPR Prüfungen gibt es Frage und Antwort-Runden mit Fristen . Da geht es um dutzende von Themen und diese werden nur auf Basis des Geschäftsberichts bzw. darin enthaltener Unstimmigkeit identifiziert. Wer weiß wie eine Prüfung funktioniert, der weiß auch wie oft Experten über den Geschäftsbericht schauen bevor dieser veröffentlicht wird. Im Nachgang schaut dann irgendwann die DPR darüber und sucht Inkonsistenzen. Da geht es um den Heuhaufen. Wenn man ein Thema findet befassen sich im Unternehmen i.d.R. Abteilungen mit der Beantwortung der Fallfrage oder suchen noch WPGs zur Unterstützung. Dann entstehen u.U. dutzende von Papierseiten bei denen man relevantes/unrelevantes trennen muss.

@ 14:39 von Klärungsbedarf

Zitat: „ Ich habe aber nie eine Prüfung erlebt, bei der für Bestandskonten nicht ein Nachweis oder eine Bestätigung vorgelegen hat - bei Bankkonten die Bestätigung der Bank. Jetzt hat man auf die Bankbestätigungen gedrungen und sie konnten offenbar nicht komplett vorgelegt werden. Wie es in den Vorjahren war, ist jetzt zu prüfen.“

Die Bankbestätigungen wurden vorgelegt. Sie waren allerdings gefälscht! Und wenn Sie eine sehr gut gefälschte Bankbestätigung überprüfen wollen, dann müssen Sie sich schon vor Ort auf den Philippinen direkt auf dem Bildschirm die sich ergebenden Salden anschauen und mit der schriftlichen Saldenbestätigung vergleichen. Beim round tripping sind zudem die im System vorhandenen Werte auch die bestätigten, so dass das noch schlechter nachvollziehbar wäre.

@Klärungsbedarf um 14.42 Uhr

Auch da möchte ich Ihnen etwas widersprechen: Leerverkäufe gehören m. E. nicht verboten, sondern sind auch ein Regulativ, um Aktien mit überhöhtem Wert wieder auf eine vernünftige Basis herunterzubringen.
Beispiel: Ich verkaufe geliehene Aktien zu einem Preis, von dem ich stark vermute, dass er zu hoch ist, und kaufe sie dann wieder, wenn sie billiger sind und gebe sie dem Verleiher zurück (die Differenz abzgl. Leihgebühren etc. ist dann mein Gewinn - nur mal als einfaches Beispiel).
Wie wir jetzt im Nachhinein sehen, hatten die Leerverkäufer nicht unrecht mit ihrer Strategie.
Möchte sagen, dass dies (ich spreche jetzt nur von Leerverkäufen) mit zu den Finanzgeschäften gehört.

@ R. Kühn

"Sie wissen aber schon, dass das FA in bestimmten Fällen Kontoauszüge direkt bei Ihrer Bank anfordern kann? ... Und als Betrieb passiert es Ihnen, dass sich der Steuerprüfer über Tage oder Wochen bei Ihnen "einnistet", um sich Belege zeigen zu lassen (kenne ich aus eigener Erfahrung)."

Ja, eben nur in bestimmten Fällen. Das meinte ich ja auch, dass es flächendeckend nicht möglich ist (u.a. wegen mangelnder Personaldecke, notorischer Unterfinanzierung usw.), und es daher nur stichprobenartig dazu kommt. Das wiederum lädt natürlich zu Betrug ein. Denn die Wahrscheinlichkeit, beim Betrug "erwischt" zu werden, ist in diesem System schlicht relativ gering.

Sonst würden auch Schwarzarbeit und Subunternehmertum usw. nie derart ausarten: Betrug lohnt sich in diesem System leider mehrheitlich doch, weil staatliche Kontrolle fehlt!

Die Gelackmeierten sind dann die ehrlichen Unternehmer sowie die, die auf die Schnelle keinen windigen Bankberater finden, der das Geld mal eben "verschiebt".

@DerBundeskanzler

Es handelte sich nach einer Pressemitteilung um die Verwertung des Depots zu Gunsten der Rückzahlung eines durch das Depot besicherten Kredites.
Bislang wurde nicht berichtet, daß Vermögen des Vorstands irgendwo "eingefroren" wurde. So lange dies nicht geschieht, kann man über sein Eigentum frei verfügen.

