Ihre Meinung zu: BGH bestätigt Mordurteil für Berliner Autoraser teilweise

18. Juni 2020 - 12:59 Uhr

Im Prozess um das tödliche Autorennen in Berlin hat der BGH das Mordurteil gegen den Hauptangeklagten bestätigt. Das Urteil gegen den zweiten Angeklagten wurde aufgehoben. Bei dem Rennen war ein 69-Jähriger ums Leben gekommen.

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Kommentare

Ein gutes

und wichtiges Urteil.

Künftig werden Testosteron gesteuerte Männer es sich hoffentlich 2 mal überlegen, bevor sie so ein "Rennen" veranstalten.

13:11 von dreikäsehoch

nur , um unseren genderfreund nicht gegen dich aufzubringen. auch mädels beteiligen sich an diesem irrsinn. vor ein paar wochen erst eine 23 jährige in ihrem kleinwagen

Bei einem Mord sollte das Allermindeste sein, daß eine Absicht bestand, einen Menschen zu töten. Dies ist hier nicht der Fall.

Und die Argumentation, daß der Tod eines anderen Menschen dem Raser egal war, zieht auch nicht, denn dann müßte dem Raser auch der eigene Tod egal sein (zu einem Unfall gehören immer ZWEI Autos). Der Raser hatte aber sicher keine Selbstmordabsicht.

Wie populistisch und unrechtstaatlich dieses Urteil ist, sieht man schon an der abstrusen Rechtfertigung der Richter, das Opfer sei "völlig hilflos und wehrlos" gewesen. Das ist kein Merkmal für einen Mord, sondern die Regel bei so ziemlich jedem Unfall im Straßenverkehr.

Natürlich muß der Raser hart bestraft werden. Aber bitte im Rahmen des Rechtstaates. Genauso wie der Raser kein Terrorist ist, so ist er auch kein Mörder. Es ist sehr bedenklich, auf welche Abwege sich unser "Rechtstaat" begibt, nur um ein möglichst drakonisches Racheurteil zu fällen.

Ich sehe schwarz für unsere Rechtsprechung.

Nachtrag: Ich hab den Artikel

Nachtrag:
Ich hab den Artikel falsch gelesen - Korrigiere, ich finde es ist ein Fehlurteil, weil KEIN Mord oder Totschlag.

tl;dr: M.E. kein Mord oder Totschlag sondern fahrlässige Tötung - Strafmaß sollte aber dennoch dem eines Mordes entsprechen.

13:11 von dreikäsehoch

Künftig werden Testosteron gesteuerte Männer
.
Männer ?
kürzlich stand ne Frau vor dem Kadi
wegen eines Rennens
war die dann Östrogengesteuert ?

Beihilfe?

Den anderen könnte man jetzt aber möglicherweise wegen Beihilfe zum Mord verurteilen - vielleicht ist die direkte Tatbeteiligung nicht so einfach zu argumentieren, aber es ist doch völlig klar, dass es den Unfall/Mord ohne das Rennen nicht gegeben hätte und das Rennen nicht ohne seine Teilnahme daran.

@HaukeVossberg

Das gibt es aber nicht. Fahrlässige Tötung kennt ein Strafmaß von bis zu 5 Jahren, rechnet man Untersuchungshaft und vielleicht noch gute Führung an, hätte man die beiden gleich auf Bewährung entlassen können.

das Strafmaß ist nicht nachvollziehbar

wer um 21 km/h zu schnell unterwegs ist, hat den Führerschein für nen Monat los
da kommen Leute wie der eigentlich noch billig weg

Ein fragwürdiger Unterschied

Das - als gegeben angenommene und illegale - Rennen verbindet die Teilnehmer zu einer "willentlichen Aktionsgemeinschaft". Will sagen : alle Bestandteile des Rennens, also auch unausgesprochene Regeln, vor allem die des "Gewinnen-Wollens" betrifft zwangsläufig beide Teilnehmer. Es sei dahingestellt, ob man das gemeinsame willentliche Handeln als Mord oder Totschlag einordnet. Jedenfalls betrifft jedes auf das Wollen der Teilnehmer bezogene Urteil unausweichlich BEIDE. Daran kann kein Zweifel bestehen. Wenn, dann kann man ev. bei der Frage Mord oder Totschlag ein Fragezeichen setzen, so verbrecherisch das Handeln der beiden Täter auch ist.

man wird nochmals in die beweisaufnahme...

eintreten und dann ... urteilen.

Interessante Meinungen im Forum

Ich finde es interessant, wie "Mord" im Forum teils gesehen wird: nach einigen Meinungen könnte ich eine Schusswaffe ungerichtet in eine Menschenmenge abgeben, ohne dass selbst im Tötungsfall Mord gegeben wäre. Grund: Treffe ich jemanden tödlich, wäre es nach Meinung einiger wohl kein Mord, da ich ja auf niemanden gezielt habe. Es wäre also mehr ein Unfall. Und schliesslich hätte es ja sein können, dass ich niemanden treffe, ich habe schliesslich nicht gezielt. Lässt sich 1:1 auf Autos, LKW etc. erweitern. Und bitte nicht vergessen: Weder Waffen noch Autos töten - Menschen tun es.

Mord ?

ich weiß nicht
wollte er vorsätzlich jemanden umbringen ?
oder heimtückisch
also ich denke da sollten sich unsere Winkeladvokaten mal was einfallen lassen
bei so Extremfällen !!
Führerschein auf ewig weg und bei Rennen fahren eben 10 Jahre

Für mich

war es fahrlässige Tötung und somit kein Mord,denn es war nicht beabsichtigt einen Menschen zu töten.Allerdings wurde bei dem Rennen der Täter mit 170 km durch die Innenstadt zu rassen ein gewisses Risiko nicht einkalkuliert. Eine Strafe von 8 Jahre ohne Bewährung halte ich für angemessen.

Urteil

beim Urteil ging es um Definitionen, Mord vs. Totschlag? Billigend in Kauf nehmend.
Ich begruesse das Urteil und sehe den Mordvorwurf ebenso. Wer mitten in der Stadt ein Rennen faehrt mit weit ueberhoehter Geschwindigkeit ist nicht nur dumm und Verantwortungslos. Da der Taeter ueberlebt hat das Unfallopfer eben nicht ist es nur gerecht das er lebenslang bekommt.
Ich hoffe ebenso auch fuer den nun freigesprochenen Mittaeter das sie niemals wieder (lebenslang) einen Fuhrerschein erhalten. Sie haben sich disqualifiziert mit der Verantwortung um zugehen. (egal ob nun Testesteron oder Oestrogen gesteuert).

Am 18. Juni 2020 um 13:30 von adagiobarber

Zitat: man wird nochmals in die beweisaufnahme...
eintreten und dann ... urteilen.

Das Verfahren gegen den Täter, der wegen Mordes verurteilt wurde, ist endgültig abgeschlossen. Die Revision wurde verworfen. Das Urteil der 1. Instanz ist rechtskräftig.

@Whatever007

"Nach einigen Meinungen könnte ich eine Schusswaffe ungerichtet in eine Menschenmenge abgeben, ohne dass selbst im Tötungsfall Mord gegeben wäre. Grund: Treffe ich jemanden tödlich, wäre es nach Meinung einiger wohl kein Mord, da ich ja auf niemanden gezielt habe. Es wäre also mehr ein Unfall. Und schliesslich hätte es ja sein können, dass ich niemanden treffe, ich habe schliesslich nicht gezielt. Lässt sich 1:1 auf Autos, LKW etc. erweitern."