@ 14:59 von Nachfragerin

Zitat: „ Sie setzen wirecard mit irgendwelchen Internet-Startups gleich. wirecard war aber nicht nur eine Idee, die sich im allgemeinen Hype gut verkaufen ließ, sondern hat über zwei Jahrzehnte reale Gewinne erzielt. Das scheinen Sie irgendwie zu übersehen.“

Ob wirecard über Jahrzehnte Gewinne machte und wie hoch die waren ist nicht klar. Es fehlen Umsatzbuchungen und Cash in Höhe von 1,9 Mrd. €. Das waren wohl Umsatzluftbuchungen, die zu 100% auf den Gewinn durchschlugen, da kein korrespondierender Aufwand vorhanden war. Kurzum: Addieren Sie die Gewinne von Wirecard der letzten 2 Jahrzehnte und ziehen mindestens 1,9 Mrd. € ab. Dann kommen Sie näherungsweise an den tatsächlichen Gewinn / Verlust den Wirecard in der Zeit machte.

@Korell

Cum Ex ist ein Thema der Steuergesetzgebung, die BAFin nicht betrifft.

BAFin hat eben auch schlechte Karten, wenn sie nur für den Bank-Teil zuständig ist und nicht für das gesamte Konstrukt von Firmen.

@Klärungsbedarf um 14:34

Mittagessen geht vor ... da haben Sie recht.
Investieren tue ich, wo ich Chancen sehe, klar, und das ist schon generell im Aktienmarkt. Es gibt vieles, wie monatliche Aktiensparpläne, die auf Dauer gesehen eine gute Rendite erwirtschaften können; Einbrüche wie jetzt in der Pandemie muss man durchstehen können.
Wenn Sie jedoch sagen „Das Geschäftsmodell ist nicht zukunftsträchtig, weil es absehbar nichts gibt, was andere nicht auch haben.“ könnte man auch sagen, auf BMW, VW, Mercedes etc. könnte man verzichten, weil es genügend andere Autohersteller gibt.
Wirecard hatte (oder hat noch) z. B. VISA, Mastercard, Aldi etc. als Kunden, das ist schon was, wenn man bedenkt, wie viel Umsatz da generiert wird.
Also ich meine schon ein interessantes Geschäftsmodell, jedoch kaputt gemacht von einigen Managern, die den Kragen nicht voll genug bekamen.

um 15:06 von Wolf1905

>>
Beispiel: Ich verkaufe geliehene Aktien zu einem Preis, von dem ich stark vermute, dass er zu hoch ist, und kaufe sie dann wieder, wenn sie billiger sind und gebe sie dem Verleiher zurück (die Differenz abzgl. Leihgebühren etc. ist dann mein Gewinn - nur mal als einfaches Beispiel).
<<

Genau das bezeichne ich als gesellschaftliches Schmarotzertum. Kurse kommen ggfls. auch ohne Leerverkäufe auf ein niedrigeres Niveau, wenn es angezeigt ist. Sie müssen mir da nichts erklären. Sie wollen leistungsloses Einkommen. Ich finde, Sie sollten für Ihr Einkommen arbeiten.

@ Mal nachdenken

Vertrauen in die Politik und Vertrauen in Aufsichtsbehörden kann man schlecht vergleichen.
Politik sorgt dafür, daß es Aufsichtsbehörden gibt, kann aber meist auch nur reparieren/ändern, wenn sich das bisherige Konzept als nicht tragfähig erwies.

Eine Einmischung der Politik in die Behörden ist oftmals nicht erwünscht, um die Einflußnahme eben nicht zu haben.
Und: welcher Politiker hätte diese Unterschlagung denn verstehen können sollen?!? Mir fällt da auf Anhieb keiner ein ...