Da haben Sie etwas Grundlegendes nicht verstanden. In Ihrem Beispiel mit der Schusswaffe nehmen sie billigend in Kauf, daß Sie andere Menschen töten.

Bei dem Fall mit dem Raser ist es geradezu unsinnig, ihm dies zu unterstellen. Denn dann würde man unterstellen, ihm sei sein eigenes Leben egal gewesen (zu einem Unfall gehören immer ZWEI Autos)! Der Raser hatte aber bestimmt keine Selbstmordabsicht.

Und natürlich hinkt Ihr Beispiel noch an vielen anderen Stellen. Eine Schusswaffe dient nur der Tötung, der Raser hatte jedoch keine Tötungsabsicht

Rund ums Auto gibt es so

Rund ums Auto gibt es so viele Fehlurteile. Auch hier. Es fehlt jedes Mordmotiv. Jedes Mordmerkmal. Da wäre es besser gewesen, erstmal die Gesetze zu ändern. Aber das ist immer so. Sobald Geschwindigkeit ins Spiel kommt, setzt die Judikative aus. Sieht man an der unverhöltnismössigen Verurteilung von Rasen einerseits und schleichern/ mittelspurbremsern andererseits.

15 Jahre für Totschlag hätten dem Fahrer auch gelangt. Das wäre aber save gewesen. Ohne juristische Trickserei.

@sosprach

"Billigend in Kauf nehmend.
Ich begruesse das Urteil und sehe den Mordvorwurf ebenso. Wer mitten in der Stadt ein Rennen faehrt mit weit ueberhoehter Geschwindigkeit ist nicht nur dumm und Verantwortungslos. Da der Taeter ueberlebt hat das Unfallopfer eben nicht ist es nur gerecht das er lebenslang bekommt."

Es ist beängstigend, wie Menschen so sehr der primitiven Rache frönen, daß sie die Logik völlig über Bord werfen.

Wer mitten in der Stadt eine Bananenschale auf die Straße wirft, der ist auch dumm und verantwortungslos, wenn jemand darauf ausrutscht und zu Tode kommt.

Oder wenn jemand eine Bierflasche auf die Straße wirft, und die Scherben bringen einen Laster aus der Spur, der in eine Menschenmenge rast.

Dumm und verantwortungslos -- Ja.

Aber Mord? Nein.

@ HaukeVossberg

>>> ... kein Mord oder Totschlag sondern fahrlässige Tötung - Strafmaß sollte aber dennoch dem eines Mordes entsprechen ... <<<
.
Aber es liegen definitiv niedrige Beweggründe vor, und es ist ein unbeteiligter zu Tode gekommen.
Man könnte es auch mit einem Einbruch vergleichen, bei dem der Einbrecher den Hausbesitzer unerwartet antrifft, und diesen dann tötet.
Er hatte auch nicht vor zu töten, wollte ja nur einbrechen. Es passierte dann einfach.
In dem Fall auch kein Mord, weil ungeplant?

@ Dana

>>> ... Wer mitten in der Stadt eine Bananenschale auf die Straße wirft, der ist auch dumm und verantwortungslos, ... <<<
.
Bananenschale? Eher Äpfel und Birnen, was sie hier vergleichen.
Wer solche Autorennen fährt, dem ist es schlicht weg egal wenn andere dabei zu Tode kommen. Hauptsache man hat Spaß und den Kick.
Von Obstfreunden kann man das pauschal nicht behaupten.

13:49 von Mischpoke West

Man könnte es auch mit einem Einbruch vergleichen, bei dem der Einbrecher den Hausbesitzer unerwartet antrifft, und diesen dann tötet.
.
schlechtes Beispiel ... ganz schlechtes Beispiel

das ist ein typisches Mordmerkmal
eine Straftat (Einbruch) vertuschen wollen

BGH bestätigt Urteil

Das Berliner Landgericht verhängte im März 2019 wieder lebenslange Haft wegen Mordes. Die Berliner Richter sahen drei Mordmerkmale als erfüllt...
###

Ein vernünftiges und angemessenes Urteil des BGH. Beide Männer haben sich bewußt ein Rennen geliefert, und ja, beide waren sich ihres Handeln bewußt gewesen. Sie sind bewußt innerorts mit 170 km/h durch die Stadt gefahren und haben auch Rote Ampeln bewußt ignoriert. Dieses Handeln hat ein unschuldiger Mensch mit den Leben bezahlt müssen. Die Berliner Richter haben in zwei verschiedene Verfahren zweimal auf Mord entschieden und das BGH hat dieses Urteil bestätigt. Die Grenze zur fahrlässigkeit war hier bei weiten Überschritten auch wenn die Verteidigung andere Meinung ist. Daher, ein angemessenes und hoffendlich endgültiges Urteil...

Immer mehr rechtsfehlerhafte Urteile ...

... bei den höchsten deutschen Gerichten: schlimm! Man muss eigentlich schon von einer Herrschaft des Unrechts sprechen, welche die deutsche Justiz nach und nach zersetzt...

Definition von Mord

Für den Tatbestand Mord muss keine Tötungs-Absicht nachgewiesen werden.

Im Gesetz heißt es:
(2) Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder ... einen Menschen tötet.

- Sonstiger niedriger Beweggrund: gegeben
- Gemeingefährliches Mittel: gegeben
- Heimtücke: gegeben

Also kein Populismus, nur eine strenge, aber nachvollziehbare Auslegung des Paragraphen 211 StGB

@Mischpoke West

"Aber es liegen definitiv niedrige Beweggründe vor, und es ist ein unbeteiligter zu Tode gekommen."

Der Raser hat aber nicht aus niedrigen Beweggründen versucht, einen anderen Menschen zu töten. Die Tötung war unabsichtlich.

Richtig ist: Keine niedrigen Gründe zur Tötung eines Menschen haben den Täter bewegt.

Wenn Sie schon ein Beispiel möchten:

Es ist so, als ob Sie aus Ärger oder Frust (niedrige Beweggründe) eine Bierflasche auf der Straße zerschmettern, und später fährt ein Laster drüber, kommt von der Spur ab, und rast in eine Menschenmenge.

@Dana, 13:48

Es ist beängstigend, wie Menschen so sehr der primitiven Rache frönen, daß sie die Logik völlig über Bord werfen.

Ich finde Ihre Logik eher beängstigend. Der Fahrer wollte ja keinen Unfall bauen, da er keine Selbstmordabsicht hatte, also kann er ja eigentlich nichts dafür. Bemäntelt mit dem Scheinvorwurf der "primitiven Rache".
Eins der Mordmerkmale ist nun mal "niedrige Beweggründe". Und die sehen Sie hier nicht? Ist die Veranstaltung eines Autorennens nach dem Motto "wer hat den längsten?" etwa ein ehrenwertes Motiv?

@Mischpoke West

"Wer solche Autorennen fährt, dem ist es schlichtweg egal wenn andere dabei zu Tode kommen."

Bei dem Fall mit dem Raser ist es geradezu unsinnig, ihm dies zu unterstellen. Denn dann würde man unterstellen, ihm sei auch sein eigenes Leben egal gewesen (zu einem Unfall gehören immer ZWEI Autos)! Der Raser hatte aber bestimmt keine Selbstmordabsicht.