Klar ist aber: ob Flowtex, Bayerische Landesbank oder Wirecard - immer waren kriminelle Menschen (und zwar mit erheblicher krimineller Energie!) diejenigen, die sich bereichert und andere betrogen haben.

um 15:04 von Hinterdiefichte

>>
Die Bankbestätigungen wurden vorgelegt. Sie waren allerdings gefälscht! Und wenn Sie eine sehr gut gefälschte Bankbestätigung überprüfen wollen, dann müssen Sie sich schon vor Ort auf den Philippinen direkt auf dem Bildschirm die sich ergebenden Salden anschauen und mit der schriftlichen Saldenbestätigung vergleichen. Beim round tripping sind zudem die im System vorhandenen Werte auch die bestätigten, so dass das noch schlechter nachvollziehbar wäre.
<<

Gegen Ihre These, dass es praktisch unerkennbar war, streitet schon die Tatsache, dass es jetzt aufgeflogen ist. Wer hat denn eigentlich die Bestätigung gefälscht ? Ich würde ja mal zu gerne in die Bücher schauen ...

@gman

Vor den persönlichen Anschuldigungen von Menschen, die dafür nie direkt verantwortlich gemacht werden können, sollte mE die Recherche erledigt werden.

Sehen Sie sich doch bitte erst an, für welche Firmenarten BAFin überhaupt zuständig ist (nämlich nur für einen Bruchteil des Wirecard Konzerns!) und wo genau der Betrug stattfand.

Politik muß immer abwägen, wieviel Regulation notwendig und was ein Zuviel wäre. Gegen kriminelle Energie kann man schlecht vorsorglich regulieren ...

um 15:16 von Hinterdiefichte

>>
Kurzum: Addieren Sie die Gewinne von Wirecard der letzten 2 Jahrzehnte und ziehen mindestens 1,9 Mrd. € ab. Dann kommen Sie näherungsweise an den tatsächlichen Gewinn / Verlust den Wirecard in der Zeit machte.
<<

Jahrzehnte ist gut - so lange gibt es den Laden ja noch nicht. Schauen Sie sich mal den gesamten Kursverlauf an. Wenn man 10 Jahre lang eine plausible, moderate positive Kursentwicklung hat und 2017/2018 geht der Kurs dann (grundlos) durch die Decke, dann hätte doch jeder ins Grübeln kommen können.

@harry up

Er konnte nicht 150 Mio einheimsen, das Depot wurde wohl von seiner Bank wegen eines fällig gestellten Kredits verwertet.

Mit seinem Privatvermögen kann jeder machen, was er will. Das ist strikt vom Unternehmen zu trennen.

Ob er sich zu Recht horrende Gehälter auszahlen ließ, wird die Staatsanwaltschaft sicher auch klären ... (wurde aber vom Aufsichtsrat genehmigt).

um 15:20 von Wolf1905

>>
Wenn Sie jedoch sagen „Das Geschäftsmodell ist nicht zukunftsträchtig, weil es absehbar nichts gibt, was andere nicht auch haben.“ könnte man auch sagen, auf BMW, VW, Mercedes etc. könnte man verzichten, weil es genügend andere Autohersteller gibt.
<<

Sagen kann man vieles. Aber: BMW, VW, Mercedes sind Marken. Marken, die über viele Jahrzehnte aufgebaut wurden, sodass sie sogar Katastrophenmanagement überstehen konnten. Sie können sich ja mal ansehen, was da an Werbegeldern hineingesteckt wurde.

@Klärungsbedarf um 15:24

„Sie müssen mir da nichts erklären. Sie wollen leistungsloses Einkommen. Ich finde, Sie sollten für Ihr Einkommen arbeiten.“
Ich bin kein Leerverkäufer, ich erkläre Ihnen da auch nichts, nur dass ich für mein Einkommen arbeite (und zwar nicht in der Finanzbranche) und absolut nicht für ein leistungsloses Einkommen bin!
Machen Sie‘s gut!

Am 28. Juni 2020 um 09:21 von Marmolada

Zitat: Hauptsache , man schaut bei den Falschparkern genau hin. Bei den Milliarden werden schon mal ein bis drei Augen zugekniffen.

Ich glaube nicht, dass der kommunale Ordnungsdienst (oder wie immer die Behörde je nach Bundesland heißt), der für die Überwachung des ruhenden Verkehrs zuständig ist, in der Lage wäre komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu beurteilen.

Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Beim falschen Parken kann es, wenn z.B. Zufahrten für Rettungsdienste zugestellt sind, um Menschenleben gehen. Im anderen Fall geht es nur um das Geld einiger Anleger.

Es gibt eigentlich nur zwei

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: entweder sind die staatlichen Aufsichtsmechanismen und die wirtschaftlichen Führungsposten zum überwiegenden Teil mit unfähigen Vollpfosten besetzt, oder bodenlose Korruption wird nur gut verdeckt.
Oder eine Mischung aus beidem.

So oder so kann man durchaus sagen das "freie" oder gar "soziale" Marktwirtschaft nur funktioniert, solange diese auch ernst zu nehmend als System kritisch betrachtet, in Frage gestellt oder gar durch alternative Ansätze herausgefordert wird. Ansonsten bleibt es eben nur Marktwirtschaft a.k.a. Kapitalismus mit den wohl bekannten Problemen. Die besonders in Krisenzeiten beliebten prädikate wie "Raubtier-" oder Kasino-" kann man sich getrost schenken, denn nach der einen Krise ist auch immer vor der nächsten.

Re: Michael-Bay, Komplettversagen aller Aufsichten

Zustimmung zu allen drei Punkten.
Kleine Ergänzung aber noch zum Münchner Amtsgericht. Wenn man als Richterin sich mit dem Fall ein wenig beschäftigt hätte, dann hätte man doch Wissen müssen, dass der Sonderprüfer KPMG vor wenigen Wochen seinen Prüfungsauftrag nicht vollenden konnte, da man unternehmensseitig sich gewehrt hat, alle Unterlagen und Informationen bereit zu stellen. Dies auch trotz Intervention beim Vorstand, wohl inklusive Herrn Braun. Wenn man dann als Richterin keine Verdunklungsgefahr mehr sieht, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Hier gibt es meines Erachtens auch Potential, die richterliche Entscheidung mal einer Prüfung zu unterziehen.

Wirecard !

Was da anscheinend passiert ist, grenzt schon an eine bodenlose Frechheit gegenüber allen Steuerzahlern.
Eine Organisation mit 2700 Mitarbeitern gibt einen Auftrag zur Prüfung an ein Profit- orientiertes Unternehmen ab, anstatt selbst und dies nicht nur mit einem Angestellten zu erledigen.
Dies erklärt, warum viele Menschen das Vertrauen in unsere Politiker verloren haben, wenn ein Milliardenunternehmen, das anscheinend in Verruf geraten ist, nicht ordentlich und sorgfältig geprüft wird. Und dann wird der Chef dieses Unternehmens mit einer Kaution- Zahlung wieder frei gelassen. Jeder kleine "Betrüger" würde nicht frei kommen, sondern müsste im Knast auf seine Verhandlung warten. Aber wie immer die Großen und Reichen werden wie Könige behandelt !!!

Re: Whatever007, Bin verwundert

Sie haben sicherlich Recht von wegen keine Betrugsprüfung. Aber das Institut der Wirtschaftsprüfer veröffentlicht für alle Wirtschaftsprüfer und - gesellschaften ja die Prüfungsstandards (eben auch den PS 450 zur Jahresabschlussprüfung). Zu einer solchen Prüfung gehören dann auch die Prüfung des Internen Kontrollsystems des Rechnungswesens und vieles andere mehr. Aber letztendlich gehört auch eine Plausibilitätsprüfung dazu. Wenn man die Jahresumsätze von wirecard mit den nicht (mehr) auffindbaren 1,9 Mrd. Euro vergleicht, dann hätte ein Prüfungsazubi dies meines Erachtens erkennen können. Ein am Erhalt des Mandates interessierter Prüfungsleiter anscheinend nicht.
Jedoch gibt es ein gewichtiges Argument, dass es nicht so einfach ist, den Konzernabschluss zu verstehen. Schauen Sie sich mal die Aktionässtruktur an. 6,7% Black Rock Inc., na da triffts es auch mal keinen Armen ... .

Re: B-Wärter, Soweit ich neulich gelesen

Mit Ihrem vorletzten Satz treffen SIe meines Erachtens die Ursache. Wenn (solche) Betrugsfälle keine (nennenswerte) strafrechtlichen Folgen haben, weil die wirklich Regierenden, also die ganzen Lobbyistenverbände, die Gesetze sich genehm gestalten, was soll einem dann passieren. Ist doch faktisch ein Freibrief. Der ordentliche und anständige deutsche Kaufmann ist doch - bis auf ein paar wenige Ausnahmen - ausgestorben.

um 15:47 von Wolf1905

>>
Ich bin kein Leerverkäufer, ich erkläre Ihnen da auch nichts, nur dass ich für mein Einkommen arbeite (und zwar nicht in der Finanzbranche) und absolut nicht für ein leistungsloses Einkommen bin!
<<

Sorry, wenn ich Ihnen zu nahe gekommen bin. Sie haben nur Leerverkäufe so positiv dargestellt als würden Sie sie rechtfertigen wollen.