@Whatever007

"... nach einigen Meinungen könnte ich eine Schusswaffe ungerichtet in eine Menschenmenge abgeben, ohne dass selbst im Tötungsfall Mord gegeben wäre. Grund: Treffe ich jemanden tödlich, wäre es nach Meinung einiger wohl kein Mord, da ich ja auf niemanden gezielt habe. Es wäre also mehr ein Unfall..."

Das macht sehr treffend das Dilemma deutlich, in dem die Richter entscheiden mußten. Fast wie Zivilrecht anwenden in einem Krieg, den diese verantwortungslosen Idiot(inn)en auf Kosten von Unschuldigen auf öffentlichen Straßen veranstalten. Da muß wohl eine Gesetzeslücke geschlossen werden. Vor 70 Jahren gab es dieses dumpfe Autogeprotze noch nicht. Für eindeutige Auslegung und Rechtsfrieden ist das sogar unerlässlich.

@frosthorn

"Ich finde Ihre Logik eher beängstigend. Der Fahrer wollte ja keinen Unfall bauen, da er keine Selbstmordabsicht hatte, also kann er ja eigentlich nichts dafür."

Natürlich kann er etwas dafür. Er trägt sogar die alleinige Schuld.

Aber es ist kein Mord.

(P.S.: Bitte legen Sie mir nichts in den Mund, was ich weder gesagt noch geschrieben habe.)

@ Sisyphos3

>>> schlechtes Beispiel ... ganz schlechtes Beispiel
das ist ein typisches Mordmerkmal
eine Straftat (Einbruch) vertuschen wollen <<<
.
Richtig.
Ebenso wie "aus niedrigen Beweggründen", was hier der Fall ist.
Und auch im Affekt ist es Mord, kein Todschlag. Das wollte ich damit ausdrücken.

@Whatever007

@Whatever007

selbstverständlich bleibt es im regelfall straffrei, z.b. mit steinen auf menschen zu werfen - aber nicht weil es nicht verboten wäre, sondern nur weil man dir nicht nachweisen kann, dass du jemand treffen wolltest, und ohne beweise kannst du wegen eines verbrechens (versuchte gefährliche körperverletrzung oder versuchter mord) nicht verurteilt werden.

verurteilt werden könnte man aber z.b. problemlos wegen einem steinwurf, wenn die anklage "nur" auf landfriedensbruch oder gefährdung des straßenverkehrs lautet.

im raserprozess nun haben wir aber eine andere situation: denn dort ist es zum schadensfall gekommen. hier stellt sich die frage nach dem zusammenhang zwischen vorsatz oder bedingtem vorsatz und dem ergebnis des handelns nicht mehr.

@Dana - 13:23

"Bei einem Mord sollte das Allermindeste sein, daß eine Absicht bestand, einen Menschen zu töten. Dies ist hier nicht der Fall."
Dies fordert das StGB auch nicht. Dort heißt es ausdrücklich, "wer tötet", nicht, "wer absichtlich tötet".
"Wie populistisch und unrechtstaatlich dieses Urteil ist, sieht man schon an der abstrusen Rechtfertigung der Richter, das Opfer sei "völlig hilflos und wehrlos" gewesen. Das ist kein Merkmal für einen Mord..."
Gemäß StGB schon.

13:57 von jautaealis

Immer mehr rechtsfehlerhafte Urteile ....
.
wo glauben sie das zu erkennen
"Rechtsfehler"

BGH bestätigt Mordurteil für Berliner Autoraser teilweise

Wer nicht in Berlin wohnt, aber für nur eine ganze Woche in einem der sehr angenehmen Hotels am Berliner Kurfürstendamm in dieser Woche übernachtet, weil er oder sie die Stadt besichtigt, dem fällt am späten Abend die Lautstärke auf dem Kurfürstendamm auf, wenn die Raser mit ihren Wettrennen beschäftigt sind. Dies ist natürlich keine Kritik am Hotel, doch leider müssen auch die Hotels und die Läden dort Dinge in Kauf nehmen, die sie nicht unbedingt wollen.
Oder andersrum gesagt: Ich habe kein Verständnis für das absichtliche Inkaufnehmen der Todesfälle durch Raser. Es gibt Menschen da draußen, die niemals eine Fahrerlaubnis hätten erhalten dürfen.

@Lenyat - 13:25

"...und das Rennen nicht ohne seine Teilnahme daran."
Es wird mit dem "verbotenes-Autorennen-Paragraphen" mittlerweile auch gegen Soloraser vorgegangen.

@ Dana

>>> Wenn Sie schon ein Beispiel möchten:
Es ist so, als ob Sie aus Ärger oder Frust (niedrige Beweggründe) eine Bierflasche auf der Straße zerschmettern ... <<<
.
Äerger/Frust ein niedriger Beweggrund?
Selbst wenn ich deshalb eine Bierflasche auf dem Boden zerschmettere, ist nicht davon auszugehen, dass dabei jemand zu Tode kommt (bis auf einen Autoreifen vlt.).
Bei 170 km/h durch die Stadt zu rasen hingegen schon. Ein sehr großer Unterschied wie ich finde.

"Bei einem Mord sollte das

"Bei einem Mord sollte das Allermindeste sein, daß eine Absicht bestand, einen Menschen zu töten. Dies ist hier nicht der Fall."

nun, genau das sieht das gericht halt anders. kann einem gefallen oder auch nicht.

wieder andere leute könnten die meinung vertreten, das es egal sei ob es mord ist und die meinung vertreten, dass man leute, die mit 170 nachts über 9 rote ampeln fahren schon einfach nur deswegen zu mindestens 10 jahren freiheitsentzug veruteilen sollte, auch wenn gar nichts passiert.

gibt das gesetz auch nicht her - und kann trotzdem die meinung von jemandem sein.

stehen Sie ruhig zu ihrer meinung, aber legalistisch gegen gerichtsurteile zu argumentieren kann man sich als laie meist sparen.

@Dana – 13:49

„Da haben Sie etwas Grundlegendes nicht verstanden. In Ihrem Beispiel mit der Schusswaffe nehmen sie billigend in Kauf, daß Sie andere Menschen töten.“
Sie auch nicht. „Billigend in Kauf nehmen“ ist die Definition für Totschlag. Das Gericht hält es aber für erwiesen, dass es dem Mörder nicht nur egal war, ob durch sein „Posen“ jemand zu Tode kommt, sondern dass er es darauf angelegt hat („wenn da wer kommt, mach ich den weg“).
„Der Raser hatte aber bestimmt keine Selbstmordabsicht.“
Genausowenig wie all die Selfiejunkies, die sich auf Waggondächern von der Oberleitung grillen lassen, oder sich im Gleis stehend vom Zug überfahren lassen, oder von Klippen stürzen oder…oder…oder…
„Denn dann würde man unterstellen, ihm sei sein eigenes Leben egal gewesen (zu einem Unfall gehören immer ZWEI Autos)!“
Besonders dann, wenn er gegen einen Baum, die Ampel, eine Laterne geknallt wäre.

@Bender Rodriguez – 13:48

„Es fehlt jedes Mordmotiv. Jedes Mordmerkmal.“
Tatsächlich. Jedes. Naja, außer natürlich „Heimtücke“. Und „Niedere Beweggründe“. Und „Gemeingefährliches Mittel“.

Raserei zwecks Selbstdarstellung im Netz: Niedriger Beweggrund

Bei der Betrachtung der Tötungsdelikte durch Raser und Autoposer darf nicht vergessen werden, dass viele Auto- und Motorradposer ihre Raserei auch noch aufzeichen und ins Netz stellen. Beispiel dafür war der Motorradraser Alpi, der sehr sehr oft in Bremen mit über 100 km/h durch die Stadt gerast ist und dann noch stolz darauf war, möglichst viele Klicks von seinen Fans zu bekommen. Auch er hat 2016 einen Menschen totgefahren.
Wenn bei illegalen Autorennen Aufzeichnungen gemacht und ins Netz gestellt werden, ist allein das ein Gefährdungsdelikt. Werden durch solche Aufnahmen auch noch Klicks erzielt und Werbeeinnahmen generiert, ist davon auszugehen, dass niedere Beweggründe vorliegen. Kommt ein Mensch dabei zu Tode, liegt kein Kavaliersdelikt vor, sondern ein Tötungsdelikt aus niedrigem Beweggrund: Mord.

@Totengräber

Ihre Argumentation wirkt zunehmend hilflos.

Der Raser hat weder "heimtückisch" gehandelt (wissen Sie, was heimtückisch bedeutet?), noch hatten ihn "niedere Gründe zur Tötung" bewegt. Er hatte vielmehr überhaupt keine "Gründe" für die Tötung, da diese unbeabsichtigt erfolgte.

Auch ist ein Auto kein gemeingefährliches Mittel. Auch hier zur Ihrer Info: Hiermit sind Messer, Schusswaffen, Sprengstoff, usw. gemeint. Nicht Autos, Kopfkissen, Fahrräder, Schuhe oder Schokolade.

Wie schon geschrieben, vergewaltigen die Richter hier das Rechtstaatprinzip, um auf Biegen und Brechen ein drakonisches Rache-Urteil auszusprechen. Das mag populistisch sein und primitive Triebe befriedigen. Es schadet dem Rechtstaat aber ganz allgemein, und zwar sehr schwerwiegend.

Halo Dana,

ich denke Du siehst das bestimmt anders, wenn Deine eigene Tochter wegen einem solchen Stumpfsinn zu Tode kommt.

Du Jungs wussten ohne jeden Zweifel was passieren kann.

Und dann dürfen die auch Ihre Verantwortung dafür tragen.

Der andere ist Tod und das aus niedrigem Grund. Die Jungs dürfen (oder müssen damit) leben.

Gutes Urteil !

Das stimmt so nicht

Wiki: "Als Mord gilt auch die Tötung unter Einsatz eines gemeingefährlichen Mittels. Dieses ist dadurch gekennzeichnet, dass es in der konkreten Tatsituation eine Mehrzahl von Menschen an Leib und Leben gefährden kann, weil der Täter die von ihm ausgehende Gefahr nicht beherrschen kann".

Wer mit 170 durch eine Innenstadt rast nimmt den Tod von mehrenen Menschen billigend in Kauf. Ich hoffe der sitzt die nächstem 25 Jahre ein!

Was hier so an halbwissen

Was hier so an halbwissen rund um Mord rumwabert, ist großartig.
Man kann locker jede Tat zu Mordversuch drehen, jede Tötung ist direkt Mord. Wozu gibt es wohl neben Mord noch Totschlag? Oder Körperverletzung mit Todesfolge? Eben weil es nicht immer Mord ist. Und dieser Raser ist ein Idiot, aber kein Mörder. Ab wann wird demnächst die Grenze gezogen? 10 km zu schnell? 100?
Das war maximal fahrlässige Tötung, weil eben absolut kein mordmerkmal existiert.
Da kann das Gericht erzählen was es will, das ist ein politisches Urteil. Ein Exempel.

@ 18. Juni 2020 um 13:49 von Dana

oh Dana...

Da siehst Du aber etwas Grundlegend falsch.

Die Raser haben ohne jeden Zweifel billigend in Kauf genommen, dass nicht nur Autofahrer sondern auch Fußgänger zu Tode kommen könnten. Rote Ampeln und 170 in der Stadt das ist genau das was Sie im Fall der Schusswaffe so sehen.
Und einen Tonnenschweren PKW der als Geschoss daher kommt mit einer Bananenschale zu vergleichen ist wohl extrem bagatellisierend !

@Dana - 15:22

"Ihre Argumentation wirkt zunehmend hilflos."
HAHAHA. Ich zitiere das Gericht!
" "heimtückisch" ": kein normaler Mensch muss damit rechnen, dass ihn bei eigener grüner Ampel ein Irrer mit 170 km/h in die Seite kracht.
" "niedere Gründe ": Er wollte seinem Kumpan beweisen, dass er noch bekloppter als dieser ist.
"Auch ist ein Auto kein gemeingefährliches Mittel": Zum letzten Mal: DOCH!
"Wie schon geschrieben, vergewaltigen die Richter hier das Rechtstaatprinzip, um auf Biegen und Brechen ein drakonisches Rache-Urteil auszusprechen. Das mag populistisch sein und primitive Triebe befriedigen. Es schadet dem Rechtstaat aber ganz allgemein, und zwar sehr schwerwiegend."
Falsch. Es wurde einfach einmal Zeit, dass dem Ruf nach härteren Gesetzes etwas entgegen gesetzt wird. Nämlich die geltenden Gesetze einfach einmal auszuschöpfen!

Re: Fahrlässige Tötung

Wenn jemand einem Anderen einen Revolver an en Kopf hält und abdrückt, in der Annahme dieser sei leer, sich aber nicht vergewissert, und ees kommt zu einem tödlichen Schuss, dann ist das fahrlässige Tötung.

Wenn jemand eine Kugel in eine Revolvertrommel lädt, diese zufällig dreht, abdrückt, und es kommt zu einem tödlichen Schuss, dann ist das Mord.

Die Fahrer haben Russisch Roulette mit Autos gespielt. Wegen des Nervenkitzels.

14:00 von Dana

nein, der junge mann fühlte sich als nicki lauda. aber es war ihm total egal, ob er dabei jemanden über den haufen fahren würde. ausserdem sollte ihm der FS auf lebenszeit entzogen werden, weil ihm die reife dafür fehlt

@ Dana um 13.58 Uhr , Doch

"Der Raser hat aber nicht aus niedrigen Beweggründen versucht, einen Menschen zu töten." Aber er hat aus niedrigen Beweggründen seine Karre bis zum Anschlag aufgedreht, um das Rennen zu gewinnen, wobei Unfälle in dem Umfeld Ku-Damm /Tauentzien billigend in Kauf genommen wurden. Ist es kein niedriger Beweggrund, bei einem illegalen Autorennen gewinnen zu wollen und dafür Menschenleben aufs Spiel zu setzen? Um zu gewinnen, haben sie den Mann getötet. Das ist ein niedriges Motiv, rein narzistisch, rücksichtslos bis zum Gehtnichtmehr.

Gerechtes Urteil

Ich vertraue meinem Rechtsstaat. Das Urteil für den Fahrer des Unfallfahrzeuges ist richtig. Das Urteil für den zweiten Fahrer, der nicht direkt das Auto des getöteten Autofahrers traf, wird folgen. Solange immer mehr junge Menschen ihre tiefer gelegten Autos tiefer als Phallusersatz ansehen, wird es immer wieder zu diesen dumm pubertären Rennen kommen. Somit haben sie auch die Konsequenzen zu tragen.