Re: Zahlen Daten Fakten, Die Antwort auf ENRON & Flowtex besteht

Ihre Frage lässt sich sehr leicht beantworten: NIE!
Die DPR ist doch nur eine Beruhigungspille gewesen, damit der kleine Steuerzahler nicht muckt, wenn man die Schäden / Verluste sozialisiert (Finanzmarktkrise).
Die deutsche Rechnungslegung (das HGB) wurde zudem in den letzten Jahren zweimal aufgeweicht, damit man - in Anpassung an internationale Standards - noch mehr legalen Spielraum hat und auch deutlich weniger berichten (offenlegen) muss. Gerade mit dem weniger Informationspflichten legt man den Grundstein für Betrugsmöglichkeiten. Wenn dann die Prüfungsgesellschaft eine solche Arbeit ablegt, tja den fällt es erst Jahre später auf (dass das Kartenhaus zusammenbricht).

@ 15:34 von Klärungsbedarf

Zitat: „ Jahrzehnte ist gut - so lange gibt es den Laden ja noch nicht“

Wirecard gibts seit 18 Jahren, also fast zwei Jahrzehnte!

Re: Hinterdiefichte, Geldscheine fälschen

Ihren Aussagen möchte ich widersprechen. Die Prüfungen haben "risikoorientiert" (so nennt man das im fachchinesisch) zu erfolgen. Größere Einzelpositionen sind dementsprechend zu 100% zu prüfen. Darüber hinaus ist es meines Wissens eigentlich üblich, dass bei solch exorbitant großen Einzelpositionen der Abschlussprüfer selbst die Saldenbestätigungen anfordert und zudem auch Kontoauszüge einsieht, wo er die Kontosaldenentwicklung über größere Zeiträume nachvollziehen kann. Ob man dies getan hat (beim Jahresabschluss 2018) oder nicht entzieht sich leider meiner Kenntnis. Auf Basis der spärlichen Informationen zum Prüfungssgeschehen aber zugleich bei einem Blick auf den Konzernabschluss 2018 (habe in einem 2. Fenster diesen aus dem Bundesanzeiger geholt) kann ich nur vermuten, dass es hier mit der beruflichen Sorgfalt Probleme gab.

@ 15:29 von Klärungsbedarf

Zitat: „ Gegen Ihre These, dass es praktisch unerkennbar war, streitet schon die Tatsache, dass es jetzt aufgeflogen ist“

Nun, es kann sein, dass da im letzten Jahr jemand aus dem Betrug ausgestiegen ist und satt war. Jetzt mussten da neue Bestätigungen von einem anderen Betrüger her, der schlechter war als der Vorherige. Zudem habe ich gelesen, dass EY überrascht war, wie schnell die Bankbestätigung dar war und deshalb misstrauisch wurde und vor Ort bei der Bank nochmal gegengecheckt hat.

@ 16:58 von Funkwerker

Zitat: „ Die Prüfungen haben "risikoorientiert" (so nennt man das im fachchinesisch) zu erfolgen. Größere Einzelpositionen sind dementsprechend zu 100% zu prüfen. Darüber hinaus ist es meines Wissens eigentlich üblich, dass bei solch exorbitant großen Einzelpositionen der Abschlussprüfer selbst die Saldenbestätigungen anfordert und zudem auch Kontoauszüge einsieht, wo er die Kontosaldenentwicklung über größere Zeiträume nachvollziehen kann. “

Es handelte sich um Treuhandkonten. Meines Wissens kann der Prüfer den Treuhänder um Übermittlung der Saldenbestätigung der Bank bitten, aber nicht die Bank direkt. Zudem können Sie, egal wie der Prüfer die Saldenbestätigung abfragt, diese Abfrage abfangen und dann gefälscht darauf antworten. Eine 100% ige Prüfung ist unmöglich. Wie gesagt müsste man vor Ort die Werte am Bildschirm der Bank mit denen der Saldenbestätigung vergleichen. Davon ab: Es wurde unerkannt getrickst.....was glauben Sie denn, wie?