@13:48 von Bender Rodriguez Mittelspurschleicher

"Sieht man an der unverhöltnismössigen Verurteilung von Rasen einerseits und schleichern/ mittelspurbremsern andererseits."

1. Gemäß Straßenverkehrsordnung darf ein Fahrzeug, das bauartbedingt mindestens 60 Km/h fahren kann die Autobahn benutzen.

2. Es gibt auf deutschen Autobahnen keine einzuhaltende Mindestgeschwindgikeit.

3. Für grundloses Langsamfahren mit daraus resultierender Verkehrsbehinderung können 20 Euro Bußgeld verhängt werden.

4. Beim Überholen soll der Überholende eine signifikant höhere Geschwindigkeit haben als das überholte Fahrzeug. Dabei darf die erlaubte Maximalgeschwindigkeit nicht überschritten werden.

5. Wenn man sich die sogenannten Elefantenrennen anschaut, bedeutet signifikant ca. 3-5 km/h.
Ich würde signifikant bei min. 20% ansetzen.
LKW 80 Km/h => PKW min. 100 km/h
Bei 40m Sicherheitsabstand und 20m Länge eines LKWs benötigt man ca. 15 Sekunden für einen Überholvorgang.

6. Wo fängt Mittelspurschleichen /-bremsen an?

"Denn dann würde man unterstellen, ihm sei auch sein eigenes Leben egal gewesen (zu einem Unfall gehören immer ZWEI Autos)! Der Raser hatte aber bestimmt keine Selbstmordabsicht."

Warum sollten zu einem Unfall immer ZWEI Autos gehören?

Wenn ich einen Radfahrer überfahre oder eine Mutter mit Kinderwagen, dann sind das auch Unfälle an denen nur ein Auto beteiligt gewesen wäre.

@Dana - 15:22

"Er hatte vielmehr überhaupt keine "Gründe" für die Tötung, da diese unbeabsichtigt erfolgte."
Sie wollen es nicht begreifen, oder? Der Mordparagraph fragt nicht nach Absicht. Es reicht der Fakt, "wer tötet" - nicht "wer ABSICHTLICH tötet".

Recht nach dem

Recht nach dem Baukasten-System.
Wenn wir ein gewünschtes Urteil haben wollen und die Gesetze das nicht so direkt hergeben, basteln wir uns was zusammen.
Wir haben das hier schonmal diskutiert. Schon damals ist das Urteil mehr als konstruiert gewesen. Die `niedrigen Beweggründe´ sind der schwächste Punkt daran. Aber ganz grundsätzlich gilt wohl allgemein: Mord ist Absicht.

Was Juristen daraus an Haarspaltereien und verdrehten Konstruktionen basteln, finde ich bedenklich. Aber vielleicht soll das ja einen Trend einleiten. Deutschland ist ja ohnehin auf dem Weg, `vernünftige´ und einigermaßen nachvollziehbare Gesetzgebung und Urteilsfindung in eher pauschal-populistische Empörten-Befriedigung zu wandeln.
Und so lange es genug Leute gibt, die zustimmend nicken...

13:48 Dana

>>Wer mitten in der Stadt eine Bananenschale auf die Straße wirft, der ist auch dumm und verantwortungslos, wenn jemand darauf ausrutscht und zu Tode kommt.<<

Zwei Dinge, die überhaupt nicht miteinander zu vergleichen sind. Wenn sich jemand hinters Steuer setzt und mit 170 km/h durch die Innenstadt ein Rennen startet, dem ist das Leben anderer, und ich behaupte jetzt mal schlicht auch sein eigenes, in diesem Moment sch...egal. DAS ist der Kick dabei.
Natürlich muss das aufs höchste bestraft werden, grade um solche Taten nicht zur Regel werden zu lassen. Alles andere hat aber auch gar nichts mit Rechtsstaat zu tun.
Dafür gibt es schließlich die Gesetze. Gott sei Dank.

Am 18. Juni 2020 um 15:03 von Totengräber

Zitat: „Billigend in Kauf nehmen“ ist die Definition für Totschlag

Das ist falsch.

Das ist die Definition für den Eventualvorsatz.

Mord? Ich weiß nicht..

So sehr ich die Menschen verabscheue, die auf so widerwärtige Weise andere Menschen in Lebensgefahr bringen, zweifele ich an dem Urteil. Hohe Strafen haben diese beiden von skrupellosem Egoismus zerfressenen Raser ganz sicher verdient. Mord allerdings ist es nach meinem Bauchgefühl - nichts anderes kann ich als Nicht-Jurist einbringen - nicht - so leid es mir tut. Wenn mit Totschlag, gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge, oder wie auch immer man es nennt, keine angemessen hohe Strafen möglich sind, nun dann ist der Gesetzgeber gefragt. Auch eine in die Millionen gehende, an die Hinterblieben zu zahlende Strafe zusätzlich wäre denkbar, wenn "nur ein paar wenige Jahre" Gefängnis möglich wären, dies würde dem Verurteilten ebenfalls viele Jahre, wenn nicht sein Leben lang bestrafen. Ja, ich weiß, es steht zu befürchten, dass der Raser charkterlos genug ist, dann Einkünfte zu verschleiern etc. Wie gesagt, Mord ist es nach meiner Auffassung nicht, also Gesetzte und Strafen anpassen.

Frühzeitige Maßnahmen

Aus meiner laienhaften Sicht stelle ich mir unter Mord eigentlich eine beabsichtigte Tötung vor, die ich hier nicht sehe. Allerdings wurde die Tötung von Unschuldigen billigend in Kauf genommen. Ich frage mich, was haben Menschen, zumeist junge Männer, eigentlich im Kopf oder besser nicht im Kopf, wenn so vieles ausgeblendet wird. Diese gehen davon aus, dass weder ihnen selbst noch jemand anderen etwas passieren kann, da man in völliger Selbstüberschätzung meint alles unter Kontrolle zu haben.

Ich wünsche mir da noch viel mehr Ermittlungsgruppen der Polizei, die „Poser“ und Raser möglichst frühzeitig aus dem Verkehr ziehen. Bereits wenn diese durch illegal frisierte PKW auffallen bspw. durch Lautstärke und Fahrverhalten. In einigen Städten wie Köln gibt es das, und es kann zu Verwarnungen, aber auch zur Beschlagnahme des PKW führen – und das tut dann richtig weh.

Naja.........

Ich finde das Urteil richtig und hoffe das so einige sich das mal hinter die Ohren schreiben.

Am 18. Juni 2020 um 13:33 von Sisyphos3

Zitat: also ich denke da sollten sich unsere Winkeladvokaten mal was einfallen lassen

Das steht bei Winkeladvokaten nicht zu erwarten. Diese zeichnen sich nämlich gerade dadurch aus, dass sie keine Rechtskenntnisse haben (und/oder auf unlautere Methoden zurückgreifen).

15:22 von Dana

"Auch ist ein Auto kein gemeingefährliches Mittel. Auch hier zur Ihrer Info: Hiermit sind Messer, Schusswaffen, Sprengstoff, usw. gemeint."

Stimmt wenn man z.B. mit einem Auto absichtlich in eine Menschenmenge fährt ist es auch kein gemeingefährliches Mittel, dann wären ja die ganzen Terrorakte die mit PKW und LKW verübt wurden ja auch nur bedauernswerte Unfälle.

15:45 von falsa demonstratio

Dürfen bzw. wollen Sie als ehemaliger(?) Jurist eine Einordnung bzw. Einschätzung des Urteils abgeben? Mir fällt es schwer, ob der Begriff Mord hier korrekt ist oder nicht.

Typisch!

Da wir im Kindergarten leben, umgeben von nichtsahnenden Buben und Maderln, die mal - so ganz harmlos - einen draufmachen möchten, ohne sich was böses dabei zu denken, erwarten viele, wenn sie jemanden totgefahren haben, eine Ansprache in etwa so: "Sieh mal, was geschehen ist! Würdest du dir sowas für dich wünschen? Nein? - Also nächstes Mal vorsichtiger sein!". Eiteitei.
.
Einerseits berufen sich Leute auf ihre Selbstbestimmungsrecht, was sie sich von niemandem einschränken lassen wollen, andererseits behaupten sie, etwas nicht gewusst haben zu können, weil man´s ihnen nicht klar gemacht hat.
.
Liebe "Jungs", im Physikunterricht lernt man E = mc2. Und in der Fahrstunde lernt man, dass man tot sein kann, wenn man mit dem Fahrrad mit 12 km/h gegen eine Wand fährt. Also, was soll das Gelaber? - Klar, wenn man auf was Bock hat (Speed) setzt das Großhirn aus. I´m so sorry .......

testoerongesteuerte Männer paßt schon...

Ganz ehrlich: Das sind doch immer die gleichen Typen, die man täglich in der Stadt sieht. "Dicke Karren, dicke Ei..."
Gut fände ich, wenn sich die Politik mal mit den Hintergründen eines solchen Verhaltens beschäftigt. Jmd. der "gelassen" unterwegs ist im Leben, hat doch so ein beachtungsheischendes Verhalten nicht nötig.

Übrigens finde ich das Urteil viel zu hoch und vollkommen daneben.

15:43 von Silverfuxx Die

15:43 von Silverfuxx
Die `niedrigen Beweggründe´ sind der schwächste Punkt daran. Aber ganz grundsätzlich gilt wohl allgemein: Mord ist Absicht.

Was Juristen daraus an Haarspaltereien und verdrehten Konstruktionen basteln, finde ich bedenklich. Aber vielleicht soll das ja einen Trend einleiten.

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Ich finde bedenklich, was Sie aus Verbrechen so alles bastenl. Auch und insbesondere wenn es um Verbrechen gegen Kinder geht.

@falsa demonstratio - 15:45

"Zitat: „Billigend in Kauf nehmen“ ist die Definition für Totschlag

Das ist falsch.

Das ist die Definition für den Eventualvorsatz."

Sie haben recht. Es war unglücklich formuliert. "Billigend in Kauf nehmend" reicht jedenfalls nicht für ein Verurteilung wegen Mordes. So sah es zumindest die zweite Instanz nach dem ersten Urteilsspruch.

Billigendes Inkaufnehmen,

Billigendes Inkaufnehmen, Menschen zu überfahren

ist meiner Meinung nach schlimmer als Mord, dem immerhin noch eine Intension vorrausgeht.

Das ist hier Amok.

@Forfuture - 15:48

"Auch eine in die Millionen gehende, an die Hinterblieben zu zahlende Strafe zusätzlich wäre denkbar,..."
So etwas gibt es im deutschen Rechtswesen nicht. Strafzahlungen gehen an den Staat. Den Hinterbliebenen blieben Schadenersatzforderungen. Und die würden bei einem 69jährigen bedauerlicherweise noch nicht einmal besonders hoch ausfallen.

Amok mit positiv konnotierten

Amok mit positiv konnotierten euporischen Gefühlen als Auslöser,

sind genauso Amok, wie Amok mit negativ konnotierten Gefühlen als Auslöser.

Diese Leute haben ihre Affekte nicht im Griff.

Und zwar grundlegend nicht.

@Silverfuxx - 15:43

"Die `niedrigen Beweggründe´ sind der schwächste Punkt daran."
Selbst wenn, wären da noch zwei Mordmerkmale. Und es reicht bereits eines!

"Aber ganz grundsätzlich gilt wohl allgemein: Mord ist Absicht."
NEIN! Das gilt weder grundsätzlich noch überhaupt.

"Was Juristen daraus an Haarspaltereien und verdrehten Konstruktionen basteln, finde ich bedenklich."
Stimmt, insbesondere die Anwälte der Clans und der Raserfraktion treten dabei weit hervor.

Ob

nun vom Gericht als Mord oder fahrlässige Tötung eingestuft, wer mit 170 km/h ein Rennen in der geschlossenen Ortschaft austrägt, dabei absichtlich rote Ampeln überfährt und jemandes Tod verursacht, gehört für lange Zeit weggesperrt. 5 Jahre empfinde ich da eher als zu knapp, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Strafmaß ja meist eh nicht voll abgesessen werden muss. Lebenslanger Führerscheinentzug versteht sich von selbst. Und ein ebenso langes Verbot, Filme wie „Fast & Furios“ anzuschauen. Manche Charaktere scheinen solche Filme geistig nicht richtig einordnen zu können.

Richtiges Urteil! Ich wünsche den Angehörigen viel Kraft,...

...um das noch ausstehende Verfahren durchzustehen.

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Ich sehe es auch so wie der Sohn des Toten.
Der zweite Fahrer hat sich auf dieselbe Art u. Weise schuldig gemacht u. wissentlich in Kauf genommen,
daß Menschen, wenn es zu einem Unfall kommen würde auch sterben könnten.
Es war reiner Zufall, daß der andere Fahrer das Auto des Toten gerammt hatte.
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Das ist jedenfalls meine persönliche Rechtsauffassung.
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Falls das Landgericht dies anders sieht,
so bleibt zu hoffen, daß das Urteil zumindestens zweistellig wird.
Alles andere ist nicht nur eine schallende Ohrfeige,
sondern schon ein fester Faustschlag ins Gesicht der Hinterbliebenen.
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Ob diese Raser in Deutschland daraus ihre Lehren ziehen, bezweifle ich stark.
Selbst in meiner Kleinstadt wird tagtäglich gerast.
Ich sehe das oft, wenn ich Auto fahre u. keine Polizist in der Nähe um das zu unterbinden.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hier sowas passieren kann.
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Hoffe, daß ich dann nicht dran glauben muß!

Mord???

Ja, auch ich finde furchtbar was die beiden da angerichtet haben. Ja, auch ich bin dafür , sie hart zu bestrafen.
Aber es will mir nicht in den Kopf, daß es Mord sein soll, wenn das Motiv eben war, auf Teufel komm raus ein Rennen zu gewinnen, bzw. auf richtig dicke Hose zu machen und eben nicht, jemanden umzubringen.
Die Jungs haben das wohl in Kauf genommen, aber "wollen" wollten sie das Rennen gewinnen.

Urteil nicht hart genug

Das Urteil ist nicht hart genug. Denn lebenslänglich ist im BRD-Territorium eben nicht lebenslänglich. Außerdem ist die besondere Schwere der Schuld nicht festgestellt worden, die eine vorzeitige Entlassung verhindert. Zudem muss die Rechtsprechung endlich auch den Umweltschutzgedanken aufgreifen mit dem Ziel, das Benutzen PS-starker Protzboliden deutscher Hersteller durch testosterongesteuerte Raubtierkapitalisten zu unterbinden. Ansatzpunkt könnte die grundlegende Einordnung des PKW als gemeingefährliches Werkzeug sein (Treibhausemissionen!) und die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um 1 bis 2 km/h gilt als Ausnutzung der Arg- und Wehrlosigkeit anderer Verkehrsteilnehmer. So lassen sich Umweltschutz, Verkehrsschutz und Verkehrswende endlich effektiv gestalten!