Die BaFin - wie ich sie sehe

Die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen ist für mich inzwischen zu einem Molloch der EZB und der EBA (Europäische Bankenaufsicht) verkommen. Sogenannte Adressenausfallrisiken werden nur noch höchst oberflächig betrachtet. Stattdessen controllt man, ob bspw. eine Bank Ausfälle in Höhe von "x" oder einen Zinsanstieg von "y%" verkraften kann. Schaut man sich die Stellenausschreibungen der BaFin der letzten Jahre an, da werden Volkswirte und Juristen gesucht, keine Betriebswirte oder gar (böse) Banker. Sprich die Aufsicht wird seit Jahren von Leuten wahrgenommen, die von der Materie, um dies hier geht, nur marginal Kenntnis haben. So eine Aufsicht brauchen die Banken zwar nicht, aber sie haben sie halt.
Jetzt, die BaFin wegen wirecard zum Sündenbock zu machen ist meines Erachtens nicht korrekt. Das Thema Bankenaufsicht wurde die letzten Jahre falsch aufgesetzt, Ergebnis ist vorerst (!!!) nur wirecard.

@Hinterdiefichte - 1/4 weniger sind noch immer 3/4 mehr als Null

15:16 von Hinterdiefichte:
"Ob wirecard über Jahrzehnte Gewinne machte und wie hoch die waren ist nicht klar."

Bei einem jährlichen Umsatz von 2 Mrd. Euro wird schon etwas übrig geblieben sein - auch wenn ein Viertel davon nie existierte.

EY auflösen?!!

Was nach Enron passierte weiß vielleicht der eine oder andere noch. Die US-Wirtschaftsprüfungsgesellschft Andersen, die in diesem Bilanzskandal total versagt hatte, wurde zur Rechenschaft gezogen und zerschlagen. Wer kann mir bitte Gründe benennen, warum die bei EY nicht ebenfalls erfolgen sollte. Vielen herzlichen Dank!

@ 15:29 von Klärungsbedarf

Zitat: „ Gegen Ihre These, dass es praktisch unerkennbar war, streitet schon die Tatsache, dass es jetzt aufgeflogen ist“

Es gibt auch nich die Möglichkeit, dass in den Vorjahren nahezu perfekt gefälscht wurde und man nun die ganze Sache auffliegen lassen wollte um über Leerverkäufe noch mal richtig Kasse zu machen und auszusteigen. Im Mai wurde ein Umbau des Vorstands angekündigt und mit dem jetzigen CEO Freis ein Experte für die Erkennung von Betrug eingestellt. Dem COO Marsalek wurden auch weite Teile des operativen Geschäfts genommen. Die Luft wäre in 2020 sehr sehr dünn geworden.

Nur ein Mitarbeiter

Mehr braucht man auch nicht, die bekommen Riesen Gehälter fürs nicht tuen. Besser belassen wir es auch dabei, so sparrt man zu mindest die Steuergelder. Kontrollieren wird ja sowieso nicht gewünscht.

Reform der Finanzaufsicht???

Da gibt es ein Unternehmen, da wurden große Betrugshandlungen vorgenommen. Dies wurde vom Jahresabschlussprüfer (EY) nicht entdeckt. Der Prüfbericht wurde der BaFin zur Prüfung gegeben. Diese hat keine Fachkompetenz im Haus (nachvollziehbar bei der Personalpolitik) und vergibt einen Prüfungsauftrag an die DPR.
Wie wäre es mit einer Reform des Strafrechts? Dann noch eine Reform des Bilanzierungsrechts (Erhöhung der Offenlegungspflichten)? Dann noch eine Reform im Prüfungsrecht der Wirtschaftsprüfer inklusive deren Möglichkeiten zur Haftungsbeschränkung? Wenn dies alles umgesetzt wurde, dann kann man sich der Finanzaufsicht widmen. Ich meine, dass die Ursachen angegangen werden müssen! Das die BaFin nicht das ist was ihr Name besagt sollte inzwischen jedem klar sein. Aber bitte nicht den letzten in der Kette für alles verantwortlich machen.

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