15:22 Dana

>>Wie schon geschrieben, vergewaltigen die Richter hier das Rechtstaatprinzip, um auf Biegen und Brechen ein drakonisches Rache-Urteil auszusprechen. Das mag populistisch sein und primitive Triebe befriedigen. Es schadet dem Rechtstaat aber ganz allgemein, und zwar sehr schwerwiegend.<<

Das mögen Ihre Ansichten sein. Die meisten aber, wie mir scheint, haben hier ein anderes Rechtsempfinden, mich einbezogen.
Ich bin froh, dass der Rechtsstaat hier kein Tollhaus der Chaoten (z.B. Rasern) den freien Lauf lässt.

um 15:59 von Totengräber Sie haben leider Recht...

...dies ist mir auch bewußt, daher halte ich es ja für angebracht, die Strafen für eine solch verachtungswürdige Tat anzupassen. Nur scheint es mir auch nicht korrekt zu sein, es als Mord zu bewerten, um angemessene Strafen verhängen zu können. Ohnehin finde ich die in Deutschland üblichen Schadensersatzregelungen sind schon sehr weltfremd. Die Summen in den USA sind sicher völlig aus dem Ruder gelaufen, aber wenn ich sehe, wie billig hier viele Straftäter - auch Konzerne - davonkommen, dann finde ich das nicht gerecht.

Gutes und notwendiges Urteil!

Gutes und notwendiges Urteil!
Zitat: "Im Prozess um das tödliche Autorennen in Berlin hat der BGH das Mordurteil gegen den Hauptangeklagten bestätigt. Das Urteil gegen den zweiten Angeklagten wurde aufgehoben. Bei dem Rennen war ein 69-Jähriger ums Leben gekommen."

Gutes und notwendiges Urteil!

Ich fahre zwar gerne schnell, das aber in einem sicheren Umfeld auf der Autobahn.
Raserei in Innenstädten, den Tod von Passanten in Kauf nehmen, ist das Letzte.

Es wäre noch von Interesse zu erfahren, ob man bei der Persongruppe der "Testoron-gesteuerten Rasern" gewisse statistische Gemeinsamkeiten erkennen kann?

@ Dana

Vom Urteil mal kurz weg. Wie kommen Sie auf die absurde Vorstellung, dass zu einem Unfall immer zwei Autos gehören? Noch nie davon gehört, dass jemand gegen einen Baum oder ein sonstiges Hindernis geprallt ist oder nach einem Verreißen des Lenkrades sich überschlagen hat?

Ich finde es ist kein schwarzer Tag für den Rechtsstaat sondern eine Sternstunde für denselben. Endlich mal ein Strafmaß, welches andere hoffentlich von solchen Rennen abhält. Wer mit 170 km/h in einer Stadt unterwegs ist und über Ampeln fährt, die Rot zeigen, der muss hart bestraft werden.

15:48 von Kaneel

«Ich wünsche mir da noch viel mehr Ermittlungsgruppen der Polizei, die „Poser“ und Raser möglichst frühzeitig aus dem Verkehr ziehen. Bereits wenn diese durch illegal frisierte PKW auffallen bspw. durch Lautstärke und Fahrverhalten. In einigen Städten wie Köln gibt es das, und es kann zu Verwarnungen, aber auch zur Beschlagnahme des PKW führen – und das tut dann richtig weh.»

Die SoKo "Raser" wurde in Köln gegründet, nachdem es kurz hintereinander 3 Todesfälle Unbeteiligter nach Unfällen durch "Illegale Autorennen" gab. Wie viele Polizisten genau der Einsatzeinheit angehören, gibt das Polizeipräsidium Köln nicht bekannt.

Außer Einsatzgruppenleiter + dessen Stellverteter + Technische Kontrollbeamte (Dezibel / "Tiefer + Breitschlappen" / andere Technische Umbauten) an Einsatzschwerpunkten bleiben alle anderen Polizisten inkognito mit Gesichtsschutz, damit deren Gesichter in der Szene nicht bekannt werden.

Köln ist die Stadt mit der bundesweit höchsten Ø-Geschw. im Stadtverkehr …

@Forfuture - 16:10

"Nur scheint es mir auch nicht korrekt zu sein, es als Mord zu bewerten, um angemessene Strafen verhängen zu können."
Es war bis zu diesem Urteil weitgehend unbekannt, dass ein Mord quasi "enpasssant" begangen werden kann.

"Ohnehin finde ich die in Deutschland üblichen Schadensersatzregelungen sind schon sehr weltfremd."
Der Schadenersatz bemisst sich centgenau nach dem erlittenen Schaden. Eine Bereicherung ist ausgeschlossen. Auch die Schmerzensgeldsummen sind in Deutschland vernachlässigbar niedrig. Und Hinterbliebene haben keinen Anspruch auf Schmerzensgeld.

"Die Summen in den USA sind sicher völlig aus dem Ruder gelaufen..."
Dort wird mit dem Schmerzensgeld ein Bestrafungsgedanke verfolgt. Anders als bei uns.

Das angloamerikanische Recht ist eher auf Strafe und Rache aus; während bei uns die Resozialisierung und Wiedergutmachung im Vordergrund steht.

@Jacko08

Natürlich muss das aufs höchste bestraft werden, grade um solche Taten nicht zur Regel werden zu lassen. Alles andere hat aber auch gar nichts mit Rechtsstaat zu tun.
...
Ich bin froh, dass der Rechtsstaat hier kein Tollhaus der Chaoten (z.B. Rasern) den freien Lauf lässt.

Aha. Dass der Wind daher weht, überrascht mich nicht. Dann kann man das aber auch einfach als Grund angeben. Auch das Gericht: "Wir wollen mehr als die mögliche Höchststrafe, darum verurteilen wir nach einem Gesetz, dass hier man hier nur anwenden kann, wenn man sehr kreativ ist."
Hat eben nur nicht mehr so viel mit Rechtsstaat zu tun. Dreist, dass Sie den Begriff hier überhaupt verwenden.

Auch anderer Kommentare hier zeigen, dass es eben mehr um Stammtisch geht als um ein ge`Recht´es Urteil im Sinne von den Gesetzen entsprechend.
Aber mit Differenzierung tun sich hier ja so manche schwer (@StöRschall)

16:15 von Bote_der_Wahrheit

Es wäre noch von Interesse zu erfahren, ob man bei der Persongruppe der "Testoron-gesteuerten Rasern" gewisse statistische Gemeinsamkeiten erkennen kann?
.
natürlich
einfach mal die Fälle im Internet aufrufen
da kann man Gemeinsamkeiten erkennen
so man will

Fakt

Wer mit 160km durch Berlin rast, nimmt bewusst in Kauf, Menschen zu verletzen und/ oder schlimmeres.
Es WAR Mord. Das Urteil geht vollkommen in Ordnung.

Am 18. Juni 2020 um 15:22 von Dana

Zitat: Auch ist ein Auto kein gemeingefährliches Mittel. Auch hier zur Ihrer Info: Hiermit sind Messer, Schusswaffen, Sprengstoff, usw. gemeint. Nicht Autos, Kopfkissen, Fahrräder, Schuhe oder Schokolade.

Gemeingefährlich ist ein Mittel dann, wenn es der Täter in der konkreten Situation nicht beherrscht, sodass eine Gefahr für eine Mehrzahl von Menschen besteht.

So gesehen ist ein Auto (in der konkreten Situation) eher ein gemeingefährliches Mttel als ein Messer.

Am 18. Juni 2020 um 15:22 von Dana

Zitat: Wie schon geschrieben, vergewaltigen die Richter hier das Rechtstaatprinzip, um auf Biegen und Brechen ein drakonisches Rache-Urteil auszusprechen. Das mag populistisch sein und primitive Triebe befriedigen. Es schadet dem Rechtstaat aber ganz allgemein, und zwar sehr schwerwiegend.

Haben Sie übersehen, dass der BGB das erste (Mord-) Urteil des Landgerichts aufgehoben und zur Neuverhandlung zurückverwiesen hatte?

Dass die Richter am BGH primitive Triebe haben, die sie durch ihre Urteile befriedigen halte ich für abwegig. Wlchen Grund sollte der Senat für Populismus haben?

@Silverfuxx - 16:20

" "Wir wollen mehr als die mögliche Höchststrafe, darum verurteilen wir nach einem Gesetz, dass hier man hier nur anwenden kann, wenn man sehr kreativ ist.""
Diese Art der Kreativität zeichnet bislang eher die Gegenseite aus.
Bislang schreckte man auf Anklägerseite eher vor Mordanklagen zurück und blieb mit "Totschlag", "Körperverletzung mit Todesfolge" oder "fahrlässiger Tötung" auf der sicheren Seite - aber eben auch unter dem möglichen Strafmaß.

Selbstüber- und Fehleinschätzung!

Das sind die beiden Faktoren. Jeder sieht tagtäglich Verkehrsteilnehmer, die sich nur selbst als Variable im Verkehrsfluss, die anderen Teilnehmer aber als Konstante sehen, deren Handeln gleich bleibt, die im gleichen Abstand mit der gleichen Geschwindigkeit fahren und deswegen offensichtlich berechenbar sind.

Nein, es eine völlige Fehleinschätzung! Verkehr ist ein völlig liquides System, Fahrzeuge keine Perlen an einer Schnur, sondern auch extrem variabel. Und nicht immer handeln die Teilnehmer logisch, sondern haben einen eigenen Kopf. Unlogisch muss auch nicht falsch bedeuten.

Dazu die Selbstüberschätzung, alles im Griff zu haben, das Verhalten der anderen Vorherzusehen und die Fähigkeit zu haben, darauf zu reagieren und deswegen sich überlegen zu fühlen und mit Geschwindigkeiten und Rücksichtslosigkeiten zu fahren, die andere massiv gefährdet.

um 16:19 von Totengräber

Grundsätzlich finde ich die Idee hinter unserem Rechtssystem auch gut. Problematisch bei der in Deutschland angewendeten Schadensersatz, oder Schmerzensgeld -Regelung ist allerdings, dass oftmals (auch und gerade Wirtschafts-) Kriminelle sich im Vorfeld das zu erwartende Strafmaß anschauen, sich vor Lachen auf die Schenkel klopfen und bei dem zu erwartenden Gewinn aus ihrer jeweiligen Tat die drohenden Strafen in kauf nehmen. Besonders wenn es um Leib und Leben geht wird man dem Leid der Betroffenen nicht gerecht.

Populismus und Menschenunkenntnis

Populistisch ist ihr Kommentar. Außerdem nehmen Sie sich (wie die meisten Kommentierenden) heraus, zu meinen, über juristische Sachverhalte besser als die Richter des BGH urteilen zu können, obwohl Sie offensichtlich nichtmal die Grundlagen der Rechtsanwendung beherrschen.

Am besten ist allerdings der zweite Absatz: Wie kommen Sie denn zu der völlig abwegigen Einschätzung, dass einem Menschen, dem der Tod anderer egal ist, auch der eigene egal ist?

Raser Urteil

Der gefährliche Eingriff in de Straßenverkehr mit anschließender fahrlässiger Tötung kann zu fünf plus fünf Jahren Freiheitsstrafe führen.
Das ist angemessen und gibt auch das Tatbild richtig wieder.
Mord ist etwas ganz anderes. Leider hat sich in die deutsche Rechtsprechung der dolus eventualis in einer falschen Interpretation eingeschlichen. Die deutsche Justiz lässt es genügen, wenn eine mögliche Tötung billigend in Kauf genommen wird. Dolus eventualis bedeutet aber die billigend Inkaufnahme einer sicheren Tötung.

Am 18. Juni 2020 um 15:43 von Silverfuxx

Zitat: Aber ganz grundsätzlich gilt wohl allgemein: Mord ist Absicht.

Das ist falsch.

Mord erfordert Vorsatz, gleich in welcher Form (Absicht, direkter Vorsatz, Eventualvorsatz).

Am 18. Juni 2020 um 15:55 von Totengräber

Zitat: Billigend in Kauf nehmend" reicht jedenfalls nicht für ein Verurteilung wegen Mordes.

Auch das ist leider falsch. Es genügt jeder Vorsatz, sei es Absicht, direkter Vorsatz 2. Grades oder direkter Vorsatz 1. Grades (Eventualvorsatz = billigend in Kauf nehmen).

Zitat: So sah es zumindest die zweite Instanz nach dem ersten Urteilsspruch.

Das hat seit 1872 kein Gericht so gesehen wie Sie.

Das ist angemessen ?

von Leo Tard @

nein, das finde ich überhaupt nicht angemessen. Wer mit 170 KmH durch eien Innenstadt fährt handelt agressiv, Bewust und hinterhältig.

Wie erklären Sie den Opfern die lebenslang leiden müssen das durch solche taten leben für immer ausgelößt und Angehörieg lebenslang leiden und nicht nur 5 Jahre.

Auseinanderhalten: Tatbezeichnung und Strafmaß

Kaum jemand wird die jungen Männer nicht möglichst hart bestrafen wollen. Aber wenn ein Gericht eine Absicht unterstellt, wo keine ist, dann wird die Justiz unberechenbar. Aber „lebenslänglich“ ist ja auch nicht mehr so lange, wie jemand lebt. Sprachlicher Nebel allenthalben!

Am 18. Juni 2020 um 16:45 von Leo Tard

Zitat: Dolus eventualis bedeutet aber die billigend Inkaufnahme einer sicheren Tötung.

Diese Definition ist falsch.

Eventualvorsatz liegt bereits vor, wenn der Täter den Erfolgseintritt für möglich hält, es ihm aber egal ist.

BGH bestätigt Mordurteil für Berliner Autoraser teilweise

Leider gibt es immer wieder solche Beispiele von tödlicher Raserei und natürlich nicht nur in der Millionenstadt Berlin, sondern auch in den anderen Städten Deutschlands, Europas und der Welt.
Wenn allerdings Geldstrafen immer wieder so aussehen, dass sich die Täter ganz unabhängig von Raserei über die Höhe der Strafen kaputt lachen und jede Selbsteinsicht einer Straftat nicht vorhanden ist, müssen eben die (Geld-)Strafen so nach oben geschraubt werden, dass so etwas ungemütlicher Schmerz zu spüren ist. Wenn der Täter in Berufung gehen kann, dann schmerzt der Schuh beim Gang offensichtlich noch nicht feste genug.

